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Dunkelheit

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Sci-Fi / P16 / Gen
Dr. Helen Magnus Dr. Will Zimmerman Henry Foss Nikola Tesla
30.12.2015
28.04.2016
7
9.678
3
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
30.12.2015 1.326
 
Ein fröhliches 'Hallo' an alle! :)
Die Idee für diese Geschichte schwirrt mir schon eine lange Zeit im Kopf herum und jetzt hab ich endlich die Motivation gefunden, diese aufzuschreiben.
Die Story wird hier und da etwas düster werden, also... ja.
Ich würde mich über Reviews riesig freuen und wünsche euch viel Spaß bei der Geschichte. ;)
LG Helen

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Ihre Schritte hallten von den kahlen, von Rissen durchzogenen Wänden nieder. Eine endlose Dunkelheit umgab den Korridor – Nirgends war auch nur der winzigste Lichtschimmer zu finden.
Wo war das Ende?
Sie wusste nicht, wie lange sie schon durch diesen Gang rannte – Die Zeit schien hier keine Rolle zu spielen.

Auf einmal sah sie etwas vor sich aufleuchten. Es war nicht direkt ein Licht, mehr eine Art Erhellung.
Bevor sie jedoch genau bestimmen konnte, was da vor ihr war, erreichte sie urplötzlich das Ende.
Abrupt stoppte sie und versuchte noch, das Gleichgewicht wiederzuerlangen, bevor sie letztendlich den Abgrund hinunter stürzte und Dunkelheit sie umgab.

~~~
Keuchend schreckte sie aus dem Schlaf. Kalter Schweiß bedeckte ihre Stirn und ein unkontrolliertes Zittern durchzog ihren Körper – Ein Traum!

Verzweifelt nach Luft ringend, zwang sich die dunkelhaarige Frau dazu, ruhig zu atmen. Nur ein Traum – Ein einfacher Alptraum.
Erschöpft seufzend fuhr sie sich mit zittrigen Händen durch ihre dunklen Locken.

Es war nicht das erste Mal, dass sie diesen Traum – oder vielmehr Alptraum – hatte und jedes Mal erschreckte sie sich fast zu Tode. Sie hatte schon öfters ängstigende Träume. Das war nur normal, bedachte man ihre Vergangenheit. Doch noch nie hatte es ein Traum geschafft, die - normalerweise sehr beherrschte - Frau derartig viel Furcht einzuflößen.

Bevor sie noch weiter über diesen Alptraum nachgrübeln konnte, klopfte es an ihrer Tür.

Überrascht und verwirrt zugleich kämpfte sie sich aus dem Bett, zog sich ihren dunkelgrünen Morgenmantel über, und öffnete behutsam ihre Schlafzimmertür.

„Magnus. Verzeihen Sie die Störung, aber es gibt ein Problem mit einigen aufgebrachten Abnormen.“, informierte Dr. Zimmerman seine Chefin, stutzte jedoch, als er ihre Erscheinung musterte. „Sind Sie okay, Magnus? Sie sind ja weiß, wie eine Wand.“
Die Britin schüttelte kurz den Kopf und fuhr sich noch einmal durch die Haare: „Es geht mir gut, Will. Geben Sie mir eine Minute. Ich bin gleich bei Ihnen.“
Der Protegé sah wenig überzeugt aus, nickte jedoch und verschwand den Gang hinunter.

Seufzend schloss Magnus die Tür und lehnte ihre pochende Stirn gegen das kühle Holz der Tür.
Diese Träume zerrten sehr an ihren Kräften und jeden Morgen fühlte sie sich erschöpfter, als am Vorabend.

Erzählt hatte sie noch niemandem von ihren Träumen, wusste sie doch ganz genau, dass es nur unnötigen Stress verursachen würde. Seit sie das Sanctuary von der Regierung abgeschnitten hatte und SCIU auf den Plan getreten war, hatten sie alle wahrlich schon genug zu tun. Und die Tatsache, dass Nikola nun…

Erneut schüttelte Helen den Kopf. Jetzt war nicht die Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

Entschlossen die Träume zu verdrängen, zog sich Magnus schnell an und eilte ihrem eifrigen Protegé zur Hilfe.

***
Die Leiterin des Sanctuary-Netzwerkes wurde von aufgebrachten Schreien begrüßt. Zwei Abnorme waren scheinbar aneinander geraten und brüllten sich nun lautstark an. Wenigstens blieb der Streit gewaltlos – Bis jetzt.

Einer der Abnorme, Finley, war halb Mensch und halb Walross, während die andere Kreatur, Steven, zur einen Hälfte Mensch und zur anderen Hälfte Eidechse war. Eigentlich waren die beiden sehr gute Freunde, sie so streiten zu sehen war sehr ungewöhnlich.

„Herrschaften, bitte beruhigen Sie sich alle wieder!“, ging Magnus nun dazwischen.
Steven, welcher normalerweise sehr ruhig war, verstummte und sah zu der renommierten Ärztin.
Nun hielt auch Finley inne, starrte Steven jedoch böse an.

„Dürfte ich erfahren, was hier vor sich geht?“, fragte Magnus schließlich, nachdem wieder Ruhe eingekehrt war.
„Er hat mich angegriffen!“, donnerte Finley sofort los und zeigte auf Steven.
Dieser jedoch widersprach genauso heftig: „Das ist eine Lüge! Du hast mich attackiert!“

Will sah zwischen den beiden Streitenden hin und her. Irgendetwas stimmte hier nicht.
Nicht nur, dass diese beiden nicht die ersten waren, die sich ohne erkennbaren Grund an die Gurgeln gingen, nein sie schienen auch noch fest davon überzeugt zu sein, dass sie im Recht waren.

Als Psychologe hatte der Halb-Ire gelernt, die Wahrheit von einer Ausrede zu unterscheiden und die beiden Abnormen sprachen definitiv die Wahrheit, da war sich der junge Protegé absolut sicher.

„Ich würde vorschlagen, dass wir an dieser Stelle auseinander gehen und das morgen früh klären.“, schlug Will schließlich vor und sah zu seiner Chefin.
Magnus nickte zustimmend und sie und Will begleiteten die Abnormen in ihre jeweiligen Quartiere zurück.

***
„Mann, das war vielleicht verrückt.“, meinte Will, als er und Magnus den Gang zu den Wohnquartieren einschlugen. „Was ist nur in letzter Zeit mit den Leuten los?“
„Keine Ahnung, Will.“, antwortete Magnus mit abwesender Stimme. „Wir sollten uns am besten morgen damit befassen.“
Verwundert blieb Zimmerman stehen und musterte seinen Boss mit besorgter Miene: „Geht es Ihnen gut? Sie wirken etwas abwesend.“
Magnus lächelte ihren Protegé versichernd an: „Alles in Ordnung, Will. Die letzten Wochen waren einfach etwas anstrengend, das ist alles.“

Wenig überzeugt nickte der Psychologe, ließ das Thema jedoch fallen und wandte sich zum Gehen um: „Wenn Sie meinen. Gute Nacht, Magnus.“
„Gute Nacht. Schlafen Sie gut.“, verabschiedete sich Helen und bog um eine Ecke.

Will sah ihr einen Moment lang nach, bevor auch er schließlich auf sein Zimmer ging.

***
Helen wagte es nicht, sich nochmal schlafen zu legen, nachdem sie wieder in ihrem Zimmer war.
Stattdessen befasste sie sich damit, mögliche Erklärungen dafür zu finden, warum sich zwei Abnormen, die eigentlich unzertrennlich waren, sich plötzlich ohne vernünftigen Grund an die Gurgel sprangen.
Es ergab keinen Sinn.
Weder Finley noch Steven hatten je zuvor ein derart aggressives Verhalten an den Tag gelegt.
Sie würde die beiden Abnormen auf jeden Fall am nächsten Morgen untersuchen und sie mit Will sprechen lassen.
Wer weiß? Vielleicht hatten die beiden auch nur ein paar ungelöste Probleme, die sie einfach nur aussprechen mussten.
Manchmal war die einfachste Lösung für eine Krise, mit jemanden zu reden.

Helen hoffte inständig, dass es dieses Mal genauso war und dass nicht noch eine weitere Katastrophe zu ihrem – immer größer werdenden – Berg aus Problemen dazu kam.

***
Selbstverständlich – wie hätte es auch anders sein können? – war es nicht so simple.

Sobald der Morgen gekommen war, sprach Will mit den beiden Abnormen und befragte sie zu ihrem Verhalten, in der vergangenen Nacht. Seltsamerweise konnten weder Finley, noch Steven erklären, warum sie nur wenige Stunden zuvor den Drang gehabt hatten, dem anderen die Kehle aufzureißen.
Magnus untersuchte das Blut der Abnormen, konnte aber nichts Ungewöhnliches feststellen.
Beide waren kerngesund. Keinerlei Anzeichen für einen Parasiten oder einem Virus – Nichts.

Da sie nicht erklären konnten, was das ungewöhnlich aggressive Verhalten von Steven und Finley ausgelöst hatte, entschieden sich Will und Magnus schließlich dazu, dass sie die Sache einfach abtun würden und hofften, dass es nicht noch einmal geschehen würde.
Vielleicht war das ja eines dieser Phänomene, die einfach gelegentlich auftauchten, ohne, dass sie jemand erklären konnte…

***
Selbstverständlich war es nicht so!

Nur wenige Tage nach diesem Zwischenfall, geschah das Gleiche bei zwei anderen Abnormen.
Das Schema war dasselbe: Zwei Abnormen, die eigentlich gute Freunde waren und von sanftmütiger Natur geprägt, begannen, ohne vernünftigen Grund, sich anzuschreien und zu beschimpfen.
Der Streit selbst hatte auch keine logische Struktur. Die beiden schrien sich einfach gegenseitig an, ohne dem anderen zuzuhören, wobei jeder den anderen übertönen wollte.

Die Fälle häuften sich und begannen überall im Sanctuary aufzutreten. Henry hörte sich in der Stadt um und erfuhr, dass nicht nur die Abnormen im Sanctuary betroffen waren.
Alle Abnormen in ganz Old City begannen sich plötzlich ohne Grund zu streiten. Ganze Abnormen-Clans bekämpften sich grundlos untereinander.

Magnus untersuchte die streitenden Abnormen, konnte aber nichts Ungewöhnliches finden, abgesehen von dem erhöhten Adrenalinwert, der für das aggressive Verhalten der Abnormen verantwortlich war.

Will unterhielt sich mit allen Abnormen im Sanctuary, um einen möglichen Grund für die Streitereien zu finden, doch niemand konnte ihm eine vernünftige Erklärung geben.
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