Versuch´s doch!

KurzgeschichteHumor, Freundschaft / P12
Sophie Collins Tessa Gray
21.12.2015
21.12.2015
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Disclaimer: Alle Charaktere gehören Cassandra Clare. Dies ist eine genehmigte Übersetzung aus dem Englischen. Die Geschichte wurde von GideonGraystairs geschrieben.

Author´s Note: Ich habe mich bemüht die Geschichte möglichst exakt zu übersetzten, daher kann es sein, dass sich manche Sätze nicht ganz Deutsch anhören… falls ihr Verbesserungsvorschläge oder Kommentare habt würde ich mich sehr über ein Review freuen…        Aber erstmal: Viel Spaß!!


„Das ist nicht fair“, stöhnte Tessa, als sie in einen Berg aus mit Daunen gefüllten Decken sank, als ob sie mit sich ihre Schwierigkeiten darin ertränken könnte. Unglücklicherweise waren es nicht mehr als lächerlich weiche, unbelebte Objekte und konnten daher nichts tun um ihr ihre Probleme abzunehmen. „Warum müssen es zwei sein?“

Von ihrer Position aus – mit einem Magazin in der Hand, vor dem Schreibtisch der Brünette sitzend – rollte  Sophie die Augen. „Hör auf dich zu beschweren. Die meisten Mädchen würden sterben um dein Problem zu haben.“

Das beruhigte das Mädchen auf dem Bett nicht, welches währenddessen fortfuhr zu stöhnen als würde sie gleich sterben. „Wie soll ich einfach einen von ihnen auswählen?“, winselte sie, ihr Gesicht im Kissen vergraben.

„Oh mein Gott!“ rief Sophie als Antwort, warf ihre Arme in die Luft und knallte das Magazin auf den Schreibtisch bevor sie sich umdrehte um ihrer Freundin ins Gesicht zu sehen. „Wenn es so schwierig ist, dann wähl doch einfach nicht aus, du Idiotin. Es ist nicht so, dass single sein etwas Schreckliches ist.“

Tessa schien nicht dasselbe zu denken, wenn man von dem entsetzten Gesichtsausdruck, den sie bei diesen Worten machte, ausging. Sie kräuselte ihre Nase und ließ sich mit einem weiteren melodramatischen Stöhnen zurück in die Kissen sinken. Sophie, die über die Tendenz ihrer Freundin, übertrieben hysterisch bezüglich allen Angelegenheiten ihres sozialen Lebens zu sein, nicht wirklich glücklich war, streckte ihren Arm aus und schlug ihr mit ein bisschen mehr Kraft als nötig auf den Hinterkopf.

„Au! Wofür war das?“, verlangte Tessa zu wissen und ruckte hoch während sie eine Hand an den Kopf hob um ihr Haar zu befühlen. Sophie antwortete ihr mit einem harten Blick.

„Hör auf so eine Drama-Queen zu sein. Was ist so schlimm daran, wenn zwei der beliebtesten Jungs der Schule um deine Aufmerksamkeit wetteifern?“

Trotz der eigentlichen Intention ihrer Freundin, stöhnte Tessa, „Alles“, und fiel zurück auf das Bett. Dieses Mal trat Sophie sie.

„Gut“, schnappte sie. „Da du beabsichtigst Trübsal zu blasen – erlaube mir an deinem komplett lächerlichen Elend teilzuhaben, indem du mir sagst was zur Hölle so schlecht daran ist?“

Tessa nahm sich nicht einmal einen Moment ihre Worte zu bedenken, bevor sie jammerte: „Du würdest es nicht verstehen!“

„Versuchs doch!“, forderte Sophie sie heraus und faltete ihre langen Beine unter sich als die sich neben ihre verzweifelte Freundin aufs Bett setzte, einmal glücklich darüber, dass sie zugunsten der flachen Schuhe, von denen Gideon dachte sie würde sie mögen, auf ihre üblichen Absatzschuhe verzichtet hatte. Sie brachte es nicht über sich ihm zu sagen, dass sie eine Größe zu groß waren und trug sie sie unabhängig davon, dass ihre Füße schmerzten und sie sich Blasen lief. Nur dieses eine Mal war sie glücklich darüber, dass sie zuvor ein Date mit ihm gehabt und diese Schuhe getragen hatte, nur um ihn zum Strahlen zu bringen, wie einen vier Jahre alten Jungen, von dem sie wusste, dass er in ihm steckte. Absatzschuhe hätten sich in Tessas Arsch gegraben wie unbewegliche Dolche.

„Es ist nur so – Ich liebe sie beide so sehr, Sophie, und ich fühle mich als ob ich nicht nur Elend über uns alle drei bringe, weil ich mich nicht für einen entscheiden kann, sondern auch noch ihre Freundschaft ruiniere. Sie sind wie Brüder, weißt du. Sie kannten sich schon immer und dann komme ich daher und plötzlich geht alles den Bach runter und ich – Ugh, warum muss das alles so kompliziert sein?“, meckerte Tessa, drehte sich auf den Rücken und warf dem anderen Mädchen einen verzweifelten Blick zu. Sophie merkte wie sie bei diese Worten zusehends erweichte, gut wissend, wie sehr ein scheinbar hoffnungsloses Liebesleben jemanden bedrücken konnte. Wie auch immer, wenn selbst ihres es hinbekommen hatte sich von selbst zu regeln und sich in das Wunder zu verwandeln, das es jetzt war, dann musste Tessas das auch können.

„Tessa“, begann sie langsam und drehte sich bis sie wie ihre Freundin über dem Bett lag und sich ihre Schultern streiften, die Blicke zur Decke gewandt. Sophie dachte manchmal daran, dass diese ziemlich gut zu dem anderen Mädchen passte, rissig und verfallend, aber bedeckt mit einer frischen Schicht sauberer, weißer Farbe. Tessa war immer dafür bekannt gewesen, dass sie eigenwillig und impulsiv war – mit einem großen Herz und einem Kopf in dem sich meistens alles um Bücher drehte. Und doch gab es manchmal Zeiten, an denen Sophies enge Beziehung zu ihr ihr erlaubte zu sehen, dass in der Welt der Brünette nicht immer alles so schön war wie die Leute zu Glauben schienen. Da war diese Sache mit ihren Eltern, die sie in einem Alter verloren hatte in dem sie noch zu jung war um sich an ihre Gesichter zu erinnern und ihre Tante, die erst kürzlich verstorben war. Und ihr Bruder, der den Schwanz eingezogen und in der Minute weggerannt war, in der klarwurde, dass Verantwortung auf seinen schwachen Schultern lasten sollte. Die Branwells, eine Familie, die über die Jahre eine beträchtliche Anzahl an Pflegekindern gehabt hatte, waren freundlich genug gewesen, um Tessa für die wenigen Monate, bis sie 18 wurde und in die Bachelor-Wohnung zog in der sie und Sophie jetzt saßen, aufzunehmen, aber Sophie wusste, dass niemand den Platz der Familie einnehmen konnte, die Tessa verloren hatte.

Rückblickend betrachtet war es kaum verwunderlich, dass sie mit etwas so banalem wie dem Wählen zwischen zwei der beliebtesten – und attraktivsten, ergänzte Sophie, als sie sich die Gesichter der beiden in Gedanken vor sich sah – Jungen ihrer High-School so hart zu kämpfen hatte. Tessa hatte eine tief verwurzelte Angst davor, anderen wehzutun, was sie in unbestimmter Zeit tun würde, egal welche Vorgehensweise sie hier wählte. Denn selbst wenn sie wüsste mit welchem Jungen sie lieber ausgehen würde, würde sie sich nicht dazu bringen können diese Gefühle zu zeigen, solange sie wusste, dass es den anderen verletzten würde. Es war, in der angenehmsten Verwendung des Wortes, ein Desaster.

Sophie schien das ein bisschen zu tiefsinnig um es ihrer Freundin jetzt an den Kopf zu werfen, also sagte sie stattdessen, in der Erwartung, dass Tessa über den Witz lachen würde: „Es gibt doch immer noch Polyamorie.“

Deshalb war sie, um es vorsichtig auszudrücken, sehr überrascht, als Tessa mit aufgerissenen Augen hochschoss, als ob sie plötzlich zu der brillantesten Erkenntnis seit Menschengedenken gekommen wäre. „Sophie, du bist genial!“, schrie sie und hüpfte in kindischer Freude auf dem Bett auf und ab. Erkennend, was sie grade unbeabsichtigt in die Wege geleitet haben könnte, zuckte sie ebenfalls hoch, allerdings mit einem wesentlich panischeren Gesichtsausdruck.

„Das war ein Witz. Tessa, ich habe einen Witz gemacht. Nimm es nicht ernst, bitte. Tessa? Tessa, oh mein Gott, rufst du sie grade an? Stopp! Stopp, es war ein Witz! Oh mein Gott, was habe ich getan?“

Unnötig zu erwähnen, dass der Start einer schockierend erfolgreichen Beziehung zwischen drei der wohl bekanntesten Studenten ihrer Schule, aufgrund eines nicht-so-harmlosen Witzes von der Freundin von einem von ihnen und dem kompletten Mangel an Verständnis für das Wort Humor, derselben, unbeabsichtigt ins Leben gerufen wurde.


Vielen Dank für´s lesen!!!
Auf English: https://www.fanfiction.net/s/10879995/1/Try-Me
Zum Originalautor: https://www.fanfiction.net/u/4053755/
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