Everything has changed

GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Alex Breidtbach Emma Wolfshagen Hugo Krüger Jonas Neumann Leo Roland OC (Own Character)
27.12.2015
15.02.2016
18
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Die Geschichte zu der Serie "Club der Roten Bänder" hat mich berührt und begeistert. Das hier ist eine Geschichte von mir, mit vielen Ähnlichkeiten zu der Serie und den Personen, aber auch mit neuen Personen und neuen Handlungen.



Die Schneeflocken fielen langsam und leise vom Himmel hinunter. Sie bildeten eine hohe Schicht und luden dazu ein, einfach rein zuspringen und Schneeengel zu machen. Doch sie ging nicht raus, sie blieb am Fenster sitzen und starrte nach draußen. Ihr Blick war leer und sie nahm den Schnee nicht wirklich wahr. Sie wollte aufstehen, sich ablenken - alles tun damit sie ihren Gedanken nicht mehr zu hören musste. Nichts half, sie hatte vor Stunden alles versucht - Musik, einen Film schauen, lesen - und auch wieder aufgegeben. Egal was sie machte, egal mit was sie sich ablenkte, ihre Gedanken waren einfach immer lauter. Sie wusste das sie diese nicht ignorieren sollte, immerhin sagten sie ihr etwas, aber momentan - da war sie nicht in der Verfassung sich mit ihnen auseinander zu setzten. Also nahm sie sich einen Stuhl, eine Decke und setzte sich vor ihr Fenster. Von außen gesehen wäre sie am Fenster mit ihrer Decke und dem Schnee, wirklich schön anzusehen. Aber keiner wusste was sich in ihr abspielte. Wusste sie es überhaupt wirklich? Vor ein paar Tagen war alles noch so...normal. Wie auch immer man normal definierte. Ihre Welt war noch halbwegs in Ordnung. Hier und da hatte sie auch Probleme und dachte die Welt würde untergehen wenn diese sich nicht ändern würde, aber jetzt. Jetzt weiß sie wirklich wie sich ein Weltuntergang anfühlte. Sie lachte leise wenn sie daran dachte, was ihr noch vor ein paar Tagen so unfassbar wichtig erschien. Sie hatte sich einen Lernplan erstellt und wusste schon das sie ihn nicht einhalten würde, sie machte unzählige von To Do Listen und eine Liste mit all den Weihnachtsgeschenken für ihre Freunde und Familie. Sie plante ihre Frisur die sie zu Weihnachten tragen wollte, hatte in Gedanken schon den passenden Nagellack ausgesucht und musste sich unbedingt noch das passende Outfit kaufen. Alles Probleme und Sorgen die sie jetzt nicht mehr hatte. Würde sie überhaupt noch einmal solche Sorgen haben werden? Langsam fiel ihr das atmen schwer, ihr Hals wurde eng, ihre Kehle trocken und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Sie wollte diese Sorgen, jede kleine und noch so lächerliche. Hauptsache das, als das was sich jetzt in ihren Kopf abspielte. Wenn sie daran dachte, was wirklich, also wirklich richtig, in ihrem Kopf abspielte, dann hätte sie am liebsten ihre Fensterscheibe eingeschlagen.
So viele Emotionen waren in ihr und sie wusste nicht wohin mit ihnen oder wie sie mit ihnen umgehen sollte. Wut, Trauer, Angst, Verunsicherung, Schmerz, Gelähmtheit und noch mehr Angst.
Sie hatte so viel Gelesen und so viel darüber gesehen, sich aber nie wirklich Gedanken darüber gemacht, was sein würde wenn ihr das mal passieren würde. Und dabei ist das ganze nicht mal so unrealistisch, jeden kann es treffen und so viele sind schon betroffen. Sie fragt sich, wie solche Menschen denn noch weiter machen können? Wie sollte sie weiter machen und damit umgehen? Sie war sich sicher das könnte sie nicht.
Plötzlich wurde ihr klar was sich alles verändern würde. Sie würde hier nicht mehr sitzen können, zu Weihnachten wäre sie vermutlich nicht einmal zu Hause, die Weihnachtsgeschenke konnte sie von ihrer Liste durchstreichen, und die Prüfungen die bald anstehen würde sie nicht machen können. Das Kino treffen für nächste Woche mit ihren Freunden musste sie absagen. Sie hätte so gerne den Film gesehen. Sie wollte Silvester mit ihren Freunden feiern und mit ihrer Familie einen Ausflug unternehmen. All das und noch viel mehr - war alles in weiter Ferne gerückt.
Von jetzt an würde sie andere Dinge machen müssen. Sie schloss die Augen und die Tränen fielen ihr über das Gesicht. Sie machte sich nicht die Mühe sie weg zu wischen, die nächsten liefen ihr schon wieder runter.
Sie bat darum alleine gelassen zu werden, nur deswegen war es hier so still. Wenn alle hier wären, hätte man bestimmt noch mehr Tränen gesehen. Von ihrer Mutter und Großmutter. Ihre männlichen Verwandten würden versuchen sie aufzumuntern. Aber wie konnte man einen Menschen aufmuntern der am Ende war? Und das nicht nur sprichwörtlich.
Sie hatte noch nicht mit ihren Freunden geredet. Sie wusste auch gar nicht wie?! Außerdem, das ging ja auch nicht per Handy und schon gar nicht auf sozialen Netzwerken. Sie müsste sie sehen, aber das konnte sie nicht. Zu einem weil sie schon morgen nicht mehr hier sein würde, aber sie wusste auch, das sie es gar nicht über sich bringen könnte, es ihnen von angesicht zu angesicht zu sagen. Ihre Reaktionen würde sie nicht aushalten und bestimmt würde sie eh kein Wort über die Lippen bekommen.
Man hatte ihr gesagt das dies nicht das Ende sein würde, man könne ihr helfen, es bekämpfen. Aber sobald sie hörte was los war, hörte sie schon nicht mehr zu. Sie hatte nur einen Gedanken: ich werde sterben.
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