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Schicksal

von Lixel
GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Alex Breidtbach Emma Wolfshagen OC (Own Character)
28.12.2015
30.11.2016
37
31.143
12
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12.01.2016 496
 
Wir saßen noch etwas in ihrem Zimmer, bis Emma wieder kam und sich über den Geruch von Essen aufregte.
Allmählich erschien mir, sollte ich zwischen ihr und Marie wählen müssen, Marie doch als das kleinere Übel.

Also schmiss sie mich mehr oder weniger raus.
Oder ich ging freiwillig.
Je nach dem wie man es nahm.

Als ich mein Zimmer wieder betrat, lag Marie noch immer gelangweilt auf ihrem Bett.
"Na, fertig damit, sich vollzufressen?"
Ich rollte die Augen.

"Ich bin sofort wieder weg", seufzte ich "Ich muss nur kurz auf die Toilette."
"Wir wissen beide genau, was du da machst!", rief sie mir schnippisch hinterher, als sich die Badezimmertür hinter mir verschloss.
Nun gut.


Meine Tasche verstaute ich wieder unter meinem Bett, auf meinem Beistellstisch lag eine Notiz von einer der Schwestern.

'Damit du nicht immer im Krankenhaus rumgeisterst, wenn du aus deinem Zimmer willst', stand darauf, gefolgt von einem Smiley und der Unterschrift einer der Schwestern.

Daneben lag ein Sonnenschein.

Okey. Fein. Nach einem halben Jahr wollte mir mein Leben mitteilen, dass das Krankenhaus wohl doch ganz angenehm sein könnte.

In meinem Kopf applaudierte etwas ironisch.
Es war fast 17 Uhr, aber die drei Stunden, die bis Sonnenuntergang noch vergehen sollte, könnte ich genauso gut auf dem Dach verbringen.
Vielleicht taten mir Sonnenstrahlen auch mal wieder ganz gut.

Ich griff eines der Bücher, die gestapelt auf dem Nachttisch lagen, griff nach dem Sonnenschein und verließ den Raum wieder, ohne noch etwas zu Maries ebigen Kommentar hinzuzufügen.

Im Aufzug warf ich wieder einen Blick auf das Buch in meiner Hand.
Ich hatte sie fast alle durch, die Bücher, die ich hier hatte.
Vielleicht sollte ich meiner Mutter mal wieder schreiben, dass sie sich wieder mit Nachschub in meinem Zimmer blicken lassen könnte.

Okey, ich sollte einen Gang zurück schalten.
Sie sorgte sich um mich. Gut, sie war nervig, aber im Endeffekt wollte sie auch nicht mehr und nicht weniger als Olga. Nämlich meine Gesundheit.

Schließlich betrat ich die Dachterrasse.
Anscheinend war ich nicht die einzige mit einem Sonnenschein. Die basketballspielende Truppe, die das Dach besetzte, schien aus zwei Teams zu bestehen.

Die mit Shirt und die Oberkörperfreien. Und ich dachte, meine Hungerattacken wären animalisch.

Alle 6 Jungen saßen im Rollstuhl, auch wenn sie mit Sicherheit nicht alle auf ihn angewiesen waren.
Auf der Kinder- und Jugendstation fuhren sie fast alle mit Rollstühlen, zur Entlastung und schnelleren Genesung.

Gut, einer hatte, ebenso wie Emmas Freund, eines seiner Schienbeine amputiert, der andere aus seinem Team trug einen Gips um eines seiner Beine.
Währenddessen hatte aus dem anderen Team niemand einen Gips oder einen Stumpf.
Vielleicht hatten sie auch einfach schon Prothesen.

Warum machte ich mir darum Gedanken?
Sie könnte mir egal sein; ich wollte doch eigentlich nur meine Ruhe.
Da also nahezu die ganze Terrasse besetzt war, setze ich mich nah an die Hauswand, in den Schatten.

...Das Ding mit der Sonne hatte ja auch fantastisch geklappt.
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