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SongficDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
Bob Justus Mathilda OC (Own Character) Peter Titus
10.01.2016
07.07.2019
56
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8
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Kapitel 2 nach der langen Pause.

Da ich beide heute gepostet habe, check nochmal, ob du das vorherige "49. Brothers in Arms" schon gelesen hast, sonst fehlen da ein paar Infos.

Viel Spaß wünscht Dir, Die Katze





https://www.youtube.com/watch?v=KDb01f1-UWw -3D
https://www.youtube.com/watch?v=V1Pl8CzNzCw – original video

Lyrics: https://www.azlyrics.com/lyrics/billieeilish/lovely.html





❂   ✧  




Thought I found a way - out





Der Wellenkamm bog sich über ihn und er stand im perfekten türkis-grünen Tunnel. Er streckte die Hand aus und ließ sie durch die Wand aus Wasser gleiten. Eingeschlossen in den engen Raum aus Luft und schimmerndem Wasser, auf dem Pazifik dahinschießend – es waren nur Sekunden, aber sie reparierten einige der Schäden, die die letzten Monate angerichtet hatten – das letzte Jahr.

Gischt schoß ihm ins Gesicht, die Welle zerstäubte in einzelne glitzernde Tropfen. Er sah es wie in Zeitlupe, als würde sich die Zeit verlangsamen, ihm mehr Sekunden schenken wollen von dieser Auszeit.

Vor ihm tauchte ein Kopf am Ausgang des Wellentunnels auf und er musste sein Brett verreißen um den anderen Surfer nicht zu erwischen.

Die Kraft der sich brechenden Welle riß ihn nach unten in die Tiefe. Er öffnete die Augen. Das Salzwasser brannte darin, aber er liebte diese verzauberte Welt unter den Wellen.

Thought I found a way
Thought I found a way out

Alles war verdreht, so als ob jemand einen Raum auf den Kopf gestellt hatte. Oben war unten. Ein Himmel aus Wasser über ihm. Der Orientierungsverlust kitzelte ihn schwindelerregend. Sich einfach fallen lassen. Die Welle zog über ihm vorbei. Von unten sah sie so harmlos aus.

Er hielt die Luft an solange er konnte, um diese türkisgrüne Stille nicht verlassen zu müssen. Sein Board zog an der Leine um seinen Knöchel riß ihn aus seiner Trance.

Oh, I hope someday I'll make it out of here
Even if it takes all night or a hundred years

Als er auftauchte aus dem unterirdischen Meeresuniversum war vor ihm ein braungebrannter Kopf auf einem Board. Der Surfer, der ihn zu Fall gebracht hatte und ihn nun entschuldigend angrinste, die Hand zum High Five erhoben und Peter schlug ein.

Er liebte diese erschöpften Momente, wenn die Euphorie sich langsam zurück zog und nur das Brennen in seinen Muskeln blieb. Mit letzter Kraft paddelte er durch die Gischt zurück an den Strand. Obwohl er hier viel regelmässiger im Wasser war, als in Rocky Beach, so ließen ihn hier seine Kräfte viel schneller im Stich.

Wahrscheinlich aß er zu wenig. Oder es lag am Wasser. Für Anfang November war es zwar immer noch warm, aber langsam schlich sich doch eine leichte Frische in den Pazifik. Und ohne Neoprenanzug kühlte er schnell aus.

Er ließ sein Board fallen und legte sich mit einem tiefen Seufzer in den warmen Sand. Seine Augen wurden schwer.

Walking out of time
Looking for a better place

Something's on my mind
Always in my head space

Kurz wollten sich die nagenden Sorgen zurück in seinen Kopf, sein Herz schleichen, aber dann übernahm die Erschöpfung.

Wenn er ausblendete, daß sich zwischen das Gemurmel und Geschrei  der amerikanischen Gespräche um ihn herum, mexikanisch mischte, dann war er für einige Sekunden immer wieder in Rocky Beach am Strand. Er versuchte die Einbildung länger festzuhalten, aber sie entglitt ihm und mit ihr verschmolz die Wärme der Sonne, mit dem Wellenrauschen und dem Wind ...

Need a place to hide, but I can't find one near
Wanna feel alive, outside I can't fight my fear

„Hallo Peter!“ Noch bevor er komplett wach war, zog sich eine Gänsehaut über seine Kopfhaut.

But you never go away (never go away)
So I guess I gotta stay now

*




Thought I found a way
Thought I found a way out



Aussen. Da draußen in der großen Welt brannten Feuer und Menschen kämpften. Wichtige, weltbewegende Dinge passierten dort.

Kleine Impulse warfen Echos von Aussen in Bobs Höhle. Wenn er nicht aufpasste, würde er sich erinnern. Er verhielt sich ganz still, ließ die Eindringlinge vorbei ziehen. Sie berührten ihn nicht, waren nur Morsezeichen aus dem Aussen! Wenn er ihnen nicht lauschte, dann existierten sie auch nicht.

Isn't it lovely? All alone

Da im Aussen waren wichtige Menschen, aber wenn er sich jetzt auf sie konzentrierte, versuchte ihre Stimmen zu finden, dann würde er sich in ihnen verlieren, sie würden ihn wie in einem unterirdischen Sog herausziehen aus dem Innen, aus seiner Schutzhöhle, und ihn daran erinnern, wer er war, wer die anderen waren und er würde auftauchen in einem Meer aus Feuer.

Heart made of glass, my mind of stone
Tear me to pieces, skin to bone

Nein. Er hatte das viel zu oft erlebt. Hier war es besser. Er brauchte eine Auszeit.

Er lauschte noch einmal nach draußen. Es waren einige Mensch im Außen. Eine weibliche Stimme, die er schon immer gekannt hatte und eine die er fast so lange kannte. Doch neben dieser Stimme ware eine Lücke. Etwas, jemand fehlte, jemand wichtiges. Sein Brustkorb zog sich schmerzhaft zusammen.

Genau das hatte er nicht gewollt. Er lenkte seine Aufmerksamkeit zurück ins Innen, nahm nur noch gedämpft zwei sehr dunkle männliche Stimmen wahr, die rauh und düster klangen, aber er vertraute ihnen, wusste, daß wenn diese beiden hier waren im Aussen nichts schlimmes geschehen würde.

Er drehte sich zur Seite, weg vom Außen, so wie er es da draußen manchmal tat, wenn er noch weiter schlafen wollte und nicht aufstehen, nicht in das Alltagsgesicht des nächsten Tages schauen.

Aber auch die Erinnerung daran zog vorbei, verlosch, und Bob kuschelte sich in das warm und weich und still von Innen.



But you never go away (never go away)
So I guess I gotta stay now

Hello.
Welcome home...





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