Danton's Tod: Deleted Scenes

von AlAngel
GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Camille Desmoulins Georg Danton Robespierre
19.12.2015
21.01.2016
5
2915
 
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Dantons Tod. Akt II Szene 4.5

Ein Zimmer

Robespierre, Camille

Camille:Maximilien…

Robespierre:Was willst du?

Camille:Sprich mit mir…

Robespierre:Meinst du nicht es ist alles gesagt? Blutmesias…

Camille:Worte können nur so viel sagen…

Robespierre:Es ist alles gesagt und getan. Du hast dich entschieden. Du hast gewählt. (Pause) Sei also ein Mann und steh zu deiner Wahl.

Camille:Du machst es dir sehr leicht.

Robespierre:Im Detail betrachtet ist es auch leicht. Du entscheidest dich gegen mich. Die Tugend bedeutet dir nichts und das Laster bekommt mir nicht. Dem Blutmesias wurden die Absätze von den Füßen getreten. Merke dir also diese meine Worte, Brutus: Die Revolution ist alles, was mir bleibt.

Camille:Noch kannst du das Blutvergießen beenden. Dir bedeuten unsere Köpfe nichts – außer einer vielleicht. Und ist es wirklich Sünde etwas zu lieben, das auch ein anderes liebt? Ist es so falsch, dass du es am Ende beiden nehmen musst?

Robespierre:Camille…

Camille:Lass mich erklären. Ich will dir meinen Kopf ja geben. Denn so fest und schwer wie er heute auf meinen Schultern sitzt, lag er damals schwer in meinen Händen, wenn ich über den Schularbeiten träumte. Und schon damals wusste dieser Kopf genau an wen er seine Gedanken richten möge. Weißt du noch? Dein Lachen… (seufzt) Was hat die Revolution nur aus uns gemacht? Nicht mal ich vermag es dich noch Lachen zu machen. Ist es die Republik wirklich wert so viele Köpfe zu zerschlagen und so viele Herzen zu brechen? Ich weiß es einfach nicht mehr.

Aber ich weiß, wem ich meinen Kopf und meine Gedanken geben will. Den einen oder anderen Weg, hörst du Robespierre. Der Kopf, der einst auf der Schulbank lag und Tinte so auf seine Wangen schmierte. Der Kopf der sich so manchen Scherz über dich und deine Leute dachte. Oh wie du früher noch gelacht hast… Den einen oder anderen Weg. Auf dem Platz der Revolution oder an deiner Seite. Er gehört dir, mein Freund. Er gehörte immer dir.



Camille ab.



Robespierre:Mir soll dein Kopf gehören? Ausgerechnet mir?

Böse Zungen. Eine Zunge wie Sirenengesang und gefährlich wie Medusenhaar. Sie dringen in mein Herz gleich dem Gorgonenhaupt und lassen alles dort erstarren. Er machte meine Lippen lachen und dann mein Herz zu Stein. Wem soll man trauen in diesen Zeiten? Wer spricht Recht und wer ist ein rechter Spitzbub? Wie erkennt man hinter welcher Larve das Böse lauert?

Sie nennen mich den Tugendhaften, den Gerechten. Doch wüssten sie um mein Herz, sie würden’s lassen. Auf das Volk ist kein Verlass. Armes Volk. Sie sind nur ein Trumpf, ein Ass im Ärmel. Doch jede Karte muss einmal gespielt werden. Und wenn die Karten dann offen liegen, ist die Gunst schnell verspielt. Das Spiel aber geht weiter. Immer weiter. Im Kreis - Es ist ein rechtes Rad.

Ach die Gunst des Asses, sie bringt Vorteil - nicht aber den gesamten Sieg. So sind doch noch drei weitere im Stapel versteckt. Welchen Preis trägt dann aber der Sieg? Hat ein Rad denn überhaupt ein Ende? Ist es nicht so unaufhörlich unerhört rund, dass das Ende immer dem Anfang gleicht. Das Spielwird sich nie ändern. Kann man es sich so leisten zu lieben?

Ich will… So lauteten seine Worte. Wie er sie sprach, laut und klar, zu ihr. Durch die ganze Kirche – vor dem Herren, unsrem Schöpfer, und den Zeugen. In jeder Bank war es zu hören. Zeugen, vor dem Herren und der Welt - wie ich einer gewesen war. (Pause) Und dennoch sah ich seine Blicke als er die Worte sprach. Camille! Oh Camille, was sind deine Worte wert

Ich will sie glauben, wie man Medusas Schönheit glaubte. Doch dann kam der Fluch. Das Schlangenhaar. Die Gorgonin war geboren. Oh mein Herz. Sollst du‘s wohl brechen und zu Steine machen?

Besser ich schlage deine Zunge ab. Medusa besiegte nur der kecke Kampf. Das Spiegelschild brach ihren Bann. So will ich deinen von mir lösen.

Ein Held muss auch ein Mörder sein.
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