Winters Kühle

von Nairalin
DrabbleAllgemein / P12
Caranthir Haleth
22.12.2015
22.12.2015
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Für Súlime, die sich etwas zum Haus Haleth und Finwe gewünscht hat, womit ich nicht umhinkam, das miteinander zu verbinden.
Irgendwie ist der gute Moryo etwas anders geworden, ich hoffe aber doch, dass es dir gefällt!

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Das wissende Lächeln auf seinem Gesicht ärgerte Haleth maßlos. Dieser verdammte Elb glaubte ernsthaft, sie würde seinen Befehlen nachkommen. Als ob sie eine Dienstmagd wäre! Es war einfach unfassbar, dass er ihre Position ausnutzte, weil er ihr Volk gerettet hatte, sie mit Nahrungsmitteln versorgte und seine Männer zusammen mit ihm ihre Siedlung nicht nur aufbauten, sondern auch verstärkten und zusätzlich sicherten.

„Das wird nicht funktionieren!“, versuchte sie sein Ansinnen unwirsch abzutun. Doch Fürst Morifinwë schüttelte nur erheitert den Kopf. Mittlerweile war sie sich nur zu bewusst, dass die meisten Gerüchte nicht stimmten, die über ihn kursierten. Er neigte zu Wutausbrüchen, aber er war sonst viel zu höflich und geradlinig. Oft genug in den letzten eineinhalb Wochen hatte Haleth sich unzulänglich in seiner Gegenwart gefühlt, wenn nicht sogar primitiv. Er war strikt in seinen Ansichten, mochte es wenig, wenn man seinem Wort nicht folgte, aber schien trotzdem auch andere Sichtweisen zu tolerieren. Nun gut, solange es nicht vollkommen seiner Sicht widersprach.

„Es muss aber umgesetzt werden, wenn wir auf lange Sicht die Situation stabilisieren wollen“, erwiderte er amüsiert. „Herinya, Ihr wisst, wie es Eurem Volk geht und Ihr wisst ebenso, dass es erst einmal Erholung von dem Angriff benötigt und nicht eine erneute Tortur. Mein Volk wird Euch solange unterstützen und beim Aufbau helfen bis Ihr wieder autark selbst für Euch sorgen könnt.“

Sie verschränkte die Arme und starrte ihn nieder. Sie wollte nicht mit ihm zusammenarbeiten. „Und Ihr wisst, dass Ihr jung seid und noch nicht die nötige Erfahrung im Neuaufbau besitzt. Gerade jetzt, wo Euer Volk solche Verluste erlitten hat.“

„Ich bin durchaus in der Lage …“ Ein frustriertes Seufzen erklang und der Elb fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Herinya, lasst zu, dass ich Euch den richtigen Weg weise und Euch anleite, wie Ihr alles plant. Glaubt Ihr nicht, dass ich das, was Ihr gerade durchmacht, nicht ebenso erlebt habe und das über Jahrhunderte?“

Haleth schluckte bei dem intensiven Blick. Ihre Selbstsicherheit begann zu wanken.

„Sobald Ihr in der Lage seid, alles alleine zu machen, werden meine Männer und ich uns zurückziehen. Jetzt müssen wir Schadensbegrenzung betreiben und das Beste aus der Situation machen. Und Ihr wisst, wie schnell der Winter hier endgültig einziehen wird. Momentan dürfen wir froh sein, dass es nur eiskalt und alles gefroren ist.“

Möglicherweise hatte er Recht. Ein Blick zeigte ihr, dass seine Wangen schon hektische Flecken aufwiesen.

„Ihr könnt es auch gerne als Eure Idee ausgeben“, brachte er zähneknirschend hervor, und Haleth sog scharf die Luft ein. Mit großen Augen starrte die junge Frau den Noldo an. Sie wusste, dass dies ein gewaltiges Zugeständnis war.

„Nein, das ist unnötig“, meinte sie nur leise und versöhnlich.

Wörter: 444
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