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Schicksal

von Lixel
GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Alex Breidtbach Emma Wolfshagen OC (Own Character)
28.12.2015
30.11.2016
37
31.143
12
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Dieses Kapitel
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07.11.2016 1.187
 
'Du hättest jederzeit herkommen können, wie Mama es gemacht hat', zischte eine Stimme in meinem Kopf.

"Ja, natürlich", brachte ich zerstreut heraus, "was machst du hier?"
"Darf ich meine Tochter nicht besuchen?"
"Nun, von diesem Recht hast du die letzten Monate auch keinen Gebrauch gemacht", entgegnete ich nun, etwas selbstsicherer, und richtete mich etwas auf.

Er atmete laut ein.
"Hör zu, Jamie, ich..."
Mein Vater schien mit den Worten zu ringen.

Deshalb war von seinem Standpunkt aus wohl gar kein so schlechtes Timing, als die Tür aufging.
"Hey Jamie, wie-", fing Alex an, als er in den Raum gerollt kam. Er unterbrach sich sofort, als er bemerkte, dass ich nicht allein im Raum war.

"Kannst du nachher wieder kommen?", fragte ich ruhig, ohne den Blick von meinem Vater abzuwenden, "Bitte?", fügte ich leise an und drehte den Kopf kurz zu Alex, "Es ist gerade etwas schlecht."
Mit diesen Worten mache ich eine rasche Kopfbewegung in die Richtung meines Vaters.

Alex nickte nur, warf meinem Vater noch einen abschätzend-musternden Blick zu, ehe er so jäh verschwand, wie er aufgetaucht war.

"Wer war das denn?", frage mein Vater mit einem neugierigem Ton.
Man merkte eindeutig, dass er vom Thema ablenken wollte.

"Nicht so wichtig, was woll-", versuchte ich ihn abzuwürgen, ehe er mich unterbrach.
"Natürlich ist es wichtig, wenn ein Junge so plötzlich in dein Zimmer kommt!", antwortete mein Vater nahezu entrüstet.

"Komm' runter, meine Fresse. Das erzähl' ich dir vielleicht nachher noch, wenn du jetzt mal ausspricht, was du bitte eben sagen wolltest. 'Hör zu Jamie, ich-' was?"
Ich hatte keine Ahnung warum ich plötzlich so aufbrausend war.
Wahrscheinlich weil man deutlich merkte, dass mein Vater dem Thema aus dem Weg gehen wollte, wegen dem er hier war.

Er räusperte sich kurz.
"Jamie, es tut mir Leid, dass ich nie hier war. Es tut mir Leid, dass ich nicht akzeptieren wollte, dass meine Tochter krank ist. Und es tut mir Leid, dass ich dich so angeschrien habe.
Das war falsch. Das alles war falsch. Ich hoffe, du verzeihst mir diese Fehler."

Ich starrte ihn baff an. Natürlich hatte ich eine Entschuldigung erwartet, aber keine in diesem Ausmaße.
"Angenommen", sagte ich schlicht.
Dann herrschte Schweigen.

"Was hast du heute so gemacht, bis jetzt?", fragte er schließlich zögerlich.
"Ich hab' nicht gekotzt, falls zu darauf hinaus willst", spuckte ich ihm forsch entgegen, "Ich habe bis vorhin geschlafen und war dann duschen und habe mit einer Freundin geschrieben, die schon wieder entlassen wurde."

"Schön, dass du hier Freunde gefunden hast", entgegnete Papa mit einem vorsichtigen Lächeln.
Papa... so hatte ich ihn ewig nicht mehr genannt. Natürlich, wenn ich ihn direkt ansprach.
Aber irgendwann hatte ich aufgehört, ihn in Erzählungen 'Papa' zu nennen. 'Mein Vater' hatte ich dann meistens gesagt, als wir langsam von einander weggedriftet waren.

"Ohne Freunde schafft man die Scheiße hier nicht", gab ich leise zurück.
"Und sonst so? Was hast du in den letzten Monaten die Zeit über gemacht?"

Ich zuckte die Schultern.
"Ich hab' anfangs eigentlich nur gelesen. Olga und Alex und alle hab' ich erst vor etwas mehr als zwei Monaten kennengelernt. Mama hat mir ja immer wieder neue Bücher mitgebracht.

Achja, und ich hab' mich fürchterlich gelangweilt."
"...Und geht es dir denn inzwischen besser?", frage er schließlich.
Ich zog scharf Luft ein.

"Papa, sowas fragt man hier nicht", sagte ich nur.
Eigentlich hatte ich antworten können, dass es mir nicht mehr ganz so dreckig ging, wie es mal der Fall war.
Aber immerhin wusste ich ja seit gestern, wie schnell doch mein Befinden umspringen konnte. Wer wusste schon, wie es mir morgen gehen würde?

Er nickte nur entschuldigend und sah sich etwas im Raum um.
"Also hast du eigentlich kaum etwas anderes gemacht, als zu lesen?"
"Ja, warum?"
Er räusperte sich und zeigte auf die Tasche, die hinter ihm lag. Bisher war sie mir nicht mal großartig aufgefallen.

"Wir haben letzte Woche mal in einem Zimmer geschaut, was du vielleicht hier haben wollen würdest. Vorher haben wir es einfach nicht über's Herz gebracht, außer um deine Wäsche zu holen."

'Weil du nicht einsehen wolltest, dass ich hier eine längere Zeit bin, und mir deshalb nicht mehr als nötig bringen wolltest', zischte die Stimme in meinem Kopf wieder.

Papa begann einige Sachen der Reihe nach aus der Tasche zu ziehen.
"Deinen Zauberwürfel. Damit hast du dich doch immer so viel beschäftigt."
Er warf mir den Würfel zu und ich legte ihn gezwungen lächelnd auf meinen Nachttisch.
Am besten war es, wenn er gar nicht erfuhr, dass ich den Würfel immer dann benutzt hatte, wenn ich das Ding in meiner Handyhülle benutzen wollte.
Aber immerhin, er meinte es ja nicht böse, er wusste ja nicht mal etwas von meinen Armen.

"Neue Kleidung, natürlich...", murmelte er und legte einen Beutel auf's Bett.
"Und ein auch neues Buch, hab' ich dir vorhin gekauft. Ich dachte, vielleicht willst du mal etwas neues lesen, und nicht immer nur die alten Dinger immer und immer wieder."
Das Buch hatte ein buntes Cover, auf dem  vielversprechenden 'Zusammen werden wir leuchten' stand.
Aber ich war viel fixierter darauf, was mein Vater zu guter Letzt aus der Tasche zog.

"Du hast mir nicht ernsthaft mein Plüschtier mitgebracht", brachte ich glucksend heraus und starrte auf das Stoffding, was er hervor zog.
"Ich weiß nicht. Ich dachte mir, vielleicht brauchst du was, mit dem du kuscheln kannst. Sofern dieser Alex, oder wie er auch heißt, da keine Alternative darstellt", gab mein Vater schmunzeln zurück.

Ich versuchte einfach nur, nicht rot zu werden.
Was natürlich nicht klappte.

"...Danke Papa", sagte ich leise und stand auf, um ihn seit Ewigkeiten wieder zu umarmen.
"Alles wieder gut, zwischen uns?", flüsterte er in mein Ohr.
"Alles wieder gut, zwischen uns", gab ich zurück.

"Komm bald nachhause, Prinzessin, okay?"

---

Heute kommt Staffel 2, und ich bin nicht bereit dafür ajshdhahdhahf
(Die ersten beiden Folgen heißen "Zurück im Leben" und "Das Glück der anderen" und, naja, ich werde wahrscheinlich schon während des Intros weinen.)

Edit von nach der Folge:
Ich schwöre bei Gott, jedes Mal wenn irgendwas mit Alex kam, hab' ich angefangen zu hyperventilieren, zu schreien und zu weinen und auch sonst bin ich emotional sehr stabil!!!

Man liest sich wieder am Donnerstag, wenn ich von der Uni komme.
Zumindest wenn ich's bis dahin schaffe. (Hab' gehört, Reviews sollen da helfen!)

-Update vom Donnerstag-
Ich hab's leider nicht geschafft, das Kapitel fertig zu schreiben, und da ich über's Wochenende wegfahre, ist leider erst ab nächsten Dienstag mit einem Kapitel zu rechnen.
Sorry!
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