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Праздник Рождества

von Madrilena
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Daniil Kvyat Mitch Evans
24.12.2015
24.12.2015
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913
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24.12.2015 913
 
Праздник Рождества


(wörtlich: Fest der Weihnacht)



Pairing:Daniil Kvyat x Mitch Evans

Disclaimer:Keine der folgenden Personen gehört mir. Nichts davon ist passiert. Das Folgende ist alles meiner freien  Fantasie entsprungen.

(I do not own anyone, this is purely fictional. If you got here by googling yourself please I urge you go back now!)

Wie immer noch ein großes Dankeschön an meine Beta, ForbiddenToFly.



Eigentlich ist Daniil immer gerne in Russland gewesen. Es ist ja schon irgendwie seine Heimat, auch wenn er schon seit Jahren in Europa lebt. Über Weihnachten fliegt Daniil immer mit seinen Eltern nach Russland. Die ganze Familie lebt noch dort, alle seine Tanten und Onkel, seine Großeltern. An den Feiertagen kommen sie vollzählig zusammen.
Daniil sieht sie alle nur dieses eine Mal im Jahr und normalerweise freut er sich immer sehr darauf, aber dieses Jahr ist das anders.
Seit sie hier angekommen sind, will Daniil eigentlich nur wieder weg.
Allerdings nicht nach Hause, nach Rom. Er möchte mehrere tausend Kilometer weit weg. Nach Neuseeland. Zu Mitch.

Es ist nicht so, dass Daniil sich nicht freut, seine Familie zu sehen, aber die Sehnsucht nach Mitch überwiegt einfach alles. Nicht mal die Gelegenheit, endlich ausspannen zu können, keinem überstrengen Trainings- und Diätplan folgen zu müssen, hilft. Die ganze Saison hat Daniil darauf gewartet und jetzt, wo die freie Zeit endlich da ist, sehnt er sich die Rennwochenenden zurück, an welchen die GP2 an der gleichen Station haltgemacht hat wie die Formel 1.

Daniil telefoniert so oft es geht mit Mitch, aber aufgrund der Zeitverschiebung ist immer entweder er selbst oder Mitch todmüde. Ganze acht Stunden trennen sie! Mitchs Stimme häufig nur kurz hören zu können, macht Daniils Sehnsucht nach ihm bloß noch schlimmer.

Seine Familie merkt natürlich, dass etwas nicht stimmt. Seine Großmutter stopft ihn mit selbstgebackenen Plätzchen voll, weil sie glaubt, dass er Liebeskummer hat, womit sie gar nicht so falsch liegt. Seine Cousins werfen ihm regelmäßig böse Blicke zu, weil man als professioneller Rennfahrer offenbar keine schlechte Laune haben darf.
Daniils Vater erzählt jedem, der es hören will oder nicht, wie gut Daniil in dieser Saison war und eigentlich müsste Daniil sich freuen, weil sein Vater so stolz auf ihn ist, aber er kann nicht umhin, zu bemerken, dass sein Vater irgendwie angeberisch klingt.

Wenn Mitch vor ihren Freunden mit den Rennergebnissen seines Schatzes prahlt, wird Daniil grundsätzlich immer verlegen, weil der Neuseeländer dabei den Arm um seine Schultern legt und fröhlich grinst. Bei seinem Freund ist es ihm weitaus weniger unangenehm, als bei seinem Vater …

Schon wieder sind Daniils Gedanken bei Mitch. Seit er ins Flugzeug nach Russland gestiegen ist, sind seine Gedanken eigentlich kaum woanders.
Selbst jetzt, am Weihnachtstag, wo seine ganze Familie um ihn herum sitzt, kann Daniil einfach nicht anders, als sehnsüchtig auf sein Handy zu starren und zu hoffen, dass Mitch sich bald wieder meldet. Wenigstens eine klitzekleine SMS würde Daniil schon dabei helfen den Abend zu überstehen, an dem nur Pärchen um ihn herum sind und er sich noch nicht einmal traut, überhaupt zu sagen, dass er in einer Beziehung ist.
Wie auch, wenn seine Partnerin keine Partnerin, sondern ein braungebrannter Neuseeländer ist?
Daniil schämt sich nicht für Mitch, wie könnte er, wo er doch so perfekt ist? Aber Daniil weiß, dass seine Familie das nicht hinnehmen würde.
Den ganzen Abend stellt Daniil sich vor, wie es wäre, wenn er es einfach aussprechen würde.

„Ich liebe einen Mann“, denkt er, als seine Großmutter ihm bereits den dritten Teller füllt.

„Ich habe einen festen Freund“, will Daniil sagen, während seine Cousine ihre Gitarre für die Weihnachtsgesänge stimmt.

„Ich bin schwul“, ruft Daniil innerlich, als die ganze Familie unter dem Weihnachtsbaum sitzt und Geschenke verteilt beziehungsweise auspackt.

Jedoch verlässt nichts davon seinen Mund. Er will zu Mitch stehen und ihn bei Familienfeiern an seiner Seite haben. Den Menschen, der ihn am glücklichsten macht, einfach nicht mehr verstecken müssen. Aber Daniil traut sich nicht. Seine Familie liebt ihn, das weiß er, aber würden sie das auch noch tun, wenn er sich outen würde? Darüber will Daniil gar nicht weiter nachdenken. Alle möglichen Szenarien enden in Horrorvorstellung seines Gehirns.

Unnötig zu sagen, dass Daniil den restlichen Abend kaum genießen kann und dementsprechend früh auf sein Zimmer verschwindet.
Daniil weiß, dass es bei Mitch früh am Morgen ist und der Neuseeländer nutzt sowieso jede Gelegenheit, um auszuschlafen, aber Daniil hat nach diesem Tag einfach das dringende Bedürfnis mit seinem Freund zu telefonieren.

Ein verschlafenes Hallo kommt Daniil aus dem Telefonhörer entgegen und er spürt, wie er automatisch zu lächeln beginnt. Seine natürliche Reaktion auf Mitchs Stimme.
„Hey … Sorry, dass ich dich geweckt habe“, entschuldigt er sich sofort, aber da hat er wohl unterschätzt, wie schnell Mitch von verschlafen in den Besorgter-Freund-Modus umschalten kann.
„Stimmt was nicht?“
Offenbar kann man es Daniil anhören, dass der Tag nicht sonderlich prickelnd war. Zumindest Mitch kann das.
„Nein, nur … du fehlst mir. Das ist alles.“
„Vielleicht sollten wir nächstes Jahr doch zusammen in Europa Weihnachten feiern. Nicht, dass du mir noch vor Sehnsucht eingehst.“ Mitch lacht leise ins Telefon und Daniil fühlt sich augenblicklich besser.
„Aber du solltest nicht meinetwegen auf deine Familie verzichten müssen.“ Mitch ist ein größerer Familienmensch als Daniil es jemals war. Manchmal beneidet er seinen Freund darum.
„Na, dann kommst du eben einfach mit“, erklärt Mitch fröhlich und Daniil denkt einen Moment darüber nach, dieses Angebot wirklich anzunehmen. Es klingt besser, als diese Farce noch ein weiteres Jahr mitzumachen.



Fröhliche Weihnachten euch allen!
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