Warum ich meine Klasse nicht ausstehen kann

von kweenron
KurzgeschichteAllgemein / P12
06.01.2016
06.01.2016
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„Und irgendwann wird sie das Mädchen sein, das den größten Traum in ihrem gesamten Leben lebt, das weint und lacht zur gleichen Zeit, sich freut, dass ihr Herz noch schlägt und diejenige die zufrieden ist mit sich und der Welt, die die nichts bereut, weil ihre Zeit nicht einfach so vergeht.
Und dann denkt sie zurück an diese Worte voll Selbstzweifel und Scham und denkt zurück an die Zeilen, die sie immer schrieb und die ihr halfen zu verarbeiten was ihr Herz alleine nicht verarbeiten kann.“
II Lass mal an uns glauben von @Elize- für mich II




// Dies ist ein Text, in dem ich verarbeite \\



Auslöser für diese Eskapade waren anscheinend wieder meine Worte:
„Könnt ihr des wenigstens privat machen?“

„Ronja das steht weiter oben, aber o.k.“
„Wer lesen kann ist klar im Vorteil.“

„Warum kommt das Zeug dann hier rein? Warum sind es genau die gleichen Blätter, die ich auch gebraucht habe und wo ein riesengroßes Theater gemacht wurde?“

Es begann auf Whats app, mal wieder.

Ich kann wirklich nicht sagen, was ich falsch mache, doch seit der fünften Klasse komme ich mit den Leuten in der meinen nicht mehr klar. Meine Hoffnung, dass sich dies zwei Jahre später mit dem Durchmischen der Klassen ändern würde, wurde bald zerschlagen.
Nun bin ich also seit dreieinhalb Jahren mit diesen Menschen Tag für Tag, Woche für Woche in einem Klassenzimmer zusammengepfercht und versuche mein kleines, unauffälliges Autorenleben zu bestehen. Leider scheint es im Interesse meiner Zeitgenossen zu stehen, mir dies ab und an zu versalzen.
So auch heute.


Es begann eigentlich vor ein paar Tagen, als ich nach Blättern aus dem Chemieunterricht, beziehungsweiße den Lösungen dazu, gefragt habe. Wir mussten auf eine Arbeit lernen und so war es denkbar akut; dementsprechend genervt war ich, als ich nach 37 Stunden immer noch keine Antwort hatte:
„Leute euer Ernst? Früher oder später seid ihr alle mal daheim, also kann sich irgendjemand zusammenreißen und mir das Zeug schicken? Bei {Name} ging’s doch auch!“

Ich gebe zu, dass ich vielleicht etwas überreagiert habe, doch diese Klasse schien mir wieder des Wochenende ruinieren zu wollen – welches wirklich kein schlechtes werden sollte; ich sage nur:
Star Wars VII, meine Freundin, Eislaufen, Übernachten.
Natürlich hatte ich mit dementsprechender Gegenwehr gerechnet, von jedem – nur nicht von dieser einen Person, die auch Klassensprecherin genannt wird:
„Du brauchst uns jetzt nicht zusammenscheißen, wenn du dein Zeug nicht hast. Es ist schließlich nicht unser Problem, wenn du es nicht gebacken bekommst auf deine Sachen aufzupassen und sie aufzubewahren. Sorry, dass ich dir da jetzt bisschen zunahe komme, aber ich glaube das nervt jeden ein bisschen hier…“
Als wäre immer Ich diejenige, die fragt.

Weißt du, was Menschen wirklich schaden kann?
Du.
Du bist schuld. Du bist hässlich. Du bist dumm. Du hast Probleme. Du bist asozial.
Ein Du, kann so viel Negatives auslösen; die größten Selbstzweifel. Es will dir vermitteln, dass es wirklich deine Schuld ist, dass du alleine das Schlechte bist.
Leider mit Erfolg.

So fühlte ich mich angegriffen und reagierte demgemäß pampig.
Es endete damit, dass ich die Blätter bekam, aber einen heftigen Streit mit einem Klassenkameraden hatte und nun als frech und unverschämt abgestempelt wurde.


Nun zum heutigen Tage:
Eine Klassenkameradin fragte nach Blättern, da sie eine lange Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Schule gewesen war – soweit alles gut.
Doch anstatt eine Person damit zu beauftragen wurden betreffende Papiere einfach in die Gruppe geschickt und da erwiderte ich, was ich bereits am Anfang schrieb:
„Könnt ihr des wenigstens privat machen?“

Und so begann eine erneute Eselei:
„Ronja das steht weiter oben, aber o.k.“
„Wer lesen kann ist klar im Vorteil.“

„Warum kommt das Zeug dann hier rein? Warum sind es genau die gleichen Blätter, die ich auch gebraucht habe und wo ein riesengroßes Theater gemacht wurde?“



Ich möchte hierbei wieder zitieren, wobei ich Rechtschreibung und Grammatik dieser putativen Zehntklässler verbessert habe:
„[…] Du warst ein oder zwei Tage daheim; {Name} war mehrere Tage im Krankenhaus. Offensichtlich hat {Name} mehr Freunde, denen es wert ist so etwas zu schicken. Würde ich mir, wenn ich du wäre, mal Gedanken machen.“

Ich denke es ist berechtigt, dass ich mich als Mensch ohne Freunde bezeichnet empfunden habe, oder? Es ist bewilligt, dass ich mich verletzt gefühlt habe und dies als Mobbing anführe?

Ich denke schon.

Mobbing ist, wenn mehrer Individuen gegen einen gehen.
So die Auslegung und dies war hier der Fall.
Ronjas Klasse gegen Ronja; Ronja in der Unterzahl.
Ich frage mich, ob es gewissen Personen Spaß macht das unmerklichere Selbstbewusstsein und -vertrauen Schwächere noch weiter zu zerstören. Ich kann es ehrlich gesagt nicht verstehen – ich verstehe die Menschen nicht mehr.


Ich sehe Menschen, doch keine Menschlichkeit.
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