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Verseuchung und Evolution

Kurzbeschreibung
GeschichteSci-Fi / P16 / Gen
OC (Own Character)
28.12.2015
13.04.2016
3
5.653
1
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Dieses Kapitel
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28.12.2015 2.022
 
“Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.”



Charles Darwin



Habt ihr euch jemals gefragt ob es Leben außerhalb der Erde wirklich gibt? Ich meine, die Menschheit hat praktisch einen Sechser im Lotto gewonnen. Wäre unser Planet nur ein paar hundert Kilometer näher oder weiter weg von der Sonne, könnten wir nicht leben, einfach nur weil es zu heiß oder zu kalt gewesen wäre.



Die Chance einen weiteren Planeten mit Leben zu finden sind astronomisch hoch. Ich fand es also faszinierend, dass die NASA einen Planeten gefunden hat, auf welchem Leben möglich ist, obwohl es dort das ganze Jahr über Frühling ist. Zumindest habe ich das so gehört.



Eine andere interessante Tatsache ist, dass wir verdammtes Glück haben immer noch nicht das Schicksal der Dinosaurier geteilt zu haben. Ich meine, wie lange stand die Erde schon unter dem Beschuss von Meteoriten? Ganz kleine Brocken schaffen es immer wieder in die Atmosphäre und verglühen. Andere kamen der Atmosphäre und erschienen als Sternschnuppen. Übrigens, die NASA hat nicht den gesamten Nachthimmel im Blick. Einige Meteoriten werden nicht von ihren Teleskopen erfasst. Es waren...10%? Ich bin mir nicht mehr sicher, aber hey? Wofür gibt es das Internet?



Warum erzähl’ ich euch das alles, wenn ich von meiner ziemlich interessanten Begegnung mit dem Wildschwein und ihren Ferkeln erzählen könnte? Ihr wollt’s wissen? Ich kletterte auf einen Baum und wartete darauf, dass sie ihre Ferkel davonbrachte.



Ich erzähle euch das, weil an diesem Abend sich mein Leben und das Leben der gesamten Menschheit veränderte...oder beendete. Die Sache sah nämlich so aus, ich war auf einen kleinen Campingausflug in den Alpen unterwegs. Ich war etwas abseits der Grenze zu Deutschland, in der Schweiz. Der nächst beste Ort war 20 Kilometer per Hubschrauber entfernt. Sollte mir hier etwas passieren...na ja, sagen wir mal, ich musste darauf hoffen, dass meine Medizintasche genug war um mich am Leben zu erhalten.



Es war eine Woche her, dass ich etwas von der Zivilisation gehört hatte. Geplant waren zwei Wochen in der Wildnis, von denen ich die letzten drei Tage nutzen wollte, um zurück zum Urlaubsort zu kommen. Ich kam nie dazu.



In der Nacht saß ich am Feuer und machte mir eine Suppe, ein Rezept, welches ich im Internet gefunden hatte und nun ausprobieren wollte. Vorher hatte ich mich ausgiebig über Pilze informiert, um mich nicht ausversehen zu vergiften. Ich nutzte die Zeit, in welcher die Suppe köcheln musste, um den klaren Nachthimmel zu betrachten, als einer der Punkte sich zu bewegen schien. Zunächst dachte ich natürlich es wäre ein Flugzeug, allerdings blinkte das der Punkt nicht, wie die Lichter bei einem Flugzeugflügel. Und außerdem wurde das Ding auch noch größer mit der Zeit.



Ich starrte auf den immer größer werdenden Stern, bis es mir in den Sinn kam meine Kamera zu holen und ein paar Fotos zu machen. Ich brauchte eine Minute um sie in meinem Zelt wiederzufinden. Ab diesem Zeitpunkt war der Lichtpunkt größer und heller als jeder andere Stern am Nachthimmel.



Ich bekam ein paar sehr gute Bilder hin, muss ich zugeben. Nach einiger Zeit wechselte ich in den Aufnahmemodus, welcher meinen digitalen Speicher zwar bis zum Rand füllen würde, aber das war mir egal. Der Komet war nun nahe genug der Erde, er hinterlies einen Schweif. Es war das schönste was ich jemals in meinem Leben gesehen habe.



Mir war nicht klar, dass der Komet näher dran war als mir bewusst war. Wenn wir von Größe Sprechen, war das Ding nach dem eintritt in unsere Atmosphäre etwa so groß wie ein ausgewachsener Mensch. Allerdings kann es gut sein, dass ich mich irre.



Als der Meteor nur noch gefühlte zwei bis fünf Kilometer über mir war, wurde mir bewusst, dass der außerirdische Stein kurz vor dem Einschlag stand. Fluchend lies ich die Kamera fallen und lief zu ein paar Felsen, welche nahe des Flusses standen. Ich sprang hinter ihnen, kauerte zusammen und wartete auf den Einschlag. Es dauerte scheinbar eine halbe Ewigkeit, bis ich den lauten Knall hörte. Noch nie hatte ich etwas vergleichbares gehört. Mir taten die Ohren weh, auf dem Rechten war ich für eine Minute taub. Die Schockwelle riss einige Bäume mit sich. Als ich endlich aufsehen konnte, fand ich mein kleines Lager völlig verwüstet. Ich rieb mein Ohr in der Hoffnung mein Hörsinn wieder herzustellen.



Ich stieß einen Seufzer aus. Meine Feuerstelle war aus und ich nutzte meine Handy-Taschenlampe um mich umzusehen. Wissend, dass ich es niemals schaffen würde alles in der Dunkelheit zu finden, sammelte ich nur gerade das nötigste zusammen, wie mein Zelt, Schlafsack, meinen Rucksack und brachte alles zusammen auf einen Haufen. In der Ferne konnte ich den Einschlagspunkt des Meteoriten sehen. Einige kleinere Feuer brannten, aber nichts ernstes. Am Tag zuvor bin ich dort Wandern gegangen und außer ein wenig Gras, gab es dort nichts was brennen konnte. Außerdem war der Rasen noch feucht vom Regen, also machte ich mir wenig sorgen, dass das Feuer sich ausbreiten würde. Natürlich war ich neugierig und wollte mir die Einschlagsstelle ansehen, aber der Einschlagsort war außerdem noch bei einem der Berge und es ist nicht gerade einfach dort Wandern zu gehen. Es ging dort ziemlich steil hinauf.



Mit knurrendem Magen also, breitete ich meinen Schlafsack aus und versuchte ein wenig Ruhe zu bekommen.



Am nächsten Tag sah ich das ganze ausmaß des Einschlages an. Der Meteorit war wie vermutet im Berg eingeschlagen. Steine wurden herausgeschleudert, das Land in einem Umkreis von einem Kilometer war versenkt. Um mich herum standen nur noch einige Büsche! Was meine persönlichen Sachen anging, nun ich fand das Meiste, eine menge Sachen gingen mir allerdings verloren. Mein Zelt hatte Risse und ich besaß weder die Fähigkeiten, noch das Material um es zu reparieren.



Ich würde meinen Ausflug etwas früher als geplant beenden müssen. Zum Glück hatte ich noch Dosenfutter dabei. Ich packte es ein für den Fall, dass es Schwierigkeiten mit dem Essen geben würde. Wasser hatte ich auch noch auf Lager, zum trinken nutzte ich allerdings das Wasser aus dem Fluss, damit ich genug für den Rückweg hatte. Bevor ich mich allerdings auf den Rückweg begab, packte ich ein paar Sachen ein und machte mich auf den Weg zur Einschlagsstelle, bevor irgendwelche Autoritätspersonen das Gebiet abriegelten.



Der Weg dorthin war nicht zu einfach. Es war nicht weit, aber es gab weder einen natürlichen, noch einen künstlichen Pfad der dorthin führte. Allerdings waren jetzt die Wälder nicht mehr so sehr im Weg. Es war wesentlich leichter über Bäume zu klettern, anstatt sich durch sie hindurch zu schlagen. Ich fragte mich was wohl mit den ganzen Tieren passiert ist, allerdings war ich nicht erpicht darauf es genau herauszufinden.



Die größte Herausforderung bot der Berg selbst. Okay, ich musste jetzt keine 2000 Meter erklimmen, noch nicht einmal 500, aber er war steil und steinig. Der Einschlag hat den Weg nach oben auch noch erschwert, da Felsbrocken heruntergefallen waren. Zum Glück musste ich nirgendwo klettern, sonder einfach nur aufpassen nicht aus zu rutschen und einen sicheren Weg nach oben finden. Alles in allem, war der Weg nach oben nicht schwerer als beim letzten mal. Es war leicht die Felsen zu umgehen und in vielen Fällen halfen sie mir sogar, bis ich schließlich beim eigentlichen Loch ankam.



Dort stellte sich heraus, dass es sich nicht einfach um ein Loch handelte. Es war eine Höhle. Der Meteor hatte eine ganze Höhle freigelegt. Ich pfiff, erstaunt über was ich fand. Na klar, es war streng gesehen nichts weiter als eine dunkle, feuchte Aushöhlung, aber man sah so etwas nicht jeden Tag.



Ich zog meine richtige Taschenlampe aus meiner Jackentasche und ging hinein. Der Boden war uneben und ich hatte Schwierigkeiten meine Balance zu halten. Mehr als einmal fiel ich auf meinem Hintern oder einen anderen Körperteil. Nichtsdestotrotz lies ich mich davon nicht abhalten die Höhle weiter zu erkunden.



Seltsamerweise war ich nicht in der Lage den Meteoriten direkt zu finden. Zunächst nahm ich an, dass ich ihn einfach übersehen hatte, weil der Stein in tausend Stücke zerbrach. Diese Vermutung erwies sich als falsch. Ich fand den Meteoriten und erkannte ihn sofort. Er war nicht wie irgendein anderer Stein, den ich jemals gesehen habe. Er war verformt und sah sogar aus als hätte man Asche darüber geschmiert, allerdings glänzte er, als wäre er kürzlich poliert worden. Ein kleines Loch befand sich an der Seite, welches ein wenig zu perfekt aussah, allerdings achtete ich auf solche Details gar nicht. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt Fotos zu machen, was sonst? Eine solche Gelegenheit musste man nutzen.



Die Höhle an sich ging noch weiter in den Berg hinein. Meine Vermutung war, dass der Stein in den Berg einschlug und dann weiterollte, bis er auf einen Stalagmit traf. Vielleicht streifte er auch, aber das war einerlei. Nachdem ich meine Neugierde über den Stein gesättigt hatte und ein kleines Souvenir mitnahm, beschloss ich, scheinbar von allen guten Geistern verlassen, die Höhle noch ein wenig zu erkunden. Bisher hatte ich keine Abzweigung genommen, also war ich zuversichtlich, dass ich den Weg zum Ausgang mit Leichtigkeit finden würde.



Als ich so daherging, fragte ich mich wie so etwas in einem Berg existieren konnte. Vor dem Einschlag war das alles hier nichts weiter als eine hohle Kammer und sie schien endlos zu sein. Sicherlich gab es für alles eine wissenschaftliche Erklärung. Allerdings machte ich mir langsam sorgen, dass mir der Sauerstoff ausgehen würde. Ich machte also noch ein paar Bilder von den Stalaktiten und Stalagmiten und beschloss endlich den Rückweg anzutreten. Was mir die ganze Zeit verborgen blieb, war das ich nicht allein in der Höhle war. Die ganze Zeit über wurde ich beobachtet und zwar von einem Wesen, dass nicht von unserem Planeten stammte. Es beobachtete mich, studierte mich und beschloss, dass ich diejenige war, die seiner Rasse helfen würde zur alter Größe zu finden. Allerdings musste ich dafür zu seiner Rasse werden.



Ich machte eine kleine Pause, trank ein wenig Wasser und aß ein paar Früchte, die ich im Wald am Vortag gefunden hatte. Lustig, hätte ich mich anders entschieden und wäre zunächst aus der Höhle gegangen, wäre das Leben einfach weitergegangen. Allerdings liefen die Dinge anders. Das was mich beobachtete, stellte sich als eine Art Wurm heraus. Er hing an einen Stalaktiten und lies sich von dort aus fallen. Er landete auf meinem Rucksack, welchen ich mir Sekunden zuvor wieder um den Rücken geschnallt hatte. Natürlich hörte ich etwas und bemerkte den plötzlichen Gewichtsunterschied. Ich zuckte nur mit der Schulter, dachte es wäre ein übergroßer Wassertropfen gewesen. So ein dummer Gedanke, nicht war?



Der Wurm bestrafte diesen Gedankengang, indem er in meinen Hals biss. Ich schrie sofort auf und fuchtelte wie wild herum. Das einzige, dass ich bewerkstelligte war meinen Rucksack fallen zu lassen. Ich rutschte aus und schlitterte etwas tiefer in die Höhle hinein. Der Schmerz verursachte Panik in mir, welche für wilde Fantasien sorgte, wie eine blutsaugende Kakerlake zum Beispiel. Es saugte mein Blut nicht aus. Es injizierte mir ein Nervengift, welches bei mir unkontrollierte Zuckungen hervorrief, bis ich schließlich gerade genug Kontrolle hatte um zu atmen und meine Augen zu bewegen.



Was auch immer mich gebissen hatte, lies von meinem Hals ab und krabbelte über meinen Kopf. Es machte einen Fehler und fiel auf den Boden, wo ich es dann sehen konnte. Es sah aus wie ein Käfer, ein Riesenkäfer. Ich fragte mich was es mir angetan hatte, ob es vielleicht ein Verteidigungsreflex des Tieres war, bis es langsam auf mich zu kam.



Meine Atmung beschleunigte sich, als es direkt auf meinem Mund zu kroch und versuchte hinein zu gelangen. Mit einer Kraft, die kein Käfer besitzen sollte, schob es irgendwie meinen Mund auf und kletterte hinein. Ich wollte mich übergeben, aber mein Würgreflex nicht funktionierte. Ich spürte wie es meine Kehle hinabkletterte und in den Magen stieg. Ein Parasit? Konnte es überhaupt in der Magensäure überleben?



Ich hoffte nicht, aber die Wahrheit war, es konnte. Ich spürte es nicht mehr als es in meinen Magen eintritt, allerdings war ich immer noch Bewegungsunfähig. Mein Hirn spielte verrückt mit Möglichkeiten von Gedankenkontrolle bis hin zu langsam aufgegessen zu werden. Es war keins von beiden. Das würde sich schnell zeigen...
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