Das Auge

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
29.12.2015
10.09.2016
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Dieses Kapitel
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Ursprünglich war diese Fanfiction als Jubiläumsgeschichte für mein Einjähriges – inzwischen ist sogar mein Zweijähriges vorübergezogen – auf dieser Seite gedacht. Der ein oder andere wird vielleicht mitbekommen haben, wie ich die erste Version hochgeladen habe.
Jedoch hatte ich eine Kleinigkeit übersehen, als ich die Geschichte schrieb, und wurde letztendlich davon eingeholt, sodass ich die Geschichte abgebrochen habe. Ich habe sie inzwischen überarbeitet und zu großen Teilen neu geschrieben.
Im Prinzip ist die Handlung dieselbe geblieben, aber ich bin mir sicher, dass selbst die Personen, die die Kapitel, welche zuvor veröffentlich waren, gelesen haben, die ein oder andere Veränderung bemerken. Sei es im Schreibstil oder bei den Geschehnissen selbst.
Ich hoffe, euch gefällt die Geschichte, die ich hier erzähle.
Und wundert euch bitte nicht, wenn die Updates höchst unregelmäßig erfolgen. Ich lade immer dann ein neues Kapitel hoch, wenn ich gerade Zeit zum Schreiben hatte, was in letzter Zeit selten geworden ist. Doch beendet wird definitiv.
Ich wünsche gute Unterhaltung.

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Kapitel 1
Die Geschehnisse von Punk Hazard lagen gerade einmal zwei Tage zurück und obwohl die Strohhutbande Gäste an Bord ihres Schiffes hatten, war bereits ein gewisser Alltag eingekehrt. Da konnte selbst die nahende Auseinandersetzung mit de Flamingo nichts ändern. Die Stimmung auf der Thousand Sunny war bei – fast – allen fröhlich bis gelassen und man genoss den ruhigen Tag.

„Abendessen ist fertig.“
Der Ruf Sanjis schallte laut über das Deck und der erste, der darauf reagierte war – was hätte man auch anders erwartet – Monkey D. Ruffy, seines Zeichens Käpt’n der Strohhutpiraten. Er hatte sich in Windeseile vom Krähennest hinunter gehangelt und war über das Deck gestürmt, dabei fast Trafalger Law, einen der derzeitigen Gäste, über den Haufen gerannt, um in die Kombüse zu gelangen.
Law hatte bereits begriffen, dass es klug schnell zu sein, wenn es Essen gab, da der Appetit des Strohhutes unberechenbar war. Er beeilte sich also ebenfalls in die Schiffsküche zu gelangen, jedoch ohne sich dabei zu offensichtlich abzuhetzen.
Anders gingen da Momonosuke und Kinemon vor. Sie genossen Sanjis Kochkünste, wollten dementsprechend auch genug davon abbekommen. Auch Lysop, Franky, Chopper und Brook rannten regelrecht, um nicht zu kurz zu kommen. Die Damen des Schiffes, Nico Robin und Nami, ließen sich Zeit. Sie wussten, dass der Smutje es nicht zulassen würde, dass jemand nicht genug bekam. Dabei half es ihnen sicherlich noch zusätzlich, dass Sanji ein Faible für schöne Frauen hatte.
Law hatte sich gerade gesetzt und seine Portion bekommen, als auch Zorro, der Schwertkämpfer der Bande, den Raum betrat. Er hatte wohl eben noch Caesar Crown, der Person, die sie auf der letzten Insel gefangen genommen hatten, um de Flamingo erpressen zu können, etwas zu essen gebracht. Dieser war derzeit in einen der wenigen ungenutzten Räume im Untergeschoss der Sunny untergebracht, da man nicht riskieren wollte, dass er entkam.

Ein lautes Krachen ertönte, als der Kopf des Strohhutes plötzlich auf seinen Teller krachte. „Finger weg von meinem Essen!“ Die Navigatorin hatte Ruffy wohl eine Kopfnuss verpasst, da dieser auch vor ihrem Teller nicht halt gemacht hatte. Die kurze Zeit, in der ihr Kapitän außer Gefecht war, nutzten die anderen, um in Ruhe zu essen. Chopper schlang seine Mahlzeit regelrecht herunter, sodass er sich prompt verschluckte und von einem heftigen Hustenanfall geschüttelt wurde.
„Ach, meine liebliche Namimaus. Du bist heute wieder so wunderbar wehrhaft!“ Sanji hatte dies nicht einmal mitbekommen, da er von seinem üblichen Liebestaumel eingenommen war.
Zorro konnte das natürlich nicht unkommentiert lassen. „Wundert mich nicht, dass du das bewunderst, Küchenjunge.“
„Wie meinst du das?“ Sanjis Stimme war verdächtig gelassen.
„Ach, ich meine ja nur. Schwächlinge fühlen sich schließlich automatisch von den Starken angezogen.“
Nun war Sanji nicht mehr zu halten. „Das sagt der Richtige! Es ist keine Kunst dich außer Gefecht zu setzen!“
„Ja? Probier’s doch, wenn du dich traust.“
Nach einem kurzen Schlagaustausch waren auch die beiden zu Opfern von Namis rechter Faust geworden. „Könnt ihr euch nicht einmal beim Essen benehmen? Man sollte doch meinen, dass ihr in den letzten zwei Jahren irgendetwas dazugelernt habt!“
Diese Gelegenheit nutzte wiederum Ruffy, der inzwischen wieder zu Bewusstsein gekommen war, um sich die Portionen von Zorro, Sanji und Nami einzuverleiben.
Robin beobachtete die Szene nur mit einem stillen Lächeln. Das gehörte zu den Dingen, die ihr in der Zeit, die sie bei Dragon verbrachte, gefehlt hatte. Ihr Blick wanderte weiter zu Law. Dieser saß so ungerührt, wie es an Bord der Sunny eben möglich war, am Tisch und aß. Seltsamerweise hatte Ruffy es nicht einmal versucht, sich bei ihm zu bedienen, während Kinemon und Momonosuke um ihren Anteil kämpfen mussten. Brook und Franky schienen sich ebenfalls nicht am Treiben bei Tisch zu stören, denn sie unterhielten sich munter, egal ob ihnen etwas vom Teller gestohlen wurde oder nicht, wobei sie immer wieder lachten. Womöglich hatte das Gespräch etwas mit Lysop zu tun, denn dieser mischte sich plötzlich energisch ein.
Da Sanji etwas deprimiert wirkte, womöglich war es ihm zuwider von seiner Nami niedergeschlagen worden zu sein, beschloss Robin ihn etwas aufzumuntern. Wenn auch auf ihre Art und Weise. „Herr Koch“, bat sie, „könnte ich bitte eine Tasse Kaffee haben?“
„Natürlich, Robinschätzchen“, flötete Sanji. „Ich mache dir eine große Tasse mit viel Liebe.“
Zorro grummelte daraufhin etwas, das verdächtig nach ‚dämlicher Love Cook‘ klang. Der Smutje hatte dies glücklicherweise nicht gehört, denn sonst wäre bereits die nächste Prügelei im Gange gewesen.
„Hunger …“ Unglücklich starrte Ruffy auf die leeren Teller und Schüsseln vor seiner Nase und hätten die anderen nicht gesehen, dass ihr Käpt’n den größten Teil davon vertilgt hatte, hätten sie ihm den Verhungernden sogar abgenommen. So war es einfach nur zum Verzweifeln. Oder typisch Ruffy. Je nachdem wie man es sehen wollte.
„Du hattest mehr als genug“, kommentierte Sanji, der wieder neben dem Tisch stand und Robin den Kaffe gebracht und bei der Gelegenheit gleich noch ein Stück Orangenkuchen für Nami dabei hatte. „Lysop, Zorro, ihr seid übrigens mit Spülen dran.“
„Aber ich habe heute früh schon den Abwasch erledigen müssen“, erwiderte der Schütze.
„Na und? Ich habe auch gestern schon einmal gekocht.“
Grummelnd machte sich Lysop auf den Weg zur Spüle. „Ist ja schon gut“, murmelte er. Robin hatte die Teller mit ihren Teufelskräften bereits dorthin befördert, sodass er ihr einen dankbaren Blick zuwarf. Sie lächelte nur weiterhin und stand auf, wobei sie sich verabschiedete, da sie weiterlesen wollte.
Zorro seufzte, als er sah, dass ihm von Nami eine weitere Kopfnuss drohte, würde er sich nicht bewegen, und begab sich zu Lysop, wo beide unter den wachsamen Augen des Smutjes mit ihrer Arbeit begannen. Derweil hatte auch die restliche Mannschaft die Kombüse verlassen.
Als sich Sanji sicher war, dass die beiden sauber arbeiten würden, ging auch er an Deck.

Gedankenverloren zündete er sich eine Zigarette an und lehnte sich an die Reling. So wie es derzeit aussah, würden sie bald ihren Proviant aufstocken müssen. Mit vier Leuten mehr würde er ihnen wohl noch vor Dressrosa ausgehen. Das Beste wäre wohl, wenn er Nami Bescheid geben würde, damit sie nachsehen konnte, ob es hier in der Nähe Inseln gab, bei denen sich ein Versuch an Nahrungsmittel zu kommen lohnte. Mit etwas Glück war eine von ihnen nah genug, um einen Abstecher zu riskieren.
Seine Gedanken schweiften ab als er das Meer betrachtete. Es war zurzeit sehr ruhig und lediglich eine Strömung verursachte sanfte Wellen. Man konnte fast meinen, dass es hier immer so friedlich war.
Doch wie um diese leichte Idee zu widerlegen, war im nächsten Moment ein lautes Krachen zu hören, welches aus der Richtung kam, in der sich die Rutsche befand. Sanji drehte sich gar nicht erst um, er konnte sich vorstellen, was passiert war. Tatsächlich wurde seine Vermutung, dass ein gewisser Strohhutbengel und Chopper – Lysop war mit Sicherheit noch beschäftigt –, für den Lärm verantwortlich waren, denn Namis Moralpredigt drang klar zu ihm. Er konnte jedes einzelne Wort verstehen und musste leicht schmunzeln. Ruffy würde es in diesem Leben wohl nicht mehr lernen, dass es unklug war die Navigatorin zu stören.
Eine Weile später zog er noch ein letztes Mal an seiner Zigarette, um den Stummel, der übrig blieb, über Bord ins Meer zu schnipsen. Die Ladys sahen dies zwar ungern, aber diese alte Angewohnheit, welche noch aus der Zeit, die er im Baratié verbracht hatte, stammte, wurde er einfach nicht los.
Er schloss seine Augen, um für einen Moment die wiedereingekehrte Ruhe zu genießen, ehe er sich auf den Weg machte, um Nami zu suchen. Dabei musste er über Zorro steigen, der es sich neben der Kombüse auf den Planken bequem gemacht hatte. Aus dem Augenwinkel konnte er sehen, dass Ruffy, Momonosuke und Chopper gebannt an Lysops Lippen hingen, der anscheinend eine Geschichte darüber erzählte, wie er das Angeln erfunden hatte. Von den anderen war dagegen nichts zu sehen.
Sanji beschloss sein Glück in der Bibliothek des Schiffes zu versuchen. Er hatte Glück. Tatsächlich befand sich die Navigatorin dort.

„Insel in Sicht!“ Der begeisterte Ruf Ruffys, der auf der Galionsfigur saß und Ausschau hielt, war nicht zu überhören. Es hatte nur einen halben Tag gedauert, um die nächste Insel zu erreichen. Wie Nami vor der Mannschaft bereits bekannt gab, handelte es sich dabei um Slifers Island, welche vornehmlich unbewohnt war. Jedoch befand sich eine etwas größere Stadt namens Miartz im Westen der Insel, wo sie gute Chancen hatten alles zu finden, das sie benötigten.
„Es wäre besser, wenn wir unser Schiff etwas versteckt ankern lassen, da ich leider keine Ahnung habe, ob es hier eine Marinebasis gibt“, schloss die Navigatorin ihre Ansprache.
„Gibt es nicht“, meldete sich Law überraschenderweise zu Wort. Sich bewusst, dass nun alle Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet war, ergänzte er: „Ich war mit meiner Mannschaft bereits hier. Um Überfälle zu vermeiden ist es allerdings durchaus ratsam nicht den Hafen anzuvisieren. Ich würde als Ankerplatz eine kleine Bucht, die sich nördlich der Stadt befindet, vorschlagen.“
„Ihr habt es gehört, Jungs. Kurs hart Backbord!“
Mit einer skeptisch hochgezogenen Augenbraue beobachtete Law das Treiben, das daraufhin einsetzte. Wusste man es nicht besser, würde man vermuten sie war der Kapitän des Schiffes und nicht der Strohhut, denn sogar er befolgte die Befehle der Navigatorin ohne zu zögern.
Kurze Zeit später hatten sie in der Bucht angelegt. Ruffy war daraufhin mit einem freudigen Aufschrei in Richtung Miartz verschwunden. Die Anweisung nicht aufzufallen, die Nami noch gab, hatte er nicht einmal mehr mitbekommen.  
Zorro schwang sich gleich darauf über die Reling, wohl um in die Stadt zu gehen. Jedoch musste ihn Chopper, der ihm gefolgt war, in die richtige Richtung bugsieren. Der Orientierungssinn des Schwertkämpfers war wirklich ein Fall für sich.
„Kommst du, Franky?“ Sanji war ebenfalls von Bord gegangen und stand am Strand, wo er auf den Schiffszimmermann wartete. Dieser warf sich nur nacheinander in die verschiedensten Posen. Law konnte hören, wie der Smutje seufzte, was nachvollziehbar war, denn Franky hatte sich kurz zuvor noch beschwert, dass er dringend in die Stadt, müsse, da ihm die Nägel ausgegangen waren, wobei niemand wusste, wohin diese verschwunden waren, da nicht einmal Ruffy Nägel aß.
„Ich komme schon, ich muss nur noch meine SUPER Verabschiedung machen.“
Der Kapitän der Heart-Piratenbande fragte sich wirklich, wie der Strohhut es geschafft hatte, sich solch seltsame Gestalten für seine Crew anzulachen. Dagegen war selbst Bepo noch völlig normal.
Er warf einen Blick auf Lysop, dieser schien sich noch immer am Boden zu winden, wobei er allerdings nicht beachtet wurde, und erzählte etwas von einer Inselallergie, die tödlich enden würde, musste er einen Fuß auf eine setzen. Die Archäologin schien sich weiterzubilden, denn sie saß mit einem Buch in der Hand unter einem Sonnenschirm und die Navigatorin war nicht zu entdecken. Caesar hatte nicht wirklich die Wahl zu entscheiden, ob er gehen oder hierbleiben wollte, da er ein gefangener war. Und Kinemon und Momonosuke schienen in der Bucht bleiben zu wollen, um zu trainieren. Interessiert beobachtete Law die Übungen, wurde jedoch gestört, als ihn Robin unvermutet ansprach.
„Herr Chirurg?“
Mit einem Nicken gab er zu verstehen, dass er ihr zuhörte.
„Würde es dir etwas ausmachen, nach unserem Herr Käpt’n zu suchen? Er zieht das Abenteuer leider an, wie gewisse andere Dinge Fliegen anziehen.“
„Einverstanden“, antwortete er knapp. Vielleicht war ein kleiner Ausflug tatsächlich das Beste, um auf andere Gedanken zu kommen. In letzter Zeit kreisten diese nur noch um seine Zeit bei de Flamingo und Cora-san …

„Warum schaust du so komisch?“
„Du hast mich das erste Mal einfach nur Cora-san genannt.“


Zum Glück lag die Stadt auf einer kleinen Erhebung, sodass sie weit genug über den Wald hinaus ragte, dass man die Dächer ihrer höchsten Gebäude als Orientierungspunkte wählen konnte, sonst wäre es etwas anstrengend geworden Miartz zu finden. Als Law den Ort schließlich erreichte, war nirgends etwas von den anderen zu sehen.
Er überlegte für einen Moment wo er mit der Suche beginnen sollte, als ihm auf einmal eine Idee durch den Kopf schoss. Vielleicht war es nicht schlecht, würde er sich etwas Bestimmtes anfertigen lassen, ehe er seinen ‚Auftrag‘ erfüllte. Er hoffte nur, dass er hier ein Geschäft finden würde, dass die benötigten Artikel führte.
Als er die Straßen entlang schlenderte, bemerkte er, dass auch die Menschen auf dieser Insel versuchten ihm auszuweichen. Nicht dass es eine Überraschung war, dieses Verhalten hatte sich seit damals nicht mehr zum Besseren verändert, genauer genommen war es nach seiner Ernennung zu einem der sieben Samurai sogar noch schlimmer geworden. Jedoch störte ihn das nicht wirklich. Es war so, wie es sein sollte. Wenn er Informationen von den Leuten brauchte, bekam er sie schließlich trotzdem.
Wie um sich dies selbst zu beweisen, erhöhte er seine Aufmerksamkeit. Was er hörte konnte er nicht gutheißen. Es wäre wohl besser, er würde bei nächster Gelegenheit – später im Laden würde er ohnehin warten müssen, wie er die Situation einschätzte – die Navigatorin der Strohhüte informieren.
Während er darüber nachdachte, fiel ihm ein Gebäude, das genau den Laden beinhaltete, nach dem er Ausschau gehalten hatte. Er zog einen Mundwinkel nach oben. Zumindest etwas schien glatt zu laufen.
Er betrat das Geschäft.

„Du hältst das Katana schon wieder falsch. Du musst es so machen.“ Kinemon korrigierte den Griff seines Sohnes ein weiteres Mal. Ein effektives Training scheiterte daran, dass Momonosuke, aus welchen Gründen auch immer, immer wieder vergaß, wie er seine Waffe richtig zu halten hatte.
Lysop stand an Deck der Sunny und beobachtete das Szenario, doch er konnte sich nicht darauf konzentrieren. Ihm war unwohl bei dem Gedanken länger auf der Insel zu bleiben, aber laut Nami war eine kurze Erholungsphase für sie alle nicht verkehrt. Sein Kommentar, dass auf dieser Insel etwas nicht stimmte, hatte sie ignoriert. Jedoch war dieses Mal wirklich etwas im Gange. Eine Bedrohung war dort versteckt, doch zu seinem Leidwesen konnte der Schütze nicht benennen, was genau ihn so beunruhigte.
Irgendwann fiel ihm auf, dass Kinemon und sein Sohn nicht mehr trainierten. Vermutlich waren sie inzwischen wieder unter Deck gegangen. Kinemon hatte gegen Ende immer ungehaltener geklungen, auch wenn Lysop keine Ahnung hatte weshalb, so genau hatte er auch nicht darauf geachtet, was genau um ihn herum geschah.
„-sop?“
Rief in jemand?
„Lysop!“
Tatsächlich, es war Namis Stimme, die inzwischen etwas ungehalten klang. Er brauchte jedoch noch einen weiteren Ruf, ehe er erkannte, dass sich die Navigatorin in der Aquarien-Bar befinden musste. Schnell machte er sich auf den Weg dorthin, um sie nicht weiter zu verärgern. Wenn sie etwas von einem wollte, war es unklug sie warten zu lassen.
Er betrat die Bar. Wobei er bemerkte, dass neben der Navigatorin noch Brook und Robin anwesend waren, was ihn verwunderte.
„Ist etwas passiert?“
„Law hat eben angerufen. Angeblich soll die Marine auf den Weg zu dieser Insel sein. Es wäre wohl doch besser, wenn wir so bald wie möglich von hier verschwinden. Aber das ist nicht der einzige Grund, weshalb wir dich gerufen haben. Schau dir mal das hier an.“
Sie deutete auf den Zettel, der vor ihnen auf dem Tisch lag. Neugierig trat Lysop näher. Als er jedoch erkannte, was genau dort abgebildet war, hatte er für einen Moment das Gefühl, dass sein Herzschlag aussetze. Er kannte dieses Zeichen. Er würde allerdings nicht verraten, woher, denn es wäre nicht nur zu seinem Nachteil, sollte er es doch tun.
„Weder Robin noch Brook kennen dieses Bild. Du hast nicht zufällig eine Ahnung, was das bedeuten könnte?“ Lysop schwieg nur, also redete die Navigatorin, die sein Schweigen anscheinend als Unwissenheit fehlinterpretierte. „Mich würde es nur interessieren, was dieser Zettel auf unserem Schiff zu suchen hatte. Es sieht nicht so aus wie etwas, das einer von uns zeichnen würde.“
Lysop schluckte. Er hatte nun die Spur einer Idee, was seine dunkle Vorahnung bedeutet haben könnte. „Sag mal Nami, wo genau hast du diesen Zettel gefunden?“
„Gleich hier im Gang. Wieso?“
„Robin, kannst du bitte nachsehen, ob Caesar noch dort ist, wo er sein sollte?“
Lysop konnte sehen, dass Robin mit Hilfe ihrer Teufelskraft einen Blick in den Raum warf, wo sie ihren Gefangenen untergebracht hatten. Es dauerte nur einen Moment, ehe sie ihm antwortete: „Er ist nicht mehr da. Und unsere beiden Samurai konnte ich ebenfalls nicht finden.“
„Was?“ Nami riss ihre Augen erschrocken auf. Auch Brook sah so aus, als würden ihm die Augen jederzeit aus dem Kopf fallen, vorausgesetzt er hätte welche gehabt. „Wie konnte das nur passieren?“
Lysop fühlte sich so, als wäre er zu Stein erstarrt. Deutlich spürte er, dass nacheinander die Blicke von Brook, Robin und schließlich auch Nami zu ihm wanderten.
„Lysop?“
„Wir … wir müssen den anderen Bescheid sagen. Wir müssen alle zurückholen, ehe es zu spät ist.“
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