GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Black King / (Doktor) Sebastian Hiram Shaw "Klaus Schmidt" Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier White Queen / Emma Grace Frost
10.01.2016
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Erik Lehnsherr war nicht umsonst der Besitzer einer der am schnellsten expandieren Firmen der Welt. Er sagte immer, dass man mit Freundlichkeit keine Kriege gewann, was auch stimmte. Aber man bekam so auch keine Freunde. Aber in der Branche der Luxus-Auomobil-Herstellung brauchte man auch keine Freunde.

Man brauchte Kontakte.

Man musste wissen, wen man einschüchtern konnte und wem man besser aus dem Weg ging. Das war ein sehr heikles Spiel und Erik war damit in der Vergangenheit auch schon mehr als ein Mal auf die Fresse geflogen, aber er hatte gelernt. Er hatte gelernt, wie man der Beste war. Und jetzt war er nichts anderes als der Beste.

Er operierte international, hatte Zweigstellen überall auf dem Globus verteilt und auch wenn in jedem Land, in jedem Bezirk ein Stellvertreter für ihn arbeitete, so gingen noch immer alle wichtigen Entscheidungen über niemand anderen als Erik Lehnsherr. Das war nämlich der Fehler, den viele machten.

Sie wurden faul. Mehr als einen Vorstand hatte er fett und fetter werden sehen, mehr als einen Vorstandsvorsitzenden hatte er dabei beobachtet, wie sie die Aufgaben an Untermänner verteilt hatten und sich irgendwann vollkommen aus dem Firmengeschehen raus getan hatten. Und so war mehr als einmal auch der Fall von besagten Firmen in Stein gemeißelt gewesen. Aber das würde Erik nicht passieren.

Er war da eisern.

Er stand jeden Morgen um sechs Uhr auf und lief für eine gute Stunde. Um Körper und Geist fit zu halten. Er aß beinahe ausschließlich nur selbstgemachte Mahlzeiten. Selten, wirklich selten, holte er sich etwas fertiges, aber das lag auch daran, dass Erik das Kochen liebte. Es brachte ein paar der wenigen schönen Erinnerungen, die er hatte hoch. Erinnerungen an seine Mutter, damals in Deutschland, als der Krebs sie noch nicht...

Nein, nicht daran denken.

Erik atmete tief durch und starrte durch die hohen Fenster seines Büros raus auf New York. Er war niemand, der sich in Erinnerungen vergaß. Er war hier auf der Arbeit, kein Ort für Erinnerungen, oder gar Schwäche. An seine Mutter – Gott hab sie selig – konnte er denken, wenn er sich heute Abend Lamm in Weinsoße machte.

Erik war der Mann, der die Kontrolle hatte.

Es klang seltsam, es klang ein wenig überzogen, das wusste er sehr genau, aber... Er hatte lange und hart genug gearbeitet, damit er dieser Mann hatte werden können. Hatte genug Scheiße gegessen und genug Ärsche geküsst, damit er das hier hatte erreichen können. Und er würde das nicht mehr von sich nehmen lassen.

Auch nicht von Shaw.

Shaw.

Sebastian Shaw.

Alleine den Namen zu denken regte Übelkeit in ihm.

Er war ein Mal ein Auszubildender in seiner Fabrik gewesen. Einer seiner ersten Jobs, um genau zu sein. Shaw hatte Potential in ihm gesehen und ihn zur Seite genommen, hatte ihm viele wichtige Lektionen innerhalb der Wirtschaft beigebracht. Hatte versprochen, dass er ihn befördern würde, dass er ihm eine Übernahme geben würde, wenn Erik sich gut anstellte und Gott, Erik hatte sich so gut angestellt.

Shaw hatte seine Versprechen immer weiter und weiter gesponnen. Bis er Erik gesagt hatte, dass er mit ihm schlafen müsste, um den Job an Shaws Seite zu bekommen. Um seine rechte Hand zu werden.

Erik hatte es getan.

Nicht, weil er es gewollt hatte, sondern weil er so jung und dumm gewesen war zu glauben, dass das nötig sei. Jeder mache das so. Also müsste auch er das so machen. Er hatte zugelassen, dass Shaw ihn gefickt hatte und seit dem hatte er einfach nur noch bereut.

Hatte danach ins Krankenhaus gemusst, weil Shaw zu grob mit ihm gewesen war, hatte gelogen, damit nichts auf ihn zurück fallen konnte. Und dann, als es ihm wieder besser gegangen war, da hatte Shaw wieder gesagt, dass er mit ihm schlafen müsste. Um genau zu sein, dass er nie vorgehabt hätte ihn als seinen Partner einzusetzen und er ihn einfach nur hatte ficken wollen.

Eine wertvolle Lektion und so.

Erik... dachte nicht gerne daran zurück. Dachte auch nicht gerne an Shaw, oder seinen Namen. Er hatte sein eigenes Imperium aufgebaut, fern ab von ihm und allem, was er ihm angetan hatte. Erik hatte sich nie wieder wie ein dreckiges Handtuch fühlen wollen. Es war purer Egoismus und Selbstschutz gewesen. Und er hatte diesem Monster zeigen wollen, dass er sehr gut ohne ihn alles erreichen konnte, was er musste.

Und jetzt war Shaw wieder da.

Und das auf die mieseste aller Arten.

Hatte mit seinem Lieferanten eine Art Pakt geschlossen, der Eriks Produktion mehr oder weniger lahm legte. Als er das gehört hatte... Nun, man konnte mit Fug und Recht sagen, dass nicht ein metallener Mülleimer im ganzen Gebäude noch so aussah, wie zuvor. Seine Kraft hatte sich ausgebreitet, hatte voller Zorn jegliches – billiges – Metall, das er hatte erreichen können, genommen und zerschmettert. Und auch wenn es nichts von der Wut genommen hatte, so hatte er sich wenigstens vorstellen können, dass es Shaws Kopf gewesen war.

Und jetzt starrte er auf diese verdammte E-Mail hinab, die Shaw ihm geschrieben hatte.

„Sehr geehrter Erik,“ Erik rümpfte alleine schon wegen dem fehlenden Mr. Lehnsherr die Nase, aber das war typisch Shaw, das war absolut und typisch Shaw. Er wollte sicher stellen, dass Erik sich kleiner fühlte, abhängig. Dümmer. So wie er damals gewesen war, aber bei weitem heute nicht mehr war.  „Ich lade dich hiermit zu Verhandlungsgesprächen nach Polen in meine Zentrale ein. Ich bin gerne gewillt über die Material-Blockade zu verhandeln.

Mit freundlichen Grüßen,

Mr. Shaw.“

Dieser dreckige, miese Hurensohn.

Eriks Faust landete auf dem blank polierten Tisch. Der Kaffeebecher, der schon lange leer war, hüpfte im stillen Protest kurz nach oben, bevor er zur Seite wegbrach. An sich wäre es in Ordnung zu Shaw zu fahren. Erik war gewachsen, er wusste, dass er jetzt ihm überlegen war und das in mehr als einer Ebene. Gott, seine Firma nahm um Welten mehr ein, als die von Shaw, aber... Es gab ein Problem.

Emma Frost.

Shaws rechte und linke Hand.

Und leider eine Telepathin. Erik war sich sicher, das, sollte er dort aufschlagen, sie in seinen Geist huschen würde und ihn manipulieren würde. Das roch gerade zu nach einem von Shaws Plänen und Erik wurde schlecht bei dem Gedanken zu einer ihrer willenlosen Puppen zu werden. Darum hatte er seinen Sekretär Alex auch gerade damit beauftragt jeden einzelnen Mutanten, den er eingestellt hatte, zu überprüfen, ob einer von ihnen ein fähiger Telepath war.

Denn wenn er selbst einen hätte... Dann hätte Shaw einfach nichts zu lachen. Genau, das war der beste Plan, den er jemals gehabt hatte. Feuer mit Feuer bekämpfen. Und wenn er selbst dabei in Flammen aufging. Das war es ihm wert. Fuck, das war es ihm wert. Grimmig stand er auf, tigerte wie ein Raubtier in seinem Büro auf und ab.

Das würde aber auch seinen Businessplan durcheinander werfen, oder? Wie lange müsste er nach Polen? Eine Woche? Nein, weniger. Er würde fünf Tage dafür einsetzten. Weil fünf waren nicht gleich sieben Tage. Ein Tag die Ankunft, dann noch einer für das obligatorische einrichten, zwei für die Verhandlungen und schließlich der Tag der Abreise.

Alles war geplant, ja.

Er würde da hin. Shaw metaphorisch die Hosen ausziehen und ihn dumm dastehen lassen und wieder gehen, mit mehr, als er gekommen war, das...

„Hallo?“ Erik zuckte zusammen, fuhr beinahe schon herum, und stand einem Jungen gegenüber. Wie war er in sein Büro gekommen? Hatte er geklopft? Erik betrachtete ihn: Dichte, braune Locken, blaue Augen und... ein Cardigan? Erik... Erik hatte seit Jahren keinen Menschen unter 50 Jahren gesehen, der einen Cardigan trug. Verdammt, wie alt war er? Achtzehn? Vielleicht Neunzehn? Kleiner als Erik. War aber auch kein Wunder. Erik war mit seinen 38 Jahren und seinen 190 Zentimetern alles, nur kein Winzling, oder gar ein Jüngling.

Dennoch.

Der Junge hatte etwas an sich, das ihn noch... weniger aussehen ließ. Leider genau das, was Erik mochte. Moment, wie lange hatte er keinen Sex mehr gehabt? Das war schon eine Weile her, aber nach der Arbeit hatte er selten bis nie Zeit noch aus zu gehen, geschweige denn jemanden zu ficken. Er kochte sich meistens etwas und setzte sich dann hin, sah noch einen Film, bevor er ins Bett fiel.

Aber wenn er etwas in den letzten Monaten aufgerissen hätte, dann wäre es auf jeden Fall, so jemand, wie dieser Junge gewesen. Was dazu führte: Was wollte er hier eigentlich?

„Und Sie sind?“

„Charles“, antwortete der Junge, als wäre es das Natürlichste der Welt. Wie konnte Erik es sich wagen nicht zu wissen, wer Charles war. Der Charles. Gott, wie dumm war er eigentlich? Seine inneren Gedanken mussten sich atemberaubend auf seinem regungslosen Gesicht zeigen und der Junge wurde rot.

Wirklich rot.

Erik hatte angenommen, dass das Klischees aus den grausamen Büchern wäre, die seine Mutter so gerne gelesen hatte, aber er wurde rot.

„Xavier. Sie haben noch mir geschickt?“

Erik schwieg immer noch. Das hatte er früh lernen müssen. Wenn man nachfragte, dann bekam man meistens nur genau auf die Frage eine Antwort. Aber wenn man schweig, dann erfuhr man so viel mehr. Und wenn eine Sache Macht war, dann war es Wissen.

„Ich... bin Telepath?“

Ach so!

Alex hätte ihn auch ein Mal vorwarnen können. Erik merkte, wie seine Miene sich für den Bruchteil einer Sekunde aufhellte, bevor er nickte. „Gut, setzen Sie sich Mr. Xavier.“ Charles tat, wie ihm geheißen, setzte sich auf den unnatürlich unbequemen Stuhl vor Eriks Schreibtisch, während Erik in seinem Drehsessel platz nahm. Er hielt die Einrichtung für seine Besucher bewusst unbequem, damit sie nicht lange hier blieben... Aber wenn er sich so Charles ansah, wie er mit im Schoss gefalteten Händen da saß... Er würde wohl länger bleiben.

„Danke für Ihr Erscheinen, Mr. Xavier. In welchem Bereich arbeiten Sie?“

„Ich... ich bin die Aushilfe im PR-Bereich. Arbeite seit zwei Monaten hier... Sir?“

Er hatte nicht ein Mal eine Ahnung davon, wie man seinen Chef anredete. Erik rief schnell seinen Personalbogen auf und in der Tat. Public Relations. Charles Francis Xavier. Zwanzig Jahre alt, ledig, Mutant. Telepath, keine physischen Mutationen. Hohe Intelligenz, charismatisch. Schien alles zu stimmen so weit.

„Wieso... sollte ich kommen? Ich schwöre Ihnen, ich habe in keinen Kopf geschaut!“

Erik sah auf. „Das... habe ich auch nicht vermutet?“

Man sah wie die Nervosität förmlich von Charles abtropfte und er atmete durch. „Gut. Das wurde mir nämlich andauernd in der Schule und Uni vorgeworfen. Aber ich achte sehr darauf nie irgendwas zu lesen.“ Gut. War Erik egal.

So lange sich keiner beschwerte, konnte jeder mit seiner Mutation machen, was er oder sie wollte. Und so lange es nicht geschäftsschädigend war.

„Wie gesagt, darum geht es nicht. Ich brauche Ihre Fähigkeiten, Mr. Xavier. Ich wurde zu einem Verhandlungsgespräch mit einer oppositionellen Firma geladen. Leider kenne ich den Leiter sehr gut und weiß, dass er wenig bis keine Ethik im Missbrauch seiner Fähigkeiten und der von seinen Untergebenen hat.“ Charles nickte. Er klebte förmlich an seinen Lippen... Wo wir bei Lippen waren, wieso waren seine so rot?

Beinahe wie von einer Frau, nur irgendwie... besser.

Anziehender.

Erik verstand es nicht.

„Um genau zu sein ist seine rechte Hand eine Telepathin. Emma Frost. Ich bin mir sicher, dass, wenn ich ohne mentalen Schutz dort auftauche, sie mich manipulieren werden und das auf mehr als eine Art und Weise. Darum würde ich Sie mitnehmen. Fünf Tage nach Polen, ein guter Bonus am Ende auf Ihr Gehalt. Nächsten Montag würden wir fliegen.“

Das waren die Fakten.

Er verlangte nichts unmögliches von Charles, aber er musste ihn natürlich fragen. So gerne er auch sagen würde, dass er einfach mitkommen musste. Aber so allmächtig war Erik dann doch noch nicht. Noch.

„Ich?“

„Laut Ihren Unterlagen haben Sie ein sehr hohes Mutations-Level und würden sicherlich sehr gut gegen Emma ankommen. Ich brauche eine Absicherung.“ Es war Erik ernst und das spiegelte sich wohl auch in seiner Stimme wieder, während er Charles eindringlich anstarrte.

Und Charles?

Charles nickte.

„Natürlich werde ich Sie begleiten!“

Sehr gut, damit wäre das erste von tausend Problemen aus dem Weg geräumt. „Sehr gut, Alex wird Sie über alles weitere in Kenntnis setzen.“





Erik reiste viel. Wenn es beim Fliegen so was wie eine Rabatt-Karte geben würde, er würde sie schon sieben Mal dieses Jahr voll gehabt haben. Und es war gerade Mal März. Er genoss es sogar alleine zu fliegen. Man hatte immer besonders viel Zeit für die Arbeit, fürs Nachdenken, einfach alles.

Aber gerade... fühlte er sich anders.

Glücklicher?

Wieso das? Er war kein deprimierter Mensch, das nicht, aber so eine pulsierende Fröhlichkeit hatte er sonst nie in sich.

Er zog die Augenbrauen zusammen und blickte neben sich zu Charles, der mit einem breiten Grinsen – und schon wieder diesem lächerlichen Cardigan – da saß. Gott, meinte er das ernst?

„Mr. Xavier? Sie übertragen.“

„Huh?“

„Sie übertragen ihre Gefühle.“

„Oh, verdammt.“ Er wurde schon wieder rot. Irgendwas stimmte doch mit ihm nicht, oder? Aber wenigstens hörten diese fremden Glücksgefühle auf. „Besser?“

Erik nickte. Ja, es war besser geworden. Der Junge leckte sich nervös über die Lippen.

„Und... Sie können mich ruhig Charles nennen. Ich denke nicht, das ich alt oder wichtig genug bin, als das man mich Mr. Xavier nennen müsste“, sagte er verlegen und Erik beschloss, dass es an der Zeit war seinen eigenen, verrosteten und grausamen Humor auszupacken.

„Auch wenn ich alt und wichtig genug bin, kannst du auch gerne – außerhalb des Geschäftlichen – Erik zu mir sagen.“

Oh Gott, was hatte er nur angerichtet. Wenn er bis jetzt schon wie der Sonnenschein in Person ausgesehen hatte, so wirkte Charles jetzt wie eine Supernova. Nein, schlimmer... eine glückliche Supernova und Erik spürte, wie seine Freude an den eigenen Mundwinkeln zupfte. Nur ein kurzes, knappes Lächeln, bevor er sich wieder seinem Laptop widmete.

Viel zu tun.

Viel... so viel zu tun.





Charles war nicht nur niedlich, er war auch noch heiß. Als er sein Handgepäck geholt hatte, hatte er sich ein wenig strecken müssen und dabei war sein Oberteil etwas hoch gerutscht und Gott, sein Bauch. Man konnte die Muskeln erahnen, sie waren nicht so hart und definiert, wie bei Erik. Aber sie waren durchaus vorhanden. Sein ganzer Körper schrie mehr oder weniger danach, dass Erik ihn nahm und gegen die Wand presste.

Oder mit ihm in den Mile High Club eintrat.

Einfach irgendwas.

Charles stöhnte sicher atemberaubend, dachte Erik und wie um seine Fantasie anzuspornen gab der Junge just in diesem Moment ein schwaches Keuchen von sich, als er den schweren Rucksack endlich aus dem Fach gezogen hatte. Er war Sex auf zwei Beinen.

Auf eine andere Art als Erik.

Charles begehrte man. Man wollte ihn unter sich haben und mit allem was man hatte zum Stöhnen bringen. Aber solche Gedanken durfte Erik sich nicht leisten. Er konnte sich außergewöhnlich gut abschirmen, das stimmte. Selbst oberflächliche Gedanken kamen nicht aus seinem Kopf raus, ohne das man zumindest ein wenig Mühe aufbringen musste, aber um einen Telepathen war man sich nie so sicher.

Die Fahrt zum Hotel mit dem Taxi war recht ereignislos gewesen.

Erik ging voraus, dicht hinter sich Charles, der sich  ziemlich zufrieden in der Eingangshalle des ausgesuchten Hotels umsah. Erik war sehr schnell klar gewesen, das Charles im Moment vielleicht nicht sonderlich viel Geld hatte, aber er durchaus von Geld kam. Der Junge war interessant und Erik würde sich gerne, sobald die ganze Shaw Sache gegessen war, sich mehr mit ihm beschäftigen. Auch, wenn er es nicht tun würde. Schließlich war er sein Angestellter.

„Guten Tag. Ich habe zwei Zimmer auf den Namen Lehnsherr reserviert.“

Das Hotel war etwas... luxuriöser als die, die er sonst bezog, aber... er hatte Charles beeindrucken wollen. Irgendwie... Gott, er wusste doch auch, dass es erbärmlich war. Wahrscheinlich stand Charles nicht ein Mal auf Männer und dann noch wahrscheinlicher nicht auf seinen Chef, der doppelt so alt war wie er selbst. Aber dennoch... Ein Mann durfte noch träumen.

Träume, die jäh von der Rezeptionistin unterbrochen wurden, als sie ein entschuldigendes Lächeln in Eriks Richtung warf. „Mr. Lehnsherr?“, fragte sie zögernd und er nickte. Sein Name war vielleicht nicht so markant wie Smith, oder... sonst einer, aber er war sich sicher, dass er einfach genug war, als das sie ihn verstanden hatte. Also bitte.

„Sie... haben nicht zwei Zimmer bestellt.“

„Doch, habe ich“, sagte Erik in dem Tonfall von einem Mann, der es nicht gewohnt war, das Leute ihm unterstellten, dass er etwas falsch gemacht habe. Was er war. Er war genau dieser Mann, denn ehrlich? Sein letzter Fehler war Shaw gewesen.

„Nein, hier ist nur... eine Reservierung für ein Zimmer. Doppelbett.“ Der Rezeptionist sah auf, beinahe panisch. Erik konnte ihre Furcht schmecken, dass er verlangen würde den Manager zu sprechen. Und Erik kannte sich selbst. Selbst wenn dieses verdammte Hotel ausgebucht wäre, fünf Minuten mit ihrem Vorgesetzten und er würde ihm jedes weitere Zimmer, das er brauchte, geben.

Aber er hatte nicht mit Charles gerechnet. (Niemand rechte mit Charles!) Er beugte sich etwas nach vorne, lächelte die junge Frau freundlich an. „Das ist kein Problem. Ich bin mir sicher, dass es dort ein Sofa geben wird, oder etwas ähnliches, auf dem ich schlafen kann?“

Die Frau  nickte, so hart und schnell, dass Erik einen Moment Angst hatte, dass sie sich das Genick brach und Charles strahlte sie breit an. „Gut. Dann nehmen wir das Zimmer.“ Er sah kurz fragend zu Erik hoch und als seine blauen Augen dem eigenen Blick begegneten... Alles in Erik zog sich zusammen. Er hatte sich selbst eigentlich immer für einen harten Mann gehalten, nein. Für den Härtesten, aber Charles blaue Augen waren... atemberaubend. Es war sehr gut, das er im PR-Bereich arbeitete, das Gesicht musste man einfach unter die Leute bringen.

„Wenn du das sagst“, entgegnete er daher nur, während die Rezeptionistin sich so oft entschuldigte, das man meinen mochte, dass sie Eriks Mutter umgebracht hatte. „Schon gut. Sorgen Sie einfach dafür, das unser Gepäck aufs Zimmer kommt und...“ Erik hielt kurz inne, ein Grinsen, das einen Haifisch neidisch gemacht hätte auf den Zügen. „Ich denke, dass es selbstverständlich ist, dass die Mini-Bar-Nutzung aufs Haus geht?“

Wieder nur ein hektisches Nicken, was Erik tatsächlich milde stimmte, bevor er Charles bedeutete ihm zu folgen.

Es war kein sonderlich weiter Weg und ein Page trug ihnen tatsächlich alles an Gepäck nach. Sogar Charles Koffer, der wegen Übergewicht mehr gekostet hatte. Erik öffnete die Zimmertüre und es war wirklich ein Anblick. Alles sehr qualitativ hochwertig, sehr elegant. Es gab ein abgetrenntes Schlafzimmer vom allgemeinen Wohnbereich und ein großes, angrenzendes Badezimmer.

Im Wohnbereich stand sogar die versprochene, schmale Couch, auf der Charles wohl schlafen würde... Erik hätte nichts gegen ein geteiltes Bett, aber das wäre zu Viel des Guten.

Erik trat ein, sah sich mit einem zufriedenen Nicken um, bevor er dem Pagen ein wenig Trinkgeld in die Hand drückte und ihn somit entließ. Erst dann konnte er sich wieder auf Charles konzentrieren, der mit einem breiten Strahlen sich umsah. Gott, er leuchtete heller als die Sonne, die mit ihren letzten trägen Strahlen ins Zimmer tropfte.

„Als ich klein war, hatten wir oft Urlaub in solchen Hotels gemacht“, murmelte er leise, strich beinahe andächtig über das polierte Holz einer kleinen Anrichte. Er wirkte nostalgisch, ohne je hier gewesen zu sein, bewegte sich vorsichtig zwischen den Möbeln umher, als habe er Angst etwas kaputt zu machen. Oder zu stark zu berühren, als könnte es unter seinen schmalen Fingern zerbrechen. Unsinniger Gedanke.

„Wieso nur als du klein warst?“, fragte Erik, echte Neugierde in seiner Stimme. Er interessierte sich für Charles. Diesen albernen, faselnden Jungen, der eine ganze Galaxie auf seinem Gesicht versteckte. Ob die Sommersprossen auch über seine Schultern gingen? Erik... war wirklich interessiert und das überraschte ihn. Normalerweise war er nicht so sehr investiert, was seine Mitarbeiter anging, aber etwas an Charles faszinierte ihn. Er wusste nur noch nicht was genau es war.

„Naja. Mein Vater ist gestorben, meine Mutter hat das nicht so gut verkraftet und es war einfacher im Haus zu bleiben, als raus zu gehen. Irgendwann... ist es zu schwer geworden so zu tun, als wäre noch alles in Ordnung.“ Erik konnte ihn nur aus dem Profil sehen, aber seine Miene wirkte, als würde er gerade mit Erinnerungen kämpfen, die alles nur nicht schön waren. Die Hände waren zu lächerlichen Fäusten neben seinem Körper geballt und... Irgendwas aus seiner Vergangenheit schien ihn fest im Griff zu haben... Erik war nie sonderlich gut mit Emotionen gewesen, sei es sie auszudrücken oder die von anderen zu deuten, aber es war sehr klar, dass es Charles gerade alles, nur nicht gut ging.

Er hatte den Drang etwas zu unternehmen.

Nur... was?

Erik sah sich beinahe panisch im Raum um, sah in der kleinen Ecke bei der Minibar zwischen den beiden Sesseln einen Schachtisch, vollkommen aufgebaut und sein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Perfekt.

„Spielst... du Schach?“, plärrte er beinahe schon heraus, wollte sich selbst ohrfeigen. Wie konnte er mit Geschäftspartnern so perfekt reden, aber sobald es an und um Charles ging, verhielt er sich wie ein Idiot. Irgendwas stimmte doch nicht mit ihm. Auf dem langen Flug nach hier war irgendwas mit ihm gemacht worden. Vielleicht war es einfach die telepathische Aura des Jungen, das er so auf ihn ansprang. Was auch immer.

„Ja... Lange nicht gespielt, aber ja.“ Charles schien aus seiner Betäubung langsam wieder aufzuwachen, blinzelte und lächelte Erik unsicher an, der in Richtung Schachbrett nickte. „Ich denke, wir haben uns beide ein Spiel mit einem guten Martini verdient.“

Kurz war es still zwischen ihnen und Erik befürchtete, dass er etwas vollkommen Falsches gesagt hatte, bevor sich Charles Miene aufhellte und er leicht nickte. „Ich bevorzuge Whisky.“

„Ich denke, das lässt sich einrichten!“





Charles spielte gut.

Aber das war nicht Eriks größtes Problem, weil er selbst auch gut war.

Er erfuhr vieles über Charles und genau das war sein Problem. Charles war nicht nur hübsch und charmant. Er war intelligent. Und das war etwas, das Erik schon immer das Rückgrat gebrochen hatte. Er war... so ziemlich alles, was er von einem Partner wollte, aber Erik hatte ein großes Problem. Also noch eines. So viele Probleme gingen von so einem kleinen Jungen aus, wie machte er das nur?

Erstens:
Charles war wirklich noch jung. Gott, Erik war doppelt so alt, wie er. Es war krank, dass er über ihn so nachdachte.
Zweitens:
Er wusste nicht, ob Charles auf Männer stand. Und er hatte keine Ahnung, wie er das raus finden konnte.
Drittens:
Das war alles egal, weil er selbst niemals etwas mit einem Angestellten anfangen würde. Er wollte mit allen Mitteln eine Situation vermeiden, wie die in die Shaw ihn damals gezwungen hatte. Er würde Charles nicht das Gefühl geben, als das er das hier machen müsste, damit er ihn mochte, oder damit er im Job weiter kam.

Darum war jede Überlegung in diese Richtung fruchtlos.

Und doch hielt Erik nichts davon ab darüber sehr im Detail nachzudenken, nachdem Charles das Spiel gegen ihn verlor. Es stand einen Punkt für Charles und hiermit zwei für Erik. Es war aber ein hartes Kopf an Kopf Rennen gewesen.

Seufzend lehnte er sich zurück, sein leeres Martiniglas in der Rechten, während er den leicht angetrunkenen Charles ein Mal von oben bis unten betrachtete. Der Junge hatte vielleicht ein wenig zu viel getrunken, streckte sich gerade und gähnte leise. Und oh, sein Oberteil rutschte ein gutes Stück nach oben, offenbarte wieder ein wenig von seinem flachen Bauch.

Wäre Erik nicht der Meister der Kontrolle... Gott, die Dinge, die er tun würde.

Er ekelte sich selbst an.

„Das war ein atemberaubendes Spiel.“ War es wirklich gewesenen. Er hatte einiges über Charles erfahren und... scheiße, der Junge würde eine Beförderung bekommen. Jemand, der so schlau war,  sollte nicht unter Janos versauern. „Aber ich denke, wir sollten uns hinlegen. Das Gespräch mit Shaw wird alles, nur nicht angenehm und ich brauche dich als meinen Schutz in voller Stärke.“ Charles nickte nur, strich sich durch das braune Chaos auf seinem Kopf. Ob sein Haar genauso weich war, wie es aussah? Bestimmt.

Oh Gott, bestimmt.

„Klingt gut.“

„Sicher, dass du das Sofa willst?“

„Naja, es wird mich nicht umbringen“, grinste Charles und drückte sich mit einem – ganz und gar nicht sexuellen – Stöhnen in die Höhe, wankte kurz und kicherte dann. „Und der Weg ist kürzer, als bis in das Bett.“

Dennoch hätte Erik ihn gerne da drin.

Gott, er war wirklich ein alter, kranker Mann.





Shaw in seinem Büro wiederzusehen ließ Erik beinahe brechen. Etwas, das Charles wohl merkte, als er besorgt zu ihm aufsah, bevor er sich seriös Emma und Shaw vorstellte. Oder eher Mrs. Frost und Mr. Shaw.

„Ich habe nur dich eingeladen, Erik. Nicht deinen...“ Er sah zu Charles, mit einer leichten Arroganz im Blick, die an Charles abprallte. Einfach an dem strahlenden Lächeln abprallte und hinab auf den alten Marmorboden tropfte. Das Zimmer war in alter Dekadenz getränkt. Ein Geschäftszimmer der klassischen Sorte, Erik würde es nicht wundern, wenn bald die Zigarren ausgepackt werden würden.

„Sicherheitsdienst“, ergänzte Charles hilfreich wie immer und Erik zuckte innerlich zusammen, als Shaw in lautes Lachen ausbrach. Der Stuhl quiekte leiser unter ihm, während auch Charles und Erik sich hinsetzten. Emma gab nur ein müdes Lächeln von sich. „Sie sind sein Bodyguard?“

Gut, die Vorstellung war wirklich abstrus.

„Eher sein Mindguard. Mr. Lehnsherr wollte mich bei den Verhandlungen dabei haben, um nicht im Nachteil zu sein. Schließlich haben Sie selbst eine äußerst fähige Telepathin an Ihrer Seite“, säuselte Charles. Gott, der Junge hatte ein Gesicht wie ein Engel, aber eine Zunge, die so schnell und spitz war, wie von einer Schlange.

Erik war begeistert.

Vor allem, als die Überraschung auf Shaws Gesicht sich in Wut verwandelte. In echte, lebendige Wut. Emma schien ihm wohl gerade mental mitzuteilen, dass sie in der Tat nicht in Eriks Kopf konnte, denn den Weg blockierte ein anderer Telepath. Oh, er konnte Charles auch in seinem Kopf spüren, er merkte, wie er alle Ecken und Kanten sicherte, aber nie tiefer ging, als das Erik es ihm erlauben würde. Er war respektvoll und vorsichtig und vor allem ein guter Schutz.

Shaws Miene kehrte zu der ruhigen Fassade zurück, aber hinter den Augen konnte Erik das Feuer lodern sehen. Gut. Gott, es fühlte sich so gut an die Oberhand zu haben.

„Zu dumm, Erik. Aber gut, dann eben auf die altmodische Art und Weise. Was ist dein Angebot, damit ich deinen Lieferanten die nicht mehr abziehe?“ Er grinste und Erik wusste, was kommen würde, noch bevor er den Mund aufgemacht hatte. „Du könntest mir natürlich einen Blasen, so wie in den guten alten Zeiten?“

Er hatte angenommen, dass Shaw die Vergangenheit gegen ihn verwenden würde, aber so schnell?

Erik nahm seine gesamte Umgebung auf ein Mal auf. Emma, die absolut unbeeindruckt blieb, sie schien schon zu wissen, was los war. Charles spielte seine Rolle auch recht gut, er hatte nur kurz die Augenbraue gehoben, aber hatte ansonsten eine sehr stoische Miene aufrecht erhalten, die Lippen ein wenig geschürzt. Er konzentrierte sich wohl. Und Erik? In Erik wurde es heiß und kalt. Er merkte, wie seine Handflächen schwitzig wurden und... er zu zittern begann. Leicht, kaum merklich, aber die Erinnerung an das, was Shaw mit ihm gemacht hatte... Er konnte einfach nicht.

Es...

Ruhig bleiben, Erik. Er will dich nur provozieren. Du bist in der stärkeren Position.

Das war Charles Stimme.

Eine einfache Gewissheit, die selten leicht zu akzeptieren war. Wie gesagt, er hatte nie sonderlich viel Zeit mit Telepathen verbracht, aber... es war offensichtlich, dass das niemand anders sein konnte, als Charles und eine fremde, aber willkommene Ruhe durchströmte ihn.

„Ich denke nicht, dass das ein attraktives Angebot wäre“, entgegnete Erik so kühl wie er konnte, das Kinn ein wenig höher gereckt. Er funkelte Shaw an, versuchte so dominant, so allwissend, wie nur menschenmöglich auszusehen. Was er wirklich drauf hatte, wenn man ehrlich war. „Und schon gar kein befriedigendes“, setzte er oben auf und erntete dafür ein belustigtes Schnauben von Charles.

Shaw lehnte sich ein wenig in seinem Sessel zurück, zuckte mit den Schultern. „Dann unterbreite dein Angebot, Erik.“

Ach, jetzt war das Du angesagt? Fein!

Erik seinerseits beugte sich vor, stützte die Arme auf dem dunklen Verhandlungstisch ab, ein Grinsen auf den Lippen. „Das werde ich. Und es wird dir nicht gefallen.“





Wenigstens hatte Erik Recht gehabt: Seine Verhandlungsbasis hatte Shaw nicht gefallen. Er hatte es nicht gezeigt. Man merkte es nur an den ganz kleinen Dingen, aber... Er hatte innerlich gekocht. Er hatte sich das ganze wohl anders vorgestellt. Ohne Charles hätte er sicherlich schon das, was er wollte und Erik konnte sich sehr gut denken, was das war.

Er wollte Erik.

Hatte ihn damals gewollt und er wollte ihn immer noch, nur leider war Erik größer geworden, stärker. Und er wusste, wie er sich zu schützen sollte. Dennoch hatte er das Gefühl, als würde er aus einer eisigen Aura treten, als Charles und er endlich im Taxi saßen und so schnell und weit weg von Shaw fuhren, wie sie nur konnten.

Einfach wieder in das Hotel und sterben.

Morgen Abend würden sie sich wieder mit Shaw treffen. Was zu bald war. Das Treffen hatte sehr dunkle Erinnerungen in Erik geweckt, die ihm alles, nur nicht gut taten. Im Gegenteil, er meinte sogar den alten Schmerz wieder zu spüren, wieder die ekelhaften Hände, die seinen Körper erkundeten, obwohl sie kein Recht dazu gehabt hatten. Falsche Versprechungen, die nichts als Lügen gewesen waren...

Aber anscheinend hatte das Treffen nicht nur ihn fertig gemacht, sondern auch Charles, der gerade in dem Sitz neben ihm ein wenig zusammen sackte, das Gesicht in den Händen vergrub und sehr... sehr tief durchatmete. Er wirkte kleiner und blasser als vorher. Zitterte beinahe am ganzen Leib und erst jetzt, wo sie schon einige Kilometer Distanz zwischen sich und Shaw gebracht hatten, merkte er, wie Charles Präsenz aus seinem Kopf tropfte.

Er hatte ihn die ganze Zeit geschützt.

„Wie schlimm war es?“

„Emma hat die ganze Zeit wie ein... ein verdammter Rammbock auf die Schilde eingeprügelt“, murmelte Charles nur leise, schlang die Arme um seinen Körper, als wäre ihm auf ein Mal kalt. „Es war... anstrengend, aber ich bin stärker als sie. Sie konnte kaum Shaws Schutz aufrecht erhalten, während sie deinen brechen wollte.“ Der Junge war stark, aber darum ging es nicht.

Er hatte viel von Charles verlangt und er konnte deutlich sehen, wie es an dem Jungen gezehrt hatte... Ein wenig hatte Erik ein schlechtes Gewissen. Ein wenig.

„Danke.“

Erik Lehnsherr hatte sich bedankt.

Das war seit Jahren nicht vorgekommen, einfach weil niemand etwas für ihn getan hatte, das es wert gewesen war sich zu bedanken. Aber gerade war das eine Wort so natürlich über seine Lippen gekommen, das er einen Moment inne hielt, nachdenken musste. Ja, das war es wert gewesen und so wie Charles kleines Gesichtchen sich aufhellte, war es das Richtige gewesen. „Das hast du wirklich sehr gut gemacht.“ Auch noch Lob. Aber Gott, Charles Wangen wurden rot. Er sah so... wunderschön aus und...

Nein.

Einfach nein.

Er würde kein Monster wie Shaw sein, das sich einfach nahm, wenn ihm jemand gefiel. Atmen, Erik. Ablenken.

„Ich denke, wir sollten feiern.“

„Feiern? Aber wir haben doch gar nichts erreicht“, entgegnete Charles verwirrt.

Erik grinste Charles leicht an, schüttelte den Kopf. „Wir haben ihn wütend gemacht und das ist beinahe noch schöner als ein sofortiger Sieg. Ich denke, heute Abend trinken wir ein wenig? Wie klingt das?“ Charles Strahlen wurde ein wenig breiter und er nickte.

„Alles, nur um den ekelhaften Nachgeschmack von der Begegnung mit Shaw aus dem Mund zu bekommen.“

Erik wusste genau, was er meinte.





Sie waren noch in eine Bar gegangen. Nicht darin versackt, aber sie hatten einige gute Stunden dort totgeschlagen und hatten getrunken. Nur den besten Stoff. Und natürlich auf Eriks Kosten. Genau wie das Taxi, das sie nach Hause gebracht hatte.

Irgendwie hatten sie beide es bis in das richtige Zimmer geschafft und saßen jetzt hier, unterhielten sich über das – sehr schlechte, weil betrunken – Schachspiel hinweg, und leerten die Minibar weiter. Es war ruhig. Angenehm. Und Erik hatte beinahe alle Gedanken an Shaw aus seinem Kopf verbannt. Aber dabei war er wohl der Einzige.

„Also... Du und Shaw?“, plärrte Charles schließlich irgendwann und Erik sah von dem Schachspiel auf, eine Augenbraue gehoben. Charles war schon sehr... sehr betrunken. Also über alle grenzen betrunken und es stand ihm. Seine Wangen waren dann ein wenig röter und seine Augen hatten diesen absolut niedlichen Glanz.

Niedlich.

Ein Wort, das Erik sonst nur für Baby-Hunde und Petit Fours übrig hatte. Aber hier passte es. „Naja, du und Shaw? Ihr wart mal zusammen?“ Hätte Erik gerade etwas im Mund gehabt, hätte er es ausgespuckt. Klassich, wie in diesen unglaublich nervigen Filmen. Aber zu Charles Glück hatte er den bitteren Alkohol schon lange geschluckt und starrte ihn deswegen nur entgeistert an. „Was?“

Charles rutschte ein wenig verlegen auf dem Stuhl hin und her, spielte nervös mit dem Springer, den er Erik eben abgenommen hatte. Selbst betrunken spielte Charles noch gut, versteckte seinen weißen König meisterhaft.

„Er sagte... halt... Mit dem Sex? Wie früher?“

Achso.

Stimmt, das konnte man leicht anders interpretieren. Aber eines machte Erik das klar: Charles hatte nicht in seinen Kopf gesehen, als er die Möglichkeit dazu gehabt hatte. Das war doch etwas wert. Dennoch... Erik konnte das so nicht stehen lassen und gab ein schweres Seufzen von sich, strich sich das von der kurzen Dusche, die er sich gegönnt hatte, feuchte Haar aus der Stirn und starrte hoch an die Decke.

Wieso nicht?

Sie waren beide betrunken und vielleicht tat es ja gut darüber zu reden.

Zögerlich und sehr knapp erzählte er Charles, was geschehen war.

Die Worte tropften von seinen Lippen und er stellte erstaunt fest, wie wenig es ihm ausmachte, das alles Charles zu erzählen. Es fühlte sich nicht falsch an, sondern... beruhigend. Gut zu wissen, wie grausam Shaw sein konnte. Vor allem, als er seine Reaktion hörte: „Der dreckige Wichser!“ Und einige Schimpfworte mehr. Erik hatte es nie jemanden erzählt. Nicht so. Nicht so... intim, und doch bereute er es nicht, was ihn ehrlich wunderte. Aber er hatte offen zu Charles sein wollen. Der kleine Gedankenleser war noch sein Untergang, oder? Doch, das war er.

Wie er fluchte, dass er Shaws Kopf auseinander nehmen würde und ihn in ein Kleinkind verwandeln würde. Wie er sich in Rage redete, die Stimme wieder in Alkohol ertrank, nur um dann von vorne anzufangen zu lallen.

Die Stunden zogen ins Land und mehr Alkohol wurde getrunken. Das Schachspiel wurde ignoriert und irgendwann – Erik wusste nicht genau wann, fanden sie beide sich in seinem Bett wieder. Er war sich sicher, dass er Charles hier hin getragen hatte. Sie lagen nebeneinander, die Gesichter einander zugewandt, so nah... zu nah.

Gott, Erik sollte Abstand nehmen, das wäre das Richtige.

Aber das Richtige war selten das, was er wollte.

„Wir sollten schlafen“, murmelte er leise, sich sicher, dass sein Atem über Charles Wangen strich, während der Junge ihn aus müden Augen ansah. Gott, Erik wollte ihn. Der Junge war alles, was er je in seinem Leben immer an seiner Seite hatte haben wollen. Er war intelligent, stark, ein Mutant – er  gab zu, dass das wirklich nicht unerheblich war – und wunderschön. Erik würde sein Leben damit verbringen die Sommersprossen auf seinem Körper zu zählen, bis er eine Karte anlegen könnte.

„Sollten wir“, stimmte Charles zu, bevor er sich vorbeugte und seine Lippen auf die Eriks legte.

War es eine Überraschung?

Ja.

Die Beste, die Erik seit langem gehabt hatte?

Ja. Auf jeden Fall, und doch ertrug er den Kuss nur einige, wenige Sekunden.

Sekunden, in denen er mit all der Zuneigung, die er irgendwie für diesen Idioten empfand, in den Kuss legte, bevor er ihn sanft von sich drückte. Er wusste nicht, wieso Charles das machte, aber... er sollte nicht... er sollte nicht das Gefühl haben, das Erik seine betrunkene Lage ausnutzte, so wie Shaw ihn damals ausgenutzt hatte.

Sein Magen zog sich zusammen, sein ganzer Körper wollte sich Charles zu eigen machen, vor allem, als er das verletzte Gesicht sah, aber er konnte einfach nicht. Nicht, wenn Charles betrunken war. Das wäre einfach falsch. Er würde ihn benutzen, ohne das Charles sein Einverständnis abgeben konnte.

Vielleicht hätte Erik es getan, wenn Shaw nicht in seinem Leben passiert wäre. Vielleicht hätte er es getan, aber so? Nein.

„Schlaf“, krächzte er heiser und Charles rutschte etwas von ihm Weg, eine Entschuldigung murmelnd, bevor er die Augen ein wenig zu entschieden, als das es natürlich sein konnte, schloss. Erik hingegen lag noch lange wach, die Augen offen und auf Charles gerichtet.

Das Herz in seiner Brust wollte nicht aufhören viel zu schnell zu schlagen.

Genau, wie seine Lippen nicht aufhören wollten, nach Charles zu schmecken.





Neben Charles Xavier aufzuwachen war Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite könnte er sich durchaus daran gewöhnen öfter neben ihm aufzuwachen, an den Anblick, wenn die Sonne seine Sommersprossen küsste. Auf der anderen Seite war der Fluch. Er hätte niemals Charles mit hier in das Bett nehmen sollen. Er hätte niemals den Kuss erwidern sollen. Und vor allem hätte er... Er hätte so viele Dinge nicht tun sollen und doch lag er hier. Wieso musste gerade die Erinnerung aus dem betrunkenen Rausch hervorstechen?

Super.

Hatte wahrscheinlich eine mögliche, atemberaubende Freundschaft zerstört...

Scheiße.

Und er war hart. Das kam noch dazu.

Seinen Frust unterdrückend stand Erik auf und tappte ohne Charles zu wecken in das Badezimmer. Wobei... Er schlief so feste, neben ihm hätte eine Bombe hochgehen können und es hätte ihn nicht geweckt, also war alles gut. Alleine der Geruch von Charles, seine Nähe hatte Dinge mit Erik angestellt, die ihn wirklich fertig gemacht hatten und Gott, er wollte mehr davon. Der Junge war wie eine Droge, dachte Erik bitter, während er unter das Wasser stieg und das kühle – kalte! - Nass auf sich hinab prasseln ließ.

Kalt war gut.

Kalt half gegen den Ständer zwischen seinen Beinen. Er sollte nicht mehr über Charles nachdenken. Es war falsch. Er war beinahe so ein schmieriger Mistkerl wie Shaw, und so einer wollte er sicherlich nicht sein. Einfach... einfach nein. Er ließ das Wasser auf seine verspannten Muskeln regnen, schloss die Augen. Seine Stirn lehnte sich schwer gegen die weißen Kacheln, während er die Hände flach gegen sie presste, den aufgeregten Herzschlag langsam drosselnd.

Das war nicht gut.

Was würde Charles nur von ihm denken?

Alter, perverser Mann. Aber wenigstens hatte er ihn gestern Nacht nicht ausgenutzt! Sehr gut. Erik atmete tief durch, einige Tropfen perlten von seinen Wimpern nach unten, bevor er das Wasser ausschaltet. Das Problem war gelöst, er war nicht mehr hart. Er musste nicht länger unter dem Duschstrahl stehen.

Das kalte Wasser hatte seinen Dienst erwiesen und er tappte gerade aus der Dusche, wollte nach seinem Handtuch greifen, als die Türe aufging und Charles eintrat.

Inne hielt.

Starrte.

Schluckte.

„Ich... ich... wusste nicht... du...“, stammelte er, sichtlich noch halb im Schlaf gefangen.

Viele Menschen hatten den Schutzreflex seine Blöße zu bedecken, wenn jemand Fremdes in den Raum kam. Sei es mit den Händen, oder mit einem Handtuch. Das Problem war nur, das Erik diesen Reflex nicht hatte. Aber seine Bauchmuskeln hatten einen. Er spannte sie nämlich ein klein wenig an, eine Hand in seinem nassen Haar, während Charles einfach im Türrahmen stand und ihn anstarrte.

Er war noch sichtlich erschlagen von der letzten Nacht, das braune Haar stand in alle Richtungen ab und hatte wahrscheinlich noch eine neue Dimension gefunden, in die es abstehen konnte. Seine Lippen waren noch genau so rot, wie nach dem Kuss letzte Nacht und... Erik wollte ihn.

Immer noch.

Aber Dinge waren nie so, wie man sie vermutete. Er musste nichts sagen, er selbst musste nicht ein Mal was denken, denn das übernahm Charles. Seine Telepathie war noch ein wenig außer Kontrolle von dem Saufen letzte Nacht und er konnte problemlos die lauten Gedanken des Jungen hören. Er musste nichts sagen.

Nicht, wenn Charles seine verdammten Gedanken so laut projizierte, das wahrscheinlich das halbe Hotel wusste, wie gerne er seinen Schwanz anfassen würde. Nein, nicht nur seinen Schwanz, Charles bedachte Erik mit sehr vielen, sehr netten Attributen, die er so noch nie gehört hatte und hätte Erik sich nicht so unter Kontrolle, so wäre all sein Blut südwärts geschossen. Aber wenn nicht Erik die Kontrolle in Person war, wer dann?

Ich will ihn anfassen, mit ihm schlafen, küssen, küssen...

„Ach, würdest du das gerne?“

Mit all dem mentalen Scheiß, den Charles gerade in den Raum warf, war Erik gar nicht aufgefallen, dass es die ganze Zeit still im Raum gewesen war. Eine Stille, die gerade wirklich einsetzte, als Charles Gedankenstrom abbrach. Als hätte jemand die Nadel von einem Plattenspieler gerissen und der Junge presste sich zuerst eine Hand auf den Mund, dann auf die Augen in einem lächerlichen Versuch das Gesehene ungesehen zu machen.

Er wollte ihn.

Das war alles, was Erik denken konnte. Charles Francis Xavier wollte ihn und Erik wollte Charles. Da gab es doch wenig Probleme, oder?

„Oh Gott, es... tut mir... oh..“

Charles projizierte wieder. Die Scham, nach dem Kuss gestern, der Abweisung...

„Es ist gut, Charles... ich... du willst das wirklich?“, fragte Erik vorsichtig, unsicher, ob man sich nackt jemanden nähern sollte, oder eher nicht. Was sagte Knigge dazu?

„J-ja?“, antwortete Charles. „Ich meine... Gott, du siehst gut aus. Und du bist so... ich habe mich noch nie mit jemanden unterhalten, bei dem ich dachte, dass er mich versteht und...“ Charles Nacken wurde rot. Der Junge war wirklich ein wandelndes Klischee, aber was viel wichtiger war. Erik spürte die Wahrheit hinter den Worten. Nicht auf eine seltsame mystische Art und Weise... Er wusste, das Charles sie ernst meinte, weil er es ihm mental zeigte.

Er zeigte ihm, wie viel Erik ihm bedeutete.

Und das er ihn begehrte.

Erik war ein nobler Mann, das konnte niemand leugnen, aber es gab Dinge, die selbst ihn zum brechen brachten und genau das war es. Er überbrückte die letzten Meter bis zu Charles, drehte ihn zu sich um und drängte ihn zurück, bis der Kleinere mit dem Rücken gegen die Wand hinter sich stieß. Erik stützte je rechts und links einen Arm ab, hielt ihn so gefangen und beugte sich hinab, um ihn zu küssen.

So wie letzte Nacht.

Voller Verlangen, voller Lust und dieses Mal schwamm nicht ein Hauch von Zurückhaltung in dem Kuss mit. Einfach nur Lust, einfach nur das Wollen auf Charles und Charles erwiderte mit einer ebenso großen Gier, legte seine Arme um seine nassen Schultern und presste seinen bekleideten Körper gegen den Eriks.

Das war... gut. Ja, das war das Wort, dass das hier am Besten beschrieb. Es war verdammt noch Mal gut und Erik wollte mehr. Er würde sich mehr nehmen. Er würde sich Charles nehmen... Der Alkohol lag noch schwer auf seiner Zunge, die Wirkung hatte von gestern Nacht noch nicht nachgelassen, aber das war verdammt gut so. Mehr als gut so und Erik konnte nicht anders, als in dem Kuss zu ertrinken. Charles Körper floss gegen den Seinen, perfekt passte er gegen Erik. Da, wo Erik hart war (und wurde), füllte Charles die Ecken und Kanten. Er war wie für ihn gemacht.

Charles keuchte heiser, presste sich gegen ihn und sah zu Erik auf, die Lippen feucht und rot. Leicht offen, während seine Brust sich viel zu schnell hob und senkte.

Charles Augen waren nicht mehr blau. Das Schwarz hatte sich viel zu weit ausgebreitet und er konnte in seinem Blick die Lust sehen, das Verlangen. Und Gott, Erik spürte es auch. Besonders als Charles sich mit einem schiefen Grinsen ein wenig weiter von ihm löste und in die Knie ging.

Das konnte er nicht ernst meinen, oder? Nein, das konnte er einfach nicht ernst meinen. Nicht nur, dass er ungefähr der Traummann für Erik war, nein. Er wollte ihm einen blasen? Erik konnte sich nicht einen einzigen Grund vorstellen, wieso er selbst nicht gerade auf die verdammten Knie ging und dem Jungen einen Antrag machte.

Dinge, zu denen er gerade keine Zeit mehr hatte, als Charles seine Lippen an seinen Schwanz legte, seine Eichel küsste. Oh Gott, er küsste sie, als wäre sie das wertvollste, das er jemals hatte berühren dürfen, legte sicher eine Hand um seine Länge, die mit jedem Herzschlag härter wurde. Alleine der Anblick der braunen Haare, durch die Erik seine Finger wandern ließ... Das Wissen, dass es Charles war, der gerade seinen Mund öffnete und ein Mal seine ganze Länge entlang leckte, stöhnte als wäre es die Schokolade, nach der er sich die ganze Diät über verzehrt hatte, brachte Erik um den Verstand.

Erik zitterte leicht, keuchte auf, als er die Zungenspitze über seinen Schlitz gleiten spürte.

„Du bist groß“, nuschelte Charles und klare Anerkennung schwang in seiner Stimme mit. Eriks Schwanz zuckte leicht, erste Lusttropfen verschmierten die Eichel und Charles leckte sie auf, als wäre es das Beste, was er jemals geschmeckt hatte. Er öffnete den Mund weiter, eine Hand zu Eriks Hoden wandern lassend, leicht über die empfindliche Haut streichend, während er die Lippen um die Eickel schloss.

Die Wärme, die Enge, es war atemberaubend, vor allem, als die Zunge über die empfindliche Spitze leckte, Charles Laute von sich gab, als würde er gerade kommen. Sein Atem strich warm über Eriks Schaft, während Charles sich nach vorne schob, mehr und immer mehr von ihm aufnahm.

Nie hörte seine Zunge auf über seinen Schwanz zu streichen, nie hörte er auf Erik zu verwöhnen. Er schob sich einfach weiter vor, schluckte um Erik herum und schenkte ihm Gefühle, die er so noch nie gehabt hatte. Sein Atem stockte, als Charles sich entschieden nach vorne presste, sein Schwanz tief und tiefer in seinem Mund verschwand.

„Oh Gott“, nuschelte Erik nur, spürte die Enge um seinen Schaft, spürte, wie er immer tiefer in Charles Kehle versank und der Junge glückliche Laute von sich gab, die er selbst in seinem Schwanz spüren konnte. Charles drückte seine Nase gegen das getrimmte Schamhaar, Lippen feste um ihn geschlossen. Nein, eher gespannt. Er hatte seinen Mund so weit öffnen müssen, Speichel tropfte über sein Kinn hinab und er sah gefickt aus, ohne das Erik ihn schon durchgenommen hatte. Perfekt.

Er zuckte, bebte, hielt so still er konnte, während sein Schwanz aus den geschwollenen, roten Lippen entlassen wurde.

Wieder leckte Charles die volle Länge entlang, über die empfindliche Unterseite und der Anblick alleine reichte schon um Eriks Kopf in neue Höhen zu bringen. „Du kannst meinen Mund ficken“, murmelte Charles, die Stimme rau und doch weich. Beinahe zerbrechlich. Und doch so stark, so als könnte er alles ertragen, was Erik ihm gab.

Und wie er es ihm gab.

Als der Junge wieder seine Lippen um ihn legte, da konnte Erik sich nicht mehr beherrschen, er konnte sich nicht mehr zurück halten, er konnte einfach nicht mehr und vergrub eine Hand in dem braunen Haar, hielt Charles still, während er seinen Schwanz nach vorne schob. Langsam, Stück für Stück in die verheißungsvolle Enge und Charles nahm ihn einfach so atemberaubend auf. Er hatte keine Probleme, würgte nicht und als Erik seinen feuchten Schwanz tief in ihm hatte... Er hörte die Engel singen, so viel war klar.

Ein langes, kehliges Stöhnen entkam seiner Kehle, er legte den Kopf in den Nacken. Das war so gut, es war so gut. Er wollte ihn ficken, jedes Bisschen von Charles, bis er nur noch ein wimmerndes Häufchen Lust war. Er setzte einen Rhythmus an, einen leichten. Der sehr... sehr schnell seine Leichtigkeit verlor. Es war so gut, Charles nahm ihn so gut auf und seine leisen Laute, wann immer Erik ihm die Chance gab zu atmen ließen seinen Herzschlag nur noch mehr in die Höhe schnellen.

Er wollte ihn.

Er wollte Charles mit seinem Sperma zeichnen, überall über ihn kommen. Und als der Junge auch noch anfing sich gegen eine Stöße zu bewegen, seine Zunge feste gegen die Hitze zu pressen... Erik war kurz davor den Verstand zu verlieren.

„Moment, hör... hör auf!“ Eriks Finger gruben sich beinahe brutal in die dichten, braunen Locken und er zog Charles roten Mund von seinem Schwanz, der leicht feucht glänzte. Irritiert blickte der Junge zu ihm auf und Gott, Erik musste alles an Beherrschung in sich zusammen nehmen, damit er nicht einfach weiter in seine Kehle stieß. „Wir sollten das ins Schlafzimmer verlegen, wenn du auch noch was davon haben willst“, keuchte er schwer atmend und sah hinab zwischen Charles Beine, wo sich die Lust deutlich abzeichnete. Er wollte das hier.

Charles gefiel das...

Eriks Kopf drehte sich vor Lust und verlangen und er war so stolz auf sich, dass er es tatsächlich – mit Ständer und allem – schaffte, sich runter zu beugen und den Jungen hoch in seine Arme zu nehmen, ihn sicher zu halten und irgendwie Richtung Schlafzimmer zu tragen. Das überraschte Aufkeuchen entging ihm selbst dabei nicht und er wollte das Stöhnen gleich noch so viel öfter von ihm hören.

„Ich habe noch nie mit einem Mann geschlafen.“

Beinahe hätte Erik ihn fallen gelassen, sah den Jungen mit den roten Lippen und Eriks Geschmack in seinem Mund, verwirrt an. „Du kannst mir viel erzählen. Aber nicht, dass eine Jungfrau so einen Blowjob abliefern kann“, gab er kühl zurück, bevor er Charles wie den wertvollsten aller Besitze auf dem Bett ablegte. Und ehrlich? Er war wertvoll.

„Das... schon. Aber ich habe nie mit einem Mann richtig geschlafen, also...“ Er zuckte mit den Schultern und wenn er gekonnt hätte, wäre er in diesem Moment wahrscheinlich noch röter geworden, als er so oder so schon gewesen war.

Und er hatte nie begehrenswerter ausgesehen für Erik. Auch wenn sein Schwanz beinahe schon schmerzte und er nichts mehr wollte, als Charles gegen und auf jedem Objekt in dem Zimmer zu ficken, so wollte er ihm nicht weh tun. Also... „Wenn dir etwas dabei nicht gefällt, sag es. Ich höre sofort auf:“

Charles nickte nur und in seinen Augen schwang so viel Vertrauen mit, das Eriks Herzchen – er hatte tatsächlich noch eines, auch wenn seine Mitarbeiter anderes behaupteten – schneller und schneller klopfte. Oh, er hatte Charles wie ein Geschenk auspacken wollen. So, wie sie es immer in den Filmen machten. Langsam, genüsslich, mit viel Vorfreude, auf das, was sich unter den Stoffschichten verbarg. Aber er hatte Charles eher ausgepackt, wie ein verwöhntes Einzelkind seine Geschenke auspackte.

Wild.

Gierig.

Hatte beinahe schon hektisch die Hose von seinen Beinen gezogen und Gott... Charles Beine waren schon der Hammer gewesen, sein Hintern hatte immer perfekt seine Hosen ausgefüllt und auch jetzt, als Erik seine Hand über die leichte Rundung hatte gleiten lassen können... Es war Perfektion. Sein Schwanz war hart, ein wenig kleiner als der von Erik und nicht beschnitten, aber er lag gut in der Hand und Charles war so... empfindlich. Als Erik ein, zwei experimentelle Male über ihn strich, stöhnte Charles so laut, dass ihre Nachbarn es hören mussten, warf den Kopf in den Nacken und spreizte seine Beine weit für Erik, wie eine stumme Einladung.

Er war so bereit für ihn.

Er wollte ihn.

Und als Erik in die Nachttischschublade griff und eine kleine Packung Gleitmittel fand, hätte er am liebsten sämtlichen Göttern gedankt, dass sie dieses kleine Wunder hier Realität werden ließen. Eher wäre ihm sein Schwanz abgefallen, als das er es hingenommen hätte, Charles ohne Gleitmittel zu ficken.

Er verteilte etwas auf seinen Fingern, beugte sich über Charles, eine Hand an seinem Schwanz, mit der anderen glitt er zwischen seine Schenkel. Gott, der Junge war nichts weiter als eine Einladung für Erik, dachte er, während seine Lippen über seine Brust wanderten, sein Mund sich um seine Nippel schlossen und er über die warme Haut leckte. Es war so viel auf ein Mal, es zog in seinem eigenen Unterleib und er wollte ihn einfach nur noch ficken.

Aber nein.

Konzentration, Lehnsherr...

Charles bebte unter ihm, sein Schwanz war feucht von Lusttropfen und Erik wünschte sich, dass er das hier noch länger beobachten konnte, aber er konnte nicht mehr warten.

Er nahm das kehlige, warme Stöhnen in sich auf, beobachtete wie Charles Finger sich in dem weißen Laken unter seinem nackten Körper vergriffen, als Erik seinen ersten Finger gegen seinen Eingang presste. Nur langsam konnte er in ihn gleiten und Gott, er war so eng. So unglaublich eng. Alleine der Gedanke gleich in ihn stoßen zu dürfen ließ Eriks Schwanz zucken.

Er musste sich einfach konzentrieren.

Zum Glück war Sex wie Fahrrad fahren. Einem tat danach sogar der Hintern genau so weh. Aber das Wichtigste war: Man verlernte es nicht. Erik wusste noch immer, auf welche kleinen Zeichen er achten musste und was genau wichtig war, wenn es darum ging seinen Partner glücklich zu machen. Er hörte nicht eine Sekunde auf, über Charles Länge zu streichen, während er den Finger in ihm bewegte, hörte nicht auf ihn zu küssen.

Oh, er strich über den Punkt in Charles, der seine Hüften nach oben stoßen ließ, er dehnte ihn mit einem zweiten und einem dritten Finger, bis Charles nur noch Laute und keine Sätze mehr von sich geben konnte. Sein Körper war ein zuckendes Nichts geworden, vollkommen Eriks Gnade überlassen. Und wäre Erik nicht gerade selbst so kurz davor zu explodieren, er würde sich hiermit mehr Zeit lassen.

Er würde Charles nur mit seinen Fingern ficken, seinen perfekten Hintern nur dafür missbrauchen, bis der Junge Mal um Mal gekommen war, aber... Er selbst brauchte auch seine Erlösung und so zog er sich aus ihm zurück, nachdem er die Vorbereitung als genug befunden hatte.

Charles gab ein elendes Stöhnen von sich, seine Hüften stießen in das Nichts, in dem verzweifelten Versuch noch irgendwas zu spüren. Sein Loch zog sich um den fehlenden Finger zusammen, aber Erik beschloss, dass er Gnade walten lassen sollte.

Er sah zu ihm hinab. Wenn er vorher schon schön gewesen war, jetzt war er absolute Perfektion und Erik könnte Jahre damit zubringen einfach nur auf ihn hinab zu sehen. Alles von ihm.

„Erik, wenn du... mich nicht gleich... wenn du nicht... ich raste aus!“ Er hatte Charles nur mit seinen Fingern über den Rand der Kohärenz gebracht und wenn ihn das nicht stolz machte, dann machte ihn nichts stolz. Ein Grinsen huschte über Eriks Gesicht, ein Grinsen, das man meistens bei einem Jäger sah, kurz bevor er seine Beute erlegte. Er presste seine stumpfe Spitze gegen Charles zuckenden Eingang. Er war so offen, so bereit für ihn und es war keine große Aufgabe vorzustoßen und in der Enge zu versinken.

Und scheiße, Charles war eng. Der Junge gab ein Stöhnen von sich, seine Finger kratzten über Eriks Oberarme, über alles, woran er sich festhalten konnte, während Erik sich langsam in ihm schob, bis sein ganzer Schwanz in ihm war.

Er spürte, wie er sich um ihn zusammen zog, spürte jede kleine Bewegung, die Charles Körper machte und es war zu viel: Es war einfach zu viel. Er musste sich vor beugen, legte seine Lippen auf die Charles, während er anfing sich zu bewegen. Zuerst nur kleine Stöße, kaum genug, als das er Charles reizen konnte, aber mit wenigen Minuten merkte er, dass der Junge mehr vertragen konnte. Oh Charles vertrug so viel.

Präsentierte seine Kehle für Erik, die er mit zarten Küssen bedachte, während er schneller und tiefer in ihm stieß.

Der Kopf des Bettes schlug dabei immer wieder und wieder gegen die Wand.

Laut.

Beinahe so laut, wie das Stöhnen von Charles. Ihre Lippen trafen sich, Erik spürte, wie Charles sich um ihn eng zusammen zog, sich seinen Stößen entgegen presste. Worte fielen von seinem Mund wie leise Versprechen und Erik konnte sie nicht verstehen, aber das war auch egal. Der Klang, die Wärme, einfach alles reichte aus, damit er sich gut fühlte.

Er biss Charles.

Küsste ihn.

Bedachte seinen ganzen Körper als das, was er war: Ein Kunstwerk.

Seine Hände strichen über die blasse Haut, die von Sommersprossen geküsst worden waren, strich über den runden Hintern, in den er immer schneller stieß. Oh, er strich über seinen Schwanz, passte es seinen Stößen an. Wurde härter. Charles hatte Tränen der Lust in den Augen, sein Mund zu einem stummen O geöffnet, als er kam. Es war wie eine stille Explosion.

Oh, sein ganzer Körper verkrampfte sich. Er zog sich ruckartig um Erik zusammen, während sein Name von seinen Lippen fiel. Es wurde noch enger für Erik, noch schwerer sich zurückzuhalten. Er schaffte es einfach nicht mehr. Während Charles heiß über sich selbst kam, stieß Erik nur noch ein, zwei Mal brutal in ihn, bevor er ihn mit seinem Sperma füllte, spürte, wie er in ihm kam und das Schaudern, sagte ihm, das Charles es auch spürte.

Eriks Bewegungen wurden langsamer, vorsichtiger. Er genoss die letzten Wellen des Orgasmus, die sich träge durch seinen Körper quälten, während sein Schwanz in Charles langsam schlaffer wurde und schließlich aus ihm kam.

Schwer atmend lagen sie aufeinander, Eriks Sperma lief aus Charles heraus, der keinerlei Scham zu haben schien. Er genoss es sogar noch und als Erik sich von ihm herunter rollte, da beobachtete er, wie Charles zwei Finger zwischen seine Schenkel presste, und in seine feuchte Enge drückte. Er schien zufrieden damit zu sein, was er fühlte, gab ein glückliches Stöhnen von sich, entspannte sich wieder neben Erik.

„Das war gut.“

„Das... stimmt.“ Erik war kein Mann, der sonderlich viel Ahnung davon hatte, wie man nach dem Sex mit jemanden umging. Meistens waren die anderen eingeschlafen, oder gegangen. Er hatte nie jemanden neben sich gehabt und es fühlte sich... seltsam gut und doch falsch an. Erik wusste auch nicht, was mit ihm los war, vielleicht weil Charles so jung war? Oder weil...

„Also, der Plan: Wir gehen duschen, da vielleicht noch eine Runde Sex und dann fahren wir zu Shaw und machen ihn fertig. Auf der Fahrt besprechen wir... wir einen Plan. Denn ich habe einen Plan. Deal?“ Aber Charles schien genau zu wissen, was man nach dem Sex zu tun hatte, dachte Erik, während er sich mit einem kleinen Strahlen auf den Lippen.

„Noch Mal?“

„Naja? Du kannst doch noch, oder?“ Charles hob eine Augenbraue, grinste Erik schief an und Gott, Erik schwor, dass er Charles für dieses Grinsen bezahlen lassen würde. Spätestens unter der Dusche.





Emma versuchte es wieder, Erik konnte an dem leichten Zucken von Charles neben sich erahnen, dass sie wieder in einen ihrer Köpfe Einblick erhalten wollte. Aber Charles war stärker, er wusste, dass er stärker war und das löste in Erik eine kleine Welle von Zufriedenheit aus. Vor allem, als er sah wie Shaws Miene sich weiter verfinsterte.

„Ich dachte, heute könnten du und ich ohne unsere telepathischen Spielzeuge reden“, knurrte der Mann wütend und Erik wollte ihm einfach nur noch ins Gesicht schlagen. Nein, spucken. Aber er riss sich zusammen, genau wie Charles. Noch.

„Ich dachte mehr daran, dass wir diesen ganzen Unsinn heute beenden, Shaw“, gab Erik kühl zurück und nickte Charles zu. Sie hatten das auf der Hinfahrt beredet, einen Plan ausgearbeitet. Und er betete, dass Charles es packen würde. Der Junge  sich leicht, setzte sich ein wenig aufrechter hin.

„Ich denke, dass Sie alle Forderung von Erik annehmen sollten.“

Shaw wirkte unentschlossen. Sollte er lachen, oder Charles schlagen. Nun, wenn er es wagen sollte auch nur daran zu denken tatsächlich eine Hand gegen Charles zu erheben, würde Erik sie schneller mit einem scharfen Stück Metall abtrennen, als der Mann gucken konnte. Niemand tat Charles weh. Selbst wenn das mit ihnen nur eine einmalige Sache gewesen war, was wusste Erik schon, würde er niemals zulassen, dass ihm jemand weh tat.

„Und wieso denkst du das?“, fragte Shaw giftig. Oh, Erik kannte das noch. Shaw hasste es, wenn Dinge nicht nach seinem Willen gingen. Aber Gott, es war so befriedigend.

„Weil ich stärker als Emma bin“, antwortete Charles schlicht und Erik schwor, dass er noch nie jemanden so selbstgefällig hatte grinsen sehen. „Ich weiß von ihrer Diamantenform. In der werde ich sie nicht angreifen können, aber da es eine zweite Mutation ist, schwächt sie die erste. Alias: Sie würde dich nicht länger schützen können und ich könnte problemlos in deinen Kopf und dich machen lassen, was ich will. Sollte Emma ihre menschliche Gestalt beibehalten, habe ich wiederum kein Problem sie zu übernehmen und dich über Emma zu zwingen zu tun, was wir wollen.“

Charles zuckte mit den Schultern, lehnte sich siegessicher zurück und überschlug leicht die Beine. Arroganz stand Charles gut, beschloss Erik. Und Shaw stand die absolute Fassungslosigkeit gut. Er sah zu Emma, die nur leicht nickte, zusammen zuckte, als Charles wohl gerade gegen ihre Blockade presste.

Perfekt.

„Er hat Recht. Ich kann uns nicht beide schützen.“ Sie zögerte einen Moment, einen winzigen Moment, bevor sie sich in ihre diamantene Form verwandelte. „Und wie ich dir gesagt habe, Sugar. Wenn es heißt du oder ich, dann werde ich mich selbst retten.“

Das schmeckte nach Sieg. Oh Gott, das schmeckte nach einer Rache, von der Erik Jahre nicht geglaubt hatte, dass sie möglich war. Er hatte Shaw unter Kontrolle, er hatte ihn. Emma konnte ihn gerade nicht mehr schützen und wenn er nicht genau das tat, was Erik wollte...

Gott.

Das war so gut.

So unendlich gut.

Er könnte seine Macht missbrauchen, er könnte ihn für all das bezahlen lassen, was er ihm angetan hatte, aber... Charles würde das nicht unterstützen... Also... Das Geschäft. Erik beugte sich langsam vor, faltet die Hände und lächelte Shaw so freundlich an, wie man den Dämon seiner Jugend nur anlächeln konnte.

„Also? Kommen wir ins Geschäft?“





Erik trat aus Shaws Geschäftsgebäude und fühlte sich frei. Er hatte es ihm gezeigt. Nein, Charles hatte es ihm gezeigt, der gerade neben ihn trat und erschöpft, aber glücklich zu ihm aufsah, einen Moment zögerte, bevor er Erik an der Krawatte packte und ihn zu sich herunter zog, ihn kurz küsste.

Also wohl keine einmalige Sache, dachte Erik zufrieden und legte seine Hände an Charles Wange, intensivierte den Kuss, bis er eines von diesen kleinen Seufzern von Charles erhielt. Blaue Augen sahen auf zu Erik, ein warmes Lächeln lag auf seinen Zügen, während ihre Lippen sich kaum trennten. Sie waren sich so nahe, so unglaublich nahe und Erik liebte es. Es war angenehm, jemanden so nahe sein zu können, ohne auch nur einen schlechten Hintergedanken zu haben.

Womit hatte er das verdient?

„Und jetzt, Boss?“, fragte Charles, seine sonst so helle Stimme war ein heiseres Schnurren geworden. Beinahe, wie von einer Katze, die ihre Beute gefunden hatte und nur noch darauf wartete zuzuschlagen.

„Jetzt?“, fragte Erik, immer noch ungläubig, dass das hier nicht enden würde. Charles schien ihn – aus unerfindlichen Gründen – tatsächlich zu mögen. Der Junge musste zu oft vom Wickeltisch gefallen sein, eine andere Möglichkeit sah Erik schlichtweg nicht. „ Naja, wir haben noch gute zwei Tage auf Firmenkosten hier. Wir können sie verbringen, wie du willst.“ Er zuckte nonchalant mit den Schultern. „Vielleicht dehne ich es noch einen Tag aus, sollte Shaw sich nicht mit dem Papierkram beeilen.“

Charles schien das zu gefallen.

Oh ja, Charles schien das sehr zu gefallen und seine Pläne für die kommenden Tage, nun... Erik würde lügen, wenn er sagen würde, dass sie ihm selbst nicht auch sehr viel Freude bringen würden.





ʕ´•ᴥ•`ʔ


Und hiermit ein herzliches Happy Birthday an Freiherr von Smut :D Auf das du immer älter wirst und dein Haar immer grauer.

Hochachtungsvoll,

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