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Schicksal

von Lixel
GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Alex Breidtbach Emma Wolfshagen OC (Own Character)
28.12.2015
30.11.2016
37
31.143
12
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08.10.2016 620
 
"Hugo ist auch enttäuscht", schilderte Toni einige Momente der Stille später.
Ob er wirklich mit Hugo reden konnte?
Klar, der Gedanke daran, hatte etwas Hoffnungvolles.
Aber war das wirklich möglich? Rein theoretisch, betrachtet anhand der Regeln der Wissenschaft. Oder vielleicht auch einfach anhand gesunden Menschenverstandes.
Aber nun gut. Mein Verstand war nun nicht unbedingt das, was die Welt als 'gesund' empfinden würde.
"Verständlich", brummte ich leise.

"Ach hier bist du!", kam plötzlich eine Stimme von der Tür aus.
Olga, Emma und Jonas kamen ins Zimmer und sahen sich um.
"Wir waren auf deinem Zimmer, weil wir dich auch abholen wollten, aber du warst nicht da", erklärte Olga an mich gewandt.
"Abholen? Wofür?"

Und wenige Minuten später waren wir auf den Weg in die fünfte Etage, um Leo doch noch bei seinem Rennen zu unterstützen.


Jubelnd standen wir am Ziel, welches von Leo und Ruben, dem Gegner, festgelegt wurde.
Auch Benito, Leos Mentor, und Rubens Freunde standen dort und warteten grölend auf einen Sieger.
Ähnlich einem Formel-1 Rennen rasten die beiden um die Kurve, Ruben mit einem siegessicherem Gesichtsausdruck vorne weg, ein wenig dahinter Leo mit angestrengter Miene.
Als er sah, dass wir nun doch alle gekommen waren, erhellte ein kurzes Lächeln sein Gesicht und er gab Gas.
Also so richtig. Trotz der engen Bahn und trotz des Vorsprunges gelang es ihm, neben Ruben zu fahren und ihn sogar noch kurz vor der Ziellinie zu überholen.

Wir jubelten, wir grölten, wir feuerten ihn an und... gewannen.
Leo hatte gewonnen.

"Ruben, sag es!", wandte er sich an jenen, der mit seinen Kumpeln verdrossen weggedreht hatte.
"Die Dachterasse gehört euch, Man...", seufzte dieser.
"...Und?"
Ruben zögerte einige Momente.
"...Es tut mir Leid."

Dann fuhren sie weg, während Leos Blick zu Emma glitt und sie erwartungsvoll anblickte.
"Du bist zwar voll das Kind, aber das war schon ziemlich cool!", grinste diese.
"...Das ging nur weil ihr gekommen seid."
"Ja wir sind doch Freunde, oder?"
Freundschaft. Ein Wort, über welches ich furchtbar lange nicht mehr nachgedacht hatte.
Wobei man leugnen konnte, ob das in Leos Blicken zu Emma wirklich nur Freundschaft war.

"Ich muss euch was zeigen, kommt mit!", sagte Leo nach einer kurzen Pause, nachdem er in die Menge geblickt hatte.
Also bewegte sich die Gruppe erneut in Bewegung.
Hinter Leo her, begaben wir uns auf dem Weg durch die halbe Etage.
Ich bekam noch mit, wie Olga hinter mir lief und Jonas schob um ihm einen Kuss auf die Wange zu drücken.
Armer Jonas. Hatte er Hoffnungen auf etwas großes, pompöses mit Emma und schlussendlich wurde es doch nur ein Schmatzer auf die Wange von Olga.
Ein Grinsen konnte ich nur schwer unterdrücken.

Das, was Leo uns zeigen wollte, war...
"Ein Zug!"
Tonis Begeisterterung verkündete die Sache, die Leo bei dem Rennen wahrscheinlich gefunden hatte.
"Wie Luke es vorher gesehen hat!"
"Den müssen sie irgendwann mal für die Kinderstation gekauft haben!", mutmaßte Leo über die etwa einen Meter hohe Modelleisenbahn.

"Ob die noch fährt?"


Sie tat es.

Und es war wie ein perfekter Abschluss, für einen merkwürdigen aber einen doch irgendwie schönen Abend.
Zumindest der Abschluss als Gruppe.

Mein ganz persönlicher Abschluss war, dass ich später, etwa gegen ein Uhr morgens, wieder in meinem Zimmer war und aus dem Fenster starrte.
Was hatte Leo erzählt, was hatte Benito ihm geraten?
Wenn man einen Wunsch hatte, sollte man nicht auf Sternschnuppen warten.
Man sollte den Mond anpusten.

Ich schloss die Augen und spitzte die Lippen leicht.
"Ich wünsche mir, dass wir gesund werden."
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