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Weiße Weihnacht

von Caligula
Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft / P12 / Gen
Rei Miyamoto Takashi Komuro
24.12.2015
24.12.2015
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❄   W E I ß E  W E I H N A C H T ❄


Es war der vierundzwanzigste Dezember, Heiligabend. Alle Menschen waren in weihnachtlicher Stimmung; ob dies nun mit Besinnlichkeit oder Stress gleichzusetzen war, schien bei jedem anders zu sein. Für die vierzehnjährige Rei bedeutete dies in diesem Jahr Stress. Genervt hetzte sie durch die überfüllten Straßen der Stadt. Warum mussten es Eltern einem auch immer so schwer machen? Sie hatte klare Wünsche geäußert, sogar in säuberlicher Handschrift einen Wunschzettel angefertigt, der keine Fragen offen ließ. Und ihre Eltern? Die drucksten herum, sie wüssten nicht was sie sich wünschen sollten und eigentlich bräuchten sie ja nichts. Was sollte sie damit anfangen? Dummerweise war sie längst aus dem Alter raus, in dem man seine Eltern noch mit selbstgebastelten Geschenken oder gemalten Bildern erfreuen konnte. So lief sie ziellos die Einkaufsstraße rauf und runter, auf der Suche nach irgendetwas Brauchbarem, das sie unter den Weihnachtsbaum legen konnte.
Die Menschen um sie herum machten sie dabei wahnsinnig. In großen Gruppen schlurften sie in so schleichendem Tempo, dass man überhaupt nicht vorwärts kam und gleichzeitig kaum Chancen hatte, an ihnen vorbeizukommen. Die Läden waren so gerammelt voll, dass das Stöbern zur Geduldsprobe wurde und die langen Schlangen an den Kassen schreckten Rei ab, sich für etwas zu entscheiden. Immer wieder sagte sie sich, im nächsten Geschäft wäre weniger los und jedesmal wusste sie genau, dass sie sich bloß etwas vormachte. Hätte sie diesen Einkauf doch nicht auf den letzten Abend vor Weihnachten hinausgeschoben!
Gehetzt sah sie sich in einem der größeren Kaufhäuser um. Es gab viel, was man verschenken konnte. Die Industrie machte es einem sogar noch einfacher, indem sie ihre Produkte schon als Weihnachtsgeschenke auf den Markt brachte. Doch es widerstrebte Rei, ihren Eltern diese vorgefertigten, unpersönlichen Waren anzudrehen, nur weil sie nicht wusste, womit sie ihnen wirklich eine Freude machen konnte.
In der Hoffnung, der Ansturm auf die Bekleidungsabteilung sein nicht so heftig wie bespielsweise der in der Spielzeugabteilung, fuhr sie mit den Rolltreppen hinauf in den dritten Stock des Kaufhauses und wurde schnell eines Besseren belehrt. Mittlerweile ging jedoch die Sonne unter und das Mädchen wollte langsam aber sicher seinen Einkaufsbummel beenden und nachhause zurückkehren. Daher versuchte sie sich nichts aus den ebenso unschlüssigen Menschengruppen zu machen und begab sich einmal mehr auf die Suche.
Unzufrieden, aber um einige Yen erleichert und mit zwei vollgestopften Tüten, die mehr als nur etwas Stoff enthielten, verließ Rei das Kaufhaus nach einer gefühlten Ewigkeit wieder. Es war eiskalt und ihr Atem bildete weiße Wölkchen in der Luft, und doch empfand sie es für den Moment als angenehm aus dem überheizten Geschäft entkommen zu sein. Mit einem Blick auf ihr Handy wollte sie die Uhrzeit in Erfahrung bringen und fand überraschend die Benachrichtigung über einen versäumten Anruf sowie eine SMS vor. Beides von ihrem besten Freund Takashi.
"Wo bist du?", wollte er wissen.
Rei nutzte den Augenblick, um sich aus der Horde Menschen an den Straßenrand zurückzuziehen und tippte eine schnelle Antwort.
"Musste noch Geschenke besorgen... Bin noch in der Stadt, mache mich jetzt auf den Heimweg. Wollen wir uns noch treffen?"
Takashis Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
"Wo genau bist du? Ich treffe dich dort."
Verwundert hob Rei die Brauen. Es war schon fast neun Uhr; weder sie noch Takashi durften sich noch lange draußen herumtreiben. Trotzdem teilte sie ihm ihren Standort mit und wartete geduldig. Sie hoffte bloß, Takashi versuchte ihre Eltern nicht wieder anzuschwindeln, indem er vorgab, bei Rei zu sein. Aber so leichtsinnig konnte er eigentlich nicht sein, nachdem seine Mutter dieses Spiel schon einmal durchschaut hatte und seitdem noch wachsamer war.

Er ließ nicht lange auf sich warten und hatte einen Rucksack dabei. "Willst du auch noch was kaufen?", wunderte sich Rei. Angeblich hatte er längst alle Geschenke; das zumindest hatte er ihr noch in der Schule erzählt.
"Unsinn", winkte er ab und griff nach ihrer Hand. "Hast du denn alles? Komm, wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen."

"Bist du bescheuert?!", platzte es aus Rei heraus, als Takashi ihr sein Mitbringsel in einer verlassenen Seitenstraße präsentierte. Eine Flasche Glühwein, die er ihr grinsend zeigte. "Wo hast du den her? Hast du den von zuhause mitgehen lassen? Deine Mutter bringt dich um, wenn sie das merkt!"
"Jetzt mach dir doch darum keine Gedanken!", winkte Takashi unwirsch ab. "Bis die das rauskriegt, haben wir die Flasche längst geleert und..."
"Und kommen dann sturzbesoffen nachhause oder was? Das ist bescheuert!"
"Was zickst du denn jetzt so rum?", zeigte sich Takashi uneinsichtig und geradezu empört über Reis Verhalten. "Man, bist du verklemmt..."
"Ich bin nicht verklemmt! Du bist ein Vollidiot!", spie Rei gereizt.
"Jetzt krieg dich mal wieder ein! Es sollte ein lustiger Abend werden, aber du machst alles kaputt!"
"Du machst alles kaputt!", widersprach sie heftig. "Du willst dich ins Koma saufen und dir den größten Anschiss deines Lebens einhandeln! Oh, das wird wirklich das beste Weihnachten aller Zeiten!", ätzte sie.
"Wenn du so drauf bist, hab ich echt keinen Bock auf dich... Das hab ich mir anders vorgestellt", murrte Takashi beleidigt und wandte sich schon zum Gehen um.
"Takashi bitte..."
Mit einem Mal war die aufgeladene Spannung verflogen. Reis Stimme war ein flehentliches Wimmern und Takashi spürte, dass sie ihn an seiner Jacke festhielt. Als er sich zu ihr umdrehte, waren ihre Augen feucht. Er schluckte. "Oh man, Rei, jetzt heul doch nicht gleich...", bat er überfordert und um einen versöhnlichen Tonfall bemüht.
"Es tut mir leid", schluchzte sie und wischte sich schniefend über die Augen. "Ich wollte dich nicht so anmachen, es ist nur... einfach alles scheiße! Es ist Weihnachten und alles sollte schön sein, aber es ist einfach nur alles stressig und überhaupt nicht schön oder besinnlich. Ich hab beschissene Geschenke und bin einfach nur genervt von allem! Und dann schneit es nicht einmal! Wie soll man denn da in weihnachtlicher Stimmung sein?!" Sie schnaubte und stampfte mit dem Fuß auf, zog ein Taschentuch aus ihrer Jackentasche und schnäuzte geräuschvoll.
Takashi beobachtete sie prüfend. "Aber du hast doch Geschenke", versuchte er sie, trotziger als beabsichtigt, zu trösten.
"Ach, die sind Mist!", entfuhr es Rei enttäuscht. "Ich hab nur irgendwas geholt, damit ich nicht ganz ohne Geschenke dastehe", gab sie zerknirscht zu. "Das wird einfach das beschissenste Weihnachten aller Zeiten!"
Nach einem unbehaglichen Moment des Schweigens, während dem beide Teenager ausweichend ihre Füße angestarrt hatten, um sich nicht in die Augen sehen zu müssen, stieß Takashi schließlich ein ergebenes Seufzen aus und griff abermals nach Reis Hand. Sie wollte schon protestieren, denn noch immer wollte sie von seinen schrägen Plänen nichts wissen, doch Takashi wimmelte sie ungeduldig ab. "Vergiss den blöden Wein. Ich will... ich möchte dir dein Geschenk geben." Rei konnte ihre Überraschung nicht verbergen, nörgelte noch etwas verlegen herum, ließ sich aber von Takashi durch die Stadt führen, in Erwartung, dass sie sich auf den Heimweg machten. Es wurde ohnehin Zeit und sie konnte es kaum erwarten sich ins Bett fallen zu lassen und die Welt morgen früh hoffentlich wieder mit anderen Augen zu sehen.

Doch Takashi schlug die entgegengesetzte Richtung ein.
"He, Takashi! Wo willst du hin? Wir sollten nachhause gehen...", wagte Rei schwach zu protestieren. Ihr Freund drehte sich nicht einmal um und zog sie bestimmt weiter.
"Ja, aber ich hab doch gesagt, du bekommst erst dein Geschenk."
Rei zog eine Schnute, auch wenn Takashi dies nicht sehen konnte. Hatte dieser Faulpelz ihr Geschenk etwa noch gar nicht besorgt? Er hatte sie also angelogen und suchte ihr jetzt mal eben auf den letzten Drücker etwas. Schlagartig sank Reis Laune wieder in den Keller und am liebsten hätte sie sich losgerissen, doch wollte sie hier in aller Öffentlichkeit und unter den Augen hunderter Passanten keine Szene machen.
Ihre Miene hellte sich erst wieder unbeabsichtigt auf, als Takashi erklärte, sein Ziel erreicht zu haben und sie ins gut besuchte Foyer der stadtbekannten Indoor-Eisbahn bugsierte. "Du willst Schlittschuh laufen?", wunderte Rei sich offenkundig und sie fragte sich unwillkürlich, ob Takashi schon etwas von dem Glühwein intus hatte, wo er doch nichts für Schlittschuh laufen übrig hatte.
"Willst du?", konterte er mit einer Gegenfrage.
Rei überkam ein schlechtes Gewissen und sie wartete nur darauf, dass ihr Handy Alarm schlug. "Wir sollten schon zu Hause sein...", sagte sie zerknirscht. "Die Idee ist echt süß, und ich weiß, welches Opfer du da darbringst, aber..."
"Dann lass uns gehen." Mit diesen Worten strebte Takashi den Verkaufsschalter an und machte sich gleich daran, ihre Gebühr zu zahlen.
"Takashi!", zischte Rei an seinen Arm geklammert, wagte jedoch nicht die Stimme zu erheben.
"Die haben heute sogar bis Mitternacht geöffnet", stellte er glücklich fest.
"Wir sollten jetzt schon zuhause sein!", beharrte Rei, als sie die Umkleide betraten, wo Takashi sich auf einer der Sitzbänke niederließ, nachdem er sich Schuhe an einem separaten Schalter besorgt hatte. Rei machte sich gar nicht erst die Mühe und gab ihren Protest noch nicht auf. "Unsere Eltern flippen aus, wenn wir solange draußen bleiben! Die rufen jeden Moment an!", prophezeite sie düster.
Takashi, vornübergebeugt, um sich die Schuhe zuzubinden, seufzte. "Rei... ich hab den ganzen Quatsch jetzt schon für dich bezahlt", sagte er genervt. "Hättest du die Güte, wenigstens fünf Minuten mitzuspielen, damit ich dir dein Geschenk zeigen kann?"
Sie fragte sich, was genau er meinte. Sie hatte geglaubt der spontane Ausflug zur Eisbahn sei schon das Geschenk gewesen. Was war es, was er ihr erst auf der Eisfläche zeigen konnte? Seine Worte machten sie zugegebenermaßen neugierig und er hatte tatsächlich längst Geld für sie ausgegeben, sodass es nur fair war, ihm wenigstens ein paar Minuten zuzugestehen. "Aber... unsere Eltern...", nuschelte sie unsicher.
"Dann gibt es halt ein bisschen Ärger", winkte er lässig ab. "Aber es ist Weihnachten; das halten die ohnehin nicht lange durch!"
"Also schön", gab Rei sich seufzend geschlagen, nachdem Takashis unnachgiebiger Blick sie regelrecht festgebohrt hatte. "Ich werde meinen Eltern nur kurz schreiben, dass wir etwas später kommen, damit sie sich keine Sorgen machen."
"Mach das, aber dann will ich dich nicht mehr an dem Ding sehen!" Er deutete auf ihr Handy und Rei konnte sich ein spöttisches Lächeln nicht verkneifen, war es doch für gewöhnlich Takashi, den man kaum von seinem Telefon trennen konnte und dessen exorbitante Rechnungen für eben jenes ihm schon so manchen Hausarrest und manches Handyverbot eingehandelt hatte. Wenn er auf Handys verzichten wollte, musste er wirklich etwas Besonderes planen und Rei ertappte sich dabei, wie ihre Neugier und Spannung mit jeder verstreichenden Minute weiter wuchs.
Sobald sie ihre Eltern benachrichtigt hatte, stellte Rei das Handy auf lautlos und schloss es zusammen mit ihren Einkäufen in einen der zahlreichen Spinde, aus Angst vor der Antwort, die sicher nicht lange auf sich würde warten lassen. Dann besorgte auch sie sich Schuhe und folgte Takashi in die Halle.

Es war noch einiges los, wie nicht anders zu erwarten. Takashi hockte auf einer der Bänke und sah mit einer Mischung aus Freude und Enttäuschung auf, als Rei zu ihm trat. "Dann wollen wir mal!", sagte diese enthusiastisch und betrat als Erste die Eisfläche. Takashi folgte mit sehr verhaltenen Schritten und ausgestreckten Armen, aus Angst, jeden Moment das Gleichgewicht zu verlieren und sich auf den Hintern zu setzen. "Egal wie sehr du dich bemühst, es wird so oder so passieren!", prophezeite Rei lachend und umkreiste ihn. "Ich kann mich an kein einziges Mal erinnern, dass wir Schlittschuh laufen wären und du dich nicht hingelegt hättest."
"Das glaubt mir auch keiner...", schimpfte Takashi auf seinem bedächtigen Marsch zur gegenüberliegenden Bande, bei dem sein Blick zwischen seinen Füßen und den anderen Läufern wechselte. "Dass ich meine Freizeit mit Schlittschuhlaufen verschwende... Und dann auch noch mit einem Mädchen..."
"Hey!", gespielt empört versetzte Rei ihm einen Stoß, der Takashi panisch ins Straucheln brachte.
"Nicht!", brüllte Takashi und fuchtelte wild mit den Armen herum. Bevor er stürzen konnte, griff Rei nach seinen Händen, an denen er sich festklammerte als hinge er an einem metertiefen Abgrund. Er ging nur kurz in die Hocke, konnte sich mit ihrer Hilfe jedoch wieder aufrichten.
"Immerhin war das deine Idee", erinnerte sie ihn. "Du hast ja regelrecht darauf bestanden. Und außerdem bin ich deine beste Freundin! Wenn du deine kostbare Freizeit schon einem Mädchen opferst, dann ja wohl mir."
"Okay, okay", gab Takashi nach, löste sich wieder von ihr und versuchte auf eigenen Beinen zu stehen. "Aber schubs mich gefälligst nicht."
"Sei du kein Arschloch."
"Tut mir leid", entschuldigte er sich. Rei erkannte, dass es wirklich ernst meinte und setzte wieder eine versöhnliche Miene auf.
"Vertraust du mir?", fragte sie.
"Was soll denn das jetzt?"
"Vertraust du mir?", wiederholte sie bloß und zog schon eine Schnute, damit Takashi auch ja nicht auf die Idee kam, seine Antwort weiter hinauszuzögern.
"Ja, schon. Wieso?", blieb er trotzdem misstrauisch. Erneut griff sie nach seinen Händen, ignorierte seine erschrockenen Fragen und Proteste und zog ihn mit sich quer über die ganze Fläche. Er schrie und strampelte, bis er sich irgendwann so gut eingelebt hatte, dass er auch ohne Reis Hilfestellung große Schritte, Drehungen und Manöver wagte, die nicht selten darin resultierten, dass Takashi auf dem Hintern landete. Doch er ließ sich von ihrem Lachen anstecken und machte sich schon bald einen Spaß daraus, sich zum Affen zu machen, bis Rei vor lauter Lachtränen alles nur noch verschwommen wahrnahm und ihr der Bauch wehtat.

Japsend hielt sie sich an der Bande fest und fragte sich, wieviel Zeit wohl schon vergangen war und wie oft ihre Eltern wohl mittlerweile angerufen hatten, während Takashi sich bei einem grimmigen Mann entschuldigte, dem er mitten in den Weg geschlittert war. Als er schließlich neben Rei an der Band wieder zum Stehen kam, knallte es laut und Rei brach einmal mehr in Gelächter aus.
"Das war mein Knie...", stöhnte Takashi gequält.
"Tut es sehr weh?"
"Was glaubst du denn?"
"Tut mir leid", kicherte sie und nahm sich einen Moment, wieder zur Ruhe zu kommen. "Du, Takashi?"
"Hm?"
"Danke. Das war wirklich eine gute Idee, ich bin... schon viel besser drauf."
"Hm...", machte Takashi unzufrieden, was Rei widerum stutzig machte. "Naja, das war natürlich schon mein Plan", sagte er. "Aber eigentlich..." Er sah sich suchend in der Halle um und Rei folgte seinem Beispiel neugierig. Hatte er jemanden erwartet? Und wer konnte es sein? Jemand, über den Rei sich besonders freuen würde? Da ertönte plötzlich ein Glockenklang, der schnell in dem Rhythmus eines Weihnachtsliedes verschmolz und Takashi erleichtert aufatmen ließ. Verwirrt musterte Rei ihren Freund. "Und ich dachte schon, die machen das nicht mehr...", sagte er und grinste sie an. "Ich wollte dich natürlich aufmuntern, sonst wäre ich wohl kaum hier", erläuterte er. "Wo du dich vorhin so über Weihnachten ausgekotzt hast... Und darüber, dass wir ja gar keinen Schnee haben."
Augenblicklich schoss Reis Kopf hoch und sie bemerkte, wie leiser Schnee künstlich von der Decke rieselte. Ein besonderer Service der Eishalle, den sie beinahe vergessen hätte. Mit großen Augen sah sie wieder Takashi an, der immer noch grinste - und fiel ihm um den Hals, sodass er sich vor Schreck an der Band festklammerte, um nicht wieder zu stürzen. "Du kannst so unglaublich süß sein, wenn du willst! Du bist der beste Freund auf der ganzen Welt!", quiekte sie in seine Kapuze und musste kurzzeitig mit den Tränen kämpfen, die sich schon wieder in ihren Augen ansammelten. Doch sie wischte sie energisch weg. Sie wollte Takashi ein Strahlen schenken und ihn nicht wieder mit Tränen verunsichern. "Danke, Takashi."
"Fröhliche Weihnachten", erwiderte er und drückte sie an sich.
"Fröhliche Weihnachten."

Erst als sie sich Hand in Hand auf den Heimweg machten, dem drohenden Ärger entgegen, der sich durch zahlreiche Textnachrichten bereits angekündigt hatte, erkannte Rei, dass Takashi ihr sogar mehr beschert hatte, als eine Aufmunterung. Eine Idee nahm Gestalt in ihrem Kopf an. Eine Idee für ein wirklich schönes Geschenk für ihre Eltern, das absolut von Herzen kommen würde. Zeit. Wann hatte sie sich das letzte Mal wirklich Zeit für ihre Eltern genommen und etwas mit ihnen unternommen? Und vielleicht konnte sie ja doch noch mit ihren Bastelkünsten punkten, um diese Idee nett zu verpacken.
Und was sie Takashi schenken würde, wusste sie auch schon. Ein Grinsen stahl sich auf ihre Lippen. Die weiße Weihnacht würde mit blauer Weihnacht belohnt werden.
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