Junigewitter

von Phoenix-
GeschichteFreundschaft / P16
OC (Own Character) Yashiro
15.01.2016
15.01.2016
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Hey :)
Ich befand es mal als notwendig, eine kleine Geschichte zu unserem lieben Yashiro zu schreiben :) Diese Geschichte soll so ca. 5 Kapitel umfassen. Ihr merkt also, dass es wirklich nur ein kurzes Projekt meinerseits ist. (Mehr lässt die Zeit nicht zu)

Bis auf meinen OC gehören die Charaktere nicht mir :)

Phoenix-

Begegnung im Regen

„Mit dem Regen kommt der Juni. Ich mochte ihn schon immer, denn es war der einzige Monat, indem ich je wirklich war.“

Lachen hallte durch die Bar, doch es schien niemanden zu interessieren. Einige Gäste saßen über ihr Getränk gebeugt in einer der hinteren Ecken und es war üblich solche Geräusche zu hören. „Sag das nochmal Mogami-kun.“ Forderte ein junger Mann der Schauspielerin gegenüber auf. „Ich hab ihn beim Einkaufen in der Unterwäscheabteilung überrascht“.

Sie hob das Glas vor sich und trank einen großzügigen Schluck. „Sie hätten sein Gesicht sehen müssen, Taizó-kun! Einfach herrlich!“ Ihre Haare waren länger geworden seit damals und fielen ihr in einem hellbraunen Farbton über ihre Schultern. Sie schmiegten sich sanft um ihr Gesicht und ihr Lachen klang hell und sanft. „Tsuruga-san in einer Unterwäscheabteilung für Frauenwäsche“ prustete der Mann und wischte sich Lachtränen weg.

In eben diesem Moment trat der genannte Schauspieler höchstpersönlich an den Tisch. Er schaute von der jungen Schauspielerin zum Mann und wieder zurück. Nach kurzer Zeit seufzte er ergeben. „Da geht man einmal auf die Toilette und du erzählst von der Unterwäscheabteilung. Zu meiner Verteidigung, ich habe nach einem Geschenk gesucht. Außerdem war das letztes Jahr Weihnachten.“ Der Riese setzte sich auf einen Stuhl und musterte Kyoko. Diese schüttelte angewidert den Kopf, als erinnere sie sich an etwas sehr bitteres.

„Für deine damalige Freundin, wie hieß sie gleich?“ Ren lächelte leicht. „Yamamura Kobato, sie war das Newcomermodel unserer Agentur“ Kyoko griff wieder nach ihrem Glas und leerte es in einem Zug. Sie hatte die Augen verdreht und wandte sich wieder an Taizó. „Und sie war die verlogenste und mieseste Schlange überhaupt“ Taizó nickte zustimmend und sah seinen gleichaltrigen Freund nur verständnislos an. Ren seufzte wieder und hob seine Hände, als wolle er sich ergeben.

„Jedenfalls hat Tsuruga-kun mich angesehen, als hätte er einen Geist getroffen“ sie schüttelte sich wieder vor Lachen und warf ihre Haare über ihre Schultern zurück. Es entlockte Ren ein Schulterzucken und er griff nach seinem eigenen Glas. Yashiro, der neben der Brünetten saß, schmunzelte an den Gedanken wie Ren von Kyoko überrascht wurde.

Es war jetzt 3 Jahre her, dass sich seine Schützlinge kennen gelernt hatten und Kyoko war erst vor sechs Monaten 19 geworden. Wie viel sich in der Zeit doch geändert hatte. Still und leise war das Mädchen von damals zu einer jungen und attraktiven Frau herangewachsen. Ein Jammer, das Ren es nie geschafft hatte ihr seine Liebe zu gestehen. Es war zu Kyokos 18ten Geburtstag gewesen, als sie ihm Vorschlug Freunde zu sein. Beste Freunde. Das waren die beiden allemal. Zwar war es nicht ganz das was Yashiro sich erhofft hatte, aber er gab die Hoffnung nie auf. Nein er hatte sie nicht einmal aufgegeben als Ren anfing andere Frauen zu Daten. Er wusste selbst nicht was in ihn gefahren war, aber irgendetwas schien Ren zu sagen er müsse mit 22 doch mal langsam auf die “Jagd“ gehen.

Yashiro schüttelte leicht den Kopf. Diese Frauengeschichten schienen Kyoko genauso wenig zu gefallen, wie ihm. Er war zwar froh, das Ren doch so etwas wie ein halbwegs normaler Mann mit Bedürfnissen war, aber maßlos enttäuscht, dass das Zielobjekt seiner Begierde nicht Kyoko war.

Ja und dann war da noch Taizó Hikaru, der seit knapp einem halben Jahr mit Ren und Kyoko am gleichen Set spielte. Die drei beherrschten geradezu die Schauspielbranche und Schuld daran war ihre große Erfolgsserie >>Kein Zurück<<. Seit Wochen brach sie alle Rekorde und es schien kein Ende zunehmen. Das war auch der Grund warum sie hier saßen.

Sie alle vier stießen zur Feier der 25. Folge an, die sie heute Erfolgreich abgedreht hatten. Yashiro warf einen kurzen Blick auf seine Armbanduhr und seufzte dann. Er sollte nachhause gehen und langsam schlafen. Ren fing seinen Blick auf und nickte wissend, dann wandte er sich seinen Freunden zu. „Nun, meinst du nicht das war genug für heute Abend Mogami-kun?“ Kyoko schaute von ihrem Glas auf und musterte Ren eine ganze Weile, ehe sie denn Kopf verneinend schüttelte.

„Nein, Tsuruga-kun, nein definitiv nein.“ Ren lächelte übertrieben freundlich, verabschiedete sich bei Taizó und schnappte sich dann Kyoko, die er wie einen Sack Reis über seine Schulter legte. „Zeit nachhause zugehen“ meinte er mit einem Honigkuchenpferdgrinsen, was Taizó nur Lachen ließ. Ja, viele Abende in der Bar endeten so und es war immer wieder zu komisch. „Ey! Lass mich runter! Baka Tsuruga-kun! Baka!“kam es wütend hinter seinem Rücken hervor und kleine Fäuste schlugen auf seinen Rücken ein. Nicht, dass es ihn irgendwie interessieren würde. „Gute Nacht Yashiro-san, Taizó-kun. Sag Gute Nacht Mogami-kun“ doch Kyoko dachte nicht einmal daran. Sie drehte sich wie ein Aal auf Rens Schulter und versuchte sich zu befreien, doch jeder Versuch war zwecklos. Ren verschwand durch die Tür mit ihr und Yashiro wusste genau, dass er sie jetzt nachhause fahren würde. Das machten gute Freunde doch so! Oder?

Draußen vor der Bar regnete es, weshalb Yashiro etwas fluchen musste. Er hätte damit rechnen müssen, allerdings hatte er seinen Schirm vergessen. Das war mal wieder so typisch! Gerade jetzt wo die fünfte Jahreszeit anbrach. Eigentlich hatte er nachhause laufen wollen, aber das war ja nun buchstäblich ins Wasser gefallen. Er huschte schnell zurück unter den trockenen Dachvorsprung der Bar und holte sein Telefon aus seiner Tasche. Nicht ohne zuvor einen Gummihandschuh anzuziehen.

Wen sollte er jetzt anrufen? Ren kam ja eher weniger infrage. Wie unhöflich das von ihm gewesen wäre, jetzt noch anzurufen und das nur, weil er selbst kein Auto fahren konnte. Vielleicht seine Schwester? Nein, auch sie hatte sich ihre Nachtruhe redlich verdient. Die Kinder hielten sie immer ganz schön auf Trab. Am besten wäre es, wenn er einfach ein Taxi riefe. Bei dem Gedanken seufzte Yashiro laut. Es konnte Stunden dauern, bis ein Taxi hier auftauchen würde. Schließlich gab es genug zu tun in Tokio. Mindestens eine Stunde musste er fürs warten einplanen, um schließlich nur 10 Minuten zu fahren. Dadurch wäre er eine ganze halbe Stunde später zuhause, als wenn er gelaufen wäre. Alles Jammern nützte ja nichts. Die Alternative dazu war ja einzig die, von der Straße gespült zu werden. Womöglich bekäme er dann auch noch einen Schnupfen. Das wäre Rens sicherer Tod. Das konnte Yashiro nicht verantworten. Ja, er würde jetzt ein Taxi rufen, die Konsequenzen wären sonst zu fatal.

Neben ihm blieb jemand stehen. Es war eine junge Frau, welche ein paar Fliegenpilzgummistiefel trug. Es sah schon komisch zu ihrem grellpinken Regenmantel und dem Warnfarbengelben Regenschirm aus. Yashiro ließ sich nicht davon beirren und warf ihr nur kurz einen flüchtigen Blick zu. Ihr Gesicht war schmal und blass, während ihre Augen wie ein tiefblauer Sternenhimmel waren. Sie summte fröhlich vor sich hin und ihre Haare waren mindestens so rot wie ihre Gummistiefel. Sie konnte kaum älter als 18 Jahre sein. Hastig tippe er die Nummer eines Taxiunternehmens ein.

„Es regnete, als wir uns das erste Mal sahen. Der Regen wusch meine Tränen fort.“ Sprach sie leise. Ihre Stimme hatte einen angenehmen klang und verwundert sah Yashiro zu ihr herüber. „Wie bitte?“ fragte er höflich. Sie lächelte leicht bevor sie erneut sprach. „Kennen Sie das Gedicht nicht? Begegnung im Regen von Tenshi Akeiko. Das enttäuscht mich jetzt.“ Sie wirkte irgendwie zerbrechlich aus, so wie sie vor ihm stand. Yashiro schüttelte verwundert den Kopf, dann machte sie einen großen Schritt nach vorn, drehte sich zu ihm und begann zu zitieren.

„Begegnung im Regen
Es regnete, als wir uns das erste Mal sahen.
Der Regen wusch meine Tränen fort,
die du sanft versuchtest zu trocknen.
Erst da begriff ich, dass ich dich schon einmal sah.“

Am Ende verbeugte sie sich noch und klatschte freudig in die Hände. Es entlockte ihm ein leichtes Lächeln. Sie schien vor lauter Energie nur so zu sprühen. Er hatte sie noch nie hier gesehen, aber wenn er ehrlich war, wie sollte er auch? Tokio war eine riesige Stadt. Sie drehte sich einmal um sich selbst, bevor sie ihre Hände ausstreckte. Es sah aus, als würde sie versuchen den Regen aufzufangen.

„Begegnung im Regen“ zitierte sie erneut und beobachtete die nassen schweren Tropfen. Yashiro schob seine Brille auf seiner Nase weiter nach oben und lächelte ihr zu. Sein Telefonat hatte er völlig vergessen. „Es ist ein schönes Gedicht“ meinte er freundlich, weshalb sie leicht nickte. „Schön. Ich glaube nicht, dass Sie es verstehen“ sagte sie ehrlich. Yashiro sah sie verwundert an, musste dann allerdings zugeben, dass er wirklich nicht alles verstand. Er war kein Lyriker und Gedichte hatte er noch nie interpretieren können.

„Da haben Sie mich wohl erwischt“ lachte er verlegen und fasste sich dabei an den Kopf. Sie wandte ihren Blick vom Regen ab und sah zu ihm. Es war dunkel in ganz Tokio. Einzig die Lichter dieser Stadt ließen die Nacht zum Tag werden. Yashiro wünschte sich nichts mehr, als endlich in seinem Bett zu sein. Daheim unter der kuscheligen Decke mit einer heißen Tasse Tee. „Werden Sie es verstehen wollen?“ fragte sie leise nach und ballte ihre Hände unbewusst zu Fäusten.

Der große Mann dachte eine Weile über ihre Worte nach, bevor er nickte. „Solch schöne Worte sollte man verstehen wollen“ gab er als Antwort und starrte lächelnd den Regen an. Auch sie musste daraufhin Lächeln. Ihre Augen strahlten vor Freude und er hätte schwören können, noch nie solch einen Ausdruck in irgendwelchen Augen gesehen zu haben.

„Sie haben keinen Schirm dabei“ bemerkte sie, „Nehmen Sie meinen.“ Sie drückte ihm ihren gelben Schirm in die Hand und trat selbst einen Schritt aus dem Regenschutz. Erbarmungslos nahm der Regen sie in sich auf und durchnässte sie innerhalb weniger Sekunden. Yashiro wollte schon protestieren, als sie ihm zum Abschied winkte. „Bis bald“ lachte sie leicht und hüpfte etwas davon.

„Warten Sie, wer sagt, dass wir uns überhaupt noch einmal über den Weg laufen werden?“ Yashiro wollte sie aufhalten. Er konnte das Mädchen so nicht einfach gehen lassen. Das gehörte sich einfach nicht. Er musste ihr den Schirm wiedergeben. Sie blieb stehen und drehte sich zu ihm um. „Meinen Schirm will ich wiederhaben. Ich werde sie schon finden“ lachte sie laut auf und rannte davon.

Sie bot ihm nicht einmal die Gelegenheit, dass er ihr den Schirm jetzt sofort zurückgab. Kopfschüttelnd sah der Mann dem Mädchen nach.

Ein kleiner Teil in ihm war froh, nun einen Schirm zu haben. Er würde wie geplant zuhause ankommen und das ganz ohne unnötige Zusatzkosten.
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