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I still hope for you - Minho und Cassy (3)

GeschichteAbenteuer, Drama / P16
Gally Minho Newt OC (Own Character) Thomas
09.01.2016
23.03.2016
65
222.755
31
Alle Kapitel
334 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.03.2016 3.521
 
Hallööööchen :)
Nur ein kurzes Intro, ich bin wieder mal einer Story verfallen und am durchsuchten :D
Vielen Dank für die neuen Empfehlungen :) Das ist übrigens eine tolle Möglichkeit eine Story zu honorieren, wenn man keine Zeit für Revis hat.
Danke auch für die natürlich. ich werde sie jetzt noch beantworten. Wenn mir das Liebesdebakel der Story zu sehr zusetzt. Ich hasse es, wenn man Beziehungen mit einem besten Freund skizziert, die so perfekt ist, die Hauptperson aber noch immer auf den ultimativen Kerl wartet. MAN :D Aber egal, heute Abend werde ich wissen, ob sie sich richtig entschieden hat :D

Heute das Hopp-On-Hopp-Off Kapi :) Noch... Zwei Kapis und vielleicht ein Epilog, dann sind wir am Ende angelangt, meine Lieben :) Also am Ende des dritten Teils :D Morgen erkläre ich euch dann alles weitere, weil ich am Donnerstag bzw. Freitag Besuch bekomme und dann nicht hochladen kann für eine Woche etc. und ja... Kompliziert wie immer :)
Heute eine 4. Ich glaube meine Hopp-on Kapis waren nie etwas anderes, das soll auch so bleiben :D Habe versucht eure Wünsche zu berücksichtigen, weshalb ich Cassy etwas kürzen musste :D

ich wünsche euch jetzt noch einen schönen Abend, meine Lieben :)
Küsschen und Drücker,
CasseyCass *-*

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"Just close your eyes
The sun is going down
You'll be alright
No one can hurt you now"
(Julia Sheer (Cover) – Safe and Sound)




Fe
Sie wickelte und wickelte und wickelte, bis das Haargummi endlich ihre Haare umfassen konnte. Kurzzeitig fürchtete sie, dass es reißen würde, wie duzende Haargummis zuvor, doch es hielt. Es war Dank des Regens zwar nicht mehr so warm, aber ihre Haare und Feuchtigkeit vertrugen sich einfach nicht. Es war schrecklich. Fe zog die Beine auf ihren Stuhl und beobachtete die anderen Menschen auf dem Dach des Hotels. Der vierte Berk wurde gerade beladen und würde gleich starten, weshalb die Leute aus Ebene fünf, die dem nächsten Berk zugeordnet waren, bereits auf das Dach durften. Und das auch nur, weil dieses einen super Blitzableiter hatte. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie Rick beobachtete, wie er eine brünette, zierliche Frau anquatschte. Was auch immer er sagte, sie lachte und schien sich gut mit ihm zu verstehen. Der Kerl hatte aber auch Charme. Fe liebte seine lockere Art, die ab und zu zwar leicht aggressive Züge trug, aber im Grunde ernst gemeint war. Jeder hier hatte in seiner Vergangenheit Dinge erlebt, die man vergessen wollte. Manche taten es mit immenser Härter und Kälte, andere mit Güte und wieder andere mit einem gesunden Maß an Sarkasmus.
Eine Hand auf ihrer Schulter riss Fe aus ihrer Beobachtung und sie warf Gally ein erfreutes Lächeln zu. "Wann geht es los?"
"Der Berk ist noch gut eine halbe Stunde entfernt. Folgt alles seiner Richtigkeit."
"Sehr gut." Wie selbstverständlich legte sie ihre Hand auf seinen Oberschenkel, die er selbstsicher umfasste. Sie war Gally unglaublich dankbar, dass er sie damals aus der Mülltonne gefischt hatte. Das hatte ihr im Nachhinein mehr als nur einmal das Leben gerettet. Irgendwann war die Dankbarkeit Zuneigung und die Zuneigung Liebe gewichen. "Wie geht es mit uns weiter?", fragte Fe. "Ich meine, wenn wir im Sicheren Hafen sind?"
Gally seufzte kurz. "Das Erste, was ich tun werde ist dich küssen."
Sie verdrehte die Augen. Es war eine stille Übereinkunft zwischen ihnen gewesen, als beiden klar geworden war, dass sie mehr als nur Freunde waren. ANGST und auch die radikale Seite des Rechten Arms nutzten Liebesbeziehungen nur zu gerne aus und sie hatten den jeweils anderen nicht in Gefahr bringen wollen. Das Einzige, was sie sich erlaubten war, zusammen in einem Bett zu schlafen. Händchen halten nur in seltenen Situationen. Küsse oder gar Sex waren verboten. Daher konnte sie seinen Wunsch gut nachvollziehen. "Okay und danach?"
"Noch einmal."
"Gally!" Fe lachte ihr klingendes Lachen und sah er dieses nekische Grinsen zuwarf, wie immer, wenn sie über dieses Thema sprachen. "Ich präzisiere einmal meine Frage: Süden oder Norden."
"Norden."
"Sehr gut, meine Rede." Cassandra, Newt, Thomas und Minho traten durch die Tür auf die Dachterasse und Fes Lachen wurde so einem ausgeglichenen Lächeln. Sie mochte dieses Mädchen einfach. Würde man sie fragen warum, hätte sie keine Antwort darauf, aber Cassy und ihre Art zu denken war einzigartig. Selten war ihr so eine Kompromisslose Person begegnet. Mit einem Blick auf Gally konnte Fe mal wieder seine Besorgnis-Falte sehen, wie sie es nannte. Laut ihm hatte Cassy sich sehr verändert und er sorgte sich um seine Freundin. Es war süß. Dieser riesige Mann, der manchmal wirklich laut werden konnte und seine Größe zu nutzen wusste, schmolz bei Cassandras Anblick dahin. Manchmal glaubte Fe, dass er am liebsten seine Hände zu einer Kuppel formen und sie über Cassandra legen wollte. "Wir passen auf sie auf", sagte Fe sanft und bewegte ihre Hand leicht hin und her.
"Wir beide wissen, was passieren wird", erwiderte Gally leise.
Ja, sie wussten es. Und Fe fand es wirklich schade. Sie mochte Minho sehr und Newt erinnerte sie an ihren Cousin.Würde wirklich eintreten, was Gally und sie befürchteten und würde Cassandra ebenso befürchtet reagieren, wäre Fe gezwungen die beiden zu hassen. Seufzen ihrerseits. Wie gesagt. Sehr schade.

Minho
Er hatte es schon tausende Male in seinem Kopf durchgespielt. Gut, vielleicht keine 1000 Mal, aber ein par Mal gewiss.
"Cassy, ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, aber warum hast du nicht mit mir geredet?"
"Cassandra, ich weiß, was du mit Megan getan hast."
"Blume... Ich erkenne dich nicht wieder."

Und so weiter.
Keines der Szenarien in seinem Kopf hatte auch nur annähernd beschreiben können, was Minho fühlte. Er zeigte es nicht nach außen hin, aber innerlich tobte in ihm ein Tsunami der Emotionen. Dort war die Freude und Erleichterung, dass Newt lebte, er noch 60 Jahre zu leben hatte und sie endlich in den Sicheren Hafen kommen würden. Dort war die Leichtigkeit, wenn er Cassandras Freude sah, ihre Erleichterung und Losgelöstheit. Etwas, dass er lange vermisst hatte. Dort waren aber auch Unsicherheit und Betäubung. Er hatte keine Ahnung, wie er mit Cassy umgehen sollte, er wusste nicht, ob er sie jemals wieder ansehen könnte, ohne Megans verbrannte Leiche im Kopf zu haben. Und diese Unsicherheit lähmte ihn von innen, betäubte all die guten Emotionen und ließ nur eine Hülle von ihm zurück.
Minho streckte die Hand vor und spürte den Picks in seinem Zeigefinger. Nur Leute, die immun oder nicht infiziert waren, durften in den Berk einsteigen. Unten im Foyer war vorhin eine Massenpanik entstanden, als ein Infizierter wieder nach unten geführt worden war. Die Stadt war eben nicht frei vom Virus gewesen, weshalb es nur logisch war, dass sich auch ein paar Kranke ins Hotel verirrt hatten. Die Hoffnung starb bekanntlich zuletzt. Cassy drückte seine Hand kurz, als ihr in den Finger gestochen wurde. Bei Newt brabbelte die Maschine wieder etwas von infiziert, dass die Krankheit aber durch einen Chip blockiert wurde. Er musste nur kurz seine Uhr am Nacken zeigen, dann würde durch gewunken. Nachdem Newt ein paar Stunden geschlafen hatte, die Cassy neben ihm am Bett verbracht hatte, als würde er sich jeden Moment vor ihren Augen in Luft auflösen, sah seine Gesichtsfarbe nicht mehr allzu blass aus und er konnte ein paar Minuten auch ohne Thomas als Stütze laufen.
Trotzdem stolperte er kurz einmal und Cassandra zuckte erschrocken zusammen. Doch bevor sie zu ihm eilen konnte, kämpfte Newt sein Gleichgewicht zurück und zwinkerte Cassandra beruhigend zu.
"Seine Ruhe will ich haben", murmelte sie und Minho legte reflexartig seinen Arm um ihre Schulter und zog sie an sich; Cassy schlang ihren Arm um seine Hüfte. Auch wenn er Cassy wie durch eine dicke Glasscheibe betrachtete, er liebte sie und wollte sie beschützen. Das war ihm vorhin schmerzlich aufgefallen, als sie ihn geküsste hatte. Er würde sie nie ansehen können, ohne dieses Brennen in sich zu spüren. Natürlich war es auch körperliche Begierde, so sehr er sich auch zurückhielt, aber es war auch dieses Bedürfnis sie einfach in der Nähe zu haben. Egal wie sich diese Nähe auch gestaltete. Allerdings hatte Minho sich nicht zu einer Antwort durchringen können. Nicht, weil es einer Lüge gleichgekommen wäre, sondern weil es sich schlicht falsch angefühlt hatte. Ein Stück von ihm hatte aufgehört Cassandra zu lieben.

Brenda
Sie boxte Rick gegen den Oberarm und nickte zu den anderen. "Los, lass das arme Mädchen in Ruhe und komm mit uns. Wir wollen doch einen guten Platz haben."
Rick winkte der jungen Frau gespielt sehnsuchtsvoll zu und schlug dann mit ihr den Weg zu Fe, Gally, Cassandra, Thomas, Minho und Newt ein. "Du hast meiner Nacht den Spaß verdorben."
"Oh weh", erwiderte Brenda theatralisch. "Es wird bestimmt deine letzte Möglichkeit auf Erden gewesen sein." Innerlich verdrehte sie die Augen. Natürlich hatten Männer was das anging andere Bedürfnisse als Frauen, aber wie lässig Rick sich eine Partnerin für eine Nacht anlachte und diese am nächsten Tag abservierte und noch immer nicht von einer Verflossenen kastriert worden war, war unerklärlich.
Plötzlich spürte sie einen Arm um ihrer Hüfte und Brenda stieß Rick entrüstet weg. "Was soll das denn?"
"Ich will deinen Lover eifersüchtig machen", grinste Rick. "Thomas ist viel zu sicher, dass er dich bekommt. Er brauchte nicht einmal um dich kämpfen."
"Ja, weil nicht jeder oder jede hier so verkorkst ist, dass man sie erobern muss", grunzte Brenda. Wobei sie ihren eigenen Worten nicht einmal zustimmen konnte. Seit sie Thomas bei Marcus geküsst hatte, waren die beiden auf eine freundschaftliche Beziehung gegangen. Thomas brauchte Zeit Teresas Verrat zu verarbeiten und die hatte Brenda ihm gegeben. Bis zum ersten Abend hier im Hotel, wo sie ihn reichlich angeheitert angefaucht hatte, sie würde nicht länger warten. Sie hatte Thomas vor die Entscheidung gestellt: Würde er eine Freundschaft vorziehen, würde Brenda an den entgegengesetzten Punkt seines Wohnortes ziehen. Würde er sich und ihr eine Chance geben, würde sie sich seinem Wohnort anschließen. Etwas perplex über diese dreiste Herausforderung hatte Thomas zuerst nicht geantwortet, was Brenda als ein Nein bezüglich ihrer Beziehung auffasste. Dann hatte er sie auf die Tanzfläche gezogen und dieses Mal hatte er ihren Kuss erwidert und sie nicht zurückgestoßen. Es war, wie immer, kompliziert, aber sie waren einen Schritt weiter, als noch vor ein paar Wochen.
"Hast du ihn einfangen können?", grinste Cassy, die bei Minho auf dem Schoss saß und mit seinen Fingern spielte. Seit sie aus Denver zurückgekehrt waren, war Cassandra so entspannt, dass Brenda kurzzeitig angenommen hatte, man würde im Hotel Drogen verkaufen. Dass ein Mord einen Menschen so befriedigen konnte... Minho hingegen schien das etwas anders zu sehen. Er nahm Cassandra kaum noch richtig wahr und Brenda wunderte es, dass es Cassy nicht auffiel. Oder nicht auffallen wollte.
"Ja", antwortete sie endlich. "Wie ein kleines Kind, der gute Herr."
"Stimmt doch gar nicht", schmollte Rick, was den Mädchen ein Lachen entlockte.
Aris und Bratpfanne kamen mit einem großen Tablett an Getränken an und verteilten an jeden ein Sektglas.
"Wir dachten, da wir nun endlich aus diesem Drecksloch verschwinden, dass einmal Anstoßen ganz angebracht wäre", erklärte Ersterer und ging reihum.
"Dann müssen wir aber auf die anderen warten", sagte Fe. Eine ihrer dunklen Haarsträhnen hatte sich gelöst und kringelte sich an ihren Gesichtszügen entlang. "Wir gehören alle zusammen."
"Eine große, glückliche Familie", seufzte Rick theatralisch. "Mein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen."
"Du bist so ein Spinner!", rief Cassandra fassungslos aus. "Wird Zeit, dass man dich erzieht."
Rick beugte sich von seinem Platz vor und funkelte Cassandra amüsiert an. "Gerne. Ich mag die Peitsche. Und du?"
Brenda musste bei Cassys geschockten Gesichtsausdruck erneut lachen, vor allem weil Minho ausnahmsweise aus seiner Starre erwachte und Cassandra besitzergreifend in die Arme zog. Sich beschweren tat er jedoch nicht, das übernahm Newt.
"Wie lange war ich genau weg?", fragte er. "Ich meine, es hat sich nichts daran geändert, dass nur vier männliche Lebewesen in dieser Runde Blume berühren dürfen. Und dazu gehörst du nicht. Nur über meine Leiche."
"Na, das hab ich wohl knapp verpasst..."

Newt
Er sprang auf und ballte die Fäuste. Das Erste, was er machen würde, wenn sie im Sicheren Hafen waren, war ein Anti-Aggression-Training. Dieser Chip war ja ganz okay, aber die Erinnerungen, die sein Hirn fluteten und auf eine ganz andere Weise peinigten, als es der Brand getan hatten, steigerten Newts Wut ins Unermessliche. Und Rick schien es darauf anzulegen, gehörig eine Reingewürgt zu bekommen.
"Hey, Brauner, ganz ruhig." Eine Hand schob sich in seine und Newts Augen richteten sich auf Cassandra. "Ignorier ihn. Macht das Leben leichter." Dann sah sie Rick kopfschüttelnd an, was dieser mit einem amüsierten Zwinkern quittierte. Dass Minho bei diesem Kerl so ruhig bleiben konnte! Er hätte Rick schon tausende Male zerfetzt, wenn er sich so an Sonya rangemacht hätte. Innerlich zuckte Newt zusammen und setzte sich wieder – ließ sich förmlich auf seinen Stuhl plumpsen. Warum war sie so in seinen Gedanken verankert? Die meiste Zeit hatten sie als Cranks zusammen verbracht, die Newt teilweise gar nicht mehr hatte rekonstruieren können und jetzt... Jetzt konnte er sich an jedes Detail von ihr erinnern. Ihre kleinen Lachfalten um den Mundwinkeln herum. Ihre Hände an seinen Wangen. Diese eine Haarsträhne, die sich immerzu aus jeder Frisur heraus geschlichen hatte. Selbst an die ihre Gänsehaut durch seine Berührungen hervorgerufen, als sie die Nacht miteinander verbracht hatten, konnte er sich erinnern. Dabei wollte Newt es nicht. Es machte ihn verrückt. Augenscheinlich war er anfällig für sowas.
Cassandra strich ihm über die Wange und Newt rang sich ein Lächeln ab. Er hatte nicht so barsch zu ihr sein wollen. Auch er wollte, dass alles wieder normal wurde. Aber immer wenn er Cassy ansah, dachte er an die vergangenen Wochen und was er ihr angetan hatte. Und mit diesem Gedanken kamen die Erinnerungen an Sonya und... Cassys Finger wanderten von seiner Wange zu seinen Lippen.
"Wir fahren in den Sicheren Hafen", sagte sie leise tadelnd. "Da gehört ein Lächeln auf die Lippen." Sie runzelte bei Newts Versuch die Stirn. "Okay, das war ein Zähne fletschen."
Aus der Situation heraus umarmte Newt sie und versuchte für einen Moment wieder auf der Lichtung zu sein, wie in seinem Traum. Er würde alles geben, um die Zeit zurückdrehen zu können. Wahrscheinlich würde Minho ihm sogar dabei helfen. Newt war nicht entgangen, dass sein bester Freund sich in eine Puppe verwandelt hatte, die ab und zu noch auf Cassy reagierte und sonst all ihre Liebes-Beweise ins Leere laufen ließ. Würde er so weitermachen, wäre demnächst Cassy diejenige, die einen gewissen Chip bräuchte. Sie setzte sich wieder auf Minhos Schoss, der einen Arm um sie legte, ansonsten jedoch ins Leere starrte.
Endlich trudelte auch der Rest der Mannschaft ein; Gerd, Hans, Vince, Mary, Jorge, Chuck, Jeff und Wau. Alle passierten sie ohne Komplikationen den Brand-Test und dann preschte der Hund auch schon auf Cassandra zu, um sie abzulecken. Die beide hatten sich einen Tag lang nicht gesehen und die Freude war wirklich enorm. Newt konnte sich noch gut daran erinnern, wie schnell Wau sich auf Cassy eingeschossen hatte, viel schneller, als irgendeiner sonst auf der Lichtung.
Sein Herz setze einen Schlag aus. Ein Gedanke war ihm in den Sinn gekommen, einer, den er verabscheuungswürdig fand und ihm die Galle hochkommen ließ. Erneut sah Newt zu Cassy auf Minhos Schoss und zu seiner Überraschung sah Minho ihn mit einem traurigen Gesichtsausdruck an. Wissen, Schmerz und Gewissheit lagen darin. Er schien den gleichen Gedanken – oder zumindest einen ähnlichen – wie Newt gehabt zu haben.
War es damals ein Fehler gewesen, sich auf Cassandra eingelassen zu haben?

Rick
Er hasste diese Wartezeiten. Immerhin konnte er jetzt, wo sie alle zusammen waren, den Sekt trinken. Wo auch immer Aris den aufgetrieben hatte, Rick hätte ihn abknutschen können. Nach Jahren war er endlich dort, wo er immer hingewollt hatte: Auf dem Weg in den Sicheren Hafen. Es hatte seine Zeit gedauert und viele Umwege gekostet, aber es kam auf das Ergebnis an.
Sein Hochgefühl erstarb. Er wusste, dass sein Leben im Sicheren Hafen noch immer an den Rechten Arm gebunden war. Seine Unterschrift leistete einen Schwur, der noch weitere zehn Jahre gehalten werden musste. Alles hat seinen Preis, dachte Rick und kippte den Sekt herunter. Megan war die Verräterin gewesen, nicht er. Steven hatte ihn ausgesondert, nachdem er verpasst hatte Cassy auszuliefern. Und seit sie ihm trotz allem aus dem Keller geholt hatte, würde er nicht einfach so wieder in seine Dienste treten können, selbst wenn er es wollen würde. Abgesehen davon, dass ihre Art Rache zu zeigen extrem beängstigend war. Er hatte die Bilder gesehen. Lydia hatte sie ihm gezeigt und die beiden hatten sich in stummen Einverständnis angesehen: Cassandra konnte von jetzt auf gleich außer Kontrolle geraten. Es brauchte jemanden, der sie im Auge behielt.
Rick linste zu ihr herüber und grinste. Er würde diesen Job lieben, dass wusste er jetzt schon. Sein Blick wanderte weiter über die anderen Anwesenden.
Die Erwachsenen hatten sich zusammengerottet und diskutierten die nächsten Tage aus. Dass sie nicht einmal warten konnten, bis sie im Sicheren Hafen angelangt waren. Nein. Im Voraus Unruhe machen. Ein Grund mehr die letzten Tage als junger Mann zu genießen. Fe beobachtete den landenden Berk, Gallys Hand umschlossen. Ein Hoch auf seine Disziplin, dachte Rick. Er hätte sich bei Fe als Freundin nicht jeden Abend neben sie ins Bett legen können, ohne dass seine Hände auf Wanderschaft geraten wären. Bratpfanne, Jeff, Chuck und Aris hockten auf dem Boden und hingen ihren Gedanken nach, Newt starrte mit unbewegter Miene in die Menge und Brenda fragte eine Frau der Hotel-Leitung über das Prozedere des Bordings aus. Die Ärmste sah schon ganz verzweifelt aus, es würden gleich die allgemeinen Informationen erklärt werden. Warum wollte sie jetzt schon alles wissen. Thomas tigerte unruhig auf der Stelle im Kreis. Das war nachvollziehbar. Wenn Rick von A.N.G.S.T derart ausgenommen worden wäre, würde er sich erst wieder sicher fühlen, wenn er auch wirklich im Sicheren Hafen angekommen wäre. Zum Schluss fiel Ricks Blick wieder auf Cassy, die mit geschlossenen Augen tief entspannt an Minho lehnte. Nie hatte sie zufriedener gewirkt. Minho hingegen erwiderte die Geste nur minimal, hielt ihre Hand und schien sonst in Gedanken versunken sein.
Wenn er wüsste, dass er mir genau in die Hände spielt, würde er seine Haltung noch einmal überdenken, dachte Rick. Wenn Minho erst einmal verschwunden war, würde Rick nicht zögern seine Lücke zu füllen. Zufrieden stand er auf und lenkte damit die Aufmerksamkeit auf sich.
"Zeit an Bord zu gehen", grinste er und stellte sein Glas auf dem Boden ab. Zeit für eine neue Ära.

Cassandra
Vor uns die Reihe schien endlos zu sein. Oder ich war zu aufgeregt. Wobei, nicht nur ich... Rick wippte hinter mir unruhig auf den  Fußsohlen hin und her und wann immer ich ihn ansah, zwinkerte er mir zu. Newt konnte den Blick nicht ruhig halten und Wau sabberte sich zu Tode. Nur Minho stand einer Statue gleich neben mir.
Ich musterte ihn und mein Herz machte kleine, aufgeregte Hüpfer. Demnächst könnten wir endlich eine normale Beziehung führen. Ich drückte seine Hand und Minho sah mich lächelnd an.
"Du aufgeregte Maus."
Ich stellte mich auf Zehenspitzen und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Mino drehte im letzten Augenblick den Kopf und seine Lippen legten sich auf meine. Ich lächelte, schlang die Arme um seinen Nacken und erwiderte den Kuss.
"Wir haben im Berk ja ein wenig Zeit", murmelte er und strich mir eine Haarsträhne hinter das Ohr.
"Ja...?"
"Vielleicht finden wir ein stilles Eckchen für uns."
Ich runzelte die Stirn. "Also meine Emotionen sind gerade auch sehr hochfliegend, aber meinst du nicht, wir sollten das lieber verschieben, wenn wir im Hotel sind?"
Minhos Mund klappte auf. "Verdammt, ich rede doch nicht von Sex im Flugzeug!", raunte er. "Wo sind deine Gedanken? Ich möchte mit dir reden!"
"Habe ich gerade Sex im Flugzeug gehört?", flüsterte Rick und schob seinen Kopf zu uns. "Darf ich mich einklinken?"
"Nein!", sagten wir beide unisono und Ricks Kopf verschwand wieder.
"Reden?", wiederholte ich. "Okay. Ja klar. Worüber denn?"
Ein schriller Piepton erklang und die Reihe setzte sich in Bewegung. Das Bording hatte begonnen.
Minho sah wieder nach vorn, hielt meine Hand aber fest umschlungen. "Über uns. Und unsere Zukunft."
"Gerne", erwiderte ich und lächelte. Unsere Zukunft... Mein Lächeln wurde breiter und breiter, je näher wir dem Berk kamen. Nie hatte ich meine Zukunft so hell und strahlend vor Augen gehabt wie jetzt. Endlich würde alles gut werden.
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