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Schicksal

von Lixel
GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Alex Breidtbach Emma Wolfshagen OC (Own Character)
28.12.2015
30.11.2016
37
31.143
12
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Dieses Kapitel
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04.11.2016 608
 
Der nächste Morgen begann ähnlich dem Letzten. Ich wachte erst zum späten Mittag hin auf.
Nachdem ich Alex mit einer Menge Überredungskunst dazu gebracht hatte, eine ernsthafte Unterhaltung über dieses Thema zu führen, kam ich erst um kurz nach fünf wieder in mein Bett.

Immer wieder hatte er seine Lippen auf meine gelegt. Nicht, dass ich damit ein Problem gehabt hätte. Ich wusste nur nicht so recht, woran ich war.
Ich wusste nicht, wie ich betiteln sollte, was ich fühlte.

Aber andererseits war es mir in einem gewissen Maße auch egal.
Es gefiel mir. Sehr sogar.

Verträumt biss ich mir auf die Lippe. Den letzten Kuss hatte er mir auf der Türschwelle zu meinem Zimmer gegeben, bevor er sich wieder zu seiner Station aufmachte.
Enthusiastisch, wenn auch noch etwas verträumt, schwang ich meine Beine aus dem Bett und stand auf. Ich war mir sicher, dass der Tag wohl nicht so werden würde wie gestern, sondern dass das Hoch den ganzen Nachmittag anhalten würde.

Ein Blick auf mein Handy verriet mir, dass Olga mir gestern Nachmittag erneut geschrieben hatte.
Sie wollte wissen, wie die Lage hier so war, wie es mir ginge, wie es dem Club ginge.

"Emma und ich haben uns nach deiner Abreise praktisch nur angeschwiegen. Das war extrem seltsam", tippte ich als Antwort.
Prompt wechselte die 'zuletzt-online'-Anzeige zu 'online' und schließlich zu 'schreibt',

"Ist das alles? Mehr ist nicht passiert, seit ich zuhause bin?"
"Du bist erst seit zwei Tagen weg", schrieb ich zurück.
"Aber es muss doch noch mehr passiert sein! Wie läuft's zwischen dir und Alex?", erschien keine zehn Sekunden später auf dem Screen.

Ich haderte etwas mit mir, was ich schreiben sollte.
"Ich hätte von ihm erwartet, dass er besser küsst, aber mich soll's nicht stören", gab ich ein, verharrte einige Momente auf dem 'Senden'-Knopf.

"Jamielle?", kam plötzlich eine Stimme von der Tür.
Eine Schwester hatte den Kopf reingesteckt und schaute mich an.

"Ja?", erkundigte ich mich.
"Du warst gestern nicht beim Abendessen und heute nicht beim Frühstück und das Mittagessen hast du auch gerade verpasst. Du weißt, dass du die Mahlzeiten nicht ausfallen lassen darfst", belehrte sie mich.
Ich nickte.

"Ich hab' geschlafen", verteidigte ich mich.
"Ich bringe dir dein Essen heute Abend ins Zimmer", teilte mir die Schwester noch mit, ehe sie wieder verschwand.
Gut, dann musste ich wenigstens nicht zum Speiseraum laufen.

Auf meinem Handy schien Olga immer noch geduldig auf meine Antwort zu warten. Zumindest war sie immer noch online. Und so, wie ich sie kannte, würde sie auch nicht locker lassen.

Ich schickte die Nachricht ab und schloss Whatsapp.
Stattdessen öffnete ich Spotify und ging ins Badezimmer um zu duschen und Olga noch etwas zappeln zu lassen, wenn sie antworten würde.


Erst fast eine Stunde später war ich im Badezimmer fertig.
Fast eine halbe Stunde lang hatte ich vor'm Spiegel getanzt und gesungen, ehe ich in die enge Dusche gestiegen war.
Als ich schließlich mit tropfnassen Haaren aus dem Bad kam, erstarrte ich kurz, aufgrund einer Person im Raum, die ich als Letztes hier erwartet hatte.

"Papa", brauchte ich nur heraus und setze mich perplex auf mein Bett.
Mein Vater starrte mich für einen Augenblick an, sah zur Badezimmertür, wieder zu mir und setzte sich schließlich auf das Bett, was mal Marie gehört hatte. Ich wusste genau, woran er dachte.

"Jamiell-", er korrigierte sich rasch, "Jamie. Es ist schön, dich wieder zu sehen."
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