To Love An Agent

GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
Candace Gertrud Flynn Ferb Fletcher Perry / Agent P. Phineas Flynn
12.01.2016
12.01.2016
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Verrückt. Dieses Wort geisterte Phineas Flynn immer und immer wieder durch den Kopf. Seit Tagen ließen ihn die Gedanken an diese Sache nicht mehr in Ruhe. Stunde für Stunde, Sekunde für Sekunde, zerbrach er sich den Kopf darüber. Es war verrückt. Es war eindeutig komplett verrückt. Niemals in seinem Leben hatte er mit so etwas gerechnet. Mit etwas, das so merkwürdig und abnormal war. Etwas, das seinen ganzen Körper bei jedem Gedanken daran erschaudern ließ. Das ihn an die Grenzen seines Vorstellungsvermögens brachte.
Es war eindeutig falsch, so etwas zu tun. Es verstieß gegen alle Grundsätze, die er sich in seinem Leben einmal gesetzt hatte. Gegen alles, woran er einmal so fest geglaubt hatte. Was er tat, war nicht nur moralisch, sondern mit Sicherheit auch gesetzlich völlig tabu. Weil es etwas so Abstoßendes, so etwas völlig Ekelhaftes und Widerwärtiges doch eigentlich gar nicht geben durfte. Es durfte einfach nicht wahr sein, dass er sich ausgerechnet in ihn verliebt hatte. Dass ausgerechnet er es war, in dessen Nähe er sich so sicher und geborgen fühlte. In dessen Armen er verloren war, wenn sie ihm zärtlich durch seinen roten Haarschopf streichelten.
Sein Verstand sagte ihm auch, dass er diese Sache beenden musste. Er musste einen Schlussstrich ziehen und diese widerwärtigen Gedanken ein für alle Mal aus seinem Gedächtnis verbannen. Aber sein Herz sagte, dass er verliebt war. Dass er Hals über Kopf in ihn verliebt war. In ihn, der so fürsorglich und liebevoll zu ihm sein konnte wie kein anderer auf dieser Welt. Der ohne ein einziges Wort immer genau wusste, was er brauchte und was ihm fehlte. Der es verstand, ihn wieder aufzufangen, wenn er den Boden unter den Füßen verlor. Und der so verdammt gut küssen konnte. Der ihn mit einem einzigen Kuss in einen intensiven Rausch ziehen konnte, aus dem er nicht mehr entkam.
Er war derjenige, der ihn nachts wärmte, wenn sein Bett wieder einmal kalt und einsam war. Der ihn durch seine aufgeschlossene und manchmal auch kindische Art zum Lachen bringen konnte. Derjenige, der ihm vorsichtig die Tränen aus dem Gesicht wischte und tröstete, wenn er traurig war. Er war für ihn da, wenn er sich verlassen fühlte. Gab ihm Halt, wenn er die Kraft verlor und machte ihm Mut, wenn ihn wieder diese Gedanken plagten. Die Gedanken an ihre geheime Beziehung. Weil sie es nicht verstehen würden. Weil keiner jemals verstehen würde, warum ausgerechnet er derjenige war, der sein Herz erobert hatte. Ausgerechnet er. Ausgerechnet Perry, sein über alles geliebtes Haustier.
So oft hatte Phineas nachts wachgelegen und darüber nachgedacht. So oft hatte er versucht, seine Gefühle mit seinem Gewissen zu vereinbaren. So oft hatte er in Perrys Armen geweint. Weil es schmerzte. Weil es so sehr schmerzte, zu wissen, dass niemand ihn jemals verstehen, geschweige denn akzeptieren würde. Nicht, solange er Perry liebte. Nicht, solange er etwas tat, das derartig abnormal und widerlich war.
Und das alles nur, weil er nicht auf Ferb gehört hatte. Weil er unbedingt seinen Kopf hatte durchsetzen müssen. Nur, weil er an diesem Nachmittag in den Keller gegangen war und sein Geheimnis aufgedeckt hatte. Gesehen hatte, was Perry in Wirklichkeit war. Was er in Wirklichkeit tat. Dass er ein Geheimagent war. Ein Geheimagent mit seinem eigenen Versteck. Seiner eigenen Ausrüstung. Seinem eigenen Erzfeind.
Die Gewissheit, dass Perry Ferb und ihn so lange belogen hatte, tat ihm immer noch weh. Es schmerzte noch immer, zu wissen, dass er ihnen so lange etwas vorgespielt hatte. Dass er in Wahrheit gar nicht das unschuldige und liebe Schnabeltier war, das er vorgab, zu sein. Phineas war so unglaublich wütend auf ihn. Darauf, dass er sie getäuscht hatte. Sie alle in dem Glauben gelassen hatte, er wäre völlig harmlos und unschuldig.
Jedes Mal nahm er sich vor, Perry deswegen anzuschreien und ihm seine Meinung zu sagen. Jedes Mal versprach er sich selbst, diesem verworrenen Spiel endgültig ein Ende zu setzen und Perry zum Teufel zu schicken. Er war so wütend auf ihn. Er wollte ihn dafür hassen. Ihn für immer aus seinem Leben und seinen Gedanken verbannen. Doch Phineas schaffte es nicht. Er schaffte es einfach nicht, weil er stets Angst hatte, ihn damit zu verletzen. Und das war das letzte, das er wollte, obgleich er enttäuscht über Perrys Lügen war. Jedes Mal, wenn er in sein Zimmer kam, hatte er den Vorsatz, es zu beenden. Es endlich zu beenden. Doch sobald ihm Perry gegenüberstand, ein sanftes Lächeln auf seinem Gesicht, sich neben ihn aufs Bett setzte und anfing, ihn zu streicheln, war er machtlos. Er war vollkommen machtlos gegen sein Verlangen. Sein heißes Verlangen nach Perrys Nähe. Sein ganzer Zorn verrauchte, sobald er ihn berührte. Sich an ihn schmiegte. Zärtlichkeiten mit ihm austauschte. Egal, ob es moralisch verwerflich war oder nicht. Egal, ob man ihn deswegen von Gesetzeswegen belangen konnte. Sobald Perry bei ihm war, waren ihm alle Gesetze dieser Welt völlig egal. Sein Verlangen siegte jedes Mal über seine Wut und er genoss es. Er genoss dieses einmalige Gefühl, das nur Perry ihm geben konnte. Das Gefühl, geliebt zu werden. Gebraucht zu werden.
Phineas spürte zum ersten Mal, was es bedeutete, wenn man wirklich begehrt wurde. Denn Perry begehrte ihn. Das hatte er ihn schon oft genug und mehr als deutlich spüren lassen. Durch seine Blicke. Seine begeisterten Blicke aus diesen klaren, leuchtenden Augen. Durch seine Berührungen, die er ihm zuteilwerden ließ, wenn sie beide allein waren.
Und durch seine Nachrichten. Diese kleinen weißen Zettelchen, auf denen er eifrig alles aufschrieb, was ihm durch den Sinn ging. Um sich mit Phineas verständigen zu können. Um ihm sagen zu können, dass er ihn liebte. Heiß und innig liebte. Hin und wieder tippte er auch Botschaften am PC ein, um Phineas später damit zu überraschen. Um ihm zu beweisen, wie viel er ihm bedeutete. Wie wichtig er für ihn war. Und dass es ihm völlig egal war, ob das, was sie machten, verboten war.
Natürlich war es merkwürdig, ausgerechnet Perry als Freund zu haben. Natürlich fragte Phineas sich hin und wieder, ob er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Doch sobald Perry in seiner Nähe war, wusste er es ganz genau: Er hatte sich ohne Zweifel richtig entschieden. Sobald er Perrys Hand auf seiner spürte, warf er sämtliche Bedenken über Bord und ließ sich mit Herz und Verstand auf diese Beziehung ein. Auf jede seiner Berührungen. Auf jeden seiner Küsse. Ohne jegliche Zweifel. Ohne jede Angst.
Sicher – es war ungewöhnlich. Vielleicht war es auch moralisch nicht in Ordnung. Doch mit der Zeit hatte Phineas gelernt, die Moral beiseite zu lassen und nur noch auf sein Herz zu hören. Und sein Herz schlug eindeutig für Perry. Da war er sich absolut sicher. Und jedes Mal, wenn sie sich in seinem Bett zusammenkuschelten und einander lange Zeit schweigend in die Augen blickten, wurde Phineas wieder klar, was das Wichtigste in seinem Leben war.
Und er erinnerte sich mit einem Lächeln wieder an den Tag zurück, an dem alles einmal angefangen hatte.
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