Eldarya FF / Eine neue Welt

von Rijahaka
GeschichteAllgemein / P12
14.01.2016
14.01.2016
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Kennt ihr das? Manchmal gibt es einfach so Tage an denen man sich fragt wieso man nicht einfach im Bett liegen geblieben ist. Nun, wie ich hier so in dieser dämlichen Zelle saß und auf das Wasser unter mir starrte fragte ich mich das auf jeden Fall. Dabei war die Geschichte wie ich hier gelandet bin so surreal das ich am liebsten alles als Traum abgetan hätte aber ich hatte es geprüft, es war kein Traum, dafür tat mir vom ganzen Kneifen nun mein Arm weh.

Dabei hatte dieser Tag eigentlich ganz normal angefangen.

Die Schule hatte einen Orientierungslauf organisiert, meine Partnerin und ich hatten uns über unsere Klassenkameraden Nathaniel und Castiel, Schulsprecher und verhasster Schulraudi, amüsiert da diese aus unerfindlichen gründen ein Team bilden mussten und deswegen Gesichter zogen als ginge jetzt die Welt unter.

Eigentlich bin ich ja kein Schadenfroher Typ aber dieser Anblick war einfach zu komisch. Der Lauf fand in einem Wald statt. Nach einem kurzen Lauf durch eben jenen hatten wir die zweite Etappe erreicht und bekamen von unserem Lehrer eine Liste mit Dingen die wir suchen sollten ... tja... das war dann wohl der Moment in welchem das Unheil begann seinen Lauf zu nehmen.

„Ich schwöre dir Kaera, wenn ich dieses Miststück zwischen die Finger bekomme verpass ich ihr dermaßen eine das sogar ihren Ahnen noch der Schädel dröhnt!" Hach ja, Emilia wie sie leibt und lebt. Meine beste Freundin regte sich schon seit mindestens einer viertel Stunde tierisch auf und tigerte dabei kreuz und quer durch den Wald. Zugegeben, ihre Wut war berechtigt aber wenn ich in meinem Leben eines gelernt hatte dann war es: Wenn Milli auf hundertachzig ist, Klappe halten!

Besonders begeistert war ich selbst aber gerade nebenbei auch nicht. Der Grund für unser beider Unmut und sicher auch den einiger unserer Klassenkammeraden war leicht erklärt, Amber! Oberzicke vom Dienst hatte den Stempel gestohlen mit welchem der Lehrer unseren Erfolg bei der Etappe bestätigen musste und irgendwo weg geworfen. Nun dackelten wir also hier herum und versuchten zwischen den ganzen Blättern, Gestrüpp und Sträuchern einen kleinen Metallkasten wieder zu finden. Ich hatte jetzt schon keine Lust mehr aber Milli schien mit ihren Schimpftiraden jetzt erst richtig los zu legen. Besser ich nahm etwas Abstand und lies sie sich erst einmal ausschimpfen, war auf alle Fälle gesünder für meine Ohren. Ich lies mich also etwas zurückfallen und machte mich auf eigene Faust etwas auf die Suche, wenn man sich aufteilt standen die Changsen den Stempelkasten zu finden hoffentlich besser als wenn wir weiterhin als Paar durch die Gegend dackelten wie zwei dumme breitärschige Enten. Schon nach kurzer Zeit bereute ich meine Aktion aber auch schon, hinterher ist man eben immer schlauer. Dieser Wald war mir nicht so ganz geheuer. Generell war ich nicht gerade dass was man einen Blumenliebhaber nennen würde, auch wenn ich zugeben musste das der Azubi, welcher bei der Garten-Ag aushilft, ein echtes Schnuckelchen ist. Naja egal, zurück zum Thema.

Wo hat Amber diesen Gott verfluchten Stempelkasten hin!

Ohne es zu merken hatte ich mich bereits ein ordentliches Stückchen von Milli entfernt, ihr Schimpfen drang nur noch leise an mein Ohr. Als ich mich durch einen buschigen Strauch gekämpft hatte erblickte ich eine kleine Lichtung: „Wow~" Solche Anblicke bekam man sonst eher in Einem Bildband zu sehen oder in Googel.

Die Lichtung lag im dunkeln, bis auf ein paar vereinzelte Lichtstrahlen welche sich malerisch ihren Weg durch das dichte Blätterdach bahnten und auf einen fein säuberlich ausgelegten Kreis fielen welcher von weißen Kieseln umrahmt war. Die Szenerie könnte glatt aus einem Kinderbuch stammen, fehlten nur noch die Irrlichter und Elfen die rings um den Kreis tanzten. Neugierig näherte ich mich dem Kreis. Sicher hatten ihn Kinder beim spielen gezogen. Früher hatte ich das mit meinen Freunden auch oft getan aber in unserem Garten und dann als seien wir Elfen und Feen wie jene aus den alten Märchenbüchern welche meine Uhrgroßmutter uns manchmal vorlas ehe sie vor einigen Jahren verstarb. Ja, ich gebe es zu, manchmal werde selbst ich mal ein bisschen gefühlsduselig aber da zum Glück niemand in meinen Kopf gucken kann war mir das gerade sowas von schnurz. Milli und das Stempelkissen waren für den Moment vergessen, während ich einmal um den Kreis herum ging. Das nachfolgende war im nachhinein betrachtet vielleicht eines der dümmsten Dinge die ich in meinem ganzen Leben je getan hatte und ich habe leider Gottes schon eine menge Dummes angestellt.

Aus einer verspielten Laune heraus stellte ich mich neben den Kieselkreis, hatte die Beine fest zusammen gepresst und hüpfte dann mit einem übertriebenen Hopser wie ein Känguru in den Kreis hinein.

Und schon stand meine Welt Kopf, Wort wörtlich!

Kaum das ich den Boden im inneren des Kreises berührte, nein eigentlich sogar schon während ich noch in der Luft war, wurde mir plötzlich schwindelig, das Licht schien zu zu nehmen bis ich meine Augen zusammen kneifen musste um nicht geblendet zu werden. Mir war als würde ich fallen, viel tiefer als ich eigentlich sollte und dann, nichts. Meine Sinne endschwanden mir.

Blieb zu hoffen das mich jetzt keiner fand wie ich da so bewusstlos mitten im Wald in einem Kieselkreis herum gammelte.Nun, es schien mich wirklich niemand gefunden zu haben, zumindest glaubte ich das kurz als ich wieder wach wurde und leicht verrenkt auf der Seite lag. Allerdings nur so lange bis ich die Augen auf schlug und mich definitiv nicht im Wald wieder fand sondern in einem hellen Raum. Also wenn die mich schon einsammelten hätten die wenigstens so nett sein können mich ordentlich auf ein Bett oder auf eine Pritsche oder so etwas zu legen und nicht auf den kalten Fußboden, auf welchem ich offenbar lag wie ich nun feststellen muss. Mensch, taten mir die Knochen weh! Wenn es wenigstens ein Teppig wäre aber so wie sich das anfühlte lag ich auf Fliesen, auf harten kalten Fliesen. Mein Schädel dröhnte noch immer ein bisschen, als ich mich aufsetze und mich im Raum umsah.

...okay...

In der Schule war ich definitiv nicht...

„What the fuck!"

Ich befand mich in einem großen Raum in weiß, blau und rosa, oder Koralle wie mein Kunstlehrer tadeln würde, was ja noch nichts ungewöhnliches war, Krankenhäuser sind auch oft weiß und blau, nur war das hier kein Krankenhaus sondern etwas das mich irgendwie ein bisschen an die Kulisse zu einem Fantasyfilm erinnerte und das lag nicht nur an dem Eisberg großen bläulichen Kristall in der Mitte des Raumes!

Ich hatte es in der Schule ja nicht mal geschafft einen halbwegs ordentlichen Salzkristall zu züchten also Respekt an den wer auch immer dieses Monster hier gemacht hatte. Entweder träumte ich noch oder mich wollte jemand veräppeln. „Au!" nein ich war wach. Grummelnd rieb ich mir über die schmerzende Stelle an meinem Arm und sah mich dabei um. Der Raum hatte viele Fenster und eine Tür, na immerhin war ich nicht eingesperrt, auch wenn die Tür bei meinem Glück sicher verschlossen war. Bis auf den Kristall war der Raum aber leer und ich allein.

Dieser Kristall ... ich wusste nicht wieso aber dieser Kristall wirkte eine unbeschreibliche Anziehungskraft auf mich aus. Meine Mutter leierte mir immer vor das Neugier der Katze tot sei, inzwischen verstand ich langsam was sie damit meinte. Ohne das ich es selbst realisierte näherte ich mich ihm, ehe ich ihn jedoch berühren konnte fuhr mich eine Frauenstimme von der Seite an. Na wer sagts denn, ich war ja doch nicht allein.Als ich mich umdrehte sah ich statt der erwarteten Lehrerin oder einer Mitschülerin eine junge Frau vor mir mit langen schwarzen Haaren und einem Stab an welchem eine Lampe hing welche mich von der Form etwas an einen Vogelkäfig erinnerte und worin eine blaue Flamme loderte. Was mich am meisten verwunderte waren aber die großen Tierohren und die Schwänze. Ich liebe Mangas und Animes und somit brauchte ich nicht lange um die Erscheinung, die sicher ein Cosplay oder eine ähnliche Verkleidung gewesen sein musste, als Kitzune zu erkennen. Also einem japanischen Fuchsgeist, auch wenn ihre Kleidung so gar nicht japanisch aussah. Aus welchem Anime die Figur wohl stammt. Okay man fasse zusammen, erst wurde ich von einem schnöden Steinkreis Gott weiß wohin gebeamt und nu stand eine Fuchsfrau vor mir, ja ich kam mir dezent veräppelt vor.

"Wer sind sie? Wie sind sie hier herein gekommen?" fuhr sich mich aufgebracht an während mein müdes Gehirn noch versuchte die Situation wenigstens ansatzweise zu verarbeiten. Ernsthaft, was sollte das? Wollten meine Klassenkameraden mich wirklich veräppeln oder wurde ich verrückt? Eines war klar, wenn ich rausfand wer sich diesen Mist ausgedacht hatte konnte sich dieser jemand sehr warm anziehen.

"Ich habe ihnen eine Frage gestellt! Sind sie vielleicht Teil der Templer?"

Ja ich hätte irgendwas sinnvolles sagen sollen statt die Frau nur an zu starren als sei sie ein rosa Elefant im Rüschentütü beim Ballett, wobei mich das wohl auch nicht sehr viel mehr verwirrt hätte als diese Fuchsfrau hier und was wollte die mit den Templern? Zu viel fern gesehen die Frau?

"ANTWORTE"

Na die hatte ja gut reden, ich jedenfalls machte einen erschrockenen Satz rückwärts als die Flammen der Lampe plötzlich aufloderten, eine Bahn bis zur anderen Hand der Frau zeichneten und sich dort zusammen ballten. Okay, spätestens ab dem Zeitpunkt fragte ich mich wirklich ob ich den Verstand verloren hatte. Selbst diese Flammentänzer die man ab und an im Zirkus sah wären auf diese Nummer hier neidisch geworden. Ich hatte keinen Peil wie sie das machte. Dennoch hob ich erstmal rasch beschwichtigend die Hände, immerhin wollte ich nicht geröstet werden. " I-ich war im Wald spazieren und dann war da so ein Kreis und Lichter und...." Ja..was und? Ich verstand den Scheiß ja selber nicht und die Füchsin schien auch alles andere als zufrieden mit meiner gestotterten Andwort. Ehe sie jedoch noch weiter darauf eingehen konnte erklang von irgendwo Lärm, weswegen sie sich mit einem aufgebrachten "Was ist jetzt los?" zur Tür umwandte. Mein "Woher soll ich das wissen?" hätte ich mir vermutlich besser verkneifen sollen. Die Frau rief jedenfalls nach einem gewissen Jamon und faselte irgendwas von Vorgehensweise und später kümmern aber so wirklich hatte ich das nicht mitbekommen da ich diesen Jamon anstarrte.

Ja, ich war hier wirklich im falschen Film, ganz eindeutig. Die zwei Meter hatte der Mann vor mir sicher um längen geknackt und auf die Muskeln wäre selbst unser Sportlehrer Boris neidisch gewesen aber in dem Moment interessierte mich eher die graubraune Haut, die Schweinenase und die Hauer welche aus seinem Mund ragten. Ein Ork oder Oger oder irgendwas in der Richtung, oder war dass das Selbe...egal... wenn ich mich vorher noch nicht für gaga gehalten hatte spätestens ab dem Moment tat ich es. Dieser Jamon schnappte mich jedenfalls und brachte mich, trotz meiner massiven Gegenwehr möchte ich betonen, ohne mehr als Knurren an mich zu verschwenden hinunter in einen feuchten Kerker um mich dort in einen runden Käfig zu sperren welcher dort von der Decke über einem Wasserbecken hing .

Tja und hier hockte ich nun schon seit geschlagenen zwei oder drei Tagen ohne das jemand gekommen wäre um nach mir zu sehen oder etwas zu Essen vorbei zu bringen, zumindest kam es mir so lange vor doch da es nirgends in dem groben Fels, welcher die Wände darstellte, Löcher oder Fenster gab, ich mein Handy nicht zum Lauf mitnehmen durfte und keine Armbanduhr besaß, hatte ich keinerlei Anhaltspunkte wie schnell oder langsam die Zeit verging. Sollte man Gefangene nicht wenigstens mit Essen versorgen oder wollen die mich hier nun sitzen lassen bis ich verhungere? Seuftzend strich ich mir meine braunen Haare aus dem Gesicht und sah mich zum sicher hundertsten Mal in diesem Kerker um. Das ganze wirkte eher wie eine natürliche Höhle als wie ein von Menschenhand erschaffener Raum, Lampen gab es nicht aber das Wasser unter mir gab ein grünliches Glühen ab welches den Raum zumindest etwas erhellte. Ich nahm an das darin irgendwelche fluoreszierenden Pflanzen oder Algen waren, dessen Licht hinauf drang, oder vielleicht gab es eine unterirdische Verbindung zu einem anderen Raum. Wie dem auch sei, erfahren würde ich es so oder so nicht wenn mich nicht bald jemand aus dieser Zelle heraus holte. Eine weitere Ewigkeit verging, als ich plötzlich von einem scharrenden Geräusch aufgeschreckt wurde. Hastig sah ich mich um und entdeckte einen schwarzen Schemen. Wer viele Geschichten kennt, ob nun aus Büchern oder dem Fernsehn, hat jetzt schon den Kerkermeister oder einen Folterknecht vor Augen. Ich schämte mich also nicht die Bohne dafür mich in die hinterste Ecke des Käfigs zu drücken, wie unsinnig das auch sein mag. Als dieser Schemen näher kam bildete er sich zu einer hochgewachsenen Gestalt in einer Art Kampfanzug oder leichter Rüstung oder so etwas und einer Maske die mich etwas an einen Drachen erinnerte. Wer war das? Gab es an diesem Ort denn nur merkwürdige Gestalten? Wie ein Folterknecht oder so sah der nicht aus, eher wie der Bösewicht aus einem Marvelcomic, wobei die Maske schon irgendwie etwas hatte. Die schwarz rote Farbgebung verstärkte den Eindruck eines Bösewichts aber nur. Instinktiv rückte ich weiter ans hinterste Ende meiner viel zu kleinen Zelle, zumindest so weit dies noch möglich war da mir die Gitterstäbe bereits fest gegen den Rücken drückten. Wie zu erwarten hinderte das die Gestalt auch nicht daran immer näher zu kommen, wäre ja auch zu schön gewesen aber mal ehrlich, als ob so etwas einen Angreifer je davon abgehalten hätte seine Tat aus zu führen. Voller Angst verfolgte ich wie der Mann die Zelle öffnete und...zurück trat? Wollte er das ich von selbst hinaus kam? Einen Moment spielte ich mit dem Gedanken einfach hocken zu bleiben doch andererseits konnte sich mir vielleicht ein Weg zur Flucht ergeben also kletterte ich vorsichtig hinaus. Meine Beine fühlten sich von der ständigen Hockerei an als seien sie aus Pudding und mein Magen fühlte sich flau an. Zumindest ersparte mein Bauch mir die Peinlichkeit jetzt zu knurren an zu fangen, das wäre es jetzt ja auch gewesen. Mir einem eher linkischen Hopser sprang ich also aus der Zelle, wäre aber um ein Haar trotzdem im Wasser gelandet. Außerhalb der Zelle und endlich wieder auf eigenen Füßen stehend überraschte mich der Mann, aufgrund seines Körperbaus und seiner Größe ging ich einfach mal davon aus das es ein Mann sein musste welcher dort unter der Maske steckte, anstatt mich fort zu schleifen oder sonst was zu tun neigte er nur kurz den Kopf, musterte mich eingehend, drehte sich herum und ging einfach. Wieso lässt der mich denn jetzt einfach stehen? "Äh...darf ich jetzt gehen?" rief ich fragend hinterher doch der Mann reagierte nicht und kurz darauf war er auch schon verschwunden. Öhm, okay dann geh ich mal. Sowas aber auch doch beschweren würde ich mich jetzt ganz sicher nicht. Gott, wenn ich Milli das alles hier erzähle wird sie mich für total übergeschnappt halten und ich könnte es ihr nicht mal verübeln.

Ein paar Minuten verstrichen während ich mich in der Höhle umsah und dabei nach einem zweiten Ausweg suchte, leider gab es anscheinend nur den durch welchem ich von diesem Jamon hier her gebracht worden war. Nun gut, wer nicht wagt der nicht gewinnt. Somit ging ich also die Lange gebogene Treppe wieder hinauf durch die düsteren Kellerräume und schließlich noch höher eine hübsche Wendeltreppe hinauf bis ich in einer Art Eingangshalle ankam. Dabei bewegte ich mich so vorsichtig wie nur irgend möglich damit ich keinen Lärm machte welcher mich verraten hätte. Würde mir ja gerade noch fehlen das mich jemand erwischte und erneut wegsperrte, denn irgendwie hatte ich so im Gefühl das diese Füchsin und der Oger es nicht so toll fänden wenn sie mich außerhalb meiner Zelle sähen. Wenn ich doch nur mehr Kraft hätte. Jeder Schritt schien unheimlich viel Kraft zu fordern und auch mit der Konzentration war es alles andere als gut bestellt. Trotzdem musste ich weiter. Es musste einen Weg nach Hause geben und ich würde ihn mit Sicherheit finden. Meine Mutter musste sicher schon krank vor Sorge sein. Es sollte immerhin nicht unbemerkt geblieben sein das ich einfach von dem Orientierungslauf verschwunden war und meine Freundinnen drehten in Skype sicher auch schon am Rad weil mich niemand erreichen konnte. Die Luft schien rein zu sein, zumindest für den Moment, also huschte ich schnell in den Raum und wollte durch eine der Gegenüberliegenden Türen verschwinden. Im Augenblick machte ich mir nicht die Mühe mich eingehender um zu sehen. Der beste Anlaufpunkt um einen Heimweg zu suchen schien mir der Raum mit dem Kristall zu sein, da ich dort ja auch gelandet war, leider hatte ich keine Ahnung wo dieser lag also hieß es suchen. Wie das Schicksal es so wollte, ehrlich mal Fortuna muss mich hassen, lief ich dabei aber nur in den Rücken eines großen jungen Mann hinein welcher, sehr zu meiner Erleichterung, bis auf seine silbernen Haare und die ungewöhnliche Kleidung sehr normal und menschlich aussah.

"Äh...E-Entschuldigung." oh Gott nur schnell weg hier! Eilig lief ich wieder zurück zum Treppenhaus welches in den Keller führt. Dort lehnte ich mich erstmal gegen die Wand um mein wie wild pochendes Herz zu beruhigen. Es wäre ja auch zu einfach gewesen wenn mal etwas glatt laufen würde oder? Zumindest hatte ich so viel Glück das der Mann mir nicht hinterher lief, das war doch schon mal etwas, oder? Erst als mein Puls sich wieder normalisiert hatte huschte ich ganz vorsichtig zur Tür zurück und spähte in die Halle zurück. Dieses mal sah ich mich gründlicher um. Der Mann stand noch immer dort und in seiner Begleitung ein weiterer schwarzhaariger Mann. Ich muss gestehen so langsam fragte ich mich ob es an diesem Ort nur gutaussehende Männer gab. Jener in welchen ich zuvor hinein gelaufen war, war groß, muskulös, mit Milchkaffee brauner Haut und schulterlangen silbernen Haaren, auf so einen Körperbau wäre jeder Mann den ich jetzt so kannte definitiv neidisch gewesen und den Mädels wäre das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Der neue Mann neben ihm sah aber auch nicht ohne aus wenngleich er schlanker gebaut war aber eindeutig auch trainiert. Seine schwarzen Haare waren kürzer und strubbelig und er trug eine Augenklappe über dem linken Auge. Was mich bei ihm allerdings irritierte waren die spitz zulaufenden Ohren, welche bei einer genaueren Musterung zwischen seinen Haaren hervor lugten. Es hätte schlimmer kommen können. Prima aber hey ich sollte vermutlich froh sein noch keinem Drachen oder Vampir zwischen die Füße gelaufen zu sein.

Da mich die Männer nicht zu bemerken schienen blieb ich in meinem Versteck hinter einer Säule und belauschte ihr Gespräch .

"... und du hast sie einfach endwischen lassen?" fragte der Schwarzhaarige mit leicht belustigtem Unterton während sein Kollege nur trocken erwiderte "Es ging zu schnell, ich hatte kaum Zeit zu verstehen was los war da war sie auch schon wieder weg!" Scheint als würden sie sich über mich unterhalten, ach du heiliges Karnickel! "Zu schnell für dich? Guter Witz." "Ich hatte ihr den Rücken zugewandt, ich hatte keine Zeit mich um zu drehen." "Vielleicht sollten wir sie suchen"

Nein das sollten sie wenn es nach mir ginge nicht, das würde mir garantiert viel Ärger ersparen. Inzwischen hatte ich mich Stück für Stück die Wand entlang geschoben und hinter einer weiteren Säule versteckt. Eine weise Endscheidung denn die beiden Männer verließen ihren Platz neben einem der Bäume, welche rings herum nahe der Wände in Löchern im Boden gepflanzt waren, und hielten nun direkt auf die Treppe nach unten zu ehe sie dort verschwanden. Wie gern ich mich jetzt einfach auf den Boden hätte fallen lassen um aus zu ruhen doch dazu fehle mir gerade die Zeit. Die Zwei würden schnell merken das ich nicht mehr Unten war und dann sicher wieder zurück kommen also hielt ich auf die Tür zu durch welche ich eben wollte. Dahinter fand ich mich leider nicht in diesem Kristallsaal wieder sondern, oh Gott mein Magen gab gleich endgültig den Geist auf, in einer Art Speisekammer.Der ganze Raum voll mit abgehangenen Fleisch, Brot, Gläsern mit Honig und Marmelade sowie Säcken mit allem möglichen Gemüse. Mein Magen zog sich quälend zusammen und protestierte gegen seine Leere nun doch mit dem längst überfälligen und geradezu unüberhörbaren Knurren. Mir blieb aber auch gar nichts erspart. Ruhig sah ich mich um. Der Raum und überhaupt alle Räume hier sahen so ganz anders aus als ich es gewöhnt war. Keine kahle Kammer mit Regalen und Kühltruhen. Auch hier gab es Regale doch die ganze Atmosphäre erschien mir wesentlich wärmer, wie eine Kammer in einem mittelalterlichen Schloss in einem dieser romantischen Filme. Generell erinnerte alles hier irgendwie an ein Fantasy-Computerspiel oder eine Filmkulisse, nur viel realer. Besonders hübsch fand ich ein Gebilde welches wie ein Bienenstock geformt war und aus mehreren Waben bestand wobei jede Wabe ein Fach war in welchem kleinere Nahrungsmittel gelagert wurden. Fasziniert und zugegeben auch von meinem knurrenden Magen getrieben ging ich ein paar Schritte in den Raum hinein. Ob es wohl auffallen würde wenn ich mir einfach etwas nähme? Nun, immerhin hatten sie mich Ewigkeiten dort unten eingesperrt, da war es doch nur recht und billig wenn ich mir nun etwas nahm. Nichts großes, immerhin wollte ich nur das Magengrummeln los werden. Auf einem der Tische lag ein Leib Brot auf einem Brettchen, das würde doch theoretisch reichen, oder? Zögernd streckte ich die Hand nach dem Brot aus, noch ehe ich das Brot in die Hand nehmen konnte wurde plötzlich mein Handgelenk von jemanden ergriffen und ich wirbelte erschrocken herum. Schon wieder eines dieser komischen Dinger! Dieses mal ein Elf wenn ich mir so die langen spitzen Ohren ansah, von den blauen Haaren mal ganz zu schweigen.

"Was haben wir denn hier?"

"Äh...." Mensch mir sollten wirklich mal bessere Bemerkungen einfallen als immer nur "Äh" sonst hielten die mich irgendwann noch für total geistig zurückgeblieben aber seien wir doch mal ehrlich, da stand ein Elf vor mir, ein großer männlicher und zugegeben attraktiver elf. Bei welchem Fantasy oder Animefan würde da nicht das Hirn vorübergehend seinen Dienst einstellen und Gott er hatte blaue Haare! Richtige blaue Haare. Nicht so wie die Perücken die man zu Karneval oder bei Cosplayern sieht sondern schöne seidige Haare mit helleren und dunkleren Strähnen sodass keinen Moment der Eindruck von etwas künstlichem erweckt wurde. Am liebsten hätte ich sie angefasst aber zum einen hielt er ja noch mein Handgelenk fest und zum anderen wäre das dann doch ein bisschen arg unhöflich gewesen. Ich musste den schlechten Eindruck den sie hier von mir hatten ja nicht mit allen Mitteln noch weiter verschlechtern.

Dennoch dauerte es etwas bis mein überfordertes Hirn realisierte das der Elf begann zu sprechen. „Wie ich sehe war da jemand hungrig, hat dir niemand beigebracht das man nicht stiehlt?" Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken, erst recht als mein Magen, dieser miese Verräter, abermals knurrte.

„Äh..." dieses Geräusch sollte ich wirklich aus meinem Wortschatz streichen. Der Elf zog eine Braue hoch „Im ernst, was machst du hier?" Zum antworten kam ich leider nicht da in diesem Moment die Tür auf flog und diese Fuchsfrau herein gestürmt kaum, welche kaum das sie mich sah auch schon Löß keifte. „Das ist jetzt nicht wahr, was machst du hier?" hinter der Frau kämen drei weitere Männer in den Raum, die zwei welche ich eben schon gesehen hatte und ein dritter fremder Mann. Ich will mich nicht zu sehr in Details verlieren, auch wenn ich angesichts des Hornes auf seiner Stirn und des langen Schweifes einen Moment lang nicht anders konnte als kurz zu starren. Der Gehörnte fragte auch sofort was los sei und prompt schimpfte die Fraub weiter. „Erst wurde die Menschliche im Kristallraum erwischt und nun hat sie Nahrung gestohlen!"

„Das ist nicht wahr,ich habe nichts gestohlen!" keine all zu glaubhafte Aussage angesichts dessen das der Elf noch immer meine Hand nahe des Brotes hielt. Das fand er wohl auch. Sein spöttisches Lächeln war zum niederknien aber trieb mir auch die Schamesröte auf die Wangen. „Ich wollte es aber hatte nicht genug Zeit." Nuschelte ich klein laut und sah weg. Entweder war die Füchsin dumm oder hörte mir nicht zu, ich tippte ja auf beides, zumindest fuhr sie in ihrem Geschimpfe unbeirrt fort und beschuldigte mich Milch und Brot gestohlen zu haben woraufhin ich mit erhobener Stimme wiederholte das ich nichts gestohlen hatte. Der Elf lies mich nun auch los, sei es aus Schreck über meine plötzliche Lautstärke oder weil er nicht zwischen die Fronten geraten wollte. Während wir uns wütend ansahen merkte der Mann mit den silbernen Haaren ziemlich monoton an „In das Alchemielabor wurde auch eingebrochen, eine Drachenträne fehlt." „Seht ihr, sie bestiehlt uns! Gib die Träne zurück, sofort!" Ich hatte keine Ahnung was diese Frau von mir wollte aber eines war mir klar, die Liste der Verbrechen die ich angeblich begangen haben sollte wurden länger und länger und länger. „Ich sagte doch ich war es nicht, ich weiß nicht mal wovon ihr redet!" protestierte ich also und wurde ganz offensichtlich wieder ignoriert. Wirklich, ich begann langsam diese Frau zu hassen und ich war mir sehr sicher das es ihr nicht viel anders ging. „Steckt sie wieder in die Zelle, vielleicht frischt das ihr Gedächtnis auf." „Wie oft muss ich es noch wiederholen ehe du es verstehst? Ich-habe-nichts-gestohlen! Ich weis ja nicht mal wie ich hier her gekommen bin." Die Frau hob drohend einen Finger, womit sie mich jetzt irgendwie an meine Mutter erinnerte „ Nicht in diesem Ton!" zum Glück ging der Mann mit dem Horn dazwischen ehe ich und diese Frau uns an die Köppe gehen konnten. „Miiko bitte, wir könnten ihr zumindest zuhören, oder nicht?" Zumindest einer welcher der Vernunft zugänglich zu sein schien. Eine Perle unter Säuen. Miiko, zumindest kannte ich nun von einem der hier versammelten Leute den Namen, schnaubte aber sie willigte ein. Aller Augen richteten sich mit gemischten Mienen auf mich, was mir doch ein wenig Unbehagen bereitete aber zumindest gewährte man mir endlich die Changse die Lage aus meiner Sicht zu erklären.

Also erklärte ich. Berichtete den versammelten von dem Kreis im Wals, das Licht und dieses merkwürdige Gefühl als ich hinein trat, genauso wie ich in dem Raum mit dem großen Kristall aufwachte und schließlich ohne die Möglichkeit mich zu erklären von Miiko und Jamon in den Kerker gesperrt wurde. Zu meiner Überraschung sahen alle mehr oder weniger verwundert über diese Erklärung aus. Miiko fragte noch einmal nach ob ich wirklich in dem Kristallraum aufgetaucht sei, nur um auf meine Bestätigung hin mit dem Kopf zu schütteln und zu meinen das dies unmöglich sei da dieser Raum viel zu gut gesichert sei. Jaja, unmöglich oder nicht aber es war nun mal so, entweder. glaubte sie es oder nicht, mir war es egal aber es wäre angesichts der Umstände sicher besser wenn sie es täte, zumindest wenn ich nicht wieder in der Zelle sitzen wollte bis ich irgendwann Schimmel ansetzte. Zu meiner weiteren Verwunderung kaum mir der Schwarzhaarige gewissermaßen zu Hilfe, die Götter sollen ihn segnen, indem er meinte „Ich habe nicht den Eindruck als wurde sie lügen."

Ich seufzte erschöpft, das ganze hier strengte wirklich an, mehr als ich zugeben mochte. „Ich wollte wirklich keinen Ärger machen, ich will einfach nur nach Hause." Daraufhin meldete sich der Elf, nun eher mit ernster als mit spöttischer Miene, zu Wort „Unglucklicherweise ist das nicht möglich, der Kreis funktioniert nur in eine Richtung." Seine Worte schlugen in mich ein wie ein Donner und mit aufgerissenen Augen starrte ich ihn an. Lüge, das musste eine Lüge sein. Unmöglich konnte dies wahr sein. Ich musste doch nach Hause, wenn nicht durch diesen Kreis wie dann sollte ich wieder von hier fort kommen? Diese blöde Füchsin ignorierte mein Endsetzen natürlich und schnaufte nur desinteressiert durch die Nase „Wir werden schon einen Weg finden das zu regeln aber sie ist es nicht wert das wir uns ihretwegen die Köpfe zu zerbrechen. Steckt sie wieder in die Zelle, wir hohlen sie raus sobald wir sie zurück schicken können." Jamon, wann war der eigentlich in den Raum gekommen, knurrte und machte sofort einen Schritt auf mich zu sowie ich sofort einen zurück wich. Wenn die glaubten das ich mich Widerstandslos wieder einsperren lies hatten die sich aber mächtig geschnitten.

„Ich Frage mich..." machte nun der Silberhaarige auf sich aufmerksam „Wie ist sie aus der Zelle gekommen?" Wieder richtete sich mehr als ein fragender Blick auf mich doch ich zuckte nur mit den Schultern und erklärte das mich jemand hinaus gelassen habe. Ausreden konnte ich aber nicht da mir das Weibsstuck bereits mit lauter Stimme ins Wort fiel. „Das ist nicht wahr, verschwende nicht unsere Zeit mit deinen Lügen. Kommt mit, wir müssen das Gebäude durchsuchen..." kurz hoffte ich das ich nicht wieder eingesperrt würde „ und sie kommt ins Gefängnis zurück! „ und da lag die Hoffnung auch schon wieder in Scherben. Während ich langsam in Selbstmitleid versank begannen die Anderen zu diskutieren. Worüber verstand ich nicht doch einen nützlichen Aspekt hatte diese Diskussion dennoch, ich erfuhr endlich die Namen von ihnen allen. Der große stille mit den silbernen Haaren hieß Valkyon, der mit den Schwarzen neben ihm war Nevra, der Gehörnte Kero- irgendwas und der Elf mit den faszinierenden blauen Haaren wurde von den anderen Ezarel genannt.

Na zumindest wusste ich jetzt wen ich während meiner zukünftigen Zeit in der Zelle verfluchen musste. Wie es nun weiter gehen sollte musste sich aber noch zeigen.
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