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Opferspuk

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
26.12.2015
26.12.2015
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In Mexico-City sahen sich Jetrel, Seraphiel und Kat derweil in der Werkstatt um. Fünf Männer arbeiteten offenbar an weiteren Käfigen und schmiedeten Messer. Kat nahm eine der Klingen vorsichtig in die Hand und prüfte die Schärfe der Schneide. Verächtlich stellte sie fest, dass es sich nicht mit den Obsidianklingen messen konnte, die sie in einem Schultergurt untergebracht hatte – einem Geschenk von Yolotli als er damals in Nick gewesen war. Die Männer arbeiteten schweigend. Jetrel trat näher zu einem. Er wirkte sichtlich erstaunt, dass nicht geredet wurde, dann sah er zu Kat und Seraphiel. „Man hat den Männern die Zungen herausgeschnitten. Offenbar sollen sie nicht reden.“
„Sehr seltsam...“ murmelte Kat. Sie konnte mühelos die alten aztekischen Schriftzeichen auf den Messern lesen und wusste, dass diese für Rituale vorgesehen waren. „Lasst uns nach Chitzen Itza weiterreisen. Ich werde Yomyael benachrichtigen...“ schlug Jetrel vor und sah Kat und Seraphiel an. Seraphiel nickte nachdenklich. „Ist vielleicht besser. Hier können wir für heute nichts ausrichten und vielleicht hat Yomyael die Käfige auch schon gefunden.“ sagte er leise. Als sie die Werkstatt verließen wartete der gefallene Engel bereits. Er neigte den Kopf in Kats und Seraphiels Richtung. „Fürstin Lucia, Fürst Seraphiel – ich habe die Käfige in Neuatzlan entdeckt... und ich glaube, dass ein Ritual kurz bevorsteht...“ meldete er. Seine Besorgnis war ihm anzusehen. „Ehrlich gesagt, wird das Fürst Lucifer nicht gefallenen.“ „Selbstverständlich nicht. Die meisten Menschen werden natürlich denken, dass es satanische Opfer sind...“ murmelte Sealthiel nachdenklich. Gemeinsam verschwanden sie und tauchten in Neuatzlan wieder auf.  
Yomyael führte sie zu der Stelle an der die Käfige aufgestellt waren. Kat sah sich die Anordnung an. „Ja, es soll ganz offensichtlich ein Opfer an Tlaloc durchgeführt werden...“ flüsterte sie entsetzt. Sie blickte ihre Begleiter an. „Das darf Dad nicht erfahren. Er leidet heute noch drunter...“ Sealthiel seufzte. „Ich kann ihn notfalls auch abschirmen. Lucifer muss es erfahren.“ sagte er ernst. „Wann meinst du – mit deinem Wissen von Icnoyotl oder Itzel – wann diese Opferungen stattfinden könnten?“ fragte er dann und sah Kat an. „Keine Ahnung, vielleicht zur Día de la Candelaria... die beginnt am 31. Januar und dauert an sich nur bis zum 2. Februar. Es ist aber an sich auch ein christliches Fest... am Ende wird die Madonnenstatue zum Fluss gebracht...“ Sie sah irritiert zu den anderen. „Ich bin mir nicht sicher ob... ob diejenigen, die diese Opfer bringen wollen... ich meine, ob sie ein christliches Fest missbrauchen würden...“ „Sie würden, Fürstin Lucia. Mit wahrem Vergnügen um es zu verunglimpfen und die Schuld auf Fürst Lucifer zu schieben.“ antwortete Jetrel grimmig.
Seraphiel sprach einen Zauber über die Käfige. Yomyael sah in fragend an. „Damit werden wir erfahren, wann in diese Käfige ein lebendes Wesen eingeschlossen wird. Wenn es wirklich eine Opferung für den aztekischen Regengott Tlaloc ist, dann werden es – im Original – Kinder sein.“ erklärte jedoch Kat ihm. Sie hatte den Zauber erkannt – auch wenn sie mit der schwarzmagischen Variante besser vertraut war. „Lasst uns die anderen Städte absuchen.“ murmelte Sealthiel und sah sich forschend um.
Texcoco war das nächste Ziel. Auch hier fanden sie Käfige und Anzeichen dafür, dass irgendwas gehäutet worden war. Kat trat an den recht neu wirkenden Techcatl, den aztekischen Opferstein aus Lavagestein. „Es ist ein... ein Schwein lebendig gehäutet worden...“ murmelte sie als sie die Hand über den Altar hielt. Sie zitterte. Sie selbst hatte vor zwei Jahren - im zarten Alter von 14 – eine Schweinehälfte häuten müssen. Yaotl, der damals von Derek Besitz ergriffen hatte, hatte Alex und sie dazu gezwungen. Yolotli, dessen Seele in Nick gewesen war, hatte sich als geduldiger Lehrer erwiesen.
Nachdem sie auch in den anderen Städten Spuren von Opferungen gefunden hatten, teilweise auch Anzeichen dafür, dass etwas Großes bevorstand, kehrten sie in den Boulevard zurück und warteten auf die andere Gruppe.
Sie traten ins Wohnzimmer als sie hörten dass der Fernseher lief. Derek und Rachel saßen betroffen auf dem Sofa und starrten auf den Bildschirm in dem gerade über aztekische Opferungen berichtet wurden. Derek erkannte den Techcatl  und als er die Käfige sah wusste er sofort um welches Ritual es ging. Die beiden himmlischen Seraphen und Kat sahen besorgt zum Höllenfürst. Sie erkannten wie sehr es ihn traf, dass Derek wieder damit konfrontiert wurde. "Wir könnten einen Zauber anwenden, um ihn..." sagte Sealthiel zu Lucifer in Gedanken, außer ihm konnten noch Seraphiel und Kat der Gedankenunterhaltung folgen. "Nein, das macht keinen Sinn. Erstens: Kommt es ständig in den Nachrichten. Zweitens: Hat Derek bisher schon alles rausgefunden, auch wenn man Zauber auf ihn angewandt hat. Er ist zu misstrauisch, was Magie angeht, sodass die Zauber nicht richtig wirken. Und Drittens: Könnte sein Wissen was diese Rituale angeht von Nutzen sein."
Die beiden Seraphim sahen ihn fragend an. "Und was willst du tun wenn es ihm zu viel wird?" Kat stellte fest, dass ihr Lieblingspatenonkel sehr  traurig wirkte. "Das Gleiche was ich schon mal gemacht habe. Ich helfe ihm mit Magie das durchzustehen. Ich habe es schon einmal geschafft. Und schaffe es auch wieder!"  Kat blickte ihn besorgt an. "Und ich mache mir Sorgen um meinen Dad und dich. Du hast schon genug andere Probleme und nimmst keine Rücksicht auf dich selbst. Ich bin nicht doof Onkel Belial... ich merke auch, dass du seit geraumer Zeit niemanden mehr an dich ran lässt, was Gedanken und Gefühle angeht." Der Höllenfürst verdrehte kurz die Augen." Ach Käthchen, mach dir doch nicht immer solche Gedanken. Ich bin in der Hinsicht stärker als ihr alle, klar es trifft mich und ich finde es schrecklich, aber... mal ganz ehrlich... dir ist schon klar, dass ich in der Hölle täglich schreckliche Taten verrichte?" Sie nickte.
"Gestern zum Beispiel habe ich etwas tun müssen was mindestens ebenso schlimm war wie das Opfer für Tlaloc, da kommt es auf die  Hilfe die ich Derek leiste nicht mehr drauf an." Kat und die beiden Engel wirkten besorgt, nickten jedoch. Mit einer Handbewegung schaltete Belial den Fernseher aus. "Du solltest dir das nicht ansehen, Derek." sagte er freundlich. "Warum passiert das jetzt wieder? Ich hatte es fast schon vergessen und jetzt..." Rachel umarmte ihren Mann liebevoll. "Wir besprechen das in meinem Arbeitszimmer, geht schon mal vor, ich komme gleich nach." sagte Belial ernst. Er gab seiner Frau einen zärtlichen Kuss auf den Mund als die Küche betrat. "Wo ist Luciano?" erkundigte er sich. "In seinem Zimmer, er schläft." Er nickte und wandte sich an die Köchin. "Tilly wir besprechen uns in meinem Arbeitszimmer, würdest du mir bitte einen starken Kaffee machen und für die anderen Tee. "Ja mach ich, aber ich mache zwei Kaffee, denn Fürst Seraphiel bevorzugt auch Kaffee, er hat die letzten Tage eigentlich immer Kaffee getrunken." Er nickte. Selvaggia sah ihrem Mann besorgt nach. Sie spürte, dass ihn etwas beschäftigte.
Graphiel stand immer noch verängstigt in einer Ecke des Raumes als Lucifer erschien. Julien trat zu ihm und flüsterte ihm etwas ins Ohr, woraufhin der Höllenfürst genervt die Augen verdrehte und flüsterte: "Der ist so dämlich, das tut schon weh." Seraphiel und Sealthiel die neben Lucifer standen hörten seinen Kommentar. "Was habt ihr rausgefunden?" erkundigte er sich laut. "Wir waren in Mexico-City und dort haben wir Hinweise auf eine baldige Opferung gefunden und auch einen Techcatl und andere aztekische Utensilien." erklärte die Sechzehnjährige. Derek atmete einmal tief ein. "Das Ritual, mit den Kindern. Welches ich auch... machen musste." Seine Stimme versagte fast. "Es kam gerade im Fernsehen." Lucifer beobachtete Derek immer aus den Augenwinkeln. Seit klar wurde, dass es sich bei dem Fall auch um aztekische Rituale handelt, achtete er wieder mehr auf seinen besten Freund. "Was habt ihr herausgefunden?" erkundigte sich Seraphiel. "Nicht viel, es waren eher Hinweise auf kleinere Rituale, Rituale wie sie heutzutage noch als "Ergänzung" zum Christentum stattfinden. So nach dem Motto: Ich stelle mich mit dem Himmel gut aber ab und zu ein Opfer für die alten Götter kann nicht schaden. Bisher begnügte man sich allerdings  mit Tieropfern. Aber sie finden jetzt vermehrt statt." erklärte Julien kurz.
"Die armen Menschen. So grausam. Und wer behandelt den Fall, Höllenwesen und verblendete Engel. Wie schrecklich!" jammerte Graphiel in seiner Ecke vor sich hin. "Jetzt reicht es! Du nervst mich! Halt endlich deinen Mund. Ich kann dein Gejammer nicht mehr ertragen. Und wenn ich jetzt noch eine negative Bemerkung über mich mitbekomme, dann vergesse ich mich!" brüllte der Fürst der Hölle den Engel an. Graphiel zuckte zusammen und wimmerte noch mehr. Belial schüttelte den Kopf. "Vater, der ist nicht zu ertragen. Hör auf rumzuwinseln, sonst schweigst du!" fauchte er den himmlischen Sekretär an und trat hinter Derek, der in einem der bequemen Sessel in der Sitzecke saß und legte seine Hände auf die Schläfen seines brüderlichen Freundes. "Lass es zu Derek, ich will dir nur helfen." flüsterte er brüderlich und hörbar besorgt. "Aber... aber ich, weiß..." er drehte sich kurz um und sah dem Höllenfürst in die Augen. " ...mittlerweile wie du mir die Bilder in meinem Kopf und die Schmerzen und alles nahmst... du hast alles auf dich gelenkt und dir ging es damals auch an die Nieren." Er atmete tief ein. "Da stimmt, aber ich bin stärker als du und kann besser mit diesen negativen Gefühlen umgehen. Lass mich dir helfen, bitte!" sagte der Höllenfürst nachdrücklich. Derek ließ es zu da er wusste dass Belial nicht nachgeben würde. Graphiel wollte etwas zu Euangelion sagen. Finstere Blicke trafen ihn. "Schweig!" rief Lucifer laut und mache eine Handbewegung worauf das Winseln des ängstlichen Engels verstummte. Besorgt sahen Seraphiel und Sealthiel zu wie ihr gefallener Bruder Dereks schmerzliche Erinnerungen an Tenochtitlan linderte.
"Was unternehmen wir jetzt wegen der Rituale und wie können wir es stoppen?" wollte Rachel wissen. "Ich habe einen Zauber auf die Käfige gelegt. So werden wir erfahren wenn sie mit dem Ritual beginnen wollen und können dieses möglicherweise verhindern. Ich schlage vor, dass dann Sealthiel, Lucifer, Jetrel, Yomyael und ich gehen. Wie wir alle Opferungen beenden können und warum diese so extrem zunehmen müssen wir allerdings noch herausfinden." antwortete Seraphiel.
Der stellvertretende himmlische Botschafter beobachte seinen höllischen Kollegen genau, da er sich vorgenommen hatte ihn in Zukunft besser im Auge zu behalten um gleich eingreifen zu können, bevor ihn wieder alles zu überlasten drohte und er aggressiv reagierte. Belial stand mit geschlossenen Augen da, er wirkte angewidert. Dem Erzengel entging nicht, dass Dereks Schmerz auch ihm zusetze. "Besser?" fragte er als er die Augen wieder öffnete. Derek nickte. "Danke Belial, und wie geht es dir?" Er lächelte und zuckte mit den Schultern. "Passt schon." Derek sagte nichts darauf, sah jedoch Seraphiel an. Der gab ihm mit einem angedeuteten Nicken zu verstehen, dass er sich um Lucifer kümmern würde falls es notwendig würde.
"Ich würde vorschlagen wir machen hier Schluss für heute und..." Er wandte sich an die beiden Erzengel und seine höllischen Untergebenen  "...wir treffen uns wieder wenn dieses Ritual beginnen soll um es zu verhindern und um gegebenenfalls noch mehr herauszufinden. Falls sich vorher etwas ergibt, ihr wisst wie ihr mich erreicht. Ich ziehe mich jetzt erst mal mit meiner Frau und meinem Sohn zurück und würde gerne sozusagen zwei Tage Urlaub nehmen.” zwinkerte er Seraphiel zu. "Rachel gib meinen süßen Patenkindern einen Kuss von mir, wenn sie wieder wach sind." Damit verabschiedete er sich von den anderen und verschwand. Die anderen zogen sich ebenfalls zurück.
Da das Ritual wie Kat vermutete  erst, in drei Wochen stattfinden würde und nichts wichtiges anstand, beschloss Seraphiel Lucifer diese zwei Tage etwas Ruhe zu gewähren. Dieser tauchte auch nicht im Boulevard auf sondern verbrachte die Zeit mit seiner Familie.
Im Himmel bat Graphiel um ein Gespräch mit dem himmlischen Vater. "Vater, Fürst Lucifer wendet schwarze Magie gegen mich an und Fürst Seraphiel... steht auf seiner Seite. Fürst Metatron hat... er macht mit dieser Menschenfrau unzüchtige Dinge und wird ebenso wie Fürst Lucifer einen..." Weiter kam er nicht. "Schweig jetzt, und höre mit genau zu Graphiel." befahl Gott seinem Engel streng.
"Metatron ist noch drei Wochen in Urlaub, den lässt du in Ruhe und machst was Seraphiel dir befielt. Lucifer kann dir ebenfalls Befehle erteilen, die du zu befolgen hast, er steht weit über dir auch wenn er der Fürst der Hölle ist. Er arbeitet in der Botschaft für mich und ich bin mit seiner Arbeit sehr zufrieden, seine höllischen Angelegenheiten interessieren mich nicht. So einen kleinen Schweigezauber darf er über dich legen, wenn du ihm auf die Nerven gehst. Und jetzt noch einmal, dass du es auch aus meinem Munde hörst und es endlich glaubst. Metatrons und Lucifers Beziehungen zu ihren Frauen wurden von mir abgesegnet, Luciano ist keineswegs ein Nephilim, im Gegenteil, er ist ebenso wie Katherine und Julien ein halber Engel, ein Seraph um genau zu sein. Und so wird es auch bei Lucifers weiteren Kindern sein, was ich bald in die Wege leiten werde. Ebenso bei Metatron und Cassandra. Und jetzt möchte ich nichts mehr von diesen Vorwürfen gegen deine Brüder hören. Geh wieder in den Boulevard und mache deine Arbeit!" befahl der himmlische Vater streng.
Graphiel stand mit aufgerissenen Augen da, schluckte und nickte ängstlich. Er verschwand und tauchte wieder im Vorzimmer an seinem Schreibtisch des Arbeitszimmer des himmlischen Botschafters auf. Er versuchte sich auf seine Berichte zu konzentrieren, was ihm jedoch nicht gelingen mochte. Er lebte in ständiger Angst der Höllenfürst könne plötzlich auftauchen.
Den zweiten freien Tag verbrachten Lucifer und Selvaggia mit Luciano in San Francisco. Dort waren sie zum Kaffee und Abendessen eingeladen. Sie redeten auch nicht viel über den Fall.
Kat und Julien beschäftigten sich mit Luciano, während die Zwillinge ihren Patenonkel und Selvaggia ordentlich forderten. Lucas wollte die ganze Zeit nur mit seinem Patenonkel toben, was er lachend eine Weile tat, und seine Schwester spielte mit ihren Puppen die sie immer wieder auszog und dann Selvaggia gab um sie wieder anzuziehen. Man merkte, dass die liebevolle Hexe die Patentochter ihres Mannes genauso liebte wie ihren eigenen Sohn, der gerade versuchte seiner Patentante Katherine seinen Schnuller anzubieten, was die amüsiert ablehnte.
Erst beim Abendessen erkundigte sich Julien, bei dem höllischen Botschafter: "Was unternehmen wir jetzt weiteres in diesem Fall?" Lucifer sah den Freund seiner Patentochter an und antwortete: "Zuerst werden wir wie besprochen das Ritual in Mexico verhindern und dann versuchen etwas mehr herauszufinden. Und dann müssen wir uns Gedanken machen wie wir das Ganze beenden können." "Ich hoffe ihr könnt diesen Fall bald abschließen, bevor sich die Opferriten noch weiter ausbreiten." sagte Rachel traurig.
Das Telefon des Legates klingelte und Derek griff zu seinem Mobiltelefon auf die viele Anrufe umgeleitet wurden. „Das ist Berlin...“ murmelte er und meldete sich. “Ja, Dr. Maier, worum geht es?“ „Dr. Rayne, ja, Sie sind doch Anthropologe? Könnten Sie nach Deutschland kommen und Ihren... „Cousin“ vielleicht mitbringen? Im Spreewald und in anderen deutschen Wäldern wurden Vorbereitungen für Imbolc-Feiern entdeckt und auch verschiedene Opferplätze. Die Polizei ist da teilweise schon dran und versucht die Beweise zu sichern. Wir sind hier etwas beunruhigt, aber wahrscheinlich sind Sie da schon dran an diesen Opfer-Häufungen?“ Belial lächelte und bat Derek um das Telefon, was dieser ihm mit kurzem Zögern gab.  „Dr. Maier, hier ist Belial. Wir sind dran, ja, haben uns aber bisher auf Südamerika konzentriert – obwohl der Himmlische Botschafter sich auch gemeldet. Metatron ist gerade in der Südsee unterwegs und genießt seine Freizeit... dort gab es wohl diverse Vorfälle.“ Dr. Maier lachte. „Vermutlich die Flitterwochen – die Hochzeit im Petersdom wurde schließlich im Fernsehen übertragen, genau wie die Taufe Ihres Sohnes Luciano, Dr. Rayne.“ Derek grinste Rachel an. „Ja, die beiden haben sich das verdient, denke ich. War kein leichtes Jahr für die zwei. Davon mal abgesehen – ich würde Morgen mit Metatrons Vertreter Seraphiel und meinem Sekretär Euangelion vorbeikommen, wenn es Ihnen recht ist, Dr. Maier. Dann sehen wir uns das mal an.“ „Sehr schön, Dr. Rayne. Ist es Ihnen und Ihrem Kollegen zum Kaffee recht?“ Belial lachte. „Natürlich – wenn Sie mich die Arabica-Bohnen von meiner Plantage und aus meiner Rösterei mitbringen lassen und ich Gebäck von unseren Botschafts-Küchenfeen Mathilde und Silvie mitbringen darf.“ „Ja, ich gebe ja zu, gekaufte Kekse sind sicher nicht so gut... Dann sehen wir uns Morgen.“ Belial beendete das Gespräch.
„Darf ich mal fragen, wieso du mich versuchst aus dem Fall rauszuhalten?“ fragte Derek ihn nicht ohne Ärger. „Ich versuche doch nur dich zu beschützen. Ich will dich von den Opferplätzen fernhalten, Derek. Dein Wissen als Anthropologe ist unschätzbar für Seraphiel, Metatron und mich, glaub mir, aber ich will dir den Anblick vom Blut und Tod und Leid ersparen. Ich nehme dich gern mit nach Berlin, wenn du willst, aber die Opferstätten schaue ich mir mit Seraphiel und Euangelion an – vielleicht noch  mit einem meiner Diener, aber lass bitte zu, dass ich dich schütze. Du weißt, dass du mir näher stehst als jeder meiner Brüder! Laut offizieller Darstellung bist du zwar „nur“ mein Cousin, aber hier drin...“ Belial klopfte sich auf die Brust, „hier drin, Derek, bist du mein Bruder! Mein kleiner Bruder, mein mutiger Bruder, den ich manchmal vor sich selbst schützen muss! Und wenn ich dafür deinen Zorn auf mich ziehe, dann nehme ich das in Kauf um den Stress und die Belastung von dir zu nehmen.“ Derek musste schlucken. Die Zuneigung Belials hatte sich nicht nur in den Worten, sondern ebenso im Tonfall und seiner Miene ausgedrückt. Er konnte nicht anders als hastig zu nicken. „Na gut, ich meine... in Ordnung. Ich komme mit nach Berlin. Könntet ihr Fotos machen? Ich möchte Bescheid wissen, Belial.“ Der höllische Botschafter nickte. Innerlich atmete er erleichtert aus. Ein Streit mit Derek war das Letzte gewesen was er gewollt hatte. „Und jetzt lass uns noch ein Stück von der ausgezeichneten Quiche von Rachel genießen!“
Es war recht spät in San Francisco als Belial den inzwischen eingeschlafenen Luciano auf den Arm nahm, Rachel zum Abschied auf die Wange küsste und versprach, sie und die Zwillinge von einem seiner Diener abholen zu lassen. Dann forderte er Kat und Julien auf Derek mit nach Paris zu bringen. Er legte einen Arm um Selvaggia und verschwand. So sah er nicht mehr, dass mit einem belustigten Lächeln Michael und Gabriel auftauchten. „Seid ihr fertig? Wir bringen euch. Die Zwillinge brauchen ihre Ruhe und freuen sich immer wenn sie mit ihren „Cousins“ zusammen sein können. Said-Angelo und Luciano mögen die beiden schließlich genauso wie die Zwillinge die Söhne von Lucifer und Sariel.“ sagte Michael freundlich. Er hatte sich gegenüber den Raynes die salbungsvolle Art der Begrüßung unter Kats stetig freundlichen Hinweisen längst abgewöhnt und war inzwischen – wie Raphael, Gabriel und auch Sealthiel und Seraphiel – ein geschätzter Freund der Familie und ein stets gern gesehener Besucher im Legat.  
„Hagiel ist mit Raphael bei den Zwillingen.“ sagte Gabriel mit einem Zwinkern und legte freundschaftlich einen Arm um Rachel. Michael wuschelte Kat durch die Haare, die das mit einer gespielten Leidensmiene zur Kenntnis nahm. „Onkel Michael, musst du mich immer wie ein Kleinkind behandeln? Ich bin nicht Christina-Luciana!“ Der mächtige Erzengel grinste. „Aber gegen mich bist du ziemlich jung, Kleines.“ neckte er sie. Sie seufzte. „Ja, natürlich – wer ist gegen dich und Onkel Belial, gegen Seraphiel, Hagiel, Kerubiel und auch Onkel Belials Mitarbeiter und Diener nicht jung?“ Mit einem liebevollen Blick sagte Michael: „Deine Seele, Micaela... Unser himmlischer Vater hat dir eine sehr, sehr alte Seele geschenkt – genauso wie Julien...“
Er gab ihr einen mentalen Stoß und schickte sie so in den Boulevard, wo sie neben Julien in der Küche auftauchte. Gleich darauf erschienen auch Gabriel und Michael mit ihren Eltern und einige Minuten später meldeten sich Hagiel und Raphael, dass die Zwillinge schlafend in ihren Bettchen lagen und schon freudig auf ihren Tag in der Krippe warteten. „Am Besten ruht ihr euch auch noch etwas aus. Der Nachmittag kommt früh genug und du, Derek, willst mit nach Berlin und wie ich Rachel kennen gelernt habe, wird sie mit meiner Schwägerin Selvaggia und Mathilde und Silvie irgendwelche Rezepte ausprobieren. Hagiel und Raphael sorgen dafür, dass die Zwillinge in die Kindertagesstätte kommen. Farida und Jana freuen sich schon auf die beiden.“ sagte Michael freundlich. „Ja, und die Zwillinge freuen sich schon auf ihre Freunde „Sanscho“, sprich Said-Angelo und „Luschao“, also Luciano.“ meinte Raphael grinsend.
Mental teilte Michael Kat und Julien mit, dass er sie im Arbeitszimmer des himmlischen Botschafters erwartete, da er noch mit ihnen reden müsse. Er verabschiedete sich von Rachel und Derek, auch von Kat und Julien, ebenso wie die anderen, dann verschwanden die Engel. „Na, dann sollten wir dem Rat mal folgen, oder? Schlaft gut, Mom, Dad.“ Julien schloss sich Kats Wünschen an und alle verschwanden in ihren Zimmern im Boulevard. Kaum hatten sich die Türen hinter allen geschlossen, erschienen Kat und Julien, wie von Michael gewünscht, im Büro Metatrons, wo auch Seraphiel und Raphael warteten.
„Du wolltest mit uns reden?“ meinte Julien. Der Erzengel nickte. „Ja, Ich möchte, dass ihr zwei auf Derek zum einen und Lucifer zum anderen aufpasst. Dein Vater, Katherine, ist sehr stolz aber auch sehr verletzlich, denn er ist ein Mensch. Er ist sehr stark, aber seine Seele ist jünger als deine. Deine Seele hat so viel mehr gesehen, Katherine, deine Seele ist dadurch und durch das himmlische Feuer bei deiner Taufe in der Himmlischen Kathedrale gehärtet. Julien und du, ihr habt bei deinen Geschwistern gelernt wie ein Schutzengel zu handeln, nun bittet der Himmlische Vater, dass du Julien, auf Derek achtest und du, Katherine, auf Lucifer. Dich lässt er an sich heran, du kannst Sariel, Seraphiel oder Raphael Bescheid geben, falls er Hilfe braucht. Das wird beiden nicht gefallen, wenn sie das erfahren, aber ihr habt den Schutz und den Segen unseres himmlischen Vaters.“ „Kein Problem für mich. Derek ist für mich in den anderthalb Jahren wie ein Vater geworden. Ich merke selbst wie nah ihm das geht und bin bereit meinen Teil zu tun, damit  er das übersteht.“ Kat sah ein wenig besorgt in die Runde. „Ich habe dabei das Gefühl Onkel Belial zu hintergehen.“ „Du hintergehst ihn nicht, Kat, du passt nur auf ihn auf.“ sagte Seraphiel sanft. „Du weißt doch selbst wie stur dein Lieblingspatenonkel ist.“ Kat seufzte. „Ja, leider – aber... wenn... wenn der himmlische Vater meint... ich werde auf Onkel Belial aufpassen.“  
Michael legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Unser Himmlischer Vater weiß, dass du auf „das schwarze Schaf“ unter seinen Söhnen aufpasst als wäre er dein richtiger Onkel, Kat. Er redet zwar nicht oft mit dir, da dich das als Mensch sehr belastet, aber es kann sein, dass er dich zu sich ruft und einen Bericht möchte.“ Kat schluckte. Sie mochte vor den Engeln vielleicht nicht den großen Respekt haben, sie mochte ihre himmlischen und auch ihre höllischen Paten. Deren „Vater“ war allerdings eine andere Liga... Sie lächelte ironisch. „Mir geschehe nach des Herrn Willen?“ murmelte sie. Michael lachte leise. „Kat, bitte – so kriecherisch und demütig bist du nicht.“ tadelte Seraphiel sie jedoch freundlich. „Katherine, du weißt, dass der himmlische Vater dich ebenso liebt.“ Sie nickte.
"Aber für mich fühlt es sich falsch an Onkel Belial ... hinter seinem Rücken zu beobachten. Ich habe kein gutes Gefühl dabei." antwortete sie bedrückt. "Das haben wir bereits geklärt, Katherine!" sagte Michael nachdrücklich.
"Wunderschönen guten Morgen, alle zusammen." rief Seraphiel gut gelaunt. "Morgen." murmelte sein höllischer Bruder wie jeden Morgen und nippte an seinem noch sehr heißen Kaffee. Lucifer entging aber dennoch nicht, dass Kat sich anders benahm als sonst, auch ihm gegenüber.
"Käthchen, hättest du heute den Vormittag Zeit für mich? Ich würde gerne nach dem Frühstück etwas mit dir am Grimoire arbeiten, da wir die letzten Tage nichts gemacht haben. Denn wenn wir in diesem  Tempo weitermachen dann arbeiten wir noch Jahre daran." Kat verzog keine Miene und nickte nur. Das machte ihren höllischen Patenonkel noch stutziger, als er es ohnehin schon war.
"Chef, ich habe deinen restlichen, höllischen Schreibkram fertig gemacht. Du musst nur noch einen Blick drauf werfen und dein Autogramm drauf setzten." Graphiel, dem Seraphiel befohlen hatte ihn zu begleiten, starrte Euangelion ungläubig an. Der höllische Botschafter lächelte seinen Sekretär freundlich an. "Danke Euangelion, du bist ein Schatz. Zur Belohnung darfst du heute Nachmittag auch mit nach Berlin." grinste er frech. "Nein, Spaß bei Seite. Ich hätte dich auch so mitgenommen." Ich freu mich schon drauf. Mir gefällt die Arbeit in deinem Dienst wirklich, sie ist interessant und abwechslungsreich und... du traust mir auch noch andere Dinge zu als nur den Papierkram." freute sich der Engel. Graphiel starrte ihn jetzt noch entsetzter an. "Du machst deine Arbeit ja auch gut. " zwinkerte der Höllenfürst ihm zu.
"So Käthchen, können wir?" Sie nickte bedrückt. Sie setzte sich wortlos an den Schreibtisch ihres Onkels, der ihr das Grimoire hinlegte und sich in seinem Chefsessel ihr gegenüber niederließ. Er unterschrieb die Papiere und legte sie beiseite. Kat starrte nachdenklich immer auf ein und dieselbe Stelle. "Katherine!" rief er laut. Sie zuckte zusammen. "Onkel Belial... was ist... du nennst mich nie Katherine nur wenn ich... etwas angestellt habe. Habe ich das?"
Er lächelte teuflisch. "Sag du es mir?" Ihr wurde heiß. Er hatte es bemerkt, war ja klar. Vor ihm konnte sie nichts verheimlichen. Sie starrte ihn nur an. Du beobachtest mich in einer Art und Weise wie du es noch nie getan hast. Welchen Befehl hast du von Vater bekommen?" wollte er wissen. "Keinen, ..." log sie. " ... ich mache mit immer Sorgen um dich, das weißt du doch." "Du lügst! Glaubst du wirklich - nach all der Zeit die wir uns nun kennen und schätzen, dass es möglich ist mich anzulügen? Was ist los? Sag es mir, denn sonst werde ich dich zwingen müssen." erklärte er ihr streng.
Sie konnte nicht anders und erzählte ihm alles. Er hörte ruhig zu und sagte nichts. "Sag doch was, Onkel Belial, bitte." Er starrte ins Leere. "Arbeite weiter Käthchen, ich bin gleich wieder da." Er verschwand und tauchte Sekunden später bei Seraphiel im Arbeitszimmer auf. "Graphiel, lass mich mit Seraphiel einen Moment allein!" befahl er zornig. Der Engel gehorchte aufs Wort. Lucifer stand sofort unmittelbar vor dem Erzengel und verpasste ihm wütend einen heftigen Stoß, sodass er das Gleichgewicht verlor und fast stürzte. "Was ist denn jetzt in dich gefahren? Ich dachte wir hätten jetzt endgültig  Freundschaft geschlossen?" Der Fürst der Finsternis sah ihn wütend an. "Ja, nur ihm kann ich keine verpassen. Wieso hat er Kat und Julien das befohlen? Ihm müsste eigentlich klar sein, dass Kat vor mir kaum etwas verheimlichen kann, ohne dass ich dahinter komme. Und außerdem beobachtest du mich doch schon ständig, seit du hier bist als Vertretung von Metatron. Mir ist das nicht entgangen, Seraphiel!"
"Der Erzengel lächelte freundlich. "Vater macht sich eben Sorgen, da du so stur und oft auch uneinsichtig bist, gerade was deine eigene Person angeht und wenn es um Derek geht handelst du total selbstlos. Kat soll dich lediglich beobachten um mich zu rufen, falls es notwendig wäre!" Er verließ immer noch wütend das Arbeitszimmer um kurz darauf in seinem wieder aufzutauchen.
"Katherine Corrigan Rayne, tu was dir befohlen wurde, aber ich werde es dir nicht extra leicht machen. Ich bin DIR nicht böse, du kannst nichts dafür. Und lerne deine Gefühle und Gedanken besser unter Kontrolle zu halten. Für mich ist es ein Leichtes sie zu lesen. Ich bin sehr mächtig, Kat. Wenn notwendig kann ich meine Gedanken vor euch verschießen, was ich schon seit längerem getan habe und ich kann notfalls in Eure Gedanken eindringen, ohne dass ihr es bemerkt. Und jetzt lerne weiter." Sie sah zu Boden. "Bist du böse mit mir?" fragte sie traurig. "Weil du dir Sorgen machst? Nein! Ich bin auf Vater böse, nicht auf dich. Und ich bin momentan einfach wütend." erklärte er seiner ältesten Patentochter. "Mach weiter, wir haben noch eineinhalb Stunden bis zum Mittagessen!" befahl er ohne jedes Gefühl in der Stimme. Kat fand ihn in solchen Momenten immer etwas unheimlich, obwohl sie wusste, dass er ihr und ihrer Familie nie etwas Böses antun würde. Und sie machte sich bereits Sorgen um ihn, denn es war gefährlich wenn er begann seine Gefühle auszuschalten.
"So Schluss für heute Käthchen. Wir haben genug gelernt und bei dem leckeren Geruch der von der Küche her kommt kann man sich sowieso nicht mehr konzentrieren." Kat lächelte. Er erhob sich, lief zu ihr, nahm ihre Hand und zog sie vom Stuhl hoch, dass sie dicht vor ihm stand. Er zog sie an sich und umarmte sie. "Ich liebe dich, Kat. Wie eine Tochter. Und... ich bin dir nicht wirklich böse, auch wenn ich manchmal... streng zu dir bin." erklärte er ihr, da ihm vorhin nicht entgangen war, dass ihr eine Träne über die Wange gekullert war.
Pünktlich zur Kaffeezeit trafen Lucifer, Seraphiel, Euangelion und Derek im Legat in Berlin ein. Die Tür öffnete sich und vor ihnen stand wieder der ältere, unfreundliche Herr der Lucifer und Derek das erste Mal die Tür geöffnet hatte. "Warten Sie, ich kündige Sie bei Dr. Maier an. "Was ist denn das für ein Vogel?" fragte Seraphiel amüsiert. Derek und Lucifer lachten. "Ein unangenehmer Zeitgenosse." meinte Euangelion düster. Seraphiel nickte zustimmend.
Herr Maier begrüßte alle recht freundlich und bot ihnen einen Platz an, Belial reichte ihm lächelnd ein großes Paket frisch gemahlenen Kaffee. "Nehmen Sie es mir nicht übel, Dr. Maier, aber der Kaffee hierzulande ist ungenießbar - zumindest was meine Geschmacksnerven betrifft. Vielleicht nimmt ihre Haushälterin den hier. Und Mathilde, Sylvie und meine Frau schicken dies Gebäck mit ihren besten Wünschen." Der Leiter des Berliner Legates grinste. "Henrietta ist schon ganz gespannt. Ich habe ihr gesagt, dass Sie Kaffee von ihren eigenen Plantagen mitbringen." Er rief nach dem Butler und gab ihm den Kaffee mit der Aufforderung ihn zur Haushälterin zu bringen. Der Mann schnaubte einmal und schlurfte aus dem Raum. "Freut mich, dass Sie es einrichten konnten zu kommen. Wie geht es ihrem Sohn und ihrer reizenden Gattin, Dr. Lucian Rayne? Und ihnen Dr. Derek Rayne und ihrer Familie? begann der deutsche Legatsleiter eine nette Unterhaltung. Sie plauderten ein wenig über ihre Familien und die Arbeit allgemein und schon bald brachte eine mollige gut gelaunte Frau einen Teewagen herein auf dem eine Kanne des dampfenden Kaffees stand, neben dem in Schalen gefüllten Gebäckes aus Paris. Sie hatte sogar Weihnachtsstollen hinzugefügt. "Echter Dresdener!" sagte sie fröhlich und schenkte jedem eine Tasse Kaffee oder Tee ein bevor sie wieder ging.
Nachdem sie ihre Tassen ausgetrunken hatten und ein paar Kekse gegessen hatten, machten sich Lucifer, Seraphiel und Euangelion auf um die Tatorte der Opferungen zu besichtigen. Sie erschienen in der Nähe von Obermarsberg, wo Kat und Julien mit Sealthiel und Hagiel bereits warteten. „Wieso fangen wir hier an, Chef?“ fragte Euangelion Belial interessiert. „Weil hier die Irminsul stand, die „große Säule“, das Heiligtum der heidnischen Sachsen, welches 772 nach Christi Geburt Karl der Große fällen ließ.“ murmelte der Höllenfürst und führte sie fast zielsicher zu einer Stelle an der eine Säule errichtet worden war. Es gab eindeutige Anzeichen für Opferungen – und Zukunftsdeutung, wie Belial erklärte. „Hier in der Schale wurde das Herz eines...“ Er fuhr mit der Hand über das eingetrocknete Blut, „eines Rehkitzes hineingelegt um es zu betrachten.“
„Gibt es sonst irgendwelche Ansätze oder eine Verbindung zu den bevorstehenden Opferungen in den Aztekenstädten oder in der Südsee?“ fragte Seraphiel leise, bekam jedoch als Antwort nur ein Kopfschütteln. Euangelion machte auf Belials Bitte hin Fotos mit einer Digitalkamera in deren Gebrauch Julien ihn eingewiesen hatte. „Lasst uns zur Irminsul-Nachbildung auf der Bornhöhe in Harbarnsen-Irmenseul aufbrechen.“ murmelte Belial und verschwand. Sich ein wenig wundernd folgten die anderen ihm. Auch an der dortigen Säule – einem offiziellen Denkmal, gab es deutliche Hinweise für Opferungen. Diesmal hatte man jedoch ein Schaf genommen. Belial wirkte verschlossen. Besorgt sahen Kat, Julien, Seraphiel und Sealthiel sich an, während Euangelion die Fotos machte.
„Käthchen, komm mal her!“ befahl Belial seiner Patentochter. Sie gehorchte erstaunt. „Halt du bitte mal deine Hand über diesen Blutfleck, konzentrier dich und versuche zu fühlen. Ich habe den Eindruck, dass mir etwas entgeht.“ Kat nickte und tat, was er gesagt hatte. „Da ist glaub ich auch... etwas Menschenblut drin... so als habe sich jemand geschnitten.“ murmelte sie. Er nickte. „Das macht Sinn.“ sagte er tonlos. „Externsteine!“ rief er noch und war verschwunden. Auch bei den Externsteinen im Teutoburger Wald wurden sie fündig. Hier war allerdings ein Brandopfer gebracht worden. Belials Miene wurde immer finsterer. „Was ist los?“ fragte Kat leise. Ihr Onkel schnaubte. „Brandopfer sind fast noch schlimmer – immerhin sind wir da noch näher an der... antiken Opfertradition. Der Rauch sollte damals aufsteigen um die „Nasen der Götter“ zu erfreuen – sozusagen. Wird schon in der Bibel beschrieben: Steigt der Rauch gerade auf, wird es angenommen, wenn nicht abgelehnt...“ erklärte er und wirkte noch distanzierter als zuvor.
Als nächstes brachen sie zum in den alten Chroniken erwähnten ehemaligen Standort der Donareiche, dem heiligen Baum von Geismar, einem von Bonifatius, dem Missionar des 8. Jahrhunderts, gefällten chattischen Heiligtum auf. Eine große Eiche, sicher ein paar hundert Jahre alt, streckte ihre knorrigen Äste in den Himmel. „Hier ist es wieder ein Blutopfer, Chef!“ rief Euangelion, während Sealthiel plötzlich einen kleinen Anhänger in Form eines Hammers aufhob. „Nun gut, das soll wohl Mjölnir, Thors Hammer darstellen...?“ meinte Seraphiel. Belial warf einen Blick darauf, nickte kurz und wandte sich ab. „Ja, das ist so neuheidnischer Schmuck.“ sagte allerdings Hagiel. Nachdem sie ihre Untersuchungen beendet und noch drei oder vier andere maßgebliche alte Opferstätten besucht hatten, kehrten Euangelion, Seraphiel und Belial ins Berliner Legat zurück, während Sealthiel, Hagiel, Kat und Julien nach Paris reisten.  
„Was haben Sie gefunden?“ fragte Dr. Maier interessiert. „Haben Sie einen Beamer?“ fragte Derek, worauf sein deutscher Kollege nickte und kurz darauf saßen sie im verdunkelten Salon des Berliner Legats und ließen sich von den zwei Engeln und Belial die Bilder erklären.  
Derek sah aufmerksam jedes der Bilder an. „Fällt dir etwas auf?“ fragte Belial ihn. „Hm... Die Germanischen Stämme haben eigentlich wenig blutige Menschenopfer gebracht. Sie haben sich mit Tieren begnügt – oder mit den Zöpfen der Frauen... wodurch die Deutschen beispielsweise die Tradition des Hefezopfes entwickelt haben, da die Damen auch damals durchaus modebewusst waren und nicht immer ihre Haare opfern wollten – also haben sie die Asen „betrogen“ - schlau, wenn man mich fragt.“ Belial nickte. „Ja, Südamerika, das Zweistromtal, sprich die Assyrer und Babylonier, da war man weniger zart besaitet.“ „Der Unterschied lag in der Kultur. Die germanischen Stämme haben eher auf Kampf gesetzt. Für sie lag recht wenig Ehre im kampflosen Tod.“
„Sie sagten in Südamerika seien ähnliche Phänomene zu beobachten?“ erkundigte Dr. Maier sich. Belial und Euangelion nickten. Sie schilderten möglichst kurz was sie entdeckt hatten und versprachen die Bilder ins Berliner Legat zu mailen. „Ich habe auch Metatron gebeten Fotos zu machen – zugegeben – obwohl er auf Hochzeitsreise ist.“ sagte Belial. „Aber da unser Bruder selbst beunruhigt ist, macht er das.“ fügte Seraphiel nachdenklich hinzu.
Henrietta schlich in den Raum. „Der Herr Botschafter, Exzellenz, wenn Icke mir das erlauben dürft', Können’s was von Ihrem Kaffee für den Herrn Doktor schicken? Das könnt' er jebrauchen.“ flüsterte sie Belial ins Ohr. Der grinste. „Mache ich, Frau Henrietta – wenn Sie uns dafür das nächste Mal mit etwas Herzhaftem zum Kaffee überraschen.“  „Det jeeht klar, Exzellenz, det sollen'se haben!“ Belial zog sein Iphone und tippte etwas ein, kurz darauf kam eine Nachricht zurück. „Devilio Larossao, mein Vorarbeiter auf der Plantage, wird dafür sorgen, dass Sie jede Woche 3 – 4 Kilo Kaffee kriegen. Nehmen Sie sich ruhig ein Pfund pro Woche mit nach Hause, Frau Henrietta.“ „Nee, det kann ich nich machen!“ widersprach sie. „Doch – und bevor Sie oder Dr. Maier jetzt wegen der Kosten fragen: Der Kaffee ist ein Geschenk und die 160 – 212 Kilo Kaffee machen mich auch nicht arm.“ Er hatte nämlich gemerkt, dass Dr. Maier ärgerlich auf seine Haushälterin war, dass sie mit einer so dreisten Bitte an Belial herangetreten war, obwohl der Kaffee ihm auch sehr gut geschmeckt hatte. „Und damit ist die Sache erledigt!“ Er warf dem Berliner Legatsleiter einen belustigten Blick zu und besiegelte seine Abmachung mit Henrietta per Handschlag.  
Es war spät am Abend als die vier – zwei Seraphim, ein Engel und ein Mensch – nach Paris zurückkehrten.
Lucifer betrat die Küche in der seine Frau mit dem kleinen Luciano auf dem Arm am Küchentisch saß. "Gehen wir Selvi? fragte er seine Frau liebevoll. Die anderen sahen sich verwundert an. Normalerweise würde er sich noch dazusetzten, einen Kaffee trinken, etwas quatschen und sich dann später am Abend mit seiner Frau und  seinem Sohn zurückziehen.
Selvaggia sah ihren Mann verwundert an. "Ich wollte eigentlich noch mit Tilly und Rachel einen Wein trinken und mir einen netten Frauenabend machen, eventuell auch mit Kat."
Er nickte. "Dann mach das, ich werde mich zurückziehen. Du kannst ja hier schlafen, da es sicherlich später wird. Ich wünsche einen angenehmen Abend." sagte er freundlich und lächelte seine Frau liebevoll an. Selvaggia merkte jedoch, dass er enttäuscht war. Er gab ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund und verschwand, so dass ihr gar nicht die Möglichkeit bleib etwas zu sagen.
Er erschien wieder in seinem Blockhaus in Kanada, der Ort an dem er sich am wohlsten fühlte. Er holte etwas von dem Holz, das er vor einer Weile erst gehackt hatte und legte es in den Kamin, dann entfachte er ein Feuer mit Hilfe der Magie. Mit einem leisen Seufzen schaltete er den CD-Player ein und genehmigte sich ein Glas Wein.
Zur gleichen Zeit in Paris. "Was war dass denn? So schnell ist er ja noch nie verschwunden. Was ist vorgefallen Seraphiel?" wandte sie sich an den himmlischen Botschafter. Dieser zuckte mit den Schultern. "Ich... ich .. denke ich weiß was los ist. Und warum er sich jetzt plötzlich so vor uns verschließt. Onkel Belial kann man nicht täuschen, oder besser... ich kann ihn nicht täuschen." antwortete Kat. "Ich wusste dass es falsch ist, was der himmlische Vater befohlen hat. Er fühlt sich hintergangen und überwacht, deshalb distanziert er sich jetzt. Ihr habt genau das Gegenteil von dem erreicht was ihr wolltet. Und ich werde ihn nicht weiter... überwachen. Ist mir auch egal wenn mich Gott dafür bestraft." erklärte die Sechzehnjährige.
Selvaggia schüttelte entsetzt den Kopf. "Wie konnte euer Vater so etwas anordnen? Das ist fies und ihr hättet wissen müssen, dass er..." Sie schnaubte. "Ich hätte nie gedacht, dass Engel so dämlich sein können! Rachel, Derek, würdet ihr bitte für heute Nacht Luciano nehmen? Ich weiß wo Lucifer ist und... sollte zu ihm gehen. Ich hoffe ihr versteht das, ich... wir holen unseren Frauenabend nach." Sie nickten verständnisvoll. "Seraphiel, bringst du mich bitte zu ihm?" "Natürlich. Ich sollte wohl auch mal ein Gespräch mit ihm führen. Eventuell gemeinsam mit Sealthiel und Kat, aber zuerst bist du dran, wenn es jemand schafft ihn zu besänftigen dann du. Er liebt dich sehr und... mit der Überwachung wie er es sieht haben wir nun echt einen Fehler gemacht." Er legte der dunkelhaarigen Schönheit den Arm um die Schultern und verschwand mit ihr um Sekunden später ihm Wohnzimmer des Blockhauses wieder aufzutauchen.
"Was willst du denn hier?" fragte er genervt als er die Anwesenheit des anderen Seraphen spürte. "Dir deine Frau bringen." Er drehte sich augenblicklich um und umarmte die Hexe. "Rede mit Selvi. Wir sollten uns dann morgen mal unterhalten, Lucifer. Und jetzt genießt euren Abend." Seraphiel verschwand und Lucifer stellte seiner Frau ein Glas Wein hin. Sie setzte sich und nippte einmal an ihrem Glas. "Kat hat erzählt was vorgefallen ist, beziehungsweise, was euer Vater gemacht hat. Deshalb bist du eben so schnell weg stimmst?" Er nickte. "Ich lass mich doch nicht auf Schritt und Tritt überwachen. Entweder Vater macht seine Entscheidung rückgängig oder ich quittiere den Dienst als höllischer Botschafter! Die Folgen dabei sind mir völlig egal." Sie nickte ebenfalls. "Ich kann verstehen dass du sauer bist, es war echt fies vom himmlischen Vater dir ausgerechnet Kat auf den Hals zu hetzen, aber deshalb gleich die Flinte ins Korn werfen? Kat sagte sie wird es nicht machen und ihr sei egal ob der himmlische Vater sie dafür bestraft. Das ist dein Käthchen. Sie wiedersetzt sich für dich den Befehlen von ganz oben. Du solltest morgen wirklich mit ihr Julien, Seraphiel und Sealthiel reden und gegebenenfalls auch mit Michael und dann mit... deinem Vater. Seraphiel meinte eben auch, dass es falsch wäre."
"Vielleicht. Ich... bin im Moment einfach nur maßlos wütend! Wie kann Vater nur auf eine solche Idee kommen, ausgerechnet Kat auf mich anzusetzen. Ich bin echt fassungslos Selvi, das geht eigentlich selbst für ihn zu weit." Sie umarmte ihn tröstend. "Ja, aber es zeigt auch, dass er dich sehr gut kennt - und Kat offenbar auch - zumindest so gut, dass er weiß, dass ihr auffällt, wenn du dich überarbeitest. Rede bitte mit ihm und den anderen. Es wird sich alles klären. Sie sind doch eigentlich alle auf deiner Seite und... sogar Metatron gab vor einer Weile zu, dass er dich mittlerweile mag." Er starrt seine Frau überrascht an. "Tatsächlich? Metatron?" Sie nickte etwas belustigt, drehte sich dann zum Fenster und sah hinaus. Es ist wunderschön hier Lucifer. Der See direkt vor der Haustür, die Berge... wie lange ist es noch hell?"
Er überlegte kurz. "Kommt immer drauf an. Je nach Wetterlage, heute... vielleicht noch zwei bis drei Stunden, warum?" Sie grinste über beide Ohren. " Der See... ist fest genug gefroren?" "Jaaa." antwortete er etwas zögernd. "Na dann es gibt hier bestimmt Winterklamotten und du kannst Schlittschuhe und einen Schlitten für uns herzaubern. Dann könnten wir ein wenig Spaß im Schnee haben. Rachel und Derek kümmern sich um Luciano, bis wir wieder kommen. Was sagst du?" Er grinste. "Wieso nicht? Wenn ich mit dir Zeit verbringe, macht alles Spaß und mit dir im Schnee zu toben... bestimmt." lächelte er sie liebevoll an. "Winterjacken, Mützen, Schal, Handschuhe... hängt tatsächlich alles in dem Schrank da vorne. Das andere müsste ich herzaubern." Na dann worauf warten wir?" Sie nahm begeistert wie ein kleines Kind seine Hand und zog ihn zu dem Schrank auf den er gezeigt hatte.
In Windeseile war die schöne Hexe angezogen und öffnete die Terrassentür die direkt zum See führte. "Reicht dir der Schal und die Winterjacke?" fragte sie als er neben sie trat. "Es schneit nicht und ich mag keine Mützen und Handschuhe und mit ein bisschen kalten Händen kann ich leben." erklärte er und zauberte einen Schlitten und Schlittschuhe in ihren passenden Größen herbei. "So was willst du zuerst machen?" fragte er. "Schlittenfahren, Eislaufen können wir auch noch in der Dämmerung und außerdem dürfte es ja kein Problem für dich sein für Licht zu sorgen." Er sah sie verwundert an. "Soviel Zauberei an einem Tag?" Sie grinste amüsiert. "Nun ja, das fällt alles unter die Rubrik: Zeitverschiebung, also... genehmigt." zwinkerte sie und zog den Schlitten in Richtung des Berges. Ihr Mann lächelte und folgte ihr. Gemeinsam stiegen sie den mittelsteilen Hügel ein Stück hinauf. "Bist du schon mal Schlittengefahren?" fragte er als sie weit genug oben waren. "Natürlich, du nicht oder?" Er verneinte ihre Frage mit einem Kopfschütteln. "Ok, der Schlitten ist zum Glück groß genug, dann können wir zusammen fahren.
Setz dich hinten hin, ich sitze dann vorne und lenke. Sie fuhren ein paar mal den Berg hinab. Bei der letzten Abfahrt fielen sie nach der Hälfte in den Schnee, der Schlitten sauste den Abhang hinunter. Selvaggia zog ihre Schlittschuhe an. "Worauf wartest du?" fragte sie ihren Mann, als der keine Anstalten machte auch seine anzuziehen. "Muss ich wirklich? Du kannst doch viel besser fahren... ohne mich. Ich falle doch ständig hin." Sie lachte herzhaft. Das macht nichts, mit dir zusammen macht es mehr Spaß und ein Sprichwort sagt: "Übung macht den Meister." zwinkerte sie ihrem Mann zu. Er zog also seine Schlittschuhe an und begab sich wacklig auf das Eis, auf dem Selvaggia schon ihre erste Kreise gezogen hatte. Nach einer Weile klappte es schon ganz gut und sie fuhren Hand in Hand über den See. Selvaggia war glücklich, weil sie bemerkte, dass er Spaß hatte und seit langem mal wieder richtig fröhlich wirkte. Eine Fröhlichkeit und Ausgelassenheit, wie sie man sie bei Lucifer sehr selten sah.  "Hast du eigentlich keinen Hunger? Ich habe mal gehört, dass frische Luft hungrig macht." "Ja schon, aber ich möchte noch ein wenig draußen bleiben und nachher machen wir es uns vor dem Kamin gemütlich und könnten ein wenig Spaß haben, etwa so." grinste sie keck. Lucifer stöhnte kurz auf. "Wow, das ist... pfuuuu... echt gut. Das ist..." "...nur ein kleiner Vorgeschmack von dem was ich nachher mit dir mache." grinste sie.
Lucifer hatte wieder das bequeme Schlafsofa ausgezogen und sie verbrachten die Nacht wieder vor dem Kamin.
"Onkel Belial?" hörte er es in Gedanken flüstern. Er warf einen Blick auf die Uhr. Es war sechs Uhr morgens. "Käthchen! Was gibt es?" fragte er in Gedanken liebevoll. "Hier ist es schon Mittag, wir sind mit Luciano in Paris und... Tilly hat gekocht und würde gerne wissen ob ihr auch kommt? Und... bist du böse auf mich Onkel Belial?" "Ach Käthchen, das habe ich dir schon  gesagt und ich werde es jetzt nicht wiederholen. Ich erscheine nachher mit Selvi... wir reden dann." "Okay."
Etwa eine Stunde später tauchte er mit Selvaggia in der Küche auf. "Hey mein kleiner Schatz!" rief Selvi und nahm Luciano in den Arm. Lucifer gab seinem Sohn einen liebevollen Kuss auf die Wange. Dieser strahlte seine Eltern an. "Möchtet ihr auch noch etwas essen? Ich habe genug." fragte die Kräuterhexe und Köchin des Boulevard. Sie nickten. "Gerne Tilly und mir bitte auch einen Kaffee, wobei ... kümmere dich um das Essen ich mache ihn mir selbst." lächelte er sie freundlich an. "Lucifer, können wir dann reden?" fragte Seraphiel seinen älteren Bruder. "Wenn es sein muss!" antwortete dieser gleichgültig.  Sealthiel und Seraphiel tauschten einen besorgten Blick aus.
Nach dem Essen trafen sie sich in Lucifers Arbeitszimmer. "Es tut mir leid Onkel Belial. Ich werde dem Befehl des himmlischen Vaters nicht gehorchen, ich kann das nicht." Sie trat zu ihm und setzte sich auf seinen Schoß, umarmte ihn und flüsterte: "Ich liebe dich Onkel Belial, bitte verzeih mir!" Er lächelte liebevoll und drückte sie ganz fest in seinem Arm. "Ich möchte es bei Derek auch nicht machen. Das wäre auch fies, da Derek schon fast so was wie mein Vater ist, nun ja... im Prinzip ist er ja mein Schwiegervater in Spe und von daher..." Der Höllenfürst hob die Hand. "Ich sehe das bei Derek im Prinzip so wie du, Julien, nur... in diesem Fall mit den Opferritualen... der geht ihm sehr nahe und ich denke wir möchten alle nicht, dass es ihn wieder so fertig macht wie damals... von daher ist es vielleicht ganz sinnvoll wenn du einfach nur ein Auge auf ihn hast und mir im Notfall Bescheid gibst. Das wäre dann kein völliges Überwachen." Julien stimmte Lucifer mit einem nachdenklichen Nicken zu. "Stimmt, ich werde nur ein wenig auf ihn achten, wenn du nicht da bist." Er lächelte den jungen Mann dankbar an.
Er wandte sich an Seraphiel und Sealthiel. "Und nun zu euch. Es sind zwei grundverschiedene Dinge ob ein Auge auf Derek geworfen wird oder auf mich. Derek ist stark, aber nicht so stark dass ihm die Erinnerungen an diese schlimme Zeit nicht noch immer nachhängen, erst recht jetzt wo er durch unseren Fall ständig damit konfrontiert wird. Derek ist für mich wie ein Bruder! Das wisst ihr! Und ich werde nicht zulassen, dass ihm etwas passiert oder er durch diese Erinnerungen zusammenbricht. Ich habe das schon mal gemacht  und werde es jetzt wieder tun, so weit wie es notwendig ist. Ich bin um einiges stärker als er, sollte es mich aber dennoch zu sehr belasten, weiß ich mir zu helfen! Sollte das aber nicht der Fall sein... verspreche ich..." er blickte zu Michael der gerade erschienen war. "...verspreche ich mit einem von euch zu reden. Ich habe schon vor kurzem mit Seraphiel ein Gespräch geführt, ich war ehrlich und habe von meiner Seite aus alles gesagt, was es zu sagen gab. Über die höllischen Angelegenheiten  werde ich mit EUCH nicht reden. Das wäre zu viel... für jeden von euch. Ich werde mich in Zukunft gleich zurückziehen so wie gestern, wenn es mir zu viel  wird, oder mir jemand zum Reden suchen." Er atmete kurz ein und wieder aus bevor er weiterredete. "Wenn das für Euch und für Vater..." Er sah kurz nach oben. "...der ja sicherlich zuhört in Ordnung ist und ihr mit der Überwachung was mich angeht aufhört... werde ich weitermachen... ansonsten sehe ich mich gezwungen den Dienst als höllischer Botschafter zu quittieren."
Die anwesenden Engel, Julien und Kat erstarrten vor Entsetzen. "Das ist mein voller Ernst Vater! Denn ich lasse mich nicht so unterdrücken, auch nicht von dir." Er schloss die Augen und genoss die liebevolle Umarmung die ihm seine älteste Patentochter schenkte. Michael ergriff das Wort. "Vater schickte mich um für Ordnung zu sorgen falls dieses Gespräch ausgeartet wäre, aber es verlief ja ganz ruhig und du Lucifer, hast ausdrücklich deine Meinung und deinen Standpunkt gesagt, den wir akzeptieren müssen und sicherlich werden wir gemeinsam mit Vater eine Lösung finden können. Wir möchten dich alle nicht als höllischen Botschafter verlieren. Da ich gestehen muss..., dass du mir mittlerweile sehr fehlen würdest da ich... dich trotz allem was damals passierte als du gefallen bist, noch immer sehr mag, ebenso wie Vater und deine himmlischen Brüder. Vater bat mich dich mitzubringen um ein klärendes Gespräch zu dritt zu führen."  Lucifer sah Michael nachdenklich aus den Augenwinkeln an. "Wann?" fragte er ohne jedes Gefühl in der Stimme. "Sofort! Ich bin nur hier um dich zu holen." Er nickte leicht. "Gut. Wenn ich wieder zurück bin, würde ich ganz gerne über unseren Fall reden, Käthchen würdest du bitte deinen Vater mitbringen? Und Nick, wäre auch nett, wenn jemand von Euch ihn herholen könnte."
Die anderen nickten und Lucifer verschwand zusammen mit Michael.
"Guten Tag Lucifer!" sagte der himmlische Vater freundlich zu seinem gefallen Sohn. Lucifer sagte nichts. Er schloss die Augen und atmete einmal tief ein um die Wut gegen seinen Vater unter Kontrolle zu halten. "Guten Tag, Vater!" antwortete er dann kalt. "Freut mich dass du gekommen bist mein Sohn! Ich habe gerade euer Gespräch im Boulevard mitbekommen, wie du schon ganz richtig erkannt hast. Ich  habe nachgedacht und muss zugegeben, dass ich dich unterschätzt habe. Du bist zu schlau um nicht dahinter zu kommen. Und es war wohl tatsächlich falsch Katherine auf dich anzusetzen. Oder auch jemand anderen. Ich möchte auf keinen Fall, dass du als höllischer Botschafter zurücktrittst. Ich bin sehr zufrieden mit deinem Einsatz und deiner Arbeit für die Botschaft. Wenn du in Zukunft dein Wort halst und dir jemand von deinen Brüdern zum Reden suchst, bevor es dir wieder zu viel wird, dann kann ich das akzeptieren und es wird nicht nötig sein, dass jemand auf dich aufpasst. Also wie sieht es aus?"  Er atmete einmal tief ein. "Gut Vater, ...aber noch einmal - so ein Ding - und das war’s für mich! Ich sehe ein, dass du dir
manchmal Sorgen machst, weil ich gerade was Derek angeht zu selbstlos bin, weil ich ihm helfen möchte. Oder ob du mir Schutzengel schickst wie damals bei dem Vergiftungsfall... ich akzeptiere meinetwegen auch Metatron als himmlischen Gegensatz und Seraphiel und Sealthiel die ja jetzt auch ständig anwesend sind, aber mich zu überwachen, das geht einfach  zu weit." Es wird nicht wieder vorkommen, Lucifer. Darauf hast du mein Wort." Der Höllenfürst nickte höflich. "Na dann, wenn wir hier fertig sind? Ich hätte noch zu arbeiten." "Sicher Lucifer, bis zum nächsten mal." Er nickte zum Abschied und verschwand. Sekunden später tauchte er im Boulevard in der Küche auf, wo alle zum täglichen Tee saßen. er setze sich auf den freien Platz neben seiner Frau, die gerade den kleinen Luciano stillte. Mathilde stellte einen Kaffee vor ihn. "Danke Tilly!" sagte er freundlich. "Nach dem Tee, Besprechung in meinem Arbeitszimmer?" fragte er beiläufig. Die anderen nickten.
Lucifer wandte sich an Kat und Nick. Konntet ihr in der Gestalt von Yolotli und Icnoyotl etwas herausfinden?" „Wir haben die beiden erst gestern Nacht erreicht. Das war ziemlich seltsam. Wir... wir mussten wie durch so einen dicken Nebel. Das hat sich angefühlt als müssten wir... hm... keine Ahnung...“ „... als ob wir unseren Weg durch Wackelpudding wühlen müssten – finde ich.“ half Julien seiner Freundin. „Ja, genau. Itzel meinte zu mir, dass sie beide schon versucht hätten zu uns durchzukommen, aber ihnen sei das nicht gelungen – weder Icnoyotl noch ihm. Und dann hat er mit Julien getauscht. Acactili, Itzels Vater, hatte es auch – aber wesentlich vorsichtiger bei Philip versucht, aber der... nun ja... ist ja nicht interessiert. Zumal er Acactili immer noch übel nimmt, dass der damals in seiner Gestalt Geliebte hatte...“ Kat kicherte leise. Juliens Onkel, der Erzbischof, hatte Philip Callaghan nämlich zu tätiger Reue verdonnert – in der Gestalt, dass er die offenbar sehr nette und charmante letzte Geliebte Acactilis weiterhin glücklich zu machen hatte.
Seraphiel zog streng eine Augenbraue hoch. „Das ist nicht lustig, Katherine! Philip Callaghan ist ein gläubiger Geistlicher und...“ „Ach! Unsinn! Der Typ war ein fanatischer Evangelikaler der am liebsten noch den Scheiterhaufen mit Kat drauf angezündet hätte!“ unterbrach Belial ihn ärgerlich bevor Kat es selbst tun konnte. Er wandte sich wieder an sie und Julien und fragte: „Und was sonst?“ „Wir haben uns auch mit Yolotli und Itotia unterhalten. Yolotli meinte, dass Yaotl irgendwas macht, was ziemlich übel ist irgendwie. Itzpapalotl und Huitzilopochtli... sie haben dann auch mit mir geredet. Beide meinten, dass Yaotl zwar nicht wieder in Dad zurück kann, aber... aber er könnte irgendwie – wenn alles verdammt schlecht läuft – über Umwege in Philip oder Nick kommen. Nick ist allerdings so gut wie Eins mit Yolotli, aber Philip... also dadurch, dass er, ähm... damals nicht mit seiner Seele in Acactili klar gekommen ist und dann auch Mühe hatte in seinen Körper zurückzukehren und sich wieder voll mit seinem Körper zu versöhnen... irgendwie so drückte Itzpapalotl es aus... Also weil er nicht voll Eins ist, darum ist er angreifbar. Und irgendwie hat Yaotl sich wohl auch mit den zerstörerischeren Göttern der Azteken zusammengetan und so Kontakte zu anderen Kulturen und Priestern oder Druiden gekriegt...“
„Autsch...“ murmelte Nick. „Das heißt, wir müssen Philip im Auge behalten?“ fragte Derek. Es war hörbar, wie nah ihm das ging. Philip und er waren zwar nicht mehr so gute Freunde wie vor Jahren, dafür hatte das Unverständnis des Priesters gesorgt, das sich auch nicht wirklich geändert hatte nachdem er selbst ebenfalls – allerdings notwendigerweise - mit einem aztekischen Priester die Seelen getauscht hatte. „Wir können einen mächtigeren Schutzengel senden, Derek. Ich müsste das mit Michael besprechen, aber dann würde Philip sich nicht andauernd im Legat oder hier in der Botschaft aufhalten müssen.“ meinte Seraphiel nachdenklich. Sein Blick fiel auf Graphiel, der zitternd in einer Ecke saß. Belial lächelte sardonisch: „Du könntest das „Espenlaub“ schicken... mit etwas mehr Kräften ausgestattet bringt dieser kleine Waschlappen von Sekretär vielleicht das zustande. Philip Callaghan ist schließlich Priester, hält sich für superheilig und unfehlbar.“ spottete er. „Lucifer, das ist wenig hilfreich!“ tadelte Seraphiel. Aus dem Augenwinkel sah er wie Graphiel sich erfreut reckte. „Aber es stimmt doch, Fürst Seraphiel!“ meinte Euangelion abfällig und warf seinem Kollegen einen verächtlichen Blick zu. „Er muss lernen für sich selbst einzustehen und sich nicht immer hinter Ihnen oder anderen mächtigen Engeln zu verstecken!“ „Du bist ein gefallener Engel, Euangelion!“ keifte Graphiel. Seraphiel schüttelte den Kopf. „Wenn du so weiter intrigierst, Graphiel, dann wirst du der gefallene Engel sein! Wir haben alle unsere Aufgaben vom himmlischen Vater zugeteilt bekommen und Euangelion hat irgendwo recht!“ sagte er ernst. Beleidigt verschwand Graphiel ohne ein weiteres Wort. „Wunderbar, „Flatterflügelchen Trotzkopf“ macht sich aus dem Staub wie der Waschlappen der er ist!“ spottete Belial.
„Wenn ich etwas dazu sagen darf: Ich war auch zuerst als Schutzengel für Kat, dann für Julien und schließlich für Rachel Corrigan-Rayne zuständig. Ich denke die Zeit hat mir persönlich viel gebracht – auch den Kontakt mit Samyaza, Gadreel, König Paymon und nicht zuletzt Lucifer, Fürst Seraphiel vielleicht wäre das eine echte Chance für... Graphiel? Ich meine, auf Pater Callaghan aufpassen. Immerhin verrichtet der momentan seinen Dienst hier in Paris unter Leitung des Erzbischofes Pierre Kardinal Pasquieu...“ ließ Euangelion sich vernehmen. „Ich werde das abklären, danke für deinen Rat, Euangelion.“ erwiderte Seraphiel mit einem Lächeln. „Gut – ich sollte noch sagen, dass ich als Schutzengel eine Null war, aber... vielleicht ist er ja besser...“ „Du warst nie eine wirkliche Null, Euangelion! Du hast dir echte – unbegründete – aber echte Sorgen um deine Schützlinge gemacht. Deine Meinung war meist völlig überzogen, aber es war gut gemeint.“ beruhigte Belial ihn lächelnd. „Und außerdem sind deine Fähigkeiten im Schutzengel-Dienst absolut verschwendet. Ich habe noch nie so entspannt meine Buchführung für den Monat erledigt wie in diesem – dank deiner Hilfe!“ nahm Belial ihn in Schutz.
Der Engel errötete leicht. „Nun, schauen wir mal wie Graphiel sich in der Position macht... allerdings würde ich ihm einen mächtigeren Engel beigesellen der sich auch vor ihm verbergen kann... Michael und Sandalephon wissen sicher besser wer geeignet ist.“ murmelte Seraphiel. Kat runzelte die Stirn. „Okay, wir wissen doch alle, dass Philip wahrscheinlich in die nächste Kirche kriechen und jammernd vor dem nächsten Marienaltar winseln würde... Wieso sorgen wir nicht dafür, dass Acactili wieder zurück kommt – zumindest bis wir diesen Fall gelöst haben?“ fragte sie. Man merkte ihr an, dass sie immer noch nicht die Sympathie von einst für den Priester hegte. Sie wusste, dass der ihr erst Ketzerei vorgeworfen hatte – damals als Yaotl in Derek das Regime im Legat auf Angel Island übernommen hatte. Sie wusste auch, dass die Botschafter, Pierre, Juliens Onkel, ihr Vater und auch der Himmel insgesamt vor Philip Callaghan verschleierten wer der höllische Botschafter – und Kats Lieblingspatenonkel noch dazu – wirklich war. Vermutlich würde der Priester eigenhändig die Fackel in einen Scheiterhaufen werfen auf dem Kat angebunden wäre, würde er die ganze Wahrheit kennen! „Auch ein sinnvoller Vorschlag – zumindest einer, der mir besser gefällt. Acactili ist sympathisch, humorvoll und menschlich!“ stimmte Julien zu. „Könnte ich mich auch mit anfreunden...“ murmelte Belial. Seraphiel schüttelte den Kopf. „Das sollte unser letzter Ausweg sein!“ widersprach er ernst.
"Das könnt ihr nicht machen!" rief Derek entsetzt. "Ich weiß wie das ist... und Philip wird es nicht verkraften. Er wird daran zerbrechen. Unsere Freundschaft hat zwar einen gewaltigen Knacks bekommen seit er mich wegen Ketzerei angeschwärzt hat, aber ich habe ihm verziehen und möchte auf keinen Fall, dass er mit so einem... aztekischen Priester die Seele tauscht." Er blickte zu Belial. Dieser schloss die Augen und atmete einmal heftig aus. Derek war ebenfalls nicht entgangen, dass sein brüderlicher Freund seit ein paar Tagen distanzierter gegenüber allen war. Er schien seine Gefühle zu unterdrücken und gab sich Philip gegenüber relativ fies, mit seinen Äußerungen.
Derek machte sich langsam ernsthaft Sorgen. "Ich werde dann mal Graphiel als Schutzengel auf Pater Callaghan ansetzen. Fragt sich nur... welchen mächtigeren Engel geben wir ihm zum überwachen?" bestimmte Seraphiel. "Michael. Vor dem hat er dann wenigstens richtig Respekt. Wobei... das eigentlich egal ist, er kriecht vor jedem Engel der mächtiger ist als er und das dürften wohl fast alle sein." grinste der Höllenfürst teuflisch. "Lucifer, du bist unmöglich!" lachte Sealthiel kopfschüttelnd. "Na es stimmt doch. Euch kriecht er in den Arsch und vor mir fürchtet er sich fast zu Tode, da ich ja der ach so böse Teufel bin der den armen Euangelion zu einem gefallen Engel macht." spottete er. "Der spinnt doch! Zeigt dem mal wo es lang geht! Der geht selbst mir mittlerweile auf die Nerven mit seinen ewigen Vorwürfen gegen Lucifer." beschwerte sich Euangelion. "Na jetzt soll er sich erst mal als Schutzengel von dem Priester beweisen und dann sehen wir weiter. Für die Arbeit im Boulevard ist er auf jeden Fall nicht geeignet, da für ihn ja alles was gemacht wird ein Verbrechen ist. Ich rede nachher mit ihm." erklärte Seraphiel. "Michael?" Der Erzengel erschien umgehend. "Was gibt es denn Seraphiel?" Seraphiel erzählte ihm kurz was sie eben beschlossen hatten.
Michael grinste. "Ich werde mir Gedanken machen und einen geeigneten Engel schicken."
Nachdem sie das geklärt hatte begaben sie sich wieder in die Küche. Derek blieb und schloss die Tür, als alle anderen Belials Arbeitszimmer verlassen hatten. Er setzte sich in den Stuhl gegenüber des höllischen Botschafters. "Was gibt es denn, Derek?" Der Praeceptor  setzte sich und sah seinen Freund aus einer Mischung von Ärger und Besorgnis an. "Was ist los mit dir, Belial?" Lucifer seufzte. "Was soll denn sein, Derek?" "Wie kannst du nur wollen dass Acactili  mit Philip die Seele tauscht? Du weißt genau wie es mir ging als Yaotl..." Der Höllenfürst stöhnte. "Ach komm schon Derek, das kannst du doch gar nicht vergleichen. Acactili ist nicht mal annährend so schlimm wie Yaotl. Sogar eher im Gegenteil. Er ist wirklich sympathisch und zudem Itotias Vater - der Schwiegervater von Yolotli! Und zum Zweiten hat dein Priester ohnehin noch nicht wirklich begriffen wie das damals für dich war, sorry aber ich halte ihn für genau die Art von Theologe die ich verabscheue. Diese besserwisserische Sorte, mit ihren verbohrten Ansichten. Er hat dich der Ketzerei bezichtigt, nur weil du die Heiligen nicht so verehrst wie er."
Derek nickte nachdenklich, da Belial ja recht hatte mit seiner Aussage. "Und außerdem wird es ja nicht gemacht." Derek schluckte. "Hättet ihr nachher mal Zeit für uns, wir würden euch gerne mal einen Vorschlag machen und bei der Gelegenheit gleich einen netten Abend miteinander verbringen?" fragte Derek den Höllenfürst. "Normalerweise jederzeit gerne... aber Sariel ist vermutlich schon da, er hat Said-Angelo von der Kita abgeholt und ich würde gerne mit ihm reden. Mir ist das sehr wichtig, jetzt da er schon mal frei hat. Aber morgen Abend gerne. Wenn es euch recht ist?" Derek nickte zur Bestätigung. Lucifer lächelte ihn freundschaftlich an und erhob sich. "Na komm, lass uns zu den anderen gehen. Tilly hat auch bestimmt schon wieder das Abendessen fertig." Gemeinsam begaben sie sich in die Küche.
Lucifer setzte sich auf den freien Platz neben seine Frau. Er blickte Sariel an der sofort verstand. In Gedanken ließ er ihn wissen, dass er ihn nachher sprechen wollte und die anderen davon nichts zu wissen brauchten. Sariel deutete ein Nicken an das nur Lucifer sah.
Später am Abend klingelte er bei Sariel an der Haustür des  Hauses, das dieser in Rom mit seinem kleinen Sohn bewohnte, nicht weit von seinem eigenen Palazzo entfernt. Sariel öffnete die Tür und blickte seinen höllischen Bruder verwundert an. "Warum klingelst du? Hättest dich doch einfach herzaubern können?" Dieser grinste. "Mir war danach und außerdem, war ich gerade spazieren, da bin ich mal allein." Sariel lächelte etwas besorgt, da er merkte, dass seinen ältesten Bruder etwas bedrückte. "Komm rein, möchtest du ein Glas Wein, ich habe mir gerade ein Flasche aufgemacht." "Ja gerne." antwortete er und setzte sich im Wohnzimmer auf das gemütliche Sofa. Er seufzte. "Weißt du manchmal wünschte ich der Alkohol würde bei mir wirken wie bei Menschen." seufzte Belial. "Ach Lucifer, das würde doch auch nichts bringen. Frag mal Derek, denn sobald man wieder nüchtern ist sind alle Probleme wieder da, habe ich mir erst sagen lassen. Was ist denn eigentlich los?"
Er erzählte Sariel kurz was der himmlische Vater gemacht hatte. "Ihm hätte aber klar sein müssen, dass du dahinter kommst. Und jetzt misstraust du allen im Boulevard?" fragte er. "So in etwa. Es nervt mich halt, dass sich bei mir immer eingemischt wird." Sariel lächelte. "Ist dir eigentlich schon mal der Gedanke gekommen, dass Vater das macht weil er sich Sorgen um dich macht? Weil du immer alles in dich hinein frisst und dir nicht helfen lässt. Und Katherine... nun ja... sie kennt dich am besten und sieht wenn es dir schlecht geht, du traurig bist oder eben auch wenn du überarbeitet bist. Selbst Derek und Rachel merken es mittlerweile sehr bald." Belial schluckte.
"So habe ich das noch gar nicht gesehen. Es ist einfach ungewohnt, dass... mich so viele von euch zu mögen scheinen und auch die ganzen Freunde von Selvi im Boulevard. Ich hatte ein Gespräch mit unserem Vater, er meinte er würde alles beim alten lassen, wenn ich mir in Zukunft jemand von euch zum reden suche. Und genau das mache ich gerade. Ich habe beschlossen mich ab jetzt immer zurückzuziehen, wenn es mir für den Moment zu viel wird. Ich nehme mir einfach ein paar Tage eine kleine Auszeit wenn es sein muss, bevor ich meine Aggressionen nicht mehr kontrollieren  kann. Ich weiß dass ich sehr aufbrausend sein kann. Aber ich habe mich eigentlich recht gut unter Kontrolle denke ich. Denn meistens drohe ich zuerst. Es gibt aber auch einfach Dinge die mich belasten ich aber nicht mit euch darüber reden kann."
Sariel nickte verständnisvoll. "Zuerst mal: Es scheint nicht nur so, dass die Menschen im Boulevard oder wir, deine Familie, dich mögen, wir mögen dich wirklich. Das solltest du akzeptieren. Du solltest aber auch nicht wieder in dein altes Verhaltensmuster zurückfallen Lucifer, jenes das du am Anfang an den Tag gelegt hast. Dieses... gleichgültige und verschlossene. Du hast keinen von uns an dich herangelassen obwohl wir dir zu verstehen gegeben haben, dass wir dich mögen. Selbst Metatron mag dich inzwischen und ich bin mir fast sicher, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit dir freut wenn er wieder zurück kommt und... du bist sozusagen der einzige, dem er sich in manchen Situationen anvertrauen kann. Verliere bitte dein Vertrauen nicht, dass du in uns gewonnen hattest wieder. Du weißt, dass Vater manchmal sehr streng ist und manchmal auch voreilig handelt. Und ganz wichtig... nimm es Kat nicht krumm. Sie kann am allerwenigsten dafür  und du solltest ihr nicht nur sagen, dass du nicht böse mit ihr bist sondern es ihr zeigen. Sie ist - dank Vater und auch dank deines Trainings schon sehr mächtig, und doch noch so jung und sieht wie du dich verschließt und sie kann nichts machen. Das Mädchen mag dich wirklich sehr."
Der Höllenfürst lächelte. "Danke Sariel! War schön mit dir offen zu reden. Ich hoffe ich habe dich nicht gestört, wegen Said... " Sariel unterbrauch ihn. "Nein, nein, der schläft doch schon... Offenbar haben die in der Krippe gebastelt und er war ganz begeistert - und nebenbei mit Farbe verschmiert als ich ihn abgeholt habe. Er hat ganz niedlich gebrabbelt als ich ihn gewickelt und sauber gemacht habe." Sariel grinste. "...und außerdem kannst du jederzeit zu mir kommen wenn du reden willst - auch wenn du "offiziell irdisch" gesehen "nur" mein Schwager bist." Belial lächelte dankbar.
Sie tranken noch etwas Wein und unterhielten sich über ihre Kinder und andere eher privatere Dinge. "Und Euangelion macht sich als dein Sekretär ausgezeichnet, hat man mir gesagt? Erstaunlich - ich weiß noch wie Gabriel sich immer über dessen "Erbsenzählerei" aufgeregt hat." Belial schnaubte. "Dann wusste er die Effizienz und den Mut und die Eigeninitiative meines Sekretärs nicht zu schätzen! Sein Pech - und mein Glück!"
In diesem Moment tapste Said-Angelo ins Wohnzimmer, seinen Teddy hinter sich herziehend. "Lufi!" sagte er begeistert. Belial grinste. "Ah, ich höre, junger Mann, da hast du dir was von deinen Freunden Lucas-Lucian und Christina-Luciana angewöhnt. Dann komm mal her." Vertrauensvoll kam der Kleine in Belials Arme und brabbelte auf dessen Schoß fröhlich vor sich hin. "Ah, gut, Durst hast du, dein Papa wird sicher gleich was holen." Er sah zu Sariel, der lachte. "Aber natürlich. Passt du eben auf ihn auf?" "Aber natürlich! Auf meinen Neffen immer!" Der Leiter der Chirurgie der Gemelli-Klinik erhob sich und verließ das Wohnzimmer um kurz darauf mit einem Glas Milch zurück zu kommen. Er blieb einen Moment im Türrahmen stehen und musste grinsen als er hörte, wie sein Bruder - oder Schwager - dem kleinen Neffen erklärte, wieso Wein noch nichts für ihn war. "Na, du kleiner Schlingel. Hast du deinen Onkel auch nicht geärgert?" fragte er dann liebevoll und erwiderte das Lächeln seines Sohnes.  "Nein, er war ganz brav, zumindest bis er zum Weinglas greifen wollte." erklärte Belial. Der Kleine trank sein Glas Milch und wurde dann von Sariel zurück ins Bett gebracht. Irgendwann verabschiedete Belial sich und kehrte nach Paris zurück.
Selvaggia schmiegte sich an ihn als er zu ihr ins Bett kam. „Wie geht es Sariel?“ fragte sie leise. „Sehr gut, er lässt dich herzlich grüßen.“ murmelte Belial und zog seine Frau zärtlich an sich. „Und jetzt... wie wäre es, wenn wir Vater ein wenig zuvorkommen?“ Selvaggia kicherte. „Du weißt doch, dass er sowieso den Zeitpunkt bestimmt wann wir unser zweites Kind bekommen. Wobei... wie wäre es diesmal mit einem kleinen Mädchen? Sandalephon hat ja gesagt, dass ich – oder wir – uns wünschen dürfen was wir haben möchten...“ Belial seufzte leise. „Ja, bei dem Termin haben wir wohl wirklich – wie ein normalsterbliches Ehepaar – keinen Einfluss. Aber ein kleines Mädchen hört sich wundervoll an. Wie würdest du es nennen wollen?“ Selvi lächelte. „Sofia-Aurora...?“ fragte sie. Belial lachte leise. „Die Weisheit und die Morgenröte? Ich glaube, das gefällt mir... Sofia-Aurora Rayne... klingt nett. Wobei ich die Schreibweise mit "ph" - eher am Griechischen angelehnt . bevorzugen würde...“
Am nächsten Morgen trafen sich alle beim Frühstück. Selbst Michael war anwesend als Derek und Rachel mit den Zwillingen, Sariel mit seinem Sohn – der sofort zu seiner Tante Selvaggia wollte – während Luciano auf Dereks Schoß saß und Onkel „Deds“ Hemd besabberte, zog es Christina-Luciana zu ihrem Lieblingspatenonkel und ihr Bruder saß auf Gabriels Schoß und ließ sich von ihm  füttern. Belial grinste als er sah, wie tollpatschig sein Bruder sich anstellte. Seine Patentochter erzählte ihm in ihrer Kleinkindersprache fröhlich aus der Krippe, während sie zum Marmelade-Baguette ihres Onkels griff, was er lachend zuließ.
Kat grinste ihrem selten anwesenden himmlischen Patenonkel zu. „Und, Onkel Mike, Sehnsucht nach Familie gehabt?“ neckte sie ihn. Der Erzengel zog fragend eine Augenbraue hoch. „Onkel Mike? Sehnsucht nach Familie? Was sind das für Töne, Micaela?“ fragte er ernst. Sie hörte jedoch seine Gefühle für die Anwesenden heraus. Kat lachte und ihre Geschwister und Luciano fielen in ihr Lachen ein. Michaels Blick wurde weich, er seufzte und gestand: „Ja, auch wenn du manchmal ganz schön frech bist und aufmüpfig, deine Geschwister und meine Neffen machen das allemal wett.“ ärgerte er Kat seinerseits. Sie grinste. „Danke, Onkel Mike, ich mag dich auch.“
Seraphiel beobachtete alles belustigt, dann rief er jedoch zur Ordnung. „Ich denke, wir sollten meinem Sekretär jetzt mal von seiner neuen Aufgabe unterrichten, oder?“ Belial grinste. „Vielleicht nicht schlecht... bin mal gespannt wie die kleine Memme reagiert – wobei... „Onkel Mike“...“ er warf Michael einen sichtlich amüsierten Blick zu, „... wen hast du ausgesucht um dem Feigling auf die Finger zu gucken?“ „Onkel Mike gibt dir gleich einen Tritt gegen das Schienbein „Lufi“ - und ich habe nicht ausgesucht, sondern Kerubiel hat sich freiwillig gemeldet. Er meinte, etwas Zeit auf der Erde würde ihm sicher gut tun und er hätte so auch ein Auge auf Katherine... wenn es nötig ist, da Seraphiel gerade hier gebunden ist, ich im Himmel zu tun habe und Hagiel sich durch Mathilde ablenken lässt... ganz abgesehen davon, dass Gadreel und König Paymon höllische Aufgaben für dich übernehmen und Satanael auch nicht gerade oft auf sie aufpasst...“ Kat wollte aufbegehren und klarstellen, dass sie kein kleines Kind mehr sei, als Sealthiel sich räusperte: „Ich denke, als Seraph kann ich sowohl auf Julien als auch auf Kat achten, oder? Und Seraphiel ist hier nur bis Ende Januar gebunden!“ Dankbar lächelte der Teenager den Schutzengel ihres Freundes an. Um die Mundwinkel ihres zweiten Himmlischen Paten zuckte es.
„Graphiel!“ rief er dann und sofort kam der Sekretär des Himmlischen Botschafters. Der Engel machte einen tiefen Diener. „Fürst Michael, Fürst Seraphiel, Fürst Sealthiel, Monsieur Dubois, Miss Corrigan Rayne...“ „Hör mit dem Geschleime auf, das geht mir auf den Senkel – abgesehen davon wäre es angemessen gewesen nach Michael und Seraphiel Lucifer zu begrüßen, du Flachpfeife!“ schnauzte Julien ihn an. Graphiel zuckte zusammen. Er zitterte sichtlich, zumal – wie Kat merkte, und der kleine feige Engel zweifellos ebenso – bei Julien der Engel, der Dynameis, der er selbst war – genauso wie sie eine Seraphe war – sehr nah unter der Oberfläche erschien – ein Engel des zweiten Chores, der mit Leichtigkeit die Naturkräfte manipulieren konnte und somit mächtiger als Graphiel war. „Natürlich, verzeiht meine... meine Unhöflichkeit, Monsieur Dubois... ähm... Fürst Lucifer...“ „Schluss!“ schnaubte Belial. Ihm ging das Gewinsel des Engels sichtlich auf die Nerven.  
„Graphiel, du bist zu Großem ausersehen! Du wirst als Schutzengel von Pater Philip Callaghan aufpassen, dass sich die verdorbene Seele des Aztekenpriesters Yaotl nicht in ihm einnisten kann! Bekommst du das hin?“ teilte Seraphiel ihm ohne sichtliche oder hörbare Emotionen mit. Ein Lächeln schlich sich auf Graphiels Gesicht. „Das heißt, Fürst Seraphiel, ich muss nicht mehr... mehr in der Nähe... der... der Höllenwesen sein? Ich darf auf einen heiligen, gläubigen Mann aufpassen?“ Belial schnaubte. „Heilig? Gläubig? Selbstgerecht und fanatisch, voreingenommen und verbohrt wären passendere Attribute.“ „Lucifer, bitte! Graphiel wird damit sicher zurecht kommen.“ sagte Michael tadelnd – wobei der Höllenfürst den Zweifel aus der Stimme des Erzengels deutlich heraushören konnte.
„Natürlich, Fürst Seraphiel, Fürst Michael. Es ist eine Ehre für mich... ich... ich... werde Euch nicht enttäuschen!“ stammelte Graphiel. „Dann mach dich auf den Weg!“ befahl Sealthiel. Auf Graphiels Gesicht erschien ein Ausdruck aus Befriedigung und selbstgefälliger Häme als er zu Euangelion und Belial blickte. Mit einer Verbeugung zu den Seraphim verschwand er.  
Mathilde schnaubte verächtlich und stellte Michael eine Tasse Tee hin. „Wenn ich ehrlich wäre, Lucian, würde ich ihm auch einen von deinen Dienern mitschicken... Nichts gegen Herrn Kerubiel, aber vielleicht wäre dem in manchen Gegenden von Paris jemand mit weniger Hemmungen doch lieber...“ In diesem Moment erschien Kerubiel. Er begrüßte alle und sah dann Mathilde an. „Also, Tilly, wenn wir schon mal dabei sind: Lass das „Herr“ oder sonstiges doch einfach weg. Ich nehme mir das Recht dich Tilly zu nennen – oder Mathilde – wie das alle hier tun und du nennst mich einfach Kerubiel?“ sagte er fröhlich. Die Küchenhexe errötete. „Wenn Sie... du wünscht...“ murmelte sie. „Machst du mir einen Kräutertee, bitte?“ fragte Kerubiel. Sie nickte und beeilte sich ihm das Gewünschte zu bringen. „Habt ihr Pater Callaghan von seinem neuen Schutzengel erzählt oder nicht?“ erkundigte er sich bei den anderen Engeln. „Nein – und man hat seinen normalen auch nicht abziehen lassen. Graphiel soll nur die Seele überwachen und Bescheid geben. Aber jeder von uns hier in der Küche hält ihn selbst dazu für zu blöd.“ murmelte Euangelion. Kerubiel sah ihn überrascht an, lächelte jedoch. „Harte Worte, aber wie ich an den Gesichtern ablesen kann, wohl auch wahre Worte...“ „Wenn du wüsstest...“ murmelte Seraphiel düster. „Gut, wie ist es, Lucifer, schickst du mir einen deiner Diener zur Hilfe?“ fragte Kerubiel. „Wenn du Angst im Banlieu hast... ich denke, Yomyael oder Jetrel könnten Lust haben auf dich aufzupassen...“ spottete Belial freundlich.  
Der Cherub lächelte. „Hört sich gut an. Wird sicher nett einen der beiden nach so langer Zeit mal wieder zu sehen.“ Kurz darauf erschienen die beiden gefallenen Engel als ihr Chef sie rief. Sie begrüßten alle freundlich. „Yomyael, Jetrel... wer von euch passt auf Kerubiel auf, während der Graphiel auf die Finger schaut und sorgt dafür, dass Kerubiel nichts passiert?“ Jetrel grinste. „Dürfen wir uns diesem feigen Winselwinnie Graphiel ab und zu mal zeigen?“ „Oh ja, bitte Chef, das wird ein Spaß!“ meinte Yomyael. „Dann wechseln wir uns ab und Fürst Kerubiel wird nie ohne einen Schatten sein.“ Belial lachte. „Abgemacht. Passt ihr in den unsichereren Gegenden wo Pater Callaghan sich rumtreibt auf Kerubiel auf – und zeigt diesem kleinen Feigling Graphiel, dass die „bösen, fiesen Höllenwesen“ immer um ihn sind.“
Michael seufzte. „Manchmal bist du wirklich teuflisch, Lucifer!“ Derek und Rachel sahen sich an und mussten sichtlich ein Lachen unterdrücken. „Keine Ahnung ob es dir aufgefallen ist, Onkel Mike, aber Onkel Belial IST der Teufel...“ neckte Kat ihren himmlischen Patenonkel. „Manchmal entfällt es mir – vor allem wenn er nett ist.“ antwortete Michael trocken, was zu einem allgemeinen Ausbruch der Heiterkeit führte. „Aber wo wir das nun geklärt haben mache ich mich mal wieder auf den Weg zurück. Es gibt noch einiges zu tun.“ Er bedankte sich bei Mathilde für die heiße Schokolade, die er getrunken hatte, verabschiedete sich von allen und verschwand.
Graphiel tauchte in der kleinen Kirche in Paris auf in der Philip Callaghan Dienst tat. Unsichtbar setzte er sich auf einen der Stühle und beobachtete den Priester, der sich gerade mit einer Frau unterhielt. „Philip, ich weiß von... vom Neffen seiner Eminenz Kardinal Pasquieus jetzt endlich wieso du seit... seit gut anderthalb Jahren so abweisend bist und... es tut mir leid, dass ich mich dem Traum hingegeben habe, dass du mich ebenso lieben und begehren könntest wie Acactili.“ „Juliette... ich bin Priester und ich nehme meine Gelübde ernst. Seine Eminenz hat mir „tätige Reue“ auferlegt und...“ „Du brauchst nicht weiterreden, Philip. Ich entschuldige mich, dass ich den Befehl seiner Eminenz missverstanden habe und danke dir für die Zeit in der du mir ein Freund und Geliebter warst.“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und drehte sich um. Graphiel sah, dass in den Augen der Frau Tränen schimmerten als sie die kleine Kirche verließ. Ärgerlich blickte er ihr nach. Der Pariser Erzbischof hatte eindeutig zu viel mit Lucifer und der Hölle zu tun!
Er wollte gerade sichtbar werden, als ein Mann die Kirche betrat und sich neben ihn setzte – fast als würde er den kleinen Engel sehen. Doch das konnte nicht sein, obwohl ihm an dem Mann etwas seltsam vorkam. Kerubiel – niemand anderes war es – lächelte innerlich. Natürlich hatte er Graphiel gesehen, ließ sich das jedoch nicht anmerken. Immerhin sollte der kleine Engel beweisen, dass er fähiger war als alle ihm zutrauten.
Verlegen ging Graphiel hastig zu einem Seitenaltar wo er sichtbar werden konnte. Dabei achtete er nicht mehr auf Kerubiel, der sich seinerseits unsichtbar machte. So nahm der kleine Engel ihn nicht mehr wahr und atmete erleichtert auf. Er ging zu Philip Callaghan, der gerade ausgebrannte Kerzen vor dem Altar entfernte. „Friede sei mit dir, Pater Callaghan, der Herr, unser Himmlischer Vater ist mit dir und hat mich zu deinem Schutze senden lassen. Dein Seelenheil wird bedroht durch böse Mächte der Hölle und ich soll ihrer wehren! Habe keine Angst.“ sagte Graphiel möglichst salbungsvoll. Philip zuckte zusammen. Er starrte den Engel an, der da im weißen Gewand, mit leichtem Heiligenschein und Flügeln vor ihm stand. „Äh... ja... wunderbar... ich... äh... ist das so ein verrückter Scherz von denen im Boulevard?“ „Nein, Philip, du bist ein wahrhaft gläubiger Mensch der gerecht und gut ist und sich gerade auch – wie ich Zeuge werden konnte – von der Sünde losgesagt hat zu der er von einem ungläubigen Ketzer wie dem Erzbischof, der den Einflüsterungen Lucifers lauscht, verdammt wurde! Und nun soll deine Seele auch erneut von einem aztekischen Priester korrumpiert werden! Um dieses zu verhindern bin ich hier!“ Philip zuckte zusammen. „Erzbischof Pasquieu ist wohl kaum ein Ketzer! Er hat immerhin am Tag seiner Kardinalsweihe eine Verschwörung die zum Sturz des Papstes führen sollte verhindert! Und Juliette... sie war ein Fehler von Acactili, sicher, aber... ich bedaure zutiefst, dass ich sie verletzen musste!“ „Pah! Geschwätz! Nichts hat der Erzbischof getan! Fürst Metatron und der Teufel haben die Arbeit gemacht und diesen unwürdigen Mann den Ruhm ernten lassen!“ entgegnete Graphiel gehässig.  
Kerubiel hörte unsichtbar immer entsetzter zu. „Bitte – wenn Sie verhindern wollen, dass Acactili wieder Teil von mir wird, gut, dann danke ich dem Himmlischen Vater dafür, aber ich schätze den Erzbischof und ich weiß, dass mein... mein Freund Derek Rayne mit dem Boulevard oft eng zusammenarbeitet und ... und Katherine, seine Adoptivtochter, und Derek schätzen vor allem den... den höllischen Botschafter... Ich will mich nicht erneut mit Derek anlegen.“ Philip klang unsicher. „Unsinn! Du brauchst einen ungläubigen Verehrer Satans nicht!“ rief Graphiel. Kerubiel ließ die Eingangstür quietschen. „Ich mache mich jetzt unsichtbar, bin aber bei dir, denn du bist ein wahrhaft erleuchteter und heiliger Mann, der erkannt hat, wie unsittlich und verdorben der Boulevard ist!“ sagte Graphiel hastig und verschwand für das menschliche Auge. Kopfschüttelnd tauchte Kerubiel im Boulevard Haussmann – im Vorzimmer von Belial auf. „Ist dein Chef da, Euangelion?“ fragte er. „Klar, ich melde Sie an, Fürst Kerubiel.“ sagte der Sekretär überrascht, aber freundlich.
Einen Moment später saß der Cherub in der Sitzecke im Belials Büro – neben ihm Seraphiel und gegenüber Lucifer, Kat, Julien und Derek. Außerdem hatte der Höllenfürst seinen Sekretär hinzugerufen. „Ihr glaubt nicht, was ich gerade erlebt habe...“ murmelte Kerubiel und berichtete den ihn fassungslos anstarrenden Zuhörern von Graphiels „Auftritt“ gegenüber Philip Callaghan. „Wie ist der denn drauf?“ fragte Euangelion angewidert. „Meint er, er müsse sich salbungsvoll wie Fürst Gabriel vor zweitausend Jahren anhören und selbstgerechter als eine Horde Pharisäer?“ Belial grinste. „Ich sollte wohl mal ein hübsches kleines Kesselchen für ihn anheizen lassen. So viel Selbstgerechtigkeit, so viel Hetze... Vater wird mir diesen miesen kleinen Aasgeier auf dem Silbertablett servieren...“ meinte er gehässig. Auf einen Ruf von ihm erschienen Yomyael und Jetrel. "Vater... ich brauche für Yomyael und Jetrel für die Dauer der Überwachung von Graphiel die Erlaubnis deine Häuser betreten zu dürfen!" rief er dann mit einem Blick zur Decke. "Es sei gewährt!" erklang es und die zwei gefallenen Engel zuckten zusammen. "Autsch... die Stimme von Vater habe ich lange nicht mehr vernommen..." flüsterte Yomyael. Jetrel nickte nur etwas betreten. "Wo ihr nun die Erlaubnis habt, Jungs, tretet diesem kleinen Widerling Graphiel mal ordentlich in den Ar... Hintern!" befahl Belial. "Geht klar, Chef. Ist er noch bei diesem Pfaffen in der Kirche?" fragte Yomyael. Kerubiel antwortete stattdessen: Heute ist Freitag - Beichttag... da wird er länger bleiben." Die beiden gefallenen Engel verbeugten sich und verschwanden.
Kurz darauf tauchten sie vor der kleinen Kirche auf und betraten das Gebäude zögernd. Sie erblickten auch sofort Graphiel, der sich eng bei Philip Callaghan hielt.
Energisch gingen sie auf ihn zu. „Graphiel, alter Schleimer, du... Bist ja ein ganz niedlicher, was? Brauchst doch nur mit dem Chef reden, wenn du ein gut geheiztes Kesselchen für dich allein willst.“ meinte Jetrel launig. Philip fuhr entsetzt herum. „latha là math! Ciamar a tha sibh? Guten Tag! Wie geht es Ihnen?“ begrüßte Yomyael ihn in Gälisch und lächelte. „Tha gu math, tapadh leibh...“ antwortete Philip überrascht in seiner irischen Muttersprache womit er erklärte, dass es ihm gut ginge. „Verzeihen Sie unser Eindringen, Pater, doch unser Chef, Dr. Lucian Rayne schickt uns um sicherzustellen, dass dieser unfähige Trottel hier nur sich selbst das Plätzchen in der Hölle sichert und nicht Ihnen auch noch.“ „Dr... Lucian Rayne? Ich kenne nur Dr. Derek Rayne...“ Philip war sichtlich verwirrt. „Ja, seinen... Cousin... hat der Ihnen bekannte Dr. Rayne auch erst...“ „Der Teufel! Lucian Rayne ist der irdische Name des Satans!“ kreischte Graphiel. Philip zuckte zusammen als habe er einen Schlag erhalten. „So weit ist es mit Derek also gekommen?“ fragte er entsetzt. „Dass Satan sich als sein Cousin sieht?“ Jetrel seufzte. „Meine Güte, Pater, wir sind hier, weil der Himmlische Vater uns die Erlaubnis gegeben hat. Die beiden haben öfter mal ein Pläuschchen miteinander und ganz ehrlich: Unser Chef singt seinem Sohn und seinen Patenkindern zum Einschlafen das Gotteslob vor! Welchen Beweis brauchen Sie noch, dass er nicht der durch und durch böse Charakter ist, den Sie offenbar in ihm sehen wollen? Und da er weiß, dass Derek Sie irgendwie doch noch mag – trotz der Schwierigkeiten die Sie ihm letztes Jahr gemacht haben – hat er uns geschickt, damit sie den Einflüsterungen dieser Witzfigur von Engel nicht erliegen.“
Yomyael lächelte: „Eigentlich sollte er nur aufpassen, wann und ob Ihre Seele von Yaotl, dem Priester dessen Seele in Derek Rayne war, angegriffen wird. Aber da offenbar keiner diesem Hetzer das zugetraut hat, hat man eine Kontrolle geschickt die vorhin mitgekriegt hat, was er so von sich gab... und daraufhin hat der Chef uns herbeordert um diesen kleinen Schmierlappen im Zaum zu halten...“
Philip sank fassungslos auf einem der Stühle nieder. „Aber ich dachte... Acactili...“ Yomyael schüttelte den Kopf. „Nein, der hält sich zurück. Er hat gemerkt, dass es Ihnen nicht genehm war, Pater und daher... Aber Yaotl hat Sie damals ja kennen gelernt und auch Ihre Schwächen analysiert – und Graphiel hat durch seine Einflüsterungen fast noch Tür  und Tor für ihn geöffnet. Er hat dafür gesorgt, dass Sie sich sicher fühlen und das ist tödlich!“ „Und jetzt?“ fragte Philip Callaghan leise. „Tja... da gibt es mehrere Möglichkeiten. a) wir verlassen uns auf den Idioten hier, b) wir könnten unsere... Hilfe anbieten, die unter anderem darin bestände, dass wir sofort unseren Chef und den Interimsbotschafter Fürst Seraphiel benachrichtigen... oder Fürst Metatron, wenn der wieder da ist, c) Sie können auf jegliche Hilfe verzichten und lassen es auf sich zukommen und d) Sie fragen bei Acactili an ob er mit Ihnen die Seele tauscht, da er diesen Yaotl besser kennt – ist wohl immerhin der Schwager seiner Tochter Itotia... und der zukünftige seines Sohnes Itzel...“ „Ich glaube, ich verlasse mich auf... auf diesen Engel.“ Yomyael und Jetrel wechselten bezeichnende Blicke, zuckten jedoch unisono die Schultern. „Ihre Entscheidung, Pater. Aber falls Sie die Hilfe des Boulevards – sprich unsere Hilfe – dann doch wollen... ich fürchte, dann müssen Sie unseren Herrn, Lucifer, den Fürsten der Hölle darum bitten – notfalls über den Himmlischen Vater...“ mit diesen Worten verschwanden die zwei – machten sich allerdings nur unsichtbar und beobachteten was geschah.
„Das hast du gut gemacht, Philip Callaghan. Du hast der Versuchung Satans widerstanden. Fürchte dich nicht, dein himmlischer Vater ist in mir mit dir!“ versicherte Graphiel salbungsvoll. „Schweigen Sie, bitte!“ rief der Pater verzweifelt. In ihm keimte gerade die Erkenntnis, dass er einen Fehler begangen hatte, aber er wusste, dass er niemals, unter keinen Umständen Lucifer würde um Hilfe anbetteln können.
Yomyael nickte Jetrel zu und verschwand um Bericht zu erstatten, während Jetrel zurückblieb, wartend in den Gedanken Philip Callaghans verharrend um den Priester nicht zu einer Anrufung des Teufels zu zwingen, falls dieser sich durchgerungen hatte, die Wahrheit zu erkennen.
"Aber... ihr könnt nicht zulassen, dass Yaotl sich Philip schnappt. Belial, du musst was machen!" Der Höllenfürst sah seinen Freund kalt an. "Ach? Muss ich das?" Derek sah ihn wütend an. "Ich bin zwar nicht mehr so eng mit ihm befreundet, aber das hat er nicht verdient. Ich verstehe nicht wie du so kalt sein kannst und ihn einfach seinem Schicksal überlassen." Belial seufzte. "Derek, selbst wenn ich wollte, er muss mich bitten." "Warum dass denn? Ich habe dich doch auch nicht gebeten." "Ist einfach so! Kommt von oben!" antwortete Belial schroff.
Jetrel  erschien mit dem stöhnenden und sich wild wehrenden Philip Callaghan im Arbeitszimmer seines Herrn. Er ließ den Priester auf den Boden fallen. "Philip!" rief Derek erschrocken und eilte zu ihm. "Er fing plötzlich damit an, da dachte ich, ich bringe ihn besser her. Ich glaub Yaotl versucht sein Glück." Derek starrte Jetrel entsetzt an, dann blickte er seinen brüderlichen Freund an. "Jetzt mach doch was! fuhr er den Höllenfürst an, als dieser nur da stand. "Belial, wenn du nichts unternimmst dann... " "Ich sagte dir doch schon ich kann nicht, er..." "Dann hilf ihm vorübergehend so wie du es bei mir gemacht hast!" forderte er. Belial seufzte. "Nicht schon wieder! Und sicher nicht für den! Weißt du welche Qual das für mich ist? Bei dir habe ich es gern gemacht. Hier weigere ich mich!" "Belial, bitte. Tu es für mich" bat er eindringlich. Belial sah seinen brüderlichen Freund an, seufzte kurz auf und trat zu dem Priester den er unsanft hochzog und grob in einen Sessel stieß. Er wollte den Kopf des Priesters in beide Hände nehmen, dieser wehrte sich jedoch. Lucifer schlug Philip einmal brutal ins Gesicht, darauf hin beruhigte er sich. "Musste das sein?" fragte Derek leise.
Lucifer warf ihm einen verärgerten Blick  zu, antwortete jedoch nicht darauf und atmete einmal tief ein. Mit Magie leitete er Yaotl in sich um und kämpfte nun gegen den fiesen Priester an, wie er es damals schon bei Derek getan hatte. Er zuckte zusammen und stöhnte auf vor Schmerz. "Ist der stärker geworden?" murmelte er leise. Philip kam wieder zu sich und sprang auf. "Ist das... sind Sie der Teu... Teu...Teufel?" Er zog ein Kreuz aus der Tasche und hielt es ihm hin. Lucifer schlug es ihm grob aus der Hand und packte ihn an seinem Priesterkragen. "Glaubst du tatsächlich dass der Kram wirkt?" zischte er dem Priester kalt ins Ohr bevor er sich hörbar ungehalten an den himmlischen Interimsbotschafter wandte: "Seraphiel, würdest du ihm bitte erklären, was gerade mit ihm geschieht?" fragte er und setzte sich erschöpft. Philip sah entsetzt zu Derek. Dieser nickte. "Du solltest dich schnell entscheiden! Ich mache das nicht ewig was ich gerade gemacht habe. Das ist selbst für mich sehr schmerzhaft. Und ich helfe dir nur weil Derek mich darum gebeten hat. Um dir Yaotl dauerhaft vom Hals zu schaffen musst du mich oder bei Gott bitten. Also überleg es dir gut Philip Callaghan!" erklärte der  Höllenfürst eindringlich aber mit einer für die, die ihn kannten ungewohnten Kälte, bei der selbst Jetrel und Yomyael zusammenzuckten - was Derek sehr bezeichnend fand - und fuhr sich mit der Hand über die Stirn.
Derek wandte sich an Seraphiel. "Können wir ihn vorübergehend hierbehalten? Ich möchte nicht, dass Yaotl..." Der Erzengel nickte. "Sicher. Graphiel! Geh in die Küche und sag Tilly und Selvi, dass sie bitte ein Zimmer für den Priester herrichten sollen. Das wirst du doch wohl noch hinbringen!" sagte er barsch zu dem Engel. Graphiel verließ sofort den Raum. Kurz darauf betrat Selvaggia das Arbeitszimmer ihres Mannes. Sie sah besorgt zu ihrem Mann, der erschöpft wirkte. Sie lief zu ihm und umarmte ihn. "Hast du Kopfschmerzen? Und was ist hier passiert?" erkundigte sie sich.
Er erwiderte die Umarmung und schloss lächelnd die Augen als er mit seiner Hand über ihren Bauch fuhr. Er wusste, dass sie noch keine Ahnung hatte von dem was er in diesem Moment dank seiner magischen Fähigkeiten spürte.
"Ja habe ich, weil ich diesem Priester da helfen musste. Yaotl ist wieder in Aktion und will sich seiner Seele bemächtigen. Derek hat mich gebeten ihm zu helfen, weil der sich zu fein ist mich zu bitten. Und der aztekische Fiesling hat es mittlerweile echt in sich. Philip könnte nicht einmal gegen ihn gewinnen." Er massierte sich die schmerzenden Schläfen. Seraphiel bemerkte, dass er jetzt seine Selbstheilungskräfte wirken ließ und beobachte ihn besorgt, da er wusste, dass er dies nur tat wenn die Schmerzen unerträglich wurden. "Ich besorge dir einen Kaffee, Chef!" bot sich Euangelion an, der es auch bemerkte und verschwand sofort. Selvaggia küsste ihren Mann zärtlich auf den Mund bevor sie sich Philip Callaghan zuwandte: "Kommen Sie mit, ich gebe Ihnen ein Zimmer." Als die beiden den Raum verlassen hatten wandte sich Derek wütend an den Höllenfürsten. "Warum bist du so kalt und grob zu Philip? Und du hättest ihn echt seinem Schicksal überlassen und Yaotl hierherkommen lassen? In unsere Welt? Wie kannst du nur so gedankenlos und kalt sein?" fauchte der Praeceptor. Belial schwieg einfach. Offenbar hielt er es nicht für nötig etwas darauf zu erwidern.
"Kannst du mir bitte mal eine Antwort geben!" sagte Derek. Belial atmete einmal tief ein und trank sofort einen Schluck Kaffee den Euangelion ihm in diesem Augenblick hinhielt. "Derek, erstens: ist es selbst für mich eine auf jeden Fall übermenschliche Belastung, eine bei der du schon längst zusammengebrochen wärst! Und du hast keine Ahnung wie stark der Kerl mittlerweile geworden ist. Das war... so was von heftig. Zweitens: Ich kann ihn nicht ausstehen! Ich hasse so kleinkarierte, verbohrte und selbstgefällige Priester wie den. So von seinem Glauben und seinen Heiligen überzeugt, das widert mich an!" Er blickte kurz zur Decke. "Ach Vater, lass ihn doch zur heiligen Maria Mutter Gottes beten, vielleicht hilft ihm die ja!" sagte er sarkastisch. Sofort kam eine Rüge. Auch die anderen Engel konnten die Stimme ihres Vaters hören. "Lucifer! Sprich nicht so abfällig über die Heiligen! Nur weil du nicht an sie glaubst! Und jetzt sorgt dafür, dass der kleine Priester kapiert was mit ihm passiert und bittet! Denn es kann so nicht weitergehen, dass Derek dich anbettelt ihm zu helfen und du jedes Mal die Belastung auf dich nimmst." "Jawohl, Vater."
Gegen Abend betrat Derek die Küche in der sich schon alle zum Essen versammelt hatten. "Was ist mit deinem Priesterfreund? Hat der keinen Hunger?" fragte Belial. "Der hat bestimmt Angst vor dir." meinte Kerubiel belustigt. "Hast du ihn überzeugen können, Derek?" erkundigte sich Belial. Derek schüttelte resigniert den Kopf. "Philip ist so dumm mir nicht zu glauben. Er hat mir damals schon nicht geglaubt und selbst jetzt wo er es selbst mitbekommt... " Er schüttelte fassungslos den Kopf. " Belial blickte seinen brüderlichen Freund scharf an. "Ihm ist aber schon klar, dass ich ihm nicht ewig helfe so wie dir? Ich nehme diesen Kampf gegen Yaotl nicht schon wieder so intensiv auf. Du weißt welch Schmerz und welche Belastung diese Gegenwehr bedeutet, Derek. Und jetzt  male es dir mal doppelt so schlimm aus, denn du hast selbst eine ganz andere Stärke als Pater Callaghan! Was auch immer der Priester für einen Zauber anwendet um das zu bewerkstelligen... er hat ihn übelst verstärkt. Ich dachte vorher im ersten Moment ich... schaff es selbst nicht. Und das will was heißen, Derek. Während sie aßen hörte Lucifer Jetrel in Gedanken. "Chef - komm hoch - der Aztekenpriester schlägt wieder zu!" Er seufzte. "Yaotl schlägt wieder zu!" sagte er sichtlich gereizt. Er und Seraphiel, der Derek den Arm um die Schulter legte, verschwanden.  
Sofort lief Derek wieder zu dem Priester. "Begreif doch endlich dass Belial deine einzige Chance ist! Du wirst den Kampf verlieren und das schon sehr bald!" versuchte er zu Philip durchzudringen. "Das hat keinen Sinn Derek. Solange er in dem Zustand ist und Yaotl ihn attackiert, schafft er es nicht." sagte Seraphiel leise, und wandte sich zum Höllenfürsten um. "Lucifer!" Er sah seinen höllischen Bruder auffordernd an. "Verdammt! Zweimal an einem Tag!" fluchte dieser ziemlich aggressiv. Er ließ sich widerwillig neben dem Priester nieder, der sich windend und schreiend am Boden lag. "Halt endlich still oder muss ich dich wieder schlagen?" brüllte Lucifer ihn an. In der nächsten Sekunde hielt er ihn fest an sich gedrückt, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Derek dem beim ersten Mal heute nicht bewusst gewesen war, wie hart es mittlerweile war, bis sein Freund es ihm vorher gesagt hatte, beobachte den Höllenfürst diesmal betroffen und besorgt, als er sah wie dieser mit aller Kraft gegen Yaotl und den dadurch entstehenden Schmerz ankämpfte.
Er stieß den Priester von sich, der vor sich hinstarrend am Boden lag. Lucifer ließ sich sichtlich erschöpft auf den Rücken fallen und rieb sich abermals die Schläfen. "Das war das letzte mal, Pater Callaghan!" flüsterte er schwach aber eindringlich, während er abermals seine Selbstheilungskräfte aktivierte. Als die Kopfschmerzen dadurch nachließen erhob er sich soweit und kniete neben dem immer noch entsetzten Priester, beugte sich etwas zu ihm herunter und sagte leise und barsch. "Ich hoffe du hast es jetzt verstanden! Ich habe das nur für Derek gemacht, aber noch einmal nehme ich diese höllischen Schmerzen nicht auf mich um dir deinen Ar ... Hintern zu retten! Ist das klar? Und wenn dir dein Leben lieb ist, dann spring ... verdammt nochmal über deinen Schatten und bitte mich einfach." Der Fürst der Hölle erhob sich langsam. Zu Derek sagte er: "Sorg bitte dafür, dass er mich bittet. Selbst ich tu mir jetzt schwer ihm zu widerstehen. Und du willst mich nicht in Kombination mit Yaotl erleben!" Er verschwand und saß Sekunden später wieder neben seiner Frau am Küchentisch.
Schweigend aß er weiter. Niemand traute sich zu fragen, da sie ihn mittlerweile gut genug kannten um zu erkennen, dass das im Moment ein großer Fehler wäre und er dann vermutlich in die Luft gehen würde.
Etwa fünfzehn Minuten später betrat Seraphiel mit Derek und Philip die Küche. "Lucifer, und alle anderen am Fall Beteiligten in das höllische Arbeitszimmer." befahl der Erzengel sichtlich genervt. "Los rede!" fuhr er den Priester an. "Also... ich... der Yaotl ... ich möchte ..." Lucifer verdrehte die Augen. "Hör auf mit dem Gestotter! Ich habe es endgültig satt! Selbst die  menschlichen Mitarbeiter des Boulevards schaffen es normal mit mir zu reden... auch wenn sie Angst vor mir haben." Er sah den Priester fragend an. "Helfen Sie mir bitte." flüsterte dieser ganz leise. Der Höllenfürst beugte sich ihm ein wenig entgegen.
"Wie war das? Nochmal bitte!" spottete er, obwohl er schon beim ersten Mal jedes Wort verstanden hatte. "Helfen Sie mir bitte." sagte er diesmal hörbar, aber dennoch leise. "Setzen!" wies er den Priester schroff an. "Warum sollte ich dir helfen?" Der Priester sah ihn entsetzt an. "Ich kann solche Menschen wie dich nicht ausstehen, Callaghan. Mit solch verbohrten Ansichten kannst du mich persönlich mal kreuzweise! Du kannst von Glück sagen, dass du einen Freund wie Derek hast.  Ohne ihn hätte ich genüsslich zugesehen, wie Yaotl dich fertig macht!" Philip Callaghan wurde bleich. Er erinnerte Seraphiel sichtlich an Graphiel, den feigen Sekretär in seinem Vorzimmer.
Belial fuhr kalt an Philip gewandt fort: "Ein Deal, Callaghan: Ich werde einen Zauber aussprechen, der Yaotl daran hindert  - zumindest temporär - Gewalt über dich zu bekommen, werde aber den schwarzmagischten Zauber verwenden den ich kenne, Callaghan! Wenn du merkst, dass der Zauber schwächer wird und Yaotl wieder versucht dich zu übernehmen, wirst du mich anbeten müssen! Du wirst vor mir kriechen und betteln, dass ich den Zauber erneuere! Und solltest du noch einmal, ein einziges Mal gegen Derek hetzen oder jemals gegen die Himmlisch-Höllische Botschaft intrigieren, ein falsches Wort über Katherine, Julien oder meine Familie - was sämtliche Raynes, meine Mitarbeiter und Kollegen und deren Ehefrauen oder Familienmitglieder betrifft - verlieren, dann bist du verloren, Callaghan! Glaub mir, dann werde ich dich ohne mit der Wimper zu zucken Yaotl überlassen und dann wird auch Dereks Flehen mich nicht mehr umstimmen!"
Derek schnappte hörbar nach Luft und wollte etwas darauf erwidern, doch ein ungewohnt eisiger Blick Belials brachte ihn zum Schweigen. Er sah wieder zu Philip. "Nimmst du den Deal an, Pfaffe, oder bist du zu feige?" fragte er völlig ohne Emotionen in der Stimme. "Womit habe ich das verdient?" fragte Philip sichtlich eingeschüchtert. "Belial, bitte, hab doch..." Der Höllenfürst drehte sich zu Derek um. "Was soll ich haben? Mitleid? Wieso? Verständnis? Etwa so viel Verständnis wie er für Kat und dich hatte als du unter Yaotls Einfluss warst und Kat versucht hat Rachel zu schützen? Der Pfaffe hat sich bei dir entschuldigt, ja, aber richtig ernst gemeint hat er es nicht. Er hat gedacht es ernst zu meinen, aber hat überhaupt nicht begriffen wie gut er es mit dem Seelentausch mit Acactili getroffen hat!" Derek sah ratlos von Philip zu Belial und wieder zurück. "Er hat sich entschuldigt und gemeint es sei schon wieder okay - aber er würde dich erneut - und diesmal wohl anonym - der Ketzerei bezichtigen und würde Gehör finden, wenn der Papst nicht am zweiten Advent Luciano getauft und Selvaggia, euch alle, mich und auch Metatron und Cassandra kennen gelernt hätte! Also hör auf ihn zu verteidigen, Derek! Du weißt, ich schätze dich als Freund, du bist mir wie ein Bruder und ich helfe dir wo ich kann - aber in dieser Frage beißt du bei mir auf Granit!"
Belial wandte sich von dem erschüttert schweigenden Derek wieder Philip Callaghan zu. "Verdient? Verdient hast du dir gar nichts, Pfaffe! Eigentlich hast du nicht einmal meine Aufmerksamkeit verdient und ich frage mich, wieso ich dich nicht einfach zertrete! Du hast Freundschaft mit Verrat vergolten, gelobten Gehorsam gegenüber der Kirche, den du ihr gegenüber in Gestalt des Pariser Erzbischofes Pierre Kardinal Pasquieu gehabt hättest, gebrochen indem du Juliette Charenne, Acactilis geliebte Freundin, die du in tätiger Reue lieben und achten solltest, mit dem Wohlwollen deines Dienstherrn und dem des Himmels - das nur dazu - deine Abneigung und deinen Widerwillen hast spüren lassen. Sie ist nach Reims gezogen! Reicht dir das als Antwort?!"
Seraphiel hinderte Derek mit einem Kopfschütteln an einer erneuten Intervention. "Kerubiel - würdest du vielleicht mit Euangelion und Derek die große Wandkarte nachbearbeiten? Du weißt schon, Nadeln an die gefundenen Opferorte stecken und so..." wandte er sich an den anwesenden Cherub. Derek blickte den Interrimsbotschafter finster an. "Glaub nicht, ich merke nicht, dass du versuchst mich loszuwerden, weil ihr alle wisst, dass ich dieses Verhalten gegenüber Philip nicht gutheiße! Und Euangelion ist allein ohnehin viel effektiver als wenn ich mit an der Karte herumstehe!"
Belial warf einen Blick zu Philip. "Bis zum nächsten Angriff hast du Zeit, Pfaffe! Dann wirst du mich bitten, den schwarzmagischen Zauber zu sprechen - für die Erneuerungen erwarte ich - wie gesagt - sehr viel mehr... Demut und Verehrung! Denk also gut nach!" setzte er kalt nach und griff nach Derek mit dem er verschwand.
Im Garten der Botschaft erschienen die beiden wieder. "Du bist wütend auf mich." sagte Belial tonlos. "Und wie! Philip war jahrelang ein guter Freund, ein Mitarbeiter auf Angel Island und jetzt... Es tut mir weh, wenn er so am Boden ist und noch getreten wird!" rief Derek ärgerlich. "Verständlich, denn du siehst nicht, was ich sehe. Glaub mir, der Himmlische Vater hat mir nicht unbedacht die Kontrolle über diese Situation gegeben und nicht ohne Grund mir die Entscheidung überlassen ob und wenn ja wie und unter welchen Umständen ich Philip Callaghan helfe. Was bringt es sich eine Laus in den Pelz zu setzen, die irgendwann alle mit der Pest infiziert wie ein Schwarm Rattenflöhe es im Mittelalter getan hat? Und diese Pest würde weit zerstörerischer sein, Derek, denn es ginge um Rufmord, Rufmord der dich und deine Familie betrifft, Pierres Ruf  in Mitleidenschaft zieht und die Integrität und Loyalität aller in Frage stellt!" Derek schüttelte den Kopf. "Philip hat doch verstanden was geschehen ist." beharrte er.
Belial seufzte. "Nein, das hat er nicht. Er hat dir und Kat etwas vorgespielt - offenbar für euch beide glaubwürdig genug, aber als Seraph... der Himmlische Vater hat mich in sein Herz sehen lassen, Derek, und Philip Callaghan hat seins zu einer Schlangengrube gemacht." Er sah Derek tief in die Augen. "Vertrau mir, Freund, Bruder, Vater meiner Patenkinder die ich liebe wie Luciano: Wenn Philip seine Lektion gelernt hat, wenn er aufrichtig und reinen Herzens um Hilfe bittet und sein Herz gereinigt hat von seinem Fanatismus, dann bin auch ich in der Lage Milde walten zu lassen und ihm hilfreich die Hand zu reichen - aber nicht vorher!" Derek schwieg und erwiderte den Blick. "Habe ich dein Vertrauen, Bruder?" fragte Belial sanft.
Derek dachte nach. Er wusste, dass sein höllischer Freund durch seine magischen Fähigkeiten sehen konnte was er nicht konnte und er würde es nicht ausschließen wollen, dass Philip ihn täuschen könnte. Er nickte. "Ich weiß nicht warum, aber Philip hat sich seit einiger Zeit schon zum Negativen verändert, das muss ich zugeben. Nick hat ihm schon immer misstraut, fällt mir gerade ein." Er blickte Belial an und sah in seinem Blick ernstgemeinte Freundschaft und liebevolle Gefühle ihm gegenüber. "Mich hat deine Brutalität, die du an den Tag gelegt hast auch total geschockt, Belial. Ich vergesse manchmal, dass du der Fürst der Hölle bist. Wenn ich sehe wie liebevoll du mit Lucian und Luciana umgehst, Said Angelo und mit deinem eigenen Sohn. Dir wird so viel abverlangt... von allen Seiten... selbst wenn dir alles zu viel wird, du an deine Grenzen kommst zu uns bist du immer... zuvorkommend, freundlich... du bist immer für uns alle... da, selbst wenn du eigene Probleme hast. Deshalb hat mich das eben auch zusätzlich noch so geschockt."
Belial atmete kurz aus. "Siehst du... solche Aktionen... in denen ich so hart bin... hart sein muss... habe ich täglich, Derek. Bei meiner Arbeit in der Hölle, nur noch viel, viel schlimmer! Und du kannst dir nicht im geringsten vorstellen, wie hart das manchmal sein kann. Aber am schwersten ist es... von einer auf die andere Sekunde komplett umzuschalten und sich nichts anmerken zu lassen, wenn ich wieder bei euch bin, meiner Familie. Genau wie jetzt Derek: Der Sinn des Ganzen ist Philip Callaghan aufzuzeigen, dass seine Heiligen nicht alles sind, dass nicht alles was nicht seinen Ansichten entspricht Ketzerei ist. Und das kommt vom himmlischen Vater. Wenn ich seiner Ansicht nach zu weit gehen würde, denkst du nicht er hätte mir einen Riegel vorgeschoben?" lächelte er freundlich. Derek musste das Lächeln erwidern, da er merkte, dass er ihm vertraute und seine Freundschaft ihm wichtig war.
"Ich werde Philip Callaghan keinen Schaden zufügen, sondern ihn nur von seinem hohen Ross herunterholen - mit Einverständnis und auf Wunsch des himmlischen Vaters, versprochen. Und jetzt lass uns wieder zu unserer Familie gehen." Er erhob sich von der Bank auf der sie saßen und hielt Derek seine Hand hin. Der Praeceptor nahm sie. Sekunden später standen sie im Eingangsbereich des Boulevard.
Später am selben Abend, als sich die menschlichen Familienmitglieder verabschiedet hatten, zauberte Lucifer sich mit seiner Frau in ihren Palazzo nach Venedig, da er wusste, dass sie sich hier am wohlsten fühlte. Er schnippte kurz mit den Fingern und schon brannte ein loderndes, warmes Feuer das den Raum sofort aufheizte. Die Hexe schmiegte sich an die Brust ihres Mannes, der sie liebevoll in seinem Arm hielt, während Luciano nebenan in seinem Bettchen schlief.
"Geht es dir gut? Du siehst erschöpft aus." stellte sie besorgt fest. "Bin ich auch." gab er zu ihrem Erstaunen sofort zu. "Yaotl hat mir heute mit seinen zwei Angriffen gewaltig zugesetzt. Ich kenne mich nicht aus mit aztekischen Hexenriten, aber das welches er verwendet hat um seinen Zauber mit dem er die Seelen anderer in Besitz zu nehmen sucht, zu verstärken... ist absolut übel. Der schwache Priester hätte keine zehn Minuten widerstanden. Wenn selbst ich mir schon schwer getan habe." Aber jetzt lass uns bitte nicht mehr darüber reden, ich habe etwas viel Besseres für dich." lächelte er sie verliebt und geheimnisvoll an.  
Er drehte Selvaggia galant wie beim Tanzen, so dass sie mit dem Rücken an ihm lehnte, umfasste ihre Taille und schob seine Finger auf ihrem Bauch zusammen. Ein schönes, angenehmes Gefühl überkam ihn als er durch seine magische Fähigkeit, sein Töchterchen spüren konnte. Er küsste Selvi zärtlich auf den Hals und konzentrierte sich darauf sie ebenfalls fühlen zu lassen was in ihrem Körper vor sich ging. Er bemerkte wie sie sich anspannte und ihn fragend ansah, da sie das Gefühl im Moment noch nicht sicher deuten konnte. "Ja Selvi, du denkst richtig. Pass mir gut auf unsere kleine Sophia Aurora auf." flüsterte er ihr liebevoll ins Ohr.  Sie löste sich sofort von ihm, sie stand nun einen halben Meter von ihm entfernt und starrte ihn überwältigt von ihren Gefühlen, mit Tränen in den Augen an. "Ist das... wahr? Ich bin schwanger?" Er nickte lächelnd. Sie fiel ihm überglücklich um den Hals. "Wie es scheint fackelt Vater nicht lange,  wenn wir es darauf anlegen." Sie sah  ihn an. "Ist es dir auch wirklich recht ich meine... die Belastung... zwei kleine Kinder und die Arbeit im Boulevard und der Hölle..."
Er legte ihr einen Finger auf die Lippen. "Ich bin sehr belastbar Selvi, auch wenn ich in letzter Zeit oft an meine Grenzen komme. Ich habe mittlerweile Wege gefunden damit klarzukommen und wieder zur Ruhe zu kommen. Dass es nicht immer leicht sein wird, ist uns beiden klar denke ich." Sie lächelte ihn dankbar an. "Aber dann bin ich ja erst seit gestern Abend schwanger? Wir sagen den anderen bitte vorerst nichts. Das bleibt erst mal unser Geheimnis, ja?" Er nickte und schob sie in Richtung Bett ließ sie sanft darauf gleiten und begann sie leidenschaftlich zu küssen und fuhr mit der Hand zärtlich unter ihre Bluse...
Am nächsten Morgen saßen Selvaggia, die ihren Sohn gerade fütterte und Lucifer mit Seraphiel, Kerubiel und Julien am Frühstückstisch. "Wo ist Kat?" wollte er von Julien wissen. "Sie schläft noch. Wie die anderen. An sich waren wir  gestern alle ziemlich geschafft. Ich konnte nicht schlafen und allein in dem großen Haus fühlte ich mich einsam. Ich habe einen Zettel hingelegt, damit sie wissen wo ich bin. Der Höllenfürst nickte und trank schweigend seinen Kaffee. Euangelion betrat die Küche und reichte seinem Chef ein paar Unterlagen. "Ich bräuchte nur schnell ein paar Unterschriften, dann kann ich nämlich die Buchführung für das vergangene Jahr abschließen." sagte er leise und begrüßte alle mit einem Nicken. Belial unterschrieb. "Was sind das für Namen?" fragte Julien neugierig. Belial starrte ihn kalt an. "Halte deine Zunge im Zaum mein Freund! Zu viel Neugier wäre in diesem Fall dein Verderben!" Der junge Theologiestudent schluckte bei der Kühle und Eindringlichkeit in der Stimme des dunklen Fürsten. Der höllische Sekretär nahm die Unterlagen wieder entgegen und verschwand. Er wandte sich an Kerubiel. "Sind Jetrel und Yomyael bei Callaghan?" erkundigte er sich.  Kerubiel nickte, während er genussvoll in Mathildes leckeren, frischgebackenen Hefezopf biss. "Gut nur für den Fall dass Yaotl nochmal zuschlägt bevor ich den Zauber sprechen konnte. Was ich nicht hoffe, denn  die Strapazen von gestern haben mir gereicht."
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