Remember the first time

von alegna70
GeschichteDrama, Romanze / P18
17.12.2015
19.05.2019
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Dieses Kapitel
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Der Flug von Isabelle und Samu nach Chicago verlief ohne größere Besonderheiten. Nachdem sie die Flughöhe erreicht hatten, war Isabelle ganz fasziniert von Blick nach draußen. Die Wolken sahen zum hineinspringen weich aus und dann der Sonnenuntergang, war einfach so schön, das selbst Samu ins schwärmen geriet und das obwohl er dieses Spektakel schon oft über den Wolken erlebt hatte.
In Chicago selbst hatten sie nur einen recht kurzen Aufenthalt von knapp eineinhalb Stunden, der gerade so reichte um in ruhe das Gate zu wechseln und auf Toilette zu gehen. Als erstes mussten sie ihr Gepäck holen und dann neu wieder aufgeben bei Finnair. Samu war in Sachen fliegen sehr patriotisch veranlagt. Wann immer er die Möglichkeit hatte mit der heimischen Fluggesellschaft zu fliegen, buchte er die Flüge dort. Erstens kam sein Geld einer heimischen Firma zu gute, er kannte den Standard der Fluglinie, dazu sprach man seine Sprache und Finnair galt als einer der sichersten Fluglinien überhaupt. Da das Abfluggate für die internationalen Flüge in einem separaten Gebäude war, mussten sie einen guten Weg zurück legen, um dorthin zu kommen. Samu lotste Isabelle sicher durch die Gänge. Auch wenn er diesen Flughafen noch nicht kannte, er hatte keine Probleme sich zu orientieren, im Prinzip waren alle, bis auf wenige Ausnahmen, gleich aufgebaut. Isabelle war froh, dass er sich so auskannte, sie selbst wäre absolut überfordert gewesen …
Am Gate angekommen hatten sie gerade noch Zeit auf Toilette zu gehen und dann hieß es schon wieder Boarding. Als Samu die Maschine betrat, kam in ihm schon fast ein Gefühl von Zuhause auf. Wie viele Stunden er schon in Fliegern von Finnair verbracht hatte konnte er nicht wirklich sagen, aber eigentlich viel zu viele. Er wurde tatsächlich sogar mit Namen begrüßt an Bord, er tauchte wieder ein in seine Welt. Samu sah, wie Isabelle direkt unsicherer wurde, aber er lächelte sie an, versuchte ihr das Gefühl zu geben, das alles okay und normal war. Isabelle bekam das erste mal ein Gefühl dafür, was es bedeuten sollte, mit Samu zusammen unterwegs zu sein, er war wirklich nicht mehr der unbekannte Musiker von früher ...
Da es ein interkontinental Flug war, war die Maschine im Buisnessbereich mit Liegesitzen ausgestattet, die Isabelle nur staunen ließen, so was hatte sie noch nie zuvor gesehen. Sie hatte sich auf einen elendig langen Flug in doch engen Sitzreihen eingestellt, da sie einfach keine Ahnung vom aktuellen Standard hatte, auch wenn sie gewusst hatte, das Samu nicht Economy flog. Da sie zusammen saßen, waren ihre Sitze in der Mitte und Samu erklärte ihr jede einzelne Funktion. Sie war absolut begeistert von dem Komfort, der geboten wurde. Er zeigte ihr, wie sie den Sitz bequem einstellen konnte, bevor auch er sich einrichtete. Kissen und Decken lagen schon bereit und sie kam sich schon fast wie eine Prinzessin vor. Samu beobachtete seine Freundin mit einem Lächeln auf den Lippen. Er liebte es, ihre Begeisterung zu sehen, auch jetzt machte sie ihm wieder bewusst, was er sich alles leisten konnte inzwischen, was er sich hart erarbeitet hatte. Immer wieder versicherte er sich, dass für Isabelle alles in Ordnung war, er wollte einfach, dass es ihr gut ging. Kurz nach Beendigung des Boardings, wurde Samu von der Flugbegleitung gefragt, ob sie alles hätten oder noch was benötigen würden. Er sah fragend zu Isabelle, die aber leicht den Kopf schüttelte und er dann verneinte.
Als sie dann zum Vorstart rollten, reichte Samu ihr schon von selbst seine Hand, denn er sah ihr genau an, dass sie auch diesen Start nicht wirklich mochte. Sie lächelte ihn dankbar an und flüsterte fast: „Danke mitt hjärta!“
Beruhigend sagte er: „Die können fliegen! Mach dir nicht zu viele Gedanken!“
Sie nickte, versuchte ihre leichte Nervosität nicht zu zeigen, es war ihr peinlich gegenüber Samu, der alles so souverain handhabte. Es kamen die Sicherheitsanweisungen, sie hörte aufmerksam zu, wogegen Samu die schon in und auswendig kannte. Anschließend kam ein Flugbegleiter durch und fragte nochmal, ob alles okay wäre, was Samu mit einem Nicken bestätigte. Als der weg war, sagte sie leise zu ihm: „Das ist ein komisches Gefühl, dass die dich kennen ...“
Er beugte sich zu ihr rüber, lächelte sie an: „Mach dir deswegen nicht zu viele Gedanken … Ich fliege halt oft … Mit Garantie bin ich denen schon mal über die Füße gelaufen … Ein paar kenne ich auch, weil die immer mit den selben Maschinen fliegen … Und so ganz unbekannt bin ich dann Zuhause doch nicht ...“
Sie sah ihn an: „Ich glaube, für mich würde es sich komisch anfühlen, wenn jeder mich erkennt ...“
Samu streichelte leicht über ihre Hand, während de Flieger nun richtig Gas gab und lächelte sie an: „Man gewöhnt sich dran! Ist ja nicht von heute auf morgen passiert … Irgendwann wird es dir vielleicht auch passieren, wenn wir zusammen unterwegs sind ...“
Sie spannte sich automatisch an als der Flieger abhob, ihre Finger krallten sich in seine Hand und sie sagte: „Kann ich mir nicht wirklich vorstellen ...“
Liebevoll sah er sie an: „Du wirst es lernen damit umzugehen! Du bestimmst das Tempo! Es muss dir keine Angst machen!“ Sie lehnte sich zurück, schloss die Augen und hoffte, das der Flieger bald seine Flughöhe erreicht hatte, der Start war das schlimmste am ganzen Flug für sie. Als  das Flugzeug dann endlich wieder in der Waagerechten war, atmete sie aus, was ihr ein ein leichtes Grinsen von Samu einbrachte, der sie ganz genau im Blick gehabt hatte. Die Anschnallzeichen erloschen, jedoch wurden sie aufgefordert, den Gurt trotzdem anzulassen. Samu lockerte seinen und auch sie tat es ihm nach. Schon war wieder ein Flugbegleiter bei ihnen, fragte nach, was sie trinken wollten. Samu entschied sich für ein Bier, Isabelle für Kaffee. Samu lächelte sie an: „Alles okay?“
Sofort nickte sie: „Wenn es so bleibt, ist alles gut! Aber der Gedanke, jetzt noch länger hier oben zu sein, wie eben, dass ist schon krass! Darf man eigentlich nicht drüber nachdenken!“
„Und dann musst du noch einen Start überstehen!“
Leise seufzte sie auf: „Das hatte ich gut verdrängt ...“
Er beugte sich zu ihr, hauchte ihr einen Kuss auf die Wange und sagte leise: „Das bekommst du locker hin und dann werden wir abgeholt!“
Überrascht sah sie ihn an: „Wie?“
Er nickte lächelnd: „Deine zukünftigen Vermieter wollten unbedingt wissen, wann wir landen … Eigentlich hatte ich mir überlegt, die erste Nacht in einem Hotel zu verbringen, weil wir so spät ankommen, aber du kennst Selma ...“
Nun strahlte Isabelle ihn an: „Das ist ja super lieb! Auf sie freue mich!“
Er nickte: „Das dachte ich mir, darum haben wir dass jetzt auch so geplant, sollte eine Überraschung für dich sein! Aber ich denke, dass ist sie jetzt auch noch!“
„Aber ganz bestimmt, das lässt alles besser ertragen!“
Er nickte, lehnte sich zurück mit dem guten Gefühl, das richtige gemacht zu haben …
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