Farewell

GeschichteSchmerz/Trost / P12
Deirdre - Mystischer Ritter der Luft Rohan - Mystischer Ritter des Feuers
14.01.2016
25.01.2016
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14.01.2016 646
 
Hallo und herzlich willkommen zu Farewell.
Diese Story ist  ein Sequel, man sollte also den Vorgänger gelesen haben, um sich nicht zu sehr verwirren zu lassen^^
Ganz untypisch  handelt es sich hier nicht um einen Oneshot, allerdings wird es sich auch nicht zu sehr in die Länge ziehen.
Lange Rede kurzer Sinn: viel Spaß mit dem Prolog!



Es war eine ruhige Nacht in Kells. Der Mond und die Sterne verbargen sich die meiste Zeit zwischen den Wolken und in der Luft lag eine Kühle, die das baldige Ende des Sommers ankündigte. Wenig regte sich auf den Wegen und Pfaden, nur ein einsamer Reiter trieb sein Pferd unerbittlich voran. Das Tier war ebenso erschöpft wie der Mann der auf ihm saß, doch der konnte das Ziel seiner langen Reise bereits ausmachen und würde sich selbst und seinem Hengst erst dann eine Pause gönnen, wenn er es endlich erreicht hatte. Das Schloss von Kells ragte majestätisch und erhaben vor ihm auf und weckte hunderte Erinnerungen, sowohl gute als auch schlechte. Doch vor all diese Gedanken schob sich immer wieder das Bild aus seiner Vision: die kranke Frau, die immer wieder seinen Namen rief. Die Dringlichkeit, die in der ganzen Szene mitschwang, machte ihm jedoch klar, dass die Frau nicht einfach nur krank war. Sie lag im Sterben.

Jedes Mal wenn er daran dachte, lief ihm ein eisiger Schauer über den Rücken und er musste sich stark beherrschen, um sein armes Tier nicht noch mehr anzutreiben. Seit er vor nunmehr zehn Nächten diese Vision gehabt hatte, war er fast ununterbrochen unterwegs gewesen und hatte sich kaum eine Stunde Ruhe gegönnt. Seine Sorge und seine Angst hatten ihn immer weiter getrieben und er hatte unterwegs wahrscheinlich mehr als nur ein Pferd zu Schanden geritten.
Dass es sich bei seiner Vision nicht nur um einen schrecklichen Albtraum gehandelt hatte, stand für ihn völlig außer Zweifel. Immerhin war er früher einmal ein Druidenlehrling gewesen. Zugegeben wohl kein besonders guter oder eifriger, aber einige Dinge hatte er damals doch gelernt.

„Halt! Wer reitet da?“
Die Stimme des Wächters riss ihn abrupt in die Gegenwart zurück und er sah sich mit einem neuen Problem konfrontiert. Das Tor war geschlossen, es war mitten in der Nacht und er hatte keinen Schimmer, was er sagen sollte.
„Ich...“, seine Gedanken rasten, „ich bitte um ein Quartier für die Nacht und eine Audienz.“
Das war wahrscheinlich nicht die klügste Antwort, aber auf die Schnelle war ihm nichts besseres eingefallen. Der Wächter oben auf der Mauer machte jedoch keine Anstalten, seiner Bitte nachzukommen.
„Das Tor bleibt über Nacht geschlossen. Bei Sonnenaufgang wird es wieder geöffnet. Wenn du dann wiederkommst, kriegst du mit ein wenig Glück deine Audienz beim König.“
Der Mann hatte anscheinend nicht viel Mitgefühl für ihn, aber der Reiter probierte es trotzdem weiter.
„Bitte, es ist wirklich furchtbar dringend. Es geht sozusagen um Leben und Tod!“
Doch die Worte schienen genau den gegenteiligen Effekt zu haben, denn der Mann oben klang nun hörbar genervt ob des nächtlichen Störenfrieds.
„Das Tor bleibt geschlossen!“, verkündete er in einem Tonfall, der keine weiteren Diskussionen zuließ.
Der Reiter seufzte. Ihm gefiel nicht, zu welchem Mittel er nun würde greifen müssen, um doch noch sofort Einlass zu erhalten. Aber er war zu weit gekommen, um sich jetzt von einem einfachen Tor und dessen Wächter aufhalten zu lassen. Er würde zu ihr kommen, seine Angst um sie war stärker als alles andere. In Gedanken hörte er sie wieder und wieder seinen Namen flüstern.
Der Mond brach hinter den Wolken hervor als er sein Schwert zog und er konnte sehen, wie sich der Mann auf der Mauer anspannte.
„Macht keine Dummheit!“, rief der Wächter herunter, „Was Ihr auch vorhabt, das Tor bleibt geschlossen.“
„Auch für Draganta?“
Mit diesen Worten hob er sein Schwert gen Himmel und ließ Flammen daraus aufsteigen, wie er es zuletzt vor mehr als zwanzig Jahren getan hatte.
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