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What if...

von lilnerdjo
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Goblez Kain
30.12.2015
26.07.2016
4
14.462
 
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Dieses Kapitel
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30.12.2015 3.914
 
WARNING!
EIne Fanfiction mit gleichem Grundgedanken, jedoch anderer Umsetzung habe ich auf meinem alten Account, welchen ich auf meinem Profil erwähnt habe, veröffentlicht.
Ich habe diese Fanfiction nun genommen und umgeschrieben und mich jetzt dazu entschieden sie wieder hoch zu laden! Das heißt, die Idee dieser Geschichte ist nicht gestohlen, da ihr ihr vorheriger Autor auch schon war!

Disclaimer: Final Fantasy IV, sowie alle aus dem Spiel entnommen Zitate gehört                               Square Enix!
                    Ich verdiene kein Geld hiermit!
                    Allein die Idee und die Umsetzung gehören mir!






Mein Name?
Kain Highwind…
Wer bin ich?
Kommandant der Dragoner Barons…
Was ist an mir so besonders?
Dafür…gibt es zwei Antworten…


Die erste Antwort wäre, dass ich erst 21 Jahre alt bin und damit die wohl steilste Karriereleiter der Geschichte Barons hinter mir habe, sogar steiler als die von meinem Vater, Richard Highwind. Doch dies allein reichte mir nicht…ich wollte mehr…wollte stärker werden, wollte ihn übertreffen, weswegen ich weiter trainierte, weiter machte, Tag für Tag mein Bestes gab.
Die zweite Antwort wäre mein kleines Geheimnis. Wohl gehütet, von jenen die es wissen und das sind nicht viele. Das Geheimnis, was ich seit Jahren mit mir rumtrage und von dem nur 5 Personen wissen…leider leben nur noch 3 von diesen Personen. Das Geheimnis, dass nie jemand sonst erfahren darf, da sonst meine ach so schöne Karriereleiter im Eimer wäre…

Das Geheimnis…das ich eine Frau bin…

Wissen tun es nur noch Joanna Farrell, die Mutter meiner besten Freundin Rosa, welche meiner Mutter damals bei der Entbindung geholfen hat, Cid Pollendina und König Odin von Baron, welche beide sehr gute Freunde meiner Eltern waren und deswegen eingeweiht sind. Meine Eltern sind mittlerweile schon tot und eigentlich war es anfangs ja auch kein Geheimnis, sondern es wurde eins, als mein Vater angefangen hat mich, nach dem Tod meiner Mutter, zu einem jungen Mann zu erziehen und mich auch so zu trainieren.

Niemand würde erahnen, dass ich eine Frau bin, da ich es perfektioniert habe meine Stimme zu verstellen und meine Brust zu verstecken. Durch meinen Helm war die obere Hälfte meines Gesichtes sowieso immer versteckt, weswegen noch nie der Verdacht aufgekommen ist, dass ich eine Frau sein könnte.

Doch diese Tatsache hat sowohl Vorteile, als auch Nachteile…
Vorteile wären, dass ich dadurch, dass ich eine Frau bin weiß wie Frauen denken und mich immer wieder an den Weißmagierinnen vorbei schleichen kann, wenn ich eigentlich verletzt bin und nicht trainieren darf. Zu den Weißmagierinnen ging ich selbstverständlich nur, wenn ich Verletzungen hatte, die ausschlossen, das ich mein wahres Geschlecht preisgeben könnte. Natürlich auch, dass es mir erlaubt wurde, die Kampftechnischen Unterrichtsstunden, wie Schwertkampf, Axtkampf und so weiter, zu besuchen während meiner Schulzeit. Und ein letzter Vorteil wäre, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters treten konnte und Dragoner werden konnte.

Wenn die Welt wüsste, dass ich eine Frau bin, hätte mir das alles verwehrt bleiben müssen, doch König Odin hat eine Ausnahme gemacht. Und ich glaube immer noch, dass mein Vater ihn irgendwie bestochen hat, damit ich zumindest das zweite konnte und dank meines Potentials hat er mir dann auch nach meinem Tod meines Vaters die Dragonerausbildung erlaubt.

Doch die Nachteile sind auch nicht gerade schön.
Zum Beispiel, dass ich meine beiden besten Freunde Cecil Harvey und Rosa Joanna Farrell immer wieder anlügen muss, da ich Angst vor dem Fakt habe, wie sie reagieren, wenn sie die Wahrheit wüssten. Cecil würde bestimmt sofort mit König Odin reden, damit ich von meinem Posten entlassen werde, denn obwohl er nicht so wirkt und eigentlich ein sehr lieber und sanfter Mensch ist, hat er etwas gegen Frauen in Kämpferpositionen. Für ihn sind Frauen Weißmagierinnen und vielleicht unter Umständen auch noch Schwarzmagierinnen, aber haben kein Schwert oder sonstiges in die Hand zu nehmen.
Bei Rosa wäre ich mir nicht sicher, ob sie dann mich oder Cecil unterstützen würde, aber ich schätze eher Cecil, da sie immer hinter ihm steht, immerhin ist sie in ihn verliebt.

Ein weiterer Nachteil wäre, dass ich mich nicht verlieben darf, da ich ja dann automatisch mein Geschlecht preisgeben müsste, was ich partout niemals machen werde auch wenn ich dann nie den süßen Geschmack der Liebe zu spüren bekomme. Aber da mein Training sowieso die höchste Priorität in meinem Leben einnimmt habe ich keine Zeit fuer irgendwelche Romanzen.


Seufzend lehnte ich meinen Kopf gegen die Felswand hinter mir und sah in den Himmel. Ich befand mich auf einem der höchsten Punkte des Drachengebirges, nahe Barons. Es heißt Drachengebirge, weil früher hier noch viele Drachen hausten und es der Haupttrainingsplatz der Dragoner Einheit war. Doch mit der Erfindung der Luftschiffe hat sich das alles geändert.
Die Dragoner wurden nicht mehr so gebraucht wie früher, wurden als Schutzeinheit abgestellt, nicht mehr als Kampf, als offensive Einheit, nein sie mussten in die Defensive. Natürlich gibt es immer noch hier und da ein paar Missionen, für die ein paar Dragoner weggeschickt werden, meistens Friedensmissionen oder Verhandlungen mit anderen Ländern, doch auch diese Reisen wurden jetzt immer mit Luftschiffen bewältigt.

Die Dragoner brauchten ihre Drachen nicht mehr…ließen sie allein…ließen sie sterben. Jetzt lebten nur noch wenige Drachen hier, welche sich versteckten, immerhin war Drachenhaut gute Ware auf dem Schwarzmarkt. Niemandem interessierte es, dass Händler, Jäger, damit auf dem Schwarzmarkt handelten, niemanden interessierte das Schicksal, das die Drachen befiel…niemanden außer mir.
Ich beschützte die Drachen hier, hatte immer ein Ohr offen, wann sich Jäger diesem Gebirge nähern könnten und wo sie sich verstecken. Schon viel zu viele Drachen mussten sterben, weil sich niemand gekümmert hat, ich lasse das nicht weiter zu.

Der selbsternannte Anführer, der Drachen die hier noch lebten, war der Drache meines Vaters, welchen ich zum Glück noch ganz knapp vor dem Tod bewahren konnte und wieder soweit pflegen konnte, dass er sogar wieder die Kraft zum Fliegen fand. Daran hatten sich dann die anderen Drachen die überlebt hatten ein Beispiel genommen und hatten auch ihre Kraft wieder gefunden.
Schon oft hatte ich ihnen gesagt, sie sollen wegfliegen, sich ein neues zu Hause suchen, irgendwo wo sie niemand findet, wo sie sicher sind, doch sie weigern sich alle, mit dem Grund, dass sie mich nicht allein lassen wollen.

Mit Drachen zu reden ist eine Kunst, die es nur bei den wenigsten und den  begabtesten Dragonern gibt. Soweit ich weiß bin ich die Letzte die diese Kunst beherrscht. So fällt es mir leichter mich mit dem Drachen zu verständigen und irgendwie können diese Drachen ganz schön gut zuhören, wenn ich mir Kummer von der Seele quatschen muss.


Durch die lauten Geräusche von Luftschiffen schreckte ich aus meinen Gedanken und sprang sofort auf. Ich rannte zur Klippe um sehen zu können was los war und erkannte die Red Wing Flotte, die wohl stärkste Militärische Einheit der Welt und einzige Kampfluftschiffflotte, die es auf der Welt gab.
Ihr Kapitän?
Cecil Harvey, mein bester Freund, welcher vor ein paar Monaten erst offiziell zum Kapitän der Red Wings ernannt wurde. Da er ein Jahr jünger ist als ich würde das seine Karriereleiter steiler machen als meine, wenn nicht die Tatsache bestünde, dass ich sofort mit Beendigung meiner Ausbildung bei den Dragonern, mit 17 Jahren Co-Kommandant und ein Jahr später, mit 18 Kommandant der Dragoner geworden bin.

Viele sagten ich sei ein Naturtalent, doch das stimmte nicht, zumindest sah ich das nicht so. Das war alles mit hartem Training verbunden und nicht mit Talent.
Seufzend sah ich ihnen hinterher, um ein Ziel ausmachen zu können. Cecil hatte mir gar nicht erzählt, dass er wieder wegmuss, deswegen wollte ich jetzt wenigstens versuchen heraus zu finden, wohin denn.
Sie flogen nach Südosten… Mysidia? Was sollte er denn in Mysidia?

Verwirrt begab ich mich von meinem hohen Platz herab und rannte zurück zum Schloss. Vielleicht hatten meine Jungs, also meine Einheit, oder Cid ja etwas mitbekommen, obwohl Cid wahrscheinlich eher weniger, da er ja meistens nie fragt wohin es geht und worum es geht, sondern sich immer nur köstlich darüber aufregt, wie Cecil’s Jungs die Luftschiffe behandeln.
Bei den Dragonern angekommen wurde ich sofort von allen höflich gegrüßt, wodurch sich mir sofort ein Lächeln auf die Lippen schlich. Ja ich hatten diesem Haufen Idioten wirklich Manieren beigebracht… Nun gut, Idioten konnte ich sie nicht nennen, immerhin merkte ich immer wieder, dass sehr viele hier eine Menge draufhaben und einige waren ja auch schon unter meinem Vater, welcher vor 6 Jahren verstorben ist, im Dienst gewesen.

„Sagt mal Leute, wisst ihr vielleicht wo die Red Wings hin sind und was sie machen sollen?“, fragte ich ruhig und sah wie sie sich belustigte Blicke zuwarfen.
Seufzend verschränkte ich meine Arme vor meinem Körper und tippte mit einem Fuß immer wieder auf den Boden, damit sie merkten, dass ich sowohl ungeduldig, als auch genervt war. Doch immer noch bekam ich keine Antwort, nein jetzt sahen sie mich verängstigt, teilweise schon fast panisch, an…oder hinter mich? Verwirrt drehte ich mich um. Das belustigte konnte ich ja noch verstehen, da, seitdem Cecil bei den Red Wings ist, werden wir immer Mama und Papa der Baronischen Armee genannt, da ich mich um die defensiven Einheiten und er sich um die offensiven Einheiten kümmerte und immer. Ironisch war dabei, dass ich die Rolle des Vaters und Cecil die Rolle der Mutter einnahm, obwohl es ja eigentlich andersherum sein müsste, rein logisch gesehen.

Doch egal, deswegen nannten es alle einen ‚Ehekrach‘, wenn die eine Seite mal nicht wusste, was die andere Seite  machte. Doch dieses Verängstigte konnte ich wirklich nicht verstehen. Hinter mir war auch niemand zu sehen, aber trotzdem machte ich die Tür hinter mir zu, obwohl mir klar war, dass ich sowieso, wenn ich meine Antwort hätte, die Faulpelze hier zum Training scheuchen würde. Ich drehte mich wieder zu ihnen um und seufzte genervt.
„Ich warte immer noch auf eine Antwort!“, erhob ich meine Stimme wütend.

Alle samt zuckten sie zusammen und endlich bekam ich meine Antwort.
„Die Red Wings sind nach Mysidia geflogen, um von dort den Wasserkristall zu holen, Sir. Es heißt die Mysidianer wollen mit Hilfe des Kristalls einen Angriff auf Baron starten, weswegen die Red Wings sofort los sind, um ihn in Gewahrsam zu nehmen.“, erklärte mein Vize mit verängstigter Stimme.
Seufzend nickte ich und lehnte mich gegen die geschlossene Tür. Warum sollten die Mysidianer das machen? Wenn sie einen Angriff gewollt hätte, hätten sie doch schon viel früher in Aktion treten können, immerhin ist der Kristall dort schon seit Jahrhunderten. Warum sollten sie unbedingt erst jetzt angreifen? Das ergibt doch keinen Sinn…

Kopf schüttelnd stieß ich mich von der Tür ab und öffnete sie. Ich drehte den Jungs den Rücken zu und sah nach unten. Vielleicht wusste Cid was…
„Ihr geht schon mal zu den Trainingsplätzen, ich komme gleich nach. Als Erwärmung 20 Runden ums Schloss, verstanden?“, erklärte ich ernst und sah über meine Schulter zurück.
„Jawohl, Sir!“, kam es im Chor und sie salutierten vor mir.
Lächelnd richtete ich meinen Blick nach vorn und machte mich auf den Weg zur Schlossbibliothek. Dort war Cid meistens um diese Zeit, besonders, wenn er mal wieder darauf wartete, dass Cecil zurückkehrte, damit er sich gleich die Luftschiffe ansehen konnte. Auf meinem Weg dorthin war ich so in Gedanken versunken, dass ich erst bemerkte, dass ich nicht mehr auf dem Weg achtete, als es schon zu spät war und ich auf meinen Rücken fiel, da ich ziemlich schwungvoll in jemanden hinein gelaufen war.

„Entschuldigt bitte, ich habe nicht darauf geachtet, wo ich hinlaufe.“, entschuldigte ich mich sofort und stand auf.
Leichte rieb ich mir meinen Steiß, da der Aufprall doch nicht ohne war, doch verbeugte mich auf sofort, vor der Person, in die ich hinein gelaufen war. Aus meinen Augenwinkeln sah ich ein wenig interessiert hoch und bemerkte, warum nur ich hingefallen war. Der Kerl hatte mindestens meine doppelte Breite und war wahrscheinlich einen Kopf größer als ich. Zudem hatte er eine Rüstung an, schwärzer als die Nacht.

„Nein…der Fehler lag bei mir, ich hätte auf den Weg achten sollen.“, sagte er ruhig und schien mich zu betrachten.
Irgendwie gab dieser Mann mir ein komisches Gefühl, weswegen ich auch so schnell wie möglich weg wollte. Langsam richtete ich mich auf und wollte gerade an ihm vorbei gehen, als er mich an meinem Arm festhielt.
„Entschuldigung, würdet Ihr mir den Weg zum Thronsaal nennen?“, fragte er höflich und erst jetzt realisierte ich richtig, wie tief und klar seine Stimme doch war.
Ich drehte mich zu ihm um und beschrieb ihm schnell den Weg, zum Thronsaal.
„Ich danke Euch, Sir Highwind.“, sagte er ruhig und wandte sich zum Gehen.
Ich verbeugte mich noch einmal.
„Nichts zu danken, My Lord.“, erwiderte ich ruhig und wandte mich dann auch zum Gehen.

Warte…was war das denn gerade? My Lord? Ich weiß doch noch nicht einmal was für einen Status er innehält, doch irgendwie fühlt es sich so richtig an ihn so zu adressieren. Und woher kannte er meinen Namen? Eigentlich war ich der Außenwelt eher unbekannt, Cecil war der, der die offensive hat und deswegen eher bekannt ist, als der große Kapitän der Red Wings. Und ich kann mich nicht erinnern, dass ich meinen Namen genannt habe…
Kopf schüttelnd ging ich weiter und sagte mir, dass ich mir wegen solchen Sachen keinen Kopf machen soll. Als ich in der Bibliothek angekommen war sah ich auch schon Cid und ging zu ihm. Lächelnd tippte ich ihm auf die Schulter und zeigte Richtung Tür. Immerhin können wir uns ja in einer Bibliothek nicht richtig unterhalten, hier hat ja Ruhe zu herrschen.

Grinsend nickte er und folgte mir raus. Seufzend lehnte ich mich gegen eine Wand und sah nach unten.
„Was gibt es denn so dringendes, Kain? Müsstest du jetzt nicht eigentlich auf dem Trainingsplatz deine armen Jungs hin und her scheuchen?“, fragte er ruhig.
„Warum sollen die Red Wings den Wasserkristall aus Mysidia holen? Weißt du etwas? Irgendwas? Für mich ergibt dass allen keinen Sinn, warum sollten die Mysidianer gerade jetzt einen Angriff wagen?“, bombardierte ich ihn mit meinen Fragen und sah zu ihm.
Er sah mich verwirrt an und schüttelte nur den Kopf.
„Ich weiß von nichts, tut mir leid Kain.“, antwortete er ruhig und strich sich nachdenklich durch seinen Bart.

Seufzend ließ ich den Kopf hängen und nickte nur.
„Ich geh dann mal zu meinen Jungs… Kannst du vielleicht noch versuchen etwas heraus zu finden?“, fragte ich ruhig und sah leicht auf.
„Natürlich doch, Kain. Aber am besten du denkst darüber nicht so viel nach, in Ordnung?“, erwiderte er ruhig, woraufhin ich nur nickte.
Dann wandte ich mich um und ging zu den Trainingsplätzen. Vielleicht hat Cid ja Recht und ich sollte mir nicht so viele Gedanken deswegen machen. Seine Majestät wird schon einen Grund dafür haben und den sollte ich nicht in Frage stellen…doch…irgendwas kommt mir an der ganzen Sache trotzdem komisch vor.



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Als ich zum zweiten Mal an diesem Tag die Geräusche hörte, die nur Luftschiffe machten, sah ich auf. Die Red Wings kamen wieder… Ich schloss kurz meine Augen und schickte ein stilles Gebet hoch zum Himmel, dass alles gut verlaufen war. Ich glaubte an keine Götter oder so, aber ich bat meine Eltern jeden Morgen darum, dass sie doch bitte dafür sorgen sollen, dass mir und meinen Freunden nichts geschieht.
Natürlich entging mir trotzdem nicht, wie einer der jüngsten, von denen die gerade aus der Ausbildung raus sind, mich versuchte an zu greifen. Viele von den jüngeren, wollen mich anfangs nicht richtig als Kommandant respektieren, bis ich ihnen dann gezeigt habe, wie stark ich bin.

Ich wich seiner Lanze geschickt aus und schlug ihm mit einer schnellen Bewegung die Beine weg. Ich stellte einen Fuß sanft auf seinen rechten Arm, um ihn daran zu hindern noch mal einen Angriff zu wagen zu können, und hielt ihm die Spitze meiner Lanze an die Kehle. Ich konnte die Angst, die durch seine Adern pulsierte förmlich spüren und lächelte. Als ich sah, dass er aufgegeben hatte half ich ihm auf.
„Das Training ist für heute beendet!“, rief ich und wandte mich um.

Mit schnellen Schritten ging ich zum Thronsaal, da ich wusste, dass dieser Cecils erstes Ziel sein wird, immerhin muss er den Kristall zum König bringen. Ich musste wissen ob es ihm gut ging.
Vor dem Thronsaal angekommen wurde ich ein wenig langsamer. Die Wachen wollten mir erst den Zutritt verwehren, nach einer kleinen Drohung spurteten sie jedoch sehr schnell und ließen mich hinein.

Ich hörte Cecil zweifeln, an den Entscheidungen, die König Odin traf. Ihm wurde sein Status bei den Red Wings entzogen und er sollte zum Dorf des Nebels und die Kreatur in der Nebelhöhle erlegen.
„Ich bitte Euch, Majestät. Überdenkt Eure Entscheidung. Euch muss doch klar sein, dass Cecil niemals-“, fing ich an und stellte mich neben Cecil.
„Du unverschämter Köter! Wie kannst du es wagen hier einfach reinzuplatzen! Aber da dir ja so viel an deinem Freund zu liegen scheint, begleitest du ihn morgen.“, unterbrach König Odin mich.

Nichts erwidernd sah ich nach unten, dann zu Cecil und sah wie er einen merkwürdig aussehenden Ring bekam, den wir zum Dorf des Nebels bringen sollten. Wir wurden förmlich aus dem Thronsaal rausgeschmissen und bevor Cecil noch etwas sagen konnte standen wir auch schon vor verschlossenen Türen.
Er wandte sich zu mir und sah mich schuldbewusst an.
„Verzeih mir, Kain. Ich wollte dich da nicht mit hineinziehen.“, entschuldigte er leise.

Ich lachte nur kurz auf und lächelte ihn dann sanft an.
„Kopf hoch. Haben wir erst diese Kreatur erledigt, wird er dir vergeben. Alles wird wieder wie vorher sein und du wieder Kapitän der Red Wings.“, munterte ich ihn auf.
„Kain…“, fing er leise an, doch ich unterbrach ihn schnell.
„Dir stecken bestimmt noch die Strapazen Mysidias in den Knochen. Überlass die Vorbereitungen mir und leg dich zeitig schlafen.“, sagte ich schnell und wandte mich um.

Ein paar der Anderen warteten in einem Nebenraum auf mich, wo wir meistens die Aufträge erhielten. An der anderen Seite des Korridors gab es dasselbe für die Red Wings. Ich bemerkte ihre besorgten Blicke, beachtete sie aber nicht groß. Ich stellte mich ans Fenster und sah leicht besorgt in den Himmel. Natürlich war es nicht das erlegen der Kreatur, welches mir Sorgen bereitete, sondern eher der Sinn dieser Mission. Genauso wenig wie die Mysidianer, haben die Bewohner des Dorfes des Nebels einen Anschein gegeben, dass sie uns etwas tun wollen.

Und dieser Ring war es der mir Sorgen bereitete. Was war das für ein Ring? Warum hatte ich so ein merkwürdiges Gefühl, was diese Angelegenheit betraf. Warum hatte ich diese Gewissheit, dass irgendwas hier ganz und gar nicht stimmte?
„Machst du dir mal wieder viel zu viele Gedanken um nichts, Kain?“, wurde ich von einer lieben, sanften, hellen Stimme aus meinen Gedanken gerissen.
Ich lachte leicht und sah zu Rosa, welche neben mir stand und mich lächelnd musterte.

„Um nichts würde ich nicht sagen, aber zu viele Gedanken wahrscheinlich.“, antwortete ich ruhig, drehte mich um und lehnte mich mit dem Rücken gegen die Fensterbank.
Sie sah mich verwirrt an.
„Na ja, erst Mysidia, jetzt das Dorf des Nebels, wo wir zusammen hinsollen. Irgendwie ergibt das alles für mich meinen Sinn.“, erklärte ich ruhig.

Ich hörte sie scharf einatmen und wusste, dass sie sich mal wieder nur Sorgen um Cecil machte. Aber ich nahm ihr das nicht übel. Ich hasste es, wenn man sich um mich sorgte, hasste es bemuttert zu werden. Ich komme allein klar und das weiß jeder… doch irgendwo tat es weh…
Aber sie ist ja unsterblich in unseren Cecil verliebt, was mich teilweise sogar manchmal mein wenig missmutig stimmt. Nicht das ich eifersüchtig wäre, aber es gefällt mir nicht wirklich, dass sie sich für Cecil wahrscheinlich in jede Gefahr begeben würde. Immerhin liebe ich sie, wie eine kleine Schwester und ich könnte es mir nie verzeihen, wenn ihr etwas zustoßen würde.

„Keine Sorge. Ich werde schon dafür sorgen, dass Cecil in einem Stück zurückkommt.“, beruhigte ich sie sanft.
Auf ihr Gesicht schlich sich ein Lächeln, lieblicher als es je eine andere Frau könnte. Aber sie galt nicht umsonst als die schönste Frau in ganz Baron. Kein Mann konnte ihr widerstehen, außer er war schwul, oder wie ich, in Wahrheit kein Mann.
„Ich danke dir Kain…“, erwiderte sie leise und wandte sich.
„Ich lass dich dann mal allein weiter grübeln, immerhin wollte ich noch zu Cecil.“, verabschiedete sie sich und ging.

Solange ich sie noch sehen konnte lächelte ich ihr noch hinterher, doch sobald sie aus meinem Blickfeld verschwunden war, verschwand auch mein Lächeln. Seufzend verabschiedete ich mich von den paar Männern, welche mich nun ein wenig mitleidig ansahen und ging in die Stadt. Dort besorgte ich für Cecil und mich ein Zelt und ein paar Potions, und andere Dinge die nützlich werden könnten.

Während ich meine Besorgungen erledigte hörte ich um mich die Menschen tuscheln. Ich konnte nicht alles verstehen, doch ich wusste, dass es um Cecil ging. Darum wie stark er doch ist, wie toll er doch ist. Meine Laune sackte auf den Tiefpunkt und ich beeilte mich zurück zum Schloss zu kommen. Immer ging es um Cecil, ob in der Stadt, im Schloss, überall. Immer wird er in allen Tönen gelobt, genauso wie früher. Egal was er gemacht hat, er war immer der Tollste und Beste und Stärkste.

Ich blieb immer der ewige Zweite, selbst Rosa würde nicht einen Sorgegedanken an mich verwenden, sollten Cecil und mir etwas zustoßen, nein nur Cecil würde ihre Gedanken einnehmen. Ich würde immer kämpfen müssen, um Aufmerksamkeit, Anerkennung…nicht wie Cecil…er war ja perfekt.
In meinem Zimmer angekommen schmiss ich die Besorgungen auf mein Bett und schälte mich aus meiner Rüstung. Dann folgten die schwarzen Ledersachen, die ich unter meine Rüstung trug, danach der Verband, welcher um meine Brust gewickelt war, um sie zu verstecken.

Ich zog mir ein Hemd und eine Stoffhose an und ging zum Fenster. Langsam stieg ich auf die Fensterbank und sah nach unten. Was wäre, wenn ich mich jetzt einfach fallen ließe? Wie würden sie reagieren? Würden sie mich vermissen, oder vergessen? Würden sie weinen, würden sie trauern? Würden sie sich je fragen ‚Warum?‘
Kopf schüttelnd verwarf ich diese Gedanken und setzte mich hin. Leicht traurig sah ich in den Himmel. Was würden meine Eltern wohl denken, wenn sie wüssten, was ich für Gedanken hege. Seufzend beobachtete ich den Nachthimmel und die beiden Monde, die hell und klar erstrahlten.

Ich bin so erbärmlich, dass ich mich von Gerede so leicht aus der Fassung bringen lasse. Ich bin erbärmlich, weil ich überhaupt daran zweifle, dass meine besten Freunde um mich trauern würden.
Ich lachte traurig auf und ließ meinen Kopf dann hängen. Im Allgemeinen bin ich erbärmlich. Wäre ich auch nur ein bisschen von dem Mann, den ich immer allen vorspiele, dann hätte ich es Cecil und Rosa schon längst gesagt. Aber ich log sie an, weil ich ihnen nicht vertraute… Sie sind meine besten Freunde, sie werden das schon verstehen.

Vorsichtig drehte ich mich um und stieg wieder ins Zimmer. Sobald ich mit Cecil zurück bin erzähle ich es ihnen. Langsam muss ich ja mal den Mut fassen und es ihnen sagen und dann werde ich mit ihrer Reaktion leben müssen. Entweder verliere ich dann meine besten Freunde, oder sie verstehen es.
Entschlossen nickte ich mir selbst zu und packte dann eine kleine Tasche, wo ich die Potions, Antidots und den Rest rein tat. Zusammen mit dem Zelt stellte ich sie gegen die Wand und legte mich dann in mein Bett.

Ich würde es ihnen sagen…oder?
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