Das verlorene Fell

GeschichteAllgemein / P12 Slash
Jacob Reckless
05.01.2016
05.01.2016
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Durch den Morast waren die Spuren der Diebe gut zu sehen. Es wäre leicht ihnen zu folgen. Normalerweise. Jedoch hatte der Spion, auch Windhund genannt, mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. „ Du hast sie verloren. Gib doch einfach zu, dass du die Fährte verloren hast.“ Orlando Tennant verdrehte die Augen und stoppte abrupt. „Sagt gerade der, der Fuchs’ Mantel verloren hat. Mal wieder. Lass jetzt deine Schuldgefühle nicht an mir aus Reckless.“ Nun wurde es dem Schatzjäger zu bunt. „Du nennst es also etwas verlieren, wenn dich Räuber in der Nacht bewusstlos schlagen und dir etwas stehlen.“, meinte Jacob empört. Er blieb ebenfalls stehen und verschränkte die Arme vor dem Körper. Orlando wandte sich nun ganz dem älteren der Recklessbrüder zu und schmunzelte. „ Du siehst aus wie ein trotziges Kind“, bemerkte er spöttisch. Sofort schnappte der Schatzjäger zurück: „Danke für die Blumen“. Nachdem er jedoch keine befriedigende Reaktion von seinem gegenüber erhielt, stürmte er vorwärts in den Morast.
Wenn diese blöden Räuber nicht gewesen wären, müsste er sich jetzt nicht mit diesem aufgeblasenen, arroganten Spion rumschlagen. Eben jener schüttelte nur grinsend den Kopf und begann Jacob zu folgen. Nicht das ihm noch etwas passierte. Der Name Reckless schien Ärger ja magisch anzuziehen. Als er bei dem älteren der Recklessbrüder ankam, sah er diese Annahme bestätigt. Der große Jacob Reckless, seines Zeichens der beste Schatzsucher der Spiegelwelt, steckte bis zum Hals in Schwierigkeiten. Also im Morast. Und das auch eigentlich nur bis zu den Knien. Jacob sah das Grinsen in Orlandos Gesicht und knurrte ihn daraufhin nur an:“ Lach nich, sondern hilf mir lieber hier raus.“ Der Spion jedoch schien andere Pläne zu haben, denn er sah sich kurz um und ging dann fort. „ Orlando lass das. Das ist nicht lustig. Orlando?“, sprach Jacob leiser werdend. Langsam bekam er es mit der Angst zu tun. Was, wenn Orlando ihn hier einfach zurücklassen würde? Ohne Hilfen gingen seine Chancen den Morast zu entkommen gegen null. Sollte der Spion am Ende doch alles inszeniert haben, um an fuchs heran zu kommen? Ein Knacken riss den Schatzsucher aus seinen Gedanken. Er hatte den aufkommenden Nebel genauso wenig bemerkt wie die langsam sinkende Sonne. „ Orlando?“, flüsterte er in die Nebelwand. Statt einer Antwort flog im etwas ins Gesicht. Seine Hand schnellte nach vorne um sein Gesicht zu schützen, und bekam ein Seil zu fassen. Verwirrt blickte er nach oben und damit in das spöttische Gesicht Orlandos. Der Spion gab ihm die Anweisungen, sich das Seil um Brust und Bauch zu binden. Dann verschwand er wieder mit dem anderen Ende des Seils in der Hand. Aus Mangel an Optionen kam der verwunderte Jacob dem Befehl nach. Mittlerweile hatte der Morast ihn schon bis zur Hüfte hinuntergezogen. Eine Zeit lang hörte er Knarren und Ächzen, dann lichtete sich der Nebel leicht. Was Jacob sah, lies ein ungutes Gefühl in seinem Bauch zurück. Orlando hockte unweit von ich auf einer ziemlich gebogen wirkenden Birke. An ihrem Ende war das Seil, welches zu seiner Brust führte, fest verknotet. Würde das Gewicht des Spions verschwinden, würde die Birke wieder in ihre normale Position zurück schwingen und ihn damit hoffentlich aus dem Morast befreien. Und zwar im hohen Bogen. Ungläubig und mit leichter Panik im Blick schaute Jacob zum Windhund. „ Das ist nicht dein Ernst, oder? Das kann nicht dein Ernst sein.“, meinte er nervös. Orlando entgegnete deutlich belustigt: „ Angst vorm Fliegen, Reckless?“ „ Nein Tennant, vor dem Aufprall.“, war die zynische Antwort. Dieser lachte nur. „ Dann kann ja nichts schiefgehen“ „Nein warte denk doch noch…“          Bevor Jacob seinen Satz beenden konnte, war Orlando schon aufgesprungen. Die Birke schnellte zurück und beförderte Jacob in hohem Bogen aus dem Morast in einen Grashaufen. Gequält seufzend richtete er sich leicht auf und blickte seinem „ Retter“ ins Gesicht. „Findest du das witzig?“ Tennant lachte: „ Ja, ziemlich.“ Trotzdem reichte er dem älteren der Recklessbrüder die Hand. Jacob war versucht sie einfach wegzuschlagen, aber das war selbst ihm zu albern. Also ließ er sich von Orlando hochhelfen. Seine Sachen waren komplett durchgeweicht, weswegen der Schatzjäger erbärmlich fror. So beschlossen sie sich nach einem Unterschlupf umzusehen.
Dank Orlandos Wissen von der Gegend  war schnell ein windgeschützter Felsvorsprung gefunden. Nun wurde auch rasch ein Feuer entzündet, an dem Jacob es sich gemütlich machte. Zu seinem Verdruss war dies zwar eine Welt, in der Magie existierte, aber trotzdem wurde seine Kleidung nicht trocken. Zusammengefasst: immer noch nass und damit kalt. Er wollte jedoch vor Orlando keine Schwäche zeigen und um einen Mantel oder so bitten. Zu seiner Überraschung bekam er jedoch genau das um die Schultern geworfen. „Du zitterst.“ Jacob blickte fragend:„ Seit wann sorgst du dich um mich?“ Der Spion schaute jedoch nur peinlich berührt weg und murmelte etwas, Womit das Thema für ihn erledigt schien. Also starrte auch Jacob wieder in die Flammen. Dieselbe Farbe wie Fuchs` Fell in der Herbstsonne. Bei dem Gedanken an Fuchs überkam ihn sofort ein schlechtes Gewissen. Anstatt die Räuber zu verfolgen und den Pelz zurückzuholen hockten sie hier untätig rum. Orlando, der die Sorgen es anderen bemerkte, versuchte diesem gut zuzureden: „Die Räuber jetzt zu verfolgen wäre lebensmüde. Leg dich hin und ruh dich aus." Stattdessen machte Jacob Anstalten aufzustehen. "Wenn du nur nicht so verdammt stur wärst" " Wenn du nicht mitkommen willst, na schön", entgegnete der Schatzjäger, „ich komm auch ohne dich zurecht.“ Eine glatte Lüge. Schließlich kannte er sich in der Gegend so gut wie gar nicht aus und der Sumpf war gefährlich, bei Nacht allemal. Neben Irrlichtern und Catoblepas gab es noch weitaus tödlichere Wesen da draußen. Und Jacob wollte noch eine Nahtod Erfahrung gerne vermeiden, er hatte davon schon genug gemacht. Orlando verfluchte wieder einmal den Sturkopf des Anderen.
" Jacob. Jacob!" "Was?", meine dieser genervt und wandte sich um. Statt einer Antwort flog ihm nur ein Fell Bündel ins Gesicht. Schien langsam Gewohnheit zu werden. Als er sich das Bündel jedoch genauer besah stockte ihm der Atem. Das war Fuchs Mantel! "Seit wann hast du den?", fragte er Orlando vollkommen perplex. Der lächelte: „Seit du in den Morast gefallen bist. Das Seil hatte ich aus dem Lager der Räuber, so wie Fuchs Mantel. Schließlich sollte ich als Spion wissen wie ich unbemerkt in sowas rein und raus huschen kann." Jacob fiel alles aus dem Gesicht. Er wusste ja, dass Orlando ein Spion war, aber sowas? Doch dann kam ihm eine andere Frage in den Sinn: "Wieso hast du mich nicht einfach versinken lassen? Du hättest Fuchs ihren Mantel zurückbringen können und dich als Held von ihr feiern lassen. Meinen Tod hättest du als Unfall verkaufen können. Dann hättest du gehabt was du begehrst." Orlando lächelte traurig. "Und was wenn es nicht Fuchs ist, die ich begehre?" Jacob war nun vollends verwirrt. "Wen solltest du sonst wollen, schließlich warst du doch die ganze Zeit in Fuchs Nähe?" "Und in wessen Nähe war Fuchs?" Orlando konnte die Räder in Jacobs Kopf arbeiten sehen. Schlussendlich antwortete dieser:„ Die einzige Person die meist bei Fuchs war, war ich. Aber..."
Langsam kam der Schatzjäger zu dem richtigen Schluss. " Oh" Nachdem Orlando dieses Geheimnis so lange und gut gehütet hatte, war er so befreit von diesem Liebesgeständnis, dass er lache musste." Mein Gott er hat es. Ja, Jacob Reckless. Es ist nicht Fuchs die ich liebe, sondern dich."
Das war einer der seltenen Momente an denen der älteste Recklessspross sprachlos war. Der Spion ließ ihm Zeit zum Nachdenken und machte sich bereits auf Ablehnung gefasst. Mit einer Abfuhr könnte er umgehen, nicht aber mit Verachtung, weil er einen Mann liebt. Das ist schließlich auch in der Spiegelwelt nicht Gang und Gäbe. Jedoch reagierte Jacob nun auf eine Art, die dieses Mal Orlando sprachlos machte. Er küsste ihn.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
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