Schwanengesang

von 22Maggy22
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
23.12.2015
01.05.2018
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Hey,
eine etwas andere Geschichte und wie schon erwähnt ist Oz hier weiblich. Ihr könnt euch auch darauf einstellen, dass das keine leichte Kost wird, aber dennoch hoffe ich, dass es sich für euch am ende lohnt, meine Geschichte gelesen zu haben.
Ich wünsche euch viel spaß.

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Hey Gil, wenn ich in der Zeit zurückgehen könnte, dann hätte ich diesen Kurs mit dir genommen. Dann hätte ich meinen Chef gefragt, ob ich an einem anderen Tag länger arbeiten kann. Es wäre sicherlich kein Problem gewesen, aber jetzt ist es zu spät. Ich kann es in deinen Augen sehen.
Wie lange ist es jetzt her? Ein halbes Jahr?
Seit einem halben Jahr tanzt du schon und immer wenn ich sehe, wie du dich zum Takt der Musik bewegst, wünsche ich mir, dass dein Blick nur bei mir geblieben wäre, doch er tat es nicht. Er ist bei ihr. Und ich verübele es dir nicht, wenn man immer so eng miteinander tanzt, sich zur langsamen Rumba bewegt oder die Herzen höher schlagen bei einem feurigen Tango, dann entstehen Gefühle. Dann kommt man sich näher. Auch wenn ich dachte, dass dein Herz nur für mich schlägt, dass kein Tanz der Welt dich dazu bringen könnte sie so anzuschauen, wie du mich einst ansahst. Scheine ich mich zu irren, ich war nicht genug, oder vielleicht war sie es doch, was du wirklich gesucht hattest. Vielleicht waren wir ein Fehler. Und dieses Worte auch nur in meinem Kopf wieder hallen zu hören, lässt mein Herz schmerzhaft ziehen.
Ich erinnere mich an deine süßen Versprechen, an die liebevollen Worte, dass ich dein Mädchen wäre, dass du nur mich liebst und ich glaube daran, das diese Worte wahr waren. Das du mich geliebt hast. Das immer wenn ich dich geneckt und geärgert habe und du rot wurdest, du die Zeit mit mir genossen hast. Ich glaube an das damalige Versprechen einer gemeinsamen Zukunft. Doch ich glaube nicht mehr, dass ich dieses mit dem heutigen Gil haben kann. Der Gil im hier und jetzt, schaut mich nicht mehr mit den Augen an, wie vor sechs Monaten. Der Gil von heute wispert nicht mehr meinen Namen, wenn er neben mir im Bett liegt. Der Gil von heute liebt mich nicht mehr. Und ich weiß das, ich sehe es in deinem abgewandten Blick, wenn ich dir sage, dass ich dich liebe. Denn ich liebe dich immer noch und ich glaube nicht, dass ich jemals aufhören kann dich zu lieben. Auch wenn ich kein Platz mehr in deinem Herzen habe und sie all den Raum eingenommen hat, werde ich dich immer lieben. Ich kann niemand anderen mehr mein Herz geben, so wie ich es bei dir getan habe und immer noch tue.
Ich bin nicht wütend auf dich Gil, ich bin wütend auf mich. Ich hätte da sein sollen, ich hätte deinen Blick von ihr, nur auf mich richten sollen. Doch wärst du dann glücklich mit mir geworden? Vielleicht war unsere Liebe nur eine Momentaufnahme von etwas reinem und wunderschönem, was wir geschaffen haben. Doch jetzt ist der Moment vorbei, verflogen, fortgezogen, wie die Träume, die du einst von mir hattest. Wenn ich jetzt neben dir liege und dich mustere, wie du friedlich schlafend neben mir liegst frage ich mich... träumst du von ihr? Wenn ihr Name sanft deinen Lippen entweicht spüre ich wie mein Herz stockt, wie die Tränen sich in meinen Augen sammeln, doch sie nicht fallen. Es ist vorbei. Keine Träume mehr von mir, keine Liebe mehr für mich.
Ich warte nur auf den Augenblick, wo die Worte deinen Mund verlassen, die Worte, dass wir nicht mehr zusammen sein können, dass die Gefühle nicht mehr da sind. Weißt du, was ich dir dann sagen werde? Ich werde dir sagen, dass du mir ihr glücklich werden sollst. Das du nicht warten sollst, dass ich es schon lange in deinen Augen gesehen habe und das es nichts zu verzeihen gibt, denn ich werde dir nie böse sein können. Ich wünsche nur, dass deine Gefühle diesmal nicht nur eine Momentaufnahme sein werden. Versprich mir das, Gilbert. Ich habe dich an sie verloren, doch lass mich dich dann wenigstens für immer an nur sie verlieren, damit ich weiß, dass deine Gefühle aufrichtig und stark sein können. Damit ich weiß, dass deine Gefühle für mich genau so waren. Damit wenn ich nachts alleine im Bett liegen werde und die Einsamkeit meinen Körper betäuben wird, ich weiß, dort war einst wahrhaftige Wärme. Damit ich weiß, dass meine Gefühle erwidert wurden und das auch wenn sie es nicht mehr in Zukunft werden, sie einst eine Bedeutung hatten. Gilbert, bitte... lass meine Gefühle eine Bedeutung haben. Sie sind alles neben Bildern und Videos, was ich habe, was mich glauben lässt, dass wir uns einst so nah waren, dass meine Träume erfüllbar schienen und das meine Hoffnungen nicht naiv waren.
Und neben all dem Schmerz und der Verzweiflung hoffe ich, dass vielleicht unsere Momentaufnahme zu wieder mehr werden könnte, doch ich weiß, dass das zu glauben wohl naiv wäre. Ich habe es in deinem Blick gesehen. Ich liebe dich und deswegen lasse ich dich gehen, doch ich werde solange warten können, wie ich will... meine Liebe kommt nicht mehr zu mir zurück.  
Hey Gilbert, wir hatten eine Zukunft.
Hey... Gilbert, lebe wohl.
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