Ein Wiedersehen zur Weihnacht!

KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
26.12.2015
26.12.2015
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Ein Wiedersehen zur Weihnacht!


So, etwas verspätet mein Wichtelgeschenk für Yin und fröhliche Weihnachten!
Ich hoffe, es gefällt dir!


Er saß an seinem Schreibtisch und schrieb an seinem jährlichen Brief für seine Frau, die vor fünf Jahren an Krebs verstorben war. Einige Tag vor Weihnachten. Heute jährte sich dieser Tag und sein Herz schmerzte, wie jedes Jahr. Aber um nicht vor Schmerz zu vergehen schrieb er diesen Brief und nachher, wenn er Anna – ihre gemeinsame Tochter – von der Schule abholte würden sie ihr Grab besuchen gehen und er würde ihr den Brief vorlesen. So fühlte er sich ihr näher und der Schmerz war nicht mehr so schlimm. Es war so, als wäre sie nur verreist und würde wieder kommen. Dafür musste sie aber vorher wissen, was sie verpasst hatte. Was sie leider nie erleben würde wurde ihm schmerzlich bewusst. Aber er schloss den Schmerz ein, wie er auch den Brief in einem Umschlag verschloss und auf die Uhr auf seinem Schreibtisch sah. Dreiviertel zwölf. Er musste los. Schnell nahm er seine Tasche, zog sich an, schloss die Tür ab und ging los.

„Papa!“, kam ihm seine Tochter schon freudig aus der Schule laufend entgegen. In ihrer Hand hielt sie einen blauen Umschlag. Die Lieblingsfarbe ihrer Mutter.
„Anna! Wie war Schule?“, fragte er, nachdem er seine Tochter an sich gedrückt hatte.
„Schön! Wir haben heute ganz viel gebastelt! Für Mama habe ich eine Weihnachtskarte gemacht und einen Engel, der auf sie aufpasst, wie sie auf mich aufpasst! Und wir waren im Theater! Haben uns Frau Holle angesehen! Das war so toll! Können wir ihr noch Blumen holen?“, sagte Anna begeistert und sah ihn mit hoffnungsvollen, braunen, warmen Augen an.
„Hey, immer mit der Ruhe, mein Schatz! Natürlich werden wir Mama Blumen besorgen! Wie jedes Jahr!“, sagte er, während sie von der Schule zum Blumenladen gingen, um einen Weihnachtskaktus und einem Weihnachtsstrauß zu kaufen. Die Inhaberin überreichte Anna einen Schokololli, den diese annahm und sich artig bedankte, wie es ihre Eltern ihr beigebracht hatten.
„Frohe Weihnachten euch Beiden! Grüßt Emily von mir!“, sagte sie sanft und winkte ihnen zu, als sie den Laden verließen und sich auf den Weg zum Friedhof machten. Sie grüßten Jeden, der ihnen über den Weg lief und wünschten ihm fröhliche Weihnachten.
Es wären wirklich wunderbare Weihnachten, wenn auch Emily hier wäre. Wir vermissen sie! Dachte er traurig.

Zum Friedhofseingang kam ihnen Dennis Blume entgegen. Seine Frau war Emilys beste Freundin gewesen und verstarb vor sechs Monaten durch einen Autounfall. Ein Betrunkener war in eine Menge reingefahren und hatte zehn Menschen getötet. Darunter Eve Blume.
„Hallo Anna! Hallo Jeremy!“, sagte er und wischte sich über die Augen. Er musste geweint haben, denn seine Augen waren gerötet.
„Hallo Dennis!“, sagten Jeremy und Anna, die dem Mann eine rote Weihnachtskarte überreichte.
„Frohe Weihnachten!“, sagte sie. „Sei nicht traurig! Eve ist immer bei dir, so wie Mama immer bei mir ist! In unseren Herzen!“
Der Mann bückte sich zu ihr hinab und nahm sie in den Arm. Vorsichtig drückte er sie an sich und erhob sich wieder.
„Danke! Du bist ein wunderbares Mädchen. Wie deine Mutter!“, sagte er sanft. Dann wandte er sich an ihren Vater. „Pass auf dein Mädchen auf!“
„Werde ich immer. Sie ist meine Tochter! Nicht wahr, mein Schatz!“, sagte er, schnappte sich das Mädchen und kitzelte sie. Anna lachte vergnügt.
„Papa, hör auf! Bitte!“, lachte sie fröhlich.
„Mein Mädchen!“, grinste er.
„Ich muss mich jetzt von euch verabschieden! In einer Stunde werde ich von meinem Bruder abgeholt und muss noch ein paar Sachen besorgen. Wir sehen uns.“, sagte Dennis und ging weiter. Die Beiden gingen weiter bis zum Grab der Frau und Mutter.
„Hi Mama! Ich hab dieses Jahr wieder ganz viel erlebt. Aber das Schönste war, dass Papa und ich in den Sommerferien auf Opas Ponyhof gefahren sind. Ich soll dich von ihm grüßen und sagen, dass er und dich vermisst und dich besuchen wird, nachdem es Oma besser geht. Jetzt bist du auch nicht mehr so allein, denn deine beste Freundin ist jetzt bei dir. Auch, wenn ich es traurig finde, dass sie schon so früh von uns genommen wurde. Wie du Mama. Damit ihr beiden nicht so alleine seit habe ich euch in der Schule einen Engel gebastelt!“, sagte sie und legte ihr gebasteltes auf das Grab. „Ich weiß, dass du immer in meinem Herzen bist, Mama, aber ich vermisse dich und Papa vermisst dich auch sehr.“
Tränen liefen über die Wangen des Kindes und ihr Vater nahm sie in den Arm. Er wusste, dass seine Tochter sehr stark war, aber auch, dass es ihr immer noch wehtat ihre Mutter bei sich zu haben. Genauso, wie es ihm wehtat. Er ließ sie sich an seiner Schulter ausweinen.

Am Abend wurde Anna von einer vollen Blase geweckt. Sie stieg aus ihrem Bett, wobei sie sich in ihrer Decke verhedderte und diese leicht genervt zur Seite stieß. Schnell lief sie zur Toilette, damit es nicht in die Hose ging. Sie war schon acht und es wäre ziemlich peinlich, wenn sie jetzt noch einpullerte. Sie war doch kein Baby mehr.
Nachdem sie ihr Geschäft erledigt und sich die Hände gewaschen hatte machte sie sich auf dem Weg zurück zum Zimmer als sie aus dem Zimmer ihres Papas ein Schluchzen hörte und so sah sie, dass die Tür auf war. Neugierig sah sie durch den Türspalt und sah ihren Papa, wie er auf dem Boden vor dem Bett saß, ein Bild in seinen Händen hielt und furchtbar weinte.
„Es ist so schwer ohne dich, Emily!“, schluchzte er. „Anna vermisst dich! Ich vermisse dich! Es tut weh! Wenn ich dich nur einmal wiedersehen könnte! Einmal!“
Traurig ging sie in ihr Zimmer und setzte sich auf ihr Fensterbrett, den Mond ansehend. Ihre Wange lehnte sie an das kalte Fenster, daran denkend, wie fertig sie ihren Papa vorgefunden hatte. Es tat ihr im Herzen weh ihren so starken Papa so traurig zu sehen. Sie wünschte sich, dass ihr Papa nicht mehr so traurig war und sein Wunsch in Erfüllung ging.

Als sie all ihre Geschenke ausgepackt hatte leuchtete das Zimmer plötzlich in grellend weißem Licht. Beide kniffen die Augen zu, bis das Licht verblasste und öffneten verwirrt die Augen. Was sie dann sahen verschlug ihnen den Atem und ließ ihren Augen nicht trauen.
„Mama?“, fragte Anna, die ihre Sprache zuerst wieder fand und lief in ihre Arme, als die junge Frau die Arme ausbreitete.
„Ja, mein Kind! Ich bins! Heute Abend kann ich bei euch sein.“, sagte Emily und sah von ihrem Kind zu ihrem Mann, der wie vom Donner gerührt da stand und sie einfach nur ungläubig ansah.
„Emmi, bist... bist du es wirklich?“, fragte er zitternd.
Sie lächelte sanft und freundlich. „Ich bin es!“ Als er immer noch nicht reagierte streckte sie eine Hand nach ihm aus. Mit Tränen in den Augen ging er auf sie zu und sie legte ihre Arme auch um ihn. So saß die Familie zusammen am Weihnachtsabend. Der Wunsch eines jungen Mädchens, dass nur wollte, dass ihr Papa nicht mehr traurig war.
„Ho ho ho! Fröhliche Weihnachten!“, hörten sie durch das Fenster und als sie aus dem Fenster sahen konnten sie erkennen, wie sich ein Schlitten mit Rentieren und voll beladen in den Himmel erhob.
„Danke!“
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