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Schattenspiele

von Riniell
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
Emerelle OC (Own Character) Tiranu Yulivee
20.12.2015
01.12.2016
50
187.715
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21.10.2016 7.516
 
Ein Schwur über den Gezeiten


Es war das Ende einer atemberaubend schönen Dämmerung. Der leuchtende Feuerball der Sonne war bereits tief in das Meer hineingetaucht, wo der Horizont ihn fest umschlungen hielt. Nur einige letzte, dunkelgoldene Strahlen flackerten über das Meeresblau. Ein großer Kahn, flankiert von drei Lastgaleeren, passierte den satt leuchtenden Seeweg – wohl waren sie unterwegs zum nahegelegenen Hafen. Der Tiefgang der kleinen Flotte verriet, dass die Transportlast schwer wog, doch eine leichtlebende, fließende Anmut überstrahlte diesen Eindruck. Auf ihren straff aufgeblähten Segeltüchern prangten die Schmiedehämmer-Banner von Aelburin.

Es überraschte Yulivee, dass sich die als wasserscheu geltenden Zwerge eine Handelsflotte zu unterhalten schienen. Vermutlich aber hatte die Handelskoalition zwischen Aelburin und Langollion bereits Fortschritte und Verhaltensänderungen für beide Parteien mit sich gebracht. Einen Moment lang hielt die Magierin inne und betrachtete die Schiffe im letzten Schein der Sonne, ehe sie ihren Weg über den schroffen Fels fortsetzte.

Ein schmaler Weg aus groben Kieselsteinen führte durch wuchernde Wildwiesen den Hang weit über dem Meere hinauf.  Die schlammfarbenen Gräser griffen weit über den geschlängelten Pfad und malten im böigen Wind eigentümliche Muster über den Stein. Hier oben waren die Rufe der Möwen so durchdringend und nahe, dass sie allmählich das Gefühl beschlich, sie würden hinauf in den Himmel wandern. Immer wieder war eines der schreienden Tiere zu sehen, das sich wagemutig in die Wellen stürzte, um Beute zu schlagen. Am heutigen Abend schienen sie nur selten Erfolg zu haben. Die Riffwellen peitschten zu hoch und trügten die Sicht der Vögel. Die Gischt schlug perlweiß schäumend gegen den Fels, ehe sie in den großen Wellen zerschellte und in deren Finsternis verschluckt wurde. Über all dem lagen die hellen, pfeifenden Töne der Meeresböen.

Ein Räuspern riss sie aus ihren weit entfernten Gedanken.

Silvain stand mit verschränkten Armen vor ihr und schenkte ihr sein typisch schelmisches Lächeln. Mit diesem selbsteingenommenen Zug um die schwarzen Augen sah er für den Bruchteil eines Herzschlags tatsächlich aus wie sein Herr. Doch die Leichtigkeit seines Blicks verwarf diesen Eindruck schnell. Es war riskant von ihm gewesen, so aus heiterem Himmel in ihrem Palast zu erscheinen. Denn auch, wenn sie über keinen persönlichen Haushalt verfügte, so warfen die Stadtwachen stets einen Blick auf ihr Anwesen, ohne dass sie je darum gebeten hätte. Oder war es vielmehr Dreistigkeit als Leichtsinn gewesen?

Sie hätte auf seine Forderung, ihn nach Langollion zu begleiten, nicht eingehen sollen.

Doch hier stand sie, trödelte absichtlich herum und ließ sich ohne jede Gegenwehr von dem unverschämten Grinsen eines Schnitters einlullen. Sie musste zugeben, dass er eine erstaunlich angenehme Reisebegleitung gewesen war. Zuvorkommend, charmant, gewitzt – und er wusste, wann es besser war zu schweigen. Nur jetzt, wo sie beinahe am Ziel ihrer Reise angekommen waren, fand er offenbar deutlichere Worte, als ihr lieb war.

„Verlässt dich der Mut?“, lachte er. „Vor wenigen Stunden warst du doch noch so erpicht darauf, ihn wiederzusehen …“

Yulivee hob eine Braue und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust. „Ich war nie erpicht darauf, ihn oder dieses verfluchte Land je wieder zu sehen …“

„Sicherlich“, stimmte ihr der Krieger nonchalant zu und fand sich wohl besonders lustig dabei. „Ein völlig Fremder erscheint in deinem Palast und fordert dich auf, ihm in jenes Land zu folgen, welches du angeblich verachtest … verständlich, dass du leuchtende Augen bei diesem Gedanken bekommen hast.“

„Habe ich nicht!“, blockte Yulivee ab. „Er schuldet mir etwas Wichtiges, das ist alles.“

Das Lächeln auf Silvains Zügen wurde bei jedem Wort eine Spur spitzbübischer. Schließlich zuckte er die Achseln und lehnte sich verschwörerisch zu ihr herunter. Der Wind spielte mit einigen schwarzen Strähnen, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatten, als er murmelte: „Ich werde es niemandem verraten, ich verspreche es … auch nicht von dem Kuss auf der Sturmjäger, aber das habe ich ihm bereits schwören müssen.“

Yulivees Gesicht wurde heiß: „Du … du hast … du hast uns gesehen?!“

Erneut ein Achselzucken, das seine Schuldigkeit gestand. „Ich bin sein Späher … es ist meine Aufgabe, die Dinge in meinem Umfeld im Blick zu haben.“

Die Erzmagierin fühlte, wie ihr der Mund aufklappte: „Du bist sein Späher? Ein Spion … oh, du hast Jornowell und mich nach Larion verfolgt?!“

„Ja“, gestand er leichthin und legte völlig unvermittelt eine Hand auf ihre Schulter. „Mach es ihm nicht zu leicht. Ich glaube, ich kann dich gut leiden … und wir beide wissen, wie er ist.“

Fassungslos beobachtete sie Silvain dabei, wie er sich von ihr abwandte, um den Pfad zurückzugehen, der sie bis hierhin geführt hatte. Dieser Elf war ihr schon ein Rätsel, seit sie ihm das erste Mal begegnet war. Und es schien nicht besser zu werden. Wie passte jemand wie er nach Langollion, an die Seite von Morwenna und Tiranu und an die Seite der strengen Riana?

Sie schüttelte den Gedanken von sich und stellte fest, dass sie nicht in der Lage war, ihm zu grollen. Tiranus Befehl, sie verfolgen zu lassen, hatte vermutlich ihr Leben gerettet.

Yulivee wandte sich ab, um den Pfad weiter hinauf zu folgen. Eine schmale Treppe führte entlang von üppigen Rosenbüschen weiter über den Felshang hinauf. Eine Windbö ergriff ihre Gewänder, als sie die kreisrunde Plattform erreichte. Der seidengraue Marmor lag erhaben auf dem Küstenfels und war umrandet von aufwendigen Stuckarbeiten, die bereits von Sonne und Meeresluft abgelebt erschienen. An manchen Stellen überlagerten die Küstensteine die geschliffene Ebene. Ihre Formen muteten wie die Zacken einer gewaltigen Krone an.

Die Sonne war untergegangen.

Yulivee war nicht überrascht, Tiranu hier zu finden. Offenbar hielt er es für besser, wenn man sie nicht zusammen sehen würde. War dieser Gedankengang verschroben oder nur vorsichtig?

Die Elfe strich ihre Gewänder glatt und versuchte, einen neutralen Gesichtsausdruck aufzusetzen. Als sich Tiranu jedoch umwandte, waren alle guten Vorsätze vergessen.

„Du kommst spät, Erzmagierin!“

Sie verschränkte erneut abwehrend ihre Arme und erwiderte den herausfordernden Blick, der ihr zugeworfen wurde: „Ich lasse nicht nach mir rufen, wie nach einem Hund!“

Unvermittelt erschien ein schwaches Lächeln auf Tiranus Lippen. „Das sehe ich.“

Er sah ausgezehrt aus. Von der Überheblichkeit, die er sonst wie einen Kriegspanzer trug, war nichts zu erkennen. Er wirkte eher so, als hätte er nach einer sehr, sehr langen Reise endlich zu einer Rast gefunden. Die Züge waren müde, aber entspannt. Er wich ihrem Augenmerk nicht aus, als sie ihm mit steifen Knien entgegenkam. Den Stolz hatte er sich in jedem Fall beibehalten, bemerkte sie.

„Du hast Emerelle keinen Grund geliefert, mit dem sie mich an den Pranger stellen könnte“, stellte Tiranu fest, als sie vor ihm zu stehen kam. Der Wind trug die Worte von seinen Lippen, doch für Yulivee waren sie klar und eindringlich zu vernehmen. „Ich bin noch am Leben … und offen gestanden weiß ich nicht, weshalb.“

Yulivee wusste nicht, was sie entgegnen konnte. Ein kleiner Stich fuhr in ihre Brust. Hatte er ihr nicht sein Vertrauen ausgesprochen? Sie schluckte die Frage herunter und entgegnete: „Ich habe dir einen Schwur geleistet.“

Er legte den Kopf schief. „Wir beide wissen doch, dass … dieses Versprechen mehr ein Mittel zum Zweck war.“

„Nicht für mich.“ Yulivee reckte das Kinn. „Du schuldest mir deinerseits einen Schwur, wenn ich mich recht entsinne.“

Tiranus aufgesetztes Lächeln brach in sich zusammen, während ein Flackern durch seine Augen streifte. Er fürchtete sich vor diesem Schwur. Yulivee war für einen Moment sprachlos. Wollte er wirklich kneifen? Glaubte er tatsächlich, das könnte er sich erlauben? Nein. Sie würde nicht zulassen, dass er von ihrem Pakt abrückte. Ganz gleich, was er tun würde. Sie musste auf diesen Schwur bauen, sonst hätte sie Emerelle nicht nur im Geiste sondern auch im Herzen hintergangen. Er musste sich der Blutmagie entsagen!

Diese Gedanken schien der Fürst bereits von ihrem Gesicht zu lesen, denn er ließ beinahe ergeben die Schultern sinken, ehe er sich herunterbeugte. Ein schmales Messer erschien aus dem Schaft seines Stiefels. Mit dem Griff voran reichte er es an Yulivee: „Ich hoffe, du weißt, was du tust.“

Mechanisch nickte Yulivee, während es in ihren Fingerspitzen kribbelte. Sie wusste sehr genau, was es bedeutete, einen Blutschwur einzufordern. Wenn Tiranu jemals gegen seine Worte verstoßen würde, verfügte sie allein über das magische Geflecht seiner Seele. Der Kreislauf aus Tod und Wiedergeburt wäre durchbrochen. Ihr wurde flau im Magen bei diesem Gedanken. „Bist du dir sicher?“

Beide wussten, diese Frage war reine Förmlichkeit, behaftet mit einem Hauch der Unsicherheit. Tiranu nickte und wischte ihre Bedenken damit beiseite. Sie würden gemeinsam durch diesen Zauber gehen. Er reichte ihr die Linke, an der sein dunkler Siegelring am Zeigefinger prangte. Das Gold könnte den Zauber beeinflussen, dachte Yulivee, als sie die Hand des Fürsten betrachtete und zaghaft nach deren Glieder griff. Schwielen und kleine Narben verrieten, wie opferbereit Tiranu den Schwertkampf erlernt und perfektioniert hatte. Es war die Hand des Herzens. Sie räusperte sich und nahm Tiranu mit spitzen Fingern den Ring ab, der sie bei dieser Geste nicht für einen Moment aus den Augen ließ. Schwarz und abgründig war sein Blick. Doch sie erkannte keine Zwietracht darin. Sein Vertrauen verlieh ihr so etwas wie blinden Mut für ihre nächste Tat: Sie fuhr sich mit der Messerspitze über den Handteller ihrer eigenen Linken. Die Klinge war so scharf, dass sie keinen Schmerz fühlte. Doch ihr Blut perlte augenblicklich über die klaffende Wunde.

Ihre Anspannung wuchs, als sie erneut Tiranus Hand griff, um auch ihm einen Schnitt zuzufügen. Es erschien ihr schwerer, die Klinge durch seine Haut zu führen. Doch ob dies an ihren Hemmungen oder den Schwielen seiner Handinnenflächen lag, vermochte sie nicht zu sagen. Als auch Tiranus Blut auf den Boden tropfte, ließ sie das Messer fallen, verschloss ihre Hände übereinander und hob den Blick.

Tiranu ließ sich keine Unsicherheit anmerken. Fest erwiderte er ihr Augenmerk, als sie sprach: „Schwörst du mir bei deinem Blut, dass du der Blutmagie entsagst? Schwörst du mir bei deinem Blut, sie niemals jemandem zu lehren?“

„Ich schwöre“, willigte der Fürst ein und Yulivee ließ ihren magischen Sinnen für einen Augenblick freien Lauf. Die Magie vibrierte in der Luft, griff nach Tiranu und formte die Ketten, welche ihn fortan an diesen Schwur banden. Es wurde kühler. Für einen Moment verstummten die Seevögel und selbst der Wind hielt inne. Nur Yulivees Herz schlug aufgeregt und unkontrolliert in ihrer viel  zu engen Brust. Es klopfte so schnell, dass ihr der Atmen stockte: „Und ich schwöre, dass …“

Ruckartig entzog Tiranu ihr seine Hand. „Nicht!“ Er schüttelte den Kopf. „Nicht so. Du kannst nicht deine Seele darauf verschwören, mich nicht zu verraten. Emerelle würde einen Weg finden, dich zu täuschen. Dann wärest du auf ewig …“ Tiranu stockte. „Ich vertraue in dein Wort. Ein Blutschwur würde nichts an der Realität ändern, dass Emerelle das erhalten wird, was sie möchte, wenn sie nur konsequent genug danach verlangt. Er würde dich nur zerstören.“

Yulivee zog ihre Hand zurück und rieb sich zitternd über den Schnitt in der Handfläche. Sie wusste, dass er Recht hatte. Und doch fühlte es sich wie eine harsche Zurückweisung an. Glaubte er wirklich, sie würde das Risiko nicht kennen oder es nicht einzuschätzen wissen? Der Schnitt heilte unter ihren Fingern, doch eine Erleichterung wollte sich nicht einstellen. Plötzlich fühlte sie Schmerz, doch der war von ganz anderer Natur als eine bloße Schnittwunde.

„Danke“, murmelte sie aber im vollen Bewusstsein darüber, dass sie eine solche Gnade nicht von jedem erwarten könnte. Früher hätte sie geglaubt, dass Tiranu der Letzte wäre, der ihr ein Leid – so unwahrscheinlich es auch war – ersparen wollte. „Lass Emerelle meine Sorge sein.“

„Sie wurde nicht misstrauisch?“, hakte Tiranu nach und sein Ton änderte sich, wurde fordernder.

„Doch“, gestand sie ein. „Aber ich denke nicht, dass sie etwas in der Hand hat…“ Ein Räuspern kratzte ihre Kehle hinauf: „Es sei denn natürlich, die Leichen von Filan und Maka sollten jemals gefunden werden.“

Sie blickte ihm mit diesen Worten fest in die Augen, doch erkannte keine Regung in ihnen. Dieses Thema so holprig anzusprechen, war möglicherweise alles andere als klug. Tiranu war gewiss mit aberwitzigen Thesen und waghalsigen Argumenten gewappnet, wohingegen sie nicht mal über einen Anhaltspunkt dieser wilden Theorie verfügte, der Bestand haben könnte. Doch sie wollte die Wahrheit erfahren. Um jeden Preis, so grausam diese auch sein mochte. Sie konnte nicht schweigen.  

Doch Schweigen war es, in das Tiranu sich nun hüllte. Diese Reaktion schockierte sie weit weniger als zuvor angenommen. Eine Ruhe sickerte in ihren Geist, die ihr fremd war. Ihr wurde noch kälter. Ihre Finger, ihre Arme, ihr Herz. Maka und Filan waren tot. Albenkinder, gebeutelt von Hunger, Ungerechtigkeit und Kummer. Albenkinder, die alles verloren hatten. Die reinste Verzweiflung hatte sie in den Widerstand gerufen. Sie alle hätten unter ihrem Schutz stehen müssen, dem Schutz der Erzmagierin. Und was tat sie stattdessen? Sie beschützte ihren Mörder!

Morwennas Verwundung war ein Unfall aus einer Übersprungshandlung heraus gewesen. Eine Übersprungshandlung, die erst durch ihr eigenes Eingreifen heraufbeschwört worden war. Es war nur ein einziges Schwert geführt worden – ein Schwert, das durch unselige Zufälle in die Hand unwissender Albenkinder gekommen war. Maka und Filan hatten Bestrafungen verdient, aber auf diese Weise?

„Sie ist meine Schwester, Yulivee“, raunte Tiranu, ohne sie anzusehen. Sein Blick ging über die Klippen, hinter denen die Gärten des Rosenturms lagen. „Du kannst nicht begreifen, was … Sie an meiner Seite ist alles, das mir am Herzen liegt und je am Herzen liegen wird.“ Er schnaubte, als könnte er diese Worte selbst nicht begreifen. „Du weißt, in welcher Welt wir leben. Es existiert kein Platz für Leichtigkeit, Milde oder falsche Rechtschaffenheit. Ein Fehler und man … man stürzt und bekommt möglicherweise nie wieder die Chance, aufzustehen. Wenn Maka und Filan durch die schützende Hand von Emerelle überlebt hätten, so wäre es durch dieses Zeichen möglicherweise zu weiteren Aufständen in Langollion gekommen. Etwas, wonach die Königin gewiss trachtet. Sie will mich demütigen und fallen sehen. Und wie sehr sich diese Gelegenheit dazu geeignet hätte! Langollion durch einen Aufstand zu zerreißen, wo Langollion doch einst den Aufstand fast bis ins Herzland trug … es wäre ein schönes Lied an ihrem Hofe geworden. Das Schicksal war in Emerelles Augen zu gnädig mit mir. Während meine gesamte Familie in einer Rebellion ausgelöscht wurde, überlebte ich. Für Emerelle habe ich gefochten und meine Schnitter geführt, doch nun bin ich nutzlos geworden – und schlimmer: Ich lebe und demonstriere mit jedem Atemzug, den ich tue, welche Schwäche sie einst zeigte! Diesen Umstand wird sie nicht für lange dulden.“ Er blickte wieder in ihr Gesicht und sein Ausdruck änderte sich. „Wenn es nicht Morwenna gewesen wäre … wenn … Sie ist alles, was ich habe. Ich kann nicht zulassen, dass jemals wieder ein Leid über sie kommt. Ich würde jeden töten, um sie zu beschützen. Jeden. Ich tat einen Fehler, als ich den Turm verließ, um dir in das Rosenlabyrinth zu folgen. Das weiß ich heute. Wenn ich meiner Pflicht ergeben gewesen wäre, würde meine Schwester heute unversehrt sein.“

Und ich wäre ‘, dachte Yulivee und schluckte das beklemmende Gefühl herunter, ohne den Gedanken zu vollenden. Stattdessen kreiste ihr Verstand um das Gesagte.

Es war Unrecht.

Das Schlimmste daran war aber, dass sie dieses Unrecht bis auf den Schock, der langsam seine Klauen aus ihrem Geist löste, plötzlich kalt ließ. Was geschehen war, schien unverrückbar, das Schicksal war nicht umzukehren. Sie hatte ihre Stellung in dieser Staatsaffäre schon vor Wochen bezogen, sich gegen Emerelle gewandt – in der schieren Hoffnung, dass sie Tiranu damit half, obwohl er ihre Hilfe kaum verdient hatte, und der winzigen Chance, dass all dies keine Realität war. Sie hatte ihre Prinzipien verraten. Erneut. Und nun klafften in ihr kaum mehr als Gewissensbisse und Selbstvorwürfe auf. Sie sollte Tiranu verachten, konnte aber nicht. Weil sie ihn verstand.

„Sie und ich sind die letzten Überlebenden unserer Sippe. Sie nicht zu rächen, hieße auf die Erinnerung meiner Familie zu spucken. Es gab keine Wahl. Nicht für mich. Das ist, wer ich bin.“

Er griff unter sein Wams und Yulivee fühlte unvermittelt einen Stich, als sie das blaue Siegel ihres Hauses aufleuchten sah. Die Briefe, welche sie nach Langollion gesandt hatte, kamen zum Vorschein. Sie alle. Sie waren ungeöffnet. Die Siegel waren ungebrochen. Tiranu reichte sie ihr, als würde er ihr eine unwesentliche Leihgabe übergeben. „Du solltest Langollion verlassen. Deine Anwesenheit ist ein zu großes Risiko.“

Yulivees Finger waren so taub, dass sie das Pergament in ihren Händen kaum wirklich spüren konnte. Doch schmeckte sie die Galle, die ihre Kehle hochstieg.

„Du sagtest, du würdest mir vertrauen … und …“

„Ich weiß nicht, was du in mir siehst, Yulivee“, unterbrach Tiranu so harsch, dass sie zusammenzuckte. „Aber lass es los. Es wäre dein Ende, wenn du dich zu lange darauf versteifst, versteh das. Emerelle hat ihrerseits einen Fehler gemacht, als sie die blutschuldigen Rebellen nach den Schattenkriegen nicht tötete. Das hat sie schon vor langer Zeit erkannt – und sie wird diesen Fehler nicht auf sich beruhen lassen.“ Er atmete tief ein und aus. „Ich bin eine Bedrohung für sie, mit jedem weiteren Tag, den ich Langollions Fürstenkrone trage. Sie wartet nur darauf, dass ich einen Fehler mache – und du bist so ein Fehler. Eine perfekte Gelegenheit dazu, mich vor den Herren der Albenmark in den Dreck zu ziehen.“

„Ich verstehe nicht …“, versuchte sie, als eine Ahnung sie beschlich: Tiranu wusste bereits weit mehr über die Webart ihres Seelenkleids, als sie ihm zugestehen wollte.

Der Fürst schnitt ihren Einwand augenblicklich ab: „Öffne deine Augen! Wie glaubst du, könnte Emerelle je akzeptieren, dass du an meiner Seite bist? Du bist die Trägerin eines Albensteins. Sie würde uns Unterstellungen machen, uns in der Öffentlichkeit diffamieren. Sie würde die anderen Fürsten davon überzeugen, dass ich durch deine Nähe meine Macht mehren möchte, um über ihnen zu stehen. Sie müsste nicht einmal viel dafür tun … Was glaubst du, wie der Adel reagieren würde? Alle unter ihnen würden Langollion den Rücken kehren, wenn sie nicht sogar einen Komplott an meinem Haus üben würden. Alle würden dir den Rücken kehren. Sie würden über dich spotten, wie sie es mit mir tun. Wie lange könntest du es aushalten, wenn man dir mit Abneigung und Hass begegnet? Emerelle würde es gewiss geschickt anstellen … sie würde dich in deinen schwächsten und einsamsten Stunden – wenn sich die Unsicherheit längst in deiner Seele eingenistet hat –  gegen mich aufwiegeln, bis du eines Tages an ihren Thron zurückkehrst und ihr alles bezeugst, was sie von dir verlangt.“

Yulivee glaubte, nicht noch länger an sich halten zu können. Ihr Innerstes schien mit stechenden Glasscherben gespickt, die sie auf alle nur erdenkliche Arten peinigten und ihr Herz durchbohrten. Tiranus Worte waren ein Sturm, der sie niederschmetterte. Jeder Schlag wäre leichter zu ertragen gewesen, als die Härte in seiner Stimme, die Härte in seinen Augen. Sie hätte durchleben können, wenn er ihr offenbart hätte, dass niemals so etwas wie eine Chance für sie, ein Hauch des Zusammenhalts bestanden hätte. Sie hätte durchleben können, wenn sich alles, was zwischen ihnen geschehen war, als perfides Spiel entpuppt hätte. Doch zu erfahren, dass tatsächlich der Schimmer einer Realität existierte – eben, weil Tiranu diesen Gedankenspielen nachgegangen war –, raubte ihr die Luft zum Atmen. Er maß dieser Chance keinen Wert bei. Erstickte sie im Keim. Weil er nicht daran glaubte, dass sie … was nur?  „Wofür hältst du mich nur? Ich …“

Doch Tiranu hob abwehrend eine Hand: „Schweig! Dies führt zu nichts. Ich werde nicht zulassen, dass Emerelle das bekommt, was sie möchte. Für was? Eine Zeit des gestohlenen Glücks, überschattet von Lüge und falschem Stolz? Letzten Endes gäbe es für dich nur Kummer und Leid.“

Yulivee dachte gar nicht daran, seinem Fordern nachzukommen. „Und für dich? Siehst du nichts als einen Fehler in mir?! Ich bin bei Weitem nicht so schwach, wie du denkst …“

Sie ist stärker, Yulivee.“ Tiranu schüttelte das Haupt. „Stärker als wir beide. Wer weiß, welchen und vor allem wessen Plan wir hier verfolgen? Was Emerelle in ihrer Silberschale sieht, kann sich uns nicht erschließen. Vielleicht sandte sie dich aus einem Grunde nach Langollion, der sich uns allen noch verbirgt? Vielleicht sieht sie eine Möglichkeit in all dem, mich aus dem Weg zu räumen und sich zeitgleich Deiner zu versichern?“

Yulivee dachte an die Augen, die sie in ihren Träumen verfolgten. Jenes Zerrbild, welches sich über Emerelles Gesicht legte, wenn Yulivee schlief. Vielleicht sollte sie Tiranu davon erzählen? Aber dann würde er möglicherweise noch viel weiter von dem Gedanken zurückschrecken, sie in welcher Weise auch immer in sein Leben zu lassen. Sie zitterte unkontrolliert und kämpfte gegen ihre überschäumende Panik an, die Chance zu verlieren, ihm je wieder nahe zu sein.

„In Vascar hast du mir gesagt, ich könnte aus ihrem Schatten treten, wenn ich es nur wollte. Nun, hier stehe ich und sage dir, dass ich über mich selbst hinausgewachsen bin. Ich habe keine Angst vor ihr“, sagte sie fest und bestimmt, obgleich sie ihren eigenen Worten nicht recht über den Weg traute. Tiranu brachte da eine Saite in ihr zum Schwingen, die ihr wahrlich Furcht bereitete. Sie vermochte nicht, die Dunkelheit in Emerelle einzuschätzen. So wagte sie aber auch nicht, Tiranu uneingeschränkt Glauben zu schenken. „Du könntest dich ebenso irren. Weshalb sollte sie so viele Umwege gehen, um ihre Ziele zu erreichen?“

Der Fürst fuhr sich durch das rabenschwarze Haar, während er den Blick zum Ozean wandte. Er schien, in der Ferne nach etwas zu suchen. Doch da waren nur die schattenhaften Schemen der Seevögel am Himmel und die Dunkelheit des Firmaments. Die Sterne begannen bereits, kalt zu glimmen. Ihr Licht vermochte nicht, die Nacht für Yulivee zu erhellen.

„Ich weiß es nicht“, gestand Tiranu. „Ich weiß nur, dass ich dieses eine Mal nicht selbstsüchtig sein kann. Morwenna braucht mich. Langollion braucht … einen Fürsten, der würdig ist, die Aufgabe zu erfüllen, die ihm auferlegt wurde. Und du brauchst jemanden, der Deiner würdig ist…“

„Du bist würdig“, hauchte Yulivee und senkte den Blick auf die Briefe in ihrer Hand. Sie waren schwer. So viel hatte sie Tiranu zu sagen gehabt und nun fehlten ihr die beinahe Worte, als sie vor ihm stand. Ihre Finger gruben sich in das Pergament. „Du … du hast dich geändert.“

„Das hast du auch“, entgegnete Tiranu mit mehr Ernst in der Stimme als sie. „Vor nicht allzu langer Zeit hättest du mir meine Haltung zu diesen Worten nicht glauben können …“

Yulivee hob den Blick: „Du hast mir Gelegenheit gegeben, mehr als nur Grausamkeit und Missgunst in dir zu vermuten. Ich sah die Fragmente deiner Seele, die du bis dahin wohl verborgen hieltest. Mehr noch ist dir gelungen, meine eigenen versteckten Wesenszüge zu offenbaren. Ich kann sie … ich kann sie nicht länger leugnen. Ich will es nicht … Ich habe Jornowell hintergangen, die Königin getäuscht, habe meine Liebe in Valemas belogen und gedemütigt. Ich habe stets geglaubt, all dies aus den richtigen Gründen getan zu haben. Doch nun kann ich nicht länger die Augen davor verschließen, dass mich auch Egoismus und Selbstsucht dazu getrieben haben. Vielleicht ist dies eine neue Seite an mir, oder aber sie begleitet mich schon mein Leben lang. Es kümmert mich nicht. Alles, was mich kümmert, ist wie richtig und frei sich dieses Bewusstsein anfühlt. Ich habe mich nie um die Meinung anderer gekümmert und ich werde nun gewiss nicht damit anfangen. Sollen sie spotten, wie sie wollen, ich …“

Tiranu schüttelte den Kopf, in seinen Augen blitzte es. „Ich sagte doch, dies führt zu nichts!“

„Das ist nicht allein deine Entscheidung!“, hielt Yulivee dagegen und hoffte inständig, nicht zu weit zu gehen. Doch gleichzeitig spürte sie, dass sie ein Wagnis eingehen musste, um zu ihm durchzudringen. „Ich weiß, was ich tue und ich weiß, was ich will!“

„Du weißt gar nichts!“, lautete die vernichtende Antwort. Tiranus Stimme nahm einen unterschwelligen Ton von Zorn an, der Yulivee überraschte: „Du solltest gehen. Zurück nach Valemas … zu deiner Liebe … hier existiert kein Platz für dich.“

Yulivee blinzelte; einmal, zweimal. Sie war irritiert, dass Tiranu ausgerechnet diese Worte als Gegenwehr wählte. Wenn es ihm darum ging, sie zu verletzen, so hatte er zielsicher getroffen. Für einen Moment war sie wie erstarrt. Sie schmeckte Galle in ihrem Mund und fühlte ein verräterisches Brennen in den Augen. Tiranu hatte sich möglicherweise doch nicht geändert. Es bereitete ihm jedenfalls immer noch Vergnügen, andere leiden zu sehen.

Mit zornesverzogenem Gesicht ging sie herüber an den Rand der Plattform, wo der Wind sie mit reißenden Armen empfing. Tiranus Blicke in ihrem Rücken waren wie Berührungen, die sie zaudern ließen. Er sagte nichts, als sie die Arme hob, um die Pergamentbündel in ihren Händen fallen zu lassen. Es war keine Reue, die sie empfand, als eine Böe ihre Briefe ergriff und die schweren Seiten viel zu schnell den Abhang heruntersegelten. Vielmehr war ihr, als würde sie den Ballast auf ihrer Seele von sich weisen. Doch als die sprühende Gischt die Briefe verschlang, milderte dies weder ihren Trotz, noch ihre Sehnsucht, endlich aus den Krallen der Unsicherheit zu entfliehen. Vielleicht war der Inhalt jener Briefe tatsächlich eine Illusion gewesen, an die sie sich geklammert hatte. Vielleicht hatte sie gehofft, durch die lindernden Worte etwas ihrer Schuldigkeit an Tiranu, Morwenna und Jornowell zu tilgen. Letzten Endes war keines jener Worte auch nur annähernd würdig oder mutig genug gewesen, um der Schwere der Situation gerecht zu werden. Sie hätte sich niemals so lange feige in ihrem Palast vergraben dürfen. Sie hätte Tiranu und Jornowell gegenüber treten sollen, mit aufrechtem Blick, um ihre Vergebung zu verdienen. Stattdessen hatte sie die Wunden, die durch sie zugefügt wurden, nur weiter aufgerissen. Sie hatte Jornowell enttäuscht, im Stich gelassen. Und Tiranu hatte sie nur die Chance geboten, sich kluge Phrasen und geschickte Konter auszudenken, um sich Ihrer schnellstmöglich zu entledigen. Sie könnte weiterhin feige sein und seinen Annahmen blinden Glauben schenken. Sie könnte nun tatsächlich einfach den steinigen Weg zurück über die Hochebene gehen, begleitet vom milden Sternenlicht. Sie könnte versuchen, ihn zu vergessen. Wenn sie daran glauben könnte, dass sie all dies vermochte.

Doch die Wahrheit war, dass all jene Gedanken an einen Rückzug die Nervosität in ihr nur weiter hochschnellen ließ. Tiranus Blicke waren noch immer für sie wahrnehmbar. Wie kleine Nadelstiche gruben sie sich in ihren Rücken. Sie konnte keine Schritte hören, keinen Atem. Aber sie wusste, dass er hinter sie getreten war. Er schwieg und was er dachte, konnten nur die Alben wissen.

Ihr kratzte es in ihrer Kehle, etwas zu sagen. Doch ihre Gedanken brachten nichts zustande, was auch nur ansatzweise mit ihrer Würde zu vereinbaren gewesen wäre. So versuchte sie, den Kloß in ihrem Hals hinunterzuschlucken, und stellte fest, dass er nur noch größer wurde. Sie verfluchte sich. Und sie verfluchte Tiranu. Dafür, dass sie sich fühlte, als hätte man sie in eine Falle gedrängt, aus der sie nicht mehr auszubrechen vermochte. Sie fühlte sich hilflos. Unfähig, sich zu rühren. Letzten Endes fühlte sie sich außer Stande, nun tatsächlich zu gehen.

„Du solltest auf mich hören …“, erklang es an ihrem linken Ohr. „Es wäre närrisch, es nicht zu tun.“

Ein schwaches, zaghaftes Lächeln zupfte an ihren Lippen. „Narretei ist eines meiner Steckenpferde“, murmelte sie, als sie sich umwandte. Tiranu stand keine Unterarmslänge von ihr entfernt und bedachte sie mit einem zweifelndem Blick, der ihr nur eines riet: „Geh!“

Vehement schüttelte sie das Haupt: „Ich bleibe.“

„Du bist … nicht nur närrisch, du bist halsstarrig“, grollte er und seine Züge wurden hart. Doch endlich schien er zu begreifen, dass sie von ihrem Vorhaben kaum abzubringen war. Trotzig verschränkte sie die Arme und reckte das Kinn: „Damit bin ich ganz offenbar nicht allein.“

Ihre Blicke trafen sich und hielten einander aufrecht. Jeder von ihnen war zu unbeugsam, zuerst das Augenmerk zu senken. Yulivee wollte sich eigentlich nicht so stur oder unerbittlich geben, sie wollte lachen und den Moment unter den Sternen genießen. Mit ihm. Doch Tiranu zeigte kein Interesse daran, ihr auch nur ein wenig entgegenzukommen. Sein Ausdruck war kalt und abweisend, seine Nähe eher einschüchternd als tröstlich. Und doch konnte sie sich seinem Bann kaum entziehen. Es traf ihren Stolz zu merken, dass ihr Mund trocken wurde und alle Worte aus ihrem Geist wichen. Sie fühlte sich beengt und unsicher. Es war kaum so, wie in Vseslins Nähe, stellte sie unwillig fest. Es war fiebrig heiß und ließ sie befangen zurück. Gleichwohl prickelte eine faszinierende Aufregung über ihre Arme, den Rücken, bis sie sich fest um ihren Magen schnürte.

„Was erhoffst du dir?“ Tiranu bedachte bei diesen Worten genau, wie sie angestrengt aber erfolglos nach einer Antwort suchte. Sie wusste, er würde sich keinesfalls mit einer vagen Aussage zufriedengeben und schon gar nicht mit einer Ausflucht. Doch wenn sie ehrlich war, so hatte sie sich nie einen solchen Gedanken gestattet. Sie hatte versucht, ihre Hoffnungen zu begraben. Vergeblich, wie sich nun herausstellte. Es stürzte alles wieder auf sie ein und durch die Distanz schien es sogar noch ärger geworden zu sein. Als sie schwieg, hob Tiranu nur die Brauen: „Du weißt es nicht? Du … natürlich nicht. Du hast dir weder Gedanken über die Konsequenzen, noch über die Szenarien deiner Zukunft gemacht, wenn du diesen Pfad betrittst. Warum wundert mich das nicht?“

Sie senkte mit einem Räuspern den Kopf und rieb sich die klammen Hände. „Ich …“

Überrascht registrierte sie dann, wie er sich umwandte, um sich von ihr zu entfernen. „Wohin willst du…?  He!“ Völlig unverfroren schritt er über die marmornen Platten, ohne eine Regung  auf ihren Ausruf zu zeigen. Einmal mehr bewies er damit, dass er auf Höflichkeiten und Gepflogenheiten recht wenig gab. Sie biss sich auf die Unterlippe, schluckte ihren kläglichen Rest Stolz hinunter und eilte ihm nach. „Wohin gehst du? Tiranu!“

Kaum hatte sie zu ihm aufgeschlossen, um zu versuchen, sich ihm in den Weg zu stellen, antwortete er: „Folge mir und du wirst es sehen“, und brachte sie damit zum Stocken. Unverschämter Wichtigtuer!

Er brachte sie weiter über den Pfad, der die Klippenlinie verfolgte. Der Wind klammerte sich mit fordernden Fingern an sie, zog an ihren Gewändern. Das Schweigen, das über ihnen lag, war eisern. Yulivee wusste, dass sie Tiranu nicht so bereitwillig folgen sollte. Er würde es wieder tun. Ein Spiel an ihr üben, sie kränken, verletzen. Er würde versuchen, sie von sich zu stoßen.

Doch nichts Dergleichen geschah, als der Pfad in einer geschwungenen Kurve abfiel, steil und steinig die Klippen hinab. Das Meer kam näher und Yulivee glaubte bereits, die Gischt auf ihren Lippen zu schmecken, als sie eine Treppe erreichten, die sie noch weiter ins Herz der Steilwand führte. Unter ihren nackten Füßen war der Fels nass und schlüpfrig, doch Tiranu ging so sicher wie auf einem Tanzparkett.

Als sie eine Ebene erreichten, die zwischen den weißperlenden Wellen und den hochaufragendem Stein lag, deutete Tiranu auf das Wasser. „Siehst du, wo der Mond sich spiegelt?“

Yulivee sah den Mond kaum, der sich noch hinter dem oberen Felsrücken verborgen hielt. Doch eine kleine Sichel schälte sich bereits darüber hervor und erschuf im Wellengang eine zerrissene, milchige Spiegelung dort, wo die Küstenlinie eine Kurve beschrieb. Das Licht erhellte die gesamte Felswand und gab den Blick auf ein tiefliegendes Stück des Gesteins frei, welches kurioserweise doch dunkler und ausgefressener erschien als das in seiner unmittelbaren Umgebung.

„Wenn er höher steigt, reicht sein Licht in die Kaverne, die sich im Fels verbirgt. Ein wundersamer Ort, doch die Brandung davor ist tückisch. Sie wirkt wie ein Strom hinein, lässt aber kaum etwas hinaus. Ein perfekter Ort zum Verweilen also …“

Yulivee schaute ihr Gegenüber mit großen Augen an. Gerade noch diskutierten sie über das mögliche Verhängnis ihrer beider Schicksale und die Gefahren, in die sie durch Emerelle geraten könnten, und nun berichtete er ihr von der Eigenart einer Felsnische?!

Sie zog scharf die Luft ein, als sie bemerkte, dass er sich mit fliegenden Fingern an den Verschlüssen seines Wamses zu schaffen machte. Ihr Denken setzte für einen Moment lang aus, als er den Brokatstoff achtlos auf den Fels fallen ließ und sich anschließend das Hemd über den Kopf streifte. Yulivee klappte der Mund auf. Sie beeilte sich, in eine andere Richtung zu schauen: „Was hast du vor!? Du willst doch nicht etwa dort hinein …? Nun?!“

Sie vernahm das knarrende Geräusch der Lederverschlüsse an seinen Stiefeln und schluckte, als ihr bewusst wurde, dass er es ernst meinte. Was bezweckte er damit?!

Tiranu stellte sich, nunmehr lediglich in Beinkleidern angetan, an den Rand des Felsens und suchte ihren Blick. „Wagst du dich hinein?“

„Ich schwimme nicht sonderlich gerne …“

Tiranu hob eine Braue: „Das beantwortet nicht meine Frage.“

Sie zögerte, während die Herausforderung wie Feuer in ihren Fingerspitzen kribbelte. Ihr Blick ging hinaus aufs Meer, während sich ihr Verstand zu fragen begann, auf welche Art und Weise Tiranu sie vor den Kopf stoßen wollte. Glaubte er, ihr so zu verdeutlichen können, dass sie der Herausforderung, sich Emerelle zu widersetzen, nicht gewachsen war? Dass sie untergehen würde im aussichtslosen Kampf gegen die Königin?

Als ein helles Platschen erklang, setzte Yulivees Herz aus. Völlig aus dem Takt geraten schlug es erst dann weiter, als sie hektisch die gebrochene Wasseroberfläche unter sich nach Tiranus Gestalt absuchte. Denn auf dem Fels stand sie nunmehr allein. Das Mondlicht brach sich auf den Wellen, doch kein schwarzes Haar, keine helle Haut glitzerte auf. Unwillkürlich wurde sie unruhig, auch wenn sie sich selbst mahnend an die unfaire Spielweise des Fürsten erinnerte.

Dennoch entwich ihr erleichtert die angehaltene Luft, als er endlich zwischen den Wellen auftauchte und abwartend zu ihr aufschaute: „Du bist verrückt!“, rief sie ihm zu, wohlwissend, dass der Wind ihre Worte davontragen würde.

Wider erwarten erklang eine Antwort: „Geh!“

„Nein!“, schrie sie und fühlte den Trotz in ihr wachsen.

Tiranu war ein guter Schwimmer. Sie erkannte es daran, dass er sich kaum bewegen musste, um gegen den Wellengang anzukommen. Dennoch trieb er viel zu nahe an der Felswand. Eine große Welle und …

„Dann spring!“

Die Worte klangen von der Küstenlinie wider und drangen direkt in ihren Brustkorb, wo sie wild flatterten und sich aufbäumten, als seien sie ein gefangener Jungvogel. Sie fluchte und zögerte nicht, die Spange ihres Gewands zu greifen, um die bronzene Nadel zu lösen. Der lange Fließstoff fiel auf den Fels und Yulivee beeilte sich, den Blick zu senken, als sie sich aus den Beinkleidern schälte. Ihre Haut überlief ein Schauder, als die kühle Nachtluft sie streifte. Die Gischt peitschte auf, bedeckte sie mit hunderten kleinen Wasserperlen und erinnerte sie mit aufdrängender Intensität an die schiere Macht der Wassermassen. Sie wusste, dass sie sich ebenso offenen Auges in den Mund eines brodelnden Vulkan werfen konnte – aber ihr Entschluss war gefasst.

Sie schluckte ihre Bedenken herunter, als auch die dünne Seidenbluse auf den Stein glitt und sie sich mit bebenden Knien an den Felsenrand stellte. Tiranus Schritt eben war sicherer gewesen und sie war sich auch im Klaren darüber, dass er nicht gezittert oder im Wind umhergeschwankt war. Ganz im Gegensatz zu ihr.

Dennoch fühlte sie sich in diesem Moment mit Mut erfüllt. Unter ihr tobte das Wasser, die Wellen schienen mit schwarzen, riesigen Händen nach ihr zu greifen. Immer wieder verlor sie Tiranus Gestalt aus den Augen; er hielt sich noch immer nahe der Felswand auf, war aber viel zu weit fort, als dass sich ein Gefühl der Sicherheit in ihr auftat.

Als die nächste Welle gegen den Fels krachte, verstummte jeder Gedanke und jede Stimme der Vernunft. Sie stieß sich ab und sprang.

Die Kälte machte sich erst bemerkbar, als sie längst völlig in die schwarzen Wellenberge eingetaucht war. Ihr war, als würde eine unnachgiebige Hand sie unter Wasser drücken, sie herumreißen und langsam aber sicher die Luft zum Atmen abdrücken. Hilflos paddelte sie mit den Armen, stieß mit den Beinen und wurde doch fortgerissen. Das Meer umschlang sie und gab sie nicht mehr her.

Yulivee öffnete die brennenden Augen und erkannte nur ein mattes, fernes Leuchten. Sie konnte nicht sagen, ob sie unterhalb oder oberhalb des Wasserspiegels trieb. Panik erfüllte sie, als ihr klar wurde, dass ihr jegliche Orientierung fehlte. Wo war der Fels, wo das offene Meer?

Ein dunkles Schemen stahl sich vor den milchigen Schein. Schon im nächsten Moment fühlte sie, wie sich fünf kräftige Finger um ihren Arm legten. Ein Ruck fuhr durch sie hindurch.

Tiranu zog sie über die Wasseroberfläche, wo sie prustend und hustend nach Luft gierte. Nur ein Moment der klaren Sicht genügte, um ihr zu offenbaren, wie nahe sie tatsächlich an die Felsen geraten war. Tiranu rief ihr etwas zu, doch die Wellen umspielten sie so heimtückisch, dass sie kein Wort verstehen konnte. Nur Tiranus Griff war es zu verdanken, dass sie nicht weiter in die tödliche Umarmung der Klippen gezerrt wurde. Der Fürst zog sie mit sich, weiter von den Felsen fort, bis ihnen das Meer endlich einen kleinen Moment der Ruhe gönnte.

„Vermagst du überhaupt zu schwimmen?“ Dieses Mal klang Tiranus Frage über die Brandung hinweg. Keuchend spuckte sie das Salzwasser aus und vergaß im nächsten Augenblick, was sie antworten wollte, als er ihre beiden Arme umfasste und ihr erwartend in die Augen schaute. „Warum bist du gesprungen?! Du … du hättest gehen sollen!“

Tatsächlich. Er spielte mit ihr. Wohl hatte er tatsächlich nicht erwartet, dass sie sich in die Wellen stürzte. Natürlich nicht … immerhin hatte sich auf der Sturmjäger bereits angedeutet, dass Wasser alles andere als ihr Element war. Während des Sturms hatte sie Angst gezeigt – und diese wusste er nun gnadenlos für sich zu nutzen. Er hatte sie angetrieben, wollte ihren Trotz herausfordern und sie unter dem unterschwelligen Druck zerbrechen. Und wirklich. Mit dieser Erkenntnis brach sich die Furcht einen Damm in ihr Innerstes, denn die Sicherheit, Tiranu würde ihr im Kampf gegen die Strömung beistehen, war verraucht. Da wirkte auch Tiranus schiere körperliche Präsenz nicht beruhigend. Sie fühlte sich nackt und hilflos. Immer wieder tauchte sie unter und kam hustend zurück an die Oberfläche.

„Yulivee, du musst dich bewegen!“, schallte es viel zu nahe an ihrem Ohr und klang doch meilenweit entfernt. Tiranu zog sie, stellte sie fest. Bereits die ganze Zeit. Denn die Felsformation rückte immer und immer weiter fort. Dafür umhüllte sie das silberne Mondlicht wie eine federleichte Liebkosung. Das Nachtgestirn hatte sich nun endlich hinter dem Felsen hervorgetan. Yulivee schalt sich, die Konzentration auch nur für einen Moment so schweifen zu lassen. Sie lag auf dem Rücken, stellte sie fest … Tiranus Griff um ihre Leibesmitte war so fest, als befürchtete er, dass sie tatsächlich jeden Moment unterging und nicht wieder auftauchte.

Ihre Instinkte schrien sie regelrecht an, etwas zu tun. Doch ihre Muskeln schienen zu Stein erstarrt und jede Zauberformel aus ihren Gedanken entflohen. Es musste Tiranu alle Kraft kosten, ihre steife Gestalt in einer halben Umarmung durch die Bucht zu ziehen. Doch irgendwann, als die Wellen flacher, die Strömung milder und das Wasser wärmer wurde, realisierte die Elfe, dass sie den Schutz der Wasserhöhle erreicht hatten. Die Felsendecke schob sich über ihre Köpfe und viel mehr als unendliche Erleichterung vermochte sie nicht zu fühlen, bis Tiranu eine Hand von ihrer Schulter löste. Die Stelle brannte und war eisig zugleich…

Panisch wandte sie sich in seiner Umarmung um und erkannte, dass er stattdessen ihre taub gewordene Hand hielt. Auch er drehte sich auf die Brust und führte ihre Hand an die gekliffte Steinwand. Ihre Finger krampften sich mechanisch daran und fanden doch keinen Halt. Sie zitterte, von den Händen bis zu den Füßen. Ihre Zähne klapperten, stoßweise ging ihr Atem.

Es war geschafft! Kraftlos und unendlich erleichtert ließ sie ihre Stirn gegen die Wand sinken, klammerte sich mit klammen Gliedern fest an den schroffen Fels und danke den Alben dafür, dies alles überstanden zu haben.

„Bist du … wahnsinnig geworden?“, erklang Tiranus aufgebrachte – und atemlose – Stimme in ihrem Rücken. „Du kannst nicht schwimmen und … springst in die tosende Brandung … vor einer Steilklippe?!“

Seine Worte klangen als Echo von den Wänden wider. Sie drangen direkt in ihr splitterndes Herz und verursachten mehr Schmerz als Schuldgefühl. Was sollte sie sagen?

Noch immer zitternd wandte sie sich ihm zu. Und war überrascht zu sehen, dass das Mondlicht tatsächlich mit langen, wabernden Fingern in die Höhle griff. Tiranus Gestalt war weit entfernt vom gebrochenen Lichtkegel, der sich in den Wellen gebildet hatte, doch sein Gesicht war vom silbernen Schein erhellt. Die schwarzen Augen reflektierten es wie geschliffener Onyx, in seinem feuchten Haar war es gefangen wie jene funkelnden Tautropfen, die sich an frühen Herbsttagen in lange verlassenen Spinnnetzen fingen. Er wollte streng wirken, ganz offenbar, und wo seine Stimme erfolgreich seinen Unmut vermittelte, erzählte seine Züge von Sorge und Verwunderung. Sie hatte ihm seine Maske genommen, wenigstens für diesen einen Moment. Diese Gewissheit ließ alles andere in ihr verblassen.

„Ich“, keuchte sie, als sich das Salz auf ihrer Zunge schmerzhaft in ihre Wangen grub, „wollte … wollte dir zeigen, dass es mir ernst ist. Dass … ich keine Magie und keine Schwüre brauche, um … hier zu sein. Bei dir. Ich will …“

Sein ungläubiges Kopfschütteln konnte sie nicht davon abbringen, ihre Finger vom Fels zu lösen, um ihre Arme um seine Schultern zu schlingen. Sie sanken weiter unter die Oberfläche, tauchten beinahe unter, doch dieses Mal empfand sie keine Angst. Viel zu aufpeitschend drängte sich das Gefühl weicher Haut und schwieliger Hände in ihr Bewusstsein, ließ sie erschauern.

Statt sich weiter mit wirren, unsicheren Worten zu erklären, zeigte sie ihm, weshalb sie Hals über Kopf in den Abgrund gesprungen war. Weshalb sie seinen Zurückweisungen und Spielregeln keine Folge leistete und, dass sie nicht nur von Kälte und brausendem Wellengang zitterte und Herzklopfen erlitt. Sie ahnte, auf Granit zu beißen und wagte sie es dennoch. Sie wollte, dass er es wusste.

„Ich schwöre dir, ich will dich …“

Sie ertränkte die letzten Zweifel in der tiefen Schwärze unter sich, lehnte sich vor und küsste mit eindringlicher Vehemenz das Salz von Tiranus Lippen.

Zuerst glaubte sie, lediglich seine schützenden Hände um ihre Taille als Reaktion zu erfahren. Er erwiderte den Kuss nicht, schien zu gefangen in seinen abwehrenden Gedanken. Erst als Yulivee in ihrem letzten Trotz fordernd die Arme fester um seine Schultern schlang, sich fest an ihn presste, bröckelte sein Widerstand und er fuhr langsam mit den Fingerspitzen ihre Wirbel entlang, hinauf in ihren Nacken, wo er in ihre Haare griff und fordernd ihren Kopf umfing. Endlich fühlte sie die Anspannung aus seiner Gestalt weichen, endlich erwiderte er ihre Geste. Euphorie strömte durch ihre Adern wie heiße Funken, sie löste ihre Rechte von seiner Schulter, strich mit bebenden Fingern die Linie seines Kiefers entlang und konnte nicht fassen, dass er sie zu erhören schien. Er drückte sie an sich, bedeutete ihr, die unruhig gegen das Wasser tretenden Beine um seine Hüften zu legen. Erneut sanken sie in den Fluten hinab, doch seine Hände an ihren Schenkeln versprachen ihr jene Sicherheit, die beinahe zu Zuversicht führte. Hatte sie seinen Panzer endlich durchbrochen? In diesem Moment vermochte sie einfach nicht daran zu denken, was diese Handlungen und Entscheidungen nach sich ziehen könnten. Es zählte nicht für sie, was Emerelle und intrigierende Fürsten von dieser aufflammenden Verbindung halten könnten. Sie wollte in seiner Nähe keine Angst spüren, keine Schwäche oder Unsicherheit leben. Sie wollte auskosten, ihm so nahe sein zu können.

Als sie plötzlich wieder den rauen Fels an ihrem Rücken fühlte, lachte sie im Taumel ihrer Gefühle unterdrückt auf und zog dabei neckend seine Unterlippe zwischen die Zähne, was ihn nur dazu veranlasste, sie mit Nachdruck an den Stein zu pressen. Ihr entwich ein überraschtes Keuchen und sie krallte nun ihrerseits bestimmend die Finger in sein schwarzes Haar, als sie mit prickelnder Erregung spürte, wie seine Zunge über ihre Unterlippe fuhr. Ihr Lächeln wuchs. Sie hätte sich in diesem Moment verlieren, ewig dieses Spiel ausfechten können. So schlang sie ihre Schenkel fester um ihn, stöhnte wohlig in den Kuss hinein. Sie verlor ihre letzte Vernunft über diesen Elf, das wurde ihr in diesem Moment fiebrig heiß bewusst. Wenn sie vor wenigen Monaten diese Bilder in Emerelles Silberschale erblickt hätte, so hätte sie nicht nur jenes Werk der Yingiz, sondern auch ihren eigenen Verstand wahrhaftig infrage gestellt. Niemals hätte sie aber glauben können, dass sie je derartiges Vertrauen in den Fürsten Langollions fassen könnte. Ihr war klar, dass sie auch kaum wirklich bei Verstand und Sinnen war, wenn sie wirklich Vertrauen in Tiranu hatte. Doch dieses Gefühl von unkontrollierbarer Schwerelosigkeit gemischt mit ihrer resoluten Destination war nicht nur aufregend, sondern echt und vollkommen. Sie musste sich nicht verstellen in seinen Armen, fühlte sich geborgen in dem Wissen, dass er um ihre Fehler und Makel wusste.

Yulivee entließ bei diesem Gedanken alle Luft aus ihren Lungen. Es gab kein Richtig oder Falsch in dem, was sie fühlte. Wenn dies ein dummer Fehler war, dann wollte sie ihn wenigstens auskosten, wenn sie sich schon außer Stande sah, nun noch zurückzuweichen.

Als seine Lippen zu ihrem Kinn, hinab zu ihrem Hals und weiter zum Schlüsselbein wanderten, erging sie in einem flammenden Schauder. Keuchend schluckte sie all jene Fragen hinunter, die noch auf ihrer Zunge brannten. Stattdessen gab sie sich der nervösen Anspannung hin, die sie ohnehin umfangen hielt. So bog sie sich herab, umfing seine Strähnen im Nacken und schloss fest die Augen, um den Moment tief in sich aufzunehmen. Als sie das Gesicht in Tiranus feuchtem Haar vergrub, entkam ein bebendes Flüstern ihren Lippen, das sich leise in der hallenden Felshöhle echote. „Ich schwöre es dir...“


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Danke fürs Lesen! Ich hoffe, die Szenen haben euch gefallen. Es war übrigens sehr schön für mich, zu erfahren, dass ihr im letzten Kapitel alle dachtet, Tiranu himself sei in Valemas aufgetaucht. Das wäre was geworden :D
Natürlich freue ich mich sehr über Reviews und Meinungen und ziehe vor all jenen meinen Hut, die sich die Mühe machen, mir ein paar Worte zu schreiben! :)
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