Oceans of Time

GeschichteRomanze, Horror / P16
Graf Dracula Jonathan Harker Mina Murray / Harker OC (Own Character) Professor Abraham Van Helsing
27.12.2015
02.11.2016
6
18.062
 
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27.12.2015 1.205
 
Hallo  und willkommen in meinem Schloss.... äh... bei meiner FF, mein ich natürlich ^^
Okay, "schlechte Einleitung ", abgehakt...
Ich bin schon seit langem ein großer Dracula-Fan und tja... irgendwie ist es so zu dieser kleinen FF gekommen.
Bevor ich euch den Prolog auf den Hals hetzte (hehe, hübsches Wortspiel) , möchte ich aber noch ein paar Worte sagen:
Großteils spielt diese FF im 21. Jahrhundert, was also bedeutet, dass sie   meistens von den Nachfahren der bekannten Helden erzählt. Außerdem halte ich mich neben dem Buch auch an den Film von 1992 v. Francis Ford Coppola, vor allem was die Beziehung zwischen Dracula und Mina betrifft. Man muss den Film aber wirklich nicht kennen, um die FF zu verstehen. Bei Fragen, wendet euch einfach an mich ^^
Aber jetzt viel Spaß mit dem Prolog. Und Reviews sind natürlich immer erwünscht! ;)

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Dunkelheit. Unendliche Dunkelheit umgab ihn. Diese Finsternis hielt ihn nun schon seit Jahren, vielleicht sogar Jahrhunderten gefangen.
Ob Mina noch lebte? Ob es ihr gut ging? Das fragte er sich beinahe ständig, nur um irgendwie gegen dieses Gefühl der Leere anzukämpfen.
Doch diese Fragen würden ihm vermutlich nie beantwortet werden, genauso wenig wie er dieses Gefängnis jemals wieder verlassen würde...

***


1917

Mina Harkers Tagebuch

4. Mai  - Ich bin schuld. An allem, was passiert ist und was passieren wird.
Dies wird vermutlich mein letzter Eintrag hier sein. Wie lange habe ich nun bereits kein einziges Wort in dieses Buch geschrieben? Jahre? Jahrzehnte? Doch diese Gefühle, die ich jetzt empfinde, so viele Jahre nach dem Tod des Mannes, den ich geliebt habe -Gott verzeih mir, dass es nicht Jonathan ist, den ich meine- muss ich einfach diesem Buch anvertrauen, das meine geheimsten Geheimnisse kennt.
Ich bin nun seit zwanzig Jahren mit Jonathan verheiratet. Neunzehn glückliche Jahre. Und dann das Jahr, in dem ich krank wurde.
Zwanzig Jahre, in denen ich schwieg, alles für mich behalten und somit alle belogen habe. Doch ich spüre, dass es mit mir zu Ende geht, selbst wenn Jonathan es nicht glauben will. Ich möchte nicht mit einer Lüge sterben. Vielleicht sind diese Worte meine letzten vor meinem Tod. Tod. Unglaublich wie endgültig dieses Wort  doch klingt.
Und nun mein Geständnis, die Schuld, die seit Jahren auf mir lastet, seit dem Tag an dem mein Prinz für die Welt gestorben ist, doch niemals für mich...
Alles, was die Welt jemals erfahren soll, ist, dass ich es damals nicht konnte. Ich war zu schwach -ein Teil in mir, möchte sagen "stark genug"- um es zu Ende zu bringen. Wie hätte ich diesen Mann auch töten können? Ist es ein Verbrechen ein Monster zu lieben? Wenn ja, dann vergib mir, dass ich es niemals bereut habe. Keinen Tag, keine Sekunde. Hätte ich die Möglichkeit würde ich selbst jetzt noch mein Leben aufgeben, um so zu werden wie er, bis in alle Ewigkeit. Jonathan, bitte verzeih mir. Trotz allem, und das musst du mir glauben, habe ich dich immer geliebt.
Meine letzten Worte, die für immer auf diesem Papier festgehalten sein sollen; ich wünschte er könnte sie hören. Irgendwann werden wir uns wiedersehen. Ich liebe dich.  


Mit einem schweren Seufzer ließ Mina ihre Feder sinken, schlug das Tagebuch zu. Endgültig und für immer. Nicht ohne Anstrengung - die Krankheit hatte sie mittlerweile beinahe ihrer gesamten Kraft beraubt- erhob sie sich aus ihrem Stuhl und löschte die Kerze, die den Raum spärlich erhellte. Augenblicklich verschwand ihr Schlafzimmer in erdrückender Dunkelheit. Das einzige Licht, das die Finsternis etwas zurückdrängte, war der fahle Mondschein, der durch die Fenster fiel und silbrige Muster in den Raum zeichnete.
Mit einem beinahe verträumten Lächeln auf den bleichen Lippen ging Mina zum Fenster, sah hinaus. Ein schmerzhafter Stich bohrte sich in ihr Herz. Kurz fühlte sie so etwas wie einen kalten Windhauch, der sie zitternd das Tuch, welches sie um die Schultern gelegt hatte, enger um ihren Körper ziehen ließ.  
Es war kaum zu glauben, wie dieses eine Jahr sie verändert hatte, wie nahe es sie dem Tod gebracht hatte. Anfangs hatte es wie eine harmlose Erkältung begonnen, nichts worüber sie sich hätte Sorgen machen müssen. Doch sie hatte sich getäuscht. Von Woche zu Woche war sie schwächer geworden. Kein Arzt, nicht einmal Dr. Seward, dessen Frau wohl die selbe Krankheit das Leben gekostet hatte, wusste Rat und so rückte Mina dem Ende unaufhaltsam entgegen.
Und nun schien sie nur noch ein Schatten ihrer selbst, der Person, die sie einmal gewesen war, kaum vergleichbar mit der energischen, jungen Frau von früher. Ihre Haut, im Mondlicht, das nun durchs Fenster fiel noch blasser, hatte einen unnatürlichen weißen Farbton angenommen. Schneeweiß, als würde sie bereits nicht mehr  unter den Lebenden weilen. Und ihr Körper, nun in ein weißes Nachthemd gehüllt, war krankhaft dünn, zierlich als könne er bei der kleinsten Berührung zerbrechen. Selbst ihre Augen hatten ihren Glanz verloren, schienen völlig stumpf und leblos.
Das einzige, das mit großer Bestimmtheit noch sehr lebendig war, waren ihre Gefühle, ihre Gedanken, die in letzter Zeit mehr als zuvor  ihm  galten.
Mina entwich ein leiser Seufzer, während sie hinaus zum Mond sah.
Kleine Kristalle glitzerten in ihren geöffneten Handflächen im Mondlicht. Ihre Tränen. Es war alles, was sie noch an Dracula... nein, so wollte sie ihn nicht nennen. Dracula war der Name eines Monsters und das war er für sie niemals gewesen. Diese Tränen waren alles, was sie noch an Vlad erinnerte.  
Ein Stechen breitete sich in ihrer Brust aus, was sie geflissentlich zu ignorieren suchte.
Ich habe dich so lange nicht mehr gesehen... Und sie wusste, dass sie ihn nie wieder sehen würde. Nicht in diesem Leben.
Der Mond verschwamm etwas vor ihren Augen, das Stechen in ihrer Brust wurde beinahe unerträglich. Nach Atem ringend suchte ihre Hand beinahe panisch nach Halt, während sie langsam auf die Knie sank.
"Mina, was machst du denn da? Du sollst doch noch nicht aufstehen", drang Jonathans besorgte Stimme zu ihr, dumpf und wie meilenweit entfernt.
Seine Arme umschlossen sie, versuchten ihr Halt zu geben und sie sanft zum Bett zurückzuführen, doch sie spürte es kaum. Da waren nur diese schrecklichen Schmerzen, die ihren Körper erst brennend heiß, dann eiskalt durchfuhren, ihr den Atem nahmen und ihr Herz... aussetzen ließen.
Ehe sie das Bett erreichen konnten, sank Mina zu Boden.
"Mina? Mina, hörst du mich? Mina!" Jonathans Stimme wurde eine Nuance lauter, verzweifelter. "Mina!"
Sie versuchte mühsam die Augen offen zu halten, nur einen kurzen Moment. Doch sie sah nicht Jonathan an, sondern direkt an ihm vorbei zum Mond. Er leuchtete genauso hell wie in jener Nacht...
"Mina!"
Dann wurde alles schwarz, unendlich schwarz.

***


2015

Ein leises Geräusch ließ ihn aufhorchen, obwohl er immer noch in demselben Dämmerzustand gefangen war. Ein Herzschlag... Regelmäßig, kräftig, lebendig. Das nächste, das den dunklen Schleier durchdrang, waren Stimmen. Es war jemand hier?
Dann ein Geruch, ein Geruch, den er schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gerochen hatte. Blut. Süß. Metallisch. Und plötzlich war es mehr als nur eine vage Vorstellung. Langsam tropfte die warme Flüssigkeit auf seine Lippen. Ein Tropfen...zwei... drei...
Die Dunkelheit verschwand, das Leben kehrte in ihn zurück.
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Und das war's fürs erste auch schon. *räusper* Reviews sind natürlich erwünscht. *räusper* *Glas Blut zum Review_Button schieb*
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