All I need is love...

von Todesruf
GeschichteRomanze / P12 Slash
Draco Malfoy Harry Potter
13.12.2015
23.02.2019
69
88806
15
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
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Hey^^
Danke an dreamyangel für das Review <3
Nach den letzten beiden, ja doch etwas traurigeren Kapiteln kommt jetzt mal wieder ein fröhlicheres Kapitel, zumindest zum Ende hin :3
Ich hoffe es gefällt euch^^
GLG, Tod <3
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POV Harry
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fühlte ich mich fast noch erschöpfter als am Vortag und für einen Moment überlegte ich ernsthaft, ob ich mich einfach wieder umdrehen und weiterschlafen sollte, doch das vernehmliche Knurren meines Magens überzeugte mich davon, wenigstens zum Frühstück zu gehen, weshalb ich mich aus dem Bett quälte um mich ins Bad zu schleppen. Müde sah ich in den Spiegel und wäre fast zusammengezuckt – ich sah absolut furchtbar aus.
Meine Haut war blass, meine Augen wirkten rot und eindeutig verheult und waren von tiefen Schatten unterlegt und im Allgemeinen wirkte ich eher tot als lebendig. Der Schnitt auf meiner Wange war dank Madame Pomfreys Heilkünsten zwar einer feinen Narbe gewichen, doch da ich mich gestern nicht mehr darum gekümmert hatte, wie ich aussah, klebten Reste angetrockneten Blutes daneben und ich hatte ein paar kleinere Kratzer am Hals und im Gesicht, wo die Zweige der Labyrinth Hecken mich beim Rennen erwischt hatten. Mit einem Blick auf meine Hände stellte ich fest, dass auch diese reichlich zerkratzt waren und ich hoffte, dass das beim Duschen nicht allzu sehr brennen würde.
Schnell entledigte ich mich meiner Kleidung und stellte mich unter das heiße Wasser, um mich wieder ein bisschen mehr wie ein lebender Mensch zu fühlen. Leider brannte gefühlt alles an meinem Körper – die peitschenden Zweige der sich schließenden Labyrinthgänge hatten offenbar mehr von mir erwischt, als ich mitbekommen hatte – und vor allem der lange Schnitt an meinem Arm ließ mich die Zähne zusammenbeißen, als ich vorsichtig versuchte, das verkrustete Blut rund um die Wunde abzuwaschen.
Wahrscheinlich wäre Magie hier effizienter gewesen, aber ich war mir weder sicher, ob ich die richtigen Sprüche kannte, noch traute ich mir in meiner Verfassung mit einem Zauberstab und Hermine wollte ich nicht fragen, da sie sich sonst nur wieder Sorgen um mich machen würde.
Obwohl das warme Wasser mich eher schläfriger als wach machte, fühlte ich mich nach einiger Zeit wieder einigermaßen lebendig und entschied, dass ich lange genug unter der Dusche gestanden hatte, also drehte ich das Wasser ab, trocknete mich ab und zog mich an. Da heute kein Unterricht war, begnügte ich mich mit einer Jeans und einem langärmligen Hemd, das den Schnitt verdecken würde, dann machte ich mich auf den Weg zum Frühstück.

In der Großen Halle war nicht besonders viel los – vielleicht, weil es schon recht spät war und die meisten wahrscheinlich längst gegessen hatten – weshalb ich nicht lange brauchte, um Ron und Hermine am Gryffindortisch auszumachen. Ich war ein wenig enttäuscht, dass Draco nicht bei ihnen war, aber vielleicht schlief der Blonde ja noch. Gestern war für ihn bestimmt auch anstrengend gewesen.
Ich ging zu meinen Freunden hinüber und setzte mich neben sie an den Tisch. „Guten Morgen.“, nuschelte ich in ihre Richtung und angelte mir zwei Brötchen aus einem der Brotkörbe. „Morgen!“, erwiderte Ron mit halbvollem Mund und bekam dafür von Hermine einen strafenden Blick zugeworfen, doch er war zu beschäftigt mit seinem Essen, um sich groß darum zu kümmern.
„Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?“, erkundigte die Braunhaarige sich, nachdem sie sich wieder zu mir gedreht hatte. Ich zuckte mit den Schultern und wich ihrem Blick aus. Nachdem ich mir die halbe Nacht die Seele aus dem Leib geheult hatte, war ich in einen unruhigen, von Alpträumen zerrissenen Schlaf gefallen, aus dem ich gefühlt stündlich wieder aufgeschreckt war, weshalb ich letzten Endes höchstens ein paar Stunden geschlafen hatte.
„Also nicht.“, seufzte Hermine, eine tiefe Falte auf der Stirn. „Vielleicht solltest du zu Madame Pomfrey gehen und dir einen Schlaftrank geben lassen, nur für die nächsten Tage.“ Ich zog meine Augenbrauen zusammen. „Ich will keine Tränke!“, stellte ich scharf klar und erdolchte mit dem Messer mein Brötchen, um es aufzuschneiden. „Dann rede wenigstens mit Draco.“, lenkte Hermine ein und ich runzelte die Stirn, während Ron losprustete. „Was?!“, fragte die Gryffindor beleidigt und der Rothaarige grinste sie an. „Ach nichts, ich finde es nur schön, dass du Malfoy gerade mit einem Schlaftrank verglichen hast.“, lachte er.
Empört sah Hermine ihn an. „Hab ich nicht!“, widersprach sie. Meine Mundwinkel zuckten leicht. „Irgendwie schon.“, meinte ich und die Braunhaarige warf mir einen bösen Blick zu, der jedoch schnell einem Augenverdrehen und geschlagenem Kichern wich. „Das war keine Absicht!“, stellte sie klar. Ich musste nun doch grinsen und während wir uns amüsiert ansahen, war die Welt für einen Moment wieder heil.
„Wollen wir nachher zu Hagrid gehen?“, fragte Hermine zögerlich, als wäre sie nicht ganz sicher, ob es angemessen wäre, mich das zu fragen. Erst jetzt fiel mir auf, wie lange ich schon nichts mehr nur mit meinen Freunden gemacht hatte und sofort bekam ich ein schlechtes Gewissen. „Nach dem Frühstück?“, schlug ich also zustimmend vor und die Braunhaarige nickte strahlend. Ron grinste mich fröhlich an und ich musste zugeben, dass ich mich auch freute, mal wieder Zeit mit den beiden außerhalb des Gemeinschaftsraums zu verbringen. Draco würde ich bestimmt auch am Abend noch treffen können.

Auf dem Weg zu Hagrids Hütte gab Ron auf lebhafteste Weise die Geschichte wieder, wie seine Brüder einmal fast den Schlafsaal in Brand gesteckt hätten, und während Hermine und ich irgendwo zwischen Lachen und Unglauben schwankten, fühlte ich mich auf eine erfreuliche Art und Weise an den Anfang des Schuljahres zurückversetzt. Die Müdigkeit meiner unruhigen Nacht steckte mir noch immer in den Knochen, doch die negativen Gedanken und Gefühle, die damit einhergegangen waren, schoben sich immer mehr in den Hintergrund meines Kopfes, bis sie höchstens noch ein lauernder Schatten waren und ich tatsächlich begann, den Tag zu genießen.
„Harry, Hermine, Ron! Wie schön, dass ihr da seid!“, begrüßte Hagrid uns erfreut, nachdem er auf Rons Klopfen hin die Tür geöffnet hatte. „Kommt rein, kommt rein! Ich habe Kekse, aber ich denke, die wollt ihr nicht, hm?“ Der bärtige Wildhüter zwinkerte uns zu und Ron und ich grinsten uns in Erinnerung an das Treffen mit Draco an.
Zu dritt betraten wir die kleine Hütte und ich streichelte Fang im Vorbeigehen einmal über den Kopf, der auf einem Sessel lag und zur Begrüßung bloß müde mit dem Schwanz wedelte. Kaum saßen wir an dem kleinen Tisch, stellte Hagrid uns auch schon Tassen vor die Nase und hob den Teekessel fragend in die Höhe. „Tee?“ Ron runzelte leicht die Stirn. „Ist es dafür nicht ein bisschen warm?“, fragte er belustigt. Hermine rollte mit den Augen. „Isst du im Sommer auch kein warmes Essen mehr?! Ich nehme gerne Tee, danke.“, erwiderte sie, letzteres an Hagrid gerichtet und schob ihre Tasse in Richtung Teekanne. Ich entschied mich, dass ein wenig Tee mir auch nicht schaden würde und tat es ihr gleich.
„Nein, aber Tee ist  was anderes!“, behauptete Ron beleidigt. Hermine zog ihre Tasse zu sich zurück. „Wir leben in Großbritannien, Ronald, lebe damit.“, gab sie zurück. Ich prustete los. „Wir leben in Großbritannien.“, ahmte ich sie nach und grinste breit. „Wirklich, Hermine? Ist mir noch gar nicht aufgefallen.“ Nun mussten auch Ron und Hagrid lachen und selbst die Mundwinkel der Braunhaarigen zuckten verdächtig. „Ihr seid unmöglich, Jungs!“, beschwerte sie sich, doch das Funkeln in ihren Augen verriet, dass sie es nicht ernst meinte.
Mit einem Lächeln nahm ich einen Schluck von meinem Tee. Das versprach ein unerwartet schöner Nachmittag zu werden… So sehr ich Draco auch mochte, ich hatte diese Art der Späßchen mit meinen Freunden wirklich vermisst.
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