Neue Wege

von Etari
GeschichteDrama, Übernatürlich / P16 Slash
Amerika England Frankreich Kanada Preussen Süd-Italien
09.01.2016
09.11.2019
34
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Hallo meine Lieben!

Das hier ist mein neues Monsterprojekt^^
Für diejenigen, die Supernatural kennen, ich hab mir die Welt, mit einigen Änderungen ausgeborgt, man braucht Supernatural aber definitiv nicht zu kennen, um die Geschichte zu verstehen!
Ich werde vermutlich zumindest am Anfang eher sparodisch hochladen, da ich bald meine Bachelor-Thesis schreiben muss und aufpassen muss, dass ich mein Studium nicht im letzten Semester noch vergeige^^
Danach sollte es aber deutlich schneller gehen. Ich hab den gesamten Sommer über Zeit zu schreiben und zu updaten!

Jedenfalls wünsche ich euch jetzt erstmal viel Spaß mit dem Prolog und ich hoffe die Idee gefällt euch!


0. Prolog

Es war kalt und der Wind wehte ihm erbarmungslos ins Gesicht. Der Mann schloss die Augen als eine besonders starke Windböe Schnee vom Boden auf wehte und ihm das feine Puder in die Augen blies. Genervt verzog er das Gesicht, als er seinen Blick wieder geradeaus richten konnte. Er hatte Schnee noch nie wirklich gemocht und wäre er nicht durch sein Versprechen gebunden, hätte er schon längst kehrt gemacht und wäre in die Stadt und den Schutz eines warmen Hotelzimmers zurückgekehrt.
Doch so stand er hier und beobachtete die kleine Farm, die sich an den Hang kauerte und dem Wind schutzlos ausgeliefert war. Währen zwei der Fenster nicht vom flackernden Licht eines Feuers erhellt gewesen, so hätte man die Farm für verlassen halten können.
In der zunehmenden Dunkelheit wirkte das schwache Licht aus den Fenstern wie ein Leuchtfeuer und der stumme Beobachter näherte sich dem Gebäude. Nicht jedoch, weil das Versprechen von Wärme und Schutz ihn lockte. Auf beides hatte er schon oft verzichten müssen. Vielmehr genoß er die Dunkelheit, die ihm genug Deckung bot, um sich aus dem Schutz des schmalen Wäldchens zu lösen und sich unbemerkt nähern zu können.
Jeder seiner Schritte knirschte im Schnee und ließ sein Herz schneller schlagen. Nicht aus Furcht, echte Angst hatte er schon lange nicht mehr empfunden, doch die Anspannung hatte er nie ablegen können. Seine Hand, die er zum Schutz vor der Kälte in die Tasche gesteckt hatte, schloss sich um den schlanken Messergriff. Trotz all der Jahre tat es immer wieder weh, Menschen töten zu müssen, die im allgemeinen auf seiner Seite standen.
Doch es musste getan werden. Es ging nicht nur um Rache, es ging darum die Jäger daran zu erinnern, dass sie sich von ihm fernzuhalten hatten.
Als er das Gebäude erreichte war es bereits dunkel. Die tief hängenden Wolken hatten den Sonnenuntergang beschleunigt und der Tag hatte sich noch früher zur Nacht gewandelt, als er es ohnehin schon tat.
Der Mann warf einen Blick durch eines der Fenster, hielt sich jedoch weit genug von diesem fern, um nicht durch die Scheibe hindurch gesehen zu werden.
Im Inneren befanden sich zwei Menschen. Ein blonder bärtiger Mann, dessen Anblick sofort an einen Holzfäller erinnerte und eine schlanke Frau mit Brille, die dem Stereotyp eine Bibliothekarin entsprach, nur ihre Kleidung war der Umgebung und dem Wetter angepasst.
Auf den ersten Blick wirkten die beiden völlig verschieden und die Frau wirkte fehl am Platz, doch der Beobachter wusste es besser. Diese beiden Menschen waren weder verschieden, noch war die gute Amelia fehl am Platz. Er konnte sich sogar ziemlich gut vorstellen, dass diese Farm ihr gehörte oder zumindest ihr Vorschlag gewesen war.
Er musste zugeben, dass es ein gutes Versteck war. Abgelegen genug, dass niemandem jemals etwas auffallen oder unangenehme Fragen aufkommen würden, doch immer noch nah genug an der Zivilisation, dass man zur Not auch zu Fuß den nächsten Ort erreichen konnte.
Die Abgelegenheit hatte sie jedoch nicht vor ihm verstecken können. Niemand entkam ihm, wenn er ihn wirklich finden wollte.
Die beiden Menschen im Inneren unterhielten sich, doch das dicke Glas schluckte jeden Laut sowohl von Innen als auch von Außen. Er musste jedoch nichts hören. Es spielte keine Rolle worüber sie sich unterhielten, auch wenn die Waffen, die ausgebreitet auf dem Tisch lagen und die Zeitungsartikel und Ausdrucke an den Wänden keinen Zweifel daran ließen, dass sie über ihr nächstes Opfer diskutierten. Nur, dass sie niemals zur Jagd kommen würden.
Der Beobachter ging ein wenig zur Seite und trat an die Wand heran. Er befand sich auf derselben Höhe, wie die beiden Jäger im Inneren. Vorsichtig legte er die Hand an das robuste Holz. Fast schon konnte er die Wärme des Raums dahinter und das Leben der beiden spüren. Es war perfekt. Fast schon zu perfekt.
Wenn die Dinge mit Jägern so gut liefen, dann lief es meistens auf eine Falle hinaus. So nervig sie auch waren, dumm waren die meisten leider nicht und was sie an Dummheit und Ignoranz besaßen, machten sie mit einem gewissen Maß an Erfahrung und Unberechenbarkeit wieder wett.
Diesmal war eine falle sogar noch wahrscheinlicher, als normalerweise.
Die beiden wussten, dass er sie jagen würde nachdem sie seinen Freund getötet hatten. Sie mussten wissen, dass er ihnen auf den Fersen war und mit Sicherheit war die Abgeschiedenheit nicht die einzige Schutzvorkehrung, die sie getroffen hatten. Wären sie so unvorsichtig, dann wäre es ihnen nie gelungen, Francis zu töten.
Der Beobachter legte die Stirn an die Wand und lauschte in die Nacht. Der Wind pfiff über die relativ freie Ebene und unter dem Pfeifen konnte er das leise Ächzen des Daches hören, dass sich gefährlich unter der Last des Schnees bog. Ansonsten war es jedoch still. Kein Geräusch, dass ihm etwas über die gestellten Fallen verraten würde.
Was für Fallen waren es? Magische Fallen? Mechanisch? Sollten die Fallen ihn töten, oder einschränken, damit die Jäger ihm selbst den Gnadenstoß geben konnten? Fragen über Fragen. Die wichtigste jedoch war, wie er die Fallen umgehen sollte. Waren sie im Haus, oder war das Haus als ganzes geschützt? Möglicherweise waren die Fallen auch unter dem Schnee versteckt und er war bereits in einen magischen Zirkel oder ähnliches getreten, ohne es bemerkt zu haben.
Der Beobachter seufzte. Es waren zu viele Eventualitäten und er brauchte viel Geduld, sie alle zu bedenken. Normalerweise war er ein äußerst geduldiger Mensch, doch nicht an diesem Abend. Es war spät und er war lange gereist um an diesen Ort zu kommen.
Trauer hatte ihm seinen Schlaf geraubt und Wut seine Ruhe. Zum ersten Mal seit Francis Tod waren seine Gedanken wieder völlig klar und zielgerichtet. Die Jäger mussten sterben. Kein wenn und aber. Keine Kompromisse. Er würde erst wieder Ruhen können, wenn sie tot waren und die Ewigkeit war zu lange, um sie schlaflos zu verbringen.
Wenn er also nicht alles überdenken und einen sicheren Plan schmieden konnte, dann würde er dafür sorgen müssen, dass er in keine Falle trat, sofern er das nicht schon getan hatte. Er würde also einfach stehen bleiben wo er war.
Der Mann warf einen Blick zum Dach hinauf. Er würde seinen Plan, ein Loch in die Wand zu reißen ein wenig abändern müssen.
Er nahm die Hand von der Wand und richtete stattdessen die Handfläche nach oben zum Dach hin. In der anderen hielt er noch immer das Messer, zog die Klinge jedoch  aus seiner Tasche. Die Zeit für warme Hände war vorbei.
Der Spruch war nur kurz, doch äußerst effektiv. Kaum hatte er die Zauberworte gesprochen, gab das Dach ein warnendes Knacken von sich. Es knackte abermals, bevor es in sich zusammen stürzte und die Wand mit sich einriss. Der Magier bewegte die Hand wie ein Puppenspieler und der Schnee und die Bruchstücke des Daches und der Wand verfehlten ihn allesamt.
Dadurch, dass das Dach die Wand mit eingerissen hatte, hatte der Mann nun freien Blick in den Raum dahinter.
Das Feuer im Kamin war erloschen und der Tisch mit den Waffen unter einer Schicht aus Schnee und Trümmern bedeckt. Die Frau lag eingeklemmt unter einem Balken und versuchte, sich zu befreien, während der Mann sich aufrappelte und Trümmerstücke von seinen Schultern schüttelte. Blut lief ihm aus einer Platzwunde am Kopf und seine Hände waren von spitzen Teilen zerkratzt, doch keine der Verletzungen war ernst. Keine davon würde ihn aufhalten oder weniger gefährlich machen.
„Du!“ der Mann zog ein langes Messer aus dem Schnee und richtete die Spitze auf den Magier.
„Guten Abend John“, grüßte der Magier ohne einen Hauch von Spott. Auch wenn er vorhatte diese beiden Menschen zu töten musste er dabei nicht auf seine Manieren verzichten, immerhin war er ein Gentleman.
John schien es dennoch als Spott auszulegen. Mit einer schnellen Bewegung, die man einem Mann seiner Größe kaum zutrauen würde, sprang er nach vorne und stach nach seinem Gesicht.
Der Magier parierte die Klinge mit der Seinen und wich einen Schritt zur Seite. Es gab viele Wege, wie er dies zu Ende führen konnte und in keinem der Szenarien hatte John auch nur den Hauch einer Chance. Der Jäger war fähig, das stand außer Frage, doch gegen die Kampferfahrung, die sein Gegner gesammelt hatte, war er machtlos. Zumindest solange er sich nicht von einem falschen Gefühl der Sicherheit blenden ließ.
Der Magier hatte nicht vor, das geschehen zu lassen.
Sie tauschten einige schnelle Hiebe aus, doch auch wenn der Magier mehrmals das Gefühl hatte es beenden zu können, so wartete er doch auf einen Fehler, bei dem er sich wirklich sicher war. Viele hatten sich schon darüber lustig gemacht, dass er immer ein sicheres Spiel spielte, doch keiner dieser Leute war noch am Leben. Er schon.
Als er seine Chance gekommen sah zögerte er nicht lange sondern stach die Klinge tief in die Schulter seines Gegners. Schlagartig fiel Johns Messer in den Schnee, als seine Muskeln durchtrennt wurden und er jegliche Kraft im Arm verlor.
Der Magier zog die Klinge wieder heraus und setzte nach. John war geistesgegenwärtig genug, um die Waffe mit seiner anderen Hand von seinem Hals abzulenken, doch dafür schnitt der Magier ihm tief in die Brust. Dem Anschein nach hatte er die Lunge erwischt. Blut spuckend ging sein Gegner in die Knie und er sah zu, wie sein Husten und Röcheln immer krampfhafter wurde.
Bevor John starb wand er sich ab. Stattdessen wand er sich nun der Frau zu, die trotz der Tränen, die ihr übers Gesicht rannen, immer noch versuchte sich aus ihrem Gefängnis unter dem Balken zu befreien.
Sie war nicht in der Lage ihm einen Kampf zu liefern und so starb sie schnell mit durchgetrennter Kehle. Es war ein einfacher sauberer tot und der Magier ging sicher, dass John ebenfalls gestorben war und sich nicht halbtot ans Leben klammerte. Es hatte weniger etwas damit zu tun, dass er ihre Rache fürchtete. Er sah nur einfach keinen Grund grausam zu sein. Er hatte ihnen schon ihr Leben genommen, da gebot es der Anstand, dass er sie nicht auch noch leiden ließ.
Der Mann wischte die blutigen Hände im Schnee ab. Es säuberte ihn nur von dem gröbsten Blut, doch er hatte in seinem Kampf ohnehin den ein oder anderen flachen Schnitt einstecken müssen, der nun seine Kleidung mit Blut tränkte. Es ging ihm auch nicht darum, die Beweise zu vernichten, nur darum nicht wie ein Massenmörder auszusehen und seine Waffe so sauber zu bekommen, dass er sie ohne Ekel zurück in seine Tasche stecken konnte.
Ein Wimmern unterbrach ihn jedoch bei seiner Säuberungsaktion.
Überrascht blickte er zu der schmalen Tür, in der zwei Kinder standen. Eines musste etwa fünf sein, das andere vielleicht ein Jahr jünger. Sie klammerten sich aneinander, während sie ihn mit großen  angsterfüllten Augen ansahen.
Als der Magier sich aufrichtete, das Messer immer noch in der Hand, zuckte der jüngere der beiden Jungen angstvoll zurück, während der andere sich trotzig vor seinen Bruder schob, auch wenn die Angst ihm deutlich ins Gesicht geschrieben stand.
John und Amelia Jones hatten also Kinder gehabt. Er fragte sich, warum er die beiden nicht gespürt hatte, als er die Umgebung abgetastet hatte, doch vielleicht lag es einfach daran, dass sie noch jung waren und ihre Ausstrahlung sehr gering war.
Das stellte ihn vor ein Problem. Er hatte nicht vor die beiden zu töten. Sein Zorn galt ihren Eltern, nicht ihnen und er konnte zwei kleine Kinder kaum für etwas verantwortlich machen, was ihre Eltern getan hatten.
Man sucht sich nicht aus in welche Familie man geboren wurde, das wusste er selbst nur zu gut. Zudem widersprach es seinen Prinzipien, ein so junges Leben, aus dem noch alles werden konnte, auszulöschen.
Die Kinder hier draußen zu lassen jedoch erschien ihm grausam. Sie waren zu jung und zu verletzlich und in den Wäldern Alaskas gab es genug Wölfe die alleine durch den Blutgeruch schon auf dem Weg zur Farm sein dürften. Er mochte nach menschlicher Definition ein Mörder sein, doch er war nicht grausam. Es wäre einfach für die Kinder, wenn er ihnen die Kehle durchschnitt, statt sie alleine zurück zu lassen. Selbst wenn die Wölfe sie nicht fraßen, so würden Hunger, Durst oder Kälte ihnen das Leben nehmen.
Er trat einen Schritt auf die Kinder zu und der hintere Junge, der ein Stofftier umklammert hielt begann zu Wimmern, während sein Bruder etwas aus dem Schnee aufhob. Es war eine der Waffen, die auf dem Tisch gelegen hatten. Mit zitternden Fingern richtete das Kind die Mündung auf den Magier.
Er hatte keine Angst. Das Kind wäre kaum in der Lage ihn zu treffen und selbst wenn, eine einfache Schussverletzung konnte ihn nicht töten. Dennoch hielt er inne.
In den strahlend blauen Augen stand so viel trotz und Angst geschrieben und der Wille bis zum letzten Atemzug zu kämpfen.
Der Magier trat einen Schritt zurück.
„Wenn ihr leben wollt, dann geht ins nächste Dorf sobald es hell wird und passt auf die Wölfe auf.“
Er drehte sich um und ging.
Der Junge schoss nicht. Stattdessen hörte er wie die Waffe in den Schnee zurück fiel und die Kinder begannen zu weinen. Vielleicht war es grausam gewesen sie leben zu lassen, doch er hatte das Gefühl, dass sie überleben würden. Sie würden einen Weg zurück ins Leben finden und hoffentlich zu besseren Menschen werden, als ihre Eltern es gewesen waren.
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