Wenn Himmel & Ozean sich treffen...

GeschichteDrama, Romanze / P18
Mamoru Chiba / Tuxedo Mask / Endymion Motoki Furuhata Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II
07.01.2016
23.05.2020
13
36.982
17
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
23.05.2020 5.260
 
https://www.youtube.com/watch?v=uWQltGMWjyw
13. …the last time you made me feel safe…

„Du”, keuchte Mamoru und vergrößerte den Abstand zwischen ihnen noch um einen Schritt. Er konnte nicht anders, als sie einfach nur anzustarren, als sie nickte, um zu bestätigen, dass seine Vermutung die einzig richtige war.
„Es war dein Geschenk“, sagte er und hielt die Spieluhr etwas höher. Wieder nickte Bunny nur, verzog keine Miene und ließ ihn mit ihren Augen nicht los.
„Du hast nie etwas gesagt. Du hast nie gesagt, dass du mich kennst, dass wir uns kennen.“ Er schüttelte ungläubig seinen Kopf, griff sich gedankenlos in seine Haare und verharrte für einen Moment mit einem vorwurfsvollen Blick auf dem Gesicht.

Bunny hatte nicht einschätzen können, wie er reagieren würde, dennoch hatte sie irgendwie gehofft, dass er sich zumindest etwas freuen würde, doch nach und nach wurde ihr klar, dass sie enttäuscht wurde. Als sie ihn vor den ganzen Wochen erkannt hatte, war eine Art der Beruhigung in ihr aufgestiegen, die auch in den Momenten anhielt, als sie sich gestritten hatten. Es war gut mit ihm zusammen zu sein, jedes Mal, es spielte keinerlei Rolle, welche Strapazen sie seinetwegen durch gemacht hatte. Auch als er sie unbewusst gedemütigt hatte, indem er sie heftig von sich gestoßen hatte, war dennoch immer dieses wohlige Gefühl in ihr. Und trotzdem war auch immer etwas Angst vorhanden, weswegen sie sich nie getraut hatte, ihm die Wahrheit zu erzählen. Er freute sich scheinbar kein Stück darüber, er war nicht erleichtert oder glücklich, dass sie sich durch einen unfassbaren Zufall wieder getroffen hatten.
Sie wollte ihn beruhigen, sich verteidigen. „Ich wusste es nicht von Anfang an. Erst bei unserem zweiten Treffen habe ich es gewusst, nachdem ich deinen Namen gehört und deine Augen gesehen habe.“
Seine Irritation war ihm deutlich anzusehen. „Meine Augen?“
Bunny nickte. „Blau wie der Ozean“, sagte sie leise und Mamoru wisperte unwillkürlich: „Blau wie der Himmel. Wenn Himmel und Ozean sich treffen.“ Bei seinen Worten fing Bunnys Herz an höher zu schlagen und sie wagte es wieder auf ihn zu zugehen. In ihr herrschte das totale Chaos. Sollte sie einfach gehen? Sollte sie bleiben und sich weiter erklären?

„Es ist so scheiß unfair!“, rief Mamoru plötzlich aus und er konnte seine Wut nicht mehr unterdrücken. Bunny wich automatisch wieder etwas von ihm zurück. „Du hast es die ganze Zeit gewusst. Du kennst mit das wichtigste in meinem Leben und mich lässt du vollkommen im Dunkeln und lässt mich wie den letzten Idioten aussehen. Fuck, Bunny, was sollte die Scheiße?“ Wann war er das letzte Mal so wütend gewesen? Er konnte es selbst nicht sagen, er würde sogar fast behaupten, dass ihn zuvor noch nie jemand so wütend gemacht hatte. Warum dann ausgerechnet sie? Weil sie ihm etwas bedeutete. Sein Blick verfinsterte sich bei der Erkenntnis noch mehr.
„Ich habe dich nicht wie einen Idioten dastehen lassen“, erwiderte Bunny leise. Sie wirkte verunsichert und ihre Widerworte brachten ihn noch mehr in Rage.
„Und ob du das hast. Wärst du einfach ehrlich gewesen, hätte ich diesen ganzen Quatsch vielleicht auch verstanden. Warum ich immer wieder den Drang hatte, dich wütend zu machen, um dieses Funkeln in deinen Augen sehen zu können, weil es mir so vertraut war, ich es mir aber in keinster Weise erklären konnte. Dieses Gefühl hat mich irre gemacht und an meinen Verstand zweifeln lassen. Du hättest einfach etwas sagen können. Aber du hast deinen dummen Mund nicht aufbekommen und mich damit glauben lassen, mir das alles einzubilden.“ Mit jedem Wort mehr stieg auch die Wut in ihm weiter an. Wieso nur tat es ihm so weh? Sie war damals das Licht gewesen, das so schnell wieder verschwunden war. Und seit ein paar Wochen hatte sie wieder dieses Licht, diese Geborgenheit zurückgebracht. Das hatte ihm Angst gemacht, weil er es nicht verstehen konnte.
Er presste seine Handballen auf seine Augen, um seine Tränen vor Wut zurückzuhalten. Niemals hätte er gedacht, dass sie solche Gefühle in ihn auslösen könnte. Doch die Erinnerung daran, wie sie damals einfach voneinander getrennt wurden und er sie, sein Licht, wieder verloren hatte, hinterließ einen brennenden Schmerz in seinem Körper.
„Wieso sollte ich dir irgendetwas sagen, wenn du mich nicht mal leiden kannst?“ Jetzt war es Bunnys Wut, die zu hören war.
Perplex sah er sie an. „Wie kommst du auf die schwachsinnige Idee? Meinst du, ich würde meine Zeit mit dir verbringen, dir Nachhilfe geben oder dich ins Krankenhaus begleiten, wenn ich dich nicht leiden könnte?“ Wieso nur sagte sie so etwas? Hatte er ihr denn nie zeigen können, dass er sie mochte? Spätestens in dem Moment, als er die Kontrolle über sich und seine Lust für einen Augenblick verloren hatte und ihr viel zu nah gekommen war?
„Was davon hast du nicht aus Mitleid gemacht?“ Trotzig verschränkte sie ihre Arme vor der Brust und in ihren Augen war dieses vertraute Wutfunkeln zu sehen. Trotzdem konnte er nur ungläubig den Kopf schütteln. Es machte ihn immer wütender, dass sie ihm nicht nur die Wahrheit verschwiegen hatte, sondern auch, dass sie so einen Schwachsinn sagte.

Es wirkte beinahe angsteinflößend, als Mamoru auf Bunny zuging, dennoch blieb sie stehen und legte ihren Kopf in den Nacken, um ihm weiter zornig ansehen zu können, als er direkt vor ihr stand.
„Hör auf so dumm zu sein.“ Seine Worte schnitten ihr tief ins Fleisch, ihre Augen brannten vor ungeweinten Tränen. Sie erstarrte, als er seine Hände auf ihre Schultern legte und so nah mit seinem Gesicht an ihres kam, fast bedrohlich, dass sie seinen Atem auf ihrer Haut spüren konnte, als er weitersprach: „Du kannst nicht wirklich glauben, dass ich diesen ganzen Scheiß nur mache, weil ich Mitleid mit dir habe. Bist du wirklich so beschränkt, oder spielst du das nur?“

In einer heftigen Bewegung riss sie sich von ihm los und wandte sich ab. Unkontrolliert flossen die Tränen über ihre Wangen und halb blind machte sie sich auf den Weg zu der nächsten Busstation. Die Flucht vor Mamoru war alles, an das sie denken konnte. So sehr hatte sie sich gewünscht, dass ihr Geständnis ein gutes Ende nehmen würde. Es war das absolute Desaster. Ihre Schritte wurden zögerlicher, je weiter sie sich von ihm entfernte, vielleicht weil doch noch ein kleiner Funken Hoffnung in ihr glühte, der sie glauben ließ, dass Mamoru sie aufhalten würde. Aber sie befand sich nicht in einem schnulzigen Hollywood-Streifen. Das hier war die harte Realität und Bunny merkte, wie der Drang danach anwuchs, einfach los zu rennen, egal wohin. Als sich ihre Schritte wieder beschleunigten, spürte sie ein leichtes Pochen in ihrem Kopf und plötzlich wurde ihr bewusst, wie stark er eigentlich schmerzte. Sie blieb kurz stehen, schloss die Augen, atmete tief durch und rief sich in Erinnerung, was die Ärztin ihr gesagt hatte. Ruhe, mindestens eine Woche lang. Kein Sport, keine körperliche Anstrengung. Über geistige hatte sie nichts gesagt, dachte Bunny leicht verbittert und wischte sich wiederholt die Tränen aus dem Gesicht.
Unsanft wurde sie plötzlich an ihrem Arm herumgerissen und sie sah überrascht in das vor Traurigkeit verzerrte Gesicht von Mamoru.
„Du bringst mich zum Verzweifeln.“ Es war kein Vorwurf, nur eine Offenbarung seiner Hilflosigkeit. Bunny konnte nur die Stirn runzeln, ihr Unverständnis war von ihrem Gesicht abzulesen. Doch wie sollte sie auch wissen, dass er, seitdem sie wieder in sein Leben getreten war, ständig hinterfragen musste, wie sein zukünftiger Weg aussehen würde.
„Mamoru“, hauchte sie und bevor sie noch etwas sagen konnte, hatte er sie an sich gezogen und fest an sich gedrückt. Ihr Herz schlug wild gegen ihre Brust und sie befürchtete schon, dass Mamoru es ebenso spüren konnte. Wie ein Ertrinkender krallte er sich an ihrem Körper fest, schien sie nicht mehr loslassen zu wollen, oder überhaupt zu können.


„Ist der Kaffee für Mamoru?“
Bunny stand im Crown und hatte gerade ihre Bestellung an Motoki weitergegeben, als der Blonde ihr die Frage stellte. Nur zögernd nickte sie.
„Hast du ihn die letzten Tage gesehen?“, bohrte er weiter nach und Bunny schüttelte den Kopf. Seit dem Weihnachtsmarkt waren sechs Tage vergangen und sie hatte sich seitdem nicht mehr mit Mamoru getroffen. Nach seiner intensiven Umarmung hatte er darauf bestanden, dass sie mit einem Taxi nach Hause fuhren. Als sie vor ihrem Haus ausgestiegen war, sich sogar noch entschuldigt hatte, dass sie ihr Wissen über ihn verschwiegen hatte, hatte sie ihn zum letzten Mal gesehen. Als sie ihm zwei Tage später eine Nachricht geschrieben hatte wegen der Nachhilfe, kam keine Antwort von ihm, weswegen sie auch nicht versucht hatte nochmal nachzuhaken.
Die Woche über hatte sie sich in die Schule gequält, trotz immer widerkehrender Kopfschmerzen, die sie stoßweise überfielen. Aber sie wollte die Zeit nicht bei ihren Eltern verbringen und Gefahr laufen, sie mit einer Nichtigkeit wütend zu machen und sich selbst damit dann in dramatische Situationen manövrierte.
Es war die Sehnsucht nach Mamoru, die sie heute dazu brachte, direkt nach der Schule ins Crown zu gehen und dann unangemeldet bei Mamoru vorbeizuschauen. Ihre Gefühlswelt war seit seinem extremen Gefühlsausbruch vollkommen durcheinander. So sehr sehnte sie sich danach, ihm immer wieder nah zu sein, dass sie nicht wusste, wie sie diese Funkstille weiter ertragen sollte. Das Verlangen ihn sehen zu müssen hatte sie überrannt.

Bunny wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Motoki ihren Namen sagte. „Er hat dich nicht eingeladen, stimmst?“
Sie schüttelte wieder den Kopf.
„Bunny, ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn du ihn ausgerechnet heute besuchst.“ Vielsagend sah er sie an.
„Ich weiß, was heute für ein Tag ist. Er sollte nicht alleine sein.“ Sie klang sicherer als sie es war. Nicht grundlos hatte sie sich dazu entschieden, heute zu ihm zu gehen. Der Todestag seiner Eltern jährte sich. Sie wusste es. Und sie wollte ihm zeigen, dass er nicht alleine war.
„Hoffentlich bereust du deine Entscheidung später nicht. Du weißt ja, was er für ein Arschloch sein kann, wenn er nicht die richtige Stimmung hat“, warnte Motoki noch, bevor er anfing die beiden Getränke zuzubereiten.

Zehn Minuten später stand Bunny vor Mamorus Wohngebäude und ihre Nervosität hinderte sie doch daran einfach zu klingeln. War es wirklich richtig zu kommen oder würde sie ihn nur wieder wütend machen, diesmal wegen ihrer Aufdringlichkeit. Sie schob die Gedanken zur Seite und drückte die Klingel neben seinem Nachnamen. Ein paar Augenblicke verstrichen, doch nichts geschah. War er nicht zu Hause oder ignorierte er heute einfach alles, was soziale Interaktionen bedeutete? Zögerlich klingelte sie noch einmal, doch wieder wartete sie vergeblich. Ihre Hoffnung war vollkommen aufgelöst und sie wandte sich zum Gehen um. Beinahe wäre sie mit Mamoru zusammengestoßen. Vor Schreck drückte sie die Pappbecher so fest zusammen, dass sich die heiße Flüssigkeit über ihre Brust ergoss und sie vor Schmerz laut aufschrie und die Becher fallen ließ. Mamoru reagierte sofort. Seine Hände schnellten nach Vorne und zogen den Kleidungsstoff von ihrer Haut, wobei er ihre Brüste sanft streifte und ein angenehmer Schauer Bunnys Körper durchfuhr.
Sie blinzelte, um den Tränenschleier, der sich vor Schmerz vor ihren Augen gebildet hatte, aufzulösen und musterte Mamoru. Er war verschwitzt und hatte Laufkleidung an. Sie hatte nicht gewusst, dass er scheinbar Joggen ging, um sich fit zu halten. Sanft, aber bestimmt schob Mamoru sie ins Gebäude und delegierte sie in den Fahrstuhl, direkt in seine Wohnung. Sobald die Tür geschlossen war, knöpfte Mamoru mit schnellen Fingern ihre Bluse auf, streifte sie zusammen mit Bunnys Mantel von ihren Schultern und zog ihr Top, das sie noch unter der Bluse getragen hatte über ihren Kopf. Achtlos ließ er die ganzen Kleidungsstücke fallen. Zunächst hatte Bunny auf sein schnelles Handeln gar nicht reagieren können, als Mamoru angefangen hatte sie zu entkleiden, doch jetzt stieg ihr die Schamesröte ins Gesicht, als sie nur noch in Jeans und BH bekleidet vor ihm stand. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und versuchte so ihren Oberkörper zu bedecken. Er hatte sie einfach schon zu oft so gesehen. Sanft schob Mamoru sie in sein Badezimmer und platzierte sie auf den Rand der Badewanne. Er hatte immer noch kein Ton gesagt und wortlos kramte er in dem kleinen Schrank über dem Waschbecken nach irgendetwas, bevor er sich vor sie auf den Boden kniete.
„Nimm bitte deine Arme runter“, sagte er geduldig und Bunny zögerte nur kurz, bevor sie die Arme sinken ließ.

Direkt stieg Mamorus Verlangen nach ihr und er musste sich beherrschen, sie nicht einfach nur anzustarren. Ihre Brüste sahen so wundervoll verführerisch aus, versteckt hinter dem schlichten roten BH. Ob sie wohl auch das passende Höschen dazu anhatte?, schoss es ihm durch den Kopf. Sein Gewissen ermahnte ihn selber, dass er die Situation nicht ausnutzen durfte. Unmerklich schüttelte er den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben, griff nach der Tube, die er rausgesucht hatte und verteilte etwas Brandsalbe auf Bunnys Dekolleté. Ihre Haut hatte sich leicht rot gefärbt und Mamoru war sehr behutsam in seinen Bewegungen.
Immer wieder blickte er zu ihr, versuchte ihren Blick einzufangen, doch sie sah stur an ihm vorbei.
„Was ist?“, fragte er leise.
Sie schüttelte den Kopf, sie wollte nicht antworten.
„Tut es dir weh?“
Sie verneinte.
„Warum kannst du mich dann nicht angucken?“, fragte er direkt. Sie wurde rot.
„Es ist ziemlich beschämend, dass mir in deiner Gegenwart immer wieder Missgeschicke passieren. Ich blamiere mich regelmäßig und du musst dich immer um meine Verletzungen kümmern“, erklärte sie leise und senkte den Blick, sah ihn aber immer noch nicht an. Ein leichtes Schmunzeln bildete sich auf seinen Lippen.
„Um deine Verletzungen kümmere ich mich gerne. Es wird irgendwann mein Job sein, tollpatschige Mädchen zu verarzten. Und wenn du dann regelmäßig meine Patientin sein wirst, kann ich mich wenigstens über ein bekanntes Gesicht freuen.“
„Ich glaube nicht, dass meine Krankenkasse die Kosten für Flüge nach Kalifornien übernimmt.“
Mamoru hielt in seiner Bewegung inne.
„Du weißt von Stanford?“
Zum ersten Mal sah sie ihm direkt in die Augen und er konnte leichte Traurigkeit in ihrem aufgesetzten Lächeln erkennen.

Bunny nickte zur Bestätigung und dachte an das Gespräch, dass sie zwischen Makoto und Motoki vor zwei Tagen mitbekommen hatten, als sie überlegt hatten, eine Abschiedsparty am 23. Dezember für Mamoru zu veranstalten, einen Tag bevor er nach Amerika fliegen würde. Es hatte ihr fast das Herz zerdrückt, als sie die Neuigkeiten erfahren hatte.
„Es ist eine großartige Chance für dich und deine Karriere. Ich freue mich für dich.“ Ihr Ton klang freundlich, aber auch sehr rational und sie wusste, dass es nicht ganz der Wahrheit entsprach.
Mamorus Finger strichen wieder sanft über ihre Schlüsselbeine und ein Schauer durchfuhr Bunnys Körper. Wieso musste sie nur so auf ihn reagieren und warum musste ihr Körper so verräterisch sein?
Es vergingen ein paar stille Augenblicke, jeder hing seinen Gedanken nach, bis Mamorus Stimme die Stille auf einmal durchbrach. „Was machst du hier?“
„Ich wollte sehen, wie es dir geht.“ Bunny war selbst überrascht, dass sie so ehrlich war. Sie hätte auch behaupten können, dass sie dringend lernen musste, doch ihre Zunge war schneller als ihr Kopf gewesen.
Mamoru nickte nur kurz, als würde er ihre Beweggründe verstehen. Er wirkte so konzentriert und angespannt. Bunny wusste nicht, warum sie es tat, aber wie in Zeitlupe, als hätte sie Angst davor ihn zu berühren, legte sie ihre Hand an seine Wange und Mamoru stoppte in all seinen Bewegungen, schien seinen Atem für einen Moment anzuhalten.
Sie sahen sich tief in die Augen und scheinbar entspannten sich seine Gesichtszüge ein wenig.
„Wie geht’s dir?“ Ihre Stimme war nur ein leises Flüstern, als würde eine normale Lautstärke ihm schaden, und sanft strich sie ihm mit ihrem Daumen über seine Haut.
Mamoru schlug seine Augen nieder, fiel für einen Moment in den Genuss des Augenblicks und wollte die Welt anhalten. Bunny, die ihn nicht mit diesem mitleidigen Blick ansah, sondern mit einem liebevollen, wissenden Blick. Ihre Berührung, die ihm ein besseres Gefühl als jede Droge gab.
Er öffnete seine Augen wieder. „Ich komme klar“, antwortete er ausweichend. Enttäuscht über seine abweisende Antwort ließ Bunny ihre Hand wieder sinken.

Mamoru nutze den Moment, in dem sie ihren Gedanken nachhing, um seinen Blick unauffällig über ihren gesamten Körper gleiten zu lassen. Als er sie ungefragt entkleidet hatte, war es kein leichtes gewesen bei ihrem BH zu stoppen. Mit Vergnügen hätte er auch das letzte lästige Stück Stoff von ihrem Körper genommen, ihre Haut mit Küssen bedeckt und zwischen seinen Lippen einer ihre Brüste genommen und leidenschaftlich daran gesaugt.
Seine Gefühle wechselten von Lust zu Wut zu Traurigkeit. Vielleicht war er sexuell frustriert, Setsuna war seine letzte Errungenschaft gewesen, und seine heißen Phantasien wollte er am liebsten nur noch mit einer Person ausleben, die aber ein absolutes Tabu war. Er hasste dieses Gefühlschaos. Er konnte einfach nicht damit umgehen, dass Bunny dieses Verlangen in ihm auslöste. Es war ein Fehler gewesen, dass er die Wahrheit über sie erfahren hatte, dass er diesen Gefühlsausbruch ihr gegenüber hatte.

Als er an dem Tag irgendwann zu Hause war, er alleine war, bemerkte er sofort, dass er sie vermisste. Er sehnte sich nachts danach, sie neben sich zu spüren. Das Einschlafen war ihm die letzten Tage so schwergefallen, es war wie damals, als er ins Waisenhaus gekommen war, als er von ihr getrennt wurde. Die Nächte waren unruhig, wiederholt hatte er von ihr geträumt. Und seine Träume handelten immer davon, was er wollte. Er wollte sie. Als sein Licht, das ihm Geborgenheit gab, aber auch sie, als sein Begehren. Sie, nackt neben sich, auf ihm, unter ihm. Jeden Morgen war er aufgewacht und hatte neben seiner Sehnsucht nach ihrer Nähe ein so intensives Verlangen, das er noch nie für ein Mädchen hatte.
Es war zu einem Problem geworden, das er löste, indem er ihr einfach aus dem Weg gegangen war. Er war nicht ins Crown gegangen, hatte ihr nicht geantwortet, als sie ihm geschrieben hatte, auch wenn es ihm schwergefallen war. Jeden Tag hatte er versucht das bedrückende Gefühl beiseite zu schieben, wenn er daran dachte, dass er bald nach Amerika fliegen würde und diese Chance bedeutet, dass er Bunny ein Jahr nicht sehen würde. Immer wieder waren diese Zweifel über ihn hereingebrochen, ob es wirklich das richtige war, ob es genau das war, was er wollte. Jedes Mal hatte er rasch diese innere Zerrissenheit verdrängt und kurz darauf war er wütend auf Bunny, weil sie daran schuld war, dass ihm überhaupt diese Bedenken kamen. Sie und die Gefühle, die er für sie hatte. Es war das einzig richtige, Abstand zu ihr zu halten. Dass sie ausgerechnet heute bei ihm erschien, ließ ihn in seiner Standhaftigkeit wieder heftig schwanken. Es war kein Mitleidsbesuch, wie es einige andere Menschen schon in seinem Leben versucht hatten, nein, sie war hier, weil sie wirklich wissen wollte, wie es ihm ging, aber sie hatte offensichtlich auch nicht vor, ihn zu irgendwelchen Gefühlsoffenbarungen zu drängen.
Dieser verhasste Tag. Menschen an diesem Tag um sich herum zu haben, hinderte ihn nur daran in Selbstmitleid zu baden. Die Menschen, die davon wussten, ließen ihn in Ruhe. Nur nicht sie. Sie war hier. Sie kümmerte sich um ihn, auch wenn er es gerade war, der ihre stark gereizte Haut versorgte.

Als die Creme gut verteilt war, konnte und wollte er sich nicht zurückhalten. Seine Finger verweilten einen Moment auf ihrer zarten Haut, streifte mit dem Daumen sanft über die Ansätze ihrer Brüste. Bunnys Körper erzitterte kaum merklich und auf ihrem ganzen Körper verbreitete sich eine leichte Gänsehaut. Ein zufriedenes Lächeln umspielte Mamorus Mundwinkel. So reagierte sie also auf ihn.
Abrupt stand er auf und mit einem leicht verwirrten Blick sah sie zu ihm hoch.
„Ich müsste mich mal duschen und umziehen. Du kannst dir aus meinem Schlafzimmer einfach einen Pullover aus dem Schrank nehmen, okay?“
Ohne ihre Antwort abzuwarten, schob er sie sanft aus dem Badezimmer und schloss die Tür ab. Sie und ihr halbnackter Körper waren viel zu gefährlich für seine immer weiter ansteigende Libido.

Für einen Moment verharrte Bunny vor der Badezimmertür. Er hatte sie nicht weggeschickt. Zwar hatte er kühl auf ihre Frage reagiert, aber sie war noch hier und er schien nicht vollkommen genervt davon zu sein, dass sie da war. Sie streifte ihre Schuhe von den Füßen, wozu sie auf Grund ihrer Tollpatschigkeit noch nicht gekommen war und machte sich dann zögerlich auf den Weg in Mamorus Schlafzimmer. Auch wenn sie mittlerweile öfter hier war, als in irgendeiner Wohnung von ihren Freundinnen, war sie noch nie in seinem Schlafzimmer gewesen. Vorsichtig öffnete sie die Tür und schaltete das Licht ein. Ihr Blick fiel direkt auf das Doppelbett, bezogen mit schlichter dunkelgrüner Bettwäsche. Links daneben stand ein schwarzer Nachttisch, natürlich mit irgendeinem Medizinbuch darauf. Ein leicht holziger Geruch lag in der Luft, es gab ihr ein wohliges Gefühl. War es Zeder?
Sie ging auf den Wandschrank zu und zog einer der drei schwarzen Türen auf. Direkt fiel ihr Blick auf die perfekte Ordnung in dem Kleiderschrank. Die Shirts und Pullover lagen ordentlich zusammengelegt, Ecke auf Ecke gestapelt. Es hatte nur noch gefehlt, dass Mamoru sie auch nach Farbe sortiert hätte und Bunny hätte ihn für leicht autistisch veranlagt erklären.
Vorsichtig schloss sie die Tür wieder, sie wollte nicht seinen Schrank durcheinanderbringen und öffnete den nächsten Part des Schranks. Dort hingen seine Hemden. Nach und nach sah sich Bunny die Oberteile an und zog schließlich ein dunkelgraues, fast schwarzes Hemd hervor. Sie führte es an ihr Gesicht und sog den Geruch ein, Mamorus Geruch. Sie schloss die Augen, versteckte ihr Gesicht in dem Kleidungsstück und genoss es, sich für diesen Augenblick nur auf den einen Sinn zu konzentrieren.
Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, doch sie hörte, wie die Dusche im Bad ausgestellt wurde und Bunny verließ das Schlafzimmer. Sie zog sich das Hemd über und fing an es zuzuknöpfen. Als sie im Wohnzimmer stand und aus der Balkontür blickte, hielt sie inne. Es schneite wieder. Mamoru hatte einen wundervollen Ausblick auf die Stadt. Und während Bunny auf die Dächer blickte, die langsam von einer dünnen Schneeschicht bedeckt wurden, vergaß sie für einen Moment ihre trüben Gedanken darüber, dass Mamoru bald weg sein würde, dass sie ihn schmerzlich vermissen würde, und lächelte leicht in sich hinein. Wenn es geschneit hatte, dann war die Welt immer ein Stückchen schöner.

Vollkommen lautlos war Mamoru ins Wohnzimmer getreten und hatte sie dabei beobachtet, wie Bunny ihren Blick in die Ferne schweifen ließ. Sie sah so schön aus, wie sie vor der Tür stand, das Licht von draußen an ihren Körper vorbeischien und eigentlich nur ihre Silhouette zu erkennen war. Er wandte sich ab, ging in sein Schlafzimmer und zog sich frische Kleidung an, bevor er zurück zu ihr ging und ihr sanft die Hände auf die Schultern legte.
„Du solltest es auch zuknöpfen, sonst erkältest du dich“, sagte er leise, ganz nah an ihrem Ohr und er konnte ihr verlegenes Lächeln sehen, als sie mit leicht nervösen Fingern die anderen Knöpfe zumachte.
„Ist das wirklich warm genug?“, fragte er fürsorglich und natürlich nickte sie. Noch nie hatte sie irgendetwas gefordert, nicht die kleinste Kleinigkeit, als würde sie befürchten, ihm irgendwie zur Last zu fallen.

Bunny wandte sich zu ihm und musterte den Mann, mit dem sie am liebsten jede Sekunde verbringen würde. Er hatte sich eine schwarze Hose und ein weißes Hemd angezogen, die oberen Knöpfe hatte er offengelassen, so dass sie freien Blick auf einen Teil seiner Brust hatte. Er sah verdammt sexy aus und sie spürte, wie ihr das Blut in den Kopf schoss, als sie sich vorstellte wie sie das Hemd wieder komplett öffnete und seine Haut mit leichten Küssen bedeckte. Schnell wandte Bunny den Blick ab und versuchte ihre Gedanken wieder zu ordnen.
„Deine Sachen sind gerade in der Waschmaschine. Da du ja die Getränke verschüttet hast, möchtest du was anderes trinken?“, holte Mamoru sie aus ihren Gedanken. Er klang wieder sehr distanziert, beinahe kalt und Bunny schüttelte deswegen instinktiv den Kopf. Vielleicht war es wirklich ein Fehler gewesen herzukommen, sie hätte auf Motoki hören sollen, immerhin war er Mamorus bester Freund und kannte ihn wohl am besten.

Du bist so ein Idiot, beschimpfte sich Mamoru im Kopf selber. An Bunnys Reaktion hatte er bemerkt, dass er sich schon wieder wie der letzte Arsch benahm. Nur verunsichert hatte sie das Angebot nach einem Getränk ausgeschlagen, als würde sie sich nicht trauen wirklich zu sagen, was sie wollte. Teilweise hatte er das Gefühl seine stumpfsinnigen Gefühlsschwankungen übernahmen die Kontrolle seiner Handlungen. Wieso konnte er nicht einfach nett sein? Wieso konnte er Bunny nicht einfach wie eine gute Freundin behandeln, die er schon seit einer Ewigkeit kannte?
Weil sie nicht einfach nur eine gute Freundin war. Eine gute Freundin hatte noch nie so ein Verlangen und so eine Verwirrung ausgelöst.

Unweigerlich stöhnte Mamoru leise auf. „Fuck.“ Er sah wieder Bunnys verunsicherten Blick.
„Ich geh …“, setzte sie an, doch bevor sie weitersprechen konnte, griff Mamoru nach ihrem Handgelenk und zog sie mit auf sein Sofa. „Bleib“, bat er.
Sie nickte leicht und sah ihn dann mit diesem erwartungsvollen, aber geduldigen Blick an. Er lehnte sich nach hinten, machte wieder diese verzweifelte Geste, indem er sich nervös mit seinen Händen durch die Haare fuhr. Als er anfing zu sprechen, war es nicht das, was Bunny erwartet hatte.
„Du irritierst mich.“ Er sah ihr direkt in die Augen und sie zog ihre Augenbrauen leicht zusammen. Die Verwirrung konnte Mamoru verstehen und auch wenn es ihm schwerfiel, so ehrlich ihr gegenüber zu sein, wusste er, dass es nur fair war, ihr zumindest einen Teil seiner Gefühlswahrheit offenzulegen.
„Es fällt mir schwer mit dir umzugehen, seitdem ich wirklich weiß, wer du bist. Es gibt nicht viele Menschen, die von meinen Eltern wissen, von meinen Freunden wusste es immer nur Motoki und auch, dass ich nie darüber reden will. Und dann bist du heute hier und ich weiß, dass du nett sein möchtest und statt dir zu danken, werde ich direkt wieder ätzend. Das tut mir leid. Es ist neu für mich, mit einem Mädchen über dieses schwierige Thema reden zu können.“
„Hast du denn nie mit einer deiner festen Freundinnen darüber gesprochen, wenn es dir wegen deiner Eltern schlecht ging“, fragte Bunny vorsichtig.
Mamoru zögerte, schien nach den richtigen Worten zu suchen. „Meine meisten Beziehungen waren eher körperlicher Natur. Das intellektuelle Interesse war nicht sonderlich ausgeprägt“, gestand er und zum ersten Mal war es ihm unangenehm, darüber zu sprechen. Aber das lag vielleicht auch daran, weil er nicht wollte, dass Bunny ihn für ein herzloses Arschloch hielt. Es hatte nur nie eine gegeben, die innerlich irgendwas in ihn berührt hatte.
Bis auf sie. Und sie war für ihn unantastbar.
Bunny nickte, um ihm zu verstehen zu geben, dass er seine Verschlossenheit verstand. „Deine tiefsten Gefühle sind genauso wichtig, wie deine körperlichen. Auch wenn sie schmerzlich sind oder belastend.“
Skeptisch sah Mamoru sie an. „Bist du denn immer so ehrlich mit deinen Gefühlen?“
Sofort machte sich ein schuldbewusster Ausdruck auf ihrem Gesicht breit. „Erwischt“, sagte Mamoru leise und grinste sie an. Sie verfielen beide in ein kurzes Schweigen, bis Mamoru ein weiteres Mal ansetzte: „Eigentlich will ich nur, dass du mich verstehst. Auch wenn ich mich nicht mal selber verstehe. Es tut mir leid, wenn ich fies zu dir bin, aber irgendwie scheint das mein Schutzmechanismus vor dir zu sein, weil du weißt, wer ich bin und das macht mich angreifbar, verletzlich.“
„Ich würde dich nie verletzen.“ Sie sah ihn mit einem so tiefen Blick an und in ihrer Stimme lag eine derartige Ehrlichkeit und Wahrheit, die Mamoru dazu brachte, einen kurzen Moment inne zu halten. Und in ihm kam der Wunsch empor, dass er ihr dieses Versprechen auch geben konnte, aber das war unmöglich.
„Du musst damit aufhören“, flehte er beinahe leise.
„Womit?“
„So liebenswert zu sein. Du irritierst mich damit und ich bekomme dadurch ein noch schlechteres Gewissen, wenn ich daran denke, wie ich zu dir war und vielleicht auch noch wieder sein werde.“
Die Röte schoss ihr ins Gesicht. Hatte er sie wütend gemacht?
„Dann sei nicht so zu mir“, sagte sie aufsässig und Mamoru musste beinahe über diese Art lachen. Beschwichtigend hob er die Hände.
„Ich werde mein bestes Tun, aber bitte verzeih mir, wenn es doch passiert. Dein Funkeln vor Wut ist mir einfach so vertraut. Deine Augen habe ich nie vergessen. Blau wie der Himmel.“ Er lächelte sie liebevoll an.
„Blau wie der Ozean“, erwiderte Bunny leise und dann sahen sie sich einfach an. Mit jeder Sekunde, die verstrich, schien die Atmosphäre um sie herum elektrisierender zu werden.

Mamoru spürte, wie das Blut in seinen Ohren anfing zu Rauschen, das Anzeichen dafür, dass sein Puls in die Höhe schnellte. Er konnte seine Augen nicht von ihr wenden, auch wenn er wusste, dass er gerade dabei war die Kontrolle zu verlieren und all seine Tabus ihr gegenüber zu brechen. Wenn er sich ihr nähern würde, würde er sie verletzen, da war er sich sicher. Doch es schmerzte ihn ebenso, ihr nicht nahe zu sein.

Als Bunny sich unbewusst auf die Unterlippe biss, gab er auf. Er lehnte sich zu ihr, legte seine Hand in ihren Nacken, streichelte ihn zärtlich und zog sie sanft zu sich. Ihre Gesichter waren sich so nah, dass er in ihren Augen jede einzelne Nuance ihres Blaus erkennen konnte. Er umfasste ihr Gesicht behutsam mit beiden Händen, fuhr mit seinem Daumen langsam über ihre Unterlippe und konnte es kaum erwarten gleich ihre vollen Lippen endlich kosten zu können. Er wollte es langsam angehen lassen, wollte es auskosten, was er die ganze Zeit schon verpasste und legte seinen Mund zärtlich auf ihre Wange, küsste sie, glitt weiter hinunter, streifte ihre Oberlippe und ein leises Seufzen entfloh Bunnys Lippen. Mamoru lächelte, fuhr mit seinem Mund über ihre andere Wange, glitt wieder hinab, küsste ihren unteren Kiefer. Die Hitze zwischen den beiden stieg ins unermessliche und Mamoru spürte beinahe schmerzlich, wie die Enge in seiner Hose unerträglich wurde. Er löste sich leicht von ihr, sah ihr noch einmal in die Augen, die genau die Lust ausstrahlten, die er spürte, und neigte seinen Kopf, um endlich von ihrem wunderschönen Mund Besitz zu ergreifen.

Und dann ertönte das Klingeln seines Handys. Mamoru fluchte lautstark und die beiden lösten sich abrupt voneinander. Er warf ihr einen unsicheren, beinahe entschuldigenden Blick zu und nahm den Anruf entgegen. Während er sich meldete, wurde ihm auf einmal bewusst, was gerade beinahe passiert wäre. Der Anruf hatte ihn und vor allem auch Bunny vor ihm gerettet.

Leicht durcheinander streifte sich Bunny ihre Haare hinter die Ohren und bemerkte dabei, wie ihre Haut glühte. So stark war ihre Begierde. So stark war der Wunsch, ihn zu spüren, seine Lippen auf ihren zu schmecken.
Der Moment war vorbei und Bunny versuchte wieder in der Realität zu landen, fokussierte ihren Blick auf Mamoru, der mit einem ernsten Ausdruck auf dem Gesicht langsam in seinem Wohnzimmer auf und ab ging. Er sagte nicht viel, meistens nur irgendetwas zur Bestätigung, doch Bunny konnte sehen, dass ihn der Anruf nervös machte. Es dauerte nicht lange, bis er sich verabschiedete und auflegte. Reglos blieb er mitten im Raum stehen, starrte ins Leere.

Ein paar Augenblicke ließ Bunny verstreifen, bis sie ihn vorsichtig mit seinen Namen ansprach und damit auf sich aufmerksam machte. Leicht irritiert sah er sie an, als hatte er für einen Moment vergessen, dass sie da war.
„Alles okay? Ist was passiert?“, fragte sie, erhob sich vom Sofa und ging zögerlich auf ihn zu.
Es schien, als ob Mamoru hin und her überlegte. Sie ließ ihm die Zeit, offensichtlich hatte ihn der Anruf aufgewühlt. „Kann ich irgendwas für dich tun?“, fragte sie nach und rasch schüttelte Mamoru den Kopf, verharrte schließlich und sah sie fragend an.
„Das war mein Anwalt. Hast du Lust mit zu meinem Haus zu kommen?“
Review schreiben