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Wenn das Schicksal zuschlägt

von A5-Girl
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Ben Chuck Minho Newt OC (Own Character) Thomas
05.01.2016
14.04.2016
30
32.328
1
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06.01.2016 1.288
 
An einen Baumstamm gelehnt starre ich in die Flammen des Lagerfeuers. Newt hat mir erzählt, dass immer ein Fest gefeiert wurde wenn ein neuer Frischling an die Lichtung kommt. Thomas war einen Monat vor mir gekommen. Und davor Chuck. Der Kleine ist echt lieb. Auch wenn er ziemlich viel redet. Er schafft es immer wieder mich zum lächeln zu bringen, trotz der ganzen Dinge die mich hier verwirren und erschrecken. Um mich herum tummelten sich lauter Lichter. Bis jetzt habe ich noch kein einziges Mädchen gesehen. Ob es hier überhaupt noch andere Mädchen gab außer mir. Ein paar der Jungen rangelten mit einander. Ein gutes Ende könnte das nicht nehmen. Rechts von mir saß Thomas der sich von Chuck zuplappern lässt. Links von mir Ben, der eigentlich mit mir redete. Nur dass ich mit den Gedanken momentan wo ganz anders war als bei den verschiedenen Berufen, über die er so viel erzählte. Ben scheint mir ziemlich nett zu sein. Genau wie Newt, Thomas und Chuck. Wer mir eher etwas suspekt war ist Minho. Newt zufolge ist er der Hüter der Läufer und weiß mehr über das Labyrinth als irgendwer sonst. Aber in meinen scheint er einfach arrogant, überheblich und frech zu sein. „Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?“, riss mich Ben aus meinen Gedanken. „Ehh…was?“, stammelte ich. „Und ich dachte Mädchen wären das aufmerksame Geschlecht,“ lachte Thomas neben mir. „Tut mir leid. Ich war mit meinem Kopf ganz woanders.“ „Schon ok, kann ich verstehen,“ sagte Ben. Als Newt vor mir stehen blieb sprang ich auf und stellte mich vor ihn. „Hast du ne Minute?“, fragte er mich. Ich nickte eifrig, da ich mir ein paar Antworten erhoffte. Wir gingen ein wenig abseits des Lagerfeuers spazieren. Gerade als ich ansetzte etwas zu sagen fiel er mir ins Wort: „Also, das Problem ist, dass mit dir in der Box zwar Vorräte hochgekommen sind, aber keine Hängematte und wir auch sonst nur eine Decke übrig haben. Ich hab mit Alby darüber geredet und er meint du sollst vorerst in seinem Zimmer schlafen. Er übernachtet einfach im Sessel in meinem Zimmer. Ich hoffe das ist ok?“ Ich nickte und wir blieben stehen. Eine Weile sagten wir beide nichts, bis ich mit meiner ursprünglichen Frage begann: „Warum sind hier keine anderen Mädchen?“ Newt war sichtlich überfordert mit meiner Frage. Einen Moment dachte er nach, bis er letztendlich zugab, dass er keine Ahnung hatte. Er erzählte, dass seit zwei Jahren immer nur Jungen auf die Lichtung geschickt wurden. Zuerst war ich etwas verunsichert und hatte ein wenig Angst, dass das ein Problem werden könnte, wenn niemand von den pubertierenden Jungen wusste wie sie mit einem Mädchen umgehen sollten. Dann beruhigte Newt mich aber: „Hey, mach dir keine Sorgen. Wer weiß vielleicht kommt nächsten Monat ja noch ein Mädchen, dann wird es etwas leichter.“ Oder noch komplizierter, dachte ich mir. Auch wenn Newt es zu glauben scheint, bezweifle ich, dass nächsten Monat noch ein Mädchen kommen wird. Trotzdem wollte ich die Hoffnung nicht aufgeben und lächelte Newt dankend an. „Wir sollten vielleicht wieder zurück gehen sonst gibt Ben noch ne Vermisstenanzeige nach dir auf,“ sagte Newt lächelnd und ich musste das Lächeln erwiedern. Wir begaben uns wieder zurück zum Lagerfeuer und Ben schien tatsächlich erleichtert zu sein, dass wir wieder zurück waren. Ich setzte mich wieder an den Baumstamm und lehnte meinen Kopf daran an. Ohne es richtig zu bemerken fiel ich in einen tiefen und ruhigen Schlaf.
Als ich aufwachte war es stockdunkel und ich lehnte noch immer am Baumstamm. Neben mir hockte Newt der vorsichtig versuchte mich hochzuheben, aber anscheinend nicht wusste wie. Ich blinzelte kurz um mich an die Dunkelheit zu gewöhnen und schaute zu Newt. „Tut mir leid, ich wollte dich nicht aufwecken. Alby meinte ich soll dich ins Bett bringen.“ „Wusste gar nicht, dass Alby sich so viel Sorgen um mich macht,“ sagte ich lächeln und ließ mch von Newt auf die Beine ziehen. „Naja er…er vertraut hier nicht jedem, was dich betrifft.“ Ich musste erneut lächeln. Newt führte mich zum Gehöft und zeigte mir Albys Zimmer, in dem ich schlafen sollte. Als ich die Tür hinter mir schloß, sah ich mich zuerst im Raum um. Dort standen ein einfaches Bett, ein Schreibtisch mit Sessel und eine kleine Kommode. Unten auf der Lichtung habe ich nur Hängematten gesehen, deshalb war es etwas erstaunlich ein richtiges Zimmer zu sehen. Vermutlich hatte Alby das Zimmer, weil er hier der Boss ist. Langsam trat ich auf das Bett zu und legte mich hinein. Es hatte zwar nur eine sehr dünne Matratze, war aber trotzdem ziemlich bequem. Wieder glitt ich in den Schlaf ab.
Ich stehe vor einer weißen schmalen Wand. Sie ist nur einen halben Meter von mir entfernt und rechts und links von mir sind ebenfalls zwei solche Wände. Langsam überkommt mich ein Gefühl der Platzangst. Behutsam drehe ich mich um. Dort ist keine Wand, aber dafür eine Scheibe aus Glas, die genauso nur einen halben Meter vor mir liegt. Hinter der Scheibe standen ein paar Schreibtische mit Computern darauf. Plötzlich treten zwei in Weis gehüllte Gestalten vor die Scheibe. Ich klopfe mit der Faust dagegen, aber sie ignorieren mein klopfen einfach und widmen sich ihren Klemmbrettern, auf denen sie sich eine Art Notiz machen. An meinen nackten Füßen spüre ich eine kalte Flüßigkeit entlanglaufen. Ich sehe nach unten und bemerke, wie sich der Raum mit Wasser füllt. An den drei Wänden entdecke ich Düsen aus denen das Wasser kommt. Sie sind soweit voneinander entfernt, dass ich nicht die Möglichkeit hätte sie zuzuhalten und somit das Wasser aufzuhalten. Über mir hörte ich ein leichtes Schaben und blickte nach oben um gerade noch zu sehen, wie eine dicke Metalplatte über diesen Behälter geschoben wurde.
Das Wasser wurde immer mehr und ging mir bereits bis zu den Schultern. Langsam stieg Panik in mir auf und ich fing an gegen die Glasscheibe zu klopfen. Als mir das Wasser bis zum Hals stand atmete ich noch ein mal tief ein und schließlich war ich ganz und gar von Wasser eingehüllt. Die Scheibe könnte ich nie zerschlagen, dafür ist sie einfach zu dick und die Metallplatte über mir war an die fünf Meter von mir entfernt. Es würde mich viel zu viel Kraft kosten nach oben zu schwimmen und sie wegzudrücken. Ich sitze in der Falle. Mir ging immer mehr die Luft aus und ich beschloss dann doch es mit der Metallplatte zu versuchen. So schnell es ging schwam ich nach oben. An der Platte angekommen hämmerte ich so hart wie möglich dagegen, aber sie rührte sich kein Stück. Anscheinend war sie festgeschraubt. Mir ging die Kraft aus und ich sank wieder auf den Boden. Vor der Scheibe standen immer noch die weisen Gestalten. Die Luft wich immer mehr aus meinen Lungen und schließlich öffnete ich den Mund um einzuatmen. Sofort strömte mir das Wasser in die Nase und den Mund. Mir wurde schwarz vor Augen und ich sank auf den Boden.
Schreiend setzte ich mich im Bett auf. Voller Panik und Entsetzen atmete ich hektisch ein und aus. Mir blieb wortwörtlich die Luft weg. Ich bekam kaum Luft und versuchte mich zu beruhigen, als es leise an der Tür klopfte und Newt mit seinen blonden Wuschelhaaren den Kopf bei der Tür reinschaute. „Hey, Anna. Geht’s dir gut? Ich hab dich schreien gehört,“ sagte er besorgt und trat ganz ins Zimmer hinein. Immer noch schwer atmend schüttelte ich den Kopf. Er kam langsam auf mich zu und setzte sich zu mir ans Bett. „Was ist denn los? Hast du schlecht geträumt?“ Ich schaute ihm kurz in seine braunen Augen, die mich sorgenvoll anblickten und nickte dann. „Wenn du darüber reden willst…“ „Nein!“, unterbrach ich ihn. „Aber ehm…könntest du vielleicht…hier bleiben?“
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