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Graue Wahrheit

von Merle M
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Albus Dumbledore Harry Potter Hermine Granger Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Minerva McGonagall Severus Snape
27.12.2015
22.11.2020
24
134.553
63
Alle Kapitel
262 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
22.11.2020 6.175
 
Danke für eure Reviews! Ihr seid wie immer spitze :)

Für dieses Kapitel muss ich wieder eine Warnung aussprechen, doch ich glaube, gegen diese habt ihr nichts: Achtung, Lemon!



Das verschollene Diadem

Hermine war aufgeregt. Snape hatte ihr am frühen Abend verkündet, er habe Rowena Ravenclaws verschollenes Diadem im Raum der Wünsche gefunden – und dass es tatsächlich ein Horkrux sei. Er hatte ihr versprochen, dass sie bei der Zerstörung dabei sein durfte, doch zunächst hatte er zum Abendessen in die Große Halle gemusst. Seitdem wartete sie. Und wartete.

Als sich die Türe zum Wohnzimmer endlich öffnete, saß sie – wie sollte es auch anders sein – mit einem Buch eingerollt in ihrem Lieblingssessel. Der Schulleiter schien überrascht, sie hier anzutreffen. Er hielt in seiner Bewegung inne, dann schaute er zurück zur Türe. Sein erster Reflex schien Flucht zu sein.

Hermine setzte sich auf. Dieses Verhalten war für Snape völlig untypisch. Er wusste, dass sie gern bis in die Nacht im Wohnzimmer saß und las. Und nachdem er ihr offenbart hatte, dass er einen Horkrux gefunden hatte, war es nur logisch, dass sie auf seine Rückkehr wartete. Und selbst wenn er tatsächlich nicht mit ihr gerechnet hätte, hätte er es seidig überspielt.

„Ich habe auf Sie gewartet“, sagte Hermine, innerlich angespannt und ihn aufmerksam musternd.

Sie hörte sein „Das sehe ich“ schon innerlich, doch er starrte sie nur an. Dann ging alles ganz schnell. Er wirbelte herum, wollte aus dem Raum stürzen. Doch er wankte, suchte an der Wand Halt und glitt an dieser zu Boden.

Hermine war augenblicklich bei ihm. Sie kniete vor dem Schulleiter. Dieser saß auf dem Boden, die Knie angezogen, das Gesicht in den Händen verborgen, die Nägel in das schwarze Haar gekrallt.

„Kopfschmerzen?“, fragte sie leise. Als er nicht reagierte, legte sie ihre Hände auf die Seinigen und löste sie sanft. Er hatte die Augen geschlossen und presste die Kiefer aufeinander.

„Ich habe Ihnen schon einmal geholfen“, flüsterte sie, „Lassen Sie mich helfen.“

Er zwang seine Augen auf. Der Schmerz wütete durch das Schwarz. Hermine war sich nicht sicher, ob er sie überhaupt erkannte.

„Lassen Sie mich helfen“, wiederholte sie. Hermine berührte seine Stirn mit den Fingerspitzen und schaute in die endlose Schwärze seiner Augen. Dann fiel sie. Fiel durch seinen Schmerz. Snapes Geist war ein Schlachtfeld. Zertrümmert. Sie war sich nicht mehr sicher, ob sie ihm helfen konnte. Die Furchen waren tief, die Wände blutig eingerissen. Zerstört. Splitter, die umherirrten und dabei weitere Kratzer verursachten.

In Hermine breitete sich Angst aus – weshalb hatte Voldemort erneut Snapes Geist so brutal durchkämmt? Was hatte er gesucht?

Sie versuchte, sich zu beruhigen. Snape war zurückgekehrt, was hieß, dass er trotz der Verletzungen seine wahre Rolle in diesem Krieg erfolgreich verborgen hatte. Hermine konzentrierte sich darauf, ihre Wärme in seinen Geist fließen zu lassen, doch der Knoten aus Angst in ihrer Brust saß zu fest. Sie taumelte haltlos durch Snapes Geist, und als sie aufschlug, starrte sie in ein rot glühendes Augenpaar.

„Seit Wochen kein Zeichen von Harry Potter“, sagte Voldemort, „Wie locken wir ihn aus seinem Versteck? Vielleicht sollten wir das Schlammblut doch töten und es groß verkünden?“

„Mein Herr“, sagte Snape und hielt Riddles Blick stand, „Potter ist nicht gekommen, um sie vor Gefangenschaft und Folter zu bewahren-“

„Vielleicht kommt er, um ihren Tod zu rächen“, unterbrach Voldemort seinen Diener, „Wir haben sonst sowieso keine Verwendung für das Schlammblut.“

„Mein Lord-“

„Was, Severus?“, zischte die Schlange ungehalten und verteilte dabei Speichel in Snapes Gesicht. Dieser hielt starr den Blick mit seinem Meister.

„Sie könnte uns anderweitig von Nutzen sein“, setzte der Schulleiter an, „Ihr sagtet, Ihr untersuchet die Kerne der Magie, Herr. Und batet mich um einen Trank, der dabei behilflich sein kann. Ich habe Testreihen angesetzt und das Schlammblut als Versuchsperson verwendet. Die Erkenntnisse waren … höchst aufschlussreich.“

„Und wieso erfahre ich erst jetzt davon?“, Voldemort war wütend, sehr wütend. Nicht auf Severus per se, sondern weil Potter nach seiner Flucht aus Malfoy Manor so erfolgreich abgetaucht war. Und Severus war im Moment der Einzige, gegen den Voldemort seine Wut wenden konnte, sonst waren keine Todesser anwesend.

„Ich wollte zunächst weitere Tests durchführen, bevor ich Eure wertvolle Zeit verschwende, mein Lord“, diese Aussage schien Riddle nicht zu besänftigen.

„Was ist nun so besonders an dem Schlammblut, dass ich es nicht töten soll, Severus?“

„Ihre Magie ist trotz ihrer zweifelhaften Herkunft sehr stark“, führte Snape aus, „Damit eignet Sie sich hervorragend als Testperson, um auch kleine Effekte meiner Trankansätze zu zeigen-“

„Wir finden sicherlich einen Ersatz mit ebenso starker Magie“, wiegelte Voldemort ungeduldig ab.

„Da bin ich mir nicht sicher, Herr“, erwiderte Snape, „Ihre Magie ist außergewöhnlich. In all ihren Jahren in Hogwarts galt sie immer als die klügste Hexe ihrer Generation, doch nicht als die mächtigste. Ich denke, ihr Potential muss erst geweckt werden, sie weiß selbst nichts davon, ist völlig unbeholfen. Wenn wir ihr Potential ausschöpfen würden … wäre sie eine mächtige Kämpferin in Euren Reihen, Herr.“

„Ein Schlammblut in meinen Reihen?“, Voldemort lachte kalt auf, „Crucio!

Der Fluch traf ihn nicht gänzlich unerwartet. Wenn Voldemort so schlecht gelaunt war wie heute, rechnete er immer mit Folter. Hermine im Gegensatz hatte nicht damit gerechnet, und der wieder durchlebte Schmerz zerriss sie, obwohl es nicht ihr eigener war. Ihre Schmerzensschreie hallten durch Snapes stillen Geist.

Als Voldemort den Fluch löste, stand seine rechte Hand geschmeidig auf, suchte den Blick in die Schlangenaugen. „Mein Lord, verzeiht, wenn ich Euch verärgert habe“, setzte er an, „Ich wage zu behaupten, dass Grangers Vorteile den Makel ihres Blutstatus überwiegen. Und niemand muss wissen, dass Sie für uns kämpft oder wer sie ist.“

„Nehmen wir an, die Magie des Schlammblutes ist wirklich so außergewöhnlich, dass sie mir von Nutzen sein könnte“, sagte Riddle, „Dennoch sehe ich Potters Schlammblut nicht für Lord Voldemorts Sache kämpfen.“

An dieser Stelle erlaubte sich Severus, dass sich seine Mundwinkel zu einem Grinsen hoben. „Ich habe sie völlig gebrochen, Herr. Sie wird alles tun, was ich ihr sage. Sie hat jeglichen Glauben an Potter, jede Hoffnung verloren. Sie wird für Eure Seite kämpfen, wenn Ihr mich sie ausbilden lasst.“

Voldemorts Augen bohrten sich tiefer in Snapes. Hermine durchzuckte ein Schmerz und sie schrie erstickt auf. Dann realisierte sie, dass Voldemort soeben in Snapes Geist eingedrungen war. Severus schob die Erinnerungen nach vorne. Hermine sah sich selbst, wie sie verschiedene Tränke schluckte. Sie sah sich, wie sie das Dämonenfeuer beschwor und sich danach an Snape ranmachte, hörte Voldemorts Lachen, als dieser zusah, wie Snape sie nahm. Dann schob Severus Erinnerungen an Hermines Magieausbrüche in den Vordergrund. Zwischen diese echten Bilder schoben sich immer wieder kurze Blitze mit falschen oder veränderten Erinnerungen. Hermine, schwer verletzt und blutend, allerdings nicht in ihrem Bett, sondern einer Kerkerzelle. Hermine, weinend und zitternd.

„Das Schlammblut liegt dir tatsächlich zu Füßen“, schallte Riddles Stimme durch Snapes Geist, „Und ihre Magie scheint stark und … in der Tat außergewöhnlich zu sein. Sie hat einen weißen Kern? Und ist dennoch der schwarzen Magie sehr zugetan … ihr Dämonenfeuer ist sehr mächtig …“

„Ein interessantes Studienobjekt und eine nützliche Untertanin, mein Herr“, erwiderte Snape in seinem Geist.

„Ich werde mir selbst ein Bild von ihrer Magie und ihrer Unterwürfigkeit machen“, sagte Voldemort, während er weiter durch Snapes Geist glitt. Unruhig, unzufrieden. Das Erzeugen falscher Erinnerungen barg immer das Risiko, dass diese nicht so … greifbar, nicht so vollständig wirkten. Und dass Severus ausgerechnet Potters Schlammblut retten wollte … die Geschichte musste lückenlos glaubhaft sein. Voldemort glitt weiter, drehte die ihm dargebotenen Erinnerungen, lugte dahinter. Schaute, ob sie dahinter hohl oder überschrieben waren.

Hermine spürte die Anstrengung, mit welcher Snape das falsche Erinnerungsgerüst aufrecht hielt und gleichzeitig wichtige Erinnerungen tief versteckte. Voldemort kratzte über die Oberfläche, suchte, kontrollierte. Die Schrammen wurden blutiger, die Furchen tiefer, Wände eingerissen. Severus hielt lediglich seine letzte Mauer oben – die Mauer, von der Riddle nicht erfahren durfte, dass es sie überhaupt gab. Er ließ Voldemort belanglose Erinnerungen zerkratzen, seinen Geist durchwühlen. Als Riddle endlich überzeugt war, dass Snape nichts vor ihm verbarg, zog er sich zurück.

Voldemort sah den Schaden, den er angerichtet hatte. Das Schwarz von Snapes Augen war grau und matt, und sein Diener wankte.

„Geh“, sagte Riddle, „Ich werde dich und das Schlammblut beizeiten rufen.“





Hermine taumelte aus Snapes Geist. Sie schnappte nach Luft, ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie presste die Handballen gegen die Stirn. Der Schmerz, den sie in Snapes Geist durchlebt hatte, war so echt gewesen. Blind wankte sie, fand das Bad und erbrach sich. Ihr Geist hatte keine Verletzungen erlitten, doch sie hatte alles miterlebt, was Snape in dem Moment gefühlt hatte. Völlig entkräftet sackte sie auf dem Boden zusammen. Sie brauchte einige Minuten, bis sich ihr Atem beruhigte und sie die Augen öffnete. Hermine rappelte sich hoch, spülte ihren Mund und ließ kaltes Wasser über ihre Handgelenke laufen.

Snape hatte sie vor ihrer Hinrichtung bewahrt. Vorerst. Sie musste Voldemort gegenübertreten und von ihrem Nutzen sowie ihrer Unterwürfigkeit überzeugen. Ihr wurde erneut schlecht, doch sie atmete tief durch die Nase. Snape … seinen Fähigkeiten als Okklumens und seinem Gespür, Voldemorts Denkweise zu verstehen, hatte sie es zu verdanken, dass sie noch lebte. Severus. Hermine hechtete zurück ins Wohnzimmer.

Snape war mit dem Oberkörper von der Wand auf den Boden gerutscht. Er hatte seinen Kopf hinter seinen Armen geborgen, sein gesamter Körper zitterte. Er hatte sich ebenso erbrochen, und Hermine sprach einen Reinigungszauber. Sie hockte sich auf den Boden und berührte ihn leicht an der Schulter.

„Es tut mir leid“, sagte sie leise, „Ich habe es nicht geschafft, Ihnen zu helfen“, redete sie weiter, „Ich versuche es noch einmal, in Ordnung?“

Hermine umschloss Snapes Arme und zog ihn vorsichtig in eine halbwegs sitzende Position, lehnte ihn gegen die Wand. Er versuchte, die Augen zu öffnen. Das Schwarz schrie sie an, in Schmerz und Angst.

„Ich bin da“, flüsterte sie und legte ihre Hand an seine Wange, „Ich helfe Ihnen. Ich werde Ihnen nicht wehtun“, sie lächelte traurig, als sie seinen Blick einfing. Der Ausdruck in seinen Augen katapultierte sie Monate zurück, in den Krankenflügel. Kurz erinnerte sie sich an all die Momente, in denen sie an seinem Bett gesessen hatte. Die Gefühle, die sie in dieser Zeit für ihn entwickelt hatte. Gefühle, die auch nicht verschwanden, nachdem er Dumbledore ermordet hatte und sie einsam vor dem Zelteingang saß. Vertrauen. Ein Vertrauen, das tief in ihr blieb, selbst als er ihr die Erinnerungen nahm. Ein Vertrauen, das stetig wuchs, während sie als Voldemorts Gefangene bei ihm lebte. Gefühle, die in den letzten Wochen so stark geworden waren, dass sie diese nur mit Mühe verstecken konnte. Gefühle, die die jüngsten Ereignisse erschüttert, doch nicht zerstört hatten. Vertrauen, das auf die Probe gestellt worden war. Ehrlichkeit. Er hatte sich ihr geöffnet, ihr seine traurige Geschichte erzählt, ein Stück seiner Wahrheit mit ihr geteilt. Durch Hermines Herz fuhr ein Schmerz, den sie kaum aushalten konnte. Tränen traten in ihre Augen.

„Ich helfe dir, Severus“, flüsterte sie und blickte auf den Mann hinab, dessen Augen sich bereits wieder geschlossen hatten. Sie berührte seine Stirn mit den Fingerspitzen und fiel wieder in seinen verletzten Geist. Tränen flossen unaufhaltsam ihre Wangen hinab, wurden zu einem warmen Strom in seinem Geist. Die Gefühle in ihr tobten, und sie öffnete ihr Herz und ließ ihre Gefühle für ihn, ihr Vertrauen warm in seinen Geist fließen. Es war wie ein Balsam, der die Splitter einfing, Furchen füllte, Kanten glättete. Langsam setzten sich seine Wände wieder zusammen. Sie spürte, wie er stärker wurde und seine Schutzbarrieren aufbaute. Hermine zog sich aus seinem Geist zurück, tauchte auf.

Sein Blick lag auf ihr, das Schwarz tief. Der Schmerz war zu einem blassen Schimmer geworden.

„Geht es wieder?“, fragte sie, zaghaft lächelnd.

Er nickte. „Danke“, sagte er, die Stimme noch rau.

„Nichts zu danken“, ihr Lächeln wurde breiter, dann erstarb es, „Ich-“, sie schaute ihn ernst an, „Ich muss Ihnen danken. Vol- … der Dunkle Lord wollte mich töten, und Sie haben es geschafft, ihn davon abzubringen.“

Für einen Wimpernschlag sah Snape gequält aus. „Es wird nicht einfach, dieses Spiel zu spielen, Miss Granger“, sagte er, „Er wird Sie von Zeit zu Zeit sehen wollen, Sie werden Dinge tun müssen, die Sie nicht tun wollen … Sie werden auf die dunkle Seite kommen müssen, um für die helle zu kämpfen.“

„Grau also, so wie Sie“, erwiderte sie, und das Lächeln kehrte in ihr Gesicht zurück, „Ich bin stärker, als ich aussehe. Wir werden das schon schaffen.“

Der Todesser schien nicht überzeugt. „Ich habe den Dunklen Lord sehen lassen, wie Sie … mit mir schlafen wollten. Er musste glauben, dass Sie mir verfallen sind.“

„Damit habe ich kein Problem, wenn es dabei hilft, die Geschichte glaubhafter zu machen“, warf sie ein.

Snape seufzte. „Sie haben keine Ahnung, wie … pervers der Dunkle Lord und manche Treffen sind.“

„Nun, Sie deuteten an, dass es viele Vergewaltigungen und allgemein viel Sex gab …“

Er schloss für einen Moment die Augen. „Ich kann mir vorstellen, dass er verlangen wird, dass ich Sie … vor ihm nehme. Er hat an so etwas gefallen.“

Hermine schwieg einen Augenblick. „Vol- … der Dunkle Lord, wird er mich … anfassen?“

Snape schüttelte den Kopf. „Nicht so“, sagte er, „Sie sind muggelgeboren, das ist in dem Fall Ihr großes Glück. Er würde sich niemals dazu herablassen, mit Ihnen Sex zu haben.“

„In Ordnung“, sagte der Lockenschopf.

„In Ordnung was?“

„Wenn er Ihnen befiehlt, mit mir zu schlafen, dann tun Sie das“, erklärte Hermine.

Nun starrte der Schulleiter sie an. „Bitte was?“, er schüttelte den Kopf, „Ich habe mir nicht verziehen, was nach dem Dämonenfeuer geschehen ist. Ich werde das sicherlich nicht wiederholen.“

Er hatte es sich nicht verziehen?

„Wir werden keine andere Wahl haben“, sagte sie, „Ich weiß, was auf mich zukommt. Es gibt Schlimmeres.“

„Vor dem Dunklen Lord von Ihrem ehemaligen Lehrer vergewaltigt zu werden, würde ich durchaus als schlimm und traumatisierend bewerten“, gab er zu bedenken.

Sie zuckte mit den Schultern. „Besser, als vom Dunklen Lord hingerichtet zu werden. Was für eine Wahl haben wir denn?“, sie sah ihn entschlossen an, „Außerdem … muss es ja nicht unbedingt eine Vergewaltigung sein.“

Er zog eine Augenbraue hoch. „Sie waren es, die mir vorwarfen, ich habe Sie vergewaltigt-“

„Es tut mir leid-“

„Das sollte es nicht.“

Hermine seufzte. „Ich …“, sie spürte, wie ihre Ohren heiß wurden, „Sie sagten doch, dass das Dämonenfeuer nichts Neues erschafft, sondern dunkle Begehren weckt und verstärkt …“, die Hitze breitete sich auf ihren Nacken und Wangen aus, „Also, ich denke … dass ich schon seit sehr langer Zeit mehr … für Sie empfinde, als es für eine Lehrer-Schüler-Beziehung angemessen wäre“, endlich hatte sie es ausgesprochen. Nachdem er so ehrlich zu ihr gewesen war und ihr offenbart hatte, dass er nie Sex auf einer freiwilligen Basis gehabt hatte und dass ihr Verhalten ihn getriggert hatte … fühlte es sich nur gerecht an, nun ebenso mit offenen Karten zu spielen.

„Seit wann?“, fragte er, und seine leise Stimme fachte die Hitze in Hermines Gesicht weiter an.

„Nachdem Sie in der Kammer des Schreckens Harry vor der schwarzen Präsenz gerettet haben“, brachte sie hervor, und sie konnte ihm dabei nicht in die Augen sehen, „Ich bin vor Sorge um Sie umgekommen. Und als ich Ihnen dann helfen konnte, Sie zurückholen, Ihren Geist heilen … so etwas habe ich vorher noch nie gefühlt. Ich habe mich so tief mit Ihnen verbunden gefühlt … selbst nachdem Sie Dumbledore umgebracht haben, wusste ich tief in mir, dass die Geschichte so nicht stimmte. Ich habe Ihnen immer vertraut. Das war keine Teenager-Schwärmerei und es hat auch jetzt nichts damit zu tun, dass ich eine junge Frau bin und mit Ihnen hier eingesperrt“, sie errötete bis zur Nasenspitze, „Ich habe Sie in den letzten Wochen kennen gelernt. Ihre Dunkelheit, und Ihre anderen Seiten. Ich weiß, dass Sie … schwierig sind. Sie kämpfen für den Widerstand, und gleichzeitig sind Sie nicht gut. Sie sind gefährlich. Und fürsorglich. Sie sind unglaublich stark und mächtig. Und … intelligent. Allein Ihre Büchersammlung … ich habe Sie immer für Ihr großes Wissen geschätzt. Das ist so viel mehr als körperliches Begehren. Aber ich denke, eben auch … das“, sie brach ab, starrte auf den Boden.

Snape starrte die junge Frau vor sich an. Noch immer saßen sie auf dem Boden. Hermines Gesicht glühte, und auch ihr Hals und Dekolleté waren fleckig rot. Severus hatte gewusst, dass tief in der Gryffindor eine echte Begierde für ihn geschlummert haben musste, anders war ihre Reaktion auf das Dämonenfeuer nicht zu erklären. Er hatte sich seinen Teil dazu gedacht – sie war eine junge Frau. Und mit ihm seit Wochen eingesperrt. Er war zwar nicht klassisch hübsch, doch war er sich bewusst, dass seine dunkle Aura auch anziehend wirken konnte, wenn man es nicht mehr aus der Perspektive einer verängstigten Schülerin betrachtete. Dass ihre Begierde über das rein Körperliche hinausging … daran hatte er keinen Gedanken verschwendet. Bis sie es gerade ausgesprochen hatte. Durch seinen Geist jagten Erinnerungen – als er nach dem Vorfall in der Kammer des Schreckens im Krankenbett gelegen hatte, hatte sie da nicht an seinem Bett gesessen? Ihre Hände hatten über seinen Rücken gestreichelt und durch seine Haare. Niemand fasste gern seine Haare an, vor allem nicht, wenn er krank war und schwitzte … sie hatte die Nähe zu ihm gesucht. Und als sie von ihm und Voldemort gefoltert worden war, selbst da hatte sie seine Nähe gesucht. Sie war verletzt und nicht ganz bei sich gewesen, doch sie hatte sich an ihn geklammert, ihn nicht losgelassen.

„Das“, seine Stimme fand ihre alte Geschmeidigkeit wieder, „Würde das Spiel vor dem Dunklen Lord für Sie tatsächlich einfacher machen. Glaubhafter. Ihre Okklumentik ist gut, doch nicht so gut, dass Sie den Dunklen Lord unter allen Umständen glaubhaft täuschen können. Sie haben verloren, wenn er merkt, dass Sie etwas vor ihm verbergen. Er wird jeden Ihrer geistigen Barrieren zerstören. Doch wenn Sie zum Teil echte Gefühle und Erinnerungen hätten … hätten wir wahrscheinlich eine Chance, Sie lange genug am Leben zu halten, bis alle Horkruxe zerstört sind, wir Potter gefunden haben … und ich Sie weiter ausgebildet habe, um im Kampf gegen den Dunklen Lord und die Todesser erfolgreich zu sein …“

Hermine schluckte, dann zwang sie sich zu einem Nicken. Was hatte sie erwartet? Sie sollte es als Erfolg werten, dass er überhaupt noch mit ihr redete, nachdem sie ihm ihre Gefühle gestanden hatte. Seine Reaktion war … eine logische, durchdachte. Ganz der Spion. Er sah direkt die Vorteile für den weiteren Plan. Dennoch hatte ein winziger Teil in ihr gehofft, dass er etwas erwidern würde … ja, etwas Romantisches? Dass er auch Gefühle für Sie hatte? Hermine lachte heiser auf.

„Miss Granger?“

„Denken Sie nicht, dass es langsam an der Zeit wäre, mich Hermine zu nennen?“

„Ich denke nicht, Miss Granger.“

Sie schnaubte. Er zog eine Augenbraue hoch.

„Und was machen wir jetzt?“, fragte die ehemalige Schülerin.

„Ich werde Sie auf die Begegnung mit dem Dunklen Lord vorbereiten“, antwortete er, „Wir werden uns eine Geschichte überlegen, diese exakt abstimmen und ausarbeiten. Ihren Geist vorbereiten. Und Ihre Magie. Er darf Ihre wahre Stärke noch nicht sehen. Sie müssen üben, demütig und gebrochen zu sein. Der Dunkle Lord muss sehen, dass Sie völlig mir gehören und mich begehren, gleichzeitig darf es keine Beziehung auf Augenhöhe sein. Sie wollen mich, und dennoch müssen Sie erniedrigt sein, muss es wie eine Vergewaltigung aussehen und nicht wie Spaß für Sie …“

„Es würde sich vielleicht weniger wie eine Vergewaltigung anfühlen, wenn ich …“, sie schluckte, und die Röte kehrte in ihr Gesicht zurück, „Eine … positive Erinnerung daran hätte. Ich meine …“, sie räusperte sich, „Mein erstes Mal war … unglücklich … und … wenn ich nur daran denke, dass der Dunkle Lord anwesend sein wird … brauche ich etwas, an das ich mich erinnern kann, von dem ich währenddessen träumen kann, damit es nicht so wehtut.“

„Sie wollen, dass ich vorher mit Ihnen schlafe?“

Hermine nickte, ohne ihn anzusehen. „Es … tut mir leid, Sir. Ich habe eine Grenze überschritten.“

„Wenn es Ihnen hilft, werde ich mit Ihnen schlafen, Miss Granger.“

Nun schaute Hermine doch hoch. Sein Blick lag ausdruckslos auf ihr, sie konnte in seinem Gesicht nicht lesen. Sie erinnerte sich daran, was er ihr offenbart hatte – Sex war für ihn kein Vergnügen, nichts Freiwilliges. Er funktionierte dabei.

„Sie müssen das nicht“, sagte sie.

„Miss Granger“, sein Tonfall war ernst, „Ich habe meine Tarnung riskiert, um Sie am Leben zu halten. Weil ich darauf hoffe, dass Ihr besonderes magisches Talent in diesem Krieg einen Unterschied machen kann. Weil ich Ihr Lehrer war und es als meine Pflicht ansehe, Sie zu schützen, wenn ich es kann. Und weil ich schon viel zu viele Menschen habe sterben sehe und über jede Person froh bin, die ich davor bewahren kann“, er machte eine Pause, „Sie sind eine junge Frau, die in eine grausame Lage geraten ist. Sie sollten ein unbeschwertes Leben führen und nicht in einen Krieg verwickelt sein. Ich habe Sie in die Situation gebracht, dass Sie einem perversen Sadisten mit ungeheurer Macht gegenüber stehen müssen … wenn ich diese Begegnung für Sie auf irgendeine Weise angenehmer machen kann, werde ich es tun.“

Hermine nickte. „Ich danke Ihnen“, sagte sie und lächelte vorsichtig, „Das ist eine seltsame Situation“, fügte sie dann hinzu.

Er lachte auf, und das tiefe Geräusch schickte einen Schauer über Hermines Rücken.

„Sie sollten schlafen gehen, Miss Granger“, er erhob sich, kämpfte kurz gegen den Schwindel, „Wir haben morgen einen Horkrux zu zerstören.“

„Mit was zerstören wir ihn?“

Snape schaute sie an, und seine Mundwinkel hoben sich zu einem Grinsen. „Mit Dämonenfeuer, Granger.“

*

Nervös war kein hinreichender Ausdruck für Hermines Zustand. Sie hatte kaum geschlafen und nichts frühstücken können. Nun stand sie in Snapes Büro, zupfte unaufhaltsam an ihrem Pullover. In ihrem Mund hatte sich der Geschmack von Metall eingenistet, denn ihre Zähne malträtierten ihre Unterlippe.

Nachdem der Tränkemeister die Schutzbanne über seine Einrichtung gelegt hatte, ließ er das verschollene Diadem zu sich schweben und legte es auf den Kerkerboden.

„Was sind das für Zauber, die selbst einem Dämonenfeuer standhalten?“, fragte Hermine, „Ihr Büro hat beim letzten Mal keinen Schaden genommen. Und das Feuer soll sogar Horkruxe zerstören …?“

Snape grinste. „Ich habe mich schon gefragt, wann Ihnen das auffällt“, erwiderte er, „Ich zeige Ihnen die Schutzzauber, wenn Sie den Horkrux zerstört haben.“

„Ich?“, ihre Befürchtungen schienen sich also zu bewahrheiten, „Ich dachte, Sie könnten vielleicht …“

„Es ist das perfekte Training für Sie“, entgegnete Snape ungerührt, „Ihre zweite Erfahrung mit dem Dämonenfeuer wird einfacher. Sie werden sich besser kontrollieren können.“

„Und … wenn ich wieder-“, sie brach ab, schaute auf ihre Füße. Ihr Herz schlug ihr bis zum Halse.

Snape lachte rau. „Ich habe unser gestriges Gespräch nicht vergessen, Granger“, sagte er, und sein Ausdruck wurde wieder ernst, „Möchten Sie, dass ich mit Ihnen schlafe, wenn Sie durch das Dämonenfeuer erregt sind?“

Hermine starrte ihn an. Bei Snape klang es überhaupt nicht so, als träfen sie eine Abmachung über späteren Sex. Seine Frage war völlig nüchtern formuliert, und sein Blick lag ruhig auf ihr. Merlin, diese Augen. Hermine wurde heiß, und sie senkte schnell den Blick.

„Granger, ich werde Sie nicht anrühren, wenn Sie mir keine klare Antwort auf meine Frage geben.“

Die Gryffindor zuckte zusammen, als Snape mit einem kühlen Finger ihr Kinn anhob und sie so dazu zwang, zu ihm hochzuschauen. Er stand dicht vor ihr, und Hermine atmete seinen Geruch ein. „Ich …“, sie schluckte, starrte in die endlose Schwärze der Augen. Ihre Haut brannte dort, wo er sie berührte. „Ich … ja“, sie holte tief Luft, „IchmöchtedassSiemitmirschlafen“, nuschelte sie.

„Gut“, Snape nickte und entließ ihr Kinn.

„Gut?“, wiederholte sie.

„Granger, Sie machen die Situation für sich nur unangenehmer, wenn Sie weiter darüber reden möchten. Wir werden sehen, was geschieht. Falls Sie sich zu irgendeinem Zeitpunkt unwohl fühlen, sagen Sie mir bitte Bescheid“, damit schien für Snape das Thema ausreichend diskutiert.

Mit pochendem Herzen schaute Hermine hinab auf das Diadem. Der Zauberstab zitterte in ihrer Hand.

„Sie sind bereit“, Snape stand hinter ihr, und seine Stimme floss ihren Nacken hinab, „Beschwören Sie die Dunkelheit in sich, und begrenzen Sie diese gleichzeitig so, dass Sie sich kontrollieren können.“

Der Horkrux schien die schwarze Magie in Hermine anzuziehen, und so war es für sie ein leichtes, sich ihres dunklen Kerns zu bedienen. Sie richtete die Zauberstabspitze auf das Diadem. Das Feuer brach hervor, und die Flammen formten sich zu Dämonenfratzen, die hungrig um das Diadem züngelten. Voldemorts Seelenstück wehrte sich, schrie. Doch die Flammen fraßen das Schmuckstück, und nahmen Voldemorts dunkle Magie mit sich.

„Sehr gut“, hörte sie den Tränkemeister sagen, „Nun fangen Sie die Flammen wieder ein.“

Hermine konzentrierte sich, und die Flammen wurden kleiner. Snape sollte recht behalten – beim zweiten Mal gelang es ihr weitaus besser, sich zu kontrollieren. Nachdem das Dämonenfeuer verschwunden war, stand die junge Frau schwer atmend in dem Büro. Sie drehte sich um, und fand sich vor dem Schulleiter wieder. Ihre Rehaugen loderten, als sie seinen Blick suchte. Die dunkle Magie floss noch immer heiß durch ihren Körper, sie brannte.

Snape stand ihr vollkommen regungslos gegenüber. Wartete. Hermine schaute hoch in seine Augen, diese schwarzen, außergewöhnlichen Augen. Sie legte eine Hand an seine Wange. Elektrisiert. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, und küsste ihn. Als sie seine warmen, weichen Lippen spürte, seufzte sie leise.

Severus legte einen Arm um sie und zog ihren Körper gegen seinen. Sie presste sich begeistert gegen ihn, der Kuss wurde hungriger. Das Dämonenfeuer machte Hermine mutiger, berauschte sie. Doch dieses Mal war sie nicht ohne Kontrolle, nicht besinnungslos. Snapes Körper an ihrem fühlte sich wunderbar warm an, und sie legte eine Hand an seinen Rücken, die andere in seinen Nacken. Seine Hände wanderten ihre Seiten hoch, fuhren durch ihre Locken und strichen wieder hinunter bis zu ihrer Hüfte. Severus drängte die junge Frau nach hinten, bis sie an die Kante seines Schreibtisches stieß. Er hob sie auf den Tisch, und sie schlang augenblicklich die Beine um ihn.

Als Snape den Kuss beendete, war Hermine völlig atemlos. Sie suchte seinen Blick, lächelte. Sie wollte ihn. Dennoch waren die Nachwirkungen des Dämonenfeuers nicht so stark, dass sie sich keine Gedanken machte. Sie fühlte sich unsicher. Doch dieses Gefühl verschwand schnell, als der Tränkemeister ihre Haare nach hinten schob und seine Lippen auf ihren Hals trafen. Er küsste sich hinab zu ihrem Schlüsselbein, und seine Hände fuhren unter ihren Pullover. Er hielt kurz inne, um ihr das Kleidungsstück über den Kopf zu ziehen. Dann küsste er ihre andere Halsseite, während er die Knöpfe ihrer Bluse öffnete, diese von ihren Schultern streifte. Er weitete seine Liebkosungen auf ihr Dekolleté aus, und seine Finger fanden den Verschluss ihres BHs. Hermine wurde noch heißer, als er diesen öffnete und ebenso von ihren Schultern streifte. Was, wenn ihm nicht gefiel, was er sah? Sie versteifte sich unter dem Gedanken, und ihre Hände hörten auf, über seinen Rücken zu streicheln.

„Zu schnell?“, fragte er, die Lippen noch an der weichen Haut ihres Dekolletés.

„Nein“, sagte sie schnell, und ein wenig atemlos, „Ich habe nur gedacht-“

„Hören Sie auf, immer so viel zu denken“, raunte er, und seine Stimme schickte einen Schauer durch ihren Körper, „Entspannen Sie sich. Sie können nichts falsch machen.“

Tatsächlich fanden Hermines besorgte Gedanken ein jähes Ende, als Snapes Hand beinahe beiläufig ihre Brust streifte. Seine Lippen wanderten tiefer, bis er einen ihrer Nippel in den Mund nahm, leicht daran saugte. Hermine keuchte auf. Nie zuvor hatte sie jemand dort berührt. Bis auf ihr erstes Mal mit Snape hatte sie sowieso überhaupt noch kein Mann so berührt. Und der erste Sex mit ihm war nicht von einem großen Vorspiel geprägt gewesen.

Severus widmete sich eine Weile lang Hermines Brüsten, dann bedeutete er ihr, sich mit dem Oberkörper auf den Schreibtisch zu legen. Er küsste sich über ihren Bauch hinab bis zu dem Bund ihrer Jeans, die er öffnete und dann von ihren Beinen streifte. Er forderte sie auf, ihre Füße auf der Tischkante abzustellen. Dann ließ er seine Lippen die Innenseite ihrer Oberschenkel entlangwandern, und sein Daumen strich federleicht über ihren Slip. Hermine keuchte auf, was ihn grinsen ließ. Der dünne Stoff ihres Slips war feucht, als er diesen zur Seite schob. Er spürte, wie sie ihren Kopf nach oben riss, um ihn anzuschauen.

„Entspannen Sie sich“, wiederholte er, noch immer ein leichtes Grinsen im Gesicht. Nachdem Hermine sich wieder zurückgelehnt hatte, berührte er mit seiner Zungenspitze leicht ihre Schamlippe. Sie zuckte zusammen, und drückte ihm dann ihr Becken entgegen. Sein Grinsen wurde breiter. Er fuhr mit seiner Zunge ihre Schamlippen entlang zu ihrem Kitzler. Auf diesen senkte er seine Lippen und begann, sie langsam mit seiner Zungenspitze zu verwöhnen. Die Gryffindor keuchte unter der ungewohnten Berührung. Sie bewegte ihr Becken gegen seinen Mund, fordernd. Severus verkniff sich ein weiteres Grinsen und intensivierte seine Bemühungen. Er legte eine Hand an ihre Seite, mit der anderen drang er mit einem Finger in sie ein. Hermine stöhnte und drückte sich ihm stärker entgegen. Bald schob er einen zweiten Finger in sie und saugte stärker an ihrem Kitzler. Er spürte, wie ihr Becken langsam zu zittern begann, ihre Hände suchten auf dem Schreibtisch nach etwas, in das sie sich krallen konnten. Als sie kam, schrie Hermine erstickt auf, ihr Rücken drückte sich durch und ihre Beine wollten sich zusammenpressen, doch Snape hielt sie davon ab und leckte sie, bis das letzte Beben ihres Höhepunktes abgeklungen war.

Als er zwischen ihren Beinen auftauchte, richtete sich Hermine auf, ein schüchternes Grinsen im Gesicht. Ihre Wangen waren gerötet und die Haare noch wilder als zuvor. Sie zog Snape in einen Kuss und genoss den ungewohnten Geschmack nach sich selbst in seinem Mund. Es war der erste Orgasmus in ihrem Leben, den sie nicht selbst verantwortet hatte, wenn sie von dem schmerzhaften Höhepunkt bei ihrem ersten Mal absah - und es war einfach … ein wunderbares Gefühl gewesen. Sie wollte mehr. Mehr von ihm. Sie wollte, dass er niemals aufhörte, sie zu küssen, dass seine Arme sie für immer hielten, seine Hände sie für immer streichelten. Und er hörte nicht auf, sie zu küssen. Seine Hände lösten sich aus ihrem Haar, hoben ihre Hüfte leicht am, sodass er ihren Slip hinunter streichen konnte. Sie schüttelte diesen ungeduldig von ihren Fußgelenken und küsste ihn danach nur noch hungriger, schob ihre Zunge tief in seinen Mund.

Snapes Finger wanderten zu ihrer Mitte, fanden zielsicher ihren Kitzler. Die junge Frau drängte sich begeistert gegen ihn. Ihre eigenen Hände fingen nun stärker an, seinen Körper zu erkunden. Ungeduldig löste sie seinen Umhang und machte sich an die niemals enden wollenden Knöpfe. Als sie ihn endlich aus der Robe gepellt hatte, stöhnte sie in einer Mischung aus Enttäuschung über die weiteren Kleidungsschichten und Lust. Er lachte an ihrem Mund, und sein Lachen schickte eine Welle Erregung durch ihren Körper. Sie vergaß ihr Vorhaben, ihn weiter auszuziehen, als seine Bewegungen an ihrem Kitzler schneller wurden. Severus hatte die andere Hand um Hermines Oberkörper geschlungen und hielt sie gegen seine Brust gedrückt, als sie vor Erregung bebte. Als sich ihr zweiter Orgasmus ankündigte, löste sie ihre Lippen von seinen und barg das Gesicht an seinem Hals. Ihr Unterleib zuckte, und sie biss in seine Schulter, konnte ihr Stöhnen allerdings nicht gänzlich unterdrücken.

„Lassen Sie los, Miss Granger“, raunte er an ihrem Ohr, und der Klang seiner Stimme reichte, um Hermine über die Kante zu stoßen. Sie schrie auf, als ihr Höhepunkt sie überrollte.

Schwer atmend lehnte sie an Snapes Brust. Als Hermines Atem sich beruhigt hatte, löste sie sich von ihm und schaute ihn aus hungrigen Augen an.

„Mehr?“, fragte er.

„Ja“, hauchte sie, und das Braun ihrer Augen funkelte.

Snape löste sich ein wenig von ihr, um seine Hose auszuziehen. Als Hermine sich wieder zurück auf den Schreibtisch lehnte, stellte sie fest, dass er eine weiche Unterlage gezaubert haben musste, damit sie es bequemer hatte. Sie winkelte ihre Beine an und schaute erwartungsvoll zu ihm.

„Sind Sie sich sicher, Miss Granger?“

Sie hob den Kopf, und ihr Blick wanderte von seinen Augen zu seiner Mitte und wieder zurück.

„Merlin ja“, stieß sie aus, „Ich war mir noch nie so sicher, Sir“, sagte sie und hob erwartungsvoll ihr Becken.

Severus positionierte sich zwischen ihren Beinen und fuhr mit seiner Spitze ihre Spalte entlang, umkreiste ihren Kitzler.

„Professor, bitte“, sagte die Gryffindor atemlos.

Snape schob seine Spitze in sie, verharrte, zog sich wieder zurück. Hermine gab ein enttäuscht knurrendes Geräusch von sich, reckte sich ihm entgegen. Als er endlich mit voller Länger in sie eindrang, stöhnte sie auf. Er hielt inne, damit sie sich an das Gefühl gewöhnen konnte, doch die Löwin bewegte ungeduldig ihr Becken. Severus nahm sie mit langsamen, tiefen Stößen. Hermine hatte den Kopf weit in den Nacken gelegt, die Augen geschlossen. Sein Daumen fand ihren Kitzler und massierte diesen im selben Rhythmus.

„Schneller, Sir, bitte“, Hermine bog ihren Rücken durch und genoss den Rausch der Erregung. Das Gefühl, vollkommen ausgefüllt zu sein zusammen mit der Stimulation ihrer Perle machte sie vollkommen wahnsinnig.

Snape kam ihrer Bitte nach und beschleunigte seinen Rhythmus. Granger quittierte dies mit einem Aufstöhnen.

„Sir, bitte“, stieß die Gryffindor nach einer Weile aus. Severus trieb sich härter und schneller in sie, und Hermines Finger kratzten neben der Unterlage über die Schreibtischplatte.

„Ja“, stöhnte sie, „Gott, jaa“, ihr Stöhnen wurde zu einem Schrei, als Snape sie tief nahm und ihren Kitzler weiter mit seinem Daumen rieb. Hermines Rücken bog sich durch und sie zog sich um ihn zusammen, als der Orgasmus sie überrollte.

Schwer atmend und von einem leichten Schweißfilm überzogen lag Hermine auf dem Tisch. „Das war unglaublich“, sagte sie, die Stimme rau, die Augen noch immer vor Lust glänzend. Snape bewegte sich langsam in ihr, beobachtete ihre Reaktion. Als sie sich genießend zurücklehnte, machte er mit seinen sanften Stößen weiter. Hermine schloss wieder die Augen, ein Lächeln auf den Lippen.

Die Gryffindor erholte sich schnell und begann, ihre Hüfte gegen Snapes zu bewegen. Er fasste diese Regung auf und nahm sie wieder tiefer, doch weiterhin langsam und zart.

Merlin, hätte Hermine gewusst, wie unglaublich gut sich Sex anfühlen konnte, hätte sie damit eher begonnen. Genießend drückte sie sich dem Tränkemeister entgegen, welcher ihre sich steigernde Lust wahrnahm und seine Stöße intensivierte. Begeistert stellte Hermine fest, dass es gar nicht Mal die Stimulation ihres Kitzlers brauchte, um ein wunderbar elektrisierendes Gefühl durch ihren Körper zu jagen. Snapes Stöße wurden schneller, und Hermine keuchte in ihrer Lust.

„Härter, Sir, bitte“, sie klammerte ihre Hände in die Unterlage und schob sich ihm entgegen.

Snape umfasste ihre Hüfte mit beiden Händen und stieß tief und hart in sie.

„Oh, ja“, machte die Gryffindor und spürte, wie sich ihr Höhepunkt aufbaute. Als sie dieses Mal kam, bäumte sie sich auf und schrie ihre Lust hinaus. Danach sackte sie auf den Schreibtisch zurück. Sie fühlte sich vollkommen befriedigt, schwebend. Ihre Beine zitterten noch, und sie ließ sie seitlich auf die Tischplatte sacken. Sie spürte, wie Snape einen warmen Stoff über ihr ausbreitete. Der Stoff roch nach ihm, und sie erkannte ihn als seinen Umhang. Dann hörte sie das Klicken der Bürotüre.

Hermine genoss für eine Weile ihren benebelten, schwebenden Zustand. Sie rollte sich unter dem Umhang zusammen, fühlte sich in dem dicken Stoff und Snapes Geruch geborgen. Als sie langsam wieder auftauchte, setzte sie sich auf und ließ den Blick durch den leeren Raum schweifen. Sie war enttäuscht, dass der Tränkemeister nicht mehr da war. Sie hatte das Bedürfnis, ihn an sich zu drücken, ihn zu spüren. Der Sex war wunderbar gewesen, doch im Nachhinein beschlich sie das Gefühl, zu wenig von ihm gehabt zu haben. Sie wollte ihn das nächste Mal dicht über sich haben, ihre Beine um ihn schlingen, seinen Körper nackt auf ihrem spüren.

Beim nächsten Mal? Merlin, sie wünschte sich tatsächlich ein nächstes Mal Sex mit Severus Snape. Hermine fuhr sich durch die Haare. Sie hatte ein seltsames Gefühl. Snape war unheimlich zärtlich gewesen. Er hatte ihren Körper mit Küssen übersät, war vorsichtig und rücksichtsvoll gewesen. Er hatte ihr wunderbare Orgasmen geschenkt. Gleichzeitig hatte sie das Gefühl, nicht viel von ihm erkundet zu haben. Sie hatte ihn nicht ausgezogen, seinen Körper im Gegenzug nicht mit Küssen kennengelernt, hatte seine nackte Haut nicht berührt. Sie selbst hatte sich dem Sex völlig hingegeben, hatte einen Höhepunkt nach dem anderen erlebt. Hatte er überhaupt Leidenschaft gefühlt? Oder war es für ihn ein Job gewesen, eine Aufgabe, die erfüllt werden musste? War es eine Art Wiedergutmachung für ihr erstes Mal, das so unglücklich gewesen war? Hatte er es aus reinem Pflichtgefühl getan, um ihr eine mögliche Show vor Voldemort zu erleichtern? Hatte er dabei überhaupt Lust empfunden? Oder hatte er sich sogar überwinden müssen? Hatte er lediglich funktioniert?

Hermine erinnerte sich an Snapes Worte – er hatte gelernt, es mögen zu müssen. Er hatte gelernt, wann Voldemort zufrieden war. Die Gryffindor legte den Umhang beiseite und stand auf. Es lief nichts heiß aus ihr heraus. Sie fuhr mit einem Finger zwischen ihre Beine. Sie war sich sicher, dass er nicht in ihr gekommen war. Seufzend sammelte sie ihre Kleidung auf und huschte aus dem Büro in ihr Schlafzimmer und von dort ins Bad unter die Dusche. Doch das seltsame Gefühl ließ sich auch nicht mit Wasser fortspülen.





AN: Na, es geht vorwärts! Ein Horkrux mehr zerstört und für die Beziehung zwischen Hermine und Severus ergeben sich interessante Veränderungen ;) Ich bin sooo gespannt, was ihr über das Kapitel denkt!
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