Wenn Bellatrix gut ist und andere Geschichten

GeschichteAllgemein / P12
19.12.2015
06.12.2018
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Hier findet ihr Tag 5 - Ein Gedicht über die vier apokalyptischen Reiter - SPN
Heute ist Nikolaus, von daher gibt es etwas Passendes dazu.
Kleine Geschichten über ein paar Kinder und den Nikolaus.
Harry James Potter (5), Hermione Jane Granger (7), Ronald Bilius Weasley (3), Draco Lucius Malfoy (5), Severus Snape (7/13)
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Harry
Zitternd kniet der kleine Harry in seinem Schrank unter der Treppe auf der Matratze, die Beine angezogen und getrocknete Tränen auf dem Gesicht, als er das Poltern hörte.
Morgen war Nikolaus und Tante Petunia hatte ihm zwar zugeflüstert, er dürfe seinen kleinen Winterstiefel auch nach draußen stellen, aber sicher wäre da höchstens ein kleiner Bonbon oder ein Schokoriegel drin. Natürlich, es war wunderbar, sowas zu bekommen, immerhin bekam er nur selten Etwas, aber es war schon irgendwie traurig, wenn er daran dachte, dass Dudleys Stiefel immer regelrecht überquoll.
Er zuckte zusammen, als er die Treppe knarzen hörte und öffnete möglichst leise die Tür des Schrankes um einen kleinen Spalt, um hindurchzuspähen. Er sah seine Tante, die leise summend aus der Küche einen Beutel holte und sich dann vor die Stiefel kniete. Gleichmäßig teilte sie die Riegel und Bonbons auf und wollte gerade aufstehen, da hörte Harry von oben noch Jemanden kommen. ,,Petunia'', grollte Vernon kurz darauf leise. ,,Du weißt, dass der Bengel deiner Schwester nicht so viel verdient hat, oder?'', fragte er und Harrys Tante seufzte leise, als sie alles etwas umpackte und aus Harrys Stiefel auch ein paar Sachen zurück in den Beutel packte. Sie bemerkte nicht, dass er die Tür geöffnet hatte, als sie an ihm vorbeiging, oder bemerkte sie es doch, denn als Harry die Tür schließen wollte, ging es nur schwer und als er nach unten blickte, entdeckte er einen großen Schokoriegel zwqischen Rahmen und Tür. Dankbar lächelnd zog er ihn kurz in seine Arme, ehe er sich streckte und ihn in sein Regal in seine kleine Geheimkiste packte. Zu den Spielsoldaten von Dudley und dem Foto, was er einmal beim Dachboden aufräumen entdeckt hatte, auf dem seine Mama und Tante Petunia waren.
Ruhig schlief Harry kurz darauf ein, ein Lächeln auf den Lippen.
So würde er auch nicht die Frau bemerken, die sich in das Haus der Dursleys schlich und ihre Brille richtete, ehe sie sich zu Harrys Stiefel hinunterbeugte. ,,Dumbledore, Sie alter Greis. Da sieht man doch, dass es dem Kleinen hier nicht gut geht'', murmelte sie griesgrämig, während sie aus ihrer Jackentasche ein kleines Päckchen holte. ,,Mach dir keine Sorgen Harry, bald hole ich dich zu mir'', flüsterte Minerva McGonagall, als sie wieder verschwand, um kurz darauf bei der Squibdame Arabella Figg, nach einer herzlichen Umarmung, in den Kamin stieg, um nach Hogwarts zu reisen.

Als Harry erwachte, polterte es laut auf der Treppe und er setzte gähnend seine Brille auf, ehe ihm einfiel, dass seine Tante die Stiefel gefüllt hatte und er verhindern musste, dass sein Cousin seine Süßigkeit herausnahm. Er stürzte aus dem Schrank und zum Stiefel, während seine Tante schon an ihm vorbeirauschte und ihn scheinbar ignorierte, würde sie ihm nicht gerade sagen, dass er mit ihr zusammen jetzt das Frühstück vorbereiten sollte.
Petunia setzte viel darein, ihm beizubringen, wie man kochte oder putzte, damit er ständig beschäftigt war und nicht auf die Ideek am nach Spielzeug oder Anderem zu fragen. Sie war grundsätzlich keine schlechte Person, aber sie war eine schreckliche Mutter oder Tante. Von Gerechtigkeit hatte sie dabei wohl noch nie gehört, auch wenn sie es ja am vorigen Abend versucht hatte. Harry brachte noch schnell seinen Stiefel in seinen Schrank, ehe er zu seiner Tante eilte und ihr dabei half, Spiegelei zu braten.
,,Das Mittagessen wirst du heute alleine machen können. Wir wollen Hühnchen essen. Du wirst es saubermachen, füllen und dann in den Ofen packen. Dazu Kartoffeln, in Ordnung Harry?'', fragte sie und der Fünfjährige nickte artig und antwortete: ,,Ja, Tante Petunia. Ich werde euch ein leckeres Hühnchen zubereiten. Und die Linsen für heute Abend werde ich gleich auch einweichen gehen''.
Seine Tante lächelte kurz, tätschelte ihm den Kopf und tat dann Öl in die Pfanne. Noch war es ihr wirklich zu gefährlich, ihn mit heißen Öl hantieren zu lassen, aber vieles Anderes konnte er schon gut machen. So musste sie weniger Hausarbeiten erledigen und konnte sich besser um ihren kleinen Dudders kümmern.
Sie hörte Dudley schon die Treppe herunterstürmen, als sie ihm ein Stück vom gebratenen Schinken aus der Pfanne hob. ,,Mund auf'', flüsterte sie und schob dem Schwarzhaarigen den Bacon in den Mund. ,,Nur, weil heute Nikolaus ist'', flüsterte sie dann und ging los, um ihren Mann zu wecken.

Als Harry wieder zu seinem Schrank kam, sah er sofort neugierig in seinen Stiefel. Er könnte sich jetzt eine Stunde alleine beschäftigen, ehe er am Besten ohne vorheriges Kommando rausging, um die Einfahrt vom SChnee zu befreien. Überrascht keuchte er auf, als er das kleine Päkchen entdeckte und es vorsichtig öffnete. Ein Kinderbuch lag kurz darauf in seiner Hand und unter Mühen entzifferte er die Worte, da man ihn im Kindergarten angefangen hatte zu fördern, weil er begierig lernen wollte. Obwohl er nur dahin ging, weil sonst die Nachbarn reden würden, aber er war gut darin und so dauerte es nicht lange, ehe er den Titel entziffert hatte : ,,Die Märchen von Beedle dem Barden''.
Auf der Innenseite des Umschlags stand in einer sehr sauberen, wunderschönen Schrift: ,,Lieber Harry. Ich hoffe, dir damit eine kleine Freude zu machen. Sicher hat deine Mama sie dir schon erzählt. Vergiss nie, dass sie eine tolle Frau war und dein Papa ein toller Mann. Bald wird es dir besser gehen. Dein Nikolaus''. Natürlich glaubte Harry nicht an den Nikolaus und natürlich fragte er sich, von wem das Geschenk wirklich kam, aber gleichzeitig war alleine das Buch als Geschenk wertvoller, als alles, was er je bekommen hatte. Fest drückte er es an seine Brust, während er sich lächelnd wünschte, dass wirklich alles besser werden würde.

Wenige Tage vor Weihnachten tauchte eine edel gekleidete Minerva McGonagall vor der Haustür der Dursleys auf, um den Jungen abzuholen und ihn zu sich zu nehmen.

(Der letzte Satz kann auch gerne ignoriert werden und die Aussage von Minerva könnte sich auch auf Hogwarts beziehen. Aber so finde ich es schöner)

Hermione
Sie hieß Hermione Jane Granger und war stolze sieben JAhre alt, flüsterte sie sich immer wieder selber vor, als sie versuchte einzuschlafen. Sie war mutig und groß und toll und mutig und groß und so wiederholte sie das immer wieder, während sie das Poltern vom Dach hörte. Es gab keinen Nikolaus, das wusste sie seit drei Jahren, weil sie ihren Papa beim Stiefel befüllen erwischt hatte, also konnte es nicht der Nikolaus sein. Fest presste sie ihre Lippen aufeinander, während sie nach ihrem großen Teddy griff, den sie auf dem Jahrmarkt im vorigen Sommer gewonnen hatte und ihn an sich presste.
Wie sollte sie überhaupt so einschlafen, bei dem Lärm, dachte sie sich und verlor sich in leisen Flüchen darüber, dass am nächsten Tag Schule wäre und sie ihren Schlaf doch brauchte, um wirklich fit zu sein und aufzupassen. Sie war immerhin eine gute Schülerin.
Während sie sich so verkrampfte und ängstlich an den Teddy klammerte, erzitterte die Luft um sie herum und wurde wärmer. Ein leicht schimmerndes Schutzschild entstand um sie herum. Es war schwach, konnte leicht zerbrechen, aber dennoch ein mächtiger Zauber.
Der Mann, der kurz darauf in ihr Zimmer lugte, nachdem er diese große Magie gespürt hatte, lächelte schief, ehe er leise flüsternd einen Zauber webte, der das Schild verwischen ließ und sich wie eine warme Decke über sie legte. Eine Decke aus Zaubern, die sie schützten und sie dazu brachten, leise aufseufzend und beruhigt ihre Augen zu schließen.
,,Soso, wie interessant'', hauchte der Mann, der die Treppe herunterschlich und in den kleinen Stiefel auf der Treppe einige Süßigkeiten hereinlegte.
Er webte noch einen erneuten, kurzen Zauber, der ihre Kräfte verbergen würde, ehe er sich wie in Luft auflöste und verschwand.

Viele Meilen weit weg tauchten in einem Raum mehrere dunkel gekleidete Personen auf. Kurz sahen sie sich an, ehe sie zu einer einzigen Person verschmolzen, die zu einem Bett wankte und sich müde hinlegte. Eine ganze Nacht im Jahr verbreitete er Glück an Nikolaus und nutzte dafür seine Magie und heute war er sehr überrascht gewesen, wen er da gefunden hatte.
Normalerweise besuchte er nur Zaubererfamilien, die an ihn glaubten, aber irgendetwas hatte ihn dieses Jahr zu dem Mädchen hingezogen, die für ihr Alter so mächtig war, wie er es lange nicht mehr gesehen hatte. Ein Mädchen, das keine reine Muggelgeborene wäre.
Die magische Signatur ihres Schutzschildes hatte er zuletzt vor einigen Jahrzehnten gesehen, bei der letzten magisch begabten NAchfahrin von Rowena Ravenclaw, einer mächtigen Wetterfee.
Sicher war das Mädchen irgendwie mit dieser Hexe verwandt. Das würde noch herauszufinden sein.
Wetterfeen waren schon lange verschwunden, kein Wunder nach dem Verbannen und Ächten der vielen Wesen, die menschenähnlich waren.

Später würde dieser neugierige Mann herausfinden, dass der Sohn dieser Ravenclaw-Nachfahrin, ein Squib, der Großvater von Hermione war. Und er würde herausfinden, wo eine Gruppe von Wetterfeen lebte, um Hermiones Eltern diese Adresse zukommen zu lassen.
Und er würde miterleben, wie im Alter von elf Jahren eine junge, wilde Wetterfee als Erste, nicht in das Haus ihrer Vorfahrin einsortiert werden würde.

Ronald
,,Sei leise Schinnie'', flüsterte ein dreijähriger Ron und hielt seine kleine, zweijährige Schwester fest an der Hand, während sie den Schnuller fest im Mund hatte und ein kleines Plüschtier hinter sich herzog. ,,Bald muss er vorbeikommen'', flüsterte er und drückte die Hand seiner kleinen Schwester. ,,Und wir werden ihn sehen'', schwor er und kicherte leise, als wäre sein Plan absolut großartig und ihr Versteck total unauffällig. Der Mann, der in der Haustür stand, verborgen unter seinem dunklen Mantel lächelte nur etwas. Er fand es niedlich, wenn Zaubererkinder versuchten ihn zu entdecken. Es war wie mit Thestralen, man musste bestimmte Dinge erlebt und erfahren haben, um ihn sehen zu können. Man musste ein Kind sein und an ihn glauben. Und selbst dann würde man ihn nur als schimmerndes Licht wahrnehmen, das über die Stiefel gebeugt dastand und nun in die Stiefel der sieben Kinder Süßigkeiten einfüllte. Bertie Botts Bohnen in allen Geschmackrichtungen und auch bekam jeder einen Schokofrosch. Sorgsam ließ er einen Zauber immer auswählen, welchen Schokofrosch das Kind bekam, damit sie immer eine Karte bekämen, die sie noch nicht hatten.
,,Schau Schinnie, da ist er'', hauchte Ron und deutete auf einen Schatten, der an einer Wand im Wohnzimmer hin- und herwaberte. Langsam schlich er mit seiner Schwester in Richtung des Schatten, nur um enttäuscht aufzuseufzen, als er dort, mäßig gut versteckt seine Brüder entdeckte. ,,Fed, Schorsch, ihr versteckt euch nicht so gut'', flüsterte Ron und die Zwillinge verdrehten kurz die Augen, ehe sie ihm erklärten, dass Ron und Ginny ja wohl noch auffälliger wären.
Der Nikolaus schmunzelte nur und nahm den Keks vom Teller, den Molly ihm hingestellt hatte. Diese Frau war wunderbar. Er trank auch die Milch und war dann sehr überrascht, als etwas hinten an seinem Mantel zupfte. Er drehte sich um und entdeckte dort die kleine Ginny, die mit großen, total verschlafenen Augen aufblickte und er grinste. ,,Geh zurück zu deinem Bruder'', flüsterte er und tätschelte ihren Kopf. Kurz darauf stürmte der Zweitjüngste auch schon auf ihn zu und begann mit Ginny zu schimpfen, weil sie ihn einfach losgelassen hatte. Während die Kleine mit ihrem kleinen Finger nach oben zeigte, löste der Nikolaus sich ruhig atmend in Luft auf. Nächstes Jahr würde er wiederkommen.

Ron unterdessen schimpfte weiter Ginny aus, ehe er sie hinter sich herzog zu den Zwillingen, die leise kicherten. ,,Also wir könnten doch die Stiefel der Anderen plündern'', schlugen sie Ron vor, der daraufhin empört die Backen aufblies. ,,Sowas macht man nicht'', schimpfte er sofort los und schlug mit seinen kleinen Händen, die er zu Fäusten ballte, auf die Seiten der Größeren ein, die nur kicherten.
,,War doch nur ein Spaß'', versuchten sie ihn zu beruhigen, auch wenn der Kleine daraufhin nur schmollend abzog, Ginny erneut hinter sich herziehend. ,,Wenn mein Tiefel morgen leer ist, pette ich'', schimpfte der Kleine weiter und machte sich auf den Weg zur Treppe, um in sein Zimmer zu gehen.
Am Morgen wachte er ohne Erinnerung an sein nächtliches Abenteuer auf, viel zu müde war er gewesen.
Außerdem war später ohnehin wichtiger, dass er sich klar wurde, spinnen zu hassen.
Seine Brüder waren gemeine Idioten und er hasste sie.
Denn dieses Nikolaus war nicht nur der Tag, als Ginny ein magisches Wesen fast umarmt hätte, sondern auch der Tag, an dem Ron seine Arachnophobie entwickelte.

Draco
,,Mutter'', rief Draco mit in die Hüfte gestemmten Händen und einer zitternden Unterlippe durch den Salon, indem seine Mutter gerade saß und strickte. Vorwurfsvoll sah sie auf und wollte ihm gerade sagen, das er nicht so schreien sollte, da bemerkte sie das Glitzern kleiner Tränen in seinen Augen. ,,Was ist denn los, mein kleiner Drache'', flüsterte sie und streckte ihre Arme aus, nachdem sie die Wolle zur Seite gelegt hatte. Sofort rannte der Fünfjährige in ihre Arme und drückte sich eng an ihre Brust ,,Vater hat gesagt, den Nikolaus gibt es nicht'', schniefte er und sofort hob die Blondine ihn auf ihren Schoß. ,,Was denkst du denn, mein Schatz?'', flüsterte sie und streichelte ihrem Sohn über den Kopf, als der unter fließenden Tränen flüsterte, dass er an den Nikolaus glaubte. ,,Immerhin macht er mir ja immer was in die Stiefel'', nuschelte der Kleine und seine Mutter nickte.
,,Aber Vater sagt, dass die Hauselfen das machen, weil ich an den Nikolaus glaube'', gestand er dann leise und schmollte, als seine Mutter ihn kurz darauf absetzte. ,,Dann sollte ich wohl deinem Vater einmal erklären, dass das nicht stimmt'', sagte sie mit drohend erhobenen Finger und rauschte schon aus dem Raum, während Draco seine Beine anzog.
Wenn seine Mutter das sagte, dann musste es diesen ominösen Mann doch einfach geben. Seine Mutter log nämlich nie und sein Vater verdarb ihn schon ohnehin oft genug den Spaß.
Kurz darauf kam seine Mutter auch schon wieder und scheuchte ihn dann lächelnd in sein Zimmer. Er sollte zu Bett gehen, denn der Nikolaus käme und sein Vater würde dann auch sehen, dass es dieses Wesen gab.
Mit einem glücklichen, sich selbst bestätigenden Lächeln, machte sich also der kleine Draco Malfoy auf den Weg in sein Zimmer und machte sich bettfertig. Er zog seinen kleinen Schlafanzug mit den SChnatzen darauf an und gab seinem Drachen, einem mit einem Kinderbesen gestopften Plüschtier, einen lieben Gute-Nacht-Kuss, ehe er sich unter seine Decke kuschelte.
Dann hieß es warten. Warten und warten und viel zu lange warten.
Natürlich fielen dem Kleinen irgendwann die Augen zu und er kuschelte sich noch tiefer in sein Bett, aber das war nicht das Wichtigste, solange er ganz fest an den Nikolaus glaubte, war er sich sicher.
Er träumte von Süßigkeiten, die Wettrennen liefen und von Schokofröschen in Seen aus flüssiger, weißer Schokolade.
Er träumte von der großen Schokotorte, die er immer zum Geburtstag bekam, als Spielplatz für all die Süßigkeiten vom Nikolaus.
Und dann träumte er von einem kleinen Schwarzhaarigen Jungen, der ihm zuwinkte.
Und Draco winkte zurück.

Als er am Morgen aufwachte, stand sein Stiefelchen neben seiner Zimmertür und freudig lächelnd beugte er sich darüber. Mit einem Jauchzen schüttete er die Süßigkeiten aus, sortierte und zählte sie genauestens, ehe er sie ordentlich in kleinen Häufchen zu seinem Nachttisch trug und in der Schublade verstaute.
Natürlich konnte er es nicht lassen, schon zwei Zuckermäuse zwischen seinen Zähnen verschwinden zu lassen, ehe er sie putzen ging.
Zum Frühstück strich seine Mutter durch sein gerade erst gebürstetes Haar und sein Vater senkte nur die kurz die Zeitung, um ihn höflich zu grüßen. Er würde gleich wieder zur Arbeit gehen und dann würde Draco, wie es ihm versprochen wurde, mit dem Schlitten nach draußen gehen und begleitet von einer Hauselfe ein paar Runden damit drehen.
Dann fragte er nach dem schwarzhaarigen Jungen.
Sein Vater spuckte Kaffee gegen seine Zeitung und seine Mutter hustete, als sie sich an ihrem Porridge verschluckte. ,,Ich habe von ihm geträumt'', fügte Draco gleich hinzu und stürmte zu Narzissa, um ihr auf den Rücken zu klopfen, bis sie wieder Luft bekam.
Tief atmete die Aristokratin aus, ehe sie ihren Sohn, trotz des missbilligenden Blickes seitens seines Vaters auf ihren Schoß zog.
,,Ihr wart früher Spielkameraden Draco. Aber dann sind seine Eltern leider gestorben. Jetzt wohnt er wo anders. Aber du wirst ihn in Hogwarts wiedersehen'', versprach sie und ihr Sohn machte große Augen. ,,Aber das dauert doch noch ganz lange'', widersprach er und seine Mutter seufzte leise.
Sie vermisste Lily, aber das war nunmal nicht zu ändern. ,,Du wirst ihn wiedersehen und ihr werdet wiedcder Freunde werden, keine Sorge Kleiner'', versprach sie und ahnte nicht, dass sie damit nicht Recht hatte.
Denn Draco würde diesen schwarzhaarigen Jungen schon beim gegenseitigen Treffen in der Winkelgasse dafür sorgen, dass Harry ihn nicht mögen würde.
Er würde nicht wissen, wer Harry wäre.
Leider.

Severus
Die Nacht war kalt und der Boden war rutschig, als Severus mit trauriger Miene am Fenster stand und nach draußen blickte. Lily hatte sich am Morgen noch so gefreut, weil der Nikolaus doch käme und er hatte sich nicht getraut, ihr zu erklären, dass das eigenltich ihre Eltern waren, die Süßigkeiten in ihren Stiefel taten.
Er war auch still geblieben, als sie gefragt hatte, ob er sich nicht auch über seinen vollen Stiefel freuen würde.
Denn er bekam nichts. Selbst an Weihnachten war meist das gestrickte Paar Socken von seiner Mutter das einzige Geschenk. Es war nicht nur, dass sie es sich einfach nicht leisten konnten. Seine Eltern kümmerte es einfach nicht, dass ihn so Etwas freuen würde. Und der wahre Nikolaus, das Wesen würde nicht zu ihm kommen, denn er war nur ein Halbblut und in menschliche Angelegenheiten mischte sich dieses Wesen nicht ein.
Leise seufzend verschränkte Severus seine Arme auf der Fensterbank und legte seinen Kopf darauf, als er eine Bewegung beim Haus gegenüber entdeckte. Rotes Haar, dass in der grauweißen Welt seiner NAchbarschaft regelrecht leuchtete. In der Hand hatte sie eine kleine Tüte und ging geradewegs auf sein Haus zu. Irritiert verfolgte er ihre Schritte und wie sie sich konzentrierte. Sie presste ihre Augen fest zusammen und er sah, wie ihre Lippen sich bewegten. Was hatte sie da gerade vor?
Er rannte zur Haustür, um sie zu öffnen, als direkt vor seinen Augen sein Schuh verschwand.
Wollte Lily etwa-, fragte er sich und stürmte zum Fenster zurück, um zu sehen, wie seine beste Freundin sorgsam Süßigkeiten in seinen Stiefel füllte und danach erst zu bemerken schien, dass es wohl doch ziemlich kalt war, wenn man keine Jacke trug im Winter.
Er eilte zurück zur Tür und wollte sie öffnen, ehe ihm einfiel, dass Lily dann sicher enttäuscht wäre, weil sie ihn nicht überraschen konnte, also musste er wohl drin bleiben.
Unterdessen schlich seine beste Freundin zurück zu ihrem Haus und durch den Spalt, der durch einen Schuh zwischen Tür und Rahmen offen gehalten wurde, wieder hinein schlüpfte.
Nur wenig später lag nicht nur eine sehr zufriedene Lily Evans in ihrem Bett, während Severus stolz und freudig seinen Stiefel wieder hereinholte und fest an seine Brust drückte. Er würde morgen Lily natürlich sagen, dass der Nikolaus bei ihm war. Auch wenn er sie gesehen hätte. Sie sollte ruhig glauben, dass er sie nicht bemerkt hätte.
Sie sollte glücklich sein.

Nur wenige Jahre später saß ein dreizehnjähriger Severus ruhig im Gemeinschaftsraum der Slytherins, der daran zurückdachte, wie Lily ihm das erste MAl seinen Stiefel gefüllt hatte.
Natürlich wusste sie mittlerweile, dass er sie damals gesehen hatte, denn natürlich wussten sie Beide, dass der Nikolaus in dem Sinne, wie sie an ihn geglaubt hatten, nicht existierte.
Aber dennoch hatte sie ihm jedes Jahr wieder den Stiefel gefüllt. Als sie nach Hogwarts gekommen waren, stellte er für sie seinen Stiefel immer hinter eine Rüstung in der Eingangshalle und sie tat dasselbe in einer anderen Ecke.
Dieses Jahr schlich er aber das erste Mal so früh wie möglich nach unten, um sie zu beobachten. Sein Herz raste, als er ihr leuchtend rotes Haar entdeckte und sein Mund wurde ganz trocken, als sie sich langsam zu seinem Stiefel herunterbeugte. Er biss sich auf die Lippe, als er ihren hübschen, verlängerten Rücken sah, nur verdeckt von ihrem dünnen SChlafanzug. Langsam schlich er zu ihr, seinen Beutel mit Süßigkeiten in der Hand und beinahe hätte Lily geschrien, als sie ihn entdeckte. Rechtzeitig legte er ihr sanft einen Finger an die Lippen und lächelte zaghaft.
,,Verdammt, du hast mich erschrocken, Severus'', flüsterte sie und schlug ihm daraufhin gegen den Oberarm, ehe sie grinste. ,,Außerdem sollst du deinen Stiefel nicht sehen bis morgen früh'', beschwerte sie sich und sofort drehte er sich um und grinste. ,,Ich wollte dich sehen'', meinte er dann leise und ernte ein empörtes Schnauben.
,,Du siehst mich jeden Tag Sev'', nuschelte Lily, während sie um ihn herumging, den Beutel noch immer überraschend stark gefüllt. ,,Jetzt komm mit, ich will dir was zeigen'', meinte sie dann leise und zog ihn eilig hinter sich her. Er würde eben auf dem Rückweg ihren Stiefel füllen.
Schließlich zog sie ihn erst in Richtung des Ravenclaw-Turmes, wo ein paar einsame Stiefel vor dem Eingang standen und überrascht bemerkte Severus, wie Lily Süßigkeiten hineinfüllte. ,,In der ersten Klasse habe ich gemerkt, dass ein paar noch an den Nikolaus glauben. Aber der kann ja nicht kommen, weil der echte Nikolaus ja nicht in Hogwarts hineinkommt. Also spiele ich Nikolaus'', flüsterte sie, als sie sich von diesen Stiefeln abwandte und Severus weiterzog in Richtung des Gryffindorturmes. Auch dort standen Stiefel, ein paar mehr als vor dem Eingang der Ravenclaws.
Die meisten Stiefel entdeckten sie neben dem fassförmigen Eingang der Hufflepuffs. Auch Severus holte nun Süßigkeiten aus seinem Sack. Das war doch viel schöner, als sich nur gegenseitig etwas zu schenken.
,,Lass es uns jedes Jahr machen'', flüsterte Lily, als sie vor dem Eingang der Slytherins ankamen und sie die sehr wenigen Stiefel dort füllte. Dann lächelte sie ihren Freund unschuldig an.
,,Außerdem wünsche ich dir eine wunderschöne gute Nacht. Du sollst ja erst morgen deinen Stiefel holen'', murmelte sie.
,,Aber ich habe deinen Stiefel garnicht gefüllt'', murmelte der junge Slytherin überrumpelt und wurde nur angegrinst. ,,Süßigkeiten habe ich genug'', flüsterte Lily und kam ihm näher. Sie drehte ihren Kopf etwas. ,,Ich hätte viel lieber so ein Geschenk'', hauchte sie und tippte mit dem Zeigefinger auf ihre Wange.
Überrascht haspelte Severus irgendetwas, ehe die Rothaarige einfach seine Hände griff und dann erst überwand er sich und drückte ihr mutig einen liebevollen Kuss auf die Wange. Wieder schien sein Herz zu rasen und er merkte erst Minuten später, dass Lily gegangen war.
Er lächelte noch immer glücklich, als er am Morgen seinen Stiefel holte und er lächelte noch glücklicher, als er mitbekam, wie sehr sich die ganzen Erstklässler freuten, dass der Nikolaus gekommen war.
Nächstes Jahr würde er Lily vernünftig helfen.
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Und hier findet ihr Tag 7 - Ein Naruto-Sannin-Drabble
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