Der richtige Moment

OneshotAllgemein / P16 Slash
Captain Jack Sparrow Will Turner
03.01.2016
03.01.2016
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Endlich habe ich Rückmeldung gekriegt von dem Probeleser, dem ich die Geschichte irgendwann im.. Oktober? geschickt habe. Hier ist sie also.

Probe-, aber nicht Betagelesen - und mir gehören nur der Twist im Canon-Plot sowie etwaige Fehler, die ich überlesen habe.
Die paar Zitate, die ich verwendet habe, gehören mir auch nicht.





Der Kampf mit Sparrow in der Schmiede war der meiste Spaß, den Will seit langem hatte und danach bekam er den Piraten einfach nicht aus seinem Kopf. Ja, er hatte Miss Swann bedroht, aber Murtogg und Mullroy zu Folge, hat er sie vorher auch vor dem Ertrinken gerettet. Außerdem hatte er die Chance gehabt, ihn zu erschießen und dann zu fliehen, sie aber nicht genutzt – vielleicht weil er den Piraten an jemanden erinnerte?
Dann kam in der Nacht der Piratenangriff und Miss Swann wurde entführt – natürlich wollte Will sie wieder sicher in Port Royal wissen, aber sein erster Gedanke war, dass dies auch ein sehr guter Grund war, um mit Sparrow zu reden.
Die Entscheidung ihn auszubrechen, traf Will ziemlich spontan und vermutlich etwas voreilig – bedachte man, dass es sich um einen zu Tode verurteilten Piraten handelte und er zudem keinerlei Erfahrung mit solch großen Schiffen hatte.

Im Nachhinein war er immer wieder überrascht, wie gut sie die Interceptor zu zweit den ganzen Weg bis nach Tortuga gebracht haben. Bis auf ein paar Momente kamen sie gut miteinander zurecht und Jack erzählte zwar nie viel über sich selbst, aber dafür über das Piratenleben im Allgemeinen, und brachte ihm bei, wie man am auf Piratenart kämpfte.
Will tat immer so, als wären ihm diese Geschichten und die Lehrstunden zuwider – aus dem gleichen Grund, aus dem er auch so vehement dagegen protestierte, dass sein Vater ein Pirat gewesen sein soll, obwohl er es nach Jacks Reaktion schon vermutet hatte: Von ihm als rechtschaffener Bürger von Port Royal und zudem mit der Geschichte seiner Rettung vor acht Jahren erwartete man, dass er Piraten hasste. Genauso wie man erwartete, dass er Miss Swann liebte. Seine Unvoreingenommenheit gegenüber Piraten und seine Schwärmerei für diesen speziellen Piraten passten nicht in dieses Bild und mussten verheimlicht werden.
Zumindest insgeheim konnte Will aber die erzwungene Zweisamkeit genießen und er hatte auch das Gefühl, dass sie sich irgendwie näher kamen und Jack ihn wirklich mochte – nicht nur als Sohn von Bill „Stiefelriemen“ Turner oder als Komplize in diesem Abenteuer, sondern einfach nur ihn.

Jegliche Hoffnungen, die er sich machte, wurden jedoch in Tortuga zerstört, als klar wurde, dass Sparrow wohl einerseits ein Frauenheld war, der keine ernsthafte Beziehung wollte, und ihn andererseits nur als Druckmittel gegen Barbossa sah.
Trotzdem machte es ihn unglaublich eifersüchtig, Anamaria mit an Bord zu sehen – mit ihr hatte Jack anscheinend auch mal etwas und nun erlaubte er ihr, Teil seiner Crew zu sein, und gab ihr sogar eine wichtige Position. Nein, da hielt sich Will lieber an Gibbs, der ihm immerhin Geschichten über Jack erzählen konnte. Einige, wie etwa die mit den Schildkröten, klangen zwar wenig glaubhaft, aber ein wenig Spinnerei gehört wohl zum Leben auf See dazu – gerade zum Leben von Captain Jack Sparrow.
Dann war der Moment gekommen – sie hatten die Isla de Muerta erreicht und Will würde Jack in die Höhle begleiten. Das Gerede von „Wer zurück bleibt“ gefiel ihm nicht – es erinnerte Will daran, dass der Pirat ihn als Druckmittel einsetzen wollte und er die Interceptor und ihre Crew – ihren Kapitän – danach nicht wieder sehen würde. Andererseits hatte Will aber auch nicht vor, bei diesem Plan einfach mitzuspielen – er wusste zwar noch nicht, wie er Jack aufhalten sollte, aber ihm würde hoffentlich etwas einfallen.

„Nicht jeder Schatz besteht aus Silber und Gold.“
Zum Glück beobachtete Jack die Szene in der Höhle und bekam nicht mit, dass Will nach dieser Aussage eher ihn ansah als Miss Swann. Konnte man einen Piraten eigentlich wirklich als Schatz bezeichnen? Jack war ihm jedenfalls mehr wert als die Gouverneurstochter, aber das würde ihn trotzdem nicht davon abhalten, Jack mit einem der Ruder auszuknocken und Miss Swann zu retten.
Den ersten Teil des Plans schaffte Will problemlos – die Gewissensbisse, die beim Anblick des reglosen Körpers in ihm aufkamen, verflogen schnell, als er sich an die Bemerkung mit dem Druckmittel erinnerte.
Beim zweiten Teil hatte er Glück, dass Miss Swann von Barbossa außer Sichtweite der Piraten gestoßen und dann ignoriert wurde.

Auf dem Weg von der Insel weg fiel Will auch noch ein, die Ruder aller anderen Boote zu entfernen, damit sie nicht so leicht verfolgt werden konnten. Leider brachte das wenig, wie sich viel zu schnell zeigte, als die Pearl sie einholte. Auch der Versuch, durch Lastabwurf schneller fliehen zu können, stellte sich als kaum hilfreich heraus und ließ sie außerdem im folgenden Kampf umso benachteiligter dastehen. Jack, der hoffentlich noch am Leben war, würde sich wohl freuen, dass sie „seinem Schiff“ nicht allzu viel Schaden zufügen konnten.
Dafür wurde die Interceptor umso mehr beschädigt, weil sie dem gut ausgerüsteten Piratenschiff einfach weit unterlegen war – und dann verloren sie wegen Wills gespielter Wut dem Piratentum gegenüber auch noch das Medaillon und er konnte der Explosion nur gerade so entkommen. Es war mal wieder einer dieser Momente, in denen er seine erzwungene Maskerade hasste, und dieses Gefühl zog sich noch weiter fort.

Allerdings war Will erstaunt, wie leicht er dem Piraten seine Pistole abnehmen konnte – man sollte meinen er wäre kampferprobter. Nun ja, es war immerhin zu seinem Vorteil und konnte durch seine Erpressung zumindest für ein wenig Sicherheit für Jacks Crew und Miss Swann sorgen – wer weiß, was der jungen Frau sonst alles angetan worden wäre.
Glücklicherweise hatte er genug Geschichten über Piraten im Allgemeinen und Barbossa im Speziellen gehört, sodass er nicht erwartete, dass Miss Swann im nächstgelegenen Hafen freigelassen würde.
Das war auch der Grund, warum Will die Gesten von Jack ignorierte und keine Forderungen über seinen Verbleib stellte – wenn Jack und Miss Swann zusammen ausgesetzt würden, hätten sie sicherlich bessere Chancen, gerettet zu werden, und die Piraten würden ihren ehemaligen Kapitän sowieso nicht einfach so davon kommen lassen.

Wie sich herausstellte, hatte Will mit seinen Vermutungen größtenteils Recht und das minderte seine Schuldgefühle ein wenig, als die beiden über die Planke gingen – immerhin konnte Jack schon einmal von der Insel entkommen und Commodore Norrington hatte sicher schon eine großräumige Suche nach der Tochter des Gouverneurs eingerichtet.
Nun gut, Jack würde vermutlich wieder im Gefängnis und dann am Strick landen und auch Wills Überlebenschancen sahen nicht besonders gut aus, aber zumindest Miss Swann würde weitestgehend unversehrt nach Port Royal zurückkehren können.

So stand Will einige Zeit später also über die Truhe gebeugt, kurz davor mit seinem Leben für die Fehler von Barbossa und seiner Crew zu bezahlen – alles andere als freiwillig, um es noch einmal zu betonen – als Jack kam und mit ihm die Hoffnung, dieses Debakel um das verfluchte Aztekengold heil zu überstehen.
Er redete zwar davon, den Moment von Wills Opfer nur zu verschieben, und davon, unter Barbossas Flagge zu segeln, aber Will glaubte nicht, dass Jack sich dem Piraten unterordnen wollte, der gegen ihn gemeutert hatte – nicht, wenn er noch immer diese eine Kugel für ihn reserviert hatte.

Und tatsächlich – sobald sich eine gute Gelegenheit bot, warf Jack ihm einen Säbel zu und begann einen Kampf mit Barbossa – Will war also auf sich allein gestellt gegen die anderen drei untoten Piraten und er war sich nicht sicher, ob das von Jacks Ignoranz gegenüber der Situation zeugte, seiner Gleichgültigkeit über Wills Verbleib oder vielleicht doch seinem Vertrauen in Wills Kampfkunst.
Nun ja, noch kam er ziemlich gut zurecht und so würden die drei hoffentlich nicht in Jacks Kampf eingreifen und zu dessen Nachteil wenden. So dachte Will bis zu dem Moment, als Jack seinen eigenen untoten Zustand offenbarte, aber zu dem Zeitpunkt war Miss Swann, Elizabeth schon aufgetaucht und unterstützte ihn in seinem Dreierkampf. Zusammen konnten sie sich gut gegen die Piraten behaupten und kurz nach ihrem Sieg warf Jack ihm das gestohlene Medaillon zu, sodass er den Fluch lösen und auch der zweite Kampf gewonnen werden konnte.

Danach erzählte Elizabeth ihm leise, was auf der Insel und nach ihrer Rettung passiert ist.
Jack tat ihm irgendwie leid – da hatte er schon Barbossa besiegt und könnte endlich seine Pearl wieder haben, aber stattdessen segelte sie ihm erneut davon und ihn erwartete Gefangenschaft durch die Royal Navy.
Noch ahnte der Pirat nichts davon und durchsuchte die angesammelten Schätze. Für einen Moment war Will wütend auf Elizabeth, obwohl es nicht ihre Schuld war, dass die Piratencrew ihren Kapitän zurückließ. Eine harsche Bemerkung später stand er wieder alleine da, bevor Jack auf ihn zu kam und diesen Satz sagte.
„Falls du auf den richtigen Moment gewartet hast – das war er.“
War der Mann denn blind? Oder hatte Will seine Rolle überzeugend genug gespielt? Nun, er würde ihm jedenfalls zeigen, wie falsch er mit dieser Einschätzung lag.
„Nein“, antwortete er, „der richtige Moment ist jetzt“, und damit zog er den überraschten Piraten zu sich heran und küsste ihn. Nach einem Augenblick der Schockstarre entspannte Jack sich und erwiderte den Kuss sogar! Will verlor sich in den Lippen des Anderen, bis ein Geräusch von Elizabeth ihn in die Realität zurückholte. Sie sah sie erschrocken und auch ein wenig vorwurfsvoll an.
„Und ich dachte noch, dass ihr zwei an mir interessiert seid!“

Ansonsten schien die Gouverneurstochter überraschenderweise kein Problem damit zu haben, dass ihr Jugendfreund einen Mann küsste – einen Piraten außerdem, der um einige Jahre älter war.
Will war aber auch klar, dass es zwischen ihm und Jack wahrscheinlich nie mehr als diesen Kuss geben würde, und so verkündete er, dass er so weit es ging zu seinen Leben als Schmied in Port Royal zurückkehren wollte. Daraufhin schlug Elizabeth eine vorgetäuscht Beziehung vor, denn es sei zu ihrer beider Vorteil: wohl keine andere Frau würde verstehen, dass er ihr nicht das erwartete Interesse entgegenbringen konnte und jeder andere respektable Mann würde sie in die Rolle der braven Ehefrau zwingen und ihren neugewonnenen Sinn für Freiheit und Abenteuer unterdrücken. So war es also beschlossen.

Die Rückkehr nach Port Royal war für alle drei sehr ungemütlich: Elizabeth musste wieder feine, aber unpraktische Kleider tragen und ebenso feine und einengende Manieren annehmen, Jack saß in einer bewachten Zelle und arbeitete sicher irgendwelche aberwitzigen Fluchtpläne aus, die sich nur mit Hilfe eines Wunders verwirklichen lassen würden, und Will musste die niedersten Arbeiten verrichten (er war ja schließlich kein Seemann, wie Norrington ihn wieder erinnerte) und konnte nur auf dieses Wunder hoffen, das seinen Piraten vor dem Strick bewahren würde.
Jack wäre mir der besitzergreifenden Bezeichnung vermutlich nicht ganz einverstanden – es war schließlich nur ein einfacher Kuss gewesen zwischen ihnen, nichts weiter außer Wills Gefühlen für den Mann.

Die Hinrichtung fand auf einem Innenhof statt, der ganz in der Nähe der Terrasse lag, von der aus Elizabeth damals ins Wasser stürzte. Die beste Möglichkeit, Jacks Leben zu retten war wohl, ihn wie auch immer zu befreien und zu dieser Terrasse zu leiten. Wenn das dort auf der Standarte tatsächlich Mr Cottons Papagei war, hatte der Pirat von da aus gute Chancen, Port Royal schnell und weit hinter sich zu lassen.
Kurz sprach Will mit Elizabeth, die seinen Blick zum Papageien hoffentlich verstand und für die nötige Ablenkung sorgte. Tatsächlich schaffte er es noch in letzter Sekunde, Jacks Fall zu stoppen und auch wenn sie den Soldaten zahlenmäßig weit unterlegen waren, gelangten sie immerhin zu der Terrasse, wo auch Jack schließlich Mr Cottons Papagei sah.
Nach einer weiteren dramatischen Verabschiedung ließ er sich ins Wasser fallen und schwamm zur Black Pearl, die gerade auftauchte. Der Pirat war also vorerst sicher und der Gouverneur schien Will als vermeintlichem Verehrer seiner Tochter so wohlgesonnen zu sein, dass er ihn vor einer Bestrafung bewahrte.
Alles war demnach für den Moment in Ordnung. Nur Jacks letzte Worte gingen Will nicht aus dem Kopf.
„Schicker Hut.“
War das ein Code für irgendetwas?



Auch das ist mal wieder eine Geschichte, die vielleicht noch eine Fortsetzung findet. Zur Zeit hab ich aber noch drei andere Fanfics angefangen und theoretisch möchte ich erstmal die beenden.
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