Neue Wege

von Etari
GeschichteDrama, Übernatürlich / P16 Slash
Amerika England Frankreich Kanada Preussen Süd-Italien
09.01.2016
29.02.2020
35
122.017
8
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13.03.2016 2.357
 
Hallo meine Lieben. Ich weiß es ist lange her, aber das erste offizielle Kapitel ist endlich fertig :)
Ich dachte es geht besser aber so ne Bachelor-Thesis braucht mehr Zeit und Aufmerksamkeit als ich gedacht hätte^^
Jedenfalls kann ich leider noch nicht sagen, wann das nächste Kapitel kommt. Ab April hab ich mehr Zeit, aber da beginnt auch Camp-Nano von daher^^ Aber auf der guten Seite, Neue Wege wird mein Nanoprojekt, ab Mai sollte das mit den neuen Kapiteln also gut laufen :)
Aber genug von mir.

Eine kleine Anmerkung zum Kapitel. Am Ende des Kapitels gibt es eine kurze Erklärung zu Geistern. Wer Supernatural kennt muss sich das ganze definitv nicht durchlesen und ich hab versucht es so zu schreiben, dass man die Erklärung nicht braucht, bin mir aber nicht so sicher, ob das so gut geklappt hat, deswegen die kurze Erklärung.
Ich bin immer offen für Fragen oder Verbesserungsvorschläge also keine Scheu :)

Und jetzt viel Spaß mit dem Kapitel!



1. Von Geistern und Jägern

"Bist du dir sicher?"
Matthew sah seinen Bruder skeptisch an und kontrollierte noch einmal den Inhalt seiner Tasche. Feuerzeug, Streichhölzer, Brandbeschleuniger und Salz. In seinem Gürtel steckte ein Messer aus reinem Eisen und eine Waffe geladen mit Steinsalz.
"Ja. Ihr Sohn hat gesagt, dass die Frau definitiv verbrannt wurde, also muss es irgendwo sonst noch sterbliche Überreste geben und nach der Sauerei, die der Mörder laut Akten angerichtet hat, ist der Teppich unsere beste Chance. Außer du hast Lust die Bodendielen raus zu reißen"
Alfred sah seinen Bruder mit einem breiten Grinsen an und kontrollierte ebenfalls seine Waffen. Anders als Matthew trug er keine Tasche bei sich, dafür aber neben seiner Pistole und seinem Messer noch einen Schürhaken, ebenfalls aus reinem Eisen und ein abgesägtes Gewehr, genau wie die restlichen Waffen geladen mit Steinsalz.
"Falls der Teppich nicht klappt, können wir immer noch das Haus niederbrennen..." murmelte der jüngere Bruder vor sich hin und folgte dem Älteren auf die Veranda.
"Matthie! Wir retten Menschen und brennen keine Häuser nieder!"
Matthew sah den empörten Alfred an und verdrehte die Augen. Mit dem Protest hatte er nicht wirklich gerechnet, da Alfred ihn normalerweise einfach überhörte. Bevor er sich jedoch eine Erwiderung überlegen konnte, hatte sich bereits wieder ein Grinsen auf Alfred Gesicht ausgebreitet.
"Keine Sorge, ich nehms dir nicht krumm! Vermutlich wäre das sogar die beste Wahl."
Alfred Grinsen fiel für einen Moment in sich zusammen, als er das Haus betrachtete auf dessen Veranda sie standen.
Es sah aus, wie ein ganz normales Haus in der Vorstadt, umgeben von einem Garten, der wohl einmal schön gewesen war, dem jedoch eindeutig eine pflegende Hand fehlte. Wären nicht die eingeschlagenen Scheiben würde es keinerlei Aufmerksamkeit erregen.
"Ich meine, wenn wir den Geist nicht raus kriegen kann sich ohnehin niemand ohne Lebensgefahr hier aufhalten, also wäre es am besten alles niederzubrennen. So kann man hier wenigstens wieder bauen."
Matthew seufzte im Geiste. Manchmal fragte er sich wirklich ob der Job das richtige für Alfred war. Er nahm sich die Schicksale der Menschen viel zu sehr zu Herzen mit seinem Heldenkomplex. Andererseits war das vermutlich der Grund warum er mit seinem Bruder als Jäger durch die Staaten zog.
"Naja, das mit dem Teppich wird schon klappen!" Matthew lächelte seinen Bruder an, auf dessen Gesicht sich sofort wieder ein zuversichtliches Strahlen ausbreitete. Alfred war leicht aufzumuntern.
"Du hast recht! Auf geht’s! Heizen wir der Lady mal so richtig ein!"
Mit einem kampfbereiten Gewehr stieß der ältere Bruder die Tür auf und betrat das Gebäude. Matthew wartete einen Moment und richtete seine Brille bevor er deutlich leiser, ebenfalls mit gezogener Waffe, das Haus betrat und seinen Blick durch das Innere schweifen ließ.
Das Innere wirkte so gar nicht wie die äußere Fassade, die bis auf die Fenster intakt war. Die Möbel lagen zerschlagen mitten im Raum und jemand hatte die Blümchentapete in langen Streifen von der Wand geschält. Überall waren Klatschmagazine und kleine Porzellanfiguren auf dem Boden verteilt und jeder Schritt knirschte unter Matthews Sohlen.
Er verfluchte den Zustand des Raumes, doch bei einem wütenden Geist war mit dem Chaos zu rechnen. Er hatte schon schlimmeres gesehen und schon durch schlechteres Gelände schleichen müssen.
"Hey Oma, komm schon raus, ich weiß das du hier bist!" Alfreds lautes Geschrei war aus dem Esszimmer zu hören, kurz bevor ein lautes Poltern erklang und der erste Schuss abgefeuert wurde.
Scheinbar war der Geist auf das Ablenkungsmanöver herein gefallen. Matthew beschleunigte seine Schritte ohne dabei unnötig laute Geräusche zu verursachen. Er musste leise aber schnell arbeiten, denn auch wenn das Salz den Geist auf Abstand halten würde, sie wusste nicht, wie stark die gute Frau Heinrich über die Jahre geworden war und er wollte seinen Bruder keiner unnötigen Gefahr aussetzen.
Am Teppich angekommen, nahm er mit geübtem Griff das Salz aus seiner Tasche und begann es über den Teppich zu streuen.
"Was machst du in meinem Haus?" Das schrillte Kreischen war die einzige Warnung, die er bekam, bevor eine unsichtbare Macht ihn quer durch den Raum schleuderte. Porzellansplitter gruben sich in seine Hände, als er hastig aufstand. Der Geist war jedoch bereits vor ihm erschienen und das entstellte Antlitz der ehemaligen Hausherrin starrte ihn wutentbrannt nieder.
"Siebzig Jahre, siebzig ..." was auch immer Frau Heinrich sagen wollte wurde unterbrochen, als ein Schürhaken ihren geisterhaften Hals durchtrennte.
Sie löste sich auf und Alfred warf ihm einen kurzen Blick zu, bevor er sich angriffsbereit machte und den Raum mit den Augen absuchte.
"Sorry bro, ich dachte ich hab sie auf mich fokussiert."
"Kein Problem"
Matthew zog den Brandbeschleuniger aus seiner Tasche und begann ihn auf den Teppich zu gießen doch gerade als er nach dem Feuerzeug greifen wollte bewegte sich das Sofa auf sie zu und alles was er tun konnte war, sich mit einem Sprung zur Seite zu retten.
Ein schneller Blick zeigte ihm, dass Alfred nicht so viel Glück gehabt hatte und nun zwischen Wand und Sofa eingeklemmt war. Während Alfred eine manchmal verstörende Stärke besaß, war es ihm unmöglich sich aus seiner Lage zu befreien. Fluchend blickte Matthew die Geisterfrau an, die wieder vor ihm erschienen war und ihm mit einem verstörten Lächeln ansah.
Sie streckte ihre Hand nach ihm aus und hob ihn mühelos hoch, bis seine Füße über dem Boden baumelten.
"Matthew!"
Den Geräuschen nach zu urteilen verstärkte Alfred seine Anstrengungen sich aus seinem Gefängnis zu befreien. Frau Heinrich machte mit ihrer freien Hand eine Handbewegung und ein Schmerzenslaut ließ Matthew wissen, dass die Frau vermutlich den Druck auf das Möbelstück erhöht hatte. Die Ablenkung, die sein Bruder verursacht hatte, war jedoch genug gewesen, um an sein Messer zu kommen und er stieß das Eisen durch ihren Kopf.
Mit einem schrillen Schrei verschwand sie abermals und Matthew fiel auf seine Füße zurück. Hastig suchte er den Boden nach dem Feuerzeug ab, doch er konnte es nicht finden.
Also griff er in seine Tasche und suchte nach den Streichhölzern, von denen er wusste, dass sie irgendwo darin zu finden waren. Hinter ihm erklang ein Rumpeln als Alfred sich vermutlich aus seiner eingeklemmten Lage befreite, doch das Geräusch das ihn aufhorchen und seine Aufgabe vergessen ließ kam nicht von Alfred, sondern von der Küchentür.
Dort in dem schiefen Rahmen stand die Geisterfrau und um sie herum schwebten die verrosteten Küchenmesser, denen die Brüder bei ihrem ersten Besuch wenig Aufmerksamkeit gezollt hatten.
"Scheiße!"
Er warf sich zu Boden und entging den ersten Messern, die über seinen Kopf hinweg schossen. Bevor der Geist ihn abermals angreifen konnte, zog er seine Waffe und schoss auf die Frau. Sie löste sich auf und die Messer fielen mit einem Klappern zu Boden, nur um abermals in die Luft aufzusteigen, als sie sich hinter Matthew materialisierte.
Er wich den Messern aus und schoss abermals, nur damit sie an einer anderen Stelle wieder auftauchte.
"Alfred!"
Langsam wurde er panisch. Er hatte nur noch einen Schuss und sein Messer hatte er auf der Suche nach den Streichhölzern aus der Hand gelegt.
"Habs gleich!" erklang die Antwort, doch bevor Matthew aufatmen konnte stolperte er rückwärts über einen Stuhl, der vor wenigen Sekunden definitiv noch nicht dort gewesen war.
Krachend fiel er zu Boden und verlor seine Waffe. Frau Heinrich erschien über ihm, einen Heiligenschein aus Messerklingen über ihrem Kopf, deren Spitzen allesamt auf Matthew zeigten.
Seine Hand fuhr zu dem kleinen Anhänger, der um seinen Nacken hing und er widerstand dem Reflex die Augen zu schließen.
So konnte er sehen, wie sich die Messer in Bewegung setzten und mit einem Klappern zu Boden fielen. Der Geist riss Augen und Mund in einem stummen Schrei auf als Flammen ihn verschlangen und nichts von dem Spuk zurück ließen
Schwer atmend setzte Matthew sich auf und sah zu seinem Bruder, der über dem brennenden Teppich stand und ihn stolz angrinste.
"Siehst du, ich hatte recht. Das Blut im Teppich war der sterbliche Überrest den wir gesucht haben!"
Matthew schüttelte nur seufzend den Kopf als er aufstand und nach seiner Tasche griff.
"Lass uns abhauen, bevor die Polizei wegen den Schüssen kommt!"
Der ältere Bruder nickte und sie verließen das Haus wie sie gekommen waren, durch die Hintertür, über die Veranda und die angrenzende Uferböschung hinab.
"Ist bei dir alles in Ordnung?"
Alfred sah ihn fragend an, nachdem sie außerhalb der Sichtweite des Hauses waren.
Matthew nickte, während er einen sicheren Tritt suchte um weiter Richtung Fluss abzusteigen. Am Morgen hatte es geregnet und die Uferböschung war rutschig und unsicher. Zudem würden die Fußabdrücke sie verraten, sollte jemand die Umgebung absuchen. Glücklicherweise war die Dämmerung weit genug fortgeschritten, dass die Spuren nur mit einer Taschenlampe zu sehen wären.
"Wie gehts dir? Das Sofa muss ganz schön weh getan haben?" Matthew warf seinen Bruder einen Blick zu und sah ein Schulterzucken gefolgt von einem Grinsen.
"Nichts, was einem Helden wie mir etwas anhaben könnte!"
Matthew schüttelte mit einem Grinsen den Kopf. Jetzt klopfte er noch groß Sprüche, aber sobald die Prellungen erstmal anfingen weh zu tun und blau zu werden würde er jammernd auf dem Bett liegen und den sterbenden Schwan spielen.
"Wie hast du eigentlich den Teppich angezündet, ich hab die Streichhölzer nicht finden können?"
Er rutschte weg und verfluchte die Tatsache, dass sie keine Taschenlampen benutzen konnten, um sich einen sichereren Weg nach unten zu suchen. Das Licht könnte vielleicht die Aufmerksamkeit von jemandem auf sie lenken.
"Als ich mich befreit hab lag das Feuerzeug praktisch vor meinen Füßen. Ging nur nicht gleich an das blöde Ding. Nächstes mal kaufen wir die teuren. Ich war wirklich drauf und dran das Verbrennen zu verschieben und dir erstmal aus der Patsche zu helfen, aber dann hats geklappt."
Matthew nickte mit gemischten Gefühlen.
Er hätte an Alfreds Stelle genau das selbe getan, doch anders als bei ihm steckte ein anderer Gedankengang dahinter. Matthew half seinem Bruder, weil er ihn mochte und er ihm wichtig war, Alfred dagegen sah es als seine Pflicht als älterer Bruder.
Er biss sich jedoch auf die Lippe und verkniff sich einen Kommentar, denn die Erfahrung hatte gezeigt, dass jede Diskussion sinnlos war. Alfred sah sich seit dem Tod ihrer Eltern in der Beschützerpflicht und das würde sich vermutlich nicht mehr ändern, bis sie beide selbst irgendwann das zeitliche segnen würden.
Bis dahin würde er immer der kleine Bruder sein, der beschützt werden musste und der sich in allen Angelegenheiten auf seinen großen Bruder zu verlassen hatte. Das Matthew gerne nicht der kleine Bruder, sondern ein gleichgestellter Mensch mit den selben Rechten und Pflichten wäre, der das selbe Risiko einging, das fiel schnell mal unter den Tisch.
"Du hast schon wieder deinen Grübelblick!"
Alfred lachte und pikste ihm mit einem Finger in die Falte zwischen seinen Augenbrauen. Matthew schüttelte nur irritiert den Kopf. Es war ein Wunder, wie so ein Kindskopf einer der besten aktiven Jäger sein konnte.
"Woran denkst du?"
Alfred sah ihn neugierig an, doch Matthew konnte das besorgte Glänzen in seinen Augen sehen. Mit einem Seufzen zuckte er mit den Schultern.
"Wo wir heute Nacht schlafen. Hast du schon ein neues Ziel gefunden?"
Die Sorge wich sofort einem freudigen Glitzern.
"Hey, ich dachte vielleicht können wir mal wieder zum Rasthaus fahren. Du weißt schon, mal hören, was die anderen so zu erzählen haben!"
Ein Lächeln zuckte um Matthews Mundwinkel.
"Ja, das klingt wirklich gut. Ich hab mich schon viel zu lange nicht mehr mit Raivis unterhalten"
Alfred machte einen begeisterten Luftsprung und wäre fast ausgerutscht und kopfüber die Böschung runter gerutscht.
"Genial! Du kannst dein Langweilergespräch mit Raivis halten und ich lass mir von Eduard seine neuen Erfindungen vorstellen! Vielleicht ist sogar Gilbert da! Das wäre so cool!"
Alfred begann Matthew voll zu texten und der jüngere Bruder schüttelte nur den Kopf, bevor er Alfred zu einem Rauschen im Hintergrund ausblendete. Es würde eine verdammt lange Autofahrt werden.


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A/N :
Kleine Information zum Thema Geister.

Geister entstehen wenn jemand eines plötzlichen oder gewaltsamen Todes gestorben ist oder aus anderen Gründen nicht loslassen kann. Bemerken tut man sie generell erst, wenn sie zu bösartigen Geistern werden, die z.B. Rache üben wollen. Meist machen sich die Geister also ein paar Jahre später nach dem Tod der eigentlichen Person bemerkbar.
Diese Geister entstehen normalerweise jedoch nur, wenn körperliche Überreste der Person vorhanden sind. Wird jemand eingeäschert ist das also eigentlich nicht der Fall. Es kann aber sein, das andere Spuren zurück bleiben, etwa in Form von Blut im Teppich, oder einem Lieblingskleidungsstück das so oft getragen wurde, dass Spuren der Person darin fest sitzen.
Jedenfalls müssen zum töten des Geistes diese Überreste (oder die Leiche) gefunden und mit Salz verbrannt werden. Das ist normalerweise die einzige Möglichkeit einen Geist zu töten.
Desweiteren sind Salz und reines Eisen effektive Mittel gegen Geister. Sie können sie zwar nicht töten, doch sie können dafür sorgen, dass ein Geist sich zeitweise verflüchtigen muss.
Geister können zudem, genau wie Dämonen, ein Linie aus Salz nicht übertreten.
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