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Rose' Trip - Back To The Roots

GeschichteFantasy / P18 / Gen
Christian Ozera Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
04.01.2016
17.09.2016
35
203.421
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04.01.2016 6.200
 
Es gilt immer noch, es gibt bestimmt einige Fehler. Kommas stehen auf der Fahndungsliste und die Zeiten sind in den Strudel der Tardis geraten. ;)
Die Figuren gehören natürlich Richelle Mead. Und nicht mir. Aber die weitere Geschichte ist allein mein Eigentum. ;)
Ich weiß das einige darauf brennen endlich weiter zu lesen. Ich habe zwar noch nicht soviel Kapitel, wie ich gerne hätte, aber ich versuche keine langen Pausen entstehen zu lassen. Des weiteren werde ich vorerst nur jeden Montag ein neues Kapitel reinstellen. Viel Spaß euch allen beim Lesen.
LG Martina



Mit langsamen Schritten lief sie über das Gelände. Sie liebte diese Zeit. Es war noch hell und bis auf die Vögel und dem knirschen des Schnees unter ihren Schuhen, war kein Geräusch zu hören. In einer halben Stunde würden die Schüler aufstehen. Leben würde in die Schule kommen. Vor fast 3 Jahren hatte sie hier die Arbeit übernommen. Voller Zweifel. Aber inzwischen konnte sie sich nichts Schöneres vorstellen. Sie liebte ihre Arbeit. Und sie freute sich schon, wenn sie im Sommer alles übernehmen würde. Allerdings würde ihr Alberta wirklich fehlen, die in der Zeit mehr als nur eine Anleiterin und Freundin geworden war.
Schon früher war sie eine Vertrauensperson für Rose gewesen. Aber jetzt war sie wirklich die Mutter geworden, die sie sich immer gewünscht hatte. Wahrscheinlich war sie der einzige Dhampir mit drei Müttern. Und jede war anders.

In der Ferne sah sie eine große Gestalt, die ihr bekannt vor kam. Zielsicher hielt sie darauf zu.
„Guten Morgen, Wächter Belikov“, begrüßte sie den Mann. Und mit einem Lächeln, dass ihr das Herz schneller schlagen lies, drehte er sich zu ihr um.
„Guten Morgen, Wächterin Belikova.“  Dimitri. Er war eindeutig der einzige Mann in ihrem Leben.

Er kam ihr noch ein paar Schritte entgegen und blieb dann ein Stück vor ihr stehen. „Schon so früh unterwegs?“
„Ich muss doch sehen, ob alles in Ordnung ist“, entgegnete sie ihm. „Auch eine meiner Aufgaben.“
Kurz blickte er sich um, griff dann nach ihrer Hand und zog sie vom Weg zu ein paar Büschen, wo sie keiner sehen konnte. Mit seinen Händen umfasste er ihr Gesicht und küsste sie zärtlich.
„Das ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, mein Lieber“, schmunzelte sie.
„Wenn du auch so wenig Zeit hast für mich.“
Leise seufzte sie. „Das Praktikum fängt heute an. Da musste einfach noch einiges vorbereitet werden.“
„Ich weiß“, sagte er leise. „Aber wie sieht es damit aus. Ich habe die Ersten beiden Stunden frei. Frühstück bei uns. Ich kümmere mich auch um das Essen.“
Einen Moment blickte sie ihn nachdenklich an und nickte. „Ich muss sowieso noch was mit dir besprechen. Wir treffen uns dann in einer halben Stunde?“
Er nicke. „Ich sollte dann mal weiter machen. Bevor ich noch Ärger mit meiner Chefin bekomme“, und zwinkerte ihr kurz zu.
„Stimmt, die kann da sehr ungehalten werden, wenn du deiner Pflicht nicht nachkommst. Ich habe gehört, ihre Bestrafungen sind hart.“
Schelmisch grinste er sie an. „Oh ja, besonders wenn sie dich in ihr Schlafzimmer zitiert.“
„Spinner“, lachte sie da und drückte kurz seine Hand. „Wir sehen uns gleich.“

Rose ging bis zum Treffen mit Dimitri noch in ihr Büro, um die Unterlagen zusammen zu suchen, die sie brauchte. Nachher würden sie die Novizen einteilen, für das Praktikum. Und sie hatte da einen Kandidaten, der etwas schwierig war.

Dann machte sie sich langsam auf den Weg zu ihrer kleinen Wohnung. Kaum hatte sie die Tür aufgeschlossen, zog sie eine Hand in das Zimmer. Vor Schreck lies sie die Unterlagen fallen. „Dimka“, schimpfte sie.
„Lass liegen, darum kümmern wir uns nachher.“ Und mit diesen Worten zog er sie ins Schlafzimmer.

Eine Halbe Stunde später saß sie, nur in ein Laken gewickelt auf dem Sofa. Dimitri stellte einen Teller mit belegten Brötchen vor sie und reichte ihr eine Tasse Tee. „Also was hast du so Wichtiges?“
Rose hatte rasch noch die Mappen wieder aufgehoben. Zum Glück war nichts durcheinander geraten. Und nun überreichte sie ihm die Oberste, ehe sie vorsichtig an ihrem Tee nippte.
Dimitri warf einen Blick rein, blätterte kurz und fing dann schallend an zu lachen. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“
„Meinst du, es ist falsch?“
Doch er schüttelte den Kopf. „Nein, irgendwie sogar ziemlich genial. Aber ich bin mir sicher, dass Jonathan deinen Auftritt von damals in den Schatten stellen wird.“
Rose runzelte kurz die Stirn und nahm sich dann ein Brötchen. „Glaubst du, dass er es so persönlich nehmen wird?“
„Oh ja, meine Süße. Das wird er.“
Jonathan Hart. Ein herausragender Novize. Aber leider auch ein etwas eingebildeter Typ. Zumindest  sah Rose das so. Und sie wollte ihm endlich einen Dämpfer verpassen. Das ging aber nur, wenn sie ihm einen Moroi zuteilte, mit dem er absolut nicht rechnete. Und das war Lilly Ozera. Eine Royal. Eigentlich ein nettes Mädchen. Aber sie hatte eine gewisse Position an der Schule. Weshalb sie und Jonathan regelmäßig aneinander stießen. Sie hielt ihn für eingebildet und er sie für eine dumme Pute.
„Ich freue mich schon auf nachher“, grinste Dimitri vergnügt.
„Ach du bist dabei?“, fragte sie ihn schmunzelnd.
„Was glaubst du? Das lass ich mir doch nicht entgehen. Und Alberta ganz bestimmt auch nicht.“

Etwas unsicher war sie ja doch, was das alles anging. Dieses Jahr hatte sie sich wirklich allein um alles gekümmert. Alberta hätte ihr zwar geholfen, wenn sie darum gebeten hätte, aber sie wollte zeigen, dass sie es allein schaffte.
Für einen kleinen Moment saßen sie noch zusammen, wobei Dimitri immer noch ein sehr amüsiertes Grinsen im Gesicht hatte. „Wehe du reißt dich nachher nicht zusammen“, drohte sie ihm, nachdem sie ihn beobachtet hatte.
„Du kennst mich doch“, zwinkerte er ihr zu, ehe er aufstand, damit er noch schnell duschen konnte.

Das tat sie allerdings. Solange sie unter sich waren, konnte Dimitri inzwischen wirklich sehr locker sein. Aber außerhalb dieser Tür war er immer noch der Wächter, den sie als Schülerin kennen gelernt hatte. Und er hatte sich so auf jeden Fall den Respekt der Schüler verdient.

Natürlich waren zu Anfangs die Gerüchte übergekocht. Aber alle hatten auch schnell gemerkt, dass sie beide alles sehr professionell angingen. Nur selten merkte man, dass die Beiden nicht nur Kollegen waren. Vielleicht mal bei einer Party, dass die beiden zusammen standen und Händchen hielten. Aber das hatten, nach anfänglicher Skepsis, alle akzeptiert.
Und es gab einige Schüler, besonders Schülerinnen, die ihre romantische Beziehung ins Schwärmen brachte. Aber es gab auch einige, wenige Schülerinnen, die Dimitri anhimmelten und sich eine Chance ausrechneten. Nach dem Motto, wenn er sich schon einmal in eine Novizin verliebt hatte, dann konnte das nochmal passieren. Allerdings mussten diese Damen sehr schnell feststellen, dass ihr Traummann tatsächlich nur Augen für eine Frau hatte.

Rose erinnerte sich dann an einen Zwischenfall, als ein Dhampirmädchen sich nach dem Sportunterricht, nur mit einem Handtuch bekleidet, ihm regelrecht an den Hals geworfen hatte. Allerdings hatte sie damit nur erreicht, dass ihr Mann panisch die Flucht ergriffen hatte.
Ja er mochte zwar langsam auf die Dreißig zugehen, aber er war immer noch ein verdammt attraktiver Mann. Und das nicht nur in ihren Augen.

Dimitri war inzwischen fertig und beugte sich zu ihr runter. Zärtlich küsste er sie. „Wir sehen uns nachher in der Turnhalle.“ Rose nickte und blickte ihm dann nach, bis er die Türe hinter sich zu zog. Erst dann stand sie selber auf und ging den selben Weg wie er. Erst unter die Dusche, ehe sie sich was anzog und in das Schulgebäude verschwand.

Sie hatte ein mulmiges Gefühl im Magen. Besonders wenn sie an Jonathan dachte. Er würde es ihr übel nehmen. Besonders angesichts der Tatsache, dass er sie vor ein paar Tagen gefragt hatte, ob sie bis zu Prüfungen, ihm ein paar zusätzliche Trainingsstunden geben könnte. Natürlich hatte sie sich geschmeichelt gefühlt, als er mit dieser Bitte zu ihr kam. Aber sie wusste auch, dass er den Ehrgeiz hatte, am Besten ab zu schneiden. Und vielleicht sogar ihre Punktezahl zu schlagen. Obwohl das schon fast ein unmögliches Unterfangen war.

Rasch holte sie aus ihrem Büro noch ein paar Notizen, ehe sie sich der Turnhalle zuwand. Dort fanden die Zuteilungen statt. Aber noch dauerte es ungefähr eine Stunde, bis die Schüler eintreffen würden. Rose legte alles auf den Tisch, der für heute hier aufgestellt wurde. Die Akten für die Novizen lagen schon daneben.
Einen Moment war sie versucht auf die Toilette zu rennen und sich zu übergeben. Strigoi... kein Problem. Jonathan... da drehte sich ihr Magen um.

Es dauerte noch einen Moment, aber dann kamen die ersten Wächter und auch die ersten Schüler in die Turnhalle. Rose sortierte noch etwas ihre Unterlagen. Einfach um die Nervosität ab zu bauen. Aber es half nicht wirklich. Alberta trat gemeinsam mit Dimitri in die Halle und sie gingen auf sie zu. Während Alberta noch einen Moment bei Stan stehen blieb, trat Dimitri zu ihr.
„Alles in Ordnung?“, fragte er in einem leicht besorgten Ton. Denn wenn er seine Frau so betrachtete, dann hatte sie fast schon einen kleinen Grünstich im Gesicht.
Rose nickte ihm zu. „Ja, nur einfach etwas aufgeregt.“
Doch dann trat Alberta zu ihnen und stellte die selbe Frage wie Dimitri. Und er gab ihr dann auch die Antwort. „Ich glaube, ich lerne meine Frau gerade von einer neuen Seite kennen. Sie zeigt tatsächlich mal so etwas wie Nerven.“

Kurz funkelte Rose ihn an. „Wie hast du das nur immer gemacht, Alberta? Wenn da eine Zuteilung dabei war, von der du wusstest, dass sie problematisch sein könnte.“
Alberta schmunzelte. „Ich habe sie einfach weiter gegeben und darauf vertraut, dass meine Autorität reicht, um sie durch zu setzen.“
Leise seufzte Rose da. „Dann kann ich nur hoffen, dass meine auch reicht.“
Sachte klopfte ihre alter Lehrerin ihr auf die Schulter. „Es wird schon schief gehen.“
Genau das befürchtete Rose auch. Es gab bestimmt schöneres, als sich vor versammelter Mannschaft von einem Schüler anmaulen zu lassen.

Sie holte tief Luft und schaute dann auf die Uhr. So langsam sollten alle da sein. Rose drehte sich zu den Schülern um. Dimitri und Alberta standen hinter ihr. Sozusagen als Schützenhilfe. Sie lies ihren Blick über die Menge gleiten. Soweit sie es sehen konnte, waren alle da. Inzwischen kannte sie jeden einzelnen Schüler. Früher hatte sie gewisse Lehrer dafür bewundert, dass sie jeden mit Namen kannte. Aber jetzt hatte sie es selber drauf. Und es war gar nicht so schwer. Ihre Augen erblickten auch Jonathan, der schon voller Erwartung da saß und mit seinem Partner rechts von ihm, am diskutieren war. Wahrscheinlich, wenn er bekommen würde. Also gut, dann sollte sie wohl mal anfangen.

„Hallo“, ertönte ihre Stimme klar und laut durch die Halle. „Ihr wisst alle, was euch heute erwartet. Heute bekommt ihr eure Zuteilungen. Und ich sage es direkt vorneweg. Die werden nicht diskutiert. Wir haben uns was dabei gedacht. Und entweder ihr nehmt es hin oder ihr meldet euch vom Praktikum ab, was einen Abbruch der Ausbildung bedeutet.“

Normalerweise waren ihre Worte zu Anfang nicht ganz so hart. Aber da sie schon ahnte, was heute passieren würde, wollte sie direkt allen, beziehungsweise einem, den Wind aus den Segeln nehmen. Nach ihren Worten reichte sie Stan ein Klemmbrett, auf dem nochmal die Regeln standen. Zwar hatten alle Novizen vor einer Woche schon eine Art Leitfaden in die Finger bekommen, aber manchmal musste man es doch zwei mal sagen.

Und während Stan nochmal klar die Regeln umriss, erlaubte sie es ihren Gedanken nochmal zu dem Tag zurück zu kehren, an dem sie da vorne gesessen hatte. Die Vorfreude und dann die Frustration, als sie Christian, statt Lissa zugeteilt bekam. Aus heutiger Sicht das Beste, dass ihr passieren konnte. Aber damals war es eine Katastrophe für sie.

Sie merkte wie es ruhiger wurde und ihr wurde klar, Stan war mit seinem Vortrag zu Ende.
„Also gut, dann fangen wir mal an.“
Der Erste war Martin Ash, der einen Zeklos zugeteilt bekam und sich darüber auch noch freute.  Armer Irrer. Vielleicht war es ungerecht von ihr, aber seit den Vorfällen mit Jesse hatte sie einfach keine gute Meinung von den Zeklos. Obwohl sie wusste, dass Dimitris bester Freund auch einer war.

Martin bekam eine Akte und einen Übungspflock überreicht. In der Akte stand alles Wichtige über seinen Schützling. Und der Pflock war seine offizielle Waffe gegen die „Strigoi“, sprich die Wächter.
Immer mehr wurden aufgerufen und bekamen ihre Instruktionen. Und dann kam der Name, den Rose so fürchtete.
„Jonathan Hart, Lilly Ozera.“
„Ich bewache doch keine versnobte Kuh“, tönte es da durch die Halle.
Und Rose konnte es kaum glauben. Sie hatte sich ja wenigstens noch solange zurück gehalten, bis alle anderen damals verschwunden waren.
„Mr. Hart“, donnerte deshalb auch Rose Stimme doch die Halle. Und selbst er hatte wohl verstanden, dass sein Kommentar unangebracht war.
Langsam kam er nach vorne. Diesmal drückte Rose ihm persönlich die Unterlagen in die Hand. „Ich werde nicht....“, versuchte Jonathan es nochmal. Doch dann schwieg er.
Dimitri konnte Rose nicht sehen, da sie mit dem Rücken zu ihm stand. Aber er ahnte, dass sie ihm gerade einen ihrer berühmten, vernichteten Blicke zu geworfen hatte, die manchmal sogar ihn zum schweigen brachte.
„Heute Nachmittag um 4 bei meinem persönlichen Quartier“, sagte Rose da zu Jonathan in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete. „Und bringen sie Miss Ozera mit.“
Verwirrt schaute Jonathan sie an, nickte dann aber zum Verständnis, ehe er sich umdrehte und zu seinem Platz ging.

Rose atmete einmal tief durch, ehe es weiter ging. Der Rest verlief dann ohne Zwischenfälle. Aber da hatte sie auch nichts anderes erwartet. Anschließend strömten ihre Novizen alle aus der Halle um zum Mittagessen zu kommen. Und danach ging es schon mit dem Praktikum los.
„Und was machst du heute noch?“, fragte Dimitri seine Frau neugierig.
„Ich habe heute Notfalldienst.“ Damit Dr. Olendzki nicht vollkommen überrannt wurde, während des Praktikums, kümmerten sich meist Rose und Alberta um die kleineren Verletzungen. Dazu kamen die Wächter zu ihnen ins Büro, wo sie schnell versorgt wurden und dann weitermachen konnten. Diese Vorgehensweise hatten sie beim letzten Praktikum getestet und es war für alle angenehmer.

Kleine Wunden reinigen und ein Pflaster drauf, dass konnten auch sie eben machen. Und Rose und Alberta hatten festgestellt, dass die Wächter lieber zu ihnen kamen, als auf die Krankenstation zu rennen.
„Und was hast du nachher mit Jonathan vor?“ Dimitri musste  zugeben, er brannte vor Neugierde. Doch Rose grinste ihn einfach nur an. „Sei doch einfach nachher da. Ich glaube mich zu entsinnen, dass du da frei hast.“ Rasch zwinkerte sie ihm  zu und rannte dann ein paar Schritte vor, zu Alberta.
„Kannst du mir einen Gefallen tun?“, fragte sie ihre alte Lehrerin.
„Sicher, welchen?“
„Übernimmst du ab halb 4 meinen Notfalldienst?“
Alberta lächelte amüsiert. „Stimmt ja, du hast ja noch ein Treffen. Und was wirst du ihm da sagen?“
„Nun seid doch nicht alle so neugierig. Ich regle das schon.“
Da lachte Alberta leicht auf. „Kannst du es uns verübeln. Dein Auftritt war ja schon großartig, aber Jonathan hat dich geschlagen.“
Kurz  lächelte Rose zu ihr rüber. „Das wird er niemals schaffen.“ Mit diesen Worten lies sie sich wieder  zurückfallen um dann auf gleicher Höhe mit Dimitri in die Mensa zu treten.
„Und, bist du nachher dabei?“, fragte sie ihn jetzt interessiert.
„Was glaubst du denn? DAS lass ich mir nicht entgehen.“
„Sehr schön“, lächelte sie breit. Und dann kümmerte sie sich um ihr Mittagessen. Denn jetzt hatte sie eindeutig Hunger.

Als sie sich allerdings  zu Dimitri setzte, schaute er etwas skeptisch auf ihren Teller. „Rose, dein Donut versinkt gerade im Ketchup.“ Und von dem hatte sie reichlich auf dem Teller.
Kurz zuckte sie mit den Schultern, leckte den Ketchup ab und legte dann den Donut wieder auf das Tablett. „Ist doch nur etwas Tomatencreme.“
Dimitri schüttelte den Kopf. „Und da sagst du immer, unser Essen ist seltsam.“ Aber das war eine Geschmacksrichtung, die war selbst für Rose neu. Aber er dachte nicht weiter darüber nach.
Während sie aßen konnten sie sehen, wie sich langsam die Paare zusammenfanden, um den Rest des Tages zusammen zu verbringen. Selbst Jonathan fügte sich vorerst und ging zu Lilly. Aber Rose konnte auch sehen, dass es ihm gar nicht passte. Denn das Gespräch, dass die beiden führten, wirkte sehr heftig.

Dimitri verabschiedete sich nach dem Essen, da er Unterricht hatte. Rose selber ging zurück in ihr Büro. Neben ihrem Apartment der Ort, wo sie sich am häufigsten aufhielt. Noch war Alberta ihre „Zimmergenossin“. Nach dem Sommer würde allerdings Dimitri den zweiten Schreibtisch erhalten.
Während sie schon die Pläne für die nächste Woche erstellte, kam auch schon der erste Verletzte rein. Es war ausgerechnet Stan.

Ihr Verhältnis hatte sich schon zu Rose Schulzeiten etwas entspannt. Und auch, wenn er zu Anfangs so gar nicht begeistert war, dass ausgerechnet Rose Albertas Posten übernehmen sollte, so musste er doch so langsam zugeben, dass seine ehemalige Schülerin wirklich verantwortungsbewusst geworden war.
Rose lächelte als sie sein Auge sah, welches jetzt schon eine nette Färbung angenommen hatte. Morgen würde es ganz gewiss in den schönsten Farben schillern.
„Wenn hast du denn als erstes aufs Korn genommen?“, fragte sie amüsiert, während sie zu dem kleinen Kühlschrank ging, um ein Gelpack heraus zu holen.

„Charles Dietrich“, grummelte Stan. „Ich hatte ja keine Ahnung, was für einen Schlag er drauf hat.“ Kurz schaute Rose bei dem Auge, befand dann aber, dass nichts schlimmeres passieren würde, außer der neuen Farbe. Vorsichtig drückte sie das Kühlpack drauf und führte Stan zu einem Stuhl, damit er sich einen Moment setzten konnte.
„Charles... er ist ungewöhnlich klein für einen Dhampir. Aber man sollte ihn nicht unterschätzen.“ Wahrscheinlich war er einer wenigen männlichen Dhampire, denen sie direkt in die Augen schauen konnte. Aber auch er hatte gelernt, es durch Wendigkeit wieder wett zu machen. Außerdem war er ziemlich kräftig.

Rose setzte sich wieder an ihren Schreibtisch. „Ich schreibe gerade die Pläne für nächste Woche. Irgendwelche Wünsche?“  Wenn Stan schon mal hier war, dann bekam er wenigstens die Chance. Doch der Wächter schüttelte den Kopf. „Nein, im Moment nicht. Aber eine andere Frage, was hast du mit Jonathan nachher vor?“
Da lachte sie auf. „Ihr seid alle so neugierig. Wartet es ab. Dimitri kann es euch Morgen ja erzählen.“

Einen Moment arbeitete sie schweigend weiter, bis schließlich Alberta rein kam, um sie ab zu lösen. Auch Stan verabschiedete sich in dem Moment. Es musste ja weiter gehen.
Rose bedankte sich noch bei Alberta und ging dann die Treppen nach oben zu ihrer kleinen Wohnung. Während sie auf ihre Schüler und Dimitri wartete, sorgte sie für eine große Kanne Tee und Kaffee für Dimitri. Aus ihrer Sicht war Jonathan schon aufgedreht genug, da brauchte er kein Koffein mehr.

Als Dimitri einige Minuten später rein kam, schaute er sich kurz um. Erst als er feststellte, dass sie noch allein waren, ging er auf Rose zu und gab ihr einen sanften Kuss, während er sie sachte gegen die Arbeitsplatte drängte. Vorsichtig zog er eine kleine Spur von Küssen bis zu ihrem Hals. „Also was hast du gleich vor“, kam es in einem schmeichelnden Ton.
Rose lachte auf. „Netter Versuch, mein Lieber. Aber ich verrate es trotzdem nicht. Lass dich überraschen.“
Schmollend schaute er sie an, was nur noch mehr zum lachen brachte.
„Das ist nicht nett von dir, wo ich mir doch so große Mühe gegeben habe, dir dein Geheimnis zu entlocken.“
Sie schüttelte amüsiert den Kopf und schenkte ihm stattdessen eine Tasse Kaffee ein. „Du musst ja nicht mehr lange warten. Vertrau mir einfach.“

Kurz wurden seine Augen dunkel. „Dir vertrauen? Niemals.“ Doch der Ton war neckend. Rose griff nach drei Tassen, die sie auf den kleinen Wohnzimmertisch stellte. Und in dem Moment klopfte es auch an der Tür. Dimitri trat sofort einen Schritt zurück und öffnete dann die Tür.
Davor standen Jonathan und Lilly.
„Kommt rein“, lud Rose die beiden ein. Sie bot ihnen das Sofa an, während sie sich selber in einen gemütlichen Sessel niederließ, nachdem sie den Tee eingeschenkt hatte. Sie kannte Lilly und sie wusste, dass Jonathan ein falsches Bild von ihr hatte. Auch wenn sie immer so wirkte, als wäre sie eine typische Royal, Rose hatte noch eine andere Seite an ihr kennengelernt.

Oft war Lilly bei den Jüngsten der Schule und half da mit, spielte mit ihnen und lenkte sie ab. Denn gerade für die Kleinen war es schwer am Anfang. Hier allein auf der Schule, ohne Eltern. Und Rose war wirklich froh, dass sie Schüler wie Lilly hatte, die den Kindern Mut gab. Nur war Lilly jemand, die das nicht an die große Glocke hing. So das kaum einer wusste, was sie in ihrer Freizeit tat.

Jonathan schaute etwas verächtlich auf den Tee. Rose ahnte, dass ihm ein Kaffee lieber gewesen wäre. Aber irgendwie traute er sich nicht, etwas zu sagen. Dimitri stellte sich hinter den Sessel von Rose und stützte seine Arme auf der hohen Rückenlehne ab. Er war schon gespannt, was jetzt folgen würde.

Kurz holte Rose Luft, ehe sie anfing zu reden. „Es geht beim Praktikum nicht darum, mit einem Freund rum  zu hängen und Spaß zu haben. Sondern sich auf den Ernst vorzubereiten. Dazu gehört auch, dass man einen Moroi zugeteilt bekommt, der einem nicht passt.“
Sie nippte vorsichtig an ihrer Tasse. „Ich will euch eine Geschichte erzählen. Von einem Novizen, der, ähnlich wie du Jonathan, einen Moroi zugeteilt bekommen hat, mit dem er alles andere als glücklich war. Wo er doch der festen Überzeugung war, jemanden ganz anderes zu bekommen. Und er hat getobt, hat seinem Hauptmann und seinem Mentor die Unterlagen vor die Füße geworfen. Aber nichts half. Sie musste da durch.“

Vollkommen unbewusst hatte Rose die Redensweise von neutral auf weiblich umgestellt. Und auch wenn sie Dimitri nicht sehen konnte, da er hinter ihr stand, sie wusste, das er jetzt schon amüsiert war. Auch wenn das auf seinem Gesicht nicht zu erkennen war.
„Natürlich lief am Anfang alles schief, was nur schief laufen konnte. Doch langsam freundete sie sich mit ihrem Moroi an. Kam mit ihm klar. Lernte neue Seiten an ihm kennen. Und wurde sogar so gut, dass sie ihren Mentor auf den Rücken legte.“ Bei dem Gedanken schmunzelte sie etwas. „Und glaube mir, das war schon eine kleine Sensation. Kurz darauf passierte allerdings etwas, was uns alle vollkommen aus der Bahn warf.“
Kurz warf Rose einen Blick zu Lilly, die für einen Moment den Atem anhielt, weil sie anscheinend erkannt hatte worum es ging.
„Strigoi griffen diese Schule an. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht bei meinem Moroi. Und auch, wenn ich Befehle missachtete. Nachdem ich sicher war, dass alle im Heim in Sicherheit waren, zog ich los ihn zu suchen. Denn für mich stellte sich die Frage. Befehle befolgen oder meinen Moroi schützen.“
„Es geht um sie...“, stellte Jonathan leise fest. Denn Rose war jetzt in die Ichform geglitten. Aber Rose nickte. „Ja geht es. Und mein Moroi war Christian Ozera. Wir beide haben zusammen ein gutes Dutzend Strigoi getötet. Wer weiß, wie der ganze Angriff sonst ausgegangen wäre. Heute ist er einer meiner besten Freunde. Er mag ja immer noch ziemlich nervig sein, und verpetzt mich ja nicht, denn ich weiß, dass er nächstes Jahr die Königin heiraten wird“, scherzte sie. „Aber ich kann mich auf ihn jederzeit verlassen. Nicht nur einmal hat er mir das Leben gerettet.“

Jonathan dachte einen Moment nach. „Ich denke, sie wollen mir damit sagen, dass ich Lilly erstmal eine Chance geben sollte, ehe ich ein Urteil über sie fälle.“
Rose lächelte, ehe sie wieder leicht nickte.  „Ganz genau. Und ich bin mir sicher, sie tut das selbe für dich.“ Dabei zwinkerte sie Lilly kurz zu. Anscheinend hatte das ganze Gespräch Jonathan doch etwas klar gemacht.
Und sie blieben sogar noch etwas sitzen, einfach nur zu plaudern. Lachend erzählte Rose von ihrem Kampf gegen Dimitri. Und auch wenn es schon lange her war. Seinen Stolz konnte sie immer noch spüren. Erst ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es Zeit wurde für die beiden zu gehen. Denn bald gab es Abendessen.
„Ich hoffe, ihr beiden kommt die nächsten Wochen klar.“
Jonathan nickte. „Ich werde mein Bestes geben. Und vielleicht bekomme ich ja die Chance gegen einen von ihn beiden anzutreten.“
Da lächelte Rose. „Das will ich doch hoffen.“

Nachdem die beiden weg waren, lehnte sich Rose nach hinten in ihrem Sessel und schloss die Augen.
„Das hast du wirklich gut gemacht“, lobte sie Dimitris Stimme leise.
„Danke.“
Er setzte sich neben sie auf die Sessellehne. „Müde?“, fragte er sanft, während er seine Finger durch ihre Haare gleiten lies.
„Irgendwie schon.“ Die letzten Wochen waren stressig und die nächsten würden es auch. Zwar hatte sie das jetzt schon ein paar mal mitgemacht, aber so fertig wie heute, hatte sie sich noch nie gefühlt.
„Dann leg dich was hin. Und ich hole uns was zum Essen.“
Sie nickte, zog die Beine hoch und machte es sich auf dem Sessel gemütlich. Es dauerte keine Minute und sie war tief und fest am schlafen. Das war selbst für Dimitri eine neue Erfahrung. Vorsichtig legte er eine Decke über sie und verließ dann das Apartment, um in der Mensa unten für sie beide was zum essen zu holen. Zum Glück hatte er heute keinen Dienst mehr.

Als er wieder zurück kam, stellte er fest, seine Frau lag im absoluten Tiefschlaf. Einen Moment überlegte er, was er machen sollte, doch am Ende tat er das einzige, was ihm richtig erschien. Vorsichtig hob er sie hoch. Und selbst da wurde sie nicht wirklich wach. Sie murmelte zwar etwas, aber er konnte nicht mal verstehen, was sie da sagte. Es klang nach einem leichten Protest. Vorsichtig legte er sie ins Bett, half ihr noch aus ihrer Jeans und deckte sie dann zu.
Selber aß er noch etwas, ehe er ihr folgte. Nachdem er bei ihr lag, zog er seine Frau sachte in seine Arme und bewachte noch einen Augenblick ihren Schlaf, bevor er selber die Augen schloss.

Erst als ihn sein Wecker aus dem Schlaf riss, weckte er auch Rose. Denn sie hatte tatsächlich die ganze Nacht durch geschlafen. „Hey, meine Süße“, flüsterte er ihr leise ins Ohr. Verwirrt schlug Rose ihre Augen auf.
„Wie spät ist es?“
„Ich muss gleich zum Dienst.“ Sanft küsste er sie und stand dann auf. Ihr lies er in der Zeit die Gelegenheit ganz wach zu werden. Und das fiel ihr gerade nicht leicht. Sie wusste noch, dass sie sich am Abend kurz im Sessel zusammengerollt hatte. Aber ab dann fehlte ihr alles. Sie konnte kaum glauben, dass sie tatsächlich durchgeschlafen hatte. Ihr war nicht mal klar, wie sie ins Bett gekommen war.

Dimitri kam aus der Dusche und setzte sich zu ihr. „Alles in Ordnung?“ Denn das Ganze war vollkommen untypisch für sie.
Sie legte ihre Hand auf seine Brust und dachte einen Moment nach. „Ich glaube schon. Aber ganz sicher bin ich ehrlich gesagt nicht. Ich kann mich nicht mal entsinnen, wann ich gestern ins Bett gegangen bin.“
Da lächelte er sie an. „Gar nicht. Ich habe dich ins Bett getragen.“
„Oh Mann“, entfuhr es ihr da. „Vielleicht waren die letzten Wochen doch was viel. Wie hat Alberta das nur immer geschafft?“
Dimitri stand auf und zog sich an, während er weiter redete. „Du hättest mich ja auch um Hilfe bitten können.“
Selber setzte sie sich auf. Zum einen musste sie ja gleich selber raus aus dem Bett und zum anderen wollte sie gerne einen Blick auf ihren Mann werfen, der sich gerade anzog. „Ich weiß. Aber ich dachte, ich müsste das allein schaffen, um allen  zu beweisen, dass ich es kann. Immerhin geht Alberta ja im Sommer weg.“ Obwohl, so sicher war das auch noch nicht. Denn die war gerade am überlegen, ob sie nicht noch ein oder zwei Jahre einfach nur unterrichten sollte, in den Unteren Klassen. Rose würde sich auf jeden Fall freuen, wenn ihre Ausbilderin noch etwas länger da blieb.

Jetzt wo er fertig war, beugte er sich nochmal zu ihr. „Du musst gar nichts, meine Süße. Dafür bin ich doch auch da. Ich kann nur hoffen, dass du bei den Abschlussprüfungen etwas schlauer bist.“
„Versprochen“, sagte sie da.
„Gut. Soll ich dich nachher zum Frühstück im Büro abholen?“
Da strahlte sie ihn an und nickte. „Ja bitte.“
Sie gaben sich noch einen Abschiedskuss und dann verschwand Dimitri ins Sonnenlicht, um seine Schicht zu absolvieren.

Während er draußen seine Wache absolvierte, stand Rose auf, ging duschen und begab sich dann in ihr Büro, um noch ein wichtiges Telefonat zu führen. Als Dimitri  nach seiner Schicht zu ihr kam, um sie ab zu holen, saß sie in ihrem Stuhl, die Hände hinter ihrem Kopf verschränkt und grinste mehr als zufrieden.
„Hallo meine Süße“, begrüßte er sie. „Ich bin mir gerade nicht sicher, ob du noch was zum Frühstück willst.“
Verwirrt blickte sie ihn an. „Was meinst du?“
„Du siehst aus wie eine Katze, die gerade eine riesige Maus verspeist hat.“
Da lachte sie auf. „Da könntest du allerdings recht haben.“ Mit Schwung stand sie auf und ging zu ihm. „Aber das erkläre ich dir gleich.“ Rasch gab sie ihm einen Kuss und schob dann einen Arm unter seinen. „Komm lass uns in die Mensa gehen.“

Auf dem Weg dorthin hatte sie ihn natürlich wieder los gelassen. Aber das Grinsen verschwand nicht. Und so langsam wurde er misstrauisch. In der Mensa nahm sich Rose einen Joghurt mit Früchten und einen Tee, um sich dann gemeinsam mit ihrem Mann an einen Tisch zu setzten.
„Was hältst du davon, wenn wir das Praktikum etwas realistischer gestalten?“
Gerade war Dimitri doppelt verwirrt. Zum einen war das Frühstück seiner Frau absolut untypisch. Zum anderen verstand er die Frage nicht ganz. „Wie hast du dir das vorgestellt? Lädst du ein paar Strigoi ein, mit unseren Novizen zu kämpfen?“
Lachend schüttelte Rose den Kopf. „Nein, ganz so drastisch wollte ich nicht vorgehen. Aber wie wäre es denn, wenn die Umständen etwas realistischer sind? Nicht hier an der Schule?“
Er schob sich gerade einen Löffel Müsli in den Mund und blickte sie dann verwundert an.
„Wo sonst?“
Mit einem selbstzufriedenen Lächeln lehnte sie sich nach hinten und trank von ihrem Tee. „Am Hof. Großes Gelände, viel mehr Orte, ganz andere Möglichkeiten.“
Und Dimitri starrte sie verblüfft an. „Ist das dein Ernst?“
„Was? Denkst du das ist eine schlechte Idee?“ Und auf einmal war sie unsicher.
„Nein, das ist großartig. Ich denke, Lissa ist gerne bereit auf deinen Vorschlag ein zu gehen. Aber die restliche Umsetzung? Wir können doch nicht die Wächter von hier abziehen.“
Da grinste sie wieder breit. „Alles kein Problem. Ich habe heute Morgen nochmal mit Hans gesprochen. Er ist begeistert von der Idee. Und findet, das ist eine tolle Übung für seine Wächter. Lissa ist auch mit einverstanden. Wir könnten die letzten beiden Wochen am Hof verbringen. Alberta würde solange hier alles übernehmen.“

„Wow“, kam es da von Dimitri. „Alles schon ausgeheckt. Kein Wunder, dass du nicht mehr zu Ruhe kommst.“
Etwas schuldbewusst schaute sie ihn da an. „Ich hab es verstanden. Es war etwas viel. Aber dafür könnten wir zwei Wochen am Hof verbringen. Wächter hat Hans genug. Und wir wären sozusagen nur die Zentrale. Wir könnten auch unser Haus haben. Ich wollte nur mit dir reden, bevor wir grünes Licht geben.“
Dimitri schob sein Müsli von sich und schnappte sich stattdessen seinen Kaffee. Das musste er sich erst durch den Kopf gehen lassen.
Nachdem er ein paar Schluck getrunken hatte, blickte er sie an. „Also ich finde die Idee großartig. Wirklich. Warum ist noch nie jemand darauf gekommen? Am Hof wäre es wirklich ganz anders. Unsere Moroi gehen shoppen, besuchen Veranstaltungen, gehen auf Partys. Da müssten sich unsere Novizen ganz anders organisieren. Und Hans würde diesen Zauber wirklich mit machen?“
Rose nickte. „Er ist sogar begeistert. Was mich selber erstaunt. Aber er meint, dass wäre für seine Leute auch ein gutes Training. Sie müssen sich heranschleichen, sie müssen Kämpfen, organisieren. Wir haben uns schon überlegt, dass die „Strigoi“ rote Armbinden tragen, da ja auch normale Wächter überall herumlaufen.“

Er stellte seine Tasse auf den Tisch und beugte sich zu Rose rüber. „Machen wir es.“ Und sie strahlte. „Dann sollten die Lehrer nachher den Schülern Bescheid geben, dass wir uns Morgen für eine halbe Stunde in der Turnhalle treffen. Also nur die Moroi und ihre Wächter. Sie würden dann zwar 2 Wochen Unterricht verpassen, aber ich denke das ist nicht so schlimm. Vielleicht können sie ja den Lernstoff mit bekommen und ihn am Hof durcharbeiten.“
Ja das Ganze war noch nicht vollständig ausgereift. Aber immerhin war es das erste Mal, dass sie sowas machten. Und sollte es gut laufen, dann konnten sie nächstes Jahr alles besser organisieren.

In dem Moment trat ein anderer Wächter an ihren Tisch. „Was dagegen, wenn ich mich zu euch setzte?“, fragte er höflich? Doch Rose schüttelte den Kopf. „Nein natürlich nicht. Wie ist es gestern noch gelaufen Fred?“
Es war der junge Wächter, der vor einigen Jahren mit Rose auf dem Ball getanzt hatte, weil er eine Wette am laufen hatte. Um so erstaunter war sie, als sie ihn hier wieder getroffen hatte. Aber inzwischen war er, genau wie Steve, ein guter Freund geworden. Zumal etwas an ihm, Rose immer noch sehr vertraut vor kam.
Während des Frühstücks berichtete Fred, wie seine Angriffe gelaufen waren. Auch wenn er sie gewonnen hatte, so war er doch voll des Lobes für die Novizen, die ihre Sache wirklich gut gemacht hatten. Es ging auch nicht darum, dass sie die Zweikämpfe gewannen, sondern darum, dass sie alles richtig machten. Und genau das war auch passiert. Rose freute sich wirklich über diese erste Positive Bilanz. Immerhin würden ihre Schüler zum Sommeranfang an den Hof kommen und Moroi zugeteilt. Und gerade zu Anfang würde ihr Verhalten auf sie zurück fallen. Zumindest sah sie das immer so. Schließlich  hatten ihre Wächter sie auf den Ernstfall vorbereitet.
„Dann werde ich mich mal aufmachen, damit mein Date nicht warten muss“, grinste sie am Ende des Berichts.
„Du hast ein Date?“, kam es neugierig von Dimitri.
„Oh ja, mit einem verdammt netten Typen“, zwinkerte sie ihm zu. Genau in dem Moment trat Steve zu ihr. „Und bereit?“, sprach er Rose an, nachdem er alle begrüßt hatte.
„Und wie.“ Ja es kribbelte ihr in den Fingern, endlich mal was anderes als Schreibtischdienst zu machen. Und sie freute sich schon darauf, ein paar Novizen in die Mangel nehmen zu können.

Da ein Kuss nicht angebracht war, strich sie Dimitri leicht über die Hand und stand dann auf. Kurz brachte sie ihr Geschirr  weg und zog dann mit Steve von dannen. Schnell hatten sie ihr erstes Opfer im Visier. Lautlos sprach sie sich mit ihrem Kollegen ab.
Er schnappte sie den Moroi und sie stürzte sich auf Patrick. Kein herausragender Schüler, aber unterschätzen durfte man die Novizen in keinem Fall. Und Rose musste anerkennen, dass er sich wirklich zur Wehr setzte, ehe sie ihn unter sich hatte und zum „Biss“ ansetzte.
Lachend stand sie auf, reichte ihm die Hand und lobte ihn für sein Handeln. Patrick war zwar nicht ganz so glücklich, aber sie beruhigte ihn. Er hatte wirklich perfekt gehandelt.
Gemeinsam mit Steve schafften sie an dem Vormittag noch zwei weiter Angriffe, ehe sie sich vor dem Mittagessen trennten.

Im Büro wartete schon Dimitri auf sie, den sie mit einem Lächeln begrüßte.
Kurz erkundigte sie sich bei Alberta, die aber nichts Besonderes berichten konnte. Ein paar kleinere Blessuren, aber nichts tragisches. Auch Rose hatte ein paar Kratzer abbekommen, die sie aber vollkommen ignorierte.
Stattdessen bat sie  Alberta noch darum, für Morgen kurz vor dem Mittagessen eine Versammlung ein zu berufen, für alle, die am Praktikum teilnahmen. Natürlich wusste ihre Lehrerin schon worum es ging. Damit wand Rose sich wieder ihrem Mann zu.
„Begleitest du mich zum Mittagessen?“ Dabei strahlte sie ihn an.
„Nur deshalb bin ich hier.“ Er legte seinen Arm um sie und gemeinsam verließen sie das Büro. Sobald sie im Flur waren, nahm er allerdings seinen Arm wieder runter. „Dir scheint der Vormittag gut getan zu haben“, stellte er fest. „So wie heute hast du schon länger nicht mehr gestrahlt.“
„So schlimm?“ Sie warf ihm einen nachdenklichen Blick zu.
„Nicht ganz so schlimm. Aber es ist schon aufgefallen. Was hast du heute Nachmittag vor?“
Rose strich sich ein paar Haare nach hinten. „Ich hab Notfalldienst. Nicht ganz so aufregend, wie der Vormittag.“
Dimitri packte sie an der Hand und zog sie zur Wand. „Ich mach dir einen Vorschlag. Ich übernehme deinen Notfalldienst und dafür kannst du heute Nachmittag noch ein paar Novizen aufs Kreuz legen. Allerdings erwarte ich was dafür.“ Ein kleines verschmitztes Lächeln erschien auf seinem Gesicht.
„Ach und was?“, fragte sie neugierig.
„Du tröstest mich dafür heute Abend, weil ich einen absolut langweiligen Tag hatte.“
Sie  zog etwas die Augenbrauen zusammen. „Gut, einverstanden. Wie ich dich trösten soll muss ich ja wohl nicht mehr fragen.“
Und jetzt war sein Lächeln schon fast unverschämt. „Sehr gut, dass du noch soviel Phantasie hast.“

Und schon die erste Spannung aufgebaut? Praktikum am Hof. Ich denke das wird witzig. Wie wird es mit Lilly und Jonathan weiter gehen? Und wer zur Hölle ist eigentlich Fred? Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass er nicht unwichtig ist. ;)
Reviews sind wie immer willkommen. Lob und Kritik, damit steht und fällt diese Geschichte.
LG Martina
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