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GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Luke Hemmings OC (Own Character)
02.01.2016
30.08.2016
41
103.725
24
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Dieses Kapitel
17 Reviews
 
 
02.01.2016 2.333
 
Teil 1 : “Senza Limiti“

Kapitel 1



„Oh mein Gott, ihr wollt heiraten?!“, schrie Michael hysterisch durch die gesamte Küche, auch wenn ich mir sicher war, dass es dank seiner Lautstärke die ganze Straße mitbekam. Oder auch die ganze Stadt. Bei Michael war alles möglich.
„Jetzt nicht mehr“, murmelte Luke leise vor sich hin, was Michael zu seinem Vorteil nicht wahrnahm, da er viel zu sehr in seiner Traumwelt gefangen war, die nun endlich in die Realität übergehen würde.

„Oh Gott! Endlich! Das wird der beste Tag meines Lebens! Elke für immer zusammen! Dann haben wir es schwarz auf weiß auf Papier! Oh Gott, oh Gott, ich bin so aufgeregt!“, sprudelte es aufgeregt aus ihm heraus, während er wild mit den Armen in der Luft herumwedelte. Ich hatte das Gefühl er würde jetzt bereits seinen Tränen freien Lauf lassen, dann wollte ich bei gutem Willen nun wirklich nicht wissen, wie es am tatsächlichen Tag werden würde.

„Michael…komm runter. Ich weiß, das ist cool und alles, aber-“, versuchte Ashton seinen Freund einigermaßen zu beruhigen, aber da war er im jetzigen Moment bei ihm an der völlig falschen Adresse. Es war schon richtig gewesen, dass wir uns dafür entschieden hatten, Michael als Letztem von all dem zu erzählen.
„Cool?! Du sagst es ist cool?! Mein OTP, das ich seit Jahren shippe, wo ich seit Jahren den ultimativen Hochzeitsplan auf meinem USB-Stick mitschleppe und ihn zusätzlich auf Dropbox gespeichert habe, damit er auch ja nicht urplötzlich verschwindet, wird heiraten! Mein Lebenstraum geht in Erfüllung! Das ist mehr als nur cool, Ashy!“

So langsam kamen die ersten Zweifel auf, was die Hochzeit anging. Nur hing es nicht mit Luke zusammen. Es lag viel eher daran, dass Michael Pläne für diesen Tag geschmiedet hatte. Er würde sich niemals davon abbringen lassen, diese nicht in die Realität umzusetzen.

„Sorry, mein Fehler“, gab Ashton sarkastisch zurück, doch ich bezweifelte, dass Michael in seinem momentanen Zustand den Sarkasmus meines Bruders verstand. Er war viel zu fertig mit der Welt. Jeder kannte Heart-Eyes-Emojis. Michael war gerade ein lebender Heart-Eyes-Emoji.
„Das wird so unglaublich toll, oh Gott, oh Gott! Ella und Luke, ihr müsst euch um nichts kümmern! Nichts, nada! Das bleibt alles fein in Amor’s Hand, okay?! Ich organisiere euch die beste Hochzeit des Lebens!“

Es war ja wirklich schön und gut, dass er so viel Unterstützung zeigte und ich schätzte seinen Grundgedanken ehrlich gesagt sehr, aber er konnte uns unmöglich die gesamte Planung abnehmen. Es war der Tag von Luke und mir, ich wollte wenigstens etwas Mitspracherecht bei all dem haben.

„Michael, das ist wirklich lieb, aber…lass uns wenigstens-“, fing ich deswegen vorsichtig an, aber er hob nur theatralisch seine Hand, um mich zu stoppen. Es war hoffnungslos.
„Nichts da, Ellalein! Ruinier mir nicht meinen Tag!“
Seinen Tag. Achso. Natürlich. Wie unüberlegt von mir.

Mein Bruder hatte wie so oft das Verhalten seines Bandkollegen, der mit vierundzwanzig aus unerklärlichem Grund noch immer Haare zum Färben hatte und momentan zurück zum Galaxy-Ton gefunden hatte, vollkommen satt, sodass er geschickt das Thema, wenn auch nur ansatzweise, änderte.

„Wann soll die Hochzeit überhaupt stattfinden?“
Luke und ich tauschten einen unwissenden Blick aus, da wir uns bislang über ausgerechnet diese Sache noch gar keine Gedanken gemacht hatten. Solche wichtigen Dinge konnte man schnell aus den Augen verlieren.
„Keine Ahnung? Nächstes Jahr…irgendwann?“, beantwortete Luke schließlich noch etwas unschlüssig die Frage, was für Michael viel zu unkonkret war.
„Leute, seht ihr! Deswegen sollte nur ich mich um so wichtige Dinge kümmern! Bei euch kommt ja nichts Produktives bei raus!“
Ashton, Luke und ich verdrehten alle gleichzeitig die Augen, was mehr aussagte, als es Worte jemals könnten.

„Weiß eigentlich irgendjemand von euch, wo Calum heute ist? Wir bräuchten hier noch einen neutralen Punkt“, seufzte mein Bruder mit derselben Theatralik, die Michel perfekt beherrschte.
„Er und Ruby sind beim Geburtsvorbereitungskurs, Ash. Wie jeden Donnerstag“, rief ich ihm in Erinnerung und nun fiel es ihm anscheinend auch wieder ein.
„Oh Gott, stimmt ja. Meine Güte, der Eine heiratet, der Andere wird Vater…ihr mutiert alle zu Langweilern.“
„Langweiler?! Ich bekomme eine OTP Hochzeit und ein OTP Kind, hallo?! Mein Leben war noch nie besser!“

Das konnte ich mir mehr als nur gut vorstellen. Aufseufzend lehnte ich meinen Kopf an Luke’s Schulter, was dafür sorgte, dass er mit seiner linken Hand langsam über meinen Oberschenkel strich. Das miserable Jetlag nach unserer Rückkehr aus Europa vor ein paar Tagen steckte mir noch immer in den Knochen, sodass es kein Wunder war, dass ich am liebsten auf der Stelle eingeschlafen wäre. Jedoch wäre dies a) ziemlich Fehl am Platz gewesen und b) ohnehin unmöglich gewesen, wenn Michael und Ashton, auch bekannt als die Weltmeister des Vielredens, mit von der Partie waren.

„Ich habe es richtig vor Augen, wie Calum mit Ruby diese grässlichen Atemübungen probiert. Oh Gott und dann probieren sie bestimmt auch die absurdesten Geburtspositionen in diesen Kursen aus und….oh Gott, ich habe Bilder im Kopf. Die gehen nicht mehr weg“, malte Ashton sich völlig angeekelt merkwürdige Szenarien aus. Mein Bruder würde sich niemals ändern. Kein Wunder, dass er noch immer keine langhaltende Beziehung führen konnte.
„Mach dich nicht darüber lustig, Ash. Das ist total süß, dass er das alles mitmacht und außerdem wird er ein super Vater werden. Finde dich damit ab.“

„Und mit wem mach ich dann am Wochenende die Stadt unsicher? Der redet dann nur noch von Windeln und Scheiße…und Scheiße in den Windeln.“
„Mich gibt’s auch noch“, meldete sich Luke erstmals wieder zu Wort, aber so ganz schien dies auch nicht nach seinem Geschmack zu sein, wie sein missbilliger Blick verriet.
„Ich bitte dich. Du kannst nicht mal Gras rauchen, ohne in einen dreißigminütigen Hustenanfall zu verfallen. Weißt du eigentlich, wie peinlich das war? Dasselbe war doch mit Kokain. Dir hat der verfickte, halbe Koks noch an der Nase geklebt, weil du schlichtweg zu dumm dafür bist.“

Jeder von ihnen hatte an einem bestimmten Zeitpunkt gelegentlich zu den ein oder anderen Substanzen gegriffen. Es wäre sinnlos gewesen dies zu verleugnen. Ehrlicherweise hätte ich es in ihrer Position auch getan, um immer wieder durch den Tag zu kommen.

„Mann…das waren zwei Ausnahmen, okay. Außerdem können wir auch so weggehen…ohne Drogen zu nehmen.“
„Anders kann ich dich aber nicht ertragen, mein lieber zukünftiger Schwager.“
Es war schön, dass sich manche Dinge nie änderten.

Wir verblieben noch eine Weile bei Michael, bis meine Müdigkeit irgendwann gewann und sich durchsetzte, wodurch Luke und ich wenig später endlich zu Hause waren. Mit Luke zusammen zu wohnen, war bislang das Beste, was uns passiert war. Es gab nur ihn und mich. Niemand störte uns. Niemanden interessierte es, ob es zum dritten Mal in Folge Tiefkühlpizza gab. Wir konnten tun und lassen, was wir wollten. Es war unser Haus. Alles war möglich.

Wo wir schon bei Tiefkühlpizza waren, machte ich mich unmittelbar nach dem Ankommen direkt daran, den Ofen vorzuheizen, um mir eine Hawaii-Pizza reinzuschmeißen. Ich entfernte den Karton und die Folie von der Pizza und blickte auffordernd zu Luke, der etwas kritisch neben mir an die Küchenzeile gelehnt stand.

„Willst du auch eine?“
„Nein, ich hab keinen Hunger.“
„Kein Wunder, dass du so dünn bist“, murmelte ich vor mich hin, während ich die Pizza bereits auf ein Blech legte, um sie später sofort in den Ofen schieben zu können. Luke verdrehte nur seine Augen und kam die paar Schritte, die uns bislang trennten, zu mir hinüber, wodurch er direkt vor mir stand. Er stützte seine Arme jeweils neben mir an der Küchenzeile ab und linste hinüber zur Pizza.

„Wie lange dauert das?“
„15 Minuten? Aber der Ofen ist noch nicht fertig aufgeheizt, also noch länger logischerweise.“
„Das ist eine lange Zeit“, hauchte er verschwörerisch und ich wollte ja wirklich nicht spießig wirken oder sowas in der Art, aber heute war definitiv der falsche Zeitpunkt.
„Luke, nein.“
„Warum nicht? Wir hatten lange keinen Sex mehr.“
„Luke, wir hatten gestern Sex.“
„Sag ich ja.“
Eins stand fest. Er würde später niemals Viagra brauchen. Er konnte immer.
„Nicht heute, tut mir Leid“, enttäuschte ich ihn und sein Hervorschieben der Unterlippe ließ mich zu seinem Nachteil auch nicht schwach werden.  Da musste er heute wohl oder übel durch.

„Meine zukünftige Frau will nicht mit mir schlafen. Das geht schon los, bevor wir überhaupt verheiratet sind. Was sind das denn für Voraussetzungen?“, versuchte er äußerst dramatisch und verletzt zu klingen und löste seine Arme wieder von mir, wodurch ich an mehr Freiraum gewann, weshalb sich ein leichtes Grinsen auf meinem Gesicht ausbreitete.
„Schlechte wie es aussieht. Vielleicht solltest du das nochmal genau durchdenken.“

Er nickte zunächst energisch zustimmend, womit er mir ein leises Lachen entlockte, während ich sicher auf den Kühlschrank zusteuerte. Anscheinend merkte er jedoch, dass es nichts weiter brachte das Thema weiterzuvertiefen, sodass er wieder ernst zur Sache kam.

„Nein, niemals. Ich würde niemals wen anders wollen. Das war mir mit siebzehn klar, ist es mir jetzt und ist es in zwanzig Jahren immer noch. Das wird sich nie ändern.“
Wenn sich über die Jahre eine Sache nicht geändert hatte, war es definitiv, dass er nach wie vor ein Idiot war. Auf eine verdammt niedliche Weise.
„Du bist süß“, teilte ich ihm deswegen ehrlicherweise mit, weshalb er wie immer die Augen verdrehte. Ich kramte aus dem untersten Kühlschrankfach eine Packung Camembert hervor und schnappte mir  passender Weise ein Messer, um mir ein Stück abzuschneiden und es mir anschließend genüsslich in den Mund zu stopfen. Luke sah mir nur angeekelt dabei zu.
„Ella, das ist abartig.“
„Ga’nisch.“
„Diese Camembert-Phase, die du hast, jagt mir ungelogen Angst ein.“
Er hatte keine Ahnung. Es schmeckte gut, warum sollte ich es dann nicht essen?
„Ach…sei still.“

Das Lämpchen des Backofens ging aus und bevor ich überhaupt Gedanken daran verschwenden konnte, die Pizza nun reinzuschieben, kam Luke mir unaufgefordert zuvor und tat genau das. Dies war der Grund, weshalb ich Luke heiraten würde.

Fröhlich schnitt ich mir ein weiteres Stück des Käses ab und katapultierte es in meinen Mund, was Luke immer noch komisch musterte. Diesmal hielt er jedoch überraschender Weise die Klappe, sodass ich in aller Ruhe den Käse genießen konnte.
Ging doch.


„Luuuuuke, ich mag die Pizza nicht mehr“, gestand ich ihm leise, als ich von der fertigen Pizza vielleicht ein Drittel verdrückt hatte. Er rollte nur mit den Augen,  als hatte er genau das kommen gesehen.
„Kein Wunder, wenn du vorher einen halben Camembert verputzt.“
Ich zuckte nur unschuldig mit den Schultern und schob ihm den Teller hinüber, weshalb er sich gezwungenermaßen opferte die restliche Pizza aufzuessen.
„Mir ist schlecht.“
„Wenn du erst einen halben Camembert isst und dir anschließend Hawaii-Pizza reinstopfst, wäre mir an deiner Stelle auch schlecht.“
„Ich bin alt genug, ich kann essen, was ich will.“

„Vielleicht bist du ja schwanger“, warf er flachsend ein und stopfte sich selbst anschließend Pizza in den Mund, weshalb ich missfällig aufschnaubte.
„Lustig. Nur weil ich zur Abwechslung komische Dinge durcheinander esse, bin ich nicht schwanger. Stell dir mal vor, du wärst ein Mädchen. Ich könnte dir zehn Mal die Woche unterstellen, dass du schwanger bist, weil du so einen Mist isst.“
„Ich habe nur versucht witzig zu sein, okay“, verteidigte er sich und sein Handeln, aber er hatte dabei einen wichtigen Punkt vergessen.
„Luke, du wirst nie witzig sein. Hör auf es zu probieren.“
„Niemals.“
Ich befürchtete es leider auch.

Luke aß weiterhin genüsslich die Pizza und für die Tatsache, dass er vorhin felsenfest behauptete, er hätte eigentlich gar keine Hunger, war die Pizza ziemlich schnell in seinem Magen verschwunden.
„Sag mal…apropos schwanger…wann ist der Termin bei Calum und Ruby?“
„Nächste Woche, glaube ich.“
Der Teller, welcher nur noch mehrere Krümel zierte, wurde nachdenklich von ihm weggeschoben und er nickte mehrmals, bis er mich offen an seinen Gedanken teilhaben ließ. „An Calum’s Stelle hätte ich Angst.“

Calum musste kein Kind rauspressen. Das war Ruby’s Job. Ich verstand nicht so wirklich, warum er ausgerechnet Mitleid mit ihm verspürte. Wer verstand schon Männer?
„Warum?“, hakte ich somit interessiert nach, doch er zuckte nur mit den Schultern.
„Keine Ahnung…das ist so…übel. Ein Kind verändert alles. Den ganzen Alltag. Alles ist von heute auf morgen anders, das ist…angsteinflößend. Nichts ist mehr so, wie es war.“
„Das muss ja nicht unbedingt etwas Schlechtes sein.“
„Habe ich nicht behauptet. Es ist nur ein neuer Lebensabschnitt, das macht einem doch immer Angst.“

Ich hatte bislang noch nie so konkret darüber nachgedenkt, aber mit seinen Worten wurde mir erstmals klar, dass er damit gar nicht im Unrecht lag. Es war nicht so, dass man sich einen neuen Kühlschrank oder eine neue Couch zulegte, das war ein Kind. Eine eigenständige, heranwachsende Persönlichkeit, auf die man mehr Rücksicht nahm, als auf sich selbst. Wenn man da keine Angst gehabt hätte, wäre irgendetwas falsch gewesen.

„Denkst du…bei einer Hochzeit ist das auch so?“, hakte ich unsicher nach, doch er schüttelte sofort verneinend seinen Kopf.
„Dass man Angst hat? Nein, kein Stück. Nicht wenn es die richtige Person ist. Es ändert sich ja nichts. Wir sind immer noch Ella und Luke. Es ist nur offizieller, dass wir tatsächlich zusammengehören. Ganz einfach. Zwischen uns wird sich nichts ändern.“

Gelegentlich gab Luke gar nicht so einen Mist von sich.

Wir würden für immer einfach Luke und Ella bleiben.

Ob ein paar Zettel uns das nun bewiesen oder nicht.

Zusammen waren wir grenzenlos.

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HALLO HALLO HALLO, ICH BIN SO AUFGEREGT. ES GEHT WEEEEEITER! Okay, vielleicht sollte ich zum Anfang ein paar Fakten erklären. Found besteht aus 6 Teilen mit jeweils kleineren Zeitsprüngen von ein paar Jahren. Logischerweise ist das hier der Erste (neeeee echt) und laut meinen Berechnungen wird er 25 Kapitel haben, also wird Found wieder eine buchstäbllich lange Geschichte. ICH HOFFE DAS STÖRT EUCH NICHT. Und wenn es euch stört...ja, das ist dann euer Pech.
Ich hoffe, dass euch dieser kleine Einstieg gefallen hat und ihr auch weiterhin dabei bleibt :) ICH FREUE MICH TOTAL ÜBER EURE RÜCKMELDUNG, ADIOS.
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