Ein Weihnachtswunsch

von sg1-fan
GeschichteRomanze / P18
21.12.2015
31.12.2015
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Halli hallo,
ich hatte eine spontane Eingebung und dachte mir, die bring ich gleich mal zu Papier. Mal schauen, wohin sich das Ganze entwickelt.
Viel Spaß beim Lesen, LG Diana
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Es war der 23. Dezember und im Stargate-Center liefen wie jedes Jahr die Vorbereitungen für Weihnachten auf Hochtouren. Da ein Großteil der Soldaten auch über die Feiertage arbeiten musste – denn man wusste ja nie, wann etwas passierte – sollten die Soldaten zumindest ein einigermaßen schönes Weihnachtsfest verbringen.  Diese Tradition hatte General Hammond vor einigen Jahren eingeführt und General O’Neill setzte sie in seinem Sinne fort.

Jack O’Neill hatte Weihnachten immer gemocht. Aber seit dem Tod seines Sohnes hatte er das Fest nicht mehr richtig gefeiert.  Die letzten Jahre hatte er Weihnachten immer im SGC verbracht, zusammen mit seinem Team. Und es hatte ihm immer Spaß gemacht. Doch dieses Jahr würde es anders sein. Ein wichtiger Teil würde fehlen. Teal’c und Daniel würden da sein, Carter aber nicht.

Seit sie mit diesem Cop zusammen war, war sie an den Wochenenden kaum noch im SGC gewesen und auch für Weihnachten hatte sie sich bereits abgemeldet.

Er hatte sie gefragt, was sie stattdessen machen würde und sie hatte ihm geantwortet, dass sie die Feiertage zusammen mit Pete bei dessen Eltern verbringen würde.  Es hatte ihm einen Stich versetzt, denn in diesem Augenblick hatte er wirklich realisiert, dass diese Sache zwischen Sam und dem Cop ernst war. Ernster als er es gehofft hatte. Er dachte immer wieder an dieses Gespräch und daran, wie viele Chancen er nicht genutzt hat, um Sam seine Gefühle zu gestehen. Und nun war es zu spät.

Er ging durch die grauen Flure des SGC und erkannte mit Freude, dass die Weihnachtsdekoration das triste Grau doch um einiges verschönerte. Er hatte kein bestimmtes Ziel, lief einfach nur so umher. Und doch landete er an dem einen Ort, den er in den letzten Jahren immer wieder aufgesucht hatte und den er auch blind finden würde: Sams Labor. Die Tür stand offen und er spähte hinein. Er musste grinsen als er sah, wie konzentriert sie sich mal wieder mit irgendeinem außerirdischen technischen Ding beschäftigte, das sie versuchte zu verstehen. Manche Dinge würden sich wohl nie ändern. Sie riss ihn aus seinen Gedanken als sie laut fluchend  auf das Ding einschlug.

„Mann, warum funktionierst du denn nicht? Du blödes Ding…“

„Na, na, Colonel. Was hat Ihnen diese wunderbare Errungenschaft der Technik denn getan?“ Sie zuckte zusammen und sah dann zu ihm. Ihre Wut schien direkt verflogen zu sein, denn ihre Augen begannen zu strahlen und sie lächelte ihn an. Wie er dieses Lächeln liebte.

„Nichts, Sir. Genau das ist ja das Problem. Es tut überhaupt nichts. Ich glaube, es ist kaputt…“ sagte sie seufzend.

„Haben Sie schon versucht, den Schalter zu drücken?“ fragte er grinsend.

„Sir, wenn dieses Ding einen Schalter hätte, dann wüsste ich das. Aber das ist nicht der Fall.“

„Naja, wenn Sie das sagen…“

„Was?“ Sie blickte ihn verwirrt an.

„Also ich würde, aber ich bin natürlich kein Wissenschaftler…“ dabei sah er sie frech grinsend an, „… mal diesen Knopf da drücken.“ Er deutete auf einen Schalter, der offensichtlich erkennbar war. Er wunderte sich, warum sie diesen bisher nicht gesehen hatte. Sie blickte ihn misstrauisch an und folgte dann seinem Blick. Er deutete auf den Schalter und Sam blickte um das Gerät herum.

„Wo kommt der denn auf einmal her?“ Sam blickte ihn an und er befand mal wieder, dass sie  die schönsten Augen des ganzen Universums hatte.

Dann wollte sie den Knopf drücken, doch sein Finger wollte gerade dasselbe tun, so dass sie sich berührten. Und es passierte das was immer passierte, wenn sie ihn berührte. Ein Kribbeln breitete sich in ihm aus und eine wohlige Wärme durchströmte seinen Körper. Sie war zusammengezuckt, als sie ihn berührt hatte. Er hatte es genau gesehen. Und er fragte sich, welches Gefühl diese Berührung wohl in ihr ausgelöst hatte.

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Wieso hatte sie diesen Schalter nicht gesehen? Sie wusste es. Weil sie gar nicht wirklich bei der Sache war. Sie hatte an Weihnachten gedacht, das sie mit Pete und seiner Familie verbringen wollte. Obwohl „wollte“ eigentlich zu viel gesagt war. Sie würde es wohl zwangsweise müssen. Das machte man nun mal so, wenn man mit jemandem zusammen war. Doch eigentlich wäre sie viel lieber auf dem Stützpunkt und würde Weihnachten mit Daniel und Teal’c verbringen. Und mit Jack.

Es war wie ein elektrischer Schlag als sie seine Hand berührte. Das beschrieb es wohl am besten. Und es passierte jedes Mal. Dabei war sie doch mit Pete zusammen und sie liebte ihn. Irgendwie. Doch keine seiner Berührungen löste jemals dieses Gefühl in ihr aus. Es war anders, wenn Jack sie berührte. Und er berührte sie oft. Es waren immer nur kleine, unauffällige Berührungen, die in der Regel auch niemand mitbekam. Doch für Sam waren sie stets das Highlight eines jeden Tages. Und so war es auch jetzt. Sie sah ihn an und rührte sich nicht. Ihre Finger berührten immer noch seine Hand und weder er noch sie machten Anstalten etwas an der Situation zu ändern. Stattdessen starrte sie ihn einfach an. Sie sah in seine braunen Augen, die sie ebenfalls zu mustern schienen. Wie oft hatte sie diesen Blick schon gesehen und im Grunde wusste sie genau, was er sie damit fragen wollte. Doch sie war feige, viel zu feige, um ihm das zu sagen, was er hören wollte. Dabei wäre es so einfach.

„Entschuldigen Sie Carter. Bitte, Sie können gern als erste auf den Knopf drücken“ zog sich Jack dann aus der Situation zurück und nahm seine Hand weg. Sofort vermisste sie diese, was eigentlich total verrückt war. Es war schließlich nur seine Hand gewesen und nicht mehr.

„Ähm, ja… Aber wissen Sie was?“ Jack schüttelte jedoch den Kopf. „Da ich so lange gebraucht habe, diesen Schalter zu finden und es ohne Ihre Hilfe wahrscheinlich nie geschafft hätte, kann das Draufdrücken auch noch ein bisschen warten. Hätten Sie vielleicht Lust mit mir einen Kaffee trinken zu gehen? So als kleines Dankeschön, dass Sie mir vermutlich die Lösung gezeigt haben?“ Sam lächelte ein wenig und blickte etwas verlegen zu Jack. Sie hatte Angst, dass er vielleicht ablehnen könnte. Doch dann breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus und er meinte: „Dass ich das noch erleben darf. Dann lassen Sie uns mal gehen, bevor Sie es sich anders überlegen.“ Dann griff er nach ihrer Hand und zog sie aus ihrem Labor. Oh Gott, was machte er denn da? Er brachte sie gerade völlig aus dem Gleichgewicht. Auf dem Flur ließ er ihre Hand jedoch wieder los und sie gingen nebeneinander zur Cafeteria. Ihr Herz klopfte jedoch wie verrückt und sie konnte überhaupt nichts mehr sagen. Also lief sie einfach nur neben ihm her und musterte ihn von der Seite. Sie meinte so ein leichtes Grinsen in seinem Gesicht zu sehen.

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Sie liefen nebeneinander her und er spürte immer noch dieses Kribbeln, das durch seinen Körper strömte. Er mochte dieses Gefühl wirklich sehr. Und es gab nur eine Person, die dieses Gefühl verursachte, und die lief gerade neben ihm. Er musste einfach grinsen und er spürte ihren Blick, der ihn von der Seite musterte. Wahrscheinlich dachte sie, er würde es nicht merken. Aber nichts was sie tat blieb Jack verborgen.

Die Cafeteria war schon festlich geschmückt. Hier würde die Weihnachtsfeier stattfinden. Der Baum stand auch schon und so langsam stellte sich auch bei Jack die Weihnachtsstimmung ein.

„Wow“ hörte er Sam sagen und als er sich zu ihr drehte sah er ihre strahlenden Augen.

„Ist schön geworden, nicht wahr?“ meinte Jack und Sam nickte nur. Dann ging er zur Kaffeetheke und schenkte sich eine Tasse ein. Sam tat es ihm gleich.

Als sie sich hingesetzt hatten fragte Jack direkt an Sam gewandt „Und, freuen Sie sich schon auf Weihnachten?“

„Ähm, ja klar. Schon, Sir:“ Jack runzelte die Stirn, das klang aber gar nicht fröhlich.

„Carter?“ fragte er in mahnendem Ton. Er wusste genau, dass sie etwas verbarg.

„Naja, Sie wissen doch wie das ist. Treffen mit den Schwiegereltern in Spe. Das ist nicht wirklich ein Spaziergang…“ Oho, Jack horchte auf. Das klang nicht begeistert.

„Jaa, ich erinnere mich dunkel…“ sagte er dann grinsend. Dann tranken sie schweigend ihren Kaffee. Um sie herum wurde währenddessen fleißig weiter dekoriert.

Als sie ausgetrunken hatten wollte Sam wieder in ihr Labor.

„Sie wollen den Knopf drücken…“ grinste Jack sie schelmisch an.

„Naja, zu irgendwas wird er schon gut sein“ lächelte Sam ihn an. „Wollen Sie mitkommen und sehen, was passiert?“

„Wie könnte ich mir das entgehen lassen?“ Damit standen sie auf und liefen zum Ausgang.

Jack und Sam sahen gleichzeitig nach oben, denn oberhalb der Tür hing etwas. Die Deko-Beauftragten hatten offensichtlich ganze Arbeit geleistet, denn da oben hing ein Mistelzweig.

Jack sah zu Sam und war gespannt, was sie nun machen würde. Eigentlich würden sie sich küssen müssen, so wollte es die Tradition. Sam blickte erst zu ihm und dann wieder nach oben, nur um ihn dann wieder anzuschauen. Doch er konnte ihren Blick nicht genau deuten.

„Äh, Carter…Sie müssen nicht, wenn Sie nicht wollen…“ Jack hatte befürchtet, dass sie es nicht tun würde.

„Ähm, nein, nein, Sir. Es ist doch Tradition und es ist ja schließlich nur ein Kuss, nicht wahr?“

„Genau, nur ein Kuss…“ sagte Jack leise und sah, wie Sam sich ihm näherte.
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