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Dunkelheit

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Sci-Fi / P16 / Gen
Dr. Helen Magnus Dr. Will Zimmerman Henry Foss Nikola Tesla
30.12.2015
28.04.2016
7
9.678
3
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
14.02.2016 1.861
 
Hallo :)
Hier ein neues Kapitel.
Der Traum beginnt! - Viel Spaß.
LG Helen
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Ihre Schritte hallten von den kahlen, von Rissen durchzogenen, Wänden nieder.
Eine endlose Dunkelheit umgab den Korridor – Nirgends war auch nur der winzigste Lichtschimmer zu finden.

Auf einmal sah sie etwas vor sich aufleuchten. Es war nicht direkt ein Licht, mehr eine Art Erhellung.
Bevor sie jedoch genau bestimmen konnte, was da vor ihr war, erreichte sie urplötzlich das Ende.
Abrupt stoppte sie und versuchte noch, das Gleichgewicht wiederzuerlangen, bevor sie letztendlich den Abgrund hinunter stürzte und Dunkelheit sie umgab.


Stöhnend setzte sie sich auf. Wieso war sie nicht tot?
Noch etwas verwirrt sah die Frau sich um. Sie war von vier dunklen, ebenen Wänden umgeben.[
Langsam stand sie auf und ließ den Blick nach oben schweifen. Nach oben hin öffnete sich eine endlose Dunkelheit.
Wie sollte sie nur hier raus kommen?


„Na, sieh mal einer an.“

Erschrocken sah sie sich nach allen Seiten um.
Ihr Blick fokussierte sich etwas weiter oben zu einer Öffnung, die sie vorher nicht bemerkt hatte.

Die Person, die gesprochen hatte, war niemand anderes als Nikola Tesla höchstpersönlich.

„Nikola!“, rief sie nach oben. „Was geht hier vor sich?“
„Nichts, was dich sorgen muss, Helen.“, antwortete er und ein ungewöhnliches Grinsen zierte sein Gesicht.

Irgendetwas an ihm, versetzte Helen einen eisigen Schauer. Hier stimmte etwas ganz und gar nicht.
„Wo sind wir hier?“, fragte sie ihn, diesmal misstrauischer.
„Gute Frage.“, erwiderte er nichtssagend und sah sich um. „Du muss dich nicht sorgen. Dir wird nichts geschehen.“
Irgendwie beruhigten sie seine Worte nicht im Entferntesten.


„Kannst du mir raus helfen?“, bat sie ihn.
Wieder blitzte dieses seltsame Grinsen auf.
„Ich fürchte, dass kann ich nicht.“, sprach er und ein seltsames Funkeln trat in seine grau-blauen Augen, welche ungewöhnlich kalt zu ihr hinunter sahen.

Irgendetwas lief hier sehr falsch. Dieser Ort und Nikola strahlten eine Kälte und Dunkelheit aus, die Helen die Nackenhaare zu Bergen stehen ließ.
Sie versuchte bei klarem Verstand zu bleiben und musterte ihren ehemaligen Studienpartner genauer.


Nun wurde ihr auch bewusst, was so falsch an Nikola wirkte.
Sein Blick war ihr gegenüber ungewöhnlich verschlossen und der Glanz in seinen Augen war nicht von spitzbübischer Art, sondern hielt etwas Dunkleres, fast schon Böses in sich.


Obwohl er – scheinbar – lässig dastand, die Hände in den Hosentaschen vergraben, spiegelte seine Gestalt eine pure Überlegenheit und Arroganz wieder, die sie in dieser Form noch nie bei ihm gesehen hatte – Zumindest noch nie gegen sie persönlich gerichtet.

Vom ersten Tag an hatte Nikola sie immer wie eine Ebenbürtige behandelt. Dass sie eine Frau war, hatte ihn noch nie interessiert, weshalb sie von ihm auch nie eine Sonderbehandlung erhielt, wie es oft bei John, James, Nigel und ihrem Vater der Fall gewesen war. Wenn sie glaubte, dass sie etwas könne, dann war Nikola stets der Letzte gewesen, der sie davon abhalten wollte.

Doch nun – die Art, wie er jetzt auf sie herab blickte – gab Helen das Gefühl, dass er allein die Zügel in der Hand hielt und die völlige Kontrolle besaß. Magnus hatte dieses Gefühl noch nie gemocht und die Tatsache, dass es nun Nikola war, der ihr dieses Gefühl gab, versetzte ihrem Magen einen zusätzlichen Schlag.

Was sie allerdings am meisten störte – oder vielmehr verunsicherte – war dieses seltsame Grinsen, dass die ganze Zeit schon sein Gesicht beherrschte.
Sie konnte sich nicht erinnern, ein derartiges Grinsen schon einmal bei ihm gesehen zu haben.


Es war ein Grinsen, so voll von Selbstsicherheit und Zynismus, dass Helen beinah schlecht wurde.
Sicher war Nikola schon immer arrogant und selbstverliebt gewesen, doch war er von Haus aus von sanfter Natur geprägt, weswegen immer eine gewisse Freundlichkeit in seinem Gesicht zu finden war, sah man genauer hin.

Doch jetzt schien alles, was sie von ihrem besten Freund gewohnt war verschwunden zu sein und an seiner Stelle war etwas überaus Böswilliges getreten.

Plötzlich dämmerte es Helen. Vielleicht war der Nikola, den die Britin gerade vor sich sah, der Nikola, dem sie so in dieser Form noch niemals gegenüber getreten war – Der Vampir in ihm.
Es ergab alles Sinn. – Gewissermaßen.

Der Nikola Tesla vor ihr war der, der in den letzten hundert Jahren stets von seiner menschlichen Seite unterdrückt wurde.

„Nikola Tesla.“, sprach Helen, beinah so, als würde sie ihm zum ersten Mal begegnen.
Das böse Grinsen auf seinem Gesicht weitete sich noch einmal ein gewaltiges Stück.
„Helen Magnus.“, erwiderte er und ließ ihren Namen auf seiner Zunge zerfließen, wie süßen Wein.
Der Klang war Helen nicht neu, doch anders als früher, verspürte sie nun beinah Todesangst. Sie wusste, dass dieser Nikola keinen Moment zögern würde, sie zu töten.

„Was geht hier vor sich?“, fragte Helen erneut, dieses Mal deutlich entschlossener, wenngleich auch überaus vorsichtig.
Mit diesem Nikola umzugehen, würde wesentlich komplizierter sein, als mit ihrem Nikola.
Sie hatte es zwar schon einmal mit einem Vampir zu tun, doch sie wurde das Gefühl nicht los, dass es dieses Mal nicht ganz so ‘einfach‘ sein würde.

„Ich dachte, dass hättest du bereits herausgefunden.“, erwiderte ‘Nikola‘ mit amüsierter Stimme.
Helen stutzte einen Augenblick, bevor sich ihre Augen deutlich weiteten.
„Du bist es.“, flüsterte sie. „Du bist das, wovor er sich am meisten fürchtet.“

Teslas Grinsen verwandelte sich in ein dunkles Kichern, welches Helen eine unangenehme Gänsehaut verpasste.
Leichtfüßig sprang der Vampir zu ihr hinunter und Magnus wich behutsam zurück.
Das die beiden nun auf Augenhöhe waren, schadete mehr, als das es half.

„Ich finde es faszinierend.“, begann Tesla in einem beinah sachlichen Ton, während er abwesend seine makellosen Fingernägel begutachtete. „Das, was ihm am meisten bedeutet, ist gleichzeitig auch das, wovor er sich am meisten fürchtet.“
Mit einem schrägen Grinsen sah er zu ihr auf: „Irgendwie ironisch, findest du nicht?“

Helen wusste nicht, wie sie antworten sollte. Er war keine Illusion, kein Doppelgänger oder ein Klon. Das war Nikola Tesla – die andere Seite seiner Persönlichkeit. In den letzten hundert Jahren hatte sie diese Seite nur sehr selten gesehen und nur sehr kurzfristig. Sie wusste nicht, wie sie mit diesem Nikola umgehen sollte. Er war noch immer großspurig, arrogant und spitzbübisch, doch gleichzeitig umgab ihn eine gefährliche Aura. Sie wusste, wozu er im Stande war, wenn er es denn wirklich wollte und diese Seite seiner Persönlichkeit machte keinen Unterschied zwischen Freund und Feind. Wer ihm in die Quere kam, würde ohne Frage eliminiert werden.

***

Seine Schritte hallten von den kahlen, von Rissen durchzogenen, Wänden nieder.
Eine endlose Dunkelheit umgab den Korridor – Nirgends war auch nur der winzigste Lichtschimmer zu finden.

Auf einmal sah er etwas vor sich aufleuchten. Es war nicht direkt ein Licht, mehr eine Art Erhellung.
Bevor er jedoch genau bestimmen konnte, was da vor ihm war, erreichte er urplötzlich das Ende.
Abrupt stoppte er und versuchte noch, das Gleichgewicht wiederzuerlangen, bevor er letztendlich den Abgrund hinunterstürzte und Dunkelheit ihn umgab.

Stöhnend setzte er sich auf. Was zum Henker war nur passiert?
Noch etwas orientierungslos erhob sich Nikola und schwankte leicht, bevor er sich umsah.
Er war von vier dunklen, ebenen Wänden umgeben. Nach oben hin erstreckte sich undurchdringliche Dunkelheit.

Wie tief war er gefallen? Und warum hatte er sich nichts gebrochen?
Wie sollte er hier nur wieder rauskommen? Und wo war Helen?

Suchend blickte er sich nach allen Richtungen um. Sie musste irgendwo sein.

„Na, sieh mal einer an.“, erklang eine amüsierte Stimme hinter ihm.
Umgehend wirbelte er herum und erblickte niemand geringeres, als Montague John Druitt höchstpersönlich.

Das konnte nicht sein – Er war tot!

„John“, murmelte Nikola ungläubig. „Wie ist das möglich? Du bist tot.“
„Du doch auch.“, erwiderte John leicht daher. „Hält dich nicht davon ab, jedem auf die Nerven zu gehen und Chaos zu stiften.“

Das war nicht richtig. Das konnte nicht richtig sein! Helen war sich sicher gewesen, dass John nicht überlebt hatte. Also, wie konnte er jetzt hier sein?
Nikola schüttelte leicht den Kopf. Halt, dass hier war nur ein Traum – John war nicht real.

Aber wieso sollte er von ihm träumen? Er hatte keine Angst vor John.
Das hier war doch sein Alptraum, richtig? Er müsste seiner eigenen Urangst gegenüber stehen.
Warum war also John jetzt hier?

„Was hat das zu bedeuten?“, fragte der Vampir schließlich und fixierte John mit einem zornigen Blick. „Was tust du hier?“
„Ich könnte dich dasselbe fragen, Nikola.“, erwiderte John gelassen. „Sag mir, alter Knabe, warum bist du hier?“„Was meinst du?“, fragte er verwirrt. Was sollte das hier werden?„Du musst doch einen Grund haben, warum du hier bist.“, fuhr John fort, noch immer in derselben, vollkommen neutralen, Stimme. „Warum bist du hier?“

Nikola musterte sein Gegenüber. Irgendetwas stimmte hier nicht. John hatte noch nie so ruhig mit ihm gesprochen. In seiner Stimme hatte stets Zorn und Abscheu geklungen.

Also, wenn das hier ein Alptraum war, wo war da der tiefere Sinn? Er wusste, dass Alpträume für gewöhnlich einen tieferen Sinn hatten. Sie konfrontierten dich mit den Dingen, über die du im wachen Zustand nicht nachdenken kannst oder willst. Sie boten dir die Gelegenheit, deinen Ängsten entgegenzutreten oder ein Problem anzugehen oder einfach deine Gefühle zu verarbeiten.

Aber was hatte das mit John zu tun? Er hatte keine unerledigten Dinge mit Jack the Ripper zu klären.
Die Sache mit John war für ihn abgeschlossen gewesen, als Helen ihm von seinen Tod erzählt hatte.

Helen…

„Wo ist sie?“, fragte Nikola an ‘John‘ gewandt. „Wo ist Helen? Wieso ist sie nicht hier?“
John sah ihn weiterhin ausdruckslos an: „Sie ist hier – Ganz in deiner Nähe.“
„Was soll das heißen?“, wollte der Vampir ungeduldig wissen.
Das Ganze ging ihm allmählich auf die Nerven.


„Sie muss dasselbe durchmachen, wie du, Nikola.“, ‘antwortete‘ John.
Nikola seufzte. Sehr hilfreich.

Der Serbe sah sich erneut seine Umgebung an. Es musste doch einen Weg, hier raus, geben. Er musste ihn nur finden. Je schneller sie diesem Alptraum entkamen, desto besser.

„Es gibt keinen Weg, um zu fliehen.“, sagte John hinter ihm, doch Nikola ignorierte ihn.

Klar würde er das sagen.

Nikola klopfte mit den Fingerknöcheln leicht gegen eine der Wände. Solider Fels – Natürlich.
Er legte die Hände in die Hüfte und seufzte frustriert auf. Wie konnte er nur hier raus?

„Okay, was soll ich tun?“, fragte Tesla schließlich und wandte sich wieder an Druitt.
Fragend legte John den Kopf zur Seite.
„Was muss ich tun, damit ich zu Helen kann?“, fragte Nikola und tippte ungeduldig mit dem Fuß auf.
„Willst du denn so verzweifelt zu ihr, Nikola?“, fragte John neugierig, ohne eine Spur von Wut oder Eifersucht.

Der Mangel an Emotionen von Johns Seite machte Tesla von Minute zu Minute unruhiger.
Das war nicht John Druitt. Nicht der, den er aus Oxford kannte. Nicht der, der zu Jack the Ripper wurde.

„Wo ist sie?“, fragte der Serbe und ignorierte die Frage des anderen. „Du sagtest, dass sie in der Nähe ist. Wo in der Nähe? Was heißt das?“
John sah ihn einige Minuten lang an. Nikola unterdrückte ein Zucken. Dieser Kerl – wer oder was auch immer er war – machte ihn nervöser, als es Tesla zugeben wollte. Alles in ihm schrie danach, zu laufen und von diesem Ort zu verschwinden. Vorzugsweise mit Helen bei ihm.
Was ging hier nur vor sich?

„Willst du so verzweifelt zu ihr, Nikola?“, wiederholte John.
Nikola unterdrückte ein genervtes Stöhnen.

Das könnte noch etwas dauern…
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