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Schattenspiele

von Riniell
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
Emerelle OC (Own Character) Tiranu Yulivee
20.12.2015
01.12.2016
50
187.715
3
Alle Kapitel
52 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.03.2016 2.592
 


Hallo, liebe Elfen-Fans! Ich befinde mich zwar schon im Halbschlaf, dennoch möchte ich euch noch das nächste Kapitel präsentieren – wild und verzwickt wird es, so wie man sich ein Labyrinth vorstellt. Unangenehme Brüche, abgehakte Gedanken, unbeendete Sätze. Ich hoffe, euch gefällt der Stil passend zur Irr-Welt, in der sich Yulivee gerade (zusammen) mit Tiranu befindet. Mir ist bewusst, dass es etwas gewagt ist und allzu sehr wollte ich vom eigentlichen Stilbild nicht abweichen … Lasst euch überraschen ;)

Wieder einmal gilt es, die lieben Nachrichten-Schreiber zu herzen: Fay und Xijoria, vielen Dank für das Feedback! Vielen, ganz besonderen Dank auch an Flammendo, für das Review!

Auch meinen anderen Lesern danke ich für die vielen Klicks! Viel Spaß euch allen bei:





Eine Spielart der Magie


Der leichte Nieselregen, welcher sie am Morgen geweckt hatte, verflüchtigte sich bald in einen dichten Nebel.

Yulivee musste herausfinden, dass die Vorstellung, Tau von Rosenblättern zu lecken, leider sehr nahe an die unschöne Realität heran reichte. Zu nahe. Die Blätter waren rau und kratzten über ihre Lippen, während sich der gewünschte Effekt nur mäßig einstellte. Ihre Magie ließ sich nicht dazu einsetzten, das kostbare Nass zu fangen: Immer wieder beging sie einen Fehler und das Wasser verrauchte oder platschte zu Boden.

Das Labyrinth spielte mit ihr!

Die Wege wurden wilder. Die Rosenhecken wuchsen nicht nur höher, sondern auch dichter. Ihre Stacheln wirkten bedrohlicher, je länger der Blick der Magierin an ihnen haftete. Wucherte eine Ranke über den Pfad, so musste sie sich unter ihr hinwegducken. Denn versuchte sie, die Ranke fortzustreichen, so wuchsen die Stacheln tatsächlich rasant in die Länge und wehrten erfolgreich ihren Versuch ab.

Die Magie waberte allgegenwärtig an diesem Ort und doch gelang es Yulivee zu ihrem Ärger noch immer nicht, einen Sinn in den wirren Mustern zu finden. Es schien, eine Form der Magie sei hier gewebt worden, welche ihr völlig fremd war. Drachenmagie möglicherweise oder gar Blutmagie?

Die Grübeleien kosteten Kraft. Die Nacht war viel zu kurz für sie gewesen. Und nur eine kurze Rast hatte sie am heutigen Tag eingelegt, bevor sie die verzehrende Unruhe wieder ergriff und sie in dem Nebelschleier weiter voranging. Sie hatte es dabei aufgegeben, sich zu orientieren. Bisher endete jeder Versuch in der wortwörtlichen Sackgasse.

Stattdessen waren ihre Gedanken bei der vergangenen Chance, mit dem Informanten der Königin, dem ehemaligen Rechnungsmeister Cirinth, zu sprechen. Hatte er Emerelle schon alles gesagt, was er wusste?

Auch an Vseslin musste sie denken. Der Elf, welcher es auf geheimnisvolle Weise geschafft hatte, in ihr Leben zu schleichen, wusste nicht einmal genau, wo sie sich aufhielt. Auch nicht Obilee, welche in Valemas geblieben war, um in der Stadt der tausend Farben neue Gedankengänge und Eindrücke zu gewinnen … und insgeheim auch, um Vseslin vor unüberlegten Handlungen abzuhalten. Denn seine Begeisterung, seine Geliebte allein in Langollion zu wissen, hielt sich in sehr überschaubaren Grenzen. Yulivee konnte nur hoffen, er wurde nicht misstrauisch …

Ihre Augen füllten sich beim Gedanken an Jornowell mit Tränen. Sie hatte gelogen und Magie gegen ihn eingesetzt … Doch das hatte sie tun müssen, um ihn zu retten. Dies redete sie sich zumindest immer und immer wieder ein, bis es zu einem lauten Mantra wurde, welches durch die Labyrinthe hallte.

Immer langsamer wurden dabei ihre Schritte und immer verworrener ihre Gedanken. Wo sie längst aufgegeben hatte, einen Sinn im Aufbau der Irrpfade zu finden, gab sie ihre Zauber auch nach und nach auf. Zu viel Kraft kostete ihre Aufrechterhaltung im wilden Netz der Magie des Labyrinths.

Bald fror sie schrecklich unter ihren dünnen valerischen Seidenstoffen. Auch der wollene Umhang schützte sie nicht mehr … seine magischen Fasern verloren einfach ihre Macht.

Erst wurde Yulivee wütend. Sie ließ sich nicht von manipulativen Tricks aufs Korn nehmen! Auch ohne ihre Magie war sie nicht schwach!

Ihre Schritte wurden schneller, ihre Geduld dafür … brach. Die Frustration folgte ihr bald auf Schritt und Tritt. Jeder Scheideweg wurde zur Tortur, wenn sie eine Wahl treffen musste. Nicht selten warf sie diese sogar über den Haufen, ging den bereits beschrittenen Weg zurück und wählte einen anderen Pfad.

Als der Nachmittag sich dem Abend neigte, kam es ihr nicht so vor, als wäre sie auch nur ein Stück näher ans Zentrum des Labyrinths gekommen. Ging sie etwa im Kreis? Dieser eigentümliche Wuchs der verkümmerten Tanne über dem gelblichen Moos …

Unmöglich!

Yulivee hielt den Atem an. Da! Hinter ihr war etwas …

Innerlich bis drei zählend wartete sie ab – und wirbelte herum.

Nichts. Nur der zwielichtige Pfad, den sie hierhergekommen war. Wurde sie verfolgt?

Sie dachte an die Leiche unter dem Birnbaum. War sie nicht allein im Irrgarten?

„Hallo?!“

Stille.

Yulivee ermahnte sich. Sie durfte diesen Fantasien keinen nahrhaften Boden geben, um zu gedeihen! Schluckend wandte die Magierin sich zum Weitergehen … und erstarrte erneut.

Was sie erst für eine hagere Gestalt mit bedrohlich ausgestreckten Armen hielt, war in Wirklichkeit die krumme Tanne, die ihr halb den Weg versperrte.

Ihr Herzschlag ging schmerzlich schnell, während ihr Atem flatterte. ‚Ich darf mich nicht auf dieses Spiel einlassen!‘, rief sie sich zu.

Spiel!

Von einem Impuls ergriffen, langte sie nach der hölzernen Flöte an ihrer Wade und begann, sie zögerlich an ihren Mund zu führen. Diese Flöte begleitete sie noch nicht lange durch Albenmark. Gefertigt aus aufwendig bearbeitetem, hell gemasertem Kirschholz war sie eines der schönsten Geschenke, welches sie je erhalten hatte. Seit jeher fand sie in dunklen und einsamen Stunden ihre Kraft, wenn sie ihre kapriziösen Stimmungen im Schwung der Noten verlor und ihre Fingerspitzen den Flöten jene Klänge ihres Lebens entlockte, welche durch Worte oft nicht auszudrücken waren. Mit diesem Gedanken an ihre Kraft, von der selbst die Trolle wussten, wie verzehrend sie zu sein vermochte, begann sie zu spielen.

Erst war die Melodie träge wie der Sinkflug der kühlen Sonne. Doch bald fanden ihre Finger zu dem vertrauten Tanz zurück, welcher auf dem filigranen Instrument frenetische Töne von längst vergangenen Festen, Freudentagen und Abenteuern erzeugte. Sie fühlte sich mit jeder Note freier, belebter – fast ekstatisch.

Der scheinbare Frieden für das Herz der Magierin dauerte nicht lange an. Es kam ganz unterschwellig, erst völlig unbemerkt, ehe es langsam näher und näher kam. Ein störendes Geräusch brach unsauber in den Klangteppich ihres Flötenspiels ein. Irritiert setzte Yulivee das Mundstück ab und nahm ein dumpfes, aufbrausendes Rauschen irgendwo im Wirrwarr des Rosenlabyrinths wahr.

Ihre Sinne schrien plötzlich nur eines: Wasser!

Und plötzlich wurden Yulivees Schritte wesentlich schneller, während ihre Finger sich krampfhaft um die Flöte schlossen. Wie in einem Rausch wollte sie die wortwörtliche Quelle des Geräuschs finden. Über viele Umwege führte das lauter werdende Rauschen sie blind über die Pfade, bis sie um eine besonders eng geschnittene Ecke bog. Die Magierin staunte sie bei dem Blick, welcher sich ihr so unvermittelt bot.

Nach einem verwilderten Stück der vermoosten Wiese vor ihren Füßen, über die wuchernden Körper vereinzelter Rosenranken hinweg, klaffte eine breite Schlucht wie ein Riss in der dämmrigen Welt. Yulivees Gedanken streiften sofort jenen Moment, in dem sie an der Seite aller Träger der Albensteine die Albenmark für immer von den anderen Welten getrennt hatte. Gemeinsam hatten sie das Herzland entzwei gerissen und ein tiefer Abgrund durchzog es nun.

Ein Stich fuhr durch ihre Brust als sie den fernen, gegenüberliegen Steilhang musterte, welcher wie eine andere Welt aus dem schieren Nichts erwuchs. Der raue Fels war von den wilden Kräutern des nahenden Frühlings beschlagen. Abgelebte Büsche und sogar eine mächtige Steineiche hielten sich ums Überstehen kämpfend mit kräftigen Wurzeln am grauen Stein fest. Die zeitlose, nach all den Entbehrungen unvergleichbar imposant wirkende Szenerie fand ihr wirkendes Zentrum in einer schlichten, fast zierlich wirkenden Brücke. Gebaut aus demselben rauen Fels wie der des Hangs, bog sie sich anmutig und erschreckend schmal über die Schlucht, in deren Tiefen das Wasserrauschen toste.

Yulivee ebnete ihre Gedankensprünge für eine Erkenntnis: War dies ein Meilenstein auf dem endlos erscheinendem Weg zum ‚Herzen des Labyrinths‘, von dem Amana gesprochen hatte?

Vorsichtig näherte sie sich dem von prächtigen Rosenranken umspielten Abgrund – der hochpeitschende Fluss, der hier so unsagbar laut in der Tiefe donnerte, schien unerreichbar für sie. Nicht einmal das Sprühwasser fand zur Brücke hinauf. An einen Abstieg über die Hänge war nicht zu denken, zu steil war der Fels und zu unberechenbar ihre Magie im Wüten der fremden Macht, sogar hier, an diesem befreiendem Ort. Wenn sich nur nicht der prickelnde Geruch des Wassers sich so tückisch in ihre Nase schleichen würde …

Sie musste weiter gehen!

Die Hand fest und entschlossen um die Kirschholzflöte spannend,  trat sie an die Brücke heran und tat mit jedem folgenden Atemzug einen zögernden Schritt über den Stein. Dabei bemühte sie sich, nicht in den schattenumspielten Abgrund zu schauen.

Keine Brüstung, kein Handlauf, nur die Tiefe …

Yulivee erinnerte sich an Amanas Worte: ‚In Langollion tust du einen falschen Schritt und bist tot!

Ihre Knie wurden bei dem Gedanken ungnädig weich und nun sehnte sie sich fast nach der schützenden Umarmung der Hecken auf der näher kommenden anderen Seite …

Mit bebendem Atem blickte sie noch einmal wehmütig zum Fluss hinunter. Der Anblick ließ ihre Kehle trocken werden. Mit dem Hunger hatte sie noch keine größeren Probleme, aber wenn sie nicht bald Wasser fand …

Der Abgrund griff nach ihr!

Wie die Anziehung eines Zaubers, beschwor sie etwas in die Tiefe …

Hastig stolperte sie von der Steinkante zurück und fand sich – sie erinnerte sich nicht, wie genau – kurz darauf in feuchtem Moos wieder. Die Umarmung des Grüns war unliebsam und kühl. Abweisend.

War sie auf der richtigen Seite?  Fluchend blickte Yulivee über ihre Schulter und stellte fest, dass die auffällige Steineiche im Halbdunkel nicht mehr zu sehen war. Die richtige Seite! Geschafft!

Als wäre sie stundenlang gegen den höchsten Wellengang angeschwommen, fand die Magierin nur schwer in den Stand zurück. Erst verhedderte sie sich in ihrem Mantel – bei den Alben, wenn das auf der Brücke geschehen wäre! – dann knickte sie gleich zweimal hintereinander ein. Ihr Atem ging immer noch rasselnd, obgleich sie sich nicht angestrengt hatte … was war bloß los mit ihr!?

Yulivee strich ihr langes Haar hinter die Ohren und legte verzweifelt die Stirn in Falten. Dabei fiel ihr auf, dass ihre Hände plötzlich leer waren, wo sie eben noch fest ihre Flöte aus warmem Kirschholz umklammert hielten.

Ihr suchender Blick glitt sofort panisch über die Brücke, hinüber auf die Ebene auf der anderen Seite, doch in der nahenden Nacht vermochte sie das zierliche Instrument unmöglich auszumachen. Möglicherweise war sie den Abgrund hinunter gefallen oder lag noch im Moos auf der gegenüberliegenden Seite. Ob sie sich noch einmal hinüber wagen sollte?

Der Gedanke erfüllte sie mit Unwillen – oder war es Angst? Gewiss, die Flöte war ihr ein wertvolles Geschenk gewesen, aber ihr Leben zu riskieren, ohne die Sicherheit, sie wiederzufinden?

Nein, sie durfte keine Kompromisse eingehen oder sich gar auf die Spiele dieser fremdartigen Magie einlassen! Das Labyrinth würde sie nicht ändern: Sie kuschte vor niemandem!

Also hob sie den Blick, ganz so als wolle sie ein nicht vorhandenes Gegenüber herausfordernd anfunkeln. Im nächsten Moment zuckte sie allerdings heftig zusammen und wagte nicht, ihren Augen zu trauen.

Die Brücke war verschwunden!

* * *


Mit den zwei vollen Tagen Vorsprung von Yulivee und der Fülle ihrer Möglichkeiten, erschien es ihm fast unmöglich, eine geeignete Taktik zu verfolgen, um sie einzuholen. Die Kreuzwege boten etliche Varianten, voran zu kommen, und nur einen richtigen Weg gab es nicht.

Weil Tiranu wusste, wie verquer das Denken der jungen Magiern sein konnte, lehnte er jede eigene intuitive Eingabe ab und wählte immer die Option, welche ihm am unlogischsten erschien, wenn er an einen Kreuzweg kam. Möglicherweise fand er eine Spur, einen Anhaltspunkt, wenn er sich auf das Wesen der Elfe einließ.

Bald fand er aber heraus, dass er auf diese Weise wohl in die Arme jeder Sackgasse lief, welche sich die Erbauer der Rosenlabyrinthe ausgedacht hatten. Der Fürst änderte seine Herangehensweise augenblicklich und versuchte, eine Logik im Aufbau der dicht wuchernden Rosenhecken zu finden, während er dem Verlauf der Sonne folgte.

Yulivee konnte bei ihrem wirren Denken möglicherweise nicht allzu weit gekommen sein. Wenn er schnell genug war, würde er bald wieder aus diesem verfluchten Winkel Albenmarks heraus sein und nicht nur Yulivee, sondern auch Amana loswerden. Jornowell konnte ihnen gleich in die Verbannung folgen, wenn es nach ihm ginge.

Am frühen Abend fand er einen freistehenden Birnbaum – und eine Spur! Hatte er bis eben noch geglaubt, das Labyrinth tilgte jedes Zeichen anderer Wanderer von seiner Oberfläche, so wurde er nun eines Besseren belehrt. Eine Furche im matschigen, vermoosten Untergrund wies auf eine hastige Bewegung hin, beinahe so, als hätte Yulivee – oder ein anderer Elf – plötzlich viel Abstand zwischen sich und den Baum bringen wollen.

Er war nie ein begnadeter Jäger oder Spurenleser gewesen, aber die Furche im Schlamm neben einem Büschel Spitzwegerich machte allzu deutlich, dass Yulivee ein weiteres Mal ihr Ungeschick zur Schau gestellt hatte. War sie noch in der Nähe?

Tiranu musterte den knorrigen Birnenbaum und konnte nichts Auffälliges an ihm entdecken. Er begann, langsam und zaghaft auszutreiben, während sich an seinem Stamm Efeu hinaufschlängelte. Was mochte Yulivee von ihm fortgetrieben haben?

Der Fürst wusste um die tückischen Spiele, welche der eigene Geist an diesem Ort mit einem treiben konnte. Eine uralte Magie, manipulativ und unergründlich, wob Zauber um Zauber auf jeden wagemutigen Wanderer, um den Verstand zu vergiften. Durch unzählige Stunden des Trainings war er geübt darin, eine geistige Blockade gegen das Eindringen der dunklen Spielarten dieser Zauberformeln zu errichten. Seine Mutter lehrte ihn, seinen Verstand abzuschirmen, ganz so wie ein Schildwall es mit einer Welle von Angreifern machte. Wer aber mit allzu offenen Augen und beeinflussbaren Gedanken durch das Rankendickicht wanderte, riskierte ein langsames Einsickern der fremdartigen Macht.

Der Herr der Schnitter ahnte, dass Yulivee ebendies zugelassen haben könnte. Die Erzmagierin war sprunghaft und unbedarft, dazu würde ihre unvergleichliche Macht hier nicht von großem Nutzen sein. Wenn sie unaufmerksam wurde …

Tiranu wirbelte herum, als hinter ihm ein mehrfaches Ächzen erklang. Seine Hand wanderte an den langen Dolch an seiner Hüfte, während er Deckung hinter dem windschiefen Baum suchte. Das säuselnde Knarren wandelte sich in erschütterndes Knacken, immer und immer wieder brach es durch die nebulöse Stille, ohne dass etwas zu erkennen war. Dumpf und hohl wie das Splittern von Knochen lockte es ihn schließlich doch aus dem Schatten des Baums. Langsam begann er zu verstehen, was geschah.

Die immergrünen Büsche im Rücken des Baumstamms begannen, sich zu lichten. Wie eine lebendige Welle zogen sich die Rosenranken zurück, Äste klafften entzwei und formten sich zu einer völlig neuen Ordnung zusammen. Eine Furche tat sich zwischen den gezackten Blättern, den langen Stacheln und den ersten rosigen Blüten auf. Ein Torgang ins Ungewisse tat sich auf…

Tiranu ließ seine Linke wieder sinken und trat ungläubig an das Spektakel heran, welches schlicht kein Ende finden wollte. Erstaunt bemerkte er, dass auch die hinteren Wälle der Gewächse eine Wandlung durchzogen. Bald war eine Schneise in den Irrpfaden zu erkennen, welche kerzengerade durch das Dickicht führte.

Misstrauisch bedachte der Fürst die lebendige Szenerie aus wuchernden Schatten und waberndem Nebel.

Unter dem Knacken und Krächzen schob sich eine eigentümliche Weise, eine Melodie. Noten, gesponnen in einer fremden Welt, welche sich nicht mit der der Menschen oder der zerbrochenen Welt vergleichen ließe. Ein wildes Flötenspiel, das sich in Niederschlag und dichter Vegetation beinahe verlor und dadurch eine fast zarte Ruhe heraufbeschwor.

War dies eine Falle? Eine Irreführung?

Tiranu zögerte. War es wirklich klug, diesem Wink zu folgen?

_____________________

Der Irrgarten führt sich fort – und ich verspreche, es dauert noch ein wenig, bis das Ziel erreicht ist. Aber nicht mehr allzu lange, ehe Tiranu und Yulivee aufeinander treffen!

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