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Die wilden.... - 3. Generation

GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
08.01.2016
25.12.2016
21
13.079
2
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19.05.2016 611
 
Lilli

Die Besprechung in der Tanzschule ist endlich vorbei. Die Tanzschule, in die ich damals durch Zufall gekommen bin. Ich habe das kreative Tanzen geliebt und es war immer mein Wunsch Tänzerin zu werden. Oder Schreinerin. Und wer hätte es gedacht, jetzt arbeite ich bei meinem Vater in der Schreinerei und als Tanzlehrerin als Nachfolgerin von Frau Struwe.

Ich schwinge mich auf mein Fahrrad und mache mich auf den Weg in die Veilchenallee. Dort wohne ich schon seit fast sechs Jahren, zusammen mit Ole. Ole- er und ich, das ist wirklich eine lange Geschichte. Wir kenn uns seit... ach, einfach ewig. Wir haben uns geliebt und gehasst, so von Olmenboss zu Oberküken. An manchen Tagen hätte ich ihn echt auf den Mond schießen können. Aber seine dunkelblauen Augen haben mich immer davon abgehalten. Oft  erinnere ich mich an einen bestimmten Tag zurück…

FLASHBACK

Am Nachmittag überquerte Lilli mit Sneaker an der Leine die Hahnenfußwiese. Kühler Schatten umfing sie im Mühlenwald. Der Wind rauschte in den Wipfeln. Noch bevor sie die Lichtung erreicht hatte, erkannte sie Ole zwischen den Baumstämmen hindurch. Er stand hoch oben in der Krone der Buche auf dem waagrechten Ast und hielt schon nach ihr Ausschau. Lilli lief das letzte Stück so schnell, dass der kleine Karabinerhaken an der Kordel ihre Kapuzenjacke wild hin und her baumelte. Am Stamm der Buche ließ sie Sneaker von der Leine, der es sich im weichen Laub bequem machte. Sie selbst kletterte zu Ole hinauf in die Astgabel und setzte sich neben ihn. Lange saßen sie schweigend auf dem Ast. Auf der einen Seite wehte der Wimpel der Olme über den Wipfeln des Mühlenwaldes, auf der anderen lag inmitten der Weiherwiese die Mystrey vor Anker. „Du und ich Lilli.“ Ole rückte näher zu ihr. „Wir zwei…“ Er suchte nach den richtigen Worten. Aber Lilli kannte sie bereits. Sie nahm seine Hand. „Ja, Ole. Wir zwei.“ Schulter an Schulter blickten sei eine Weile still in die Ferne. „Also“, fing Ole an, „ich muss jetzt zum Bandentreffen!“ „Ich auch“, sagte Lilli.



Ja, man könnte sagen: ab diesem Tag waren wir so richtig zusammen. Von diesem Tag an bis heute- das ist eine verdammt lange Zeit!

Es ist immer noch dasselbe wie Früher. Ich kann immer und überall in Tagträume versinken. Mittlerweile bin ich vor dem gelben Mehrfamilienhaus angekommen. Ich trage mein Fahrrad in den Keller und laufe an schließlich hinauf in den zweiten Stock. Während ich vor der Wohnungstür stehe und meine Schuhe ausziehe, fallen mir ein Paar grüne Sneakers auf.  Das sind doch Maries! Ich schließe die Tür auf und betrete die Küche. Und was ich da sehe, ist ein echt schönes Bild: mein Freund und meine kleine Schwester sitzen zusammen am Küchentisch, trinken Kakao und essen Nussnugatschnecken. „Hallo, ihr zwei!“, begrüße ich die Beiden.  Ich laufe zu Ole und gebe ihn zärtlich einen Kuss auf die Lippen. Dann wende ich mich an Marie: „Hi, Süße!“ Ich umarme sie. „Wolltest du zu mir?“, frage ich sie neugierig nach dem Grund ihres Besuches. „Ja, es geht um die Mystery.“ „Na dann lass ich euch mal alleine. Das sind wohl wilde Küken und Federn Angelegenheiten!“, meint Ole grinsend und verlässt das Zimmer. „Na ja, wir waren vorhin da und da ist uns aufgefallen, dass sie in den Jahren ziemlich Baufellig geworden ist. Und da wollte ich, da wollten wir fragen ob ihr uns vielleicht ein bisschen damit helfen könnt?“, rückt Marie mit ihrem Anliegen heraus.  „Klar helfen wir! Also Ole und ich. Und die anderen Olme und Küken werden wir auch fragen!“

Zitat:

Thomas Schmid: Die wilden Küken Let´s dance!; Dressler Verlag; Hamburg; 2014; Seite253- 254
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