Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Alle Jahre wieder!

von Briciola
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Familie / P16 / MaleSlash
Iruka Umino Kakashi Hatake Naruto Uzumaki Sasuke Uchiha
26.12.2015
26.12.2015
3
13.353
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
26.12.2015 4.364
 
Titel: Alle Jahre wieder
Genre: Allgemein, Humor, Romanze
Pairing: KakaIru, SasuNaru
Rating: P16 Slash
Warnung: /
Disclaimer: I do not own Naruto.
Stichwörter: Mehlabdruck, Henge No Jutsu, Gais alljährliche, weihnachtliche Herausforderung, Wunsch, süße Rache

A/N: Hier kommt meine Weihnacht-Wichtel-FF. Ich habe 5 Stichwörter von der lieben "Bongaonga" bekommen, aus denen ich eine Geschichte zaubern sollte. Das Paar durfte ich mir dabei selbst aussuchen.
_______________________________________________________________________________

Seit Tagen haben sie sich schon darauf gefreut, die Wohnungen weihnachtlich schmücken zu können. Sie liebten die Weihnachtszeit, auch das Fest der Liebe genannt. Weihnachten war die einzige Zeit, wo sich die gesamte Familie zusammenfindet und gemeinsam ein schönes Fest verbringt. Es wird zusammen gegessen und gesungen. Geschenke werden verteilt, auch wenn es nur kleine Aufmerksamkeiten waren und zusammen ausgepackt. Es wird einfach gemütlich zusammengesessen und geredet. Iruka und Naruto waren schon kräftig dabei, dass kleine Haus zu schmücken, während Sasuke sich längst vom Acker gemacht hatte.

Und das würde er jetzt auch machen, bevor sie wie jedes Jahr versuchten, ihn dazu zu animieren, beim weihnachtlichen dekorieren des Hauses zu helfen. Sasuke und er waren sich in der Sache gleich. Er ergriff auch immer die Flucht und half lieber einer alten Oma über die glatten Straßen oder rettete Katzen, die ganz plötzlich auf Bäumen auftauchten und nicht mehr von alleine herunterkamen. Iruka glaubte ihm diese Ausreden nie, er wusste schließlich ganz genau, dass er wie auch Sasuke sich jedes Jahr nur davor drückten, alles etwas festlicher zu gestalten. Es legte sich ein breites Grinsen auf Kakashis Gesichtszüge.

"Kakashi, kannst du mir bitte Mal kurz helfen, indem du..." Zu mehr kam Iruka nicht, da Kakashi bereits wusste, wobei er behilflich sein sollte.

Somit drehte er sich von Iruka weg und wollte gerade zur Garderobe im Flur gehen, als ihm die Stimme von Iruka dazu zwang, stehen zu bleiben und sich wieder zurückzudrehen.

"Was ist dieses Mal deine Ausrede?", fragte Iruka überraschend ruhig, obwohl er innerlich wie eine überkochende Suppe brodelte.

Kakashi sah ihn mit einem amüsiert zusammengekniffenen Auge an und meinte nur trocken:

"Hast du das nicht gehört? Es hat gerade jemand um Hilfe geschrien."

Natürlich war das eine glatte Lüge, was dem Chuunin nur allzu bewusst war. Kein Wunder also, dass dieser nun seine Arme vor der Brust verschränkte, die Stirn kräuselte und ihn mit böse funkelnden Augen ansah. Kakashi lachte ein wenig unbeholfen. Er konnte wohl schlecht verraten, wohin er ging. Mit einem Lächeln ging er auf Iruka zu, küsste ihn und strich ihm liebevoll über die Wange. Das war seine ganz eigene Art um Entschuldigung zu bitten. Iruka bekam einen leichten Rotschimmer um die Nase, der sich langsam über das ganze Gesicht verbreitete, da Kakashi ein tiefes, raues: "Ich liebe dich!" gehaucht hatte. Danach ging er leisen Schrittes in den Flur, um sich dort startklar zu machen.

Heute musste er das Weihnachtsgeschenk für Iruka abholen, was er vor etwa zwei Wochen in Auftrag gegeben hat. Es war dieses Mal nicht leicht gewesen, ein passendes Geschenk zu finden. Das Weihnachtsgeschenk hat ihm sehr viel Nerven und Schweiß gekostet. Er musste sogar tobende Wutausbrüche des Chuunin über sich ergehen lassen, die es wirklich in sich hatten. Er hoffte inständig, dass es schon fertig ist, sonst hat er ein riesiges Problem. Bis Heiligabend ist es zwar noch etwas hin, aber wenn er es heute nicht bekommt, dann wird er dieses Jahr ohne Geschenk Weihnachten feiern und der Gedanke gefiel ihm nicht. Er seufzte etwas gequält und ging zu der Garderobe, die rechts neben der Wohnungstür war. Dort schnappte er sich als erstes den Schal, der in einem der Jackenärmel versteckt war. Er wickelte ihn um den Hals und legte ihn ein Stück über sein bereits bedecktes Nasenbein. Die dunkle Daunenjacke war als nächstes dran. Dann brauchte er noch seine Handschuhe, die er aus der rechten Jackentasche nahm und hinein schlüpfte. Jetzt fehlte nur noch eine Sache, seine Winterboots die er letztes Jahr von Iruka zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Die Mütze ließ er Mütze sein. Winterfest angezogen und mit einem: "Bis später!", verließ er das Haus und trat in die klirrende Kälte hinaus.

Es war bitterkalt und schneite kräftig. Große, dicke schneeflocken fielen vom Schneebedeckten Himmel. Da es seit Tagen schneite, lag Konoha unter einer wunderschönen, weißen Pracht. Der Schnee strahlte und glitzerte durch die vielen Schneekristalle. Bei jedem einzelnen Schritt den er tat, quietschte der Schnee unter seinen Schuhen. Er mochte das Geräusch. Es wirkte beruhigend. Gemächlich bestritt er seinen Weg durch die gefüllten und zugeschneiten Straßen. Überall wo er hinsah, konnte er kleine Kinder im Schnee herumtollen sehen, was ihm ein kleines, kaum erkennbares Lächeln auf die versteckten Lippen zauberte. Die Spuren, die er im Schnee hinterließ, verschwanden schnell wieder. Es waren nur noch wenige Meter bis zu seinem Ziel, als er hinter sich plötzlich eine ihm allzu bekannte Stimme wahrnahm, die natürlich, wie soll es auch anders sein, seinem selbst auserkorenen Rivalen gehörte. Der hatte ihm gerade noch gefehlt. Er versuchte diese penetrante Stimme zu ignorieren, da er überhaupt keine Lust auf ihn und sein Jugendgefasel hatte.

Kakashi seufzte, aber nicht laut genug, um von den anderen, die an ihm vorbeigingen, gehört zu werden. Er schloss sein Auge und senkte resigniert seinen Kopf. Er musste stehen bleiben, wenn er Gai wieder schnell loswerden wollte. Tut er es nicht, wird ihn dieser selbst im Schlaf weiter nerven und darauf hatte er noch weniger Bock. Die Nacht gehörte nur ihm und Iruka.

"Kakashi, da bist du ja mein vor Jugend strotzender Rivale. Bist du bereit für die alljährliche, weihnachtliche Herausforderung?"

Gais Stimme war nicht gerade leise, also war es auch überhaupt nicht verwunderlich, dass es einige Passanten gehört und sich zu ihnen umgedreht hatten. Nun lag die ganze Aufmerksamkeit auf Gai und seiner gleich kommende Herausforderung, wovor es ihm schon jetzt grauste. Was war bloß so interessant daran, dass es anscheinend alle Zuschauer und Zuhörer kaum abwarten konnten zu hören?

"Bleibt mir denn eine Wahl?", seufzte Kakashi resigniert so leise, dass es nicht einmal Gai verstand, der deswegen auch munter weiter sprach.

"Da wir zwei Männer in ihrer besten Jugend sind, habe ich mich dieses Jahr dazu entschlossen, unsere Torheiten zu wiederholen. Kakashi, ich fordere dich zu einem Rodelwettbewerb heraus."

Kakashi entgleisten alle Gesichtszüge, die Stimme hatte er verloren. Rodeln? Das Wort hallte laut in seinem Kopf wider. Er besaß sowas wie einen Schlitten nicht, also woher... Kakashi blinzelte. Spielte ihm sein Auge einen dummen Scherz? Er blinzelte weitere male. Nein, es war keine Täuschung. Wo zum Geier hatte Gai auf einmal den Schlitten her? Er war sich ziemlich sicher, zuvor keinen hinter ihm gesehen zu haben. Und sah er richtig? Der Schlitten hatte einen karierten Gurtsitz in der Farbe grün und orange? Kakashis Augen weiteten sich augenblicklich ins unermessliche.

Gai hat jetzt nicht wirklich vor, ihn mit diesem doch reichlich unstabil aussehenden Schlitten fahren zu lassen, oder? Oder? Der Sitz zerreißt doch bei der ersten kleinen Erhebung und Unebenheit. Es grenzte schon an ein Wunder, dass er nicht durch den bloßen Blick zerriss. Wenn Gai darauf scharf war, die Fahrt auf seinem Hintern fortzuführen und zu beenden, bitte. Doch ihm war sein Hintern heilig. Oh nein, er würde sich nicht auf dieses Ding setzen, er würde sich einen Eigenen besorgen, und zwar einen sehr robusten, der nicht gleich auseinanderbricht, sodass man ihn hinterher als Skier benutzen kann.

"Ich werde mich ganz bestimmt nicht auf diesen abgenutzten Schlitten setzen", kam es explizit über Kakashis Lippen.

Gai sah Kakashi fassungslos an und sah nun mehr wie ein Fisch auf dem trockenem aus. Es vergingen Minuten des Schweigens, bis sich Gai wieder gefangen hatte. Bevor er jedoch zum sprechen ansetzen konnte, sprach Kakashi schnell dazwischen. Er musste wirklich verhindern, mit diesem, in seinen Augen, viel zu alten und mitgenommenen Schlitten fahren zu müssen.

"Ich nehme deine Herausforderung an, Gai. Unter einer Bedingung. Ich darf meinen eigenen Schlitten nehmen."

Jetzt zog Gai seine übergroßen, dicken Augenbrauen hoch und bedachte Kakashi mit einem Blick, der mehr als tausend Worte sagte. Es sammelten sich allen ernstes, Krokodilstränen in Gais Augen. Er wusste nämlich ganz genau, dass Kakashi keinen eigenen hatte und genau das berührte sein Herz dermaßen, dass er einfach nicht anders konnte. Das schlimmste an der ganzen Sache war allerdings, Gai machte einen Sprung und hing ihm nun um den Hals und weinte bitterliche Tränen. Dabei nuschelte er irgendetwas von: "Das ist die Blüte der Jugend."

Kakashi verzog das Gesicht wie ein Clown. Erst musste er sich das nervige, übertriebene Geschwafel mit der Blüte der Jugend anhören, dann wurde er dazu gezwungen die Herausforderung anzunehmen und letztendlich wurde seine dicke Jacke nicht nur von Gais supermännlichen Tränen der Freude aufgeweicht, nein, er hinterließ auch noch Spuren seiner laufenden Nase. Kakashis Gesichtszüge wechselten von angenervt, zu angewidert. Warum hatte er sich damals noch gleich auf diese ungewöhnliche Rivalität eingelassen?

"Wann und Wo soll es stattfinden?", kam es seufzend über Kakashis Lippen.

Gai löste sich urplötzlich von seinem langsam aber sicher verzweifelten Rivalen und stand wieder Kerzengerade vor ihm. Die überschwänglichen Tränen der Freude waren vergessen. Gais Augen waren zusammengekniffen, sein typisches Zähne zeigendes Grinsen aufgesetzt und der Daumen nach oben ausgestreckt. Natürlich, dass durfte ja nicht fehlen. Kakashi sackte in sich zusammen wie ein Kartenhaus, als Gai ihm freudig erklärte, wo ihre Herausforderung stattfand. Ihm blieb aber auch nichts erspart. Er stieß erneut einen lauten Seufzer aus.

"Dann kann ich ja jetzt gehen", murmelte Kakashi, sodass es Gai hören konnte, welcher ihm gleich noch etwas hinterher rief.

Das Kakashi das ignorierte, konnte man sich denken. Er musste schließlich noch das besonders angefertigte Weihnachtsgeschenk für Iruka abholen. Bei diesem Gedanken legte sich gleich wieder ein Lächeln auf sein Gesicht. Wie Irukas Reaktion darauf sein wird, wusste er schon und konnte es kaum noch erwarten, dessen Gesicht zu sehen. Nach nur wenigen Schritten kam auf der rechten Seite der Laden, wo er rein musste. Beim öffnen der Tür klingelte es leise. Kakashi war froh den Laden leer vorzufinden, so blieb ihm eine eventuelle Wartezeit erspart.

Es dauerte maximal zehn Minuten, als Kakashi samt Irukas Weihnachtsgeschenk das Geschäft wieder verließ und seinen nächsten Anlaufort mit einem zufriedenen, für ihn vielleicht zu strahlendem Lächeln ansteuerte. Es dauerte eine Weile, bis er an seinem Ziel angekommen war, wäre sogar fast noch daran vorbei gelaufen, wenn er nicht ein sehr schrilles Piepen gehört hätte. Dieser hohe Ton war Gift für das Gehör und den Kopf. Ohne sich einen Kopf darum zu machen, ging er zur Haustür.

Er klingelte und wartete darauf, dass man ihm die Tür aufmachte. Er musste etwas warten, bis er endlich ein Summen an der Haustür hörte. Er drückte dagegen und stand in einem schmalen, aber keineswegs dunklen Hausflur. Nun hieß es für ihn, einige Treppen heraufzugehen, bis er an der gewünschten Wohnungstür ankam. Hatte er schon einmal erwähnt, wie er es hasste, so viele Treppen zu laufen? Wieso hatte er sich ausgerechnet heute dafür entschieden, wie ein ganz vernünftiger und normaler Mensch in die Wohnung zu treten?

Das hätte er viel einfacher und schneller hinter sich bringen können, indem er wie immer, urplötzlich am Fenster erschien und durch dieses eintrat. Das es dieses Mal eine gute, vor allem die richtige Entscheidung war, heute die Treppe zu nehmen erfuhr er, als er vor der gewünschten Wohnungstür stand, die überraschenderweise geschlossen war. Es kam ein starker angebrannter Geruch aus der Wohnung, sodass Kakashi seine Nase kräuselte.

Irgendwie machte sich ein mulmiges Gefühl in seinem Bauch breit, was ihn schon halb davon abhielt, an die Türe zu klopfen. Und sein komisches Bauchgefühl hatte ihn noch nie im Stich gelassen, so auch dieses Mal nicht. Noch bevor er klopfen konnte, wurde die Tür aufgerissen und er wurde von ziemlich dichtem Rauch begrüßt, der seinen Weg durchs Treppenhaus bahnte. Nach mehrmaligem Husten sah er auf und sah sich einer Person mit fettem Mehlabdruck im Gesicht gegenüber, die er nicht erwartet hatte, schon gar nicht hier. Bevor er weiteres sagen konnte, ertönte glücklicherweise ein lautes Scheppern, dicht gefolgt von einem Schmerzenslaut, was mit einem Fluchen unterstrichen wurde. Kakashi vergaß was er sagen wollte und zog stattdessen fragend eine Augenbraue nach oben, die unter seinem Haaransatz verschwand. Was ging in dieser verräucherten Wohnung nur vor sich?

"Komm rein", wurde Kakashi aufgefordert einzutreten, als auch endlich das ätzende Piepen aufhörte. Das war also der Rauchmelder gewesen.

Fragend schaute er in zwei schwarze Augen, die ihm folgende stille Warnung übermittelten: "Frag nicht! Ich reiße dir sonst mit meinem Chidori den Arsch auf."

Er schluckte die Frage runter, lachte dafür aber. Er konnte es sich einfach nicht verkneifen, zu amüsant war es, den Schwarzhaarigen hier anzutreffen. Dieser zog die Augenbrauen wütend zusammen, da er alles andere als amüsiert war. Kakashi tat es mit einem Handwinken ab und betrat die Wohnung, aus der es von allen Seiten zog. Schnell war ihm klar, wieso es hier so kalt wie in einer Eistruhe war. Alle Fenster waren groß aufgerissen. Nun war Kakashi froh, nicht den Eingang durch das Fenster oder den Balkon genommen zu haben, sonst wäre er gleich wieder abwärts gefallen. Gut, dass wäre nicht weiter schlimm gewesen, denn er wäre sanft auf dem weißen Bett aus Schnee gelandet. Dennoch war er heilfroh gewesen, sich für den längeren und gleichzeitig sichersten Weg entschied zu haben.

Langsam trugen ihn seine Füße Richtung Küche, aus der zuvor die ganzen lauten Geräusche kamen. Hier fand er seinen Kohai, der gerade irgendetwas Pechschwarzes vom Backblech in den halbvollen Mülleimer schüttete und es danach nicht gerade sanft, auf der Arbeitsplatte abstellte. Kurz darauf lief auch schon das Wasser in der Spüle, wo er mit schmerzverzerrtem Gesicht seine Hand drunter hielt. Entweder hatte er sich am viel zu heißen Backblech verbrannt oder irgendwo am Backofen. Erneut entfleuchte ihm ein Lachen, was die andere Person sauer aufblicken ließ. Wenn Blicke töten könnten, dann würde er die Radieschen jetzt von unten zählen.

"Sollten das Kekse sein?", kam nun die scheinheilige Frage, spitzbübisch über Kakashis Lippen.

Yamato bedachte ihn mit seinem gefährlichsten und angsteinflößendsten Blick, den er zu bieten hatte. Nur schade, dass es nicht Naruto war, bei dem dieser Blick sofort gefruchtet hätte. Kakashi ließ er nämlich so kalt wie Eis. Er stand nur da, besah sich das ganze Chaos in der Küche und kicherte vor sich hin. Am liebsten würde der dunkelhaarige Jounin ihm mit dem Nudelholz eine überbraten. Das er keine Begabung für das backen hatte, war ihm schon lange bewusst, deswegen hatte er auch den Schwarzhaarigen um etwas Hilfe gebeten. Er hatte angenommen, dieser wüsste ,wie man Kekse backt, doch da hatte er sich gewaltig getäuscht.

Sasuke hatte genauso viel Ahnung vom Backen, wie ein Hund vom Kochen. Hätte er das von Anfang an gewusst, wäre er sicher nicht zu seinem ehemaligen Schüler gegangen. Erst wollte er Iruka aufsuchen und ihn um Hilfe bitten, doch beim weiteren überlegen hatte er sich bewusst dagegen entschieden. Schließlich war er mit seinem Senpai zusammen, der wenn er davon Wind bekommen hätte, ihn sein ganzes Leben lang damit aufgezogen hätte. Außerdem, wie sah es bitteschön aus, wenn er als Anbu, sehr intelligent und begabt, so etwas einfaches wie Kekse backen nicht hinbekam, was aber Kinder konnten? Er würde nie wieder ein Leben führen können, ohne das sich Kakashi darüber lustig machte.

Yamato stieß einen lauten, hilflosen Seufzer aus. Wie konnte er sich seinem langjährigen Kollegen, mittlerweile auch guten Freund erklären, ohne sich zum Affen zu machen? War das überhaupt möglich? Resigniert ließ er die Schulter und den Kopf sinken. Oh, wie gerne würde er den Uchiha jetzt an den Schultern packen und ihn kräftig durchschütteln. Nur wegen ihm saß er in der Patsche, aus der es kein Entrinnen gab. Wieso passierte ihm das immer bei Kakashi? Ausgerechnet bei ihm. Was hatte er verbrochen, so bestraft zu werden? Hatte er nicht schon genug unter Kakashi gelitten?

Seit sie sich kannten, ärgerte der Silberhaarige ihn. Es gab kaum eine Zeit, wo er nicht gelitten hatte. Er war wirklich ein Sadist. Und wehe es behauptet einer das Gegenteil. Yamato traute sich kaum den etwas Älteren anzusehen, weil er so verdammt genau wusste, was ihn dabei erwartete. Er schloss also für einen kurzen Augenblick die Augen, ging tief in sich und richtete sich letztendlich an Kakashi.

"Wieso fragst du nicht einfach deinen ehemaligen Schüler? Er erklärt es dir sicher gerne. Habe ich nicht recht, Sasuke?"

Yamatos Stimme klang nicht wie sonst, fand Kakashi, denn irgendwie hörte er sich gereizt und auch etwas fauchend an. Er würde sogar behaupten, vorwurfsvoll. Das war wirklich nur selten bei Yamato zu hören, da er eigentlich ein stiller, verständnisvoller und gelassener Charakter war. Wieder konnte Kakashi nichts gegen sein plötzlich aufgetauchtes Grinsen unternehmen, was sich dieses Mal klar und deutlich unter seiner enganliegenden Maske zeigte. Sasuke kam mit einem nüchternen Gesichtszug in die Küche getreten, wo er von Yamato auf Kakashi sah. Kakashi zog seine Augenbrauen hoch und sah seinen ehemaligen Schüler fragend an. Wenige Minuten später, schwieg der Uchiha Junge immer noch, sodass es ihm Yamato abnahm und erzählte.

"Sasuke das Genie hatte mir seine Hilfe angeboten, als er erfahren hatte, wie untalentiert ich im Backen bin." Yamato hatte die Ruhe weg...nicht.

Kakashi kräuselte verwirrt die Stirn. Er war nicht schlauer als vorher, eher im Gegenteil. Es taten sich nur noch mehr Fragen auf, die er natürlich unerschrocken laut aussprach.

"Gibt es irgendeinen bestimmten Grund, warum du dich im Kekse backen versuchst?"

Yamato wurde leicht Rot um die Nase. Irgendwie fühlte er sich gerade doch einwenig...wie sollte er sagen? Es war ihm recht unangenehm, gar peinlich, über den Beweggrund zu reden. Wieso? Wieso konnte es nicht einmal glücklich verlaufen? Musste Kakashi denn immer Wind von allem bekommen? Es war ja fast so, als hätte er versteckte Kameras in seiner Wohnung installiert. Plötzlich weiteten sich seine Augen. Nein, dass würde er nicht machen. Da war er sicher.

Prüfend sah Yamato den Jounin neben sich von oben nach unten an. Ihm war einiges zuzutrauen, auch wenn das eher nicht sein Ding war, sondern eher das von Naruto oder gar Iruka, doch der warmherzige Akademielehrer würde es bei ihm niemals machen, dazu respektierte er ihn zu viel. Er war in seine Gedanken so sehr vertieft, dass er zusammenschreckte, als Kakashi ihn ansprach, und sprang sogar ein bisschen zur Seite, wo er das andere Backblech mit seinem Ellenbogen erwischte. In der nächsten Sekunde sah man die wohl am besten gelungenen Kekse durch die Küche fliegen.

Einige prallten im Gesicht des dumm aus der Wäsche guckenden Kopierninjas ab und fielen dann geräuschvoll zu Boden. Es tat sogar weh. Das war auch nicht sonderlich überraschend. Wenn man nach dem Klang des herunterfallenden Gebäcks ging, waren es halbe Bremsscheiben.

"Autsch! Was habt ihr in den Keksteig gemischt? Beton?", kam es ungläubig von Kakashi, der sich unauffällig über sein Kinn rieb, wo die meisten der steinharten Kekse gegen geflogen sind.

Nach den Schmerzen zu urteilen, wird er da morgen einen blauen Fleck vorfinden. Das sein Unterkiefer und Oberkiefer nichts abbekommen hat, grenzte an ein Wunder. Er sah auf den Boden, der ungeschoren davon gekommen war. Er bückte sich, um einen Keks aufzuheben und genauer anzusehen.

"Die kann man glatt als Ninjawaffe benutzen", kam es todernst über Kakashis Lippen, der den aufgehobenen Bremsbeleg zwischen seinen Fingern hin und her gleiten ließ.

Er verzog nicht einmal das Gesicht dabei. Yamato zog die Augenbrauen verärgert zusammen und wollte gerade loslegen, als Kakashis weiter sprach.

"Das traurige Elend kann ich mir nicht länger mit ansehen", sagte Kakashi und krempelte sich die Pulloverärmel hoch.

Yamato und Sasuke sahen verstört dabei zu, wie Kakashi einen neuen Teig zurecht mischte. Das sah auf einmal so einfach aus, dass sie am liebsten selbst weitergemacht hätten. Das Problem war nur, Kakashi würde diese Aufgabe auf gar keinen Fall ihnen überlassen. Nicht nach ihrem peinlichen "Unfall" mit den...

"Backsteine!", kam es zerknirscht von Yamato, der Kakashi zustimmen musste.

Yamato drehte sich zu Sasuke, der dem Silberhaarigen genau dabei zusah, wie dieser den Teig machte. Schnell legten sich tiefe Falten auf seine Stirn. Er verstand es nicht. Yamato und er hatten es doch genau so gemacht wie er, also warum...blinzelnd sah auf den plötzlich dunklen Teig herab, dann zu Kakashi, zurück zum Teig und zum Schluss noch einmal zu Yamato, der mindestens genauso verständnislos aussah.

"Ähm, muss der Keksteig so...braun sein?", kam die entscheidende Frage von keinem anderen als Yamato persönlich.

"Mhm", antwortete Kakashi und knetete den Teig weiter.

Yamato konnte das breite Grinsen des Kopierninjas regelrecht vor seinen Augen sehen, was ihm alles, nur nicht gefiel. Warum erklärte er nicht wenigstens, warum er plötzlich eine andere Farbe hatte. Er war in dieser Sache nun einmal ahnungslos, was soll er da machen? Es gab in der Tat Dinge, von denen selbst ein erfahrener und begabter Shinobi keinen Hauch von Ahnung hatte. Das war eben so, also wo liegt das Problem? Im Gegensatz zu manch anderen, konnte er dazu stehen. Beinahe schmollend wandte er sich Sasuke zu, der die Schultern hob und leicht eingeschnappt schnaufte.

Kakashi legte den Teig zur Seite und nahm sich einen weiteren Teig, der die gewohnt helle Farbe hatte. Diesen rollte er als erstes aus, nahm sich dann die verschiedenen Keksformen und stach sie heraus. War das erfolgreich erledigt, platzierte er sie auf dem Backblech, was mit frischem Backpapier ausgelegt war. Es ging alles reichlich fix, nur verwendete er nicht den ganzen hellen Teig, sondern legte sich einen kleinen Teil zur Seite. Der braune Teig war der nächste und hier erklärte er den beiden perplexen Shinobis, dass der Teig die Farbe durch das zugefügte Kakaopulver erhalten hat. Wenige Minuten später, hatte er auch von diesem Teig etwas zurückgelegt und vermischte nun die beiden Teige, sodass die eine Seite hell und die andere dunkel war. Kakashi sah sich ein letztes Mal um, schnappte sich noch schnell bunte Streusel, jedenfalls das, was davon noch übrig geblieben ist und streute sie auf ein paar Kekse.

Im nächsten Moment waren die ersten zwei Backbleche mit den frisch gemachten Keksen im Backofen. Jetzt mussten sie nur noch ein paar Minuten warten, bis die ersten fertig sind. In der Wartezeit wurden Sasuke und Yamato dazu verdonnert das Chaos in der Küche zu beseitigen, während er sich solange auf das Sofa zurückzog, um ein bisschen in seinem Icha-Icha zu lesen. Als Kakashi die ersten Kekse aus dem Ofen holte und in eine Schüssel zum abkühlen kippte, wurden die anderen beiden gerade erst mit dem säubern der Küche fertig. Ja, es hatte da wirklich schlimm ausgesehen. Es gab nicht eine Ecke und ein Stück, was verschont blieb. Nach mehreren Stunden war das gesamte Weihnachtsgebäck fertig.

Stolz präsentierte Kakashi seine perfekt gebackenen Kekse, welche still vernascht wurden. Nicht ein Wort kam über die Lippen der rot angelaufenen Shinobis, die sich irgendwie im siebten Himmel befanden. Lachend setzte sich Kakashi zu ihnen und beobachtete sie amüsiert dabei, wie sie die Kekse bei jedem Bissen den sie taten, genossen.

"Nachdem ich dir so liebenswürdig wie ich bin, aus der Patsche geholfen habe, kannst du mir als Dank auch einen Gefallen tun, Tenzou."

Auf seinen plötzlich fallenden Namen, zuckte Angesprochener zusammen. Es sah aus, als hätte er Kakashis Anwesenheit längst vergessen. Es dauerte ein paar Sekunden, bis sich Yamato gefasst hatte. Er blinzelte verwirrt und sah Kakashi an, als wäre er ein Zyklop.

"Du weißt, wie sehr ich diesen Namen hasse, Kakashi", erwiderte Yamato aufgebracht.

Kakashi lachte kurz leise auf, als er von jetzt auf gleich wieder ernst wurde und jegliche Emotionen von seinem Gesicht nahm. Das machte Yamato stutzig, denn so verhielt er sich nur wenn...

"Ich brauche einen stabilen und sehr robusten Schlitten, ohne jeglichen Schnickschnack. Einfach einen normalen Holzschlitten, der nicht gleich bei der ersten Berührung auseinanderbricht."

Yamatos Augen waren weit aufgerissen, drohten herauszufallen. Die Gesichtsmimik veränderte sich andauernd, so als würde sich eine DVD im Player aufhängen und immer wieder zurückspringen. Erst war er ernst, dann entsetzt, dann wiederum hoch amüsiert, sodass er sich das Lachen verkneifen musste. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wofür Kakashi, der ehrfürchtige Kopierninja, einen Schlitten brauchte. Es sei denn, er hatte vor Rodeln zu gehen. Und genau dieser Gedanke war ausschlaggebend, um den Holzversteck-Shinobi komplett von den Sohlen zu hauen.

Yamato starrte Kakashi geschockt und verblüfft an. Ihm hatte es doch tatsächlich die Sprache verschlagen. Auch auf Sasuke, der ihn ansprach, reagierte er nicht. Er schien alles verlernt zu haben. Er wusste nicht einmal mehr, ob er noch auf der Erde unter den Lebenden weilte. Erst nachdem er Wasser ins Gesicht bekam, kam er wieder zu sich und wischte sich erst einmal mit dem ihm gereichten Handtuch, sein nasses Gesicht ab.

"Du...was? Ich soll dir einen Holzschlitten machen? Bist du nicht längst aus dem Alter heraus?"

Sasuke verstand nur Bahnhof. Er konnte überhaupt nicht folgen und lehnte sich deswegen einfach zurück und hörte sich alles in Ruhe an. Vielleicht kam ja was Interessantes an das Tageslicht.

"Gai", kam es schwer seufzend von Kakashi, der sich auf einmal fix und fertig mit der Welt, durch das Haar strich.

Yamato verstand sofort, auch bei Sasuke machte es Pling. Das war in der Tat interessant und er würde sich das Highlight bestimmt nicht entgehen lassen. Wann sah man schon den Kopierninja rodeln? Eigentlich ist das nur für kleine Kinder. Das würde ein Spaß werden. An dieses Erlebnis würde man sich noch in hundert Jahren erinnern. Es wird in die Geschichte eingehen. Sasukes Mundwinkel zuckten verdächtig, so lange, bis seine schmalen Lippen ein zaghaftes Lächeln zeigten.

Yamato hielt sein Gesicht emotionslos, sagte nichts, sondern dachte sich lieber seinen Teil. Innerlich freute er sich einen Ast ab und lachte sich einen ins Fäustchen, bis ihm Bilder von einem auf dem Schlitten sitzenden Kopierninja vor die Augen sprangen und in seinem Kopf ein sehr unterhaltsames Video darüber abspielte. Wer wäre er, wenn er sich diese Rarität entgehen ließ? Nun platzte doch ein lautes, tiefes Lachen aus ihm heraus und fing sich gleich so einen feurigen Blick ein, der ganz Konoha Feuer fangen lassen konnte.
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast