Summerfling

von MrsLumi
CrossoverDrama, Freundschaft / P16 Slash
Jared Leto Shannon Leto
01.01.2016
10.03.2017
24
115.387
7
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01.01.2016 1.739
 
„Bleib stehen! … Verdammt noch mal… Ich hab gesagt bleib stehen“ keuchte der schwitzende Polizist, während er selbst um eine Ecke in eine kleine Strasse bog, den dort stehenden Mülltonnen auswich und  dann flink über einen Zaun zu klettern.
Der Mann, der versuchte ihn zu erwischen, stand keuchend an der Ecke, schob sich die Dienstmütze aus der Stirn um den Schweiss weg zu wischen und sich dabei um zu sehen.
Der Junge, der sich nun so leise es ging durch den kleinen Durchgang zwischen den Wohnblocks zwängte, grinste.
Das hier war sein Revier.
Hier kannte er sich gut aus.
Hier wusste er, wie er am schnellsten der Polizei, Gangs oder anderen Dealern entwischen konnte. Einige dieser Schlupflöcher hatten ihm das eine oder andere Mal den Hals gerettet, wenn er entweder vor wem wegrannte, sich verstecken musste oder einfach nur seine Ruhe haben wollte.
Wegen seines Talents, immer wieder zu entwischen und sich dabei fast unsichtbar zu machen, hatte er den Spitznamen Frettchen bekommen.
Nicht dass er den Vergleich besonders gut fand, aber einen Spitznamen von den Bossen zu bekommen, die die anderen Jungs eher „Du da“ nannten, war schon eine Ehre. Eine zweifelhafte, denn die Bosse waren selbst nichts weiter als kleine Rädchen im Drogenzirkus dieser Stadt, aber er hatte sich diesen Spitznamen erarbeitet.
Immer wieder schaffte er es, den Behörden zu entwischen.
Nicht immer nur der Polizei, sondern auch den Sozialarbeitern, die einen auf beste Freunde machen wollten oder dem Jugendamt, dass immer mal wieder reinschneite bei ihnen zu Hause um zu gucken, ob sie nicht einen Grund finden konnten, sie drei wieder zu trennen.
Er hatte gelernt, wenn wieder einer dieser Beamten vor der Tür stand und mal wieder die Fragen stellte, warum sie denn nicht in der Schule waren oder wo Mum war, schnell aus dem Fenster zu verschwinden.
Dass die nicht einsahen, dass Mum alles versuchte um sie durch zu bringen und deswegen oft Doppelschichten im Krankenhaus schob oder sie sich mit ihren Nebenjobs als Taschendiebe, Kurier für die großen Bosse oder als kleine Dealer durchschlugen, damit sie eben klar kamen.
Ihre Mutter riss sich ein Bein aus, oder sowas, um die Miete in dieser Stadt bezahlen zu können. Beide hatten früh gelernt, wenn sie etwas haben wollen, was ausserhalb dessen lag was sie zu täglichen Leben brauchten, mussten sie selbst dafür sorgen.
Sie hatten schnell raus, dass man mit Hunde ausführen, Rasen mähen oder der Oma um die Ecke die Taschen nach Hause tragen nie im Leben das Geld machte, was sie verdienten, wenn sie dem reichen Bänkler auf der Highstreet geschickt das Geld aus der Anzugtasche zogen, sich gut mit einigen Gangs stellten ohne denen bei zu treten und eben kleinere Deals durchzuziehen.
Das Geld war gut, schnell verdient und weil sie ein gutes Team waren, waren sie beliebt.
Sein großer Bruder, der die Junkies auf Abstand hielt, und er, der wenn es brenzlich wurde, mit dem Stoff die Biege machte, während der Ältere, nicht weniger schnell aber nicht ganz so flink, in die Andere Richtung verschwand.
Nicht immer zogen sie ihre Coups zusammen durch, so wie an diesem Tag, als der Cop, der gerade seinen Kaffee aus einem Styroporbecher trank durch Zufall mitbekam, wie der schmächtige Junge, mitten auf der belebten Einkaufsstrasse vor einem der großen Apartmenthäusern einem Anzugträger etwas zusteckte und im Gegenzug etwas bekam. Der Gesetzeshüter, der sich auf seinen warmen Donought gefreut hatte, konnte nicht weggucken ohne dass man ihn dafür selbst dran bekommen würde.
Hier, mitten auf offener Strasse, unter den Blicken der gutbetuchten Bürgern, musste er was machen, auch wenn er wirklich lieber sein warmes Gebäck mit dem heissen Kaffee genossen hätte. Seufzend legte er die Tüte in seinen Wagen, schloss die Tür, liess den Kaffeebecher in einen der Mülleimer fallen und rief dann dem Jungen zu, er solle stehenbleiben.
Nicht dass er wirklich damit gerechnet hatte, dass dieser stehen blieb und sich anstandslos festnehmen liess, doch das der kleine Bastard so schnell war und ihm wirklich entkam, während er keuchend und schwitzend sich an einer Hausecke festhielt, ärgerte ihn maßlos.
Sicher lachte der kleine Scheisskerl sich jetzt kaputt.
Es wurde Zeit, dass die Stadt diese kleinen Ratten ausrottete und er selbst endlich in den Ruhestand ging.
„Vielleicht Florida“ dachte er sich, schob seine Mütze wieder an den richtigen Platz um dann zu der nächsten Bodega zu gehen um sich seinen weiteren Kaffee zu kaufen. Mit ein wenig Glück war der Gebäckkringel in seinem Wagen noch warm und zusammen mit einem frischen, heissen Kaffee hatte er sich den nun wirklich verdient.
Irgendwann würde der flinke Dreckskerl schon einen Fehler machen und dann würde er ihn dann weg sperren, wo er dann sicher eine ganze Weile sitzen würde, sehr zur Freude der anderen Gefangenen, denn Frischfleisch war immer gerne gesehen im eintönigen Knastalltag. Besonders wenn es auch noch so ein hübsches Bürschchen war wie der, der ihm gerade durch die Lappen gegangen war. Aber das konnte dem Polizisten egal sein, denn am Ende des Tages würde er nach Hause gehen und was mit den Kleinkriminellen der Stadt im Gefängnis passierte, war das was sie verdienten.

„Hast ihn abgehängt?“
Der Jüngere nickte.
„Jap. Der war zu fett um mich zu schnappen.“
Das raue Lachen des Älteren liess ihn einstimmen.
„Der hat japsend an der Ecke gestanden, als ich ihn von weitem sah.“
„Gut gemacht Kleiner. Hast die Kohle bekommen?“
„Ich lass mich von so einem reichen Schnösel nicht abzocken.“
„Dann lass uns die abliefern und uns dann was zu rauchen besorgen.“
„Ich hab Hunger…“
„Erst was rauchen.“
„Aber…“
„Los komm essen können wir echt nachher. Erst rauchen und dann nen Burger.“
Damit war es beschlossene Sache.
Sie lieferten das Geld bei ihrem Boss ab, bekamen ihren Anteil, den sie gleich in Gras und Junkfood umwandelten.
Mit ihren Schätzen und zwei Flaschen billiger Cola in einer Plastiktüte, schlugen sie sich im nahen Park durch die Büsche in ihr Versteckt. Dort hatten sie eine Bude zusammen gezimmert aus ein paar alten Sperrholzplatten, die sie von einer Baustelle geklaut hatten. Innen drin stand ein altes, zerschlissenes Sofa, ein Tisch der auf dem feuchten, Laub bedecken Boden wackelte. Dazu passend hatten sie noch einen Stuhl gefunden, ein paar alte Obstkisten dienten als 2 Sitzgelegenheit und in einer Ecke hatten sie sogar einen kleinen Ofen stehen.
Den hatten sie auf einem Schrottplatz gefunden und unter größtem Kraftaufwand hierher geschleppt. Das Ding war schwer und sicher 100 Jahre alt, aber es funktionierte.
Holz zum Heizen war nicht schwer zu finden und nachdem sie sich die ersten beiden Male fast eine Rauchvergiftung geholt hatten, hatten sie den  altes Rohr gefunden und damit einen Abzug für den Rauch gebaut.
Das hier, das war ihr Rückzugsort.
Ihr Versteck, wenn sie ihre Ruhe haben wollten oder der neuste Freund ihrer Mum ihnen auf die Nerven ging weil er entweder ihr Vater sein wollte oder sie aus dem Haus haben wollte.
Sie waren es gewohnt auf sich alleine gestellt zu sein und wenn sie ehrlich waren, gefiel es ihnen auch wirklich. So konnten sie machen und tun was sie wollten.
Lange weg bleiben, wenn Mum wieder die Nachtschicht hatte um mehr Geld zu verdienen.
Schule zu schwänzen, denn die Lehrer nervten nicht nur, sondern auch die Mitschüler, die sie schief von der Seite ansahen.
Sie waren die Aussenseiter und dabei wollten sie es auch belassen.
Zu oft waren sie schon umgezogen und hatten sich dort wieder neue Freunde suchen müssen.
Nach einer Weile, hatten sie es aufgegeben sich in jeder neuen Schule und Stadt nach neuen Spielgefährten zu suchen, denn am Ende, wenn Mum wieder in einer Nacht und Nebelaktion den Wagen mit allem was ihnen was bedeutete vollgepackt hatte, war das Spiel wieder von vorne losgegangen.
Neue Wohnung, Trailer, Haus, neue Schule, neue Lehrer und neue Mitschüler, die ihnen versuchten das Leben schwer zu machen, bis sie merkten, mit diesen beiden Brüdern, die zusammen hielten wie Pech und Schwefel, hatten sie kein leichtes Spiel.
Für ihre Verhältnisse waren sie schon lange in der Stadt und doch hatten sie es so gehalten wie immer.
So wenig wie möglich mit den Anderen ihres Alters machen, damit es, wenn sie wirklich wieder umzogen, es nicht wieder so weh tun würden. Nicht dass sie es jemals zugeben würden, dass sie drunter litten wie die Normaden zu leben.
Für Mum wollten sie stark sein.
Sie machte sich schon viel zu viele Sorgen und Gedanken, da wollten sie nicht noch etwas beitragen.
Also machten sie es unter sich aus und für ihre Mutter taten sie so, als wäre es ihnen egal.

In ihrem Versteckt machten sie als erstes Feuer.
Es war zwar Frühling, fast schon Sommer, aber unter dem dichten Blätterdach der Bäume hatte die Sonne die kalte Luft nicht vertrieben und sie fröstelten in ihren dünnen Shirts.
Als die Wärme sich langsam in dem Raum ausbreitete liessen sie sich auf die Couch sinken, zogen das billige Zigarettenpapier zusammen mit dem Päckchen Tabak aus dem Versteck unter der Couch und fingen an mit geschickten Fingern sich jeder eine Tüte zu drehen.
Das Gras was sie dieses Mal bekommen hatten war gut.
Schon bald merkten sie beide die Wirkung, lehnten sich zurück in die zerschlissenen Lehnen um den Rausch der Droge zu geniessen.
Der Hunger, den der Jüngere eben noch empfunden hatte war erstmal vergessen.
Mit halb geschlossenen Lidern kicherten sie vor sich hin, redeten über allen Blödsinn, der ihnen im Rausch in den Kopf kam und vergassen für diese Weile einfach alles.
Das Feuer in dem gußeisernen Ofen knackte und selbst wenn es sonst nicht besonders gemütlich in der Bude war, gerade jetzt war es der beste und heimeligste Platz auf der ganzen Welt für die beiden Jungen.
Sie killten ihre Vorräte an labbrigen Burgern und billiger Cola.
In diesem Moment, in ihrer Hütte, war es ein absolutes Festessen.



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Die Idee, in der Grundfassung, entstand, als ich letztlich mal wieder Into the Wild guckte und J durch seine alte Gegend in Washington streifte...
Es juckte mir eine Weile in den Fingern und ich hab nun endlich angefangen sie zu tippen.
Wie immer kann ich für nichts garantieren :D und es kann natürlich sein, dass ich das Rating irgendwann rauf setzen muss...
Aber bisher sieht es noch nicht so aus.

Ich warne gleich, ich werde sicher nicht jede Woche was Neues posten können, denn die Geschichte will nicht in einem Rutsch geschrieben werden sondern scheint drauf bestehen, dass sich die Ideen in Ruhe entwickeln.
Also habt ein wenig Rücksicht mit mir.
*Kekse hinstellt*
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