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Memories of Life (Aldnoah.Zero)

von xMiyux
GeschichteSchmerz/Trost / P12
11.01.2016
27.02.2016
1
1.669
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Dieses Kapitel
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27.02.2016 1.669
 
Vorwort

Hallo erstmal^^

ich freue mich, dass ihr diese FF aufgerufen habt.
Meiner Meinung nach gibt es einfach zu wenig FF zu einem so tollen Anime wie Aldnoah.Zero. Die Einzige, die ich hier gefunden habe, ist ein Slash-Two-Shot (kann man das so nennen? Ich hoffe ihr wisst trotzdem, was ich meine...). Nicht, das ich das nicht mag, jedoch hätte ich mir mehr erhofft. Egal. Dies werden einige Kapitel werden, ich plane zurzeit so um die 2-3 hochzuladen, vielleicht werden es auch mehr.

Des Weiteren mache ich das hier auch nicht ohne Grund. Auch wenn ich hiermit eine weitere Geburtstags-FF veröffentliche, stammt die Idee, oder besser gesagt, der Impuls dieses Mal nicht ganz von mir, sondern ist eine Art Beitrag zur Slaine Week.
(http://aldnoahslaine.tumblr.com/) Schaut doch mal rein!

Eine Info zum Inhalt noch vorweg: Es kann sein, dass es Andeutungen bzw. "richtige" Pairing-Szenen geben wird. Selbst bei Kapiteln, zu denen das vielleicht nicht so gut passt... Nur um vorbereitet zu sein. Das Pairing ist in solchen Fällen übrigens Asseylum x Slaine. Für diejenigen von euch, die schon auf meinem Profil waren, dürfte das keine Überraschung gewesen sein...

Wie man am Titel dieses Kapitels unschwer feststellen kann, ist der erste OS passend zu einem Thema der Slaine Week ausgesucht. Ob es von der Handlung her wirklich passt, weiß ich aber immer noch nicht.

Na ja, ich hoffe, es gefällt euch trotzdem!

Miyu


---


Die Stütze

Wenn er zurückdachte, hatte er ihre Hilfe nur ein einziges Mal wirklich angenommen. Danach hatte er sich geschworen, nie wieder Schwäche vor ihr zu zeigen. Wenn er sich daran hielt, könnte er ihr eine heile Welt ermöglichen, wenn er nur bei ihr war. Er würde sie so vor jedem Unheil schützen, das sie bedrohen würde.
Ihr unschuldiges Wesen würde so durch nichts Schlechtes befleckt werden, solange er sie und ihre Gedanken davor abschirmte.
So dachte er.


„W-Was? Nein! D-Das kann doch nicht... Nein... Bitte! Bitte, verlass mich... Nicht jetzt! Vater..“ Der Rest ging in Schluchzen und Wimmern unter. Als Slaine die Nachricht vom Tod seines Vaters bekam, konnte er es nicht glauben. Man brachte ihn zum Körper seiner Bezugsperson. Dr. Troyard lag auf dem Boden, wehrlos, wie es schien, aber auf andere Weise sah es so aus, als schliefe er nur. Es wirkte ganz so, als würde er jeden Moment die Augen öffnen und seinen einzigen Sohn begrüßen.

Aber sein Mund öffnete sich nicht. Seine Lider hoben sich nicht. Seine Augen blieben geschlossen.
Er würde nie wieder aufwachen, begriff Slaine. Er verlor den Boden unter den Füßen, seine Beine ließen unter der Last der Gewissheit nach und er fiel auf die Knie. Seine Hände stützten ihn gerade noch ab, bewahrten ihn davor, endültig alles zu verlieren. Niemand hielt ihn auf, niemand hielt ihn davon ab, vor seinem Vater zusammen zu brechen, als ihm klar wurde, dass dieser ihm gerade für immer genommen wurde. Die Wachen, die ihn hergebracht hatten, sahen ihre Pflicht damit als erfüllt. Sie waren längst gegangen, hatten ihn allein gelassen, ihn alleine trauern lassen.
Aber das war ihm egal. Ihm war gerade alles egal. Die Tatsche, dass sein geliebter Vater nicht mehr bei ihm war, ließ ihn für alles Andere nur Gleichgültigkeit empfinden.

So bemerkte er auch nicht die leisen, trippelnden Schritte, die sich ihm in einer Geschwindigkeit näherten, von der er nicht einmal gewusst hatte, dass diese zierlichen Füße sie überhaupt besaßen. Er bemerkte das laute Keuchen, das verzweifelte Nach-Luft-Ringen, die atemlose Stimme, die nach ihm rief, wenn sie nicht durch das Keuchen unterbrochen wurde, ebenfalls nicht.

Er hörte nichts.

Er wollte nichts mehr hören.

Er wollte auch nichts mehr fühlen.

Doch das war leider unmöglich.

Alle seine Sinne waren von einem unbeschreiblichen Schmerz betäubt, der ihn von innen auseinanderriss. Wenn der Schmerz einen Moment lang leicht nachließ, bemerkte er die Leere, die dieser überdeckt hatte. Sie war viel schlimmer als der Schmerz, jedoch auf andere Weise. Doch der Schmerz blieb nicht lange aus. Gerade als er dachte, die Leere hätte nun die Oberhand, schlug der Schmerz wieder einmal erbarmungslos zu. Überrumpelt wie er war, traf ihn der Schmerz noch härter. Ihm wurde schwarz vor Augen und er krümmte sich endgültig zusammen.
Jedes Stechen in seinem Herzen war stärker als das Voherige.
Mit jedem Atemzug.
Jeder Atemzug, zu dem sein Vater nicht mehr in der Lage war.
Die Schritte stoppten, direkt hinter ihm. Das Keuchen machte einigen tiefen Atemzügen Platz.
Dann einem ersticktem Schluchzen. Und dann war er endlich wieder in der Lage, etwas zu hören. Die Worte drangen endlich an seine Ohren.
„...-aine!...-laine!...Slaine!“
Warme Tränen durchnässten sein Hemd. Seine Augen weiteten sich, als er ihre engelsgleiche Stimme erkannte.
„Prin... Prinzessin Asseylum!“
„Ja, Slaine, ich bin es. Es... es tut mir so leid, ich-“
„Warum... seid Ihr hier?“
„Ich habe gerade erst davon erfahren, aber ich wusste, ich musste einfach zu dir. So schnell ich konnte. Ich kann dich doch damit nicht alleine lassen!“
Froh darüber, dass er ihr in diesem besorgniserregendem Zustand zuhörte, einen Moment innehielt, ihrer Stimme Aufmerksamkeit schenkte, somit kurz abgelenkt war, wollte sie diesen Augenblick durch ihre Worte wenigstens etwas verlängern.
Sie konnte nicht sehen, wie abgelenkt er wirklich durch sie war, jedoch bemerkte sie trotz seiner Stille die Tränen, die ihm unaufhörlich über die Wangen liefen. Das kleine Mädchen verstand, dass sie ihm durch bloße Ablenkung nicht helfen konnte. Sie wollte jetzt für ihn da sein, wusste aber nicht wie.
„Slaine? B...Bitte... Schau mich an.“
In ihrer Hilflosigkeit bat sie ihn um das Erste, was ihr in den Sinn kam.
„D-Das geht nicht, Prinzessin.“
Seine Antwort klang durch die Tränen etwas unverständlich, am Tonfall konnte sie hingegen leicht erkennen, was er gesagt hatte, und was sie da hörte, ließ sie zutiefst erstaunen.
„Warum denn nicht?“
„Ich kann euch... nicht zeigen, wie ich... aussehe... wie ich... Schw-Schwäche zeige.“
„Es ist egal.“
Abermals weiteten sich seine Augen.
„Sei nicht so überrascht.“
„Wie-“
„Ich kenne dich eben.“
Sie lächelte leicht.
„Pass auf: Es ist mir egal, wie du aussiehst. Es ist mir egal, ob du in den Augen Anderer vielleicht Schwäche zeigst. Aber es ist mir ganz gewiss nicht egal, ob du dabei weinst! Wenn mein bester Freund traurig ist, will ich ihm helfen!“ Die Sätze sprudelten nur so aus ihr heraus.
„Bitte... denk einmal nicht an deine Aufgaben... sieh einen Moment lang über Manieren und Etikette hinweg... vergiss wie du mich nennen musst... und lass mich dich ein Mal umarmen. Lass mich dir Trost spenden. Zeig mir doch wieder deine wahren Gefühle!“

Slaine fuhr herum, als er bemerkte, dass sie ebenfalls weinte, und blickte in ein tränenüberströmtes Gesicht.
Er befolgte ihre Worte und sah sie wieder mit anderen Augen. Zum ersten Mal betrachtete er sie nicht als die Prinzessin, die sie war, nahm zum ersten Mal, seit er davon wusste, den Abgrund, die Grenze, die ihr Status bildete, nicht wahr, sondern einzig und allein das Mädchen ihm gegenüber.

Sie kniete vor ihm, die Hände eng nebeneinander, die Fingernägel tief in den Innenflächen vergraben, die dünnen Arme, die sie stützten, drohten bei jedem Schluchzer, der ihren Körper erschüttern ließ, einzuknicken, die Tränen tropften ihr auf den Handrücken.

Auf diese Weise wirkte sie so... zerbrechlich.

Er, der innerlich schon auseinander gerissen war, wollte wenigstens dieses feingliedrige Geschöpf vor der Zerstörung schützen.

Ohne weiter nachzudenken, näherte er sich ihren Händen und ergriff diese.
Er lächelte sie an. Seine Prinzessin. Selbst wenn sie diesen Titel nicht besitzen würde, für ihn wäre sie immer noch unsagbar wertvoll.
Ein weiteres Lächeln erschien auf seinen Lippen.
Mit jedem Funken, jeder Berührung, jeder anderen Geste, wuchs in ihm die Hoffnung, dass sie ihm helfen könnte... nein. Das ging nicht. Sie war nach wie vor die Prinzessin.
Sie würde irgendwann ein ganzes Imperium beherrschen. Er war... ein Niemand. Er hatte niemanden, seit...

Plötzlich wurden alle seine Anstrengungen, der Prinzessin wenigstens jetzt zu zeigen, dass wieder alles in Ordnung war, zunichte gemacht. Nochmals krümmte er sich unter dem unterdrückten Schmerz zusammen, der nun erneut aufflammte und ihn Höllenqualen erleiden ließ.
Zum zweiten Mal blendete Slaine die Umgebung aus. Er war allein mit seinem Schmerz...

Sein Innerstes fühlte sich an, als wurde es noch einmal in tausend Stücke gerissen. Jeder Schlag seines Herzens war ein weiterer in die Magengrube. Das Atmen fiel ihm schwer.
Er bekam keine Luft mehr, als sie ihm durch Nadelstiche, die sein Herz zerstachen, Stück für Stück genommen wurde.
Es steigerte sich ins Unermessliche.
Doch der Schmerz verschwand nicht. Vor seinen Augen war noch immer alles verschwommen, da ihm die Tränen, die einfach nicht versiegen wollten, jede Sicht nahmen. Sicht auf das Wichtigste in seinem Leben, die Person, die er beschützen musste, für die er stark werden musste, jetzt, wo sein Vater nicht mehr an seiner Seite verweilen konnte.

Während Slaine sich auf diese Gedanken konzentrierte, begann er, seine Umwelt wieder ein wenig wahrzunehmen – und fand sich in Asseylums Armen wieder.

„Prin-“ - „Bitte, lass mich dir eine Stütze sein!Lass mich wissen, wie es dir geht! Sag es mir, wenn es dir nicht gut geht! Ich kann deinen Schmerz zwar nur zum Teil verstehen, da ich meinen Vater nicht kannte. Aber ich kannte deinen, Slaine. Und ich sehe, dass du das nicht allein verkraftest! Überlass mir also einen Teil dessen, was dich fallen lässt, damit ich dir aufhelfen kann. Ich will nicht, dass du allein leiden musst, verstehst du?“

„Prin...Prinzessin.“
Erneut liefen ihm die ihm die Tränen über die Wangen, doch dieses Mal vergoss er sie nicht wegen seines Vaters. Schließlich erwiderte der Junge die Umarmung und schloss die Augen.
Asseylum meinte, ein erleichtertes Seufzen gehört zu haben.

Vielleicht würde er nie darüber hinwegkommen. Garantiert würde dieses Ereignis Narben auf seiner Seele hinterlassen. Aber sie konnte ihm helfen, weiterzumachen. Sie konnte ihm die Kraft geben, mutig voranzuschreiten. Sie konnte den Schmerz vielleicht eines Tages erträglich werden lassen.
Auch wenn diese Erinnerungen, verbunden mit dem Leid nie verblassen sollten, konnte sie vielleicht dafür sorgen, dass er sich dennoch mit Freude an die schönen Zeiten zurückerinnern würde.
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