Was ungeschrieben Regeln sind

von kweenron
GeschichteAllgemein / P6
01.01.2016
01.01.2016
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Die erste ungeschriebene Regel mit der ich mich befassen will nennt sich Tag und Nacht oder Wann wir schlafen sollen.
Dieses Thema ist bei mir sehr aktuell, denn mein Schlafrhythmus ist nicht derjenige, den sich andere erhoffen. Würde er reden können, würde er wahrscheinlich das folgende sagen: „Ronja, es ist mitten in der Nacht und der Rest der Welt scheint zu schlafen – na und? Wer sagt, dass du deshalb auch schlafen musst? Niemand. Die anderen erwarten es von dir, aber ich kann dir sagen, dass es für dich besser ist und sich besser anfühlt jetzt wach zu bleiben und dafür dann etwas länger zu schlafen.“
Genau so ist es, in keinem Gesetz steht geschrieben wann man schlafen muss und mit 16 Jahren bin ich ja wohl alt genug zu entscheiden wann ich dies tue und wann nicht – zumal gerade Ferien sind. Es schadet niemanden wenn ich bis neun Uhr morgens wach bin und dann bis zwölf Uhr schlafe, oder täusche ich mich da?
Personen, die das nicht verstehen wollen schaden mir umso mehr. „Ronja, du kannst nicht immer bis zwölf schlafen, wie soll das sein, wenn du wieder Schule hast?“ Das können meine Eltern schön meine Sorge sein lassen. Ich bin, wie ich schon erwähnte, alt genug um selbst entscheiden zu können wann ich schlafe und wann nicht. Natürlich bin ich dazu verpflichtet akkurat um acht Uhr in der Schule zu sein, doch wie lange ich davor schlafe ist immer noch meine Entscheidung und solange ich pünktlich bin kann es den anderen doch egal sein, nicht wahr?
Also warum sollte ich meinem Schlafrhythmus und damit meiner Natur widersprechen und mich in eine – von der Gesellschaft vorgegebene – Form drücken? Ich finde, nicht immer das zu tun was andere von mir erwarten, alles andere als beunruhigend und es macht mich glücklich. Ich bin kein Durchschnitts-Kind, denn ich gehöre zu Minderheiten meiner Altersklasse und hebe mich gerne vom Normalen ab.
Anstatt für Mode interessiere ich mich viel mehr für die menschliche Psyche und was man alles damit anstellen kann. Gerade in diesem Moment arbeite ich an einer Tulpa, was keineswegs eine bösartige Kreatur ist, sondern eine bewusst herbeigerufene Halluzination aus deinem Unterbewusstsein.
Ich bin Bisexuell und mit einem wunderbaren Mädchen zusammen – wo findet man das schon.
Allein in diesen zwei Dingen kann man sehen, dass ich nicht gerade der Vorstellung eines normalen Teenagers entspreche. Allerdings sieht das ein Großteil meines Umfeldes noch anders – darunter auch meine Eltern. Für sie bin ich wohl immer noch ein kleines Mädchen, dass noch nicht richtig weiß was sie will.
Ja, es mag sein, dass ich auch tagsüber gerne den Rollladen herunter lasse weil es mir sonst zu hell ist.
Ja, es mag sein, dass ich nachts kreativer bin als tagsüber.
Ja, es mag sein, dass ich über meine Probleme schreibe anstatt zu reden.
Ja, es mag sein, dass ich notgedrungen den Ausbildungsvertrag als Mechatronikerin angenommen habe doch das heißt noch lange nicht, dass ich es gerne getan habe.
Ja, es mag sein, dass diese Thematik keinen interessiert doch es tut so gut es niederzuschreiben.
Ja, es mag sein, dass ich mich darüber zu sehr aufrege doch Wut in sich hineinfressen ist auch keine Lösung.

Ja, es mag sein, dass ich lieber nachts als tagsüber wach bin, doch es sollte keinen stören.
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