Fateful meetings

von Arzani92
KurzgeschichteFreundschaft / P12
Ben Beckman der Rote Shanks Makino Marco der Phoenix Mihawk "Falkenauge" Dulacre Nico Robin / Miss Bloody Sunday
24.12.2015
28.07.2019
6
20521
6
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Das hier ist eigentlich mal aus einem Projekt entstanden, dass von der der Forum-Challenge "10 Pairings mal anders" kommt. Ich habe die Geschichten schon viel zu lange auf dem PC und dachte mir, auch wenn ich die 10 nicht voll habe, kann ich zumindest doch endlich mal die OneShots die entstanden sind hochladen.

Nummer 1: Ace und Dadan
Blumenmädchen

----------------------


Heute hatte Dadan Geburtstag. Ace wusste das, weil Opa Garp es ihm erzählt hatte, als er vor ein paar Tagen zu Besuch dagewesen war. Er hatte ihn zur Seite genommen, so dass es keiner mitbekam und hatte ihm ins Ohr geflüstert, dass er den Geburtstag ja nicht vergessen dürfe, weil Dadan sonst sauer werden würde.

Ace mochte es nicht, wenn Dadan sauer wurde. Sie war dann unausstehlich. Sogar noch unausstehlicher, als sie es eh schon war. Dann schrie sie herum und trank und schrie noch mehr herum. Meistens flüchtete Ace sich dann in eine Ecke oder raus in den Wald. Er war schon öfter im Wald gewesen als er zählen konnte. Es interessierte keinen. Er kam auch immer zurück, meistens mit mehr Kratzer an Armen und Beinen als zuvor, aber auch das schien keinen wirklich zu stören. Stattdessen klebte ihm Dadan ein Pflaster auf die schlimmsten Stellen und scheuchte ihn herum. Sie scheuchte ihn oft herum, aber er hatte inzwischen gelernt das gekonnt zu ignorieren. Wenn es ihm zu viel wurde konnte er ja doch wieder im Wald verschwinden.

Doch heute hatte Dadan Geburtstag und inzwischen wusste Ace auch, dass man an diesem Tag nett zu dem Geburtstagskind sein musste. Auch das hatte Garp ihm erzählt. Er wusste nur nicht, ob es stimmte oder ob Garp nur wollte, dass er nett zu Dadan war. Sie war ja auch nicht nett zu ihm.
Kurz überlegte der kleine Junge ob Dadan zu ihm nett war, wenn er Geburtstag hatte. Er überlegte und überlegte, nur um festzustellen, dass er keine Ahnung hatte, wann sein Geburtstag war.
Kurz versuchte er zu analysieren, ob er vielleicht selbst rausbekommen konnte, wann er Geburtstag hatte. Das Gespräch mit seinem Opa ging ihm nochmal durch den Kopf. Dieser hatte ihm erzählt, dass man dem Geburtstagskind Geschenke machte.
Hieß das also, wenn er Geschenke bekam hatte er Geburtstag? Wäre ja gar nicht so dumm. Dann hätte er an dem Tag Geburtstag gehabt, als Opa ihn besuchen gekommen war. Immerhin hatte er ihm ein Shirt mitgebracht. Wobei er es doof gefunden hatte. Es war komisch steif gewesen und weiß. Inzwischen lag es in einer Ecke, weil es so unbequem gewesen war. Dazu noch Garps Worte. „Als Vorgeschmack, wenn du mal ein toller Marine wirst.“ Der kleine Junge glaubte nicht, dass er jemals Marine werden würde, wenn die so unbequeme Sachen anziehen mussten.

Mit verschränkten Armen ließ sich Ace ins Gras plumpsen und stützte seinen Kopf auf seinen Händen ab. Das konnte nicht sein, dass er vor ein paar Tagen Geburtstag gehabt hatte. Das hätte er doch mitbekommen. Außerdem hatte Dadan heute auch noch kein Geschenk bekommen und sie hatte trotzdem Geburtstag. Dann bekam man wohl Geschenke, wenn man Geburtstag hatte, aber hatte nicht Geburtstag, weil man Geschenke bekam.

Suchend blickte sich der sommersprossige Knirps um und überlege weiter. Jetzt wusste er zwar, dass er noch etwas brauchte, was er Dadan schenken konnte, damit sie nicht sauer wurde. Aber wann er Geburtstag hatte, dass wusste er immer noch nicht. Sicher hatte Opa noch einen Tipp fallen gelassen aus dem er schließen konnte, wann sein Geburtstag war.
Er hatte noch gesagt, dass man ein Jahr älter wurde, wenn man Geburtstag hatte. Ja, das war ein guter Hinweis um rauszubekommen, wann er Geburtstag hatte. Kurz fiel ihm ein, dass er sicher auch hätte Dadan fragen können, aber darauf hatte er keine Lust. Sicher würde sie ihn nur wieder anschreien oder ausschimpfen und sie hatte ja Geburtstag und er hatte noch kein Geschenk. Nein, dass ließ er mal lieber bleiben. Garp konnte er auch nicht mehr fragen, der war schon wieder weg. Also musste er selbst drauf kommen.

Wann wurde er denn ein Jahr älter? Kurz schaute er seine kleine Hand an und zählte Finger für Finger. Er wusste, dass er eine Hand voll Finger alt war. Das letzte Mal als ein Finger dazu gekommen war, war schon eine Weile her. Ziemlich lange her sogar.

Dadan hatte versucht zu kochen, was irgendwie nicht so ganz geklappt hatte. Es klappte nie wenn sie versuchte zu kochen. Aber sie war noch nicht mal ausgerastet als er nicht hatte essen wollen. Das war vermutlich auch ein Geschenk. Zudem war Garp vorbei gekommen und hatte ihm erklärt, er sei jetzt fünf Jahre alt. Ja. Jetzt war sich Ace sicher, dass das sein Geburtstag war. Wann der allerdings das nächste Mal kommen würde, dass wusste er nicht. War ja eigentlich auch egal, immerhin wusste er jetzt, dass auch er Geburtstag hatte.

Nun brauchte er aber noch ein Geschenk für Dadan. Das war gar nicht so einfach. Was schenkte man einer komischen, alten Schachtel die meistens unausstehlich war?
Hin und her drehte der schwarzhaarige Junge seinen Kopf, so dass einzelne Strähnen im Wind flatterten. Um ihn herum blühte alles, das Gras war grün und saftig. Er saß vor dem Haus in dem Dadan wohnte. Schon seit einer Weile saß er hier, inzwischen war es richtig warm geworden. Die Bergräuber schliefen allesamt noch. Sie hatten in der Nacht so einen Krach gemacht, dass Ace wusste, dass mehr als eine Flasche Alkohol nun leer war. Es roch ganz widerlich in dem Haus, das war immer so wenn Dadan trank. Also ziemlich oft. Aber gestern Abend war es noch schlimmer gewesen als sonst.

Nun war es morgens und immer noch war keiner wach. Wäre heute nicht Dadans Geburtstag gewesen, er wäre wieder in seinen Wald verschwunden. Aber Garp hatte ihn ja ermahnt.
Nun saß er also im Gras und überlegte. Einfach wäre es natürlich gewesen Alkohol zu beschaffen. Das hatte Dadan immer gerne. Aber er war fünf und hatte keine Ahnung wo er Alkohol herbekam außer aus Dadans Vorratskammer. Sicher konnte er dort eine Flasche stehlen und ihr dann schenken, aber irgendwie kam ihm das dämlich vor. Außerdem war er sich nach gestern Abend nicht mal mehr sicher, ob es überhaupt noch Alkohol gab.

Zigaretten wäre auch noch eine Idee gewesen. Aber das war das Gleiche wie mit dem Alkohol. Woher, wenn nicht von Dadans Vorrat?
Seufzend ließ sich Ace auf den Rücken fallen und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Nun konnte er einen Teil des Himmels erkennen, über den unaufhörlich weiße Wolken zogen. Am Rand seines Sichtfeldes lugte immer wieder das Grün des Grases hindurch und hier und da auch noch Blumen.

Blumen! Sofort schnellte der kleine Junge wieder in eine aufrechte Position und schaute sich interessiert um. Blumen konnte er Dadan schenken. Er hatte einmal im Dorf gesehen, wie ein Mann einer Frau einen Strauß geschenkt hatte. Die Frau hatte sich total gefreut, zumindest hatten ihre Augen gefunkelt und sie war dem Mann um den Hals gefallen.
Eigentlich wollte Ace nicht, dass Dadan ihm um den Hals fiel, aber eigentlich war sie ja auch eine Frau. Zumindest rein theoretisch. Also war die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich über Blumen freute doch relativ hoch.

Ein verschmitztes Grinsen schlich sich auf das Gesicht des kleinen Knirpses. Dann schaute er sich begeistert um. Hier waren überall Blumen. Es war also keine große Kunst einen Strauß zusammen zu suchen und diesen Dadan unter die Nase zu halten. Sicher war sie dann glücklich, würde nicht sauer werden, denn er hatte ja dann ein Geschenk und alles war gut.
Nur keine schlechte Stimmung, darauf hatte er einfach keine Lust.

Mit einem Ruck erhob er sich und tapste durch die Wiese. Hier und da griff er nach einer Blume, die ihm gefiel und rupfte sie aus dem Boden raus. Dabei beachtete er weder Form, noch Farbe. Die Blumen waren alle unterschiedlich, die Stiele reichten von fast zu kurz bis deutlich zu lang. Hier eine gelbe Butterblume, da eine weiße Margerite. Dazu kamen noch lilafarbene Veilchen und rosafarbener Klee. Dotterblumen, Salbei, Geißfuß und Löwenzahn. Ace mischte einfach alles zusammen, was er finden konnte. Natürlich hatte er keine Ahnung, was er da in seine kleinen Hände bekam. Für ihn waren es einfach nur unglaublich viele Blumen, die sich wunderbar als Geschenk eigneten.

Nach einer Weile, die Ace wie eine Ewigkeit vorkam, befand er, dass die Blumen die er in der Hand hatte genug waren. Zufrieden stellte er fest, dass in dem bis vor kurzem noch so stillen Haus endlich Lärm eingekehrt war.
Also tapste er beladen mit einem Strauß, der viel zu groß für ihn war, auf die Türe zu und stieß diese auf. Mitten im Raum stand die großgewachsene, breitschultrige Frau, die dazu auserkoren war Ace' Ziehmutter zu sein. Mit müden, streng blickenden Augen sah sie auf den wandelnden Blumenteppich hinab, der vor ihr aufgetaucht war.

Mit einem frechen Grinsen streckte Ace ihr die Blumen entgegen und schaute ihr dabei ganz genau ins Gesicht.
„Alles Gute zum Geburtstag.“
Sie fiel ihm nicht um den Hals und sie sagte auch nichts. Stattdessen schnappte sich Dadan das Gewusel aus Blumen und musterte diese sorgfältig. Dann griff sie nach einem Glas, füllte das mit Wasser und setzte die Blumen hinein. Die ganze Konstruktion wanderte dann auf den Esstisch.

Leise scharrte Ace mit dem Fuß auf dem Boden. Er hatte ja jetzt Garps Anweisung erfüllt. Konnte er also gehen? Dann zuckte er mit den Schultern. Würde schon alles in Ordnung sein.
„Ich bin dann mal wieder weg.“
Mit diesen Worten drehte er sich um und verschwand in seinen Wald. Dadans Augen hatten gefunkelt. Sie hatte sich also gefreut. Glück gehabt.

Als Ace wiederkam standen die Blumen immer noch auf dem Tisch. Genauso wie am nächsten Tag und am nächsten. Solange bis sie ihre Köpfe hängen ließen und verwelkten.

Er bekam kein „Danke“ von Dadan, auch kein „Gut gemacht“ oder ähnliches. Alles was ihm zeigte, dass es das richtige Geschenk war, war das Glitzern in den Augen der sonst so brüsken Frau, jedes Mal wenn sie die Blumen begutachtete. Sie war kein Mensch, der mit Worten umgehen konnte. Aber sie freute sich, wie jeder andere, über ein Geschenk das von Herzen kam. Auch wenn Ace schwierig war und sie sicher auch nicht einfach, mochte sie den Jungen irgendwie. Wer sonst würde auf die dumme Idee kommen einer Bergräuberin Blumen zu schenken? Sicher kein anständiger Bürger. Aber wer sagte auch, dass Ace anständig war?
Review schreiben