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Danton's Tod: Deleted Scenes

von AlAngel
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Camille Desmoulins Georg Danton Robespierre
19.12.2015
21.01.2016
5
2.863
 
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31.12.2015 1.008
 
Akt IV Szene 7

Der Revolutionsplatz.
Die Wagen kommen angefahren und halten vor der Guillotine. MÄNNER und WEIBER singen und tanzen die Carmagnole. Die GEFANGENEN stimmen die Marseillaise an.

EIN WEIB
MIT KINDERN     Platz! Platz! Die Kinder schreien, sie haben Hunger. Ich muss sie zusehen machen, dass sie still sind. Platz!
EIN WEIB     He Danton, du kannst jetzt mit den Würmern Unzucht treiben.
EINE ANDERE     Hérault, aus deinen hübschen Haaren lass ich mir eine Perücke machen.
HÉRAULT     Ich habe nicht Waldung genug für einen so abgeholzten Venusberg!
CAMILLE     Verfluchte Hexen! Ihr werdet noch schreien, ihr Berge fallet auf uns!
EIN WEIB     Der Berg ist auf euch oder ihr seid ihn vielmehr hinunter gefallen.
DANTON     (zu Camille) Ruhig, mein Junge, du hast dich heiser geschrien.
CAMILLE     Da alter Charon, dein Karren ist ein guter Präsentierteller.
     Meine Herren, ich will mich zuerst servieren. Das ist ein klassisches Gastmahl, wir liegen auf unseren Plätzen und verschütten etwas Blut als Libation. Adieu Danton.
ROBESPIERRE     Haltet ein! Um Gottes Willen, haltet ein.
EIN WEIB     Hat er den Verstand verloren?
KINDER-WEIB     So werden sie nie mit dem Geschrei aufhören…
DANTON     Ei, Robespierre! Sag, was lässt dich dazu herab, uns an einem solchen Tage und gerade hier mit deiner Fratze zu ergötzen?
FABRE     Sei still, Danton.
ROBESPIERRE     Ich bin gekommen (sieht zu CAMILLE) um zu sprechen.
HÉRAULT     Bei meinem Grabe, dieser Worte will ich um die Welt nicht missen. Lasse doch deine Dolche noch einem Moment im Mantel weilen, Henker Brutus.
ROBESPIERRE     Ich kam um zu sprechen über Unrecht, Verrat und List.
CAMILLE     Oh! Willst du uns noch zu Tode langweilen, Robespierre? (Gelächter im Volk) Hörst du nicht die Kinder schreien. Es ist Zeit.
ROBESPIERRE     Seht sie an, große Köpfe der Revolution. Noch im Angesicht des Todes zum Scherzen aufgelegt. Wahrlich große Köpfe, nun gefangen und dem Tode nahe. Verrat und Verschwörung, lautete so nicht die Anklage?
DANTON     Du kennst sie gut, schriebst du sie nicht selbst? Deine Worte gruben unser Grab. Deine Lippen waren‘s die unser Urteilsiegel sprachen.
ROBESPIERRE     (Zum Volk) Frankreich, du bist groß. Was hast du nicht alles überwunden und geschaffen für dein Volk, deine Bürger. Die Revolution hat die Spitzbuben, die Feinde der Freiheit, mit dem scharfen Messer der Guillotine gebrochen. Jeder hier kämpfte für die Freiheit, die durch Recht und Tugend über dem dir, großes Volk, liegen soll wie die weiche Decke des ersten Weihnachtsschnees. Sind es nicht Tugend und Unschuld, die uns den Weg in dieses freie Leben bringen sollen?
BÜRGER 1     Hört den Tugendhaften!
WEIB     Freiheit für Frankreich!
BÜRGER 2     Und die hungernden Bürger!
ROBESPIERRE     Nun sprechen wir große Worte. Freiheit als Recht und Pflicht. Doch wie kann ich euch Freiheit versprechen, wenn die Unschuld kein Gehör findet? Wenn die Schreie der Kämpfer dieser Freiheit ungehört verklingen. Nein, wenn diese Schreie sogar noch von der Hand des Gesetzes erstickt werden?
     Großes Volk, Bürger und Weiber von Paris, man hat eure Schreie nach Freiheit und Brot gehört. Doch was hat man euch gegeben? Die Köpfe derer, die euch die Freiheit miterkämpften. Die Köpfe, deren Worte und Gedanken für euch sprachen und erdachten eine neue Zeit. Die Köpfe und mit ihnen Meilensteine der Republik, sollen uns nun als Opfer vorgeworfen werden. Man bietet uns Brot und Spiele! Doch wollen wir endlich das Brot und nicht die blutigen Spiele sehen.
Der Verrat ist ungeheuer. Ich schäme mich ihm so sehr, als das ich mich als einer der Angeklagten sehen mag. Angeklagt dem Vertrauen in einige Teile des Nationalkonvents, die sich als neue Götter über Leben und Tod hervor tun wollten. Nieder mit diesen irdischen Götzenschaffern und ihrer Macht! Wir lassen uns nicht nehmen, was uns diese Köpfe der Revolution erdacht und geschaffen. Ich bin von ihrer Unschuld so überzeugt als das ich mich zu ihnen stellen mag. Im Lichte mögen wir grundverschieden scheinen, doch bei Nacht und Kerzenschein brennt in unseren Augen dasselbe Licht. Unsere Herzen lodern und scheinen im Geist der Revolution. Der Geist der Republik spukt in uns und bis zum letzten Atemzug stehen und sterben wir für ihn.
LACROIX     Und dennoch sprichst du von Verrat…
ROBESPIERRE     Verrat an uns, mein Freund. An dir und mir und Frankreich. Ihr wollt den Schurken, der uns fast Brüder der Republik nahm? (Unruhe im Volk) Nehmt den Kopf von St. Just! Seine Gedanken spinnen Netze aus Intriganz und Lüge, so als das sich die fleißige Biene dem Tode fügen müsste wie die faule, fette Fliege. Er plant und spinnt und spricht mit der gespaltenen Zunge der Schlange Edens. Er verführt in den Irrglauben. Doch die Frucht, die er verspicht, ist nicht vom Baum der Erkenntnis, sondern der sichere Weg zu Laster und Sünde. Seine Zunge versucht das Schwert der Revolution stumpf zu lecken.
     Öffne deine Augen, großes Volk, und erkenne deine Feinde im Licht der Sonne und im Blicke des Herren.
BÜRGER 1     St. Just ist ein Lügner!
WEIB     Hört den Tugendhaften!
BÜRGER 2     Reist ihm die Zunge ab oder besser gleich den ganzen Kopf!
ALLE     Aufs Schafott!

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Part 1 von How it should have ended (HISHE) Danton's Tod

To be continued....
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