Wem sein Herz wirklich gehört

KurzgeschichteDrama / P12
Margarete Mephistopheles
13.12.2015
13.12.2015
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Anmerkung: Ich gehöre zwar der alten Bruderschaft der Fephistophelaust-Shipper, jedoch nur bei Marlowe. Hier ist nur ein kleines bisschen davon zu erahnen. Awwwr, meine erste FF hier, Lampenfieber!
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Die Silhouette des Mannes, der an dem Baum lehnte, ließ für einen kurzen, strahlenden Moment Hoffnung in ihrem Herzen aufleuchten. Nach so vielen Wochen, inzwischen schon Monaten, die sie den Weg an ihren geheimen Treffpunkt vergeblich gemacht hatte, war er endlich gekommen. Alles würde gut werden. Gerade, als sie seinen Namen rief, bleckte er langsam über die Schulter zu ihr und der aufgehende Mond hüllte die Szene in ein bleiches Licht. Sie erstarrte und wich einen Schritt zurück. Das war nicht er. Zwar war ihr auch dieses Gesicht bekannt, doch im gleichen Maße war es ihr verhasst.          
„Da scheinen wir beide ja auf den gleichen Gedanken gekommen zu sein, als wir uns für einen kleinen Mondscheinspaziergang entschieden haben", sagte er gedehnt, während er sich von dem knorrigen Stamm abstieß und auf sie zu ging. Geschmeidig wie das Raubtier, das sie immer unter dieser Menschenhaut zu spüren glaubte. Kälte breitete sich unter dem unbewegten Blick seiner bernsteinfarben Augen in ihr aus und sie senkte den Blick auf den grasbewachsenen Boden.         
„Es tut mir Leid. Ich habe Euch verwechselt." Warum nannte sie den geliebten Namen nicht?! Warum weigerte sich ihr Herz, mit diesem Gegenüber über diese Liebe zu sprechen?  „Ich weiß. Es wäre mir neu, wenn ich plötzlich Heinrich hieße. Du kannst aber aufhören, auf ihn zu warten. Er wird nicht mehr zu dir zurückkommen." Obwohl ein Teil von ihr es insgeheim schon lange gewusst hatte, trafen die Worte sie mit fast schon physichem Schmerz.       
„Das ist nicht wahr", flüsterte sie mit tränenerstickter Stimme. „Er hat gesagt, dass er mich liebt. Er würde niemals... Du lügst!" Vor hilflosem Zorn bebend, trat sie einen Schritt zurück, doch er folgte ihr.         
„Welchen Grund hätte ich denn dafür?" Seine Ruhe und Unberührtheit vergrößerten ihre Wut nur noch.        
„Ich wüsste nicht, wann du je einen Grund brauchtest, um andere Menschen zu quälen, du Teufel!", zischte sie hasserfüllt. Nun blitzten seine Augen amüsiert auf.              
„Na, sieh mal einer an- Du kannst ja richtig wütend werden, wenn du eifersüchtig bist." Empört öffnete sie den Mund, um dieser Unterstellung zu widersprechen, als ihr klar wurde... dass er Recht hatte. Eifersucht. Er hatte in ihr das Gefühl erkannt, das sie sich selbst nicht hatte eingestehen wollen. Seine Lippen verzogen sich zu einem triumphierenden, kalten Lächeln. Als er einen Schritt auf sie zu machte, war sie zu erstarrt, um ein weiteres Mal vor ihm zurückzuweichen.         
„Du weißt, dass meine Stimme mehr Macht über ihn hat als deine. Dass ich dafür sorgen kann, dass er dich für immer vergisst. Du weißt, wem von uns beiden, trotz seiner schönen Schwüre an dich, sein Herz und seine Seele gehören." Sie stand da wie betäubt, während sie innerlich mit aller Kraft gegen diese furchtbare Wahrheit anzukämpfen versuchte. Er schenkte ihr ein letztes höhnisches Lächeln, zog sich langsam in die tiefen Schatten zurück. Kurz schienen seine Augen wie zwei rote Funken zu glühen, dann war er verschwunden und ließ sie alleine in der Dunkelheit zurück.
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